Fußnoten:[1]Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.[2]Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten; die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.[3]Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist, welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet; seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben. Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270 km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah, pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin- und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen, welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen lassen. — (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt, ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!Bis zum 27. August 1883 bestand die Insel resp. der Berg Krakatau aus drei Spitzen, von welchen der Perbuwatan und Danan an diesem Tage in die Tiefen des Erdspaltes sanken, während vom Rakata nur noch eine steile Wand von 800 Meter erhalten blieb. 35000 Menschen fielen damals dem wüthenden Elemente zum Opfer.[4]Siehe dasbetreffende Capitel.[5]Auch die seit einigen Jahren bestehende „Lampong Cultuur Maatschappy“ wurde im April 1902 fallirt erklärt, konnte jedoch die Annullirung der Fallissements rechtzeitig anstreben.[6]Gegenwärtig wird die Provinz in sechs „Abtheilungen“ eingetheilt mit je einem „Controleur“ zum Vorstande; sie ist 533.3 ☐Meilen gross und hatte (in 1897) 137501 Einwohner, also 258 auf die ☐Meile. Darunter befanden sich 178 Europäer, 602 Chinesen und 66 Araber.[7]Diese Dampfer sind auch gegenwärtig nicht verpflichtet, einen Arzt an Bord zu haben; von und nach Europa darf jedoch kein Schiff abreisen, ohne durch einen diplomirten Doctor zu jeder Zeit ärztliche Hülfe den Passagieren bieten zu können.[8]Vide II. Theil, Seite 181.[9]= Ziekenzaal 2. Klasse.[10]Vide I. Theil, Seite 97.[11]Der Controleur B., welcher sich vor dem Lavastrom flüchten wollte und sein Kind auf dem Arm trug, erlitt ausgebreitete Brandwunden.[12]Bei 4° 20′ s. B.[13]Gegenwärtig tritt die holländische Regierung diesem einträglichen Geschäfte der Häuptlinge (= Demang) entgegen, weil die Ausgaben für den Titel und die damit verbundenen Feste oft den Candidaten zu ruiniren drohen.[14]Seit einigen Jahren ist es den „Fremdlingen“ wenn auch nicht unmöglich, so doch so schwierig gemacht worden, den Officiersrang zu erlangen, dass bei meinem Abschiede aus dem indischen Dienste die Zahl der „fremden“ Officiere auf ein Minimum gesunken war.[15]Vide II. Band, Seite 205.[16]Die indische Katze ist durch die eigenthümliche Form der Schwanzspitze charakterisirt. Der Schwanz endigt nämlich in einem Knoten und besitzt weniger Wirbel als die gewöhnliche, über die ganze Welt verbreitete Hauskatze.[17]In den Tropen sind Bücherschränkedie besten Bewahrorte für Bücher. In Bücherkästenhäufen sich sehr leicht Schimmel und der Bücherwurm an; Luft und Licht sind in Indien auch für Bücher die besten Conservirungsmittel. Die Schränke müssen aber frei stehen, d. h. nicht gegen die Mauer lehnen.[18]Die ambonesischen Soldaten sind Christen und beziehen als solche ebenfalls Schuhe.[19]Nur sehr selten wird man bei den Europäern so schön geformte Füsse finden als z. B. bei den malaiischen Frauen, welche weder Schuhe noch Sandalen tragen.[20]Vide I. Theil, Seite 20.[21]Bei den Battakern (im Osten Sumatras) werden die Hunde gemästet und als Schlachtvieh auf den Markt gebracht.[22]Als ich im Jahre 1884 mit Urlaub nach Europa ging, begegnete ich ihm in Wien und er theilte mir so manche Scenen aus der Schreckenszeit des 26. und 27. August 1883 mit. Das Erdbeben, das Seebeben, der Aschenregen, die Lavamassen, die Finsterniss und die viele Meter hohen Sturzwellen der See erschütterten Mark und Bein der muthigsten Männer. Sein Haus stand in der Ebene gegenüber dem des Landescommandirenden; in der Veranda befand sich die Compagniecassa, in welcher (reglementswidrig) 1000 fl. des Dr. X. zur Bewahrung sich befanden. Das Seebeben kam so plötzlich und so unvermittelt, die vom Sturm gepeitschten Wellen stürzten so schnell und so unerwartet über die Dächer der Häuser hinweg, welche am Strande standen, auf die grosse Strasse, dass Alle in wilder Flucht auf den Hügel eilten, auf welchem das Haus des Residenten und das Fort sich befanden. Weder Dr. X. noch Hauptmann Y. hatten Zeit, den Inhalt der eisernen Cassa mitzunehmen, welche in den Mauern des Hauses befestigt war. Leider gab Hauptmann Y. zwei Soldaten den Befehl, bei der Compagniecassa Wache zu halten. Sie wurden von den stürmenden Wogen verschlungen und blieben die einzigen Verluste der Garnison.[23]Vide Band I, Seite 168.[24]Die Insel Sumatra ist 6735 ☐m gross und hat 3,171,893 (?) Einwohner (im Jahr 1897); ihre grösste Länge beträgt ungefähr 1710 km und ihre grösste Breite 430 km.[25]Die Hühner wurden schon 1000 Jahre a. c. in China gezähmt im Hause gehalten. Auf Sumatra giebt es noch drei Sorten wilde Hühner: Ajam Rimbu, Ajam utan und Ajam Beruga.[26]Vide Band I, Seite 68.[27]Besonders in ihrem „Hochzeitskleide“.[28]In der mir zugänglichen Literatur fand ich nur von der Provinz „Riouw und Vasallenstaaten“ eine ausführliche Beschreibung der in dieser Provinz sich befindenden Thiere höherer Ordnung. Es ist zu wünschen, dass sich bald Männer finden, welche nicht nur die Thiere höherer Ordnung in allen übrigen Provinzen der Insel Sumatra mittheilen, sondern sich auch mit der ganzen Fauna ausführlich beschäftigen.In und bei dieser Provinz wurden nach oben angedeuteten Berichterstattern folgende Thiere gesehen:Seekuh, Delphin, wildes Schwein, Stachelschwein, Landak, vier Sorten Kantjil, Simia fascicularis, Lampongeraffe, Lutong (Semnopithecus maurus), Pukang = Gespensteraffe = Stenops tardigradus, Kukang = Lemur tardigradus, Kubang = Gallopithecus volans = fliegender Fuchs, fliegender Hund = Pteropus edulis (wird nämlich von den Battakern gegessen), Fledermäuse, Tanggiling = Manis javanica, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche z. B. Cervus muntjae und Cervus russa, Luwak = Musang = Paradoxurus leucomystax, Eulen, Adler, Falken, Bubo minor, Haliastur indicus und H. leucogaster u. s. w., Singvögel z. B. Turdus mindanensis, Spatzen, Nashornvögel, Eisvögel, Krähen, Beo (Gracula javanensis), welche gezähmt sehr schön sprechen lernen, Schwalben, Tauben, Ranggung = Ardia typhon, Itik laut = Ana coromandeliana, Pelikane; Krokodile, Leguane, Eidechsen, Schildkröten, Schlangen, Frösche z. B. Katak = Rana tigrina, Kodok = Bufo melonasticus, Fische, Krebse, Garneelen, Scorpionen, Tausendfüssler, Schnecken, von denen bereits 300 Sorten in Indien bekannt sind (die auf Sumatra lebenden Schnecken sind mit jenen Hinter-Indiens verwandt), Käfer und Schmetterlinge.[29]Seit einigen Jahren befinden sich im Westen dieser Provinz bereits zwei europäische Actien-Gesellschaften unter dem Namen Redjang Lembong und Lembong soelit (oe = u), welche ausschliesslich die Gewinnung des Goldes in ihr Programm aufgenommen haben.[30]Im Norden Sumatras soll der Berg Luseh 3700 m hoch sein, also um 10 m den Indrapura überragen, welcher an der südwestlichen Grenze der Provinz Palembang sich befindet.[31]Sowohl die freien als auch die abhängigen Nationen (Fig. 3), welche den Fuss dieser grossen Gebirgskette bewohnen, mögen sie Heiden oder Mohamedaner sein, betrachten sich als Urbewohner des Landes oder wenigstens als Stammverwandte mit jenen Nomadenvölkern, welche in den höher gelegenen Theilen des Gebirges wohnen und noch kein staatliches Leben kennen. Unter den Namen Orang (Mensch) Kubu, O. Lubu, O. Utan und O. Rawa (= Sumpf) sollen im Urwalde des Barisangebirges Menschen vorkommen, welche nur in Familien beisammenleben, nur den jeweiligen Vater als Oberhaupt anerkennen, sich von den Früchten des Urwaldes nähren, keine feste Wohnung haben, den Gebrauch des Feuers kennen und nur mit einem Gürtel aus Baumbast bekleidet sind. Zwischen diesen Menschen, welche gewissermaassen die erste Stufe der menschlichen Civilisation einnehmen, und den Europäern, welche an der Ostküste zerstreut im Innern dieser Provinz leben, wohnen zahlreiche Nationen, welche uns gewissermaassen ein Gesammtbild der Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens bieten, wie sie in Europa im Laufe der Jahrhunderte successive die jetzige Höhe erreicht hat. Ja noch mehr. Das Studium der Sitten und Gebräuche der primitiven Bewohner des Barisangebirges auf Sumatra wird uns per analogiam eine Einsicht in das Leben der Urbewohner Europas erleichtern, wenn nicht sogar ermöglichen.[32]Die „Residentie“ Palembang ist 2526.7 ☐m gross und hat ungefähr 618000 Einwohner, worunter sich nach den Mittheilungen des Departements von Colonien im Jahre 1897 373 Europäer, 6451 Chinesen und 1876 Araber befanden.[33]Vide „Java“, Seite 124 ff.[34]Auch in den Tropen gebrauchen die Engländer nur Thermometer mit der Scala von Fahrenheit.[35]Vide II. Band.[36]Diese Provinz ist 770.4 ☐Meilen gross und hat ungefähr 110000 Einwohner mit 180 Europäern, 22218 Chinesen und 10 Arabern. (Vide Jahresbericht vom Ministerium der Colonien des Jahres 1897.)[37]Der Stamm der Kwantaner hatte z. B. bis zum 10. Februar 1821 einen Sultan an der Spitze des Volkes.[38]Oft trat die Vermuthung in mir auf, ob in diesem Falle nicht ein „Heufieber“ vorliege (= Sommerkatarrh = Bostock’scher Katarrh). Leider habe ich niemals das Secret der Nasenschleimhaut auf Pollen der zahlreichen Gräsersorten untersucht, welche ja in den Tropen das ganze Jahr hindurch und überall üppig gedeihen. Vielleicht ist diese Mittheilung hinreichend, jemand Andern zu dieser Arbeit anzuregen.Niemals und nirgends litt ich so viel an Schnupfen als die letzten Jahre meines Aufenthaltes auf Java, und es ist mir ein wahres Vergnügen, der „Erkältung“, welche die moderne Hygiene gern in die Rumpelkammer veralteter Theorien werfen möchte, eine Ehrenretung schreiben zu können. Ohne dass ich jemals das Secret der Nase bacteriologisch untersucht hatte, welches beim Niesen in reichlicher Menge abgesondert wird, wage ich die Behauptung, dass diese petite misère de la vie der Typus einer „Erkältung“ ist, und dass auch nur die Annahme eines bacteriologischen Ursprunges kein Recht auf Bestehen hat. Mir ist ganz gut bekannt, dass — ich glaube, dass es Goldschmidt in Paris nachgewiesen hat — z. B. beim Niesen der Leprösen in einem Radius von ± 1 Meter auf dem Boden Leprabacillen gefunden wurden; es ist also möglich, dass man auch beim Niesen des communen Strauchens ebenfalls Microorganismen finden wird, welche selbst culturfähig sind und bei Impfungen dieselbe Krankheit erzeugen könnten; aber selbst dann nicht, wenn dies bereits gelungen wäre, würde ich die bacteriologische Entstehungsweise dieser Leiden anerkennen. Wenn ich mich zu dieser ketzerischen Behauptung hinreissen lasse, so geschieht es unter der Wucht der Beweiskraft der Thatsachen; immer, wenn ich transpirirte und unvermittelt mich der Zugluft aussetzte, begann ich zu niesen; die Secretion der Nasenschleimhaut wurde so gross, dass ich im Laufe einiger Stunden 6–10 Sacktücher benöthigte, und wenn ich, sei es Nachmittags oder Abends, mich zu Bett begab, hatte der Process sein Ende erreicht. Da nebstdem nur jene Menschen so häufig darunter leiden, welche schon Jahre lang in den Tropen geweilt haben, also unter dem Einfluss der tropischen Wärme ein gewisses labiles Gleichgewicht des nervösen Lebens erhalten haben, so bekommen wir ein Krankheitsbild, das weder in seiner unermittelten Entstehungsweise, noch in der Kürze seiner Dauer, noch in seinem sicheren Abklinken durch die Bettwärme in den Rahmen einer Infectionskrankheit gezwängt werden kann. Wie ich schon oben erwähnt habe, ich litt und leide auch an Gelenkrheumatismus; bei der strengsten Beobachtung ist es mir noch nicht gelungen — obwohl es eine landläufige Ansicht ist — irgend einen Factor des Sammelbegriffes Klima zu kennen, derunbedingtmir eine Attaque veranlasst; aber das Strauchen trat immer unter oben genannten Verhältnissen auf. Ich musste also bei dem Gelenkrheumatismus die Möglichkeit einer bacteriellen Entstehungsweise offen halten, während der Katarrh der Nasenschleimhaut, welcher in den Tropen viel häufiger als in Europa die Menschen attaquirt, das reine Gepräge einer „Erkältung“ trägt.[39]Polonia war der Name des militärischen Etablissements in Medan, so genannt nach dem Geburtslande des ersten Besitzers (des polnischen Barons Michalsky) dieses Gebietes, welches ursprünglich eine Tabaksplantage umfasste.[40]Banka ist, wie uns Dr. Posewitz mittheilt, geologisch die am besten bekannte Insel des indischen Archipels; im Jahr 1710 wurde nämlich beim Anlegen eines trockenen Reisfeldes (ladang) das Zinn entdeckt, welches seit dieser Zeit in grossen Mengen gewonnen und in den Handel gebracht wird. Schon im Jahre 1725 wurden vom Sultan von Palembang, in dessen Besitz sich damals Banka befand, Chinesen zur Gewinnung dieses Erzes dahin gesendet, und noch im Jahre 1832 waren ausschliesslich chinesische Kulis in den Minen beschäftigt, welche zu vier Kongsies vereinigt und unter der Aufsicht von vier holländischen Ingenieuren und acht Gehilfen standen. Nebst Zinn findet man Gold, Wismuth, Eisen, Magneteisen, Kupferkies, Bleiglanz, Arsenkies und Schwefelkies, Manganerze und zahlreiche warme Quellen.[41]Aus der Wurzel der Maniokbäume (Janipha manihot) wird eine Mehlsorte, das maniokka bereitet, welches Kassave heisst, wenn es in der freien Luft, und Tapioca, wenn es auf heissen eisernen Platten gewonnen wird.[42]Siak ist der südlichste Bezirk der Provinz „Ostküste von Sumatra“; der zweite, Assahan genannt, hat ebenfalls noch einen Sultan, während der dritte Bezirk, Deli, trotz der Anwesenheit eines Sultans kaum mehr als eine holländische Provinz genannt werden kann.[43]Obwohl schon seit uralten Zeiten die Malaien das Petroleum als Medicin gegen Hautkrankheiten gebrauchten, wurde doch erst im Jahre 1876 bei Sungei Durian die erste Quelle angebohrt; die erste Concession zum geschäftsmässigen Betriebe wurde im Jahre 1883 in Langkat gegeben. Die zahlreichen Quellen Sumatras geben einen sehr verschieden grossen Ertrag; während in Perlak, an der Ostküste Sumatras, täglich 140 Liter gewonnen werden, ist das Erträgniss bei Kollok (Padangsche Oberländer) 6000 Liter pro Tag!! (Die „Perlak-Petroleum Maatschappy“ scheint im Jahre 1901 einen ausserordentlichen Aufschwung genommen zu haben.)[44]I. Theil, Seite 77.[45]Seite 535 und ff.[46]Dieser Fluss, zugleich der grösste Strom von Nord-Sumatra, hat zwei Quellen-Arme, welche weit auseinander liegen. Der nördliche, derrechteSimpangfluss genannt, entspringt auf dem Berge Gerdáng, während der linke Arm ungefähr 72 km südlicher seinen Ursprung zu haben scheint; sie vereinigen sich bei Kwala Simpang, wo noch wenige Jahre vor meiner Ankunft in Seruway ein Fort sich befand und vor Kurzem wieder ein neues Fort errichtet wurde. (Die Malaien bezeichnen die Ufer eines Flusses auch mit rechts und links; sie nehmen jedoch die Richtung der Quelle und nicht, wie wir, die der Mündung zum festen Punkte.)[47]Seite 284.[48]Häufig vorkommender Name javanischer Soldaten.[49]Vide II. Theil, Seite 357.[50]Damals bestand die Bestimmung, dass ledige Officiere und verheirathete Officiere, welche ihre Frau bei sich hatten, zwei Jahre, die Strohwittwer jedoch nur vierzehn Monate auf Atjeh bleiben mussten.[51]Den 27. August des Vormittags 11 Uhr hörten wir bei vollkommen heiterm Himmel aus dem Süden ein lautes Donnern, so dass wir Alle auf dem Platze vor dem Officiersgebäude zusammenkamen und eine Erklärung hierfür suchten. Da das Donnern (?) den Charakter von Kanonenschüssen hatte, wurde selbst vermuthet, dass benachbarte Stämme eine Schlacht lieferten. Doch erst nach sechs Tagen erfuhren wir die wahre Bedeutung dieser acustischen Erscheinung. Es war der Ausbruch des Krakatau, welcher von uns ungefähr 1500 km!! entfernt war und trotzdem von uns wie Kanonenschüsse aus der Nähe gehört wurde.[52]Ein wunderschönes Bild bot sich unsern Augen dar: Weit vor uns zog ein breiter Streifen von rosarothen Medusen.[53]Dies war der Anfang zahlreicher kleiner Gefechte; Modjopahit wurde im Juli 1884 von den Langsaresen angegriffen und sein Sultan gefangen genommen. Dieser legte auch kleine Forts an, welche jedoch von den Holländern genommen wurden; den 13. August kam eine Compagnie unter Commando eines Hauptmanns nach Seruway, und den 16. eroberte er alle diese kleinen Forts mit einem Verluste von vier Mann, worunter sich auch befand — ein Krankenwärter.[54]Darunter befand sich auch ein Fall von Framboesia = Himbeerwarzensucht, welche ich ohne Quecksilber oder Jodkali und nur durch eine locale Behandlung zur Heilung brachte. Auch ich konnte constatiren, dass diese zahlreichen kleinen warzenförmigen Hautgeschwülste eine selbständige, von keiner andern Krankheit abhängige locale Erkrankung der Haut waren.[55]Vide I. Band, Seite 41.[56]Dr. Prochnik theilt im W. K. W. No. 5 1902 mit, dass er selbst 17 Krebsfälle behandelt hat, dass in den Jahresberichten des Institutes für pathologische Anatomie und Bacteriologie in Batavia von 1890 bis 1900 von 41 Krebsfällen die mikroskopische Untersuchung erwähnt wird und dass Dr. Stratz im Jahre 1891 unter 840 gynäkologischen Patienten 18 Fälle von Carcinoma uteri gesehen hat.[57]Professor Löffler glaubt nämlich auf Grund obiger Annahme, durch künstliche Erzeugung des Sumpffiebers den Krebs heilen zu können oder, besser gesagt, behandeln zu wollen.[58]Diese Provinz war nach den Mittheilungen des Ministeriums der Colonien vom Jahre 1897 1668.9 ☐Meilen gross und hatte 278047 Einwohner, worunter sich 3330 Europäer und 15659 Chinesen befanden.[59]Das Telegramm wurde von Medan nach Pinang (an der Westküste von Malacca) und von dort am 14. Februar nach Batavia telegraphisch gesendet, es kostete 7 fl. 70.[60]Vide II. Band, Seite 145.[61]Auch auf der Insel Borneo sah ich so hohe und steile Ufer und zwar im Strome Barito.[62]Vide Titelbild, Band I.[63]Vide I. Band, Seite 77.[64]Schon im Jahre 1633 haben die Dänen eine Factory in Atjeh errichtet.[65]Die Insel (Pulu) Wè ist 162,62 ☐km gross und wird von ungefähr 1000 Seelen bewohnt, welche sich hauptsächlich mit Landbau, speciell mit der Cultur des Reises und Pfeffers beschäftigen. Die geologische Beschaffenheit dieser Insel ist noch nicht bekannt; es wird jedoch mitgetheilt, dass sich zwei Kraterseen mit Trinkwasser im Innern der Insel befinden, und dass Schwefel dort gefunden wird; vor drei Jahren gab die Regierung die Erlaubniss, diese Insel bergmännisch zu untersuchen; das Resultat dieser Untersuchung ist mir nicht bekannt.Im Jahre 1884 kam Wè in den Besitz Hollands und erst im Jahre 1893 in die Verwaltung eines holländischen Beamten; im Jahre 1895 wurde im Freihafen von Sabang eine Kohlenstation errichtet, die im Jahre 1897 telegraphisch mit der Hauptstadt Kuta radja verbunden wurde, und im Jahre 1898 wurde von Surabaja ein trockenes Dock von 2800 Tons dahingebracht. Der Eingang in den Hafen ist 750 Meter breit, der Ankerplatz 1500 Meter lang und 900 Meter breit, und 25 Dampfer können ungehindert in diesem Hafen nebeneinander liegen. Der Boden des Hafens besteht aus Sand und Korallen.[66]Kuta radja hatte im Jahre 1896 ohne Garnison 4799 Einwohner, worunter sich 158 Europäer, 2427 Chinesen, 1854 Eingeborne, 22 Araber und 338 „andere Fremde“ befanden.[67]Das Quartiergeld wird auch in Indien je nach den herrschenden Ortsverhältnissen in verschiedene Classen eingetheilt; in Atjeh wurde die höchste Classe gerechnet.[68]Die Atjeer nennen das Schloss ihrer Fürsten nicht Kraton (J.), sondern Dalam (A.).[69]Beri-Berikring (M.).[70]Selbst gegen die echte Tropenkrankheit Beri-Beri zeigten die Europäer grössere Widerstandskraft als die eingeborenen Soldaten.[71]Holländisches Sprichwort = entronnen.[72]In den Sanitätsrapporten der englischen Colonien wurde von jeher eine so grosse Zahl von Menschen mitgetheilt, welche durch Schlangenbisse ein jähes Ende gefunden hatten, dass mir jedes Verständniss dafür fehlte. Das Verhältniss dieser mitgetheilten Opfer zu jenen, welche in den holländischen Colonien dem Schlangenbisse erlegen waren, überschritt oft die Grenzen 1:1000! Erst vor wenigen Tagen wurde mir dieses Räthsel gelöst. Die Tagespresse theilte nämlich mit, dass in Englisch-Indien die Eingeborenen alle Todesfälle von allen ansteckenden Krankheiten in die Rubrik: „Tod durch Schlangenbisse“ eintragen lassen, um die Desinfectionsmaassregeln, deren Werth von ihnen nicht anerkannt wird, zu umgehen.[73]Lîlah oder Lèlah werden im Gegensatz zu den modernen Kanonen (mariam) alte, schmale, kleinkalibrige Kanonen genannt, welche im Principe nichts mehr als längliche Mörser sind.[74]Da in Atjeh officiell der Friedenszustand erklärt war, hatte die holländische Regierung keinen gesetzlichen Grund, den Chinesen die Ansiedelung in diesem Lande zu verweigern.[75]Midin sprach natürlich nicht von „11 Uhr“, sondern von „Pönáb Tjòt uròë“ = wenn die Sonne sich dem Zenith nähere; im Allgemeinen giebt es bei den Atjeern 19 solcher Ausdrücke, welche die Tageszeit bezeichnen. Auch ihre Eintheilung des Jahres in 12 (arabische) Monate oder 354 Tage wird von dem ackerbautreibenden Theile der Bevölkerung im täglichen Leben nicht gebraucht; diese theilen das Jahr in 13–14 Könòngs von 27⅓ Tagen ein und zwar nach dem jeweiligen Eintreffen des Mondes in die Scorpiongruppe.[76]Holländisches Sprüchwort.[77]Schon Marco Polo erzählt, dass er (Ende des 13. Jahrhunderts) auf Nord-Sumatra ein mohamedanisches Reich vorgefunden habe; in Gross-Atjeh wurde unter Sultan ’Alî Moghâjat Sjâh (1507–1522) der Islam zur Staatsreligion erhoben, während in Canton (China) ein çâhib (= Zeitgenosse) von Mohamed seine Lehre bereits am Ende des 7. Jahrhunderts verkündet haben soll.[78]I. Theil Borneo, Seite 43.[79]Vide Zernoff: Zur Frage über die morphologische Bedeutung der schwanzförmigen Bildungen beim Menschen.[80]Die Atjeer II. Band, Seite 65.[81]Dieser berühmte Maler wurde 1814 in Semarang (Java) geboren und starb 1880 zu Buitenzorg (Java).[82]Snouck-Hurgronje nennt diesen Küstenplatz Mölaböh.[83]Mof = Spitzname für Deutsch.[84]2° 55′ N. B.[85]Snouck Hurgronje nennt sie Thimölu-Insel.[86]Es hat eine Ausdehnung von 1495.2 ☐Meilen und wird von ungefähr 1400000 Seelen bewohnt.[87]Vide: De Pionniers der Beschaving in N. I. door W. A. van Rees.[88]Vide: 21 Jahre in Indien von Dr. Breitenstein, Band I.[89]Nach von Rosenberg.[90]Alfred Maass bringt unter dem Titel: „Bei liebenswürdigen Wilden“ eine ausführliche ethnographische Beschreibung der Bewohner dieser Insel, von welchen bereits im Jahre 1561 Ptolemäus Venetia eine Karte herausgegeben haben soll.[91]Meyers Conversationslexikon, Band 17, Seite 647.[92]Vide I, Seite 132.[93]Padang hatte im Jahre 1898 32,038 Einwohner, worunter sich 1805 Europäer, 4103 Chinesen, 121 Araber und 615 andere Orientalen befanden, und ist der Stapelplatz für den Ausfuhrhandel der ganzen „Westküste“ Sumatras. Die wichtigsten Exportartikel waren im Jahre1890189718981899Kaffee67000720007900081000PikolsRottang2330020696129458356„Benzoe4513515636433213„Tabak5730846773167418„Copra55615433608929763141„Häute28843433605198547436Stück.Ich muss noch bemerken, dass diese Stadt 59′ 30″ unter dem Aequator liegt, ein warmes und feuchtes, aber nicht ungesundes Klima hat und im Jahre 1898 204 Regentage mit 4973 mm Regen hatte. Die Schwankungen der Temperatur betragen im Durchschnitt täglich 13 ° C.[94]Vide II. Band, Seite 248.[95]Für das Jahr 1902 wird von der Lidgerwood Manufacturing Comp. die Ernte des Gouvernementscaffee der ganzen Westküste Sumatras auf 37550 Pikols Javacaffee und 1200 Pikols Liberiacaffee geschätzt.[96]Vide Band II, Seite 61.[97]= Gott hat es gegeben (M.).[98]Tapanuli ist 763,5 ☐M. gross und hatte (im Jahre 1897) ungefähr 300000 Seelen mit 306 Europäern und 1285 Chinesen.[99]Padangsche Benedenländer sind 322,1 ☐M. gross und haben ungefähr 330000 Seelen mit 1888 Europäern und 5566 Chinesen.[100]Die „Padangschen Bovenländer“ sind 409.6 ☐M. gross und haben ungefähr 737000 Seelen mit 479 Europäern und 1096 Chinesen.[101]Der Ingenieur Verbeek entwirft von diesem Theile der Padangschen Oberländer folgendes geologische Schema: Fluss alluvium, Fluss diluvium, See diluvium, Meer diluvium, Eocen, Mergelschiefer, Conglomerate, Kohlen, Kiesel, Alter Schiefer Vulcanenmantel; Augit-Andesit-Basalt; Augit-Andesit-Pechstein; Basalt; Hornblende-Andesit-Pechstein; Diabaas, Proterobaas, Gabbro, Quarzporphyr, Syenit, Hornblende-Granit; Syenit-Granit.[102]Wenn ich oben die höchsten Bergspitzen Sumatras mit ihren Namen anführte, kann ich nicht umhin, mit einigen Worten auch der hydrographischen Verhältnisse dieser Insel zu gedenken, welche ja zum grössten Theile durch die orographische Constellation bedingt sind.Im allgemeinen zieht auf Sumatra die Wasserscheide von Nord-Westen nach Süd-Osten, d. h. parallel mit der grössten Länge der Insel (1710 Km.). Entsprechend der kleinen Entfernung von der Küste, haben die Flüsse der Westküste ein kleineres Flussgebiet als die der Ostküste, und in Uebereinstimmung mit den geologischen Verhältnissen haben die Flüsse der Ostküste ein stark geschlingertes Flussbett und münden meistens mit mehreren Mündungsarmen in das Meer. Das Deltaland ist auf der Westküste beinahe unbekannt.Die Insel Sumatra besitzt nur sechsgrosseSeen: Den Tawarsee in Gross-Atjeh, den Tobahsee in den Battakländern, den Maninjusee und den Singkarasee im Gouvernement der Westküste, den See von Korinthi und von Bantan im Gebiet der Provinz Palembang.[103]und nicht allein durch Handels- und Bergbau-Colonien.[104]Das sind Kähne, welche von Menschen oder Pferden gezogen werden und gegenwärtig nur zum Transport von Waaren in Holland benutzt werden.[105]Bis zum Jahre 1893 wurden nur 13 Eingeborene zum Christenthum bekehrt, während die katholische Missionsgesellschaft auf Sumatra 28 und auf der Insel Nias 11 Stationen besitzt.[106]Der Import betrug im Jahre 1896 fl. 193000 und der Export fl. 79300.[107]Seit ein paar Jahren befinden sich an ihrer Ostgrenze zwei neue Gesellschaften zur Gewinnung des dortigen Goldes.[108]= Sehnenscheidenentzündung;[109]= Athemnoth;[110]= Entzündung der Augenschleimhaut;[111]= Rachenkatarrh;[112]= Halsentzündung;[113]= Mandelentzündung;[114]= Schlaflosigkeit;[115]= Rötheln;[116]= Nesselausschlag;[117]= Abschuppung.[118]Badings, malaiisch-holländisches Wörterbuch.[119]In der medicinischen Zeitung von Batavia brachte er im Jahre 1896 eineausführliche wissenschaftlicheErklärung des folgenden Märchens: In Celebes sollen Männer leben, bei welchen der Penis sichganzin das Becken zurückzieht und die, wenn die Reposition nicht gelinge, daran sterben!! Auch der Berichterstatter Dr. X., Regimentsarzt in der indischen Armee, hatte keinen solchen Fall gesehen und glaubte dieses Märchen offenbar nur der Curiosität halber reproduciren zu müssen.[120]8° s. B. u. 127° ö. L.[121]Vide II, Seite 21.[122]Noch im Jahre 1894 erhielt ich von der Insel Lombok ein Buch, welches nur aus Lontarblättern bestand.[123]Vide Allgemeen. Handelsblad vom 3. und 4. März 1902.[124]Vide II. Theil, Seite 118–120.
Fußnoten:[1]Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.[2]Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten; die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.[3]Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist, welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet; seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben. Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270 km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah, pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin- und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen, welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen lassen. — (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt, ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!Bis zum 27. August 1883 bestand die Insel resp. der Berg Krakatau aus drei Spitzen, von welchen der Perbuwatan und Danan an diesem Tage in die Tiefen des Erdspaltes sanken, während vom Rakata nur noch eine steile Wand von 800 Meter erhalten blieb. 35000 Menschen fielen damals dem wüthenden Elemente zum Opfer.[4]Siehe dasbetreffende Capitel.[5]Auch die seit einigen Jahren bestehende „Lampong Cultuur Maatschappy“ wurde im April 1902 fallirt erklärt, konnte jedoch die Annullirung der Fallissements rechtzeitig anstreben.[6]Gegenwärtig wird die Provinz in sechs „Abtheilungen“ eingetheilt mit je einem „Controleur“ zum Vorstande; sie ist 533.3 ☐Meilen gross und hatte (in 1897) 137501 Einwohner, also 258 auf die ☐Meile. Darunter befanden sich 178 Europäer, 602 Chinesen und 66 Araber.[7]Diese Dampfer sind auch gegenwärtig nicht verpflichtet, einen Arzt an Bord zu haben; von und nach Europa darf jedoch kein Schiff abreisen, ohne durch einen diplomirten Doctor zu jeder Zeit ärztliche Hülfe den Passagieren bieten zu können.[8]Vide II. Theil, Seite 181.[9]= Ziekenzaal 2. Klasse.[10]Vide I. Theil, Seite 97.[11]Der Controleur B., welcher sich vor dem Lavastrom flüchten wollte und sein Kind auf dem Arm trug, erlitt ausgebreitete Brandwunden.[12]Bei 4° 20′ s. B.[13]Gegenwärtig tritt die holländische Regierung diesem einträglichen Geschäfte der Häuptlinge (= Demang) entgegen, weil die Ausgaben für den Titel und die damit verbundenen Feste oft den Candidaten zu ruiniren drohen.[14]Seit einigen Jahren ist es den „Fremdlingen“ wenn auch nicht unmöglich, so doch so schwierig gemacht worden, den Officiersrang zu erlangen, dass bei meinem Abschiede aus dem indischen Dienste die Zahl der „fremden“ Officiere auf ein Minimum gesunken war.[15]Vide II. Band, Seite 205.[16]Die indische Katze ist durch die eigenthümliche Form der Schwanzspitze charakterisirt. Der Schwanz endigt nämlich in einem Knoten und besitzt weniger Wirbel als die gewöhnliche, über die ganze Welt verbreitete Hauskatze.[17]In den Tropen sind Bücherschränkedie besten Bewahrorte für Bücher. In Bücherkästenhäufen sich sehr leicht Schimmel und der Bücherwurm an; Luft und Licht sind in Indien auch für Bücher die besten Conservirungsmittel. Die Schränke müssen aber frei stehen, d. h. nicht gegen die Mauer lehnen.[18]Die ambonesischen Soldaten sind Christen und beziehen als solche ebenfalls Schuhe.[19]Nur sehr selten wird man bei den Europäern so schön geformte Füsse finden als z. B. bei den malaiischen Frauen, welche weder Schuhe noch Sandalen tragen.[20]Vide I. Theil, Seite 20.[21]Bei den Battakern (im Osten Sumatras) werden die Hunde gemästet und als Schlachtvieh auf den Markt gebracht.[22]Als ich im Jahre 1884 mit Urlaub nach Europa ging, begegnete ich ihm in Wien und er theilte mir so manche Scenen aus der Schreckenszeit des 26. und 27. August 1883 mit. Das Erdbeben, das Seebeben, der Aschenregen, die Lavamassen, die Finsterniss und die viele Meter hohen Sturzwellen der See erschütterten Mark und Bein der muthigsten Männer. Sein Haus stand in der Ebene gegenüber dem des Landescommandirenden; in der Veranda befand sich die Compagniecassa, in welcher (reglementswidrig) 1000 fl. des Dr. X. zur Bewahrung sich befanden. Das Seebeben kam so plötzlich und so unvermittelt, die vom Sturm gepeitschten Wellen stürzten so schnell und so unerwartet über die Dächer der Häuser hinweg, welche am Strande standen, auf die grosse Strasse, dass Alle in wilder Flucht auf den Hügel eilten, auf welchem das Haus des Residenten und das Fort sich befanden. Weder Dr. X. noch Hauptmann Y. hatten Zeit, den Inhalt der eisernen Cassa mitzunehmen, welche in den Mauern des Hauses befestigt war. Leider gab Hauptmann Y. zwei Soldaten den Befehl, bei der Compagniecassa Wache zu halten. Sie wurden von den stürmenden Wogen verschlungen und blieben die einzigen Verluste der Garnison.[23]Vide Band I, Seite 168.[24]Die Insel Sumatra ist 6735 ☐m gross und hat 3,171,893 (?) Einwohner (im Jahr 1897); ihre grösste Länge beträgt ungefähr 1710 km und ihre grösste Breite 430 km.[25]Die Hühner wurden schon 1000 Jahre a. c. in China gezähmt im Hause gehalten. Auf Sumatra giebt es noch drei Sorten wilde Hühner: Ajam Rimbu, Ajam utan und Ajam Beruga.[26]Vide Band I, Seite 68.[27]Besonders in ihrem „Hochzeitskleide“.[28]In der mir zugänglichen Literatur fand ich nur von der Provinz „Riouw und Vasallenstaaten“ eine ausführliche Beschreibung der in dieser Provinz sich befindenden Thiere höherer Ordnung. Es ist zu wünschen, dass sich bald Männer finden, welche nicht nur die Thiere höherer Ordnung in allen übrigen Provinzen der Insel Sumatra mittheilen, sondern sich auch mit der ganzen Fauna ausführlich beschäftigen.In und bei dieser Provinz wurden nach oben angedeuteten Berichterstattern folgende Thiere gesehen:Seekuh, Delphin, wildes Schwein, Stachelschwein, Landak, vier Sorten Kantjil, Simia fascicularis, Lampongeraffe, Lutong (Semnopithecus maurus), Pukang = Gespensteraffe = Stenops tardigradus, Kukang = Lemur tardigradus, Kubang = Gallopithecus volans = fliegender Fuchs, fliegender Hund = Pteropus edulis (wird nämlich von den Battakern gegessen), Fledermäuse, Tanggiling = Manis javanica, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche z. B. Cervus muntjae und Cervus russa, Luwak = Musang = Paradoxurus leucomystax, Eulen, Adler, Falken, Bubo minor, Haliastur indicus und H. leucogaster u. s. w., Singvögel z. B. Turdus mindanensis, Spatzen, Nashornvögel, Eisvögel, Krähen, Beo (Gracula javanensis), welche gezähmt sehr schön sprechen lernen, Schwalben, Tauben, Ranggung = Ardia typhon, Itik laut = Ana coromandeliana, Pelikane; Krokodile, Leguane, Eidechsen, Schildkröten, Schlangen, Frösche z. B. Katak = Rana tigrina, Kodok = Bufo melonasticus, Fische, Krebse, Garneelen, Scorpionen, Tausendfüssler, Schnecken, von denen bereits 300 Sorten in Indien bekannt sind (die auf Sumatra lebenden Schnecken sind mit jenen Hinter-Indiens verwandt), Käfer und Schmetterlinge.[29]Seit einigen Jahren befinden sich im Westen dieser Provinz bereits zwei europäische Actien-Gesellschaften unter dem Namen Redjang Lembong und Lembong soelit (oe = u), welche ausschliesslich die Gewinnung des Goldes in ihr Programm aufgenommen haben.[30]Im Norden Sumatras soll der Berg Luseh 3700 m hoch sein, also um 10 m den Indrapura überragen, welcher an der südwestlichen Grenze der Provinz Palembang sich befindet.[31]Sowohl die freien als auch die abhängigen Nationen (Fig. 3), welche den Fuss dieser grossen Gebirgskette bewohnen, mögen sie Heiden oder Mohamedaner sein, betrachten sich als Urbewohner des Landes oder wenigstens als Stammverwandte mit jenen Nomadenvölkern, welche in den höher gelegenen Theilen des Gebirges wohnen und noch kein staatliches Leben kennen. Unter den Namen Orang (Mensch) Kubu, O. Lubu, O. Utan und O. Rawa (= Sumpf) sollen im Urwalde des Barisangebirges Menschen vorkommen, welche nur in Familien beisammenleben, nur den jeweiligen Vater als Oberhaupt anerkennen, sich von den Früchten des Urwaldes nähren, keine feste Wohnung haben, den Gebrauch des Feuers kennen und nur mit einem Gürtel aus Baumbast bekleidet sind. Zwischen diesen Menschen, welche gewissermaassen die erste Stufe der menschlichen Civilisation einnehmen, und den Europäern, welche an der Ostküste zerstreut im Innern dieser Provinz leben, wohnen zahlreiche Nationen, welche uns gewissermaassen ein Gesammtbild der Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens bieten, wie sie in Europa im Laufe der Jahrhunderte successive die jetzige Höhe erreicht hat. Ja noch mehr. Das Studium der Sitten und Gebräuche der primitiven Bewohner des Barisangebirges auf Sumatra wird uns per analogiam eine Einsicht in das Leben der Urbewohner Europas erleichtern, wenn nicht sogar ermöglichen.[32]Die „Residentie“ Palembang ist 2526.7 ☐m gross und hat ungefähr 618000 Einwohner, worunter sich nach den Mittheilungen des Departements von Colonien im Jahre 1897 373 Europäer, 6451 Chinesen und 1876 Araber befanden.[33]Vide „Java“, Seite 124 ff.[34]Auch in den Tropen gebrauchen die Engländer nur Thermometer mit der Scala von Fahrenheit.[35]Vide II. Band.[36]Diese Provinz ist 770.4 ☐Meilen gross und hat ungefähr 110000 Einwohner mit 180 Europäern, 22218 Chinesen und 10 Arabern. (Vide Jahresbericht vom Ministerium der Colonien des Jahres 1897.)[37]Der Stamm der Kwantaner hatte z. B. bis zum 10. Februar 1821 einen Sultan an der Spitze des Volkes.[38]Oft trat die Vermuthung in mir auf, ob in diesem Falle nicht ein „Heufieber“ vorliege (= Sommerkatarrh = Bostock’scher Katarrh). Leider habe ich niemals das Secret der Nasenschleimhaut auf Pollen der zahlreichen Gräsersorten untersucht, welche ja in den Tropen das ganze Jahr hindurch und überall üppig gedeihen. Vielleicht ist diese Mittheilung hinreichend, jemand Andern zu dieser Arbeit anzuregen.Niemals und nirgends litt ich so viel an Schnupfen als die letzten Jahre meines Aufenthaltes auf Java, und es ist mir ein wahres Vergnügen, der „Erkältung“, welche die moderne Hygiene gern in die Rumpelkammer veralteter Theorien werfen möchte, eine Ehrenretung schreiben zu können. Ohne dass ich jemals das Secret der Nase bacteriologisch untersucht hatte, welches beim Niesen in reichlicher Menge abgesondert wird, wage ich die Behauptung, dass diese petite misère de la vie der Typus einer „Erkältung“ ist, und dass auch nur die Annahme eines bacteriologischen Ursprunges kein Recht auf Bestehen hat. Mir ist ganz gut bekannt, dass — ich glaube, dass es Goldschmidt in Paris nachgewiesen hat — z. B. beim Niesen der Leprösen in einem Radius von ± 1 Meter auf dem Boden Leprabacillen gefunden wurden; es ist also möglich, dass man auch beim Niesen des communen Strauchens ebenfalls Microorganismen finden wird, welche selbst culturfähig sind und bei Impfungen dieselbe Krankheit erzeugen könnten; aber selbst dann nicht, wenn dies bereits gelungen wäre, würde ich die bacteriologische Entstehungsweise dieser Leiden anerkennen. Wenn ich mich zu dieser ketzerischen Behauptung hinreissen lasse, so geschieht es unter der Wucht der Beweiskraft der Thatsachen; immer, wenn ich transpirirte und unvermittelt mich der Zugluft aussetzte, begann ich zu niesen; die Secretion der Nasenschleimhaut wurde so gross, dass ich im Laufe einiger Stunden 6–10 Sacktücher benöthigte, und wenn ich, sei es Nachmittags oder Abends, mich zu Bett begab, hatte der Process sein Ende erreicht. Da nebstdem nur jene Menschen so häufig darunter leiden, welche schon Jahre lang in den Tropen geweilt haben, also unter dem Einfluss der tropischen Wärme ein gewisses labiles Gleichgewicht des nervösen Lebens erhalten haben, so bekommen wir ein Krankheitsbild, das weder in seiner unermittelten Entstehungsweise, noch in der Kürze seiner Dauer, noch in seinem sicheren Abklinken durch die Bettwärme in den Rahmen einer Infectionskrankheit gezwängt werden kann. Wie ich schon oben erwähnt habe, ich litt und leide auch an Gelenkrheumatismus; bei der strengsten Beobachtung ist es mir noch nicht gelungen — obwohl es eine landläufige Ansicht ist — irgend einen Factor des Sammelbegriffes Klima zu kennen, derunbedingtmir eine Attaque veranlasst; aber das Strauchen trat immer unter oben genannten Verhältnissen auf. Ich musste also bei dem Gelenkrheumatismus die Möglichkeit einer bacteriellen Entstehungsweise offen halten, während der Katarrh der Nasenschleimhaut, welcher in den Tropen viel häufiger als in Europa die Menschen attaquirt, das reine Gepräge einer „Erkältung“ trägt.[39]Polonia war der Name des militärischen Etablissements in Medan, so genannt nach dem Geburtslande des ersten Besitzers (des polnischen Barons Michalsky) dieses Gebietes, welches ursprünglich eine Tabaksplantage umfasste.[40]Banka ist, wie uns Dr. Posewitz mittheilt, geologisch die am besten bekannte Insel des indischen Archipels; im Jahr 1710 wurde nämlich beim Anlegen eines trockenen Reisfeldes (ladang) das Zinn entdeckt, welches seit dieser Zeit in grossen Mengen gewonnen und in den Handel gebracht wird. Schon im Jahre 1725 wurden vom Sultan von Palembang, in dessen Besitz sich damals Banka befand, Chinesen zur Gewinnung dieses Erzes dahin gesendet, und noch im Jahre 1832 waren ausschliesslich chinesische Kulis in den Minen beschäftigt, welche zu vier Kongsies vereinigt und unter der Aufsicht von vier holländischen Ingenieuren und acht Gehilfen standen. Nebst Zinn findet man Gold, Wismuth, Eisen, Magneteisen, Kupferkies, Bleiglanz, Arsenkies und Schwefelkies, Manganerze und zahlreiche warme Quellen.[41]Aus der Wurzel der Maniokbäume (Janipha manihot) wird eine Mehlsorte, das maniokka bereitet, welches Kassave heisst, wenn es in der freien Luft, und Tapioca, wenn es auf heissen eisernen Platten gewonnen wird.[42]Siak ist der südlichste Bezirk der Provinz „Ostküste von Sumatra“; der zweite, Assahan genannt, hat ebenfalls noch einen Sultan, während der dritte Bezirk, Deli, trotz der Anwesenheit eines Sultans kaum mehr als eine holländische Provinz genannt werden kann.[43]Obwohl schon seit uralten Zeiten die Malaien das Petroleum als Medicin gegen Hautkrankheiten gebrauchten, wurde doch erst im Jahre 1876 bei Sungei Durian die erste Quelle angebohrt; die erste Concession zum geschäftsmässigen Betriebe wurde im Jahre 1883 in Langkat gegeben. Die zahlreichen Quellen Sumatras geben einen sehr verschieden grossen Ertrag; während in Perlak, an der Ostküste Sumatras, täglich 140 Liter gewonnen werden, ist das Erträgniss bei Kollok (Padangsche Oberländer) 6000 Liter pro Tag!! (Die „Perlak-Petroleum Maatschappy“ scheint im Jahre 1901 einen ausserordentlichen Aufschwung genommen zu haben.)[44]I. Theil, Seite 77.[45]Seite 535 und ff.[46]Dieser Fluss, zugleich der grösste Strom von Nord-Sumatra, hat zwei Quellen-Arme, welche weit auseinander liegen. Der nördliche, derrechteSimpangfluss genannt, entspringt auf dem Berge Gerdáng, während der linke Arm ungefähr 72 km südlicher seinen Ursprung zu haben scheint; sie vereinigen sich bei Kwala Simpang, wo noch wenige Jahre vor meiner Ankunft in Seruway ein Fort sich befand und vor Kurzem wieder ein neues Fort errichtet wurde. (Die Malaien bezeichnen die Ufer eines Flusses auch mit rechts und links; sie nehmen jedoch die Richtung der Quelle und nicht, wie wir, die der Mündung zum festen Punkte.)[47]Seite 284.[48]Häufig vorkommender Name javanischer Soldaten.[49]Vide II. Theil, Seite 357.[50]Damals bestand die Bestimmung, dass ledige Officiere und verheirathete Officiere, welche ihre Frau bei sich hatten, zwei Jahre, die Strohwittwer jedoch nur vierzehn Monate auf Atjeh bleiben mussten.[51]Den 27. August des Vormittags 11 Uhr hörten wir bei vollkommen heiterm Himmel aus dem Süden ein lautes Donnern, so dass wir Alle auf dem Platze vor dem Officiersgebäude zusammenkamen und eine Erklärung hierfür suchten. Da das Donnern (?) den Charakter von Kanonenschüssen hatte, wurde selbst vermuthet, dass benachbarte Stämme eine Schlacht lieferten. Doch erst nach sechs Tagen erfuhren wir die wahre Bedeutung dieser acustischen Erscheinung. Es war der Ausbruch des Krakatau, welcher von uns ungefähr 1500 km!! entfernt war und trotzdem von uns wie Kanonenschüsse aus der Nähe gehört wurde.[52]Ein wunderschönes Bild bot sich unsern Augen dar: Weit vor uns zog ein breiter Streifen von rosarothen Medusen.[53]Dies war der Anfang zahlreicher kleiner Gefechte; Modjopahit wurde im Juli 1884 von den Langsaresen angegriffen und sein Sultan gefangen genommen. Dieser legte auch kleine Forts an, welche jedoch von den Holländern genommen wurden; den 13. August kam eine Compagnie unter Commando eines Hauptmanns nach Seruway, und den 16. eroberte er alle diese kleinen Forts mit einem Verluste von vier Mann, worunter sich auch befand — ein Krankenwärter.[54]Darunter befand sich auch ein Fall von Framboesia = Himbeerwarzensucht, welche ich ohne Quecksilber oder Jodkali und nur durch eine locale Behandlung zur Heilung brachte. Auch ich konnte constatiren, dass diese zahlreichen kleinen warzenförmigen Hautgeschwülste eine selbständige, von keiner andern Krankheit abhängige locale Erkrankung der Haut waren.[55]Vide I. Band, Seite 41.[56]Dr. Prochnik theilt im W. K. W. No. 5 1902 mit, dass er selbst 17 Krebsfälle behandelt hat, dass in den Jahresberichten des Institutes für pathologische Anatomie und Bacteriologie in Batavia von 1890 bis 1900 von 41 Krebsfällen die mikroskopische Untersuchung erwähnt wird und dass Dr. Stratz im Jahre 1891 unter 840 gynäkologischen Patienten 18 Fälle von Carcinoma uteri gesehen hat.[57]Professor Löffler glaubt nämlich auf Grund obiger Annahme, durch künstliche Erzeugung des Sumpffiebers den Krebs heilen zu können oder, besser gesagt, behandeln zu wollen.[58]Diese Provinz war nach den Mittheilungen des Ministeriums der Colonien vom Jahre 1897 1668.9 ☐Meilen gross und hatte 278047 Einwohner, worunter sich 3330 Europäer und 15659 Chinesen befanden.[59]Das Telegramm wurde von Medan nach Pinang (an der Westküste von Malacca) und von dort am 14. Februar nach Batavia telegraphisch gesendet, es kostete 7 fl. 70.[60]Vide II. Band, Seite 145.[61]Auch auf der Insel Borneo sah ich so hohe und steile Ufer und zwar im Strome Barito.[62]Vide Titelbild, Band I.[63]Vide I. Band, Seite 77.[64]Schon im Jahre 1633 haben die Dänen eine Factory in Atjeh errichtet.[65]Die Insel (Pulu) Wè ist 162,62 ☐km gross und wird von ungefähr 1000 Seelen bewohnt, welche sich hauptsächlich mit Landbau, speciell mit der Cultur des Reises und Pfeffers beschäftigen. Die geologische Beschaffenheit dieser Insel ist noch nicht bekannt; es wird jedoch mitgetheilt, dass sich zwei Kraterseen mit Trinkwasser im Innern der Insel befinden, und dass Schwefel dort gefunden wird; vor drei Jahren gab die Regierung die Erlaubniss, diese Insel bergmännisch zu untersuchen; das Resultat dieser Untersuchung ist mir nicht bekannt.Im Jahre 1884 kam Wè in den Besitz Hollands und erst im Jahre 1893 in die Verwaltung eines holländischen Beamten; im Jahre 1895 wurde im Freihafen von Sabang eine Kohlenstation errichtet, die im Jahre 1897 telegraphisch mit der Hauptstadt Kuta radja verbunden wurde, und im Jahre 1898 wurde von Surabaja ein trockenes Dock von 2800 Tons dahingebracht. Der Eingang in den Hafen ist 750 Meter breit, der Ankerplatz 1500 Meter lang und 900 Meter breit, und 25 Dampfer können ungehindert in diesem Hafen nebeneinander liegen. Der Boden des Hafens besteht aus Sand und Korallen.[66]Kuta radja hatte im Jahre 1896 ohne Garnison 4799 Einwohner, worunter sich 158 Europäer, 2427 Chinesen, 1854 Eingeborne, 22 Araber und 338 „andere Fremde“ befanden.[67]Das Quartiergeld wird auch in Indien je nach den herrschenden Ortsverhältnissen in verschiedene Classen eingetheilt; in Atjeh wurde die höchste Classe gerechnet.[68]Die Atjeer nennen das Schloss ihrer Fürsten nicht Kraton (J.), sondern Dalam (A.).[69]Beri-Berikring (M.).[70]Selbst gegen die echte Tropenkrankheit Beri-Beri zeigten die Europäer grössere Widerstandskraft als die eingeborenen Soldaten.[71]Holländisches Sprichwort = entronnen.[72]In den Sanitätsrapporten der englischen Colonien wurde von jeher eine so grosse Zahl von Menschen mitgetheilt, welche durch Schlangenbisse ein jähes Ende gefunden hatten, dass mir jedes Verständniss dafür fehlte. Das Verhältniss dieser mitgetheilten Opfer zu jenen, welche in den holländischen Colonien dem Schlangenbisse erlegen waren, überschritt oft die Grenzen 1:1000! Erst vor wenigen Tagen wurde mir dieses Räthsel gelöst. Die Tagespresse theilte nämlich mit, dass in Englisch-Indien die Eingeborenen alle Todesfälle von allen ansteckenden Krankheiten in die Rubrik: „Tod durch Schlangenbisse“ eintragen lassen, um die Desinfectionsmaassregeln, deren Werth von ihnen nicht anerkannt wird, zu umgehen.[73]Lîlah oder Lèlah werden im Gegensatz zu den modernen Kanonen (mariam) alte, schmale, kleinkalibrige Kanonen genannt, welche im Principe nichts mehr als längliche Mörser sind.[74]Da in Atjeh officiell der Friedenszustand erklärt war, hatte die holländische Regierung keinen gesetzlichen Grund, den Chinesen die Ansiedelung in diesem Lande zu verweigern.[75]Midin sprach natürlich nicht von „11 Uhr“, sondern von „Pönáb Tjòt uròë“ = wenn die Sonne sich dem Zenith nähere; im Allgemeinen giebt es bei den Atjeern 19 solcher Ausdrücke, welche die Tageszeit bezeichnen. Auch ihre Eintheilung des Jahres in 12 (arabische) Monate oder 354 Tage wird von dem ackerbautreibenden Theile der Bevölkerung im täglichen Leben nicht gebraucht; diese theilen das Jahr in 13–14 Könòngs von 27⅓ Tagen ein und zwar nach dem jeweiligen Eintreffen des Mondes in die Scorpiongruppe.[76]Holländisches Sprüchwort.[77]Schon Marco Polo erzählt, dass er (Ende des 13. Jahrhunderts) auf Nord-Sumatra ein mohamedanisches Reich vorgefunden habe; in Gross-Atjeh wurde unter Sultan ’Alî Moghâjat Sjâh (1507–1522) der Islam zur Staatsreligion erhoben, während in Canton (China) ein çâhib (= Zeitgenosse) von Mohamed seine Lehre bereits am Ende des 7. Jahrhunderts verkündet haben soll.[78]I. Theil Borneo, Seite 43.[79]Vide Zernoff: Zur Frage über die morphologische Bedeutung der schwanzförmigen Bildungen beim Menschen.[80]Die Atjeer II. Band, Seite 65.[81]Dieser berühmte Maler wurde 1814 in Semarang (Java) geboren und starb 1880 zu Buitenzorg (Java).[82]Snouck-Hurgronje nennt diesen Küstenplatz Mölaböh.[83]Mof = Spitzname für Deutsch.[84]2° 55′ N. B.[85]Snouck Hurgronje nennt sie Thimölu-Insel.[86]Es hat eine Ausdehnung von 1495.2 ☐Meilen und wird von ungefähr 1400000 Seelen bewohnt.[87]Vide: De Pionniers der Beschaving in N. I. door W. A. van Rees.[88]Vide: 21 Jahre in Indien von Dr. Breitenstein, Band I.[89]Nach von Rosenberg.[90]Alfred Maass bringt unter dem Titel: „Bei liebenswürdigen Wilden“ eine ausführliche ethnographische Beschreibung der Bewohner dieser Insel, von welchen bereits im Jahre 1561 Ptolemäus Venetia eine Karte herausgegeben haben soll.[91]Meyers Conversationslexikon, Band 17, Seite 647.[92]Vide I, Seite 132.[93]Padang hatte im Jahre 1898 32,038 Einwohner, worunter sich 1805 Europäer, 4103 Chinesen, 121 Araber und 615 andere Orientalen befanden, und ist der Stapelplatz für den Ausfuhrhandel der ganzen „Westküste“ Sumatras. Die wichtigsten Exportartikel waren im Jahre1890189718981899Kaffee67000720007900081000PikolsRottang2330020696129458356„Benzoe4513515636433213„Tabak5730846773167418„Copra55615433608929763141„Häute28843433605198547436Stück.Ich muss noch bemerken, dass diese Stadt 59′ 30″ unter dem Aequator liegt, ein warmes und feuchtes, aber nicht ungesundes Klima hat und im Jahre 1898 204 Regentage mit 4973 mm Regen hatte. Die Schwankungen der Temperatur betragen im Durchschnitt täglich 13 ° C.[94]Vide II. Band, Seite 248.[95]Für das Jahr 1902 wird von der Lidgerwood Manufacturing Comp. die Ernte des Gouvernementscaffee der ganzen Westküste Sumatras auf 37550 Pikols Javacaffee und 1200 Pikols Liberiacaffee geschätzt.[96]Vide Band II, Seite 61.[97]= Gott hat es gegeben (M.).[98]Tapanuli ist 763,5 ☐M. gross und hatte (im Jahre 1897) ungefähr 300000 Seelen mit 306 Europäern und 1285 Chinesen.[99]Padangsche Benedenländer sind 322,1 ☐M. gross und haben ungefähr 330000 Seelen mit 1888 Europäern und 5566 Chinesen.[100]Die „Padangschen Bovenländer“ sind 409.6 ☐M. gross und haben ungefähr 737000 Seelen mit 479 Europäern und 1096 Chinesen.[101]Der Ingenieur Verbeek entwirft von diesem Theile der Padangschen Oberländer folgendes geologische Schema: Fluss alluvium, Fluss diluvium, See diluvium, Meer diluvium, Eocen, Mergelschiefer, Conglomerate, Kohlen, Kiesel, Alter Schiefer Vulcanenmantel; Augit-Andesit-Basalt; Augit-Andesit-Pechstein; Basalt; Hornblende-Andesit-Pechstein; Diabaas, Proterobaas, Gabbro, Quarzporphyr, Syenit, Hornblende-Granit; Syenit-Granit.[102]Wenn ich oben die höchsten Bergspitzen Sumatras mit ihren Namen anführte, kann ich nicht umhin, mit einigen Worten auch der hydrographischen Verhältnisse dieser Insel zu gedenken, welche ja zum grössten Theile durch die orographische Constellation bedingt sind.Im allgemeinen zieht auf Sumatra die Wasserscheide von Nord-Westen nach Süd-Osten, d. h. parallel mit der grössten Länge der Insel (1710 Km.). Entsprechend der kleinen Entfernung von der Küste, haben die Flüsse der Westküste ein kleineres Flussgebiet als die der Ostküste, und in Uebereinstimmung mit den geologischen Verhältnissen haben die Flüsse der Ostküste ein stark geschlingertes Flussbett und münden meistens mit mehreren Mündungsarmen in das Meer. Das Deltaland ist auf der Westküste beinahe unbekannt.Die Insel Sumatra besitzt nur sechsgrosseSeen: Den Tawarsee in Gross-Atjeh, den Tobahsee in den Battakländern, den Maninjusee und den Singkarasee im Gouvernement der Westküste, den See von Korinthi und von Bantan im Gebiet der Provinz Palembang.[103]und nicht allein durch Handels- und Bergbau-Colonien.[104]Das sind Kähne, welche von Menschen oder Pferden gezogen werden und gegenwärtig nur zum Transport von Waaren in Holland benutzt werden.[105]Bis zum Jahre 1893 wurden nur 13 Eingeborene zum Christenthum bekehrt, während die katholische Missionsgesellschaft auf Sumatra 28 und auf der Insel Nias 11 Stationen besitzt.[106]Der Import betrug im Jahre 1896 fl. 193000 und der Export fl. 79300.[107]Seit ein paar Jahren befinden sich an ihrer Ostgrenze zwei neue Gesellschaften zur Gewinnung des dortigen Goldes.[108]= Sehnenscheidenentzündung;[109]= Athemnoth;[110]= Entzündung der Augenschleimhaut;[111]= Rachenkatarrh;[112]= Halsentzündung;[113]= Mandelentzündung;[114]= Schlaflosigkeit;[115]= Rötheln;[116]= Nesselausschlag;[117]= Abschuppung.[118]Badings, malaiisch-holländisches Wörterbuch.[119]In der medicinischen Zeitung von Batavia brachte er im Jahre 1896 eineausführliche wissenschaftlicheErklärung des folgenden Märchens: In Celebes sollen Männer leben, bei welchen der Penis sichganzin das Becken zurückzieht und die, wenn die Reposition nicht gelinge, daran sterben!! Auch der Berichterstatter Dr. X., Regimentsarzt in der indischen Armee, hatte keinen solchen Fall gesehen und glaubte dieses Märchen offenbar nur der Curiosität halber reproduciren zu müssen.[120]8° s. B. u. 127° ö. L.[121]Vide II, Seite 21.[122]Noch im Jahre 1894 erhielt ich von der Insel Lombok ein Buch, welches nur aus Lontarblättern bestand.[123]Vide Allgemeen. Handelsblad vom 3. und 4. März 1902.[124]Vide II. Theil, Seite 118–120.
Fußnoten:
[1]Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.
[1]Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.
[2]Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten; die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.
[2]Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten; die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.
[3]Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist, welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet; seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben. Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270 km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah, pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin- und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen, welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen lassen. — (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt, ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!Bis zum 27. August 1883 bestand die Insel resp. der Berg Krakatau aus drei Spitzen, von welchen der Perbuwatan und Danan an diesem Tage in die Tiefen des Erdspaltes sanken, während vom Rakata nur noch eine steile Wand von 800 Meter erhalten blieb. 35000 Menschen fielen damals dem wüthenden Elemente zum Opfer.
[3]Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist, welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet; seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben. Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270 km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah, pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin- und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen, welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen lassen. — (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt, ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!
Bis zum 27. August 1883 bestand die Insel resp. der Berg Krakatau aus drei Spitzen, von welchen der Perbuwatan und Danan an diesem Tage in die Tiefen des Erdspaltes sanken, während vom Rakata nur noch eine steile Wand von 800 Meter erhalten blieb. 35000 Menschen fielen damals dem wüthenden Elemente zum Opfer.
[4]Siehe dasbetreffende Capitel.
[4]Siehe dasbetreffende Capitel.
[5]Auch die seit einigen Jahren bestehende „Lampong Cultuur Maatschappy“ wurde im April 1902 fallirt erklärt, konnte jedoch die Annullirung der Fallissements rechtzeitig anstreben.
[5]Auch die seit einigen Jahren bestehende „Lampong Cultuur Maatschappy“ wurde im April 1902 fallirt erklärt, konnte jedoch die Annullirung der Fallissements rechtzeitig anstreben.
[6]Gegenwärtig wird die Provinz in sechs „Abtheilungen“ eingetheilt mit je einem „Controleur“ zum Vorstande; sie ist 533.3 ☐Meilen gross und hatte (in 1897) 137501 Einwohner, also 258 auf die ☐Meile. Darunter befanden sich 178 Europäer, 602 Chinesen und 66 Araber.
[6]Gegenwärtig wird die Provinz in sechs „Abtheilungen“ eingetheilt mit je einem „Controleur“ zum Vorstande; sie ist 533.3 ☐Meilen gross und hatte (in 1897) 137501 Einwohner, also 258 auf die ☐Meile. Darunter befanden sich 178 Europäer, 602 Chinesen und 66 Araber.
[7]Diese Dampfer sind auch gegenwärtig nicht verpflichtet, einen Arzt an Bord zu haben; von und nach Europa darf jedoch kein Schiff abreisen, ohne durch einen diplomirten Doctor zu jeder Zeit ärztliche Hülfe den Passagieren bieten zu können.
[7]Diese Dampfer sind auch gegenwärtig nicht verpflichtet, einen Arzt an Bord zu haben; von und nach Europa darf jedoch kein Schiff abreisen, ohne durch einen diplomirten Doctor zu jeder Zeit ärztliche Hülfe den Passagieren bieten zu können.
[8]Vide II. Theil, Seite 181.
[8]Vide II. Theil, Seite 181.
[9]= Ziekenzaal 2. Klasse.
[9]= Ziekenzaal 2. Klasse.
[10]Vide I. Theil, Seite 97.
[10]Vide I. Theil, Seite 97.
[11]Der Controleur B., welcher sich vor dem Lavastrom flüchten wollte und sein Kind auf dem Arm trug, erlitt ausgebreitete Brandwunden.
[11]Der Controleur B., welcher sich vor dem Lavastrom flüchten wollte und sein Kind auf dem Arm trug, erlitt ausgebreitete Brandwunden.
[12]Bei 4° 20′ s. B.
[12]Bei 4° 20′ s. B.
[13]Gegenwärtig tritt die holländische Regierung diesem einträglichen Geschäfte der Häuptlinge (= Demang) entgegen, weil die Ausgaben für den Titel und die damit verbundenen Feste oft den Candidaten zu ruiniren drohen.
[13]Gegenwärtig tritt die holländische Regierung diesem einträglichen Geschäfte der Häuptlinge (= Demang) entgegen, weil die Ausgaben für den Titel und die damit verbundenen Feste oft den Candidaten zu ruiniren drohen.
[14]Seit einigen Jahren ist es den „Fremdlingen“ wenn auch nicht unmöglich, so doch so schwierig gemacht worden, den Officiersrang zu erlangen, dass bei meinem Abschiede aus dem indischen Dienste die Zahl der „fremden“ Officiere auf ein Minimum gesunken war.
[14]Seit einigen Jahren ist es den „Fremdlingen“ wenn auch nicht unmöglich, so doch so schwierig gemacht worden, den Officiersrang zu erlangen, dass bei meinem Abschiede aus dem indischen Dienste die Zahl der „fremden“ Officiere auf ein Minimum gesunken war.
[15]Vide II. Band, Seite 205.
[15]Vide II. Band, Seite 205.
[16]Die indische Katze ist durch die eigenthümliche Form der Schwanzspitze charakterisirt. Der Schwanz endigt nämlich in einem Knoten und besitzt weniger Wirbel als die gewöhnliche, über die ganze Welt verbreitete Hauskatze.
[16]Die indische Katze ist durch die eigenthümliche Form der Schwanzspitze charakterisirt. Der Schwanz endigt nämlich in einem Knoten und besitzt weniger Wirbel als die gewöhnliche, über die ganze Welt verbreitete Hauskatze.
[17]In den Tropen sind Bücherschränkedie besten Bewahrorte für Bücher. In Bücherkästenhäufen sich sehr leicht Schimmel und der Bücherwurm an; Luft und Licht sind in Indien auch für Bücher die besten Conservirungsmittel. Die Schränke müssen aber frei stehen, d. h. nicht gegen die Mauer lehnen.
[17]In den Tropen sind Bücherschränkedie besten Bewahrorte für Bücher. In Bücherkästenhäufen sich sehr leicht Schimmel und der Bücherwurm an; Luft und Licht sind in Indien auch für Bücher die besten Conservirungsmittel. Die Schränke müssen aber frei stehen, d. h. nicht gegen die Mauer lehnen.
[18]Die ambonesischen Soldaten sind Christen und beziehen als solche ebenfalls Schuhe.
[18]Die ambonesischen Soldaten sind Christen und beziehen als solche ebenfalls Schuhe.
[19]Nur sehr selten wird man bei den Europäern so schön geformte Füsse finden als z. B. bei den malaiischen Frauen, welche weder Schuhe noch Sandalen tragen.
[19]Nur sehr selten wird man bei den Europäern so schön geformte Füsse finden als z. B. bei den malaiischen Frauen, welche weder Schuhe noch Sandalen tragen.
[20]Vide I. Theil, Seite 20.
[20]Vide I. Theil, Seite 20.
[21]Bei den Battakern (im Osten Sumatras) werden die Hunde gemästet und als Schlachtvieh auf den Markt gebracht.
[21]Bei den Battakern (im Osten Sumatras) werden die Hunde gemästet und als Schlachtvieh auf den Markt gebracht.
[22]Als ich im Jahre 1884 mit Urlaub nach Europa ging, begegnete ich ihm in Wien und er theilte mir so manche Scenen aus der Schreckenszeit des 26. und 27. August 1883 mit. Das Erdbeben, das Seebeben, der Aschenregen, die Lavamassen, die Finsterniss und die viele Meter hohen Sturzwellen der See erschütterten Mark und Bein der muthigsten Männer. Sein Haus stand in der Ebene gegenüber dem des Landescommandirenden; in der Veranda befand sich die Compagniecassa, in welcher (reglementswidrig) 1000 fl. des Dr. X. zur Bewahrung sich befanden. Das Seebeben kam so plötzlich und so unvermittelt, die vom Sturm gepeitschten Wellen stürzten so schnell und so unerwartet über die Dächer der Häuser hinweg, welche am Strande standen, auf die grosse Strasse, dass Alle in wilder Flucht auf den Hügel eilten, auf welchem das Haus des Residenten und das Fort sich befanden. Weder Dr. X. noch Hauptmann Y. hatten Zeit, den Inhalt der eisernen Cassa mitzunehmen, welche in den Mauern des Hauses befestigt war. Leider gab Hauptmann Y. zwei Soldaten den Befehl, bei der Compagniecassa Wache zu halten. Sie wurden von den stürmenden Wogen verschlungen und blieben die einzigen Verluste der Garnison.
[22]Als ich im Jahre 1884 mit Urlaub nach Europa ging, begegnete ich ihm in Wien und er theilte mir so manche Scenen aus der Schreckenszeit des 26. und 27. August 1883 mit. Das Erdbeben, das Seebeben, der Aschenregen, die Lavamassen, die Finsterniss und die viele Meter hohen Sturzwellen der See erschütterten Mark und Bein der muthigsten Männer. Sein Haus stand in der Ebene gegenüber dem des Landescommandirenden; in der Veranda befand sich die Compagniecassa, in welcher (reglementswidrig) 1000 fl. des Dr. X. zur Bewahrung sich befanden. Das Seebeben kam so plötzlich und so unvermittelt, die vom Sturm gepeitschten Wellen stürzten so schnell und so unerwartet über die Dächer der Häuser hinweg, welche am Strande standen, auf die grosse Strasse, dass Alle in wilder Flucht auf den Hügel eilten, auf welchem das Haus des Residenten und das Fort sich befanden. Weder Dr. X. noch Hauptmann Y. hatten Zeit, den Inhalt der eisernen Cassa mitzunehmen, welche in den Mauern des Hauses befestigt war. Leider gab Hauptmann Y. zwei Soldaten den Befehl, bei der Compagniecassa Wache zu halten. Sie wurden von den stürmenden Wogen verschlungen und blieben die einzigen Verluste der Garnison.
[23]Vide Band I, Seite 168.
[23]Vide Band I, Seite 168.
[24]Die Insel Sumatra ist 6735 ☐m gross und hat 3,171,893 (?) Einwohner (im Jahr 1897); ihre grösste Länge beträgt ungefähr 1710 km und ihre grösste Breite 430 km.
[24]Die Insel Sumatra ist 6735 ☐m gross und hat 3,171,893 (?) Einwohner (im Jahr 1897); ihre grösste Länge beträgt ungefähr 1710 km und ihre grösste Breite 430 km.
[25]Die Hühner wurden schon 1000 Jahre a. c. in China gezähmt im Hause gehalten. Auf Sumatra giebt es noch drei Sorten wilde Hühner: Ajam Rimbu, Ajam utan und Ajam Beruga.
[25]Die Hühner wurden schon 1000 Jahre a. c. in China gezähmt im Hause gehalten. Auf Sumatra giebt es noch drei Sorten wilde Hühner: Ajam Rimbu, Ajam utan und Ajam Beruga.
[26]Vide Band I, Seite 68.
[26]Vide Band I, Seite 68.
[27]Besonders in ihrem „Hochzeitskleide“.
[27]Besonders in ihrem „Hochzeitskleide“.
[28]In der mir zugänglichen Literatur fand ich nur von der Provinz „Riouw und Vasallenstaaten“ eine ausführliche Beschreibung der in dieser Provinz sich befindenden Thiere höherer Ordnung. Es ist zu wünschen, dass sich bald Männer finden, welche nicht nur die Thiere höherer Ordnung in allen übrigen Provinzen der Insel Sumatra mittheilen, sondern sich auch mit der ganzen Fauna ausführlich beschäftigen.In und bei dieser Provinz wurden nach oben angedeuteten Berichterstattern folgende Thiere gesehen:Seekuh, Delphin, wildes Schwein, Stachelschwein, Landak, vier Sorten Kantjil, Simia fascicularis, Lampongeraffe, Lutong (Semnopithecus maurus), Pukang = Gespensteraffe = Stenops tardigradus, Kukang = Lemur tardigradus, Kubang = Gallopithecus volans = fliegender Fuchs, fliegender Hund = Pteropus edulis (wird nämlich von den Battakern gegessen), Fledermäuse, Tanggiling = Manis javanica, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche z. B. Cervus muntjae und Cervus russa, Luwak = Musang = Paradoxurus leucomystax, Eulen, Adler, Falken, Bubo minor, Haliastur indicus und H. leucogaster u. s. w., Singvögel z. B. Turdus mindanensis, Spatzen, Nashornvögel, Eisvögel, Krähen, Beo (Gracula javanensis), welche gezähmt sehr schön sprechen lernen, Schwalben, Tauben, Ranggung = Ardia typhon, Itik laut = Ana coromandeliana, Pelikane; Krokodile, Leguane, Eidechsen, Schildkröten, Schlangen, Frösche z. B. Katak = Rana tigrina, Kodok = Bufo melonasticus, Fische, Krebse, Garneelen, Scorpionen, Tausendfüssler, Schnecken, von denen bereits 300 Sorten in Indien bekannt sind (die auf Sumatra lebenden Schnecken sind mit jenen Hinter-Indiens verwandt), Käfer und Schmetterlinge.
[28]In der mir zugänglichen Literatur fand ich nur von der Provinz „Riouw und Vasallenstaaten“ eine ausführliche Beschreibung der in dieser Provinz sich befindenden Thiere höherer Ordnung. Es ist zu wünschen, dass sich bald Männer finden, welche nicht nur die Thiere höherer Ordnung in allen übrigen Provinzen der Insel Sumatra mittheilen, sondern sich auch mit der ganzen Fauna ausführlich beschäftigen.
In und bei dieser Provinz wurden nach oben angedeuteten Berichterstattern folgende Thiere gesehen:
Seekuh, Delphin, wildes Schwein, Stachelschwein, Landak, vier Sorten Kantjil, Simia fascicularis, Lampongeraffe, Lutong (Semnopithecus maurus), Pukang = Gespensteraffe = Stenops tardigradus, Kukang = Lemur tardigradus, Kubang = Gallopithecus volans = fliegender Fuchs, fliegender Hund = Pteropus edulis (wird nämlich von den Battakern gegessen), Fledermäuse, Tanggiling = Manis javanica, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche z. B. Cervus muntjae und Cervus russa, Luwak = Musang = Paradoxurus leucomystax, Eulen, Adler, Falken, Bubo minor, Haliastur indicus und H. leucogaster u. s. w., Singvögel z. B. Turdus mindanensis, Spatzen, Nashornvögel, Eisvögel, Krähen, Beo (Gracula javanensis), welche gezähmt sehr schön sprechen lernen, Schwalben, Tauben, Ranggung = Ardia typhon, Itik laut = Ana coromandeliana, Pelikane; Krokodile, Leguane, Eidechsen, Schildkröten, Schlangen, Frösche z. B. Katak = Rana tigrina, Kodok = Bufo melonasticus, Fische, Krebse, Garneelen, Scorpionen, Tausendfüssler, Schnecken, von denen bereits 300 Sorten in Indien bekannt sind (die auf Sumatra lebenden Schnecken sind mit jenen Hinter-Indiens verwandt), Käfer und Schmetterlinge.
[29]Seit einigen Jahren befinden sich im Westen dieser Provinz bereits zwei europäische Actien-Gesellschaften unter dem Namen Redjang Lembong und Lembong soelit (oe = u), welche ausschliesslich die Gewinnung des Goldes in ihr Programm aufgenommen haben.
[29]Seit einigen Jahren befinden sich im Westen dieser Provinz bereits zwei europäische Actien-Gesellschaften unter dem Namen Redjang Lembong und Lembong soelit (oe = u), welche ausschliesslich die Gewinnung des Goldes in ihr Programm aufgenommen haben.
[30]Im Norden Sumatras soll der Berg Luseh 3700 m hoch sein, also um 10 m den Indrapura überragen, welcher an der südwestlichen Grenze der Provinz Palembang sich befindet.
[30]Im Norden Sumatras soll der Berg Luseh 3700 m hoch sein, also um 10 m den Indrapura überragen, welcher an der südwestlichen Grenze der Provinz Palembang sich befindet.
[31]Sowohl die freien als auch die abhängigen Nationen (Fig. 3), welche den Fuss dieser grossen Gebirgskette bewohnen, mögen sie Heiden oder Mohamedaner sein, betrachten sich als Urbewohner des Landes oder wenigstens als Stammverwandte mit jenen Nomadenvölkern, welche in den höher gelegenen Theilen des Gebirges wohnen und noch kein staatliches Leben kennen. Unter den Namen Orang (Mensch) Kubu, O. Lubu, O. Utan und O. Rawa (= Sumpf) sollen im Urwalde des Barisangebirges Menschen vorkommen, welche nur in Familien beisammenleben, nur den jeweiligen Vater als Oberhaupt anerkennen, sich von den Früchten des Urwaldes nähren, keine feste Wohnung haben, den Gebrauch des Feuers kennen und nur mit einem Gürtel aus Baumbast bekleidet sind. Zwischen diesen Menschen, welche gewissermaassen die erste Stufe der menschlichen Civilisation einnehmen, und den Europäern, welche an der Ostküste zerstreut im Innern dieser Provinz leben, wohnen zahlreiche Nationen, welche uns gewissermaassen ein Gesammtbild der Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens bieten, wie sie in Europa im Laufe der Jahrhunderte successive die jetzige Höhe erreicht hat. Ja noch mehr. Das Studium der Sitten und Gebräuche der primitiven Bewohner des Barisangebirges auf Sumatra wird uns per analogiam eine Einsicht in das Leben der Urbewohner Europas erleichtern, wenn nicht sogar ermöglichen.
[31]Sowohl die freien als auch die abhängigen Nationen (Fig. 3), welche den Fuss dieser grossen Gebirgskette bewohnen, mögen sie Heiden oder Mohamedaner sein, betrachten sich als Urbewohner des Landes oder wenigstens als Stammverwandte mit jenen Nomadenvölkern, welche in den höher gelegenen Theilen des Gebirges wohnen und noch kein staatliches Leben kennen. Unter den Namen Orang (Mensch) Kubu, O. Lubu, O. Utan und O. Rawa (= Sumpf) sollen im Urwalde des Barisangebirges Menschen vorkommen, welche nur in Familien beisammenleben, nur den jeweiligen Vater als Oberhaupt anerkennen, sich von den Früchten des Urwaldes nähren, keine feste Wohnung haben, den Gebrauch des Feuers kennen und nur mit einem Gürtel aus Baumbast bekleidet sind. Zwischen diesen Menschen, welche gewissermaassen die erste Stufe der menschlichen Civilisation einnehmen, und den Europäern, welche an der Ostküste zerstreut im Innern dieser Provinz leben, wohnen zahlreiche Nationen, welche uns gewissermaassen ein Gesammtbild der Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens bieten, wie sie in Europa im Laufe der Jahrhunderte successive die jetzige Höhe erreicht hat. Ja noch mehr. Das Studium der Sitten und Gebräuche der primitiven Bewohner des Barisangebirges auf Sumatra wird uns per analogiam eine Einsicht in das Leben der Urbewohner Europas erleichtern, wenn nicht sogar ermöglichen.
[32]Die „Residentie“ Palembang ist 2526.7 ☐m gross und hat ungefähr 618000 Einwohner, worunter sich nach den Mittheilungen des Departements von Colonien im Jahre 1897 373 Europäer, 6451 Chinesen und 1876 Araber befanden.
[32]Die „Residentie“ Palembang ist 2526.7 ☐m gross und hat ungefähr 618000 Einwohner, worunter sich nach den Mittheilungen des Departements von Colonien im Jahre 1897 373 Europäer, 6451 Chinesen und 1876 Araber befanden.
[33]Vide „Java“, Seite 124 ff.
[33]Vide „Java“, Seite 124 ff.
[34]Auch in den Tropen gebrauchen die Engländer nur Thermometer mit der Scala von Fahrenheit.
[34]Auch in den Tropen gebrauchen die Engländer nur Thermometer mit der Scala von Fahrenheit.
[35]Vide II. Band.
[35]Vide II. Band.
[36]Diese Provinz ist 770.4 ☐Meilen gross und hat ungefähr 110000 Einwohner mit 180 Europäern, 22218 Chinesen und 10 Arabern. (Vide Jahresbericht vom Ministerium der Colonien des Jahres 1897.)
[36]Diese Provinz ist 770.4 ☐Meilen gross und hat ungefähr 110000 Einwohner mit 180 Europäern, 22218 Chinesen und 10 Arabern. (Vide Jahresbericht vom Ministerium der Colonien des Jahres 1897.)
[37]Der Stamm der Kwantaner hatte z. B. bis zum 10. Februar 1821 einen Sultan an der Spitze des Volkes.
[37]Der Stamm der Kwantaner hatte z. B. bis zum 10. Februar 1821 einen Sultan an der Spitze des Volkes.
[38]Oft trat die Vermuthung in mir auf, ob in diesem Falle nicht ein „Heufieber“ vorliege (= Sommerkatarrh = Bostock’scher Katarrh). Leider habe ich niemals das Secret der Nasenschleimhaut auf Pollen der zahlreichen Gräsersorten untersucht, welche ja in den Tropen das ganze Jahr hindurch und überall üppig gedeihen. Vielleicht ist diese Mittheilung hinreichend, jemand Andern zu dieser Arbeit anzuregen.Niemals und nirgends litt ich so viel an Schnupfen als die letzten Jahre meines Aufenthaltes auf Java, und es ist mir ein wahres Vergnügen, der „Erkältung“, welche die moderne Hygiene gern in die Rumpelkammer veralteter Theorien werfen möchte, eine Ehrenretung schreiben zu können. Ohne dass ich jemals das Secret der Nase bacteriologisch untersucht hatte, welches beim Niesen in reichlicher Menge abgesondert wird, wage ich die Behauptung, dass diese petite misère de la vie der Typus einer „Erkältung“ ist, und dass auch nur die Annahme eines bacteriologischen Ursprunges kein Recht auf Bestehen hat. Mir ist ganz gut bekannt, dass — ich glaube, dass es Goldschmidt in Paris nachgewiesen hat — z. B. beim Niesen der Leprösen in einem Radius von ± 1 Meter auf dem Boden Leprabacillen gefunden wurden; es ist also möglich, dass man auch beim Niesen des communen Strauchens ebenfalls Microorganismen finden wird, welche selbst culturfähig sind und bei Impfungen dieselbe Krankheit erzeugen könnten; aber selbst dann nicht, wenn dies bereits gelungen wäre, würde ich die bacteriologische Entstehungsweise dieser Leiden anerkennen. Wenn ich mich zu dieser ketzerischen Behauptung hinreissen lasse, so geschieht es unter der Wucht der Beweiskraft der Thatsachen; immer, wenn ich transpirirte und unvermittelt mich der Zugluft aussetzte, begann ich zu niesen; die Secretion der Nasenschleimhaut wurde so gross, dass ich im Laufe einiger Stunden 6–10 Sacktücher benöthigte, und wenn ich, sei es Nachmittags oder Abends, mich zu Bett begab, hatte der Process sein Ende erreicht. Da nebstdem nur jene Menschen so häufig darunter leiden, welche schon Jahre lang in den Tropen geweilt haben, also unter dem Einfluss der tropischen Wärme ein gewisses labiles Gleichgewicht des nervösen Lebens erhalten haben, so bekommen wir ein Krankheitsbild, das weder in seiner unermittelten Entstehungsweise, noch in der Kürze seiner Dauer, noch in seinem sicheren Abklinken durch die Bettwärme in den Rahmen einer Infectionskrankheit gezwängt werden kann. Wie ich schon oben erwähnt habe, ich litt und leide auch an Gelenkrheumatismus; bei der strengsten Beobachtung ist es mir noch nicht gelungen — obwohl es eine landläufige Ansicht ist — irgend einen Factor des Sammelbegriffes Klima zu kennen, derunbedingtmir eine Attaque veranlasst; aber das Strauchen trat immer unter oben genannten Verhältnissen auf. Ich musste also bei dem Gelenkrheumatismus die Möglichkeit einer bacteriellen Entstehungsweise offen halten, während der Katarrh der Nasenschleimhaut, welcher in den Tropen viel häufiger als in Europa die Menschen attaquirt, das reine Gepräge einer „Erkältung“ trägt.
[38]Oft trat die Vermuthung in mir auf, ob in diesem Falle nicht ein „Heufieber“ vorliege (= Sommerkatarrh = Bostock’scher Katarrh). Leider habe ich niemals das Secret der Nasenschleimhaut auf Pollen der zahlreichen Gräsersorten untersucht, welche ja in den Tropen das ganze Jahr hindurch und überall üppig gedeihen. Vielleicht ist diese Mittheilung hinreichend, jemand Andern zu dieser Arbeit anzuregen.
Niemals und nirgends litt ich so viel an Schnupfen als die letzten Jahre meines Aufenthaltes auf Java, und es ist mir ein wahres Vergnügen, der „Erkältung“, welche die moderne Hygiene gern in die Rumpelkammer veralteter Theorien werfen möchte, eine Ehrenretung schreiben zu können. Ohne dass ich jemals das Secret der Nase bacteriologisch untersucht hatte, welches beim Niesen in reichlicher Menge abgesondert wird, wage ich die Behauptung, dass diese petite misère de la vie der Typus einer „Erkältung“ ist, und dass auch nur die Annahme eines bacteriologischen Ursprunges kein Recht auf Bestehen hat. Mir ist ganz gut bekannt, dass — ich glaube, dass es Goldschmidt in Paris nachgewiesen hat — z. B. beim Niesen der Leprösen in einem Radius von ± 1 Meter auf dem Boden Leprabacillen gefunden wurden; es ist also möglich, dass man auch beim Niesen des communen Strauchens ebenfalls Microorganismen finden wird, welche selbst culturfähig sind und bei Impfungen dieselbe Krankheit erzeugen könnten; aber selbst dann nicht, wenn dies bereits gelungen wäre, würde ich die bacteriologische Entstehungsweise dieser Leiden anerkennen. Wenn ich mich zu dieser ketzerischen Behauptung hinreissen lasse, so geschieht es unter der Wucht der Beweiskraft der Thatsachen; immer, wenn ich transpirirte und unvermittelt mich der Zugluft aussetzte, begann ich zu niesen; die Secretion der Nasenschleimhaut wurde so gross, dass ich im Laufe einiger Stunden 6–10 Sacktücher benöthigte, und wenn ich, sei es Nachmittags oder Abends, mich zu Bett begab, hatte der Process sein Ende erreicht. Da nebstdem nur jene Menschen so häufig darunter leiden, welche schon Jahre lang in den Tropen geweilt haben, also unter dem Einfluss der tropischen Wärme ein gewisses labiles Gleichgewicht des nervösen Lebens erhalten haben, so bekommen wir ein Krankheitsbild, das weder in seiner unermittelten Entstehungsweise, noch in der Kürze seiner Dauer, noch in seinem sicheren Abklinken durch die Bettwärme in den Rahmen einer Infectionskrankheit gezwängt werden kann. Wie ich schon oben erwähnt habe, ich litt und leide auch an Gelenkrheumatismus; bei der strengsten Beobachtung ist es mir noch nicht gelungen — obwohl es eine landläufige Ansicht ist — irgend einen Factor des Sammelbegriffes Klima zu kennen, derunbedingtmir eine Attaque veranlasst; aber das Strauchen trat immer unter oben genannten Verhältnissen auf. Ich musste also bei dem Gelenkrheumatismus die Möglichkeit einer bacteriellen Entstehungsweise offen halten, während der Katarrh der Nasenschleimhaut, welcher in den Tropen viel häufiger als in Europa die Menschen attaquirt, das reine Gepräge einer „Erkältung“ trägt.
[39]Polonia war der Name des militärischen Etablissements in Medan, so genannt nach dem Geburtslande des ersten Besitzers (des polnischen Barons Michalsky) dieses Gebietes, welches ursprünglich eine Tabaksplantage umfasste.
[39]Polonia war der Name des militärischen Etablissements in Medan, so genannt nach dem Geburtslande des ersten Besitzers (des polnischen Barons Michalsky) dieses Gebietes, welches ursprünglich eine Tabaksplantage umfasste.
[40]Banka ist, wie uns Dr. Posewitz mittheilt, geologisch die am besten bekannte Insel des indischen Archipels; im Jahr 1710 wurde nämlich beim Anlegen eines trockenen Reisfeldes (ladang) das Zinn entdeckt, welches seit dieser Zeit in grossen Mengen gewonnen und in den Handel gebracht wird. Schon im Jahre 1725 wurden vom Sultan von Palembang, in dessen Besitz sich damals Banka befand, Chinesen zur Gewinnung dieses Erzes dahin gesendet, und noch im Jahre 1832 waren ausschliesslich chinesische Kulis in den Minen beschäftigt, welche zu vier Kongsies vereinigt und unter der Aufsicht von vier holländischen Ingenieuren und acht Gehilfen standen. Nebst Zinn findet man Gold, Wismuth, Eisen, Magneteisen, Kupferkies, Bleiglanz, Arsenkies und Schwefelkies, Manganerze und zahlreiche warme Quellen.
[40]Banka ist, wie uns Dr. Posewitz mittheilt, geologisch die am besten bekannte Insel des indischen Archipels; im Jahr 1710 wurde nämlich beim Anlegen eines trockenen Reisfeldes (ladang) das Zinn entdeckt, welches seit dieser Zeit in grossen Mengen gewonnen und in den Handel gebracht wird. Schon im Jahre 1725 wurden vom Sultan von Palembang, in dessen Besitz sich damals Banka befand, Chinesen zur Gewinnung dieses Erzes dahin gesendet, und noch im Jahre 1832 waren ausschliesslich chinesische Kulis in den Minen beschäftigt, welche zu vier Kongsies vereinigt und unter der Aufsicht von vier holländischen Ingenieuren und acht Gehilfen standen. Nebst Zinn findet man Gold, Wismuth, Eisen, Magneteisen, Kupferkies, Bleiglanz, Arsenkies und Schwefelkies, Manganerze und zahlreiche warme Quellen.
[41]Aus der Wurzel der Maniokbäume (Janipha manihot) wird eine Mehlsorte, das maniokka bereitet, welches Kassave heisst, wenn es in der freien Luft, und Tapioca, wenn es auf heissen eisernen Platten gewonnen wird.
[41]Aus der Wurzel der Maniokbäume (Janipha manihot) wird eine Mehlsorte, das maniokka bereitet, welches Kassave heisst, wenn es in der freien Luft, und Tapioca, wenn es auf heissen eisernen Platten gewonnen wird.
[42]Siak ist der südlichste Bezirk der Provinz „Ostküste von Sumatra“; der zweite, Assahan genannt, hat ebenfalls noch einen Sultan, während der dritte Bezirk, Deli, trotz der Anwesenheit eines Sultans kaum mehr als eine holländische Provinz genannt werden kann.
[42]Siak ist der südlichste Bezirk der Provinz „Ostküste von Sumatra“; der zweite, Assahan genannt, hat ebenfalls noch einen Sultan, während der dritte Bezirk, Deli, trotz der Anwesenheit eines Sultans kaum mehr als eine holländische Provinz genannt werden kann.
[43]Obwohl schon seit uralten Zeiten die Malaien das Petroleum als Medicin gegen Hautkrankheiten gebrauchten, wurde doch erst im Jahre 1876 bei Sungei Durian die erste Quelle angebohrt; die erste Concession zum geschäftsmässigen Betriebe wurde im Jahre 1883 in Langkat gegeben. Die zahlreichen Quellen Sumatras geben einen sehr verschieden grossen Ertrag; während in Perlak, an der Ostküste Sumatras, täglich 140 Liter gewonnen werden, ist das Erträgniss bei Kollok (Padangsche Oberländer) 6000 Liter pro Tag!! (Die „Perlak-Petroleum Maatschappy“ scheint im Jahre 1901 einen ausserordentlichen Aufschwung genommen zu haben.)
[43]Obwohl schon seit uralten Zeiten die Malaien das Petroleum als Medicin gegen Hautkrankheiten gebrauchten, wurde doch erst im Jahre 1876 bei Sungei Durian die erste Quelle angebohrt; die erste Concession zum geschäftsmässigen Betriebe wurde im Jahre 1883 in Langkat gegeben. Die zahlreichen Quellen Sumatras geben einen sehr verschieden grossen Ertrag; während in Perlak, an der Ostküste Sumatras, täglich 140 Liter gewonnen werden, ist das Erträgniss bei Kollok (Padangsche Oberländer) 6000 Liter pro Tag!! (Die „Perlak-Petroleum Maatschappy“ scheint im Jahre 1901 einen ausserordentlichen Aufschwung genommen zu haben.)
[44]I. Theil, Seite 77.
[44]I. Theil, Seite 77.
[45]Seite 535 und ff.
[45]Seite 535 und ff.
[46]Dieser Fluss, zugleich der grösste Strom von Nord-Sumatra, hat zwei Quellen-Arme, welche weit auseinander liegen. Der nördliche, derrechteSimpangfluss genannt, entspringt auf dem Berge Gerdáng, während der linke Arm ungefähr 72 km südlicher seinen Ursprung zu haben scheint; sie vereinigen sich bei Kwala Simpang, wo noch wenige Jahre vor meiner Ankunft in Seruway ein Fort sich befand und vor Kurzem wieder ein neues Fort errichtet wurde. (Die Malaien bezeichnen die Ufer eines Flusses auch mit rechts und links; sie nehmen jedoch die Richtung der Quelle und nicht, wie wir, die der Mündung zum festen Punkte.)
[46]Dieser Fluss, zugleich der grösste Strom von Nord-Sumatra, hat zwei Quellen-Arme, welche weit auseinander liegen. Der nördliche, derrechteSimpangfluss genannt, entspringt auf dem Berge Gerdáng, während der linke Arm ungefähr 72 km südlicher seinen Ursprung zu haben scheint; sie vereinigen sich bei Kwala Simpang, wo noch wenige Jahre vor meiner Ankunft in Seruway ein Fort sich befand und vor Kurzem wieder ein neues Fort errichtet wurde. (Die Malaien bezeichnen die Ufer eines Flusses auch mit rechts und links; sie nehmen jedoch die Richtung der Quelle und nicht, wie wir, die der Mündung zum festen Punkte.)
[47]Seite 284.
[47]Seite 284.
[48]Häufig vorkommender Name javanischer Soldaten.
[48]Häufig vorkommender Name javanischer Soldaten.
[49]Vide II. Theil, Seite 357.
[49]Vide II. Theil, Seite 357.
[50]Damals bestand die Bestimmung, dass ledige Officiere und verheirathete Officiere, welche ihre Frau bei sich hatten, zwei Jahre, die Strohwittwer jedoch nur vierzehn Monate auf Atjeh bleiben mussten.
[50]Damals bestand die Bestimmung, dass ledige Officiere und verheirathete Officiere, welche ihre Frau bei sich hatten, zwei Jahre, die Strohwittwer jedoch nur vierzehn Monate auf Atjeh bleiben mussten.
[51]Den 27. August des Vormittags 11 Uhr hörten wir bei vollkommen heiterm Himmel aus dem Süden ein lautes Donnern, so dass wir Alle auf dem Platze vor dem Officiersgebäude zusammenkamen und eine Erklärung hierfür suchten. Da das Donnern (?) den Charakter von Kanonenschüssen hatte, wurde selbst vermuthet, dass benachbarte Stämme eine Schlacht lieferten. Doch erst nach sechs Tagen erfuhren wir die wahre Bedeutung dieser acustischen Erscheinung. Es war der Ausbruch des Krakatau, welcher von uns ungefähr 1500 km!! entfernt war und trotzdem von uns wie Kanonenschüsse aus der Nähe gehört wurde.
[51]Den 27. August des Vormittags 11 Uhr hörten wir bei vollkommen heiterm Himmel aus dem Süden ein lautes Donnern, so dass wir Alle auf dem Platze vor dem Officiersgebäude zusammenkamen und eine Erklärung hierfür suchten. Da das Donnern (?) den Charakter von Kanonenschüssen hatte, wurde selbst vermuthet, dass benachbarte Stämme eine Schlacht lieferten. Doch erst nach sechs Tagen erfuhren wir die wahre Bedeutung dieser acustischen Erscheinung. Es war der Ausbruch des Krakatau, welcher von uns ungefähr 1500 km!! entfernt war und trotzdem von uns wie Kanonenschüsse aus der Nähe gehört wurde.
[52]Ein wunderschönes Bild bot sich unsern Augen dar: Weit vor uns zog ein breiter Streifen von rosarothen Medusen.
[52]Ein wunderschönes Bild bot sich unsern Augen dar: Weit vor uns zog ein breiter Streifen von rosarothen Medusen.
[53]Dies war der Anfang zahlreicher kleiner Gefechte; Modjopahit wurde im Juli 1884 von den Langsaresen angegriffen und sein Sultan gefangen genommen. Dieser legte auch kleine Forts an, welche jedoch von den Holländern genommen wurden; den 13. August kam eine Compagnie unter Commando eines Hauptmanns nach Seruway, und den 16. eroberte er alle diese kleinen Forts mit einem Verluste von vier Mann, worunter sich auch befand — ein Krankenwärter.
[53]Dies war der Anfang zahlreicher kleiner Gefechte; Modjopahit wurde im Juli 1884 von den Langsaresen angegriffen und sein Sultan gefangen genommen. Dieser legte auch kleine Forts an, welche jedoch von den Holländern genommen wurden; den 13. August kam eine Compagnie unter Commando eines Hauptmanns nach Seruway, und den 16. eroberte er alle diese kleinen Forts mit einem Verluste von vier Mann, worunter sich auch befand — ein Krankenwärter.
[54]Darunter befand sich auch ein Fall von Framboesia = Himbeerwarzensucht, welche ich ohne Quecksilber oder Jodkali und nur durch eine locale Behandlung zur Heilung brachte. Auch ich konnte constatiren, dass diese zahlreichen kleinen warzenförmigen Hautgeschwülste eine selbständige, von keiner andern Krankheit abhängige locale Erkrankung der Haut waren.
[54]Darunter befand sich auch ein Fall von Framboesia = Himbeerwarzensucht, welche ich ohne Quecksilber oder Jodkali und nur durch eine locale Behandlung zur Heilung brachte. Auch ich konnte constatiren, dass diese zahlreichen kleinen warzenförmigen Hautgeschwülste eine selbständige, von keiner andern Krankheit abhängige locale Erkrankung der Haut waren.
[55]Vide I. Band, Seite 41.
[55]Vide I. Band, Seite 41.
[56]Dr. Prochnik theilt im W. K. W. No. 5 1902 mit, dass er selbst 17 Krebsfälle behandelt hat, dass in den Jahresberichten des Institutes für pathologische Anatomie und Bacteriologie in Batavia von 1890 bis 1900 von 41 Krebsfällen die mikroskopische Untersuchung erwähnt wird und dass Dr. Stratz im Jahre 1891 unter 840 gynäkologischen Patienten 18 Fälle von Carcinoma uteri gesehen hat.
[56]Dr. Prochnik theilt im W. K. W. No. 5 1902 mit, dass er selbst 17 Krebsfälle behandelt hat, dass in den Jahresberichten des Institutes für pathologische Anatomie und Bacteriologie in Batavia von 1890 bis 1900 von 41 Krebsfällen die mikroskopische Untersuchung erwähnt wird und dass Dr. Stratz im Jahre 1891 unter 840 gynäkologischen Patienten 18 Fälle von Carcinoma uteri gesehen hat.
[57]Professor Löffler glaubt nämlich auf Grund obiger Annahme, durch künstliche Erzeugung des Sumpffiebers den Krebs heilen zu können oder, besser gesagt, behandeln zu wollen.
[57]Professor Löffler glaubt nämlich auf Grund obiger Annahme, durch künstliche Erzeugung des Sumpffiebers den Krebs heilen zu können oder, besser gesagt, behandeln zu wollen.
[58]Diese Provinz war nach den Mittheilungen des Ministeriums der Colonien vom Jahre 1897 1668.9 ☐Meilen gross und hatte 278047 Einwohner, worunter sich 3330 Europäer und 15659 Chinesen befanden.
[58]Diese Provinz war nach den Mittheilungen des Ministeriums der Colonien vom Jahre 1897 1668.9 ☐Meilen gross und hatte 278047 Einwohner, worunter sich 3330 Europäer und 15659 Chinesen befanden.
[59]Das Telegramm wurde von Medan nach Pinang (an der Westküste von Malacca) und von dort am 14. Februar nach Batavia telegraphisch gesendet, es kostete 7 fl. 70.
[59]Das Telegramm wurde von Medan nach Pinang (an der Westküste von Malacca) und von dort am 14. Februar nach Batavia telegraphisch gesendet, es kostete 7 fl. 70.
[60]Vide II. Band, Seite 145.
[60]Vide II. Band, Seite 145.
[61]Auch auf der Insel Borneo sah ich so hohe und steile Ufer und zwar im Strome Barito.
[61]Auch auf der Insel Borneo sah ich so hohe und steile Ufer und zwar im Strome Barito.
[62]Vide Titelbild, Band I.
[62]Vide Titelbild, Band I.
[63]Vide I. Band, Seite 77.
[63]Vide I. Band, Seite 77.
[64]Schon im Jahre 1633 haben die Dänen eine Factory in Atjeh errichtet.
[64]Schon im Jahre 1633 haben die Dänen eine Factory in Atjeh errichtet.
[65]Die Insel (Pulu) Wè ist 162,62 ☐km gross und wird von ungefähr 1000 Seelen bewohnt, welche sich hauptsächlich mit Landbau, speciell mit der Cultur des Reises und Pfeffers beschäftigen. Die geologische Beschaffenheit dieser Insel ist noch nicht bekannt; es wird jedoch mitgetheilt, dass sich zwei Kraterseen mit Trinkwasser im Innern der Insel befinden, und dass Schwefel dort gefunden wird; vor drei Jahren gab die Regierung die Erlaubniss, diese Insel bergmännisch zu untersuchen; das Resultat dieser Untersuchung ist mir nicht bekannt.Im Jahre 1884 kam Wè in den Besitz Hollands und erst im Jahre 1893 in die Verwaltung eines holländischen Beamten; im Jahre 1895 wurde im Freihafen von Sabang eine Kohlenstation errichtet, die im Jahre 1897 telegraphisch mit der Hauptstadt Kuta radja verbunden wurde, und im Jahre 1898 wurde von Surabaja ein trockenes Dock von 2800 Tons dahingebracht. Der Eingang in den Hafen ist 750 Meter breit, der Ankerplatz 1500 Meter lang und 900 Meter breit, und 25 Dampfer können ungehindert in diesem Hafen nebeneinander liegen. Der Boden des Hafens besteht aus Sand und Korallen.
[65]Die Insel (Pulu) Wè ist 162,62 ☐km gross und wird von ungefähr 1000 Seelen bewohnt, welche sich hauptsächlich mit Landbau, speciell mit der Cultur des Reises und Pfeffers beschäftigen. Die geologische Beschaffenheit dieser Insel ist noch nicht bekannt; es wird jedoch mitgetheilt, dass sich zwei Kraterseen mit Trinkwasser im Innern der Insel befinden, und dass Schwefel dort gefunden wird; vor drei Jahren gab die Regierung die Erlaubniss, diese Insel bergmännisch zu untersuchen; das Resultat dieser Untersuchung ist mir nicht bekannt.
Im Jahre 1884 kam Wè in den Besitz Hollands und erst im Jahre 1893 in die Verwaltung eines holländischen Beamten; im Jahre 1895 wurde im Freihafen von Sabang eine Kohlenstation errichtet, die im Jahre 1897 telegraphisch mit der Hauptstadt Kuta radja verbunden wurde, und im Jahre 1898 wurde von Surabaja ein trockenes Dock von 2800 Tons dahingebracht. Der Eingang in den Hafen ist 750 Meter breit, der Ankerplatz 1500 Meter lang und 900 Meter breit, und 25 Dampfer können ungehindert in diesem Hafen nebeneinander liegen. Der Boden des Hafens besteht aus Sand und Korallen.
[66]Kuta radja hatte im Jahre 1896 ohne Garnison 4799 Einwohner, worunter sich 158 Europäer, 2427 Chinesen, 1854 Eingeborne, 22 Araber und 338 „andere Fremde“ befanden.
[66]Kuta radja hatte im Jahre 1896 ohne Garnison 4799 Einwohner, worunter sich 158 Europäer, 2427 Chinesen, 1854 Eingeborne, 22 Araber und 338 „andere Fremde“ befanden.
[67]Das Quartiergeld wird auch in Indien je nach den herrschenden Ortsverhältnissen in verschiedene Classen eingetheilt; in Atjeh wurde die höchste Classe gerechnet.
[67]Das Quartiergeld wird auch in Indien je nach den herrschenden Ortsverhältnissen in verschiedene Classen eingetheilt; in Atjeh wurde die höchste Classe gerechnet.
[68]Die Atjeer nennen das Schloss ihrer Fürsten nicht Kraton (J.), sondern Dalam (A.).
[68]Die Atjeer nennen das Schloss ihrer Fürsten nicht Kraton (J.), sondern Dalam (A.).
[69]Beri-Berikring (M.).
[69]Beri-Berikring (M.).
[70]Selbst gegen die echte Tropenkrankheit Beri-Beri zeigten die Europäer grössere Widerstandskraft als die eingeborenen Soldaten.
[70]Selbst gegen die echte Tropenkrankheit Beri-Beri zeigten die Europäer grössere Widerstandskraft als die eingeborenen Soldaten.
[71]Holländisches Sprichwort = entronnen.
[71]Holländisches Sprichwort = entronnen.
[72]In den Sanitätsrapporten der englischen Colonien wurde von jeher eine so grosse Zahl von Menschen mitgetheilt, welche durch Schlangenbisse ein jähes Ende gefunden hatten, dass mir jedes Verständniss dafür fehlte. Das Verhältniss dieser mitgetheilten Opfer zu jenen, welche in den holländischen Colonien dem Schlangenbisse erlegen waren, überschritt oft die Grenzen 1:1000! Erst vor wenigen Tagen wurde mir dieses Räthsel gelöst. Die Tagespresse theilte nämlich mit, dass in Englisch-Indien die Eingeborenen alle Todesfälle von allen ansteckenden Krankheiten in die Rubrik: „Tod durch Schlangenbisse“ eintragen lassen, um die Desinfectionsmaassregeln, deren Werth von ihnen nicht anerkannt wird, zu umgehen.
[72]In den Sanitätsrapporten der englischen Colonien wurde von jeher eine so grosse Zahl von Menschen mitgetheilt, welche durch Schlangenbisse ein jähes Ende gefunden hatten, dass mir jedes Verständniss dafür fehlte. Das Verhältniss dieser mitgetheilten Opfer zu jenen, welche in den holländischen Colonien dem Schlangenbisse erlegen waren, überschritt oft die Grenzen 1:1000! Erst vor wenigen Tagen wurde mir dieses Räthsel gelöst. Die Tagespresse theilte nämlich mit, dass in Englisch-Indien die Eingeborenen alle Todesfälle von allen ansteckenden Krankheiten in die Rubrik: „Tod durch Schlangenbisse“ eintragen lassen, um die Desinfectionsmaassregeln, deren Werth von ihnen nicht anerkannt wird, zu umgehen.
[73]Lîlah oder Lèlah werden im Gegensatz zu den modernen Kanonen (mariam) alte, schmale, kleinkalibrige Kanonen genannt, welche im Principe nichts mehr als längliche Mörser sind.
[73]Lîlah oder Lèlah werden im Gegensatz zu den modernen Kanonen (mariam) alte, schmale, kleinkalibrige Kanonen genannt, welche im Principe nichts mehr als längliche Mörser sind.
[74]Da in Atjeh officiell der Friedenszustand erklärt war, hatte die holländische Regierung keinen gesetzlichen Grund, den Chinesen die Ansiedelung in diesem Lande zu verweigern.
[74]Da in Atjeh officiell der Friedenszustand erklärt war, hatte die holländische Regierung keinen gesetzlichen Grund, den Chinesen die Ansiedelung in diesem Lande zu verweigern.
[75]Midin sprach natürlich nicht von „11 Uhr“, sondern von „Pönáb Tjòt uròë“ = wenn die Sonne sich dem Zenith nähere; im Allgemeinen giebt es bei den Atjeern 19 solcher Ausdrücke, welche die Tageszeit bezeichnen. Auch ihre Eintheilung des Jahres in 12 (arabische) Monate oder 354 Tage wird von dem ackerbautreibenden Theile der Bevölkerung im täglichen Leben nicht gebraucht; diese theilen das Jahr in 13–14 Könòngs von 27⅓ Tagen ein und zwar nach dem jeweiligen Eintreffen des Mondes in die Scorpiongruppe.
[75]Midin sprach natürlich nicht von „11 Uhr“, sondern von „Pönáb Tjòt uròë“ = wenn die Sonne sich dem Zenith nähere; im Allgemeinen giebt es bei den Atjeern 19 solcher Ausdrücke, welche die Tageszeit bezeichnen. Auch ihre Eintheilung des Jahres in 12 (arabische) Monate oder 354 Tage wird von dem ackerbautreibenden Theile der Bevölkerung im täglichen Leben nicht gebraucht; diese theilen das Jahr in 13–14 Könòngs von 27⅓ Tagen ein und zwar nach dem jeweiligen Eintreffen des Mondes in die Scorpiongruppe.
[76]Holländisches Sprüchwort.
[76]Holländisches Sprüchwort.
[77]Schon Marco Polo erzählt, dass er (Ende des 13. Jahrhunderts) auf Nord-Sumatra ein mohamedanisches Reich vorgefunden habe; in Gross-Atjeh wurde unter Sultan ’Alî Moghâjat Sjâh (1507–1522) der Islam zur Staatsreligion erhoben, während in Canton (China) ein çâhib (= Zeitgenosse) von Mohamed seine Lehre bereits am Ende des 7. Jahrhunderts verkündet haben soll.
[77]Schon Marco Polo erzählt, dass er (Ende des 13. Jahrhunderts) auf Nord-Sumatra ein mohamedanisches Reich vorgefunden habe; in Gross-Atjeh wurde unter Sultan ’Alî Moghâjat Sjâh (1507–1522) der Islam zur Staatsreligion erhoben, während in Canton (China) ein çâhib (= Zeitgenosse) von Mohamed seine Lehre bereits am Ende des 7. Jahrhunderts verkündet haben soll.
[78]I. Theil Borneo, Seite 43.
[78]I. Theil Borneo, Seite 43.
[79]Vide Zernoff: Zur Frage über die morphologische Bedeutung der schwanzförmigen Bildungen beim Menschen.
[79]Vide Zernoff: Zur Frage über die morphologische Bedeutung der schwanzförmigen Bildungen beim Menschen.
[80]Die Atjeer II. Band, Seite 65.
[80]Die Atjeer II. Band, Seite 65.
[81]Dieser berühmte Maler wurde 1814 in Semarang (Java) geboren und starb 1880 zu Buitenzorg (Java).
[81]Dieser berühmte Maler wurde 1814 in Semarang (Java) geboren und starb 1880 zu Buitenzorg (Java).
[82]Snouck-Hurgronje nennt diesen Küstenplatz Mölaböh.
[82]Snouck-Hurgronje nennt diesen Küstenplatz Mölaböh.
[83]Mof = Spitzname für Deutsch.
[83]Mof = Spitzname für Deutsch.
[84]2° 55′ N. B.
[84]2° 55′ N. B.
[85]Snouck Hurgronje nennt sie Thimölu-Insel.
[85]Snouck Hurgronje nennt sie Thimölu-Insel.
[86]Es hat eine Ausdehnung von 1495.2 ☐Meilen und wird von ungefähr 1400000 Seelen bewohnt.
[86]Es hat eine Ausdehnung von 1495.2 ☐Meilen und wird von ungefähr 1400000 Seelen bewohnt.
[87]Vide: De Pionniers der Beschaving in N. I. door W. A. van Rees.
[87]Vide: De Pionniers der Beschaving in N. I. door W. A. van Rees.
[88]Vide: 21 Jahre in Indien von Dr. Breitenstein, Band I.
[88]Vide: 21 Jahre in Indien von Dr. Breitenstein, Band I.
[89]Nach von Rosenberg.
[89]Nach von Rosenberg.
[90]Alfred Maass bringt unter dem Titel: „Bei liebenswürdigen Wilden“ eine ausführliche ethnographische Beschreibung der Bewohner dieser Insel, von welchen bereits im Jahre 1561 Ptolemäus Venetia eine Karte herausgegeben haben soll.
[90]Alfred Maass bringt unter dem Titel: „Bei liebenswürdigen Wilden“ eine ausführliche ethnographische Beschreibung der Bewohner dieser Insel, von welchen bereits im Jahre 1561 Ptolemäus Venetia eine Karte herausgegeben haben soll.
[91]Meyers Conversationslexikon, Band 17, Seite 647.
[91]Meyers Conversationslexikon, Band 17, Seite 647.
[92]Vide I, Seite 132.
[92]Vide I, Seite 132.
[93]Padang hatte im Jahre 1898 32,038 Einwohner, worunter sich 1805 Europäer, 4103 Chinesen, 121 Araber und 615 andere Orientalen befanden, und ist der Stapelplatz für den Ausfuhrhandel der ganzen „Westküste“ Sumatras. Die wichtigsten Exportartikel waren im Jahre1890189718981899Kaffee67000720007900081000PikolsRottang2330020696129458356„Benzoe4513515636433213„Tabak5730846773167418„Copra55615433608929763141„Häute28843433605198547436Stück.Ich muss noch bemerken, dass diese Stadt 59′ 30″ unter dem Aequator liegt, ein warmes und feuchtes, aber nicht ungesundes Klima hat und im Jahre 1898 204 Regentage mit 4973 mm Regen hatte. Die Schwankungen der Temperatur betragen im Durchschnitt täglich 13 ° C.
[93]Padang hatte im Jahre 1898 32,038 Einwohner, worunter sich 1805 Europäer, 4103 Chinesen, 121 Araber und 615 andere Orientalen befanden, und ist der Stapelplatz für den Ausfuhrhandel der ganzen „Westküste“ Sumatras. Die wichtigsten Exportartikel waren im Jahre
1890
1897
1898
1899
Kaffee
67000
72000
79000
81000
Pikols
Rottang
23300
20696
12945
8356
„
Benzoe
4513
5156
3643
3213
„
Tabak
5730
8467
7316
7418
„
Copra
55615
43360
89297
63141
„
Häute
28843
43360
51985
47436
Stück.
Ich muss noch bemerken, dass diese Stadt 59′ 30″ unter dem Aequator liegt, ein warmes und feuchtes, aber nicht ungesundes Klima hat und im Jahre 1898 204 Regentage mit 4973 mm Regen hatte. Die Schwankungen der Temperatur betragen im Durchschnitt täglich 13 ° C.
[94]Vide II. Band, Seite 248.
[94]Vide II. Band, Seite 248.
[95]Für das Jahr 1902 wird von der Lidgerwood Manufacturing Comp. die Ernte des Gouvernementscaffee der ganzen Westküste Sumatras auf 37550 Pikols Javacaffee und 1200 Pikols Liberiacaffee geschätzt.
[95]Für das Jahr 1902 wird von der Lidgerwood Manufacturing Comp. die Ernte des Gouvernementscaffee der ganzen Westküste Sumatras auf 37550 Pikols Javacaffee und 1200 Pikols Liberiacaffee geschätzt.
[96]Vide Band II, Seite 61.
[96]Vide Band II, Seite 61.
[97]= Gott hat es gegeben (M.).
[97]= Gott hat es gegeben (M.).
[98]Tapanuli ist 763,5 ☐M. gross und hatte (im Jahre 1897) ungefähr 300000 Seelen mit 306 Europäern und 1285 Chinesen.
[98]Tapanuli ist 763,5 ☐M. gross und hatte (im Jahre 1897) ungefähr 300000 Seelen mit 306 Europäern und 1285 Chinesen.
[99]Padangsche Benedenländer sind 322,1 ☐M. gross und haben ungefähr 330000 Seelen mit 1888 Europäern und 5566 Chinesen.
[99]Padangsche Benedenländer sind 322,1 ☐M. gross und haben ungefähr 330000 Seelen mit 1888 Europäern und 5566 Chinesen.
[100]Die „Padangschen Bovenländer“ sind 409.6 ☐M. gross und haben ungefähr 737000 Seelen mit 479 Europäern und 1096 Chinesen.
[100]Die „Padangschen Bovenländer“ sind 409.6 ☐M. gross und haben ungefähr 737000 Seelen mit 479 Europäern und 1096 Chinesen.
[101]Der Ingenieur Verbeek entwirft von diesem Theile der Padangschen Oberländer folgendes geologische Schema: Fluss alluvium, Fluss diluvium, See diluvium, Meer diluvium, Eocen, Mergelschiefer, Conglomerate, Kohlen, Kiesel, Alter Schiefer Vulcanenmantel; Augit-Andesit-Basalt; Augit-Andesit-Pechstein; Basalt; Hornblende-Andesit-Pechstein; Diabaas, Proterobaas, Gabbro, Quarzporphyr, Syenit, Hornblende-Granit; Syenit-Granit.
[101]Der Ingenieur Verbeek entwirft von diesem Theile der Padangschen Oberländer folgendes geologische Schema: Fluss alluvium, Fluss diluvium, See diluvium, Meer diluvium, Eocen, Mergelschiefer, Conglomerate, Kohlen, Kiesel, Alter Schiefer Vulcanenmantel; Augit-Andesit-Basalt; Augit-Andesit-Pechstein; Basalt; Hornblende-Andesit-Pechstein; Diabaas, Proterobaas, Gabbro, Quarzporphyr, Syenit, Hornblende-Granit; Syenit-Granit.
[102]Wenn ich oben die höchsten Bergspitzen Sumatras mit ihren Namen anführte, kann ich nicht umhin, mit einigen Worten auch der hydrographischen Verhältnisse dieser Insel zu gedenken, welche ja zum grössten Theile durch die orographische Constellation bedingt sind.Im allgemeinen zieht auf Sumatra die Wasserscheide von Nord-Westen nach Süd-Osten, d. h. parallel mit der grössten Länge der Insel (1710 Km.). Entsprechend der kleinen Entfernung von der Küste, haben die Flüsse der Westküste ein kleineres Flussgebiet als die der Ostküste, und in Uebereinstimmung mit den geologischen Verhältnissen haben die Flüsse der Ostküste ein stark geschlingertes Flussbett und münden meistens mit mehreren Mündungsarmen in das Meer. Das Deltaland ist auf der Westküste beinahe unbekannt.Die Insel Sumatra besitzt nur sechsgrosseSeen: Den Tawarsee in Gross-Atjeh, den Tobahsee in den Battakländern, den Maninjusee und den Singkarasee im Gouvernement der Westküste, den See von Korinthi und von Bantan im Gebiet der Provinz Palembang.
[102]Wenn ich oben die höchsten Bergspitzen Sumatras mit ihren Namen anführte, kann ich nicht umhin, mit einigen Worten auch der hydrographischen Verhältnisse dieser Insel zu gedenken, welche ja zum grössten Theile durch die orographische Constellation bedingt sind.
Im allgemeinen zieht auf Sumatra die Wasserscheide von Nord-Westen nach Süd-Osten, d. h. parallel mit der grössten Länge der Insel (1710 Km.). Entsprechend der kleinen Entfernung von der Küste, haben die Flüsse der Westküste ein kleineres Flussgebiet als die der Ostküste, und in Uebereinstimmung mit den geologischen Verhältnissen haben die Flüsse der Ostküste ein stark geschlingertes Flussbett und münden meistens mit mehreren Mündungsarmen in das Meer. Das Deltaland ist auf der Westküste beinahe unbekannt.
Die Insel Sumatra besitzt nur sechsgrosseSeen: Den Tawarsee in Gross-Atjeh, den Tobahsee in den Battakländern, den Maninjusee und den Singkarasee im Gouvernement der Westküste, den See von Korinthi und von Bantan im Gebiet der Provinz Palembang.
[103]und nicht allein durch Handels- und Bergbau-Colonien.
[103]und nicht allein durch Handels- und Bergbau-Colonien.
[104]Das sind Kähne, welche von Menschen oder Pferden gezogen werden und gegenwärtig nur zum Transport von Waaren in Holland benutzt werden.
[104]Das sind Kähne, welche von Menschen oder Pferden gezogen werden und gegenwärtig nur zum Transport von Waaren in Holland benutzt werden.
[105]Bis zum Jahre 1893 wurden nur 13 Eingeborene zum Christenthum bekehrt, während die katholische Missionsgesellschaft auf Sumatra 28 und auf der Insel Nias 11 Stationen besitzt.
[105]Bis zum Jahre 1893 wurden nur 13 Eingeborene zum Christenthum bekehrt, während die katholische Missionsgesellschaft auf Sumatra 28 und auf der Insel Nias 11 Stationen besitzt.
[106]Der Import betrug im Jahre 1896 fl. 193000 und der Export fl. 79300.
[106]Der Import betrug im Jahre 1896 fl. 193000 und der Export fl. 79300.
[107]Seit ein paar Jahren befinden sich an ihrer Ostgrenze zwei neue Gesellschaften zur Gewinnung des dortigen Goldes.
[107]Seit ein paar Jahren befinden sich an ihrer Ostgrenze zwei neue Gesellschaften zur Gewinnung des dortigen Goldes.
[108]= Sehnenscheidenentzündung;
[108]= Sehnenscheidenentzündung;
[109]= Athemnoth;
[109]= Athemnoth;
[110]= Entzündung der Augenschleimhaut;
[110]= Entzündung der Augenschleimhaut;
[111]= Rachenkatarrh;
[111]= Rachenkatarrh;
[112]= Halsentzündung;
[112]= Halsentzündung;
[113]= Mandelentzündung;
[113]= Mandelentzündung;
[114]= Schlaflosigkeit;
[114]= Schlaflosigkeit;
[115]= Rötheln;
[115]= Rötheln;
[116]= Nesselausschlag;
[116]= Nesselausschlag;
[117]= Abschuppung.
[117]= Abschuppung.
[118]Badings, malaiisch-holländisches Wörterbuch.
[118]Badings, malaiisch-holländisches Wörterbuch.
[119]In der medicinischen Zeitung von Batavia brachte er im Jahre 1896 eineausführliche wissenschaftlicheErklärung des folgenden Märchens: In Celebes sollen Männer leben, bei welchen der Penis sichganzin das Becken zurückzieht und die, wenn die Reposition nicht gelinge, daran sterben!! Auch der Berichterstatter Dr. X., Regimentsarzt in der indischen Armee, hatte keinen solchen Fall gesehen und glaubte dieses Märchen offenbar nur der Curiosität halber reproduciren zu müssen.
[119]In der medicinischen Zeitung von Batavia brachte er im Jahre 1896 eineausführliche wissenschaftlicheErklärung des folgenden Märchens: In Celebes sollen Männer leben, bei welchen der Penis sichganzin das Becken zurückzieht und die, wenn die Reposition nicht gelinge, daran sterben!! Auch der Berichterstatter Dr. X., Regimentsarzt in der indischen Armee, hatte keinen solchen Fall gesehen und glaubte dieses Märchen offenbar nur der Curiosität halber reproduciren zu müssen.
[120]8° s. B. u. 127° ö. L.
[120]8° s. B. u. 127° ö. L.
[121]Vide II, Seite 21.
[121]Vide II, Seite 21.
[122]Noch im Jahre 1894 erhielt ich von der Insel Lombok ein Buch, welches nur aus Lontarblättern bestand.
[122]Noch im Jahre 1894 erhielt ich von der Insel Lombok ein Buch, welches nur aus Lontarblättern bestand.
[123]Vide Allgemeen. Handelsblad vom 3. und 4. März 1902.
[123]Vide Allgemeen. Handelsblad vom 3. und 4. März 1902.
[124]Vide II. Theil, Seite 118–120.
[124]Vide II. Theil, Seite 118–120.