6. Die Farbe und der Ton.
Jede einzelne Gattung der sinnlichen Wahrnehmungen hat an und für sich einen durchaus eigenthümlichen und besonderen Charakter. Die Natur der Farbe aber begrenzt sich hierin zunächst mit derjenigen des Tones. Für unser Ohr ist der Ton dasselbe was für das Auge die Farbe. Aber die Natur und die Bedeutung beider Sinne für das Seelenleben des Menschen ist nichtsdestoweniger eine wesentlich verschiedene. Es ist eine ganz andere Welt von Eindrücken, welche uns durch einen jeden von ihnen zugeführt wird. Durch die Farbe leben wir mehr in Verbindung mit den Dingen in der äusseren Welt oder der Natur, während wir durch den Ton mehr von innerlich geistigen oder menschlich subjectiven Mittheilungen berührt werden. Die Farbe ist uns wichtiger für den Verkehr mit der Körperwelt oder der Objectivität, während der Ton seine Hauptbedeutung in dem geistigen Leben der Subjectivität hat. Der Mangel des einen oder des anderen Sinnes hat deswegen auch eine vollkommen verschiedene Ausbildung und Richtung desmenschlichen Seelenlebens zur Folge. Die Function und Leistung des anderen unversehrten oder vorhandenen Sinnes wird hierdurch nothwendig eine ausgedehntere und grössere. Beim Taubstummen befindet sich das mechanische Formengeschick, beim Blinden das Gefühl für Musik in vergleichsweise günstigeren Bedingungen der Entwickelung. Es muss dort die Function des Auges zum Theil diejenige des Ohres, hier aber die letztere die erstere mit übertragen. Das ganze Seelenleben des Taubstummen ist auf die Basis der Wahrnehmungen durch das Gesicht, dasjenige des Blinden auf die von denen durch das Gehör gegründet. Jener lebt an sich nur in äusserlichen oder sichtbaren Bildern und Anschauungen, dieser aber in innerlichen subjectiven Gefühlsvorstellungen oder Empfindungen. Das ganze Seelenleben des Taubstummen muss sich wesentlich entwickeln in der Richtung von Aussen nach Innen, das des Blinden aber in der von Innen nach Aussen. Jenem ersteren müssen unter Anschluss an die sichtbaren Dinge zuerst die Vorstellungen von den Begriffen und Worten der Sprache beigebracht werden, dieser letztere muss sich auf Grund geistiger Mittheilungen ein inneres Bild von einer sichtbaren oder körperlichen Welt zu erschaffen versuchen. Bei dem vollsinnigen Menschen aber ergänzen sich überall beide Gattungen von Wahrnehmungen oder Eindrücken zu der Entstehung seines Gesammtbildes von einer sinnlichen und geistigen Welt. Der Sinn des Gehöres aber ist an sich der im specifischen Sinne des Wortes geistigen oder subjectiven, der des Gesichtes dagegen der sinnlichen oder objectiven Seite des den Menschen umgebenden Daseins zugewandt.
Die Menge der auf den Menschen eindringenden Wahrnehmungen durch die Farbe ist an sich überall eine unendlich grössere als diejenige der Wahrnehmungen durch den Ton. Unsere ganze Communication mit der Natur beruht hauptsächlich auf den Wahrnehmungen durch das Gesicht oder die Farbe. Nur durch die Farbe empfangen wir im Allgemeinen ein vollständiges Bild von dem Ganzen der uns umgebenden wirklichen oder natürlichen Welt. Alle anderen Sinne ergänzen hier zuletzt nur dasjenige, was uns durch die Farbe oder das Gesicht zugeführt und mitgetheilt wird. Jedes einzelne Ding in der Natur wird durch die Vermittelung der Farbe in seiner äusseren Erscheinung von uns erkannt, während die Thätigkeiten der übrigen Sinne sich überall nur auf vereinzelte und untergeordnete Phänomene in der natürlichen Wirklichkeit beziehen. DieMenge der Farbenerscheinungen in der Natur ist insbesondere für uns eine unendlich grössere als diejenige der Phänomene des Tones oder des Schalles. Die Natur ist wesentlich für uns ein Gemälde gegenüber dem Auge, aus welchem nur in sehr beschränktem Umfange auch einzelne Wahrnehmungen des Tones an unser Ohr heranzutreten pflegen. Der Ton überhaupt entfaltet sich erst in der Sphäre des Menschen theils als Sprache, theils als Musik zu seiner höheren künstlerisch gegliederten Vollkommenheit, während der blosse Naturlaut im Allgemeinen noch jedes höheren Reizes oder jeder geordneten Vollkommenheit entbehrt. Auf dem Gebiete der Farbe aber ist umgekehrt die Natur uns oder dem Menschen in unbedingter Weise überlegen, indem alle künstlichen Farben des Malers weit hinter der Reichhaltigkeit und Pracht der Farben in der Natur zurückbleiben.
Es liegt im Wesen des Tones, dass er nicht in der gleichen Reichhaltigkeit und Fülle seiner Erscheinungen von uns aufgenommen werden kann als die Farbe. Es wäre unerträglich für uns, wenn zu derselben Zeit ebenso viele verschiedene Tonwahrnehmungen an unser Ohr herantreten wollten als Farbenwahrnehmungen an unser Auge. Die einzelne Farbe ist für uns ein Mittel der Wahrnehmung nur insofern, als sie sich zugleich mit gewissen anderen Farben berührt und begrenzt. Jeder einzelne Ton dagegen will rein und unvermischt mit anderen Tönen von uns wahrgenommen werden. Eine Mehrheit gleichzeitiger verschiedener Töne ist an sich schlechthin unerträglich für unser Ohr. Die einzelne Farbe verlangt andere Farben neben sich, während der einzelne Ton an sich jeden anderen Ton neben sich ausschliesst oder ganz allein an unser Ohr heranzutreten verlangt. Wir würden nichts sehen, wenn Alles um uns her ganz die gleiche Farbe trüge. Es liegt im Wesen der Farbe, neben einander zu erscheinen, im Wesen des Tones aber, einzeln und nach einander von uns vernommen zu werden. Auch ist jeder Ton im Ganzen nur eine schnell vorübergehende, die Farbe dagegen eine dauernde und bleibende Erscheinung in den Dingen. Es ist überhaupt eine weise Einrichtung der Natur, dass sie uns mit Wahrnehmungen des Tones nicht in dem gleichen Maasse überschüttet hat als mit solchen der Farbe. Es bedarf im Allgemeinen der Mensch der Stille um ihn her und es nimmt der einzelne auf uns eindringende Ton das Leben und die Aufmerksamkeit unserer Seele an und für sich in einer ganz anderen und schwerer fern zuhaltenden Weise für sich in Anspruch als das dem Auge erscheinende Lichtbild oder die Farbe. Wir können schwerer von dem Eindrucke des Tones abstrahiren als von demjenigen der Farbe. Wir sind z. B. bei dem Anhören einer Musik weit mehr die Sklaven unserer sinnlichen Eindrücke als bei der Betrachtung eines Gemäldes oder eines landschaftlichen Bildes. Die Musik und überhaupt der Ton reisst uns an sich gewaltiger und unwiderstehlicher mit sich fort als alles dasjenige, was in sichtbarer Weise unserem Auge erscheint. Hier ist es nur die besondere Bedeutung des Wahrgenommenen selbst, welche unter Umständen einen solchen unwiderstehlichen Eindruck und Reiz auf uns auszuüben vermag, während dort die blosse physische Gewalt des Tones an sich sich an unsere Seelen heftet. Ein jeder überflüssige, lästige und unangenehme Ton ist uns daher an sich bei Weitem peinlicher, widerwärtiger und unerträglicher als Alles, was uns durch die Farbe erscheint. Den Eindruck der Farbe auf uns können wir in jedem Augenblick leicht durch uns selbst von uns abstreifen und es stört uns dasjenige, was wir sehen, im Allgemeinen nicht oder nur wenig in der Verfolgung des eigenthümlichen inneren Weges des Lebens unserer Seele. Die Gegenstände oder Bilder, die mich in meinem Zimmer umgeben, sind nicht störend für die Arbeit meines geistigen Denkens, während gegenüber dem Geräusch der Strasse, dem Geschrei meines Kanarienvogels u. s. w. es immer einer gewissen Anspannung oder Abhärtung bedarf, um sich hierbei nicht beirren zu lassen. Der Ton ist an sich überall das Bild einer Unruhe oder Bewegung und ruft daher auch in der Seele immer den Eindruck einer solchen hervor. Die Farbe ist im Allgemeinen etwas Bleibendes und der Ausdruck eines vorhandenen Dinges oder einer feststehenden Beschaffenheit in der äusseren Welt. Es ist an sich vielleicht möglich, dass die Menge des Tones in der Natur ganz die gleiche sei als diejenige der Farbe, d. h. dass so wie jeder Körper uns in einer bestimmten Farbe erscheint oder von dem Auge durch das Lieht erkannt wird, so auch jede Bewegung in der Natur an und für sich von einem bestimmten Tone oder Geräusche begleitet sei und daher eigentlich auch von unserem Ohre wahrgenommen werden könne. Es finden aber gewiss auch kleine und unbedeutende Molecularbewegungen fortwährend um uns herum statt und es giebt daher wahrscheinlich auch noch bedeutend mehr Geräusche in der Natur als solche wirklich durch unser Ohr vernommen werden. Zunächst ist nur uns gegenüber die Naturverhältnissmässig arm an Tönen im Vergleich zu ihrem sonstigen Reichthum an Farben. Eine solche Fülle von Tönen aber wie gelegentlich in einem amerikanischen Urwald oder ein unendlich lauter Ton wie das Getöse einer Schlacht sind an sich für den Geist des Menschen etwas durchaus Unerträgliches und es ist nur die längere Gewöhnung, welche unsere Aufmerksamkeit gegen ein sich fortwährend wiederholendes Geräusch, wie etwa gegen das Klappern einer Mühle abzustumpfen vermag.
Die einzelnen menschlichen oder animalischen Sinne können ferner in die beiden Klassen derjenigen eingetheilt werden, welche den auf sie eindringenden Wahrnehmungen schutz- oder widerstandslos preisgegeben sind und derjenigen, bei denen eben dieselben willkürlich von uns selbst abgewehrt oder fern gehalten werden können. Wir nennen die ersteren unter ihnen die unbewaffneten oder offenen, die letzteren die bewaffneten oder geschlossenen Sinne. Zu der ersteren Klasse aber gehören insbesondere das Gehör und der Geruch, zu der letzteren das Gesicht und der Geschmack. Wir sind nicht gezwungen, irgend etwas Bestimmtes zu sehen und zu schmecken oder mit der Zunge zu geniessen. Wir brauchen dort nur das Auge zu schliessen oder den Rücken zu wenden, um irgend einem unangenehmen Bilde zu entgehen. Den Ton aber müssen wir hören und den Geruch müssen wir riechen oder wir können uns doch nur höchst unvollkommen und gewaltsam durch Verhalten der Hände hiergegen schützen. Dieser äussere Unterschied aber hängt nothwendig auch mit dem inneren Charakter der einzelnen Sinne zusammen. Das Gesicht und der Geschmack werden im Allgemeinen weit öfter und regelmässiger von uns in Thätigkeit gesetzt als das Gehör und der Geruch. Die Wahrnehmungen durch die beiden letzteren Sinne sind im Allgemeinen weit dürftigere und sparsamere als die durch die beiden ersteren. Nur diesen wenigeren Wahrnehmungen gegenüber aber sind wir schutzlos, während wir unsere Beziehungen zu jenen häufigeren selbstständig zu regeln vermögen. Der Sinn des Geruches ist überhaupt an und für sich der allerbescheidenste am Menschen, indem er regelmässig eigentlich gar keine Anregung oder Befriedigung verlangt. Der Sinn des Geruches hat im Allgemeinen nur eine geringe Bedeutung für das ganze Verständniss oder die Communication des Menschen mit der ihn umgebenden äusseren Welt. Für das niedere Seelenleben der Thiere ist er von einer entschieden grösseren Bedeutung, indem hier insbesondere die geschlechtliche Annäherung nicht wie beim Menschen durch den geistigen Sinn des Gesichtes oder das Verständniss und das Wohlgefallen an den äusseren körperlichen Formen, sondern durch den physischen und brutalen Geruchsinstinct ihre Vermittelung findet. Wir sind im Allgemeinen dankbar für jeden Wohlgeruch und empfinden diesen als einen Luxus und eine Verfeinerung unseres Lebens. Ebenso aber werden wir peinlich berührt von jedem Uebelgeruch; der Uebelgeruch als solcher ist für uns nicht gerade ein körperlicher Schmerz, aber er hat gleichsam etwas moralisch Verletzendes und Entwürdigendes an sich, indem sich hierbei unsere Seele nicht des Druckes der feindlichen und unangenehmen Materie zu erwehren vermag. Alle Wahrnehmungen des Geruches treffen ebenso wie diejenigen des Gehöres ganz unmittelbar und direct das Leben der Seele selbst. Auch der Geruch ist so wie das Gehör ein wesentlich innerlicher oder zeitlicher Sinn; es sind die feineren und intensiveren Wirkungen oder Ausstrahlungen der physischen Materie, welche durch ihn von uns aufgenommen werden. Das Gesicht und der Geschmack sind gleichsam die beiden räumlichen oder plastischen, das Gehör und der Geruch die beiden zeitlichen oder dramatischen Sinne im Organismus des menschlichen Lebens. Wir erkennen durch das Gesicht die räumlichen Umrisse oder Grenzen der Körper, während wir durch den Geschmack die den Raum selbst erfüllende Materie in uns eintreten lassen. Die Wahrnehmungen des Gehöres und des Geruches aber sind Folgen von zeitlichen Vorgängen und Bewegungen in den Dingen, dort einer Erschütterung der Luft durch den Zusammenstoss der einzelnen physischen Bestandtheile, hier einer Auflösung oder Verdunstung der Materie in ihre eigenen feineren Elemente oder Atome. In der Gruppe der beiden niederen Sinne ist insofern das Verhältniss des Geschmackes zum Geruch demjenigen des Gesichtes zum Gehör in derjenigen der höheren analog. Für den Sinn des Geruches ist namentlich charakteristisch der enge Zusammenhang desselben mit dem Gedächtniss oder dem Erinnerungsvermögen. Auch bildet dieser Sinn zugleich eine Art von Werthmesser für die allgemeine ästhetische Ausbildung oder Erziehung des Menschen selbst. Jeder wahrhaft gebildete Mensch ist sehr empfindlich gegen alle starken und übertriebenen Gerüche. Selbst Wohlgerüche sind immer nur in sehr bescheidenem Maasse für den gebildeten Menschen erträglich. Am Wenigsten aber darf der Mensch selbst nach irgend etwas Bestimmtemin auffallender Weise riechen. Es hat hierin zum Theil mit die Gewohnheit des Rauchens ihren Grund und ihre Berechtigung, weil hierdurch ein jeder andere dem Menschen etwa anhaftende Geruch gebunden oder neutralisirt wird. Die Empfindlichkeit dieser unserer beiden zeitlichen und nach Aussen hin geöffneten Sinne, des Gehöres und des Geruches, aber ist im Ganzen eine grössere als diejenige der beiden räumlichen und nach Aussen hin geschlossenen oder verschliessbaren, des Gesichtes und des Geschmackes, weil dieselben mehr direct und unmittelbar mit dem Leben der Seele, deren ganze Natur selbst eine zeitliche oder innerliche ist, zusammenhängen als diese.
Der Ton ist als solcher für das Leben der Seele werthvoller und bedeutsamer als die Farbe. Wir besitzen in der Musik eine Kunst, die nur aus reinen und leeren oder nichts weiteres Bestimmtes und Materielles in sich einschliessenden Tonverhältnissen besteht. Eine dem ähnliche Kunstgattung der Farbe aber giebt es nicht oder es hat dieselbe doch einen durchaus niedrigen und untergeordneten Werth. Die Farbe ist im Allgemeinen für die Kunst ein blosses Mittel der Verschönerung und Illustrirung der sonst von ihr dargestellten Gestalten oder Dinge. Die Malerei ist nicht in demselben Sinne eine reine und specifische Kunst der Farbe als die Musik eine solche des Tones. Für den Maler ist die Farbe wesentlich nur ein einzelnes Element oder ein Mittel, während die Kunst des Musikers ganz allein und ausschliessend in der Behandlung des Tones als solchen besteht. An einer blossen reinen und leeren Harmonie von Farben nehmen wir durchaus nicht dasjenige intensive und geistig lebendige Interesse, wie an einer Harmonie von Tönen. Die Farbe ist für uns wesentlich immer nur die Hindeutung oder der Ausdruck von noch irgend etwas Anderem, während der Ton an sich und ganz allein der Träger und die Ursache einer Empfindungsbewegung der Seele ist. Insofern also steht uns der Ton an sich weit näher als die Farbe, welche für uns wesentlich nur das Mittel für die Erkenntniss aller anderen Dinge und Erscheinungen des Raumes ist. Nichtsdestoweniger doch hat andererseits die Farbe und die ganze Wahrnehmung durch das Gesicht vollkommen die gleiche und in gewissem Sinne eine noch höhere Bedeutung für uns als der Ton oder die Wahrnehmung durch das Gehör. Was uns unmittelbar vor der Seele steht, sind überall blos Farben oder anschauliche räumliche Gestalten undBilder. Wir übersetzen Alles innerlich in eine Wahrnehmung des Gesichtes, was sonst in uns entsteht oder uns irgendwie von Aussen her zugeführt wird. Das Leben unserer Seele ist an sich genommen wohl ein zeitliches und insofern dem Wesen des Tones oder der Gehörwahrnehmung zunächst verwandt. Da aber die Seele zunächst gebunden ist an den Körper und sie insbesondere durch das Organ oder den Sinn des Gesichtes mit der räumlichen oder körperlichen Welt in Verbindung steht, so muss Alles was zu ihr gehört, zugleich in die Gestalt dieser Gattung von Wahrnehmungen eintreten. Alles was in uns ist, ist unmittelbar genommen eine Erscheinung oder Vorstellung von Farbe und es wird selbst das ganze Seelenleben und Vorstellen des Blinden nichts sein können als ein innerliches oder eingebildetes Sehen. Das Leben der Seele ist an sich ein ewiger Wechsel oder ein zeitliches Fliessen von Vorstellungen, aber diese einzelnen Vorstellungen sind sämmtlich an sich genommen von räumlicher oder sichtbarer Art. Unsere Seele lebt actuell überall im Raume oder in der Anschauung von räumlich ausgedehnten und sichtbaren Bildern. Es ist wesentlich immer ein bestimmtes Zugleich, welches wir innerlich vor uns haben oder zu sehen glauben; die einzelnen Puncte dieses Zugleich aber werden von uns immer nur durch innerliche oder eingebildete Farbenwahrnehmungen unterschieden. Es ist also überhaupt wesentlich und in erster Linie die Vorstellung der Farbe, welche in uns lebt. Hierdurch steht uns die Farbe wiederum näher oder sind wir unmittelbarer und wesentlicher an sie gebunden als an den Ton. Ist aber die Farbe zunächst für uns ein blosses Mittel für das Erkennen und innerliche Vorstellen aller anderen räumlichen Dinge, so gewinnt sie doch auch rein als solche für uns eine bestimmte geistige Bedeutung, und eben nach dieser Richtung hin ist es, dass sie hier von uns untersucht werden soll.