Der Dritte und der Andre
Viele Menschen können jetzt tatsächlich nicht mehr „bis drei zählen“, sondern lassen auf den Ersten gleich den Dritten folgen. Sie schreiben: bei allem, was ich unternommen habe, hat mich nichts verleiten können, das Recht einesDrittenzu verletzen – an einer neuenEntdeckung ging er gleichgiltig vorbei; sobald sie aber durch einenDrittenverballhornt war, erhob er den Kopf – mein Bauplan würde ganz umsonst gemacht sein, wenn dann einDritterden Bauplatz bekäme – bei einer solchen Verpachtung würde die Stadtgemeinde das Eigentumsrecht behalten und nur auf eine Reihe von Jahren einemDrittenein Benutzungsrecht einräumen – auch der Künstler, der aus innerm Drange schafft, wird früher oder später erlahmen, wenn er fortwährend zusehen muß, wieDritteden ihm zukommenden Ruhm genießen – die juristische Wissenschaft zeigt dem Verwaltungsbeamten die Schranken, die seinem Handeln durch entgegenstehende RechteDrittergesetzt sind – ich hätte die Aufgabe ohne die freundliche HilfeDritternicht bewältigen können – das Mißtrauen in (!) seine Begabung, unter dem er durchDrittezu leiden hatte – die Anerkennung, die sich als Ausbeutung seines geistigen Eigentums seitens (!)Dritterdarstellt – die sekundäre Art der Komposition, über ThemenDritterzu phantasieren – Akten über innere Verwaltungssachen und Verträge mitDrittenwerden nicht mitgeteilt – da die Mitglieder entfernt wohnen, so lag es nahe, ihre Befugnisse aufdrittePersonen zu übertragen – wegen des Zeitverlustes, den mir die Arbeit andritterStelle machen würde, bitte ich mir die Bücher in meine Wohnung zu senden. Ein Lokalrichter macht bekannt, er habe Waren im Auftrage einesDrittenzu versteigern – eine Zeitung berichtet, daß ein Klempner von einem Baugerüst gefallen, ein VerschuldenDritteran dem Unglücksfall aber ausgeschlossen sei – eine andre erzählt: der junge Mann besuchte darauf ein Restaurant, wo möglicherweisedrittePersonen von seinem Gelde Kenntnis erlangten.
Der Unsinn stammt natürlich aus Juristenkreisen. Die Herren Juristen sind so daran gewöhnt, mit zwei Parteien zu tun zu haben, zu denen dann irgend ein „Dritter“ kommt, daß ihnen schließlich der Dritte auch da in die Feder läuft, wo gar nicht von zweien die Rede gewesen ist; er vertritt schon vollständig die Stelle des Andern. Und andre Leute machen es gedankenlos nach.