Frieden oder Friede? Namen oder Name?

Frieden oder Friede? Namen oder Name?

Bei einer kleinen Anzahl von Hauptwörtern schwankt der Nominativ zwischen einer Form auf e und einer auf en; es sind das folgende Wörter:Friede,Funke,Gedanke,Gefalle,Glaube,Haufe,Name,Same,SchadeundWille. Die Form auf en ist aber eigentlich falsch. Diese Wörter gehören der schwachen Deklination an,[3]neigen jedoch zur starken: im Genitiv bilden sie eine Mischform aus der starken und der schwachen Deklination aufens(desNamens), und vonSchadehat der Plural sogar den Umlaut: dieSchäden. Da hat sich nun unter dem Einflusse jener Mischform dasenaus dem Dativ und dem Akkusativ auch in den Nominativ gedrängt.[4]Die alte richtige Form ist aber doch überall daneben noch lebendig und im Gebrauch (vonSchadeallerdings fast nur noch in der Redensart: esist schade). DerGefalle(bei Lessing öfter) ist wenigstens in Sachsen und Thüringen noch ganz üblich: es geschieht mir ein großerGefalledamit. Daher sollte die alte Form auch immer vorgezogen, also gesagt werden: derFriedevon 1871, nicht derFriedenvon 1871. Vollends der künstlerischeGedanken, wie man bisweilen lesen muß, ist unerträglich.[5]


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