Indikativ und Konjunktiv

Indikativ und Konjunktiv

Sogar in Wunsch- und Absichtssätzen, wo man es kaum für möglich halten sollte, wird jetzt statt des Konjunktivs der Indikativ geschrieben! Da liest man: es ist zu wünschen, daß die Nation auch künstlerischzusammensteht– wir wünschen von Herzen, daß das der letzte Fall eines solchen Verbrechens gewesenist– wir hoffen, daß er sich nach längerer Prüfung davonwirdüberzeugen lassen – wir wollen alle mithelfen, daß es eine gute Erntegibt– die staatliche Gewalt hat darüber zu wachen, daß der Sittlichkeit kein ernster Schaden zugefügtwird– als deutscher Fabrikant habe ich das lebhafteste Interesse daran, daß in deutschen Bureaus mit deutschen Federn geschriebenwird– wir bitten um Erneuerung des Abonnements, damit die Zusendung keine Unterbrechungerleidet– wir raten ihm, sich an deutsche Quellen zu halten, damit er das Deutsche nicht ganzverlernt. Die schlimmste Verwirrung des Indikativs und des Konjunktivs ist aber in den Subjekt- und Objektsätzen (Inhaltsätzen) und in den abhängigen Fragesätzen eingerissen. Und doch, wie leicht ist es, bei einigem guten Willen auch hier das Richtige zu treffen!

Man vergleiche einmal folgende beiden Sätze: Curtius zeigte seinen Fachgenossen, daß er ihnen auch auf dieses Gebiet zu folgenvermöchte, und: Curtius zeigte seinenFachgenossen, daß er ihnen auch auf dieses Gebiet zu folgenvermochte. Was ist der Unterschied? In dem ersten Falle lehne ich, der Redende oder Schreibende, ein Urteil darüber ab, ob Curtius wirklich seinen Fachgenossen habe folgen können, ich gebe nur seine eigne Meinung wieder; im zweiten Falle gebe ich selbst ein Urteil ab, ich stimme ihm bei, stelle es als Tatsache hin, daß er ihnen habe folgen können. Ein andres Beispiel: die meisten Menschen trösten sich damit, daß es früher auchso war, und: die meisten Menschen trösten sich damit, daß es früher auchso gewesen sei. Was ist der Unterschied? In dem ersten Falle gebe ich über den Trostgrund der Menschen ein Urteil ab, ich stimme ihnen bei, ich stelle ihren Trostgrund als richtig, als Tatsache hin; in dem zweiten Falle enthalte ich mich jedes Urteils, ich gebe nur die Meinung der Menschen wieder. Noch ein Beispiel: ich kann doch nicht sagen, daß ich krankbin, und: ich kann doch nicht sagen, daß ich kranksei. Der erste Satz bedeutet: ich trage Bedenken, die Tatsache meiner Erkrankung einzugestehen; der zweite: ich trage Bedenken, eine Krankheit vorzuspiegeln. Da haben wir deutlich den Sinn der beiden Modi.

Darnach ist es klar, weshalb nach Zeitwörtern wiewissen,beweisen,sehen,einsehen,begreifen,erkennen,entdecken, ebenso wie nach den unpersönlichen Redensarten:es ist bekannt,es steht fest,es ist sicher,es ist klar,es ist kein Zweifel,es ist Tatsache,es läßt sich nicht leugnenusw. der Inhaltsatz stets im Indikativ steht. In allen diesen Fällen kann das Subjekt oder Objekt nur eine Tatsache sein; welchen Sinn hätte es da, ein Urteil darüber abzulehnen? Es ist also ganz richtig, zu sagen:kann es geleugnet werden, daß die Erziehung des gemeinen Volks eines der wichtigsten Mittelist, unsre Person und unser Eigentum zu schützen? Dagegen spricht aus folgenden Sätzen eine völlig unverständliche Ängstlichkeit: Hamerling hatbewiesen, daß man als Atheist ein edler und tüchtiger Mensch seinkönne– die Besichtigung der Leicheergab, daß es sich um einen Raubmordhandle– schonseit Jahren hatte sichherausgestellt, daß die Räume unzureichendseien– als man die Kopfhaut entfernte,sahman, daß die Schädeldecke vollständig entzwei geschnittensei– zu meinem Schreckenentdeckteich, daß der junge Graf nicht einmal orthographisch schreibenkönne– die Sammlung tritt sehr bescheiden auf und läßtkeinen Zweifeldarüber, daß die Zeit des Sturms und Dranges vorübersei. Was bewiesen, gesehen, entdeckt worden ist, sich ergeben, sich herausgestellt hat, nicht bezweifelt werden kann, das müssen doch Tatsachen sein. Weshalb soll man sich scheuen, solche Tatsachen anzuerkennen?

Dieser Fehler kommt denn auch verhältnismäßig selten vor. Um so öfter wird der entgegengesetzte Fehler begangen, daß nach Zeitwörtern, die eine bloße Meinung oder Behauptung ausdrücken, der Indikativ gesetzt wird, obwohl der Redende oder Schreibende über die ausgesprochne Meinung oder Behauptung nicht das geringste Urteil abgeben, sondern sie als bloße Meinung oder Behauptung eines andern hinstellen will. Die Zeitwörter, hinter denen das geschieht, sind namentlich:glauben,meinen,fühlen,denken,annehmen,vermuten,voraussetzen,sich vorstellen,überzeugt sein,schließen,folgern,behaupten,sagen,lehren,erklären,versichern,beteuern,bekennen,gestehen,zugeben,bezweifeln,leugnen,antworten,erwidern,einwenden,berichten,melden,erzählen,überliefern,erfahren,vernehmen,hörenu. a. Stehen diese Verba in dem Tempus der Erzählung, so setzt wohl jeder richtig den Konjunktiv dahinter, wiewohl sich auch Beispiele finden wie: er kam zu derÜberzeugung, daß er zu altwar, sich noch den bildenden Künsten zu widmen. Aber wie, wenn sie im Präsens oder im Futurum stehen? Da wird geschrieben: manglaubt, daß die Diebe während der Fahrt in den Zugstiegen– der Ausschuß ist derMeinung, daß der Markt der geeignetste Platz für das Denkmal ist – der Herausgeber ist zu derAnsichtgekommen, das sich diese Rede Ciceros nicht für die Schuleeignet– man kann dem Verfasser darin (d. h. in derAnsicht) beistimmen,daß sich das Juristendeutsch gegen früher bedeutend gebesserthat– jeder wird von einer Privatsammlung, die in den fünfziger Jahren genannt wurde,annehmen, daß sie heute nicht mehrbesteht– man geht von der albernenVoraussetzungaus, daß Bach und Händel grobe Klötze gewesensind– hier wirkt noch die alteVorstellung, daß das Wesen eines Dinges in seinem Bildesteckt– die Rede ist von derÜberzeugungerfüllt, daß das amerikanische Deutschtum mit der deutschen Sprachestehtundfällt– man behauptet, daß das Lateinische zu schwerist, als erste fremde Sprache gelernt zu werden – dieBehauptung, daß dieser Aufsatz für die Zeitschrift kein Ruhmesblattbildet, wird schwerlich auf Widerspruch stoßen – Marxsagt, daß keine neue Gesellschaft ohne die Geburtshilfe der Gewaltentsteht– mansagt, daß er sich von einem Priester taufenließ– der Fremde, der die Ausstellung besucht, wirdsagen, daß es der Berliner Kunst an Schwung und Phantasiegebricht– von glaubwürdiger Seite wird unsversichert, daß die Stimmung sehrflauwar – die Legendeerzählt, daß, als die Greisin noch ein schönes Mädchenwar, sie eine tiefe Neigung zu einem jungen Kriegerfaßte– dieMeldung, daß Morengagefallen ist, wird durch einen amtlichen Bericht bestätigt – in Berliner Künstlerwerkstätten gilt noch heute dieÜberlieferung, daß Rauch nicht immer der große Manngewesen ist, als den ihn die Nachwelt preist. In allen diesen Sätzen ist der Indikativ wahrhaft barbarisch. Doppelt beleidigend wirkt er, wenn in dem regierenden Satze die Meinung oder Behauptung, die im Nebensatze steht, ausdrücklich verneint wird, als falsch, als irrtümlich, als übertrieben, als unbewiesen bezeichnet wird. Und doch muß man täglich auch solche Sätze lesen wie: ich kannnicht zugeben, daß diese Satzfügung fehlerhaft ist – es kannnicht zugegebenwerden, daß der große Zuzug der Bevölkerung die Ursache der städtischen Wohnungsnotist– wir sindnichtzu derAnnahmeberechtigt, daß er sich durch die Mitgift der Frau zu der Heirat bewegenließ– aus dieser Tabelle läßt sichkeineswegsderSchlußziehen,daß die Kost dürftigist– daß der sozialistische Geschäftsbetrieb in diesen Industrien möglichist, hat nochniemand bewiesen– ich kannnicht finden, daß Wagners Musikläutert– ich muß aufs entschiedenstebestreiten, das es in einem unsrer Schutzgebiete Sklavenmärktegibt– daß das Kreuz erst in christlicher Zeit religiöse Bedeutungerhielt, kann mannicht behaupten–niemandwirdbehaupten, daß es dem Architekten gleichgiltig seinkann, ob sein Ornament langweilig oder geistreich ist – die K. Zeitung gehtzu weitmit derBehauptung, daß die beiden vorigen Sessionen des Landtags unfruchtbargewesen sind– es wirdschwerlichjemanddafür eintreten, daß die Ausführung dieses Planes möglichist– es istnicht wahr, daß man durch Arbeit und Sparen reich werdenkann–unwahrist, daß Herr B. eine Sühne von 500 M. angebotenhat– es istfalsch, wenn der Verfasser behauptet, daß die Fehlerzahl den Ausschlag bei der Versetzung der Schülergibt– es liegtnichtder leisesteAnhaltvor, daß eine neue Revision des Gesetzes beabsichtigtist– mir istnichtsdavonbekannt, daß das ausdrücklich betont wordenist– es istunzutreffend, daß das Urteil bereits rechtskräftig gewordenist– die Volkszeitung hat sich direktaus den Fingern gesogen, daß mich der Minister wegen meines patriotischen Verhaltens gelobthat– ich kannnicht sagen, daß ich diese Woche große Freude an der Arbeithatte– damit sollnicht gesagtsein, daß es der Sammlung ganz an duftigen Liederblütenfehlt– es soll damitnicht gesagtsein, daß Beethoven je populär werdenkann– wir glaubenwiderlegtzu haben, daß der Schule in diesem Kampfe ein Vorwurf zu machenist– werhat bewiesen, daß die sittliche Höhe eines Künstlers der künstlerischen seiner Werke gleichstehenmuß? (niemand!) –istirgendwo offenbar geworden, daß der Abgeordnete sich seiner Aufgaben bewußtgewesen ist(nein!) usw. Welcher Unsinn, etwas in einem Atem zu leugnen oder zu bestreiten und zugleich als wirklich hinzustellen! Darauf laufen aber schließlich alle solche Sätze hinaus. Der Indikativ kannin solchen Fällen geradezu zu Mißverständnissen führen. Wenn einer schreibt: es istfalsch, daß die Arbeit ohne jeden Grund eingestellt wordenist– so kann man das auch so verstehen: sie ist ohne jeden Grund eingestellt worden, und das ist sehr dumm gewesen. Will einer deutlich sagen: sie istnichtohne Grund eingestellt worden, so muß er schreiben: es istfalsch, daß die Arbeit ohne jeden Grund eingestellt wordensei.

Gewiß gibt es zwischen den unbedingt nötigen Indikativen und den unbedingt nötigen Konjunktiven verschiedne Arten von zweifelhaften Fällen. Es gibt doppelsinnige Verba, wie z. B.finden,sehen,zeigen, die ebensogut eine Erkenntnis wie eine Meinung ausdrücken können; darnach hat sich der Modus des Nebensatzes zu richten. Als der erste Schrecken überwunden war,sahendie Römer, daß sich der Aufstand nicht bis zum Rheinausdehne– man erwartet den Indikativ:ausdehnte; aber der Schreibende hat mitsehenvielleicht mehr den Gedankengang, die Erwägung der Römer ausdrücken wollen. So ist auchbeweisen wollen,zu beweisen suchenetwas andres alsbeweisen; Hamerling hatbeweisen wollen, daß man als Atheist auch ein edler und tüchtiger Mensch seinkönne– das wäre richtig, ebenso wie: erwill beweisen, daß weiß schwarzsei. Ein Bigotter könnte aber auch sagen: beweisen läßt sich alles mögliche; hat nicht Hamerling sogarbewiesen, daß ein Atheist ein edler Mensch seinkönne? Dann wäre der Sinn: trotz seines Beweises glaube ich es nicht. Und andrerseits kann man wieder sagen: warumwillstdu erst nochbeweisen, daß zwei mal zwei vierist? Man vergleiche noch folgende Sätze: darin geben wir dem Verfasser Recht, daß es unerklärlichist, wie der gütige Gott eine mit Übeln erfüllte Welt schaffen konnte; aber wir bestreiten, daß es deshalb logisch gebotensei, dem Wesen, das die sittliche Norm in sich enthält, die Weltschöpfung abzusprechen. Auch in dem ersten Satze ist der Konjunktiv möglich, mancher würde ihn vielleicht auch dort vorziehen. Bei guten Schriftstellern, bei denen man das angenehme Gefühl hat, daß sie jedes Wort mit Bedacht hinsetzen, macht es Vergnügen, solchen Dingennachzugehen. Aber wie oft hat man dieses Gefühl? Meist lohnt es nicht der Mühe, hinter plumpen Schnitzern nach besondern Feinheiten zu suchen.

Wenn das Verbum des Hauptsatzes im Präsens steht und das Subjekt die erste Person ist, so ist auch nach den Verben des Meinens und Sagens wohl allgemein der Indikativ üblich und auch durchaus am Platze. Wenn der Hauptsatz heißt:ich glaubeoderwir behaupten, so hätte es keinen Sinn, den Inhalt des Nebensatzes als bloße Vorstellung hinzustellen und ein Urteil über seine Wirklichkeit abzulehnen, dennichund der Redende sind jaeinePerson. Daher sagt man am liebsten: ichglaube, daß du Unrechthast. Und sogar wenn der Hauptsatz verneint ist: ichglaube nicht, daß sie bei so rauher Jahreszeit noch in Deutschlandsind– ichglaube nicht, daß der freie Wille der Gesellschaft heute schon stark genugist– wir sindnicht der Ansicht, daß man die bestehende Welt willkürlich ändernkann. In den beiden letzten Sätzen würde vielleicht mancher den Konjunktiv vorziehen; aber schwerlich wird jemand sagen:ich glaube nicht, daß sie bei so rauher Jahreszeit noch in Deutschlandseien. Selbst in Wunsch- und Absichtssätzen steht in solchen Fällen der Indikativ, zumal in der Umgangssprache. Jedermann sagt: spann deinen Schirm auf, daß du nicht naßwirst!Werdestwürde hier so geziert klingen, daß der andre mit Recht erwidern könnte: du sprichst ja wie ein Buch. Wenn man aber einen Bibelspruch anführt, sollte man ihn nicht so anführen: Richte nicht, damit du nicht gerichtetwirst!

Genau so wie mit den Objektsätzen, die mit dem Fügewortdaßanfangen, verhält sichs mit denen, die die Form eines abhängigen Fragesatzes haben: sie müssen im Konjunktiv stehen, wenn der Redende oder Schreibende kein Urteil darüber abgeben kann, ob ihr Inhalt wirklich sei oder nicht, weil es sich um Dinge handelt, die eben in Frage stehen, sie können im Indikativ stehen, wenn der Redende ein solches Urteil abgeben kann und will, sie müssen im Indikativ stehen, wenn es gar keinen Sinn hätte, ein solches Urteil abzulehnen, weil es sichum eine einfache Tatsache handelt. Richtig sind folgende Sätze: man darf sich nicht damit begnügen, zu behaupten, etwas sei Recht, sondern man muß doch wenigstens angeben, weshalb es Rechtsei, und welches Ziel ein solches Rechtverfolge– nicht darum handelt sichs in der Politik, ob eine Bewegung revolutionärsei, sondern ob sie eine innere Berechtigunghabe– die Frage, ob der Angeklagte den beleidigenden Sinn eines Schimpfworteserkannt habe, wird meist leicht zu bejahen sein – man sollte sich fragen, ob man nicht selbst die Mißstände zum Teilverschuldet habe, die man beklagt – es sollte nicht gefragt werden, ob die Zölle überhaupt zweckmäßigseien, sondern ob im einzelnen Fall ein Zoll angebrachtsei, und ob damit erreichtwerde, was erstrebt wird. Liederlich ist es dagegen, zu schreiben: die Verhandlung hatkeine Klarheitdarüber gebracht, ob die Klagen berechtigtsindoder nicht. Wie kann man etwas als gewiß hinstellen, wovon man eben gesagt hat, daß es noch unklar sei? Falsch sind aber auch – trotz ihres schönen Konjunktivs – folgende Sätze: wie weit das Gebietsei, das K. bearbeitet,zeigenseine Bücher – ältere Zuhörer, die mehr oder weniger schonwissen, wovon die Redesei– es ist vom Schüler zu verlangen, daß erwisse, was eine Metaphersei– es wäre interessant, zuwissen, was Goethe mit dieser Bezeichnung gemeinthabe.

Schuld an der traurigen Verrohung des Sprachgefühls, die sich in den falschen Indikativen kundgibt, ist zum Teil sicherlich die Unsitte, die Hilfszeitwörter in den Nebensätzen immer wegzulassen; das stumpft das Gefühl für die Bedeutung der Modi so ab, daß man sich schließlich auch dann nicht mehr zu helfen weiß, wenn das Verbum gesetzt werden muß. Daneben aber ist noch etwas andres schuld, nämlich die unter dem verwirrenden Einflusse des Englischen immer ärger werdende Unkenntnis, welche Konjunktive und welche Indikative im Satzbau einander entsprechen, d. h. in welchen Konjunktiv im abhängigen Satz ein Indikativ des unabhängigen Satzes verwandelt werden muß; es scheint das geradezu nicht mehr gelernt zu werden. Man erinnertsich wohl dunkel einer Konjugationstabelle, worin die Indikative und Konjunktive einander so gegenübergestellt waren:

ich bin

ich sei

ich war

ich wäre

ich bin gewesen

ich sei gewesen

ich war gewesen

ich wäre gewesen

oder:

ich nehme

ich nehme

ich nahm

ich nähme

ich habe genommen

ich habe genommen

ich hatte genommen

ich hätte genommen

Aber daß einem diese Gegenüberstellung aus der Formenlehre für den Satzbau gar nichts helfen kann, das weiß man nicht. Die Gegenüberstellung der Modi für die Inhaltssätze sieht so aus:

er trägt

daß er trage oder: daß er trüge

er trug

daß er getragen habe oder: daß er getragen hätte

er hat getragen

ich bin

daß ich sei oder: daß ich wäre

ich war

daß ich gewesen sei oder: daß ich gewesen wäre

ich bin gewesen

Daß sich gerade der Indikativ des Imperfekts jetzt so oft findet, wo ein Konjunktiv des Perfekts oder des Plusquamperfekts hingehört (Friedmann ist den Beweis dafür schuldig geblieben, daß dieser Verdacht haltlos und sinnwidrigwar), zeigt deutlich, daß man einen richtigen Konjunktiv in abhängigen Sätzen zu bilden vollständig verlernt hat.


Back to IndexNext