[1]Ein treffendes Beispiel davon lieferte bereits im Jahre 1580Prospero Alpino, dessen Gewährsmann für die in Aegypten gebräuchlichen Pflanzennamen offenbar mit Stockschnupfen behaftet gewesen war. Der berühmte venetianische Arzt verzeichnete z.B. für die Dattelpalme„Dachel“, stattNachl, für die Frucht der Adansonia„Báobab“und„Bahobab“, stattHabhab, für Balanites„Agihalid“, stattHegelig.[2]„ghūl“غولals böser Geist wird in Aegypten stets weiblich gedacht, im heutigen Algerien aber bezeichnet das Wort allerdings eine Art Knecht Ruprecht, mit dem die Kindermädchen drohen. Die Kinder glauben, derghūllebe in Höhlen der Berge.[3]Der oft von ihm gemachte Vorbehalt lautete: ich darf nicht nach dem Lexikon korrigieren.Prof. J. J.Hesserklärt die von ihm bei seinen zentralarabischen Sprachstudien getroffene Buchstabenwahl keineswegs von der in den arabischen Sprachwörterbüchern gebotenen Orthographie abhängig machen zu wollen. Er unterscheidet um so gewissenhafter die phonetischen Nuancen, die im zentralarabischen Dialekt jedem Buchstabenlaute eine eigene Klangfarbe erteilen.[4]Als Beispiel einer solchen Unbenutztbarkeit philologisch transkribierter Namen in naturwissenschaftlichen und anderen nicht sprachwissenschaftlichen Zeitschriften mag die von dem hochverdienten Prof. J.Velenowskyin den Verhandlungen der K. böhm. Nat.-Ges. zu Prag, 1911, veröffentlichte Aufzählung der „Plantae arabicae Musilianae“ angeführt werden. Dort sind bei den zahlreichen arabischen Namen, die ein so hervorragender Kenner wieMusilgewiß mit großer Zuverlässigkeit der Umschreibung gegeben, alle diakritischen Zeichen einfach weggelassen worden. In Folge davon sind die meisten Namen geradezu unkenntlich geworden.[5]Wie oft bin ich nicht von Reisenden gefragt worden: wo liegt Gitse? Also, wahrscheinlich irgendwo in China, mußte die Antwort lauten. Nein, wir meinen die Pyramiden vom Gitse (gelesen Gize), so nennt sie der Baedeker. Natürlich denkt niemand daran, daß dort im deutschen Text, oft in ein und derselben Zeile, zweierlei z vorkommen.[6]Ich habe bereits auf die Unterstützung hingewiesen, die mir durch Prof. J. J.Hesshinsichtlich der Richtigstellung der Schreibung einer Anzahl von bei den arabischen Beduinen Aegyptens gebräuchlichen Pflanzennamen gewährt worden ist.[7]In dem arabisch-lateinischen Wörterbuch vonGeorg Wilhelm Freytag(1830) haben die vonForskålverzeichneten Pflanzennamen zwar Aufnahme gefunden, jedoch nur mit den vonForskålvor 144 Jahren gegebenen botanischen Bezeichnungen, die heute zum großen Teil nicht mehr Geltung haben. ImForskål’schen Werk ist die mit CII bis CXXVI paginierte Aufzählung ein systematisches Verzeichnis aller vonForskålin Jemen gesammelten und definierten 693 Pflanzenarten. Die zweite Aufzählung, S. 1-219 paginiert, ist „Descriptiones plantarum florae aegyptiaco-arabicae“ betitelt und enthält die Beschreibung der sowohl in Aegypten, wie auch in Jemen aufgefundenen neuen Arten. Die beigefügten arabischen Namen finden sich in beiden Aufzählungen wiederholt, die in den „Descriptiones“ gegebenen in größerer Vollständigkeit zusammengestellt. In beiden sind die Namen mit lateinischen Buchstaben nach phonetischer Methode umschrieben und mehr als ⅔ derselben mit arabischer Schrift wiedergegeben. Die große, fast ausnahmslose Übereinstimmung beider Lesarten bezeugt nicht nur die Genauigkeit des Herausgebers sondern auch die Deutlichkeit und Sorgfalt, mit der der gelehrte Reisende seine Notizen abgefaßt hat.[8]Clement-Mullethat im Journal asiatique („sur les noms arabes des végétaux“, T. 15) 1870Forskålzum Teil gerechtfertigt, indem er sagt: „Sprengelbehauptet die vonForskålgegebenen arabischen Namen unberücksichtigt gelassen zu haben, weil er an ihrer Genauigkeit zweifele. Auf eine solche Kritik glauben wir antworten zu müssen, daß der schwedische Botaniker, ein sehr unterrichteter Mann, die Namen wiedergibt, die in dem bereisten Lande in Gebrauch sind, und wenn seine Bezeichnungen auch zum Erklären der alten Autoren der nötigen Genauigkeit entbehrten, sie doch für diejenige der modernen von Wert sein können.“ Auch hier wieder die Überschätzung des botanischen Wissens der Autoren. Eine ähnliche Erscheinung bot die Überschätzung des geographischen Wissens der „Autoren“ am Schluß des XV. Jahrhunderts.
[1]Ein treffendes Beispiel davon lieferte bereits im Jahre 1580Prospero Alpino, dessen Gewährsmann für die in Aegypten gebräuchlichen Pflanzennamen offenbar mit Stockschnupfen behaftet gewesen war. Der berühmte venetianische Arzt verzeichnete z.B. für die Dattelpalme„Dachel“, stattNachl, für die Frucht der Adansonia„Báobab“und„Bahobab“, stattHabhab, für Balanites„Agihalid“, stattHegelig.
[1]Ein treffendes Beispiel davon lieferte bereits im Jahre 1580Prospero Alpino, dessen Gewährsmann für die in Aegypten gebräuchlichen Pflanzennamen offenbar mit Stockschnupfen behaftet gewesen war. Der berühmte venetianische Arzt verzeichnete z.B. für die Dattelpalme„Dachel“, stattNachl, für die Frucht der Adansonia„Báobab“und„Bahobab“, stattHabhab, für Balanites„Agihalid“, stattHegelig.
[2]„ghūl“غولals böser Geist wird in Aegypten stets weiblich gedacht, im heutigen Algerien aber bezeichnet das Wort allerdings eine Art Knecht Ruprecht, mit dem die Kindermädchen drohen. Die Kinder glauben, derghūllebe in Höhlen der Berge.
[2]„ghūl“غولals böser Geist wird in Aegypten stets weiblich gedacht, im heutigen Algerien aber bezeichnet das Wort allerdings eine Art Knecht Ruprecht, mit dem die Kindermädchen drohen. Die Kinder glauben, derghūllebe in Höhlen der Berge.
[3]Der oft von ihm gemachte Vorbehalt lautete: ich darf nicht nach dem Lexikon korrigieren.Prof. J. J.Hesserklärt die von ihm bei seinen zentralarabischen Sprachstudien getroffene Buchstabenwahl keineswegs von der in den arabischen Sprachwörterbüchern gebotenen Orthographie abhängig machen zu wollen. Er unterscheidet um so gewissenhafter die phonetischen Nuancen, die im zentralarabischen Dialekt jedem Buchstabenlaute eine eigene Klangfarbe erteilen.
[3]Der oft von ihm gemachte Vorbehalt lautete: ich darf nicht nach dem Lexikon korrigieren.
Prof. J. J.Hesserklärt die von ihm bei seinen zentralarabischen Sprachstudien getroffene Buchstabenwahl keineswegs von der in den arabischen Sprachwörterbüchern gebotenen Orthographie abhängig machen zu wollen. Er unterscheidet um so gewissenhafter die phonetischen Nuancen, die im zentralarabischen Dialekt jedem Buchstabenlaute eine eigene Klangfarbe erteilen.
[4]Als Beispiel einer solchen Unbenutztbarkeit philologisch transkribierter Namen in naturwissenschaftlichen und anderen nicht sprachwissenschaftlichen Zeitschriften mag die von dem hochverdienten Prof. J.Velenowskyin den Verhandlungen der K. böhm. Nat.-Ges. zu Prag, 1911, veröffentlichte Aufzählung der „Plantae arabicae Musilianae“ angeführt werden. Dort sind bei den zahlreichen arabischen Namen, die ein so hervorragender Kenner wieMusilgewiß mit großer Zuverlässigkeit der Umschreibung gegeben, alle diakritischen Zeichen einfach weggelassen worden. In Folge davon sind die meisten Namen geradezu unkenntlich geworden.
[4]Als Beispiel einer solchen Unbenutztbarkeit philologisch transkribierter Namen in naturwissenschaftlichen und anderen nicht sprachwissenschaftlichen Zeitschriften mag die von dem hochverdienten Prof. J.Velenowskyin den Verhandlungen der K. böhm. Nat.-Ges. zu Prag, 1911, veröffentlichte Aufzählung der „Plantae arabicae Musilianae“ angeführt werden. Dort sind bei den zahlreichen arabischen Namen, die ein so hervorragender Kenner wieMusilgewiß mit großer Zuverlässigkeit der Umschreibung gegeben, alle diakritischen Zeichen einfach weggelassen worden. In Folge davon sind die meisten Namen geradezu unkenntlich geworden.
[5]Wie oft bin ich nicht von Reisenden gefragt worden: wo liegt Gitse? Also, wahrscheinlich irgendwo in China, mußte die Antwort lauten. Nein, wir meinen die Pyramiden vom Gitse (gelesen Gize), so nennt sie der Baedeker. Natürlich denkt niemand daran, daß dort im deutschen Text, oft in ein und derselben Zeile, zweierlei z vorkommen.
[5]Wie oft bin ich nicht von Reisenden gefragt worden: wo liegt Gitse? Also, wahrscheinlich irgendwo in China, mußte die Antwort lauten. Nein, wir meinen die Pyramiden vom Gitse (gelesen Gize), so nennt sie der Baedeker. Natürlich denkt niemand daran, daß dort im deutschen Text, oft in ein und derselben Zeile, zweierlei z vorkommen.
[6]Ich habe bereits auf die Unterstützung hingewiesen, die mir durch Prof. J. J.Hesshinsichtlich der Richtigstellung der Schreibung einer Anzahl von bei den arabischen Beduinen Aegyptens gebräuchlichen Pflanzennamen gewährt worden ist.
[6]Ich habe bereits auf die Unterstützung hingewiesen, die mir durch Prof. J. J.Hesshinsichtlich der Richtigstellung der Schreibung einer Anzahl von bei den arabischen Beduinen Aegyptens gebräuchlichen Pflanzennamen gewährt worden ist.
[7]In dem arabisch-lateinischen Wörterbuch vonGeorg Wilhelm Freytag(1830) haben die vonForskålverzeichneten Pflanzennamen zwar Aufnahme gefunden, jedoch nur mit den vonForskålvor 144 Jahren gegebenen botanischen Bezeichnungen, die heute zum großen Teil nicht mehr Geltung haben. ImForskål’schen Werk ist die mit CII bis CXXVI paginierte Aufzählung ein systematisches Verzeichnis aller vonForskålin Jemen gesammelten und definierten 693 Pflanzenarten. Die zweite Aufzählung, S. 1-219 paginiert, ist „Descriptiones plantarum florae aegyptiaco-arabicae“ betitelt und enthält die Beschreibung der sowohl in Aegypten, wie auch in Jemen aufgefundenen neuen Arten. Die beigefügten arabischen Namen finden sich in beiden Aufzählungen wiederholt, die in den „Descriptiones“ gegebenen in größerer Vollständigkeit zusammengestellt. In beiden sind die Namen mit lateinischen Buchstaben nach phonetischer Methode umschrieben und mehr als ⅔ derselben mit arabischer Schrift wiedergegeben. Die große, fast ausnahmslose Übereinstimmung beider Lesarten bezeugt nicht nur die Genauigkeit des Herausgebers sondern auch die Deutlichkeit und Sorgfalt, mit der der gelehrte Reisende seine Notizen abgefaßt hat.
[7]In dem arabisch-lateinischen Wörterbuch vonGeorg Wilhelm Freytag(1830) haben die vonForskålverzeichneten Pflanzennamen zwar Aufnahme gefunden, jedoch nur mit den vonForskålvor 144 Jahren gegebenen botanischen Bezeichnungen, die heute zum großen Teil nicht mehr Geltung haben. ImForskål’schen Werk ist die mit CII bis CXXVI paginierte Aufzählung ein systematisches Verzeichnis aller vonForskålin Jemen gesammelten und definierten 693 Pflanzenarten. Die zweite Aufzählung, S. 1-219 paginiert, ist „Descriptiones plantarum florae aegyptiaco-arabicae“ betitelt und enthält die Beschreibung der sowohl in Aegypten, wie auch in Jemen aufgefundenen neuen Arten. Die beigefügten arabischen Namen finden sich in beiden Aufzählungen wiederholt, die in den „Descriptiones“ gegebenen in größerer Vollständigkeit zusammengestellt. In beiden sind die Namen mit lateinischen Buchstaben nach phonetischer Methode umschrieben und mehr als ⅔ derselben mit arabischer Schrift wiedergegeben. Die große, fast ausnahmslose Übereinstimmung beider Lesarten bezeugt nicht nur die Genauigkeit des Herausgebers sondern auch die Deutlichkeit und Sorgfalt, mit der der gelehrte Reisende seine Notizen abgefaßt hat.
[8]Clement-Mullethat im Journal asiatique („sur les noms arabes des végétaux“, T. 15) 1870Forskålzum Teil gerechtfertigt, indem er sagt: „Sprengelbehauptet die vonForskålgegebenen arabischen Namen unberücksichtigt gelassen zu haben, weil er an ihrer Genauigkeit zweifele. Auf eine solche Kritik glauben wir antworten zu müssen, daß der schwedische Botaniker, ein sehr unterrichteter Mann, die Namen wiedergibt, die in dem bereisten Lande in Gebrauch sind, und wenn seine Bezeichnungen auch zum Erklären der alten Autoren der nötigen Genauigkeit entbehrten, sie doch für diejenige der modernen von Wert sein können.“ Auch hier wieder die Überschätzung des botanischen Wissens der Autoren. Eine ähnliche Erscheinung bot die Überschätzung des geographischen Wissens der „Autoren“ am Schluß des XV. Jahrhunderts.
[8]Clement-Mullethat im Journal asiatique („sur les noms arabes des végétaux“, T. 15) 1870Forskålzum Teil gerechtfertigt, indem er sagt: „Sprengelbehauptet die vonForskålgegebenen arabischen Namen unberücksichtigt gelassen zu haben, weil er an ihrer Genauigkeit zweifele. Auf eine solche Kritik glauben wir antworten zu müssen, daß der schwedische Botaniker, ein sehr unterrichteter Mann, die Namen wiedergibt, die in dem bereisten Lande in Gebrauch sind, und wenn seine Bezeichnungen auch zum Erklären der alten Autoren der nötigen Genauigkeit entbehrten, sie doch für diejenige der modernen von Wert sein können.“ Auch hier wieder die Überschätzung des botanischen Wissens der Autoren. Eine ähnliche Erscheinung bot die Überschätzung des geographischen Wissens der „Autoren“ am Schluß des XV. Jahrhunderts.
Bei Verdoppelung von arabischen Schriftzeichen ist zur Vermeidung von Verwechselung mit den durch Verdoppelung der lateinischen wiedergegebenen einfachen, zwischen beide ein Punkt gesetzt, desgleichen auch ein Punkt zwischen die gehäuften Buchstaben, wenn ihre arabischen Äquivalente eine Verdoppelung erfahren.
Wo kein Name auf die Ortsbezeichnung folgt, ist der Gewährsmann G. Schweinfurth.
Ein ! steht vor dem Vorzugsnamen, wenn der nämliche sich bei verschiedenen Pflanzen wiederholt.
ARABISCHE PFLANZENNAMEN AUS DERFLORA VON AEGYPTEN,DIE KULTURPFLANZEN UND DIE IM HANDEL VORKOMMENDEN INBEGRIFFEN.