Der Erzgebirger ist entnervt und erschlafft, aber weniger noch an körperlichen, als an geistigen Kräften; jetzt geschieht allerdings was möglich ist, um nur in etwas seine Energie zu wecken; die Schulen werden überall vermehrt und verbessert, man sucht die Einzelnen ihrem Jammer zu entziehen und mit dem wirklichen Leben bekannt zu machen, bedeutendeSummen werden vom Staat und von Privaten daran gewandt, der augenblicklichen Noth zu steuern – aber es ist auch nur die augenblickliche Noth, und solche Hülfe genügt nicht mehr allein. Die Wunde, die vielleicht in früherer Zeit mit leichten Umschlägen und Salben geheilt gewesen wäre, ist jetzt geeitert, der Brand ist hinzugetreten und jede Verzögerung einer ernstlichen Cur macht sie nur noch schmerzhafter und noch gefährlicher. Dem Erzgebirger sind seine Berge die Welt; kommt er in das flache Land, so stellt er sich linkisch und ungeschickt an, – aber das ist's nicht allein – durch eine Nahrung, wie sie bei uns kein Hund verzehren würde, ist er auch schwach und kraftlos geworden. Haben ihn auch nun wirklich Bauern als Knecht einmal angenommen und ihm denselben Lohn, wie ihren andern Arbeitern, gegeben, so vermochte er natürlich nicht von allem Anfang so auch zu arbeiten, das Alles zu leisten, was jene wirklich leisteten. War dann auch der Herr vernünftig und gutmüthig genug, das Alles nachzusehen, wollte er den Unglücklichen eher zurechtweisen als einschüchtern, so fand dieser dagegen bei seinem ihm fremdenrohenCameraden – denn unsere Arbeiter sindleiderin der Mehrzahl roh – keine so freundliche Gesinnung. Wer das Verhältniß der Knechte und Dienstleute zu einander kennt, wird mir recht geben;erst verspotten sie den Fremdling, besonders wenn er sich etwas täppisch und unbeholfen zeigt, oder gar nach einem anderen Dialekt redet, und machen sich über ihn lustig, äffen ihm auch wohl die Worte nach; dann aber auch murren sie und werden gehässig, wenn ein Anderer, der mit ihnen auf gleicher Stufe steht und dieselben Pflichten hat wie sie, nicht auch alles das leisten kann oder wirklich leistet, was man von ihnen selbst fordert.
Der Erzgebirger aber, nur in seinem innersten Familienkreise aufgezogen und groß geworden, ist zu weichlich, zu schüchtern, dem Allen begegnen zu können, die geistige Energie fehlt ihm, jetzt einmal doch zu zeigen, daß er ein Mann ist und denFeind, der sich ihm zeigt, zu bekämpfen. Nein, das Heimweh faßt ihn nach seinen Bergen; dort mußte er wohl hungern und Noth leiden, aber dort lachte ihn auch keiner aus, dort war er nicht verspottet und verachtet. Der geringe Funke von Geist, der noch in ihm schlummerte, wurde dort nicht mit Füßen getreten, und zurück flieht er mit aller Hast und Angst zu den Seinen und theilt lieber Jammer und Elend mit ihnen. Ebenso, nur in einem fast noch stärkeren Grade, war es mit den Mädchen, die sich in's flache Land ausmiethen wollten. – Nichts auf der Gotteswelt haben sie daheim gelernt, alsihre Klöppel zu führen und höchstens einmal, und selbst das noch mangelhaft, ihre Kleider auszubessern und herzurichten – jetzt auf einmal verlangt man lauter fremde unbekannte Sachen von ihnen, und dieselbe Scheu treibt auch sie zu den Ihren zurück.
Wohl wäre es vielleicht auch jetzt noch Zeit, auf die Jugend mit allen nur zu Gebote stehenden Mitteln einzuwirken, daß wenigstens diese einer so fürchterlichen und gefährlichen Lethargie entrissen wird, – es muß sogar wirklich geschehen, wenn nicht der ganze Stamm doch verderben soll. – Die Unglücklichen haben sich aber gegenwärtig dem Abgrund, der sie verschlingen muß, so fürchterlich genähert, daß – und zwar rasch und ohne Zögern – etwas Gewaltiges, etwas Durchgreifendes geschehen muß, wenn nichtjedeHülfe zu spät kommen soll.
Jener fürchterlich übervölkerte Gebirgsdistrikt, dessen Bewohner mit einer Hartnäckigkeit an ihrer Beschäftigung hängen, die der der Schaafe gleicht, wenn sie, befreit, in den brennenden Stall zurückstürzen – jener Distrikt muß gelichtet und auf eine Art gelichtet werden, die den Zurückbleibenden Luft giebt und ihnen freier zu athmen gestattet. Durch keine bürgerliche Hülfe kann dies aber allein geschehen, und wäre sie auch zehnmal größer, als sie Sachsen zu bieten vermag. Dermoralische Triebdieser Menschen muß geweckt werden, und nur dann ist es möglich, an eine wirkliche Rettung derselben zu glauben.
Das ist aber wieder nur durch eineAuswanderungmöglich, und nicht etwa durch die Auswanderung Einzelner, die immer nur auf ihren engen Familienkreis zurückwirken, nein, durch die vom Staate selbst geleitete Auswanderung vonTausenden, für die man in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine neue Heimath gründet.Zwanzigtausend Menschenmüssen übersiedelt werden, oderHunderttausendegehen rettungslos zu Grunde. Wie das geschehen könne, ist hier nicht Raum genug zu erörtern, aber dadurch wird nur die Möglichkeit hergestellt, erstlich für den Augenblick die zwanzig Tausend der Noth zu entreißen und den Zurückbleibenden in den ersten Jahren eine Concurrenz zu nehmen, die sie freier aufathmen läßt. Abgerechnet von all dem materiellen Nutzen, den eine solche That für Gehende und Bleibende haben muß, von dem Lande, was frei wird, von den gewonnenen Producten, die nicht mehr in die kleinsten Atome vertheilt werden müssen, von den gelieferten Arbeiten, die jetzt doch wenigstens regelmäßig ihre Käufer finden, wenn sie auch keinen höhern Preis erreichen – abgesehen von alle diesem ist es aber besonders dermoralische Einfluß, den eine solche Auswanderung aufden übrigen Theil der Gebirge üben wird und muß. Bis jetzt erschien ihnen selbst das außer ihrer nächsten Umgebung Liegende wie eine fremde Welt – daß man ohne Klöppeln existiren konnte begriffen sie nicht – selbst die Einzelnen, die es tollkühn versucht hatten, in das »Ausland«, nach Leipzig, Dresden, ja selbst Chemnitz zu gehen, kamen fast sämmtlich wieder zurück und kauerten lieber an ihrem Klöppelkissen – da hatten sie den Beweis – es ging draußen für sie nicht an – sie gehörten nicht da hinaus und mit ängstlicher verderblicher Scheu hielten sie selbst ihre Kinder davon zurück. Dann aber wäre die Bahn gebrochen – Tausende sind plötzlich über tausend Meilen weit, über das Meer sogar, nach einem fremden Lande gezogen – der Gebirger hat auf das Aeußerste gespannt – in Angst und Sorge um die Tollkühnen, einer Nachricht von ihnen gelauscht – da plötzlich treffen Briefe auf Briefe ein – in alle Theile des Gebirges zweigen sie aus – solche Schreiben laufen von Hand zu Hand, jede Familie drängt sich herzu, wenn der Vater oder Schullehrer die ersehnte Kunde meldet, und eine neue Welt geht plötzlich vor ihren Augen auf, als sie das Jubelgeschrei der Ihren aus der Ferne hören – als sie mit Staunen und Verwunderung hören, daß Jene nicht mehr zu hungern und zu frieren brauchen, daßsie mit mäßiger Arbeit einen Ueberfluß von Nahrung und Kleidung verdienen können und jetzt zum ersten Male steigt derfreiwilligeund durch nichts anderes geweckte Wunsch in ihrer Brust auf – »könntest Du dorthin.«
Mit dem Wunsche aber denkt der Gebirger auch schon an die Möglichkeit der Ausführung, und jetzt, jetzt ist die Zeit gekommen, seinen verkümmerten Geist mit allen Waffen der gesunden Vernunft anzugreifen und aus seinem Traume mit aufrütteln zu helfen. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo dem im alten Schlamme noch Versunkenen der Fortschritt der Welt gezeigt und er selbst zum thätigen Mitwirken daran aufgefordert werden muß. Aeußere Umstände kommen dann noch dazu, die Einwirkung zu vermehren; bis dahin wird das Klöppeln durch die sich immer mehr verbessernden englischen Spitzen fast ganz vernichtet und zu Grunde gerichtet sein; der Gebirger, aus seinem Stumpfsinn erwacht, sieht auf der einen Seite seinen alten Erwerbszweig, an den er wie an ein Evangelium geglaubt, zerstört, auf der anderen dagegen Sachen möglich gemacht, die er bis dahin nur für tolle Märchen gehalten, und er wird dann, wenn der alte Zauber erst einmal gebrochen, auch nicht allein ein Mensch werden, sondern was noch viel wichtiger und für ihn nothwendiger sein muß,fühlen, daß er wirklich ein Menschist.
Der dortigen fürchterlichen Noth kann auf keine andere Art möglicher Weise abgeholfen werden – eine Auswanderung ist meiner Meinung nach das Einzige. Mag aber da der Staat nicht durch eine scheinbare Verantwortlichkeit zurückschrecken, eine Verantwortlichkeit, die nur in der Idee existirt. Bei einer Auswanderung werden wohl Manche sterben, Manche dort, statt der gehofften Heimath, einGrabfinden; hier aber gehen die Leutegewiß, und wie die Aussicht jetzt ist, alle zu Grunde. Jenes sind dann auch nicht Folgen der Auswanderung, nein, es sind noch die Folgen des fürchterlichen Elends, das hier ihren Körper aufgerieben und vergiftet – der Keim des Todes ist es, der hier schon durch widernatürliche Nahrungsmittel und Lebensart gepflanzt und gepflegt wurde. Und was für ein Unterschied zwischen dem Tode eines Vatersdortundhier. Dort weiß er die Seinigen versorgt, oder die Hoffnung versüßt wenigstens seine letzten Stunden – ein gemeinsames Unternehmen hat sie in seinen Schutz genommen, er fühlt, daß sie nicht hülflos untergehen werden – und hier? – wenn er hier stirbt – wenn er noch einmal auf die bleichen elenden Gestalten sieht, die sein hartes Lager umstehn – wenn er weiß,wieer sein ganzes Leben verbracht hat, weiß, daß all die Seinen auch nur Aehnliches, vielleicht jetzt noch größeres Elenderwartet – muß ein solcher Augenblick nicht alle Qualen der Hölle in sich schließen, und kann da noch von einer Verantwortlichkeit die Rede sein? Nein, wahrlich nicht, die alte Generation wird freilich aussterben, ohne viel Heil und Segen von der Uebersiedelung gehabt, ohne die Vortheile alle genossen zu haben, die man für sie beabsichtigte; aber die Kinder, die hier nur dem sicheren Elend entgegen gingen, sind gerettet. Der Erzgebirger, der den Anwuchs seiner Familie bis dahin nur als einen Fluch betrachtete und betrachtenmußte, sieht plötzlich, daß er ihm dort, in den freien Wäldern einer neuen Welt zumSegenwird. Die erzgebirgische Mutter, die bei dem Tode eines Kindes wohlhabender Eltern mit stierem Blicke sagte: »Mir stirbt keins!« findet Brod für die Kleinen, und die natürliche Liebe, die durch Noth und Elend gewaltsam erstickt worden, wacht wieder auf in ihrem fast erkalteten Herzen.
AuchderEinwand kann keine Geltung finden, daß die Armen zu schwach und entkräftet wären und die schweren Arbeiten des dortigen Ackerbaues nicht aushalten würden. Die Erzgebirger, wenigstens ein großer Theil derselben, arbeiten hier auch in Wald und Feld und würden mit Freuden noch mehr arbeiten, wenn sich ihnen nur die Gelegenheit böte. Ist er aber auch schwach und entkräftet, so sind das nur ganznatürliche Folgen seines elenden Lebens, die sich mit einer Aenderung desselben ebenfalls ändern werden. Und gehört denn nicht wirklich eine Riesennatur dazu, eine solche Noth so lange Jahre hindurch zuertragen? Ueberdies sollen solche Uebersiedelten im Anfang, und ehe sie sich ganz erholt und gekräftigt hätten, aber auch gar keine so übermäßig anstrengenden Arbeiten verrichten, – sie sollen in den ersten Jahren nur so viel bauen, als sie zum einfachsten Leben, aber an gesunder nahrhafter Kost brauchen, und Gott weiß, sie brauchen wenig genug. Mit der Zeit mögen sie dann an Verbesserungen, an den Absatz ihrer Producte und an die Zukunft denken, dann werden sie auch im Stande sein, derartige Pläne nicht allein auszuführen, sondern auchfassenzu können – früher, wo ihnen die Kraft und Fähigkeit sowohl zum Einen wie zum Andern fehlt, haben sie das gar nicht nöthig.
Schafft sie nur erst hinüber, die Unglücklichen, gebt ihnen nur erst die Gelegenheit, sich emporzuraffen, wählt nur das rechte Mittel, sie zuMenschenzu machen, und sie werden Euch beweisen, was sie vermögen. – Heil und Segen wird dem Unternehmen folgen, aber mit Ernst muß es auch angegriffen werden, mit Lust und Liebe zur schönen That, und starke Opfer dürfen nicht gescheut werden, dann aberläßt sich auch wirkliche Hülfe, nicht eine bloße Galgenfrist bleichen Hungertodes erwarten, und der alte Krebsschaden, der jetzt an unserm schönen Sachsenlande zehrt und nagt, wird endlich einmal, so bald die kranken Theile herausgeschnitten sind, heilen und gesunden.
Mir war von all dem Elend so weh geworden, daß ich kaum weiß, wie ich diese Hütte verließ, und doch fand ich in vielen andern, die ich an diesem Morgen noch besuchte, immer nur dasselbe Leid, denselben Jammer, der wie ein düsteres Trauertuch das ganze Land bedeckte. Und dochlebendiese Menschen noch – wo nur noch eine Aussicht auf Existenz blieb, da schien auch die Hoffnung nicht ganz erstorben zu sein – sie kannten den Umfang ihres Elendes selbst zu wenig, und eineVoraussichtauf die Zukunft haben diese Menschen nicht, sie sind wie unmündige Kinder und müssen auch wie solche geführt werden. – An den meisten Orten war aber der Jammer doch schon so groß und nachhaltig gewesen, daß sie auf meine Fragen, ob sie denn die Gebirge verlassen würden, wenn sich ihnen eine Aussicht böte, mit thränenden Augen und wie schon früher antworteten:
»Ja – ach Gott, ja – nur nicht verhungern!«
Und auch ich rufe das: – Fort mit den Unglücklichen – fort mit ihnen nach einem Orte, wo sienicht verhungern. – Was nützen die Palliativmittel, mit denen wir uns vorlügen, wir hätten eine Noth gelindert, einen Schmerz gestillt? Der flüchtige Moment war es, den wir beschwichtigten, und der nicht einmal, denn in dem nämlichen Athemzug erwacht auch schon die Angst für die nächste Stunde. Ernste, durchgreifende That muß hier reifen und schnell reifen, wenn nicht die nächsten Jahre schon auf ein Elend herabsehen sollen, wie es uns aus den Bergen Oberschlesiens in scheußlichem Hohn entgegengrinste – mit dem Angstgeschrei der Sterbenden mischt sich dann ihr Fluch unddieVerantwortung dann wäre fürchterlich.
Doch genug von all diesem entsetzlichen Jammer – mir schnürte er die Brust zusammen, und ich floh, so schnell ich konnte, zurück in's flache Land. –
Die Zeiten, die schönen Zeiten sind vorüber, wo der Mann noch auf männliche Art sein Vergnügen suchte; wo er mit Speer und Messer, mit Wurfgeschoß oder Büchse den Wald durchstreifte, den Bär im eigenen Lager angriff, und dem Eber auf schäumendem Rappen durch Dickicht und Unterholz folgte.
Die schönen Zeiten der edlen, männlichen Jagd sind vorbei; jetzt höchstens gehn die jungen Herren mit Jagdfrack nach neuestem Schnitt, und sauberen, eng anschließenden Kamaschen, die Hände in einem Muff, den Hals dicht und warm in wollene Shawls eingeschlagen, hinaus und stellen sich an (und Gott weiß es,wiesie sich manchmal dazu anstellen). Die Bauern müssen ihnen dann das arme, unglückliche, verrathene und verkaufte Wild herbeitreiben, und wenn kein Unglück passirt, das heißt, wenn der Hahnwirklich aufgezogen, oder die Sicherheit nicht vorgeschoben, oder die Flinte nicht verladen, oder das Zündhütchen nicht »schändlicher Weise« herabgefallen, oder die Brille verloren ist, der Gewehrriemen nicht »gerade als man zielen will« über dem Lauf liegt, oder der Schuß nicht nachbrennt, als man das Wild »so herrlich auf dem Korn hatte«, oder der Hase zu weit oder zu schnell läuft, oder wenn tausend andere Oder und unvorhergesehene Zufälle nicht dazwischen kommen und besonders das Haupt-Oder – ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht, wenn sie nämlich nicht effectiv fehlen – dann schießen sie wohl ihr Häschen oder ihre unglückliche Ricke, die sie in der Eile, »weil sie nicht aus den Büschen herauswollte«, für einen Bock angesehen haben.
Das nennen sie nachher Jagd.
Die Otterjagd ist vielleicht die einzige, der, in England wenigstens, bis auf unsre Tage viel Eigenthümliches und Kräftiges geblieben.
Noch halten sich manche Edelleute ihre Ottermeuten und verfolgen Tage lang mit einer, unsren Jägern gewiß unbegreiflichen Mißachtung jeder Feuchtigkeit das flüchtige Thier durch Bäche und kleine flache Ströme; ihre Blüthenzeit ist aber auch vorüber, und wirklich interessante Jagden werden mit jedem Jahre seltener.
Der Pomp und die Umständlichkeit der alten Jagden gaben an sich schon dem Ganzen einen eigenthümlichen Reiz, und die Otterjäger hatten nicht allein ihre verschiedenen Sitten und Gebräuche, sondern auch eine ganz besondere Tracht. Ihre kurzschößigen Jacken waren grün, mit Scharlach, ihre Pelzmützen mit Goldbändern besetzt, und mit Straußenfedern geziert. Stiefeln, ziemlich nach Art unsrer jetzigen hohen Wasserstiefeln, reichten bis zu ihren Hüften hinauf, und trugen oben goldene oder silberne Franzen. Ihre Speere zeichneten sich ebenfalls durch ihre reichen Verzierungen und ihre geschnitzte Arbeit aus, und der Anblick eines Zuges vollständig ausgerüsteter Otterjäger war zu gleicher Zeit so pittoresk als imposant. Mit der Verringerung der Ottern hat aber auch zu gleicher Zeit ihre Jagd sich vereinfacht, doch war selbst noch zu Ende des letzten Jahrhunderts die Otterjagd in England eine der betriebensten und volksthümlichsten. Regelmäßige Ottermeuten wurden gehalten, und die Landleute schienen damals von ihren Otterspeeren so unzertrennlich, wie jetzt von ihren Spazierstöcken.
Zu eben dieser Zeit war übrigens der Otterspeer einfacher als er jetzt ist, und er bestand nur aus einer gewöhnlichen, geraden Eschenstange mit einfachen oderdoppelten Harpunen oder Pfeilspitzen. Jetzt hat eine neuere und wohl auch zweckmäßigere Erfindung den gewöhnlichen Widerhaken verdrängt, und die Stahlspitze ist so gearbeitet, daß sie erst dann, wenn in den Körper des Thieres getrieben, zwei Haken ausläßt, die es dem verwundeten Otter unmöglich machen, sich von der tödtlichen Waffe wieder zu befreien.
Ich will dem Leser eine solche Otterjagd beschreiben.
Es hatte sich eine Gesellschaft von sieben Jägern zusammengefunden, um in einem kleinen Flusse, Namens Tiesie, eine am vorigen Abend durch den Squire selbst aufgefundene Otterfährte zu verfolgen und wo möglich den schlauen Fischdieb zu erlegen. Der Tiesie läuft eine lange Strecke durch flaches, etwas sumpfiges Land, dort aber, wo er zuerst seinen Lauf in wenn auch niedere, aber dennoch seine Ufer steil begrenzende Hügel lenkte, hatte Mr. Halway die Spuren entdeckt, und als am nächsten Morgen die Gesellschaft mit ihren Speeren und einer tüchtigen Meute Hunde den Platz erreichte, bezeugten mehrere frische Gräten, die an der linken Uferbank unter einer kleinen Lindengruppe lagen, seine Nähe.
Die Hunde wurden, kaum den Platz erreicht, schon unruhig, und Nell und Boney, ein Paar ausgezeichneteOtterfänger, schienen es besonders auf ein kleines Schilfdickicht abgesehen zu haben, das sich der Lindengruppe gegenüber befand.
Halway stimmte dafür, daß ein Theil der Jäger hinüber an's andere Ufer waten, und dort die Hunde unterstützen solle, es war aber noch beim Beginn der Jagd und Alles –trocken, und da meinten denn Mehrere: »der Otter sei wahrscheinlich an dieser Seite«, wo ja auch die Gräten alle lagen und die meisten Spuren waren; der gegenüberliegende Platz blieb also von den Jägern unbesetzt, und am hohen Flußrande hingehend munterten sie durch Zurufe und den fröhlichen Jagdschrei die immer hitziger und eifriger werdenden Hunde auf, den Feind zu finden, damit sie ihn mit ihren Speeren verfolgen und erlegen könnten.
»S'ist nur ein Glück,« meinte Dickson, einer von Halway's Nachbarn, »daß sich der Otter nicht ein Paar hundert Schritte weiter oben aufhält, der kleine See dort würde alle unsre weiteren Versuche, seiner habhaft zu werden, unnütz gemacht haben, denn der Grund ist so schlammig, daß es wahrhaftig mit Lebensgefahr verknüpft ist, sich nur bis an die Knie hineinzuwagen.«
»Hahaha« lachte Merville, »davon weiß Dicksoneine Geschichte zu erzählen. Als wir das letzte Mal hier waren, stak er in dem Sumpfe drinnen und unsrer Sechse haben mit Stricken und Seilen wohl eine Viertelstunde lang gezogen, bis wir ihn wieder heraus und auf's Trockene brachten.«
»Ha – was hat Nell dort?« rief Blower – ein anderer Gutsbesitzer aus der Gegend – »Wahrhaftig, Halway, ich glaube, Ihr habt Recht, der Otter sitzt da drüben, ich werde hinüber waten.«
Er war im Begriff, seinen Entschluß augenblicklich in's Werk zu setzen, aber zu spät. Der Otter hatte wirklich in jenem Schilfdickicht gelegen und wahrscheinlich die um ihn herumsuchenden Hunde vorbeilassen, und dann zurück zu dem schützenden See schwimmen wollen, wo jede weitere Verfolgung vergeblich gewesen wäre, das wurde aber durch die Aufmerksamkeit Boney's, der durch derartige Kunstgriffe schon mehrere Male getäuscht worden und nicht gesonnen schien, sich auf's Neue anführen zu lassen, vereitelt, denn er und Nell hielten sich fortwährend ziemlich hoch im Schilfe, und überließen es den anderen Hunden, den schlauen Feind aufzustöbern und flüchtig zu machen.
Dieser sah auch kaum, wie jeder Versuch, das tiefe Wasser zu erreichen, vergeblich war, als er das dichteSchilf verließ und, über den hier mehrere hundert Schritt breiten Wasserspiegel hinwegschwimmend, erst entschlossen schien, den Fluß mit aller nur möglichen Schnelle stromab zu gehen, dann aber wieder links einbog und in einem rechten Winkel eine seichte Stelle erreichte, wo das Wasser etwa drei Fuß tief, den Hunden nicht erlaubte Grund zu fassen, und der Otter selbst, unter dem dichten Wurzelwerk und Rohr verborgen, vor ihnen geschützt blieb und auch dann und wann, ohne fürchten zu müssen entdeckt zu werden, an die Oberfläche kommen und Luft schöpfen konnte.
»Hier hilft kein Zaudern mehr« schrie aber Halway jetzt, selbst bis unter die Arme in das Wasser springend – »von dort heraus bringen ihn die Hunde nicht, und wenn wir nicht mit unsren Speeren die Bestie heraustreiben, so können wir die Jagd nur aufgeben.«
Merville sprang dicht hinter ihm her, und auch Blower folgte, Dickson aber, als er die drei der Stelle zu waten sah, während die Hunde einen Heidenlärm vollführten und bellend und winselnd ihren Herren nachplätscherten, dachte bei sich, daß zum Vortreiben vollkommen genug Menschen im Wasser säßen, suchte sich daher eine seichte, kaum wenige Zoll tiefe Stelle aus, und schritt an das andere Ufer hinüber, wo er auf einem vorragenden, steilen Felsblock die Jagdübersehen und auch augenblicklich stromab das niedere Ufer wieder erreichen konnte, wenn das verfolgte Thier, wie es fast nicht anders konnte, die Flucht durch die weiter unterhalb liegende Stromschnelle und über einen kleinen Fall, versuchen sollte.
Halway hatte übrigens Recht gehabt, die Hunde vermochten nichts gegen ihren listigen Feind auszurichten, der nur dann und wann, in irgend einem ungangbaren Gebüsch, die bärtige Schnautze über die Oberfläche des Wassers hob, um die nöthige Luft zu schöpfen, und dann schnell und geräuschlos wieder untertauchte in sein sicheres Versteck.
Die drei Jäger fanden bald, daß auch sie hier ihre Hilfe leihen mußten, langsam also, und in gleicher Linie das schmale und kaum hundert achtzig Schritt lange Schilfdickicht durchwatend, stießen sie höchst aufmerksam in alle die Stellen mit den umgekehrten Speeren hinein, unter denen möglicher Weise der Fischdieb verborgen liegen konnte. Schon näherten sie sich indessen dem Ende des seichten Platzes und die Hunde fingen an wieder zurückzusuchen, während Halway selbst zu glauben begann sie hätten ihre Beute übergangen, als diese plötzlich, höchst unverhofft zum Vorschein kam.
Merville hatte nämlich eben mit der Stange inein besonders dichtes Gewirr von Wurzelwerk und Wasserpflanzen hineingefühlt, als Nell, der seinen Standpunkt überhalb des Schilfbruches noch immer nicht verlassen, die Nase prüfend in die Höhe hob und im nächsten Augenblick auch schon, eifrig schnaubend auf die Stelle zuschwamm, wo Merville noch immer stand, und den Hund beobachtete. Da tauchten, nur wenige Schritte von ihm entfernt, einzelne kleine Luftblasen in die Höhe, und er wußte, dort müßte der Otter sein. Die Tiefe des Wassers, in dem er sich selbst befand, also schnell berechnend, schwang er den Speer hoch empor, und stieß ihn mit rascher, sicherer Hand nieder auf den Grund des Flusses, wo sich der listige Flüchtling verborgen hielt.
Aber wehe! in allem Eifer hatte er vergessen, den Speer, den er noch verkehrt in der Hand trug, umzudrehen, und als der mit ausgezeichneter Geschicklichkeit geführte Stoß, denn Merville war ein guter Otterjäger, niederfuhr, kam er in höchst unsanfte Berührung mit dem wirklich dort lauernden Thier, brachte aber demselben leider keinen weiteren Schaden, als daß er es bedeutend erschreckte, aus seiner bisherigen Sicherheit auf und zu dem höchst unbesonnenen Entschluß trieb, die Rettung in offener Flucht zu suchen.
Instinctmäßig wandte sich der Otter nun zwar stromauf, der sicheren Bahn zu, hier aber begegnete er den beiden offenen Rachen von Nell und Boney, die gierig nach ihm schnappend, ihre Beute schon gefaßt wähnten. So leicht sollte ihnen aber der Sieg nicht werden.
Jener, die Seichtheit des Wassers fürchtend, in welchem er, wenigstens an dieser Stelle, nicht wagen durfte zu tauchen, schien schnell entschlossen das andere Ufer des Flusses zu erreichen, und ehe Merville, der jetzt natürlich seine Waffe schnell genug wandte, wieder festen Fuß fassen, und sich von seinem Schreck erholen konnte, strich er schon wie ein Aal, die ganze Länge des Körpers außer dem Wasser zeigend, von der Schilfinsel fort, und schräg über den Fluß hinüber dem steilen Vorsprung zu, auf welchem Dickson, an seine Waffe gelehnt, dem Kampfe bis jetzt behaglich zugeschaut hatte.
Kaum merkte dieser aber, wie sich der Schauplatz der Hetze auf seine Seite verlegen würde, als er, so schnell ihn seine Füße trugen, von der Höhe heruntersprang, und das Ufer gerade in demselben Augenblicke erreichte, in welchem der Verfolgte das feste Land betreten und, argbedrängt von den Hunden, wahrscheinlich über die in den Fluß hinauslaufende Landspitzehinweg schlüpfen und das auf der unteren Seite befindliche ruhige und tiefere Wasser erreichen wollte. Durch den unvorsichtig auf ihn Einstürmenden aber geängstigt, änderte er seinen Plan und wandte sich wieder; da schallte ein Triumphruf von der gegenüber liegenden Seite und selbst Dickson hielt ihn für verloren, denn dicht, dicht hinter ihm, kaum wenige Zoll von seiner bärtigen Schnauze entfernt, schnappte Boney, schon im Vorgenuß der ihn erwartenden Seligkeit, gierig mit den Fängen und öffnete den weiten Rachen.
»Hurrah!« schrie Halway vom anderen Ufer aus – »Hurrah Hunde – faßt ihn – faßt ihn!«
Boney hörte den Zuruf seines Herrn und fuhr, schwerlich noch einer Anreizung bedürfend, mit wildem Biß nach dem Nacken des Thieres, doch war es nichts als Wasser, was ihm, im wahren Sinne des Wortes, im Maule zusammenlief, der Otter tauchte in demselben Moment, als ihn Dickson schon zwischen den Fängen des Hundes glaubte, blitzschnell nieder, glitt unter dem Bauche seines Feindes fort, und schoß nun, wieder zur Oberfläche emporkommend, mit aller ihm nur zu Gebote stehenden Schnelle stromab.
»Hinüber – hinüber noch Einer von Euch!« schrie Halway jetzt erregt – »die Bestie will über denFall hinunter und in die tiefe Stelle, kaum hundert Schritte unterhalb. Fünf Ottern haben wir schon bis zu dem Platz verfolgt, und dann regelmäßig aufgeben müssen. Jetzt nur hinunter an die Fälle, so schnell wir können.«
Hawkins leistete dem Rufe Folge und watete schnell zu Dickson hinüber, die Uebrigen jedoch glaubten auf der Seite, auf welcher sie sich befanden, am Ersten zum Wurf kommen zu können und eilten Halway nach, der, so schnell es ihm der weiche, schlammige Boden gestattete, unter der Felswand fortlief, die hier das Flußthal überhing und sein Bestes versuchte, einen kleinen mit hohem Schilfgras bewachsenen Vorsprung zu erreichen, der sich, von mehreren Fichten überschattet, gerade über dem Fall befand, so daß der Otter, wollte er hier durch, dicht an ihm vorbeidefiliren mußte.
»Wie kam's, daß Ihr den Otter fehltet, Merville?« rief er diesem zu, als er ihn eben eingeholt hatte – »er lag Euch doch dicht vor den Füßen.«
»O zum Teufel – ich hielt den Speer verkehrt.«
»Unsinn« lachte Halway, »ein so alter Otterjäger, wie Ihr, wird mit dem verkehrten Speer stoßen.«
»Ich gebe Euch mein Wort darauf,« betheuerte Merville im vollen Laufen, um neben dem schnellfüßigernHalway zu bleiben, der ihn schon zurücklassen wollte – »ich fürchtete mit dem Widerhaken im Schilfe hängen zu bleiben und –«
»Dort ist er,« schrie Halway, und überflog mit einem Satze eine schmale sich hier hineindrängende Bucht, arbeitete sich mit verzweifelter Anstrengung durch das hohe Rohr, und stand im nächsten Augenblick auf der ersehnten Stelle. Es war aber auch die höchste Zeit, denn der Otter, durch das viele Tauchen ermüdet, hatte es aufgegeben, im Dickicht augenblickliche Zuflucht zu finden, und wußte nun, das in dem tiefen Wasser seine alleinige Rettung lag; den Fall also einmal passirt, trug ihn schon die Strömung des Flusses in wenigen Secunden dorthin, und eine am rechten Ufer liegende Schilfgrasecke nun dazu benutzend, die dicht folgenden Hunde irre zu führen oder aufzuhalten, schnitt er wieder hinüber, und näherte sich reißend schnell dem niedern Wassersturz.
Nell und Boney, mit der größeren Schwimmfertigkeit ihres Feindes wohl bekannt, sahen kaum, wie dieser in offener Flucht und den mit Speeren bewaffneten Jägern so weit voraus, sein Heil suchte, als sie auch schon, wie verabredet, dem ihnen am nächsten liegenden linken Ufer zuschwammen, dieses erreichten, und nun schnellen, flüchtigen Laufes darauf hinstürmten,dem Schwimmenden den Weg abzuschneiden. Dicht über dem Fall aber, von Dickson's wüthendem Schreien zum Aeußersten getrieben, sprangen sie wieder, jetzt dicht hinter dem Otter, in's Wasser, während die Anderen der Meute ebenfalls in nur wenigen Schritten Entfernung kleffend und winselnd folgten.
Wo der Otter zum letzten Male in's Schilf gekrochen war, hatte er mehrere junge Hunde verleitet, ihn immer noch dort zu glauben, und eifrig nach ihm das dichte Gestrüpp zu durchwühlen, was, Einem besonders, fast sehr schlecht bekommen wäre, da Hawkins, der im ersten Augenblick, als er sich Etwas bewegen sah, glaubte, es sei der Otter, schon zum tödtlichen Stoße ausholte, seinen Irrthum aber noch glücklicher Weise zeitig genug einsah.
Schlimmer erging es Dickson, der, jetzt Nässe und Feuchtigkeit verachtend, in das seichte Wasser sprang und mit der Linken den Hut um den Kopf schwenkte, die Meute durch immer grellere und ohrenzerreißendere Töne zu fast wahnsinniger Wuth antrieb, während er selbst der Jagd nachzukommen versuchte. Aber wehe – der nächste Schritt, den er that, brachte ihn mit dem Fuß in ein tiefes Senkloch – er verlor das Gleichgewicht, und verschwand im nächsten Moment unter der über ihn wieder friedlich zusammenschießendenFluth, wenig von den Jägern, und noch weniger von den Hunden beachtet, die wild und theilnahmlos vorbeistürmten.
Jetzt hatte aber auch der Otter den Fall erreicht, und glitt mit Blitzesschnelle darüber hin – doch kaum zehn Schritt von ihm entfernt, stand Halway, den Speer hoch erhoben und ruhig und kaltblütig den Zeitpunkt abwartend, der ihm einen sichern Wurf gestatten würde, denn kaum durfte er hoffen, seine Waffe in diesem Augenblick mit Erfolg schleudern zu können. Er sollte auch nicht lange harren – in der nächsten Secunde verschwand der Otter in den schäumenden Sprudelwellen, die hier seit Jahrtausenden gegen den Fall ankämpften, und gleich darauf stieg er korkähnlich wieder daraus hervor.
Dies war aber das einzige Moment, in dem Halway hoffen durfte, seinen Wurf anzubringen; und er wußte das. – Schnell zuckte noch einmal der schon gehobene Arm zu kräftigerem Schwunge zurück, und dann, von der starken Hand gesandt, zischte er nieder in die schäumende Fluth, aus welcher eben das bärtige Gesicht des armen, gehetzten Thiers aufgetaucht war.
Wie mit Zauberschnelle verschwand Otter und Harpune unter Wasser, jetzt aber glitten auch, kühn und unerschrocken, die beiden Hunde über den Fall,und als der zum Tode Getroffene zuckend und sich sträubend wieder an die Oberfläche kam, erfaßten ihn die treuen Rüden, und zerrten ihn, winselnd und mit den Schwänzen wedelnd an's Ufer.
Dickson war indessen ebenfalls seinem nassen Bade entstiegen, und Merville, der jetzt, freilich etwas spät, auf dem Kampfplatz erschien, half die Beute auf's Trockene ziehen und wehrte die übrige Meute ab, die kleffend herbeistürmte und ihre Freude wenigstens durch einige wohlangebrachte Bisse kund zu thun wünschte.
Nach und nach versammelte sich nun die ganze Jägerschaar um das glücklich erlegte Thier, und nachdem es gemessen war – es maß vier Fuß fünf Zoll vom Kopf bis zum Schwanzende – zog sie jubelnd dem nicht weit entfernten Farmhof Halway's zu, um sich dort bei Speise und Trank von den gehabten Anstrengungen zu erholen.
Dickson aber und Merville waren an diesem Tage die beiden unglücklichen Schlachtopfer aller Jägerscherze.
Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.
Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. In dieser Transkription werdengesperrtgesetzte Schrift sowie Textanteile inAntiqua-Schrifthervorgehoben.
Der Halbtitel wurde entfernt.
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, einschließlich absichtlich fehlender Satzzeichen in den beiden "Bomaier"-Auswandererbriefen, sowie uneinheitlicher Schreibweisen wie beispielsweise "Arkansas" – "Arkansus", "Barkeeber" – "Barkeeper", "dausend" – "tausend", "dies" – "dieß", "Riviere – "Rivière",
mit folgenden Ausnahmen,
im Inhaltsverzeichnis: "224" geändert in "229"(Civilisation und Wildniß 229)
Seite6:"Gabrieln" geändert in "Gabrielen"(denn Gabrielen behandelte sie nicht wie eine Dienerin)
Seite8:"«" und "»" eingefügt(um aller Heiligen willen,« bat Gabriele, »so hab ich Dich)
Seite16:"«" eingefügt(habe ich Schutz und Hülfe gefunden.«)
Seite22:"Schade" geändert in "schade"(verdammt schade, daß man rothes Fell)
Seite23:"mistrauischen" geändert in "mißtrauischen"(seinem Gefährten einen schnellen, mißtrauischen Seitenblick)
Seite32:"Gariele" geändert in "Gabriele"(»Gabriele!« rief aber der Vater)
Seite37:"einem" geändert in "einen"(wie die Gesetze einen Overseer)
Seite37:"Mishandlung" geändert in "Mißhandlung"(für die Mißhandlung dieser Unglücklichen)
Seite42:"«" hinter "Duxon." entfernt und hinter "Cent," eingefügt(keine funfzig Cent,« höhnte Duxon.)
Seite45:"machmal" geändert in "manchmal"(lügen Ihnen manchmal das Blaue vom Himmel)
Seite45:"Gescheideste" geändert in "Gescheidteste"(Das Gescheidteste wäre)
Seite68:"aufgetrocknet" geändert in "ausgetrocknet"(noch nicht ganz wieder ausgetrocknet war)
Seite69:"«" hinter "St. Clyde," entfernt und hinter "Gott!" eingefügt(»Großer Gott!« stöhnte St. Clyde, erschüttert auf die)
Seite75:"Cocktaws" geändert in "Chocktaws"(Es sind Chocktaws – ich muß fort)
Seite87:"los ließ" geändert in "losließ"(dieser sie halbbetäubt losließ)
Seite90:"den" geändert in "denn"(ein Ende machte, denn er hielt plötzlich sein Pferd an)
Seite93:"Überirdische" geändert in "Ueberirdische"(glaubt nicht mehr an das Ueberirdische)
Seite93:"»" vor "oder" entfernt und "«" hinter "geträumt," eingefügt(mit wachenden Augen geträumt,« oder die lieblose)
Seite98:"laß" geändert in "las"(nöthigte ihn sehr artig zum Sitzen, las dann den Titel)
Seite108:"ewigens" geändert in "ewigen"(in die kreisenden Sonnenwelten des ewigen Seins)
Seite110:"ganzem" geändert in "ganzen"(er sie in seinem ganzen Leben noch nicht)
Seite113:"Fahrboote" geändert in "Fährboote"(schnelle Fährboote, mit kleinen rasch puffenden Maschinen)
Seite113:"Frucht" geändert in "Fracht"(eifrig beschäftigt, die Fracht aus- oder einzuladen)
Seite124:"das" geändert in "daß"(und der Gedanke auch, daß sie ihren Verwandten)
Seite127:"Umständen" geändert in "Umstände"(siegten die äußeren, keineswegs günstigen Umstände)
Seite130:"ihn" geändert in "ihm"(ihm für die treue Wahrung seines Kindes dankte)
Seite135:"." eingefügt(an der Dampfbootlandung hin und her. – Sollte er)
Seite136:"abhing" geändert in "anhing"(mit aller Liebe einer wirklichen Tochter anhing)
Seite139:"so gar" geändert in "sogar"(mußte sogar ein paar Mal stehn bleiben)
Seite143:"das" geändert in "daß"(ahnen zu lassen, daß dort, wohin man)
Seite150:"des" geändert in "das"(habe unten an der Landung das Sternwheelboot)
Seite152:"fur" geändert in "für"(in Mainstreet soll dann ein Wagen für Euch stehn)
Seite152:"«" eingefügt(dafür will ich auch schon Sorge tragen.«)
Seite157:"halbschlauen" geändert in "halb schlauen"(die halb schlauen, halb ängstlichen Seitenblicke)
Seite166:"den" geändert in "gen"(Bug gen Westen und schoß blitzesschnell davon)
Seite171:"körperlichen" geändert in "körperlichem"(was er zu körperlichem Wohlbefinden gebrauchte)
Seite172:"erungenen" geändert in "errungenen"(er entsagte ja nur einem errungenen Vortheil)
Seite176:"-" eingefügt(kürzlich eingetroffenen Mail- oder Postboot)
Seite176:"," eingefügt(»Eagle of the West«, ein rasches wackeres Dampfboot)
Seite187:"unermüdlichen" geändert in "unermüdlichem"(der mit unermüdlichem Eifer daran ging)
Seite190:"halten" geändert in "haltend"(an jeder Station ewig lange haltend, und zuletzt gar)
Seite203:"«" hinter "Lippen." entfernt(und biß sich auf die Lippen.)
Seite217:"wiederstand" geändert in "widerstand"(sie widerstand allen meinen Bemühungen)
Seite230:"-" eingefügt(das Meeting- oder Bethaus)
Seite242:"»" eingefügt(»hahahaha! weißer Mann – mehr)
Seite251:"«" hinter "gewesen;" entfernt und hinter "aber," eingefügt(an dem Tage gewesen; aber,« setzte er leiser hinzu)
Seite258:"«" hinter "lesen," entfernt und hinter "Mutter?" eingefügt(»Soll ich weiter lesen, Mutter?«)
Seite259:"«" eingefügt(keinen Sohn – keinen Freund ....«)
Seite263:"»" vor "denn" und "«" hinter "beziehen." entfernt(denn auf diesen mußte sie doch natürlich das Gesagte beziehen.)
Seite263:"Sich" geändert in "sich"(was Sie sich hätten denken können)
Seite264:"»" vor "fuhr" entfernt und "«" hinter "sein," eingefügt(muß es doch gewiß sein,« fuhr die unverwüstliche)
Seite264:"Sich" geändert in "sich"(Denken Sie sich, Miß Baywood)
Seite267:"demselbem" geändert in "demselben"(ihr Auge begegnete in demselben Moment)
Seite268:"hieher" geändert in "hierher"(hierher nach Boonville zu holen)
Seite279:"ihn" geändert in "ihm"(Hütte bei Hütte durchforschte er nach ihm)
Seite302:"Drathpuppen" geändert in "Drahtpuppen"(Zum Teufel mit den seelenlosen Drahtpuppen)
Seite332:"den" geändert in "der"(Heizer auf einem der Mississippi-Dampfboote)
Seite376:"großen" geändert in "großem"(von vielem und großem Einfluß sein)
Seite366:"Papierkabseln" geändert in "Papierkapseln"(die gewöhnlichen Streichhölzchen in Papierkapseln)
Seite379:"freundlich" geändert in "freundliche"(fand ich eine freundliche Familie beisammen)
Seite410:"Scherck" geändert in "Schreck"(sich von seinem Schreck erholen konnte)
Seite411:"»" eingefügt(vom anderen Ufer aus – »Hurrah Hunde – faßt ihn)
Seite412:"«" eingefügt(»Wie kam's, daß Ihr den Otter fehltet, Merville?«)
Seite412:"»" eingefügt(»er lag Euch doch dicht vor den Füßen.«)
Seite413:"»Nell und Boney«" geändert in "Nell und Boney,"(Nell und Boney, mit der größeren Schwimmfertigkeit)
sowie jeweils "«," geändert in ",«"
auf Seite405:(»S'ist nur ein Glück,« meinte Dickson)
und Seite412:(»Ich gebe Euch mein Wort darauf,« betheuerte Merville)