April.
Die Preußen rücken in vier Heeresabteilungen (über Trautenau, Reichenberg, Nollendorf, Komotau, zusammen 117000 Mann) in Böhmen ein.
6. Mai.
Sieg Friedrichs bei Pragüber die Österreicher (Herzog Karl von Lothringen und Browne).Schwerin †.
Friedrich belagertPrag, greift mit einem Teil seines Heeres den zum Einsatz anrückendenDaunan, erleidet aber eine bedeutende
18. Juni.
Niederlage bei Kolin.Prag und ganz Böhmen aufgegeben, Rückzug nach der Lausitz. Die Franzosen dringen bis zur Weser vor.
26. Juli.
Schlacht bei Hastenbeck, Sieg derFranzosenüber Friedrichs Verbündete (unter demHerzog von Cumberland, zweitem Sohne König Georgs II.).
Die Russen (Apraxin) greifen in Ostpreußen den Feldmarschall Lehwaldt mit überlegener Macht an und siegen (30. Aug.) beiGroßjägersdorf, gehen aber wegen Verpflegungssorgen und Krankheit der Kaiserin Elisabeth nach der preußisch-polnischen Grenze zurück.
Friedrich läßt die größere Hälfte seines Heeres (unter dem Herzog vonBraunschweig-Bevernund Generalv. Winterfeld) in der Lausitz zurück und zieht mit 25000 Mann nach Thüringen. Winterfeld † im Gefecht beiMoys(unweit Görlitz, 7. Sept.).
8. Sept.
Vertrag zuKloster Zeven(Herzog vonCumberlandundRichelieu), wonach die FranzosenHannoverbesetzen. Einzweitesfranzösisches Heer unterSoubisevereinigt sich mit demReichsheere, um Sachsen zu befreien.Friedrich zieht diesen Feinden entgegen; Generalv. Seydlitzmit der Vorhut vertreibt sie (19. Sept.) ausGotha.
5. Nov.
Sieg Friedrichs bei Roßbach(westlich von der Saale, unweit Merseburg) mit 22000 Mann (die Reiterei unterSeydlitz) überSoubiseund dasReichsheer(64000 Mann).
Der Vertrag von Zeven wird von der englischen Regierung verworfen. HerzogFerdinand von Braunschweigerhält den Oberbefehl gegen die Franzosen. Friedrich zieht in Eilmärschen nach Schlesien, wo dieÖsterreicherden Herzog vonBraunschweig-Bevernin der
22. Nov.
Schlacht bei Breslaugeschlagen und gefangen hatten.
5. Dez.
Sieg Friedrichs bei Leuthenmit 32000 Mann über 80000Österreicher(Karl von Lothringen und Daun).Breslauwiedergewonnen.
1758.
Friedrich erobert Schweidnitz, dringt inMährenein, belagertOlmützvergeblich, muß sich, da Daun heranrückt, nach Schlesien zurückziehen. Im Osten Vorrücken der Russen (Fermor), die sich mit den Österreichern zu vereinigen suchen. Im Westen treibtFerdinand von Braunschweigdie Franzosen über den Rhein zurück, schlägt sie in der
23. Juni.
Schlacht bei Krefeldund verteidigt sich dann, durch englische Truppen (8500 Mann) verstärkt, inWestfalengegen zwei französische Heere.
Die Russen dringen nach Eroberung Ostpreußens bis zur Oder vor und belagernKüstrin. Friedrich läßt einen Heeresteil in Sachsen unter seinem Bruder, dem PrinzenHeinrich, zurück, einen andern in Schlesien unter dem FeldmarschallKeithund zieht gegen die Russen.
25. Aug.
Sieg Friedrichs(Seydlitz)bei Zorndorf(unweit Küstrin) über die Russen (42000 Mann unterFermorgegen 36000 Preußen).
Die Österreicher rücken nach der Lausitz vor; der König kommt seinem Bruder Heinrich zu Hilfe.
14. Okt.
Niederlage Friedrichs bei Hochkirch(unweit Bautzen) durchDaun.Dennoch behauptet er Sachsen und Schlesien und entsetztNeiße.
1759.
HerzogFerdinand von Braunschweig, von den Franzosen unter dem Herzog von Broglie beiBergen(unweit Frankfurt am Main) zurückgeschlagen (13. April), behauptet, das Wesergebiet durch seinen
1. Aug.
Sieg bei Minden.Erneutes Vorrücken der Russen (Soltykow), sie schlagen den Generalv. Wedell, dem der König die Vollmacht eines Dictators gegeben hatte, beiKayunweit Züllichau (23. Juli). Friedrich kann ihre Vereinigung mit denÖsterreichernunterLaudonnicht hindern. Schwere
12. Aug.
Niederlage Friedrichs bei Kunersdorf(bei Frankfurt a. d. Oder) durch dieÖsterreicherund die im Anfange bereits geschlagenenRussen. AberDaunmit dem zweiten österreichischen Heere bleibt in der Lausitz stehen, wird von PrinzHeinricham Vorrücken gehindert. Friedrichs Lager beiFürstenwalde. Er folgt den in der Richtung aufGlogauabziehenden Russen und wendet sich dann nach Sachsen.
4. Sept.
Dresdenvon Österreichern und Reichstruppen eingenommen. Der General Schmettau erhält freien Abzug. Friedrich versucht die Stadt wiederzugewinnen; aber das von ihm nachMaxen(unweit Pirna) entsandte Korps des GeneralFinck(12000 Mann) wird von Daun eingeschlossen
20. Nov.
und gefangen. Friedrich behauptet seine Winterquartiere in der Gegend zwischen Freiberg und Meißen.
1760.
FouquévonLaudonin der
23. Juni.
Schlacht bei Landshutgeschlagen und mit 8000 Mann gefangen. Nach vergeblicher BelagerungDresdenszieht der König nach Schlesien, woBreslauvom Generalv. Tauenzientapfer verteidigt wird.
15. Aug.
Sieg Friedrichs bei Liegnitzüber dieÖsterreicherunterLaudon. Er hindert die Vereinigung der Russen mit den Österreichern.
Sept.
Kolbergbehauptet sich gegen die belagernden Russen, wird entsetzt durch den raschen Zug des Generals von Werner.
Okt.
BesetzungBerlinsdurch Russen (Tottleben) und Österreicher. Beim Heranrücken des Königs ziehen sich die Feinde zurück. Darauf blutiger
3. Nov.
Sieg Friedrichs bei Torgauüber dieÖsterreicherunterDaun. Generalv. Zietenentscheidet den Sieg durch Erstürmung der Süptitzer Höhen.
1761.
Friedrich im Lager beiBunzelwitz(bei Schweidnitz) den vereinigtenÖsterreichern(Laudon) undRussen(Buturlin) gegenüber, die nichts Entscheidendes gegen ihn wagen. Trennung der verbündeten Heere.Schweidnitzwird von den Österreichern,Kolbergvon den Russen genommen. Friedrich im Lager beiStrehlen, um Breslau zu decken. In Sachsen behauptet sich Prinz Heinrich, an der Weser Herzog Ferdinand von Braunschweig. Bedrängte Lage Friedrichs, der infolge der ThronbesteigungGeorgs III.(1760–1820) auch die englischen Hilfsgelder verliert. Der
1762.5. Jan.
Tod der Kaiserin Elisabethvon Rußland bringt eine günstige Wendung. Ihr NachfolgerPeter III.(S. 277, 293), ein Verehrer Friedrichs, schließt mit Preußen Frieden, bald darauf einBündnis, doch wird dieses durch seine Entthronung und Ermordung (Juli) wieder aufgehoben. Seine NachfolgerinKatharina II.ruft ihre Truppen von Friedrichs Heer ab, doch tragen die Russen unter Czernitschew noch durch ihre untätige Gegenwart zu dem
21. Juli.
Sieg Friedrichs bei Burkersdorfüber dieÖsterreicherbei. Schweidnitz wiedergewonnen. Nachdem Herzog Ferdinand die Franzosen beiWilhelmsthalunweit Kassel (24. Juni), Prinz Heinrich die Österreicher und Reichstruppen beiFreiberg(29. Okt.) besiegt hat und General v. Kleist bisNürnbergvorgedrungen ist (29. Nov.), tritt Waffenruhe ein. Da England und Frankreich miteinander Frieden schließen und die französischen Truppen Deutschland räumen, ist auch Maria Theresia zum Frieden geneigt.
1763.15. Febr.
Friede zu Hubertusburg(Jagdschloß unweit Grimma): Friedrich d. Gr. behält Schlesien, räumt den noch besetzten Teil Sachsens, verspricht seine Kurstimme für die Wahl des ErzherzogsJosephzum römischen König.
Preußenhat im Siebenjährigen Kriege den Kampf um sein Dasein ruhmvoll bestanden und Deutschland gegen die Angriffe des Auslandes verteidigt. Das gesunkene deutsche Nationalgefühl richtet sich wieder an Friedrichs Heldentum auf.
Durch die Eroberung von Schlesien, die Erwerbung Westpreußens bei der ersten polnischen Teilung (S. 296), — Friedrich nennt sich seitdem KönigvonPreußen — und die Aufrechterhaltung des deutschen Reichssystems gegen die Bestrebungen Kaiser Josephs II. (S. 290f.) wird Preußen eineeuropäische Großmacht. Alle Welt bewunderte das Resultat, aber das preußische Staatswesen besaß bereits nicht mehr die Zuneigung der Zeitgenossen. — Friedrichs Fürsorge für sein Land, s. Anhang.
1765–1790.
Joseph II., deutscher Kaiser, für die österreichischen Länder bis1780nurMitregentseiner MutterMaria Theresiaund wie sein Vater ohne bedeutenden Einfluß auf die innere Regierung.
1767.
Versuch einer Reform des Reichskammergerichts zuWetzlar.
1769.
Zusammenkunft mit Friedrich II. inNeiße, der 1770 ein Gegenbesuch inMährisch-Neustadtfolgt.
1778–1779.
Bayrischer Erbfolgekrieg.Veranlassung: Aussterben der bayrischen Kurlinie mitMax Joseph(1777).Karl Theodor, 1743–1799 (S. 279), Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Jülich und Berg, als Haupt der älterenLinie des HausesWittelsbach(vgl. S. 186) rechtmäßiger Erbe der bayrischen Länder, läßt sich von Kaiser Joseph II. bewegen, alte Ansprüche Österreichs aufNiederbayernund auf Teile derOberpfalzanzuerkennen.
Vertrag zu Wien (1778, Januar). Besetzung von Niederbayern durch österreichische Truppen.Karl Theodorwar kinderlos; mit seinem Erben, dem Herzog Karl vonPfalz-Zweibrücken, tritt Friedrich der Große in Verbindung und ermutigt ihn zum Widerstande gegen die österreichischen Ansprüche.
Friedrich rückt mit Truppen inBöhmenein; es kommt zu keiner Schlacht.
1779.
Friede zu Teschen: Österreich behält von Bayern nur dasInnviertelund willigt in die künftige (1791 erfolgte) Vereinigung der MarkgrafschaftenAnsbachundBaireuthmit derpreußischen Monarchie. Bayern undPfalz(mit Jülich und Berg, s. S. 252, 279) bleiben vereinigt.
1780–1790.
Joseph II.in Österreich. Auf die durch manche Verbesserungen der Verwaltung für Österreich segensreiche Regierung Maria Theresias (S. 285) folgt das stürmische Vorgehen Josephs. Von dem Ideal eines starken Einheitsstaates erfüllt, strebt er danach, die Macht der bevorrechtigten Stände (Geistlichkeit und Adel) zu brechen, alle provinzielle Selbständigkeit zu beseitigen undEinheitder Verwaltung (Zentralisation) herzustellen. Die deutsche Sprache auch in Ungarn als Amtssprache eingeführt.
1781.
Toleranzediktzu Gunsten der nicht katholischen Untertanen. Über 700Klösteraufgehoben, für die noch verbleibenden (mehr als 1300) Staatsaufsicht vorgeschrieben. Beschränkung des Verkehrs der Geistlichkeit mit Rom; der Besuch des jesuitischen Collegium germanicum in Rom verboten (Jesuitenorden 1773 durch Papst Clemens XIV. aufgehoben); landesherrlichesPlacetfür die päpstlichen Erlasse eingeführt. Vergebliche Reise des Papstes Pius VI. nach Wien 1782, um diese Neuerungen abzuwenden.
Aufhebung der Leibeigenschaft, doch bleiben noch manche Dienstverpflichtungen der Bauern bestehen. Reform des Gerichtswesens.
1785.
Kaiser Josephs Plan eines Ländertausches, wonachKarl TheodorganzBayernan Österreich abtreten und dafür dieösterreichischen Niederlande(Belgien) außerLuxemburgundNamuralsKönigreich Burgunderhalten soll. Frankreich verhält sich gleichgültig, Rußland sucht durch Zureden und Drohungen den bayrischen Thronerben, den Herzog Karl vonPfalz-Zweibrücken, zur Einwilligung zu bewegen. Dieser wendet sich um Hilfe anFriedrich den Großen, welcher noch ein Jahr vor seinem Tode († 1786, 17. Aug.), den
1785.
deutschen FürstenbundzwischenPreußen,Sachsen,Hannoverzustande bringt, dem dann viele kleinere Staaten beitreten nach dem Vorgang »des einstigen Schmalkaldischen« (S. 230ff.).
Damit die deutsche Reichsverfassung und die Dynastien gegen die Pläne des Kaisers sicher gestellt. Ebenso Widerstand gegen Josephs Reformen in den österreichischen Niederlanden und in Ungarn. Die Aufhebung der Verfassung von Brabant bewirkt einen Aufstand der belgischen Provinzen (1789). Joseph, aus dem gemeinschaftlich mit Rußland unternommenen Türkenkriege (S. 297) krank zurückgekehrt, stirbt kinderlos Febr. 1790, nachdem er fast alle Neuerungen wieder aufgehoben hatte.
1786–1797.
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen, Neffe Friedrichs d. Gr., nicht von gleicher Tätigkeit und Entschlossenheit wie seine beiden Vorgänger. Die Finanzen des Staates kommen in Unordnung, das Heerwesen verfällt (s. Anhang).
1791.
Ansbach und Bayreuth durch Erbanfall gewonnen.
1790–1792.
Leopold II. Kaiser, Josephs Bruder und Nachfolger, seit 1765 Großherzog von Toskana. Er unterdrückt den Aufstand in Belgien, indem er zugleich die alten Verfassungen und Privilegien wiederherstellt. Manche Reformen Josephs noch von Leopold II. beseitigt, doch bleibt das Toleranzedikt und die Aufhebung der Leibeigenschaft. Durch die Konferenzen inReichenbach1790 wird ein Krieg mitPreußenabgewendet, welches mit denTürkenund mitPolenBündnisse geschlossen hatte (Ministerv. Hertzberg), um Rußland und Österreich entgegenzuwirken (S. 297). Der Fürstenbund gesprengt. Preußen wieder im Schlepptau der österreichischen Politik.
Winkelmann1717–1768, Geschichte der Kunst des Altertums 1764.LessingsLaokoon 1766, Hamburgische Dramaturgie 1767, Nathan 1779;GoethesGötz v. Berlichingen 1773, Iphigenie 1787, Hermann und Dorothea 1797;SchillersRäuber 1781, Don Carlos 1787, Glocke und Wallenstein 1799.Kant1724–1804 in Königsberg i. Pr.; Kritik der reinen Vernunft 1781; F. A.Wolf1759–1824, Prolegomena ad Homerum 1792.
Klopstocks. S. 285.Lessing1729 in Kamenz geb., 1760 in Breslau, 1767 in Hamburg, 1770 in Wolfenbüttel, † 1781.Wieland1772–1813 (geb. 1733),Goethe1775,Herder1776 bis 1803 (geb. 1744) inWeimaram Hofe des HerzogsKarl August.Goethegeb. 1749 in Frankfurt a. M., † 1832 in Weimar.Schillergeb. 1759 in Marbach, 1782 Flucht aus Stuttgart, 1785 in Dresden, 1789 in Jena, 1799 in Weimar, † 1805.
Zu nationaler und allgemeiner Bedeutung gelangt auch diedeutsche Musik:Seb. Bachin Leipzig († 1750, Matthäuspassion 1729),Händel(geb. in Halle a. Saale, † in London 1759, Messias 1741),Gluck(† in Wien 1787),Haydn(† in Wien 1809, die Schöpfung 1797),Mozart(† in Wien 1791).
Auch an dem Aufschwung derNaturwissenschaftennimmt Deutschland teil.Linné1741 in Upsala,JussieuundBuffonin Paris.Euler1741 in Berlin, 1766 in Petersburg,Blumenbach1780 in Göttingen;Herschel, 1781 Entdeckung des Planeten Uranus in Greenwich.Celsius1730 in Upsala,Réaumurin Paris.Galvani1780 in Bologna,Voltain Pavia.Lavoisier1794 in Paris hingerichtet. Französische Gradmessung zur Bestimmung des Erdumfangs 1792–1808.
Dänemark(mitNorwegen), seit Beendigung des Nordischen Krieges im vollständigen BesitzSchleswigs(S. 277), erfreut sich unterFriedrich IV.,Christian VI.,Friedrich V.,Christian VII., (GrafBernstorffMinister 1751–1770) eines langen inneren und äußeren Friedens. Unter dem schwachenChristian VII.beginnt 1770 der MinisterStruensee(geb. in Halle, Arzt in Altona, Reisebegleiter des Königs, Erzieher des Kronprinzen, Günstling der KöniginKaroline Mathilde) übereilte Reformen nach dem Vorbild Friedrichs II. und Josephs II. Er wird 1772 durch eine Verschwörung der Adelsaristokratie (Königin-MutterJuliane Marie) gestürzt und mit seinem FreundeBrandtenthauptet.
Der jüngereBernstorff(Neffe des vorigen), Minister 1773 bis 1780 und wiederum 1784–1797, beendigt den Streit mit dem Hause Holstein-Gottorp 1773 durch einen Vertrag mit der inRußlandregierenden älteren Linie desselben: Abtretung des StammlandesOldenburg(S. 268) an die jüngere Linie, welche im Besitz des BistumsLübeck(S. 255, Hauptort Eutin) war; dafür ganzHolsteinmit Dänemark vereinigt.
Schwedenim Innern zerrüttet und geschwächt durch die Zwistigkeiten der den Reichstag beherrschenden Adelsparteien (Hütefür Frankreich,Mützenfür Rußland). Die königliche Gewalt unbedeutend unterFriedrichvon Hessen-Kassel (1720 bis 1751, S. 277). UnglücklicherKrieg gegen Rußland1741 bis 1743, beendigt durch den Frieden zuÅbo: 1. Abtretung des südlichen Finnland, derKymmene-Fluß wird Grenze zwischen Schweden und Rußland, dadurch gesicherte Lage Petersburgs. 2. PrinzAdolf Friedrichvon Holstein-Gottorp (S. 293), Verwandter des russischen Kaiserhauses, wird zum Thronfolger in Schweden bestimmt.
Das dänische Königshaus und das Haus Holstein-Gottorp.Christian I., K. v. Dänemark, † 1481._________________|___________| |Johann, K. v. Friedrich I., K. v. Dänemark, † 1533.Dänemark, † 1513. || ______|____________| | |Christian II., Christian III., Adolf, Hz. zu Gottorp.K. v. Dänemark, K. v. Dänemark, |abgesetzt 1523. † 1559. |___________|__ Sein Urenkel| | Christian Albrecht,Friedrich II., Johann, Stifter der Universität Kiel 1665.K. v. Dänemark. Hg. zu _____|________________| Sonderburg. Friedrich IV., Christian August,Königliche Linie | Hz. zu. Gottorp. Bischof v. Lübeck.bis Friedrich VII., ___|_____ | |† 1863 | | | _______|_______________________Augustenburger Glücksburger | | | |Linie. Linie. | Adolf Friedr., Friedr. Aug., Georg_______| K. v. Bischof Ludwig.| Schweden. v. Lübeck,Karl Friedrich, Gem. Luise 1773 Hz.Gem. Anna, d. Ulrike v. Oldenburg.ält. Tochter v. Preußen.Peters d. Gr.| |Peter III., † 1762, | |Zar von Rußland. Schwedische Peter,Gem. Katharina II. Linie bis 1818. Begründer derv. Anhalt Zerbst, † 1796. Oldenburger| Linie.Russische Linie.
1751–1818.
Haus Holstein-Gottorpin Schweden.
Unter Adolf Friedrich (1751–1771) unrühmliche Teilnahme am Siebenjährigen Kriege. Sein SohnGustav III.(1771–1792) stürzt durch einen unblutigen Staatsstreich 1772 die Macht des Adels; dieStände(Adel, Geistlichkeit, Bürger, Bauern) beraten fortan nur über die vom König gemachten Vorschläge und haben das Recht des Einspruchs gegen einen Angriffskrieg.
1788–1790.
Krieg gegen Rußland, um die Ostseeprovinzen wiederzugewinnen. Nach dem unentschiedenen Seetreffen bei der InselHoglandrückt Gustav III. in den an Rußland 1743 abgetretenen Teil Finnlands ein; die Offiziere verweigern ihm den Gehorsam. Er findet Unterstützung in Stockholm und Dalarne; die Stände bewilligen ihm (gegenden Adel) das Recht desAngriffskrieges. Trotz glänzender Waffentaten Gustavs (Seesieg bei Svenskasund 1790) Friede zuWereläohne Vorteil für Schweden.
1792.
Gustav III.vonAnkarström, einem ehemaligen Offizier, ermordet; Regentschaft eingesetzt für seinen minderjährigen Sohn Gustav IV.
Alexei, †1676.____________|_________________________________| | | |Feodor III.,Iwan V., Sophia.Peter der Große,†1682. †1696. †1725. Gem._________|____Katharina I.,| | †1727.Katharina,Anna, ________|________________Herzogin v. †1740. Alexei, Anna,Elisabeth,Meckl.-Schwerin. †1718. Gem. Karl †1762.| | Friedr. v.Anna,Peter II., Holstein-Gottorp.Herzogin v. Braunschweig. †1730. ||Peter III.,Iwan VI.bis 1741, † 1764. †1762. Gem.Katharina II.,† 1796.
AufPeter den Großen, dessen zur altrussischen Partei neigender SohnAlexei, vom Vater zum Tode verurteilt, im Gefängnis gestorben war (1718), folgt kraft eines von Peter 1722 erlassenen Gesetzes, welches den jedesmaligen Herrscher zur Ernennung seines Nachfolgers ermächtigte (später durch Paul I. wieder aufgehoben), seine Gemahlin
1725–1727.
Katharina I., geleitet von FürstMenschikow, (S. 269), der durch seine Herrschsucht sich den Haß der altrussischen Partei zuzieht.
1727–1730.
Peter II., 12 Jahre alt, Enkel Peters d. Gr. Menschikow durch die FamilieDolgorukigestürzt und nach Sibirien verbannt, wo er 1729 stirbt. Die Residenz nach Moskau zurückverlegt.
1730–1740.
Anna Iwanowna, Nichte Peters d. Gr., vonMünnich, Ostermannund ihrem GünstlingBiron(eigentlichBühren) geleitet. Rückkehr des Hofes nach St. Petersburg; Biron herrscht bald unumschränkt und unterdrückt dieDolgoruki; 1737 wird er auf Wunsch der Kaiserin von August III., König von Polen (1733–1763), zumHerzog von Kurlandernannt. Rußlands Einfluß in Polen wird durch den polnischen Thronfolgekrieg (s. S. 279f.) begründet. In dem mit Österreich gemeinschaftlich (s. S. 279) geführtenTürkenkriegwird trotz der Siege des FeldmarschallsMünnichnurAsowwieder gewonnen (S. 275). Auf die Kaiserin Anna folgt ihr Großneffe, der unmündige
1740–1741.
Iwan VI., dessen MutterAnna von Braunschweignach dem durchMünnichbewirkten Sturz Birons kurze Zeit die Regierung führt (Biron nach Sibirien). Durch einen Soldatenaufstand erlangt den Thron
1741–1762.
Elisabeth, die jüngste Tochter Peters des Großen.Iwanwird gefangen.MünnichundOstermannwerden nach Sibirien geschickt,Bironkommt zurück. Launenhafte Regierung unter dem Einfluß der Günstlinge; der preußenfreundlicheL’Estocq, dem die Kaiserin hauptsächlich den Thron verdankt, wird 1748 durchBestuschew, den Freund Österreichs, gestürzt, Bestuschew fällt 1758 in Ungnade. Rußlands Teilnahme am Siebenjährigen Kriege s. S. 285–289. Nach Elisabeths Verfügung gelangt ihr Neffe Peter, Herzog von Holstein-Gottorp, zum Thron.
Seit1762. Haus Holstein-Gottorpin Rußland.
Peter III., †1762,Gem. Katharina II., †1796.|Paul I., †1801.______________________|__________________Alexander I., Konstantin, Nikolaus I.†1825. †1831. †1855.Gem. Charlotte v. Preußen,†1860._________________________________|_________________Alexander II., Konstantin, Nikolaus, Michael,†1881. †1892. †1891. †1909.Gem. Maximiliane v. Hessen.______|________________________________________________Alexander III., Wladimir, Alexei, Sergius, Paul.†1894. †1909. | †1908. †1905. |Gem. Dagmar v. Dänemark, |_______________________ || Kyrill. Boris. Andreas. Demetrius_____|__________________________________Nikolaus II., Georg, Michael.|1894-x †1899Gem. Alix v. Hessen.|Alexei.
1762.
Peter III.beginnt unvorsichtig ins Werk gesetzte Neuerungen, wird nach 6 Monaten entthront und gefangen gesetzt von seiner Gemahlin (Prinzessin von Anhalt-Zerbst), der energischen und sittenlosen
1762–1796.
Katharina II.Die Brüder Gregor und AlexeiOrlow, Günstlinge Katharinas, lassen den Kaiser erdrosseln;Iwan VI.wird im Gefängnis zu Schlüsselburg getötet.Münnich, unter Peter III. zurückgekehrt, bleibt in Ansehen († 1767).
Katharina, zugleich auf innere Reformen und auf Erhöhung der Machtstellung Rußlands bedacht, wendet sich bald gegenPolen. Sie fordert und erhält von König August III.Kurlandzurück fürBiron, der das Herzogtum unter russischem Einfluß verwaltet und auf seinen Sohn vererbt.
Nach dem TodeAugusts III.1763 setzt Katharina in Verbindung mit Friedrich II. die Wahl ihres Schützlings
1764–1795.
Stanislaus Poniatowski(† 1798) zum König von Polen durch. Auf Rußlands und Preußens Betreiben erhalten dieDissidenten(Anhänger dergriechischenKirche undProtestanten) gleiche Rechte mit den Katholiken. Der russenfreundliche Teil des Adels schließt 1767 dieKonföderation von Radom, der auch der König beitritt. Dagegen 1768 Bund des national gesinnten Teils des Adels, dieKonföderation von Bar»zum Schutze der Religion und Freiheit Polens«. Mißglückter Versuch derselben, den König zu entführen. In dem Bürgerkriege wird der König durch ein russisches Heer gegen die Konföderation von Bar unterstützt. Die Türken erklären als Verbündete dieser Konföderation den Russen den Krieg (1768–1774). Rußlands Erfolge in demselben erregenPreußensundÖsterreichsEifersucht. Um eine gleichmäßige Machtvergrößerung der drei Mächte herbeizuführen, erfolgt die
1772.
erste Teilung Polens: 1.Rußlanderhält das Land jenseits der Düna und des Dnjepr (110000 qkm). 2.Österreich: Ostgalizien und Lodomirien (70000 qkm); (die Zips schon 1770 besetzt). 3.Preußen:Westpreußenmit Ausnahme von Danzig und Thorn, das BistumErmelandund denNetzedistrikt(35000 qkm), vgl. Anhang. Der polnische Reichstag gibt widerstrebend 1773 seine Zustimmung.
1768–1774.
Krieg gegen die Türken.Die türkische Flotte wird von der russischen (unter AlexeiOrlow) in der Bucht vonTschesme(der Insel Chios gegenüber) 1770 geschlagen und verbrannt. Während des Krieges Aufstand des KosakenPugatschew, der sich für Peter III. ausgibt.RomanzowsErfolge, der die Walachei erobert und den türkischen Großvezier beiSchumlaeinschließt, bewirken denFrieden von Kutschuck Kainardsche:
1.RußlanderhältKinburnan der Dnjeprmündung,JenikaleundKertschin der Krim, freie Handelsschiffahrt auf allen türkischen Meeren. 2. DieTatarenin derKrimund amKubanwerden für »unabhängig« erklärt. 3. Rückgabe der russischen Eroberungen in der Moldau und Walachei an ihre Fürsten, welche Rußlandfortan in Konstantinopel der Pforte gegenüber vertritt.
Reformen in der Verwaltung Rußlands: Neue Einteilung der Gouvernements, Städteordnung, Milderung der Leibeigenschaft, Verwaltung der Kirchengüter durch eine kaiserliche Behörde. An die Stelle des GregorOrlowtrittPotemkinals mächtiger Günstling der Kaiserin.
1780.
Bewaffnete Seeneutralität, zur Sicherung des Handelsverkehrs während des nordamerikanischen Krieges (s. S. 300f.). Von Rußland angeregt, treten ihr nach und nach bei:Dänemark,Schweden,Preußen,Österreich,Portugal; Spanien und Frankreich erkennen sie an. Dem BeitrittHollandskommt England durch eine Kriegserklärung zuvor.
Forderungen der bewaffneten Neutralität: 1. Freie Schiffahrt neutraler Schiffe von Hafen zu Hafen und an den Küsten Krieg führender Mächte; 2. Feindliches Eigentum ist frei in neutralen Schiffen mit Ausnahme derKriegszufuhr; 3. Genaue Bestimmung, was einblockierterHafen ist; eine Hafensperre, die nicht durch mehrere Kriegsschiffe in der Nähe des betreffenden Hafens aufrecht erhalten wird, ist ungültig.
1783.
DieKrimwird russische Provinz (Gouvernement Taurien); die christlichen Fürsten vonGeorgienundMingrelien(südlich vom Kaukasus) treten unter russischen Schutz.
1787–1792.
Zweiter Türkenkrieg.Bündnis mit Österreich, Zusammenkunft Katharinas und Josephs II. in der neugegründeten StadtChersonam Dnjepr (1787).PotemkinerstürmtOczakow1788,Suwōrowerstürmt Ismail (am Donaudelta) 1790. Die Österreicher kämpfen anfangs unglücklich, doch erobert GeneralLaudon1789 Belgrad. Österreich schließt 1791 denFrieden von Sistowamit den Türken und erhält wenig mehr als Alt-Orsowa (an der Donau, Paß des Eisernen Tores). Rußland erhält 1792 imFrieden zu Jassydas Küstenland am Schwarzen Meere bis zumDnjestr. An dieser Küste wird 1793 die schnell aufblühende HandelsstadtOdessagegründet.
1793.
Zweite Teilung Polens. Die Polen hatten den Türkenkrieg Rußlands und Österreichs und die anscheinend günstige Stimmung Preußens zu benutzen gesucht, um ihrer Abhängigkeit von den Nachbarstaaten und den anarchischen inneren Zuständen ein Ende zu machen. Bündnis mit Preußen 1790 (s. S. 291).
Die neueVerfassung von 1791verwandelt 1. dasWahlreichin einErbreich, erklärt den Kurfürsten vonSachsenzum Nachfolger des Königs Stanislaus Poniatowski und den Thron für erblich imsächsischen Hause, überträgt 2. dem Könige und einem Staatsrate dieausübende, einem Reichsrate in zwei Kammern diegesetzgebendeGewaltunter Aufhebung des liberum veto, macht 3. dem Bürger- und BauernstandeeinigeZugeständnisse, ermöglicht namentlich den Eintritt in den Adelsstand, dessen Privilegien im übrigenbestätigt werden.
Gegen diese Verfassung tritt unter dem Schutze Rußlands dieKonföderation von Targowitzauf. Vordringen eines russischen Heeres in Polen 1791. Tapferer, aber vergeblicher Widerstand unter FürstPoniatowski, dem Neffen des Königs, undKosciuszko; beide werden beiDubienka1792 geschlagen. Der König tritt der Konföderation von Targowitz bei, die neue Verfassung wird aufgehoben.Preußenverständigt sich mit Rußland und sendet ebenfalls Truppen nach Polen. Auf dem Reichstage zuGrodnowird die Einwilligung der Nation zu den neuen Abtretungen erzwungen:
Rußlandnimmt den noch übrigen TeilLitauens,WolhynienundPodolien(236000 qkm), Preußen nimmtDanzigundThorn,PosenundKalisch(Südpreußen) (55000 qkm). Außerdem erzwingt Rußland einenUnionsvertrag, durch welchen es 1. freien Einmarsch seiner Truppen in Polen, 2. die Leitung aller künftigen Kriege, 3. das Bestätigungsrecht aller Verträge Polens mit auswärtigen Mächten erhält.
1794.
Aufstand in Polen,Kosciuszkoan der Spitze. Die Russen unterIgelströmin Warschau teils niedergemetzelt, teils zur Stadt hinausgeschlagen. Preußische und russische Truppen siegen über Kosciuszko beiSczekozyn; die Preußen unter Friedrich Wilhelm II. nehmenKrakau, belagern Warschau vergeblich.Suwōrowsiegt beiBrzescund beiMacziejovice, wo Kosciuszko gefangen wird (1797 entlassen); erstürmt dannPraga, die Vorstadt von Warschau.
1795.
Dritte und letzte Teilung Polens.PreußennimmtMasovienmitWarschau, das Land zwischenWeichsel,BugundNiemen(Neu-Ostpreußen), einen Teil des Gebiets von Krakau (Neu-Schlesien);ÖsterreichWestgalizienundKrakau;Rußlandalles übrige, auch das HerzogtumKurland. Durch die drei Teilungen erhalten die Mächte etwa folgenden Zuwachs:
Rußland465000qkm(8500 □ Meil.)mit6Mill.Einw.Österreich115000„(2100 □ „ )„4„„Preußen145000„(2700 □ „ )„2½„„
AufWilhelm III.(s. S. 271), welcher kinderlos stirbt folgt seine Schwägerin
1702–1714.
Anna, zweite Tochter Jakobs II., unter welcher lange Zeit die Partei derWhigsdie Regierung leitet.John Churchill, Herzog vonMarlborough, siegreich als Feldherr (S. 273), seine Gemahlin beherrscht den Hof.
1707.
Vereinigung Englands und Schottlands (Großbritannien) durcheinParlament an Stelle der bisherigen Personal-Union. Schottland nimmt an dem Aufschwung Englands teil.
1710.
Das Whigministerium durch ein Toryministerium (LordBolingbroke) ersetzt, dann Friede mit Frankreich nach dem spanischen Erbfolgekrieg. Vergebliche Bemühungen der Tories und der Königin, ihrem Stiefbruder, dem PrätendentenJakob Eduard, genanntJakob III., die Thronfolge zu verschaffen. Nach dem Gesetze von 1701 (S. 272) folgt dasprotestantischeHausHannover.
1714–1901.
Haus Hannover(s. S. 352).Jakob I. (Stuart), †1625._________|______________| |Elisabeth,Karl I.,Gem. Friedrichs V. †1649.von der Pfalz. __|________________________________| | | |Sophia,Karl II.,Maria,Jakob II.,Gem. Ernst Augusts †1685 Gem. Wilhelms II. vertrieben 1688,von Hannover. von Oranien. †1701.___|_________________ |______ || | | |Georg I.,Sophie Charlotte, †1705, | |†1727. Gem. Friedrichs I. v. Preußen. | |___|_________________ | || | | |Georg II.,Sophie Dorothea, †1757, | |†1760. Gem. Friedrich Wilhelms I. | |von Preußen. ___________________| || ________________|_________FriedrichWilhelm III., verm.Maria,Anna, Jakob Eduard,Ludwig, †1702. m. †1694. †1714. Prätendent,Prinz von Gem. Georgs †1766.Wales, v. Dänemark. |1751. _____|__| |Georg III., Karl Eduard, Heinrich,†1820. Prätendent, †1807.†1788.
Haus Hannover(s. S. 352).
Jakob I. (Stuart), †1625._________|______________| |Elisabeth,Karl I.,Gem. Friedrichs V. †1649.von der Pfalz. __|________________________________| | | |Sophia,Karl II.,Maria,Jakob II.,Gem. Ernst Augusts †1685 Gem. Wilhelms II. vertrieben 1688,von Hannover. von Oranien. †1701.___|_________________ |______ || | | |Georg I.,Sophie Charlotte, †1705, | |†1727. Gem. Friedrichs I. v. Preußen. | |___|_________________ | || | | |Georg II.,Sophie Dorothea, †1757, | |†1760. Gem. Friedrich Wilhelms I. | |von Preußen. ___________________| || ________________|_________FriedrichWilhelm III., verm.Maria,Anna, Jakob Eduard,Ludwig, †1702. m. †1694. †1714. Prätendent,Prinz von Gem. Georgs †1766.Wales, v. Dänemark. |1751. _____|__| |Georg III., Karl Eduard, Heinrich,†1820. Prätendent, †1807.†1788.
UnterGeorg I.(1714–1727) Herrschaft der Whigs, ebenso unterGeorg II.(1727–1760). Der MinisterWalpole(bis 1742) sorgt für Erhaltung des Friedens und Förderung des Handels. 1739 Seekrieg gegenSpanien, 1744–1747 gegenFrankreich.
Der von Frankreich unterstützte Versuch des PrätendentenKarl Eduard, die Ansprüche des HausesStuartnochmals zur Geltung zu bringen, hat anfangs Erfolg inSchottland, wo die kriegerischen Hochländer sich erheben, wird aber durch den Sieg des Herzogs von Cumberland beiCulloden1746 vereitelt (S. 284).
1755–1763.
Krieg gegen Frankreich, durch Grenzstreitigkeiten in Nord-Amerika entstanden, zu Lande in Amerika und Deutschland, zur See in allen Weltteilen geführt. Ministerium desälteren Pitt1757–1761, Bündnis mitPreußen(s. S. 286). Die Engländer sind fast überall im Vorteil gegen die Franzosen.