461.
Beschränkung desAreopags; ein Gesetz des Ephialtes entzieht ihm die altherkömmliche Oberaufsicht über die bürgerliche Ordnung und die Staatsverwaltung und läßt ihm nur dierichterlicheTätigkeit. Zugleich Ausdehnung der Volksgerichtsbarkeit; aufPerikles’Antrag wird denHeliasten(S. 35) einRichtersoldaus der Staatskasse gewährt.Kimondurch Ostrakismosverbannt.
Weitere Maßregeln der durch den Areopag nicht mehr gehemmten demokratischen Partei: Einführung desRatssoldesund desSchaugeldes(Theorikon) für die Theateraufführungen an Festtagen; das Archontat wird auch derdrittenVermögensklasse zugänglich. Einschätzung in die Vermögensklassen nicht mehr nach dem Grundbesitz, sondern nach dem Gesamtvermögen.
459.
Fortsetzung desKrieges gegen Persien; eine athenische Flotte fährt nachCypernund leistet dann den aufständischenÄgypternunter Inaros Hilfe (S. 21). Das Unternehmen endet 455 unglücklich; die Athener, auf einer Nilinsel eingeschlossen, müssen sich ergeben. Zwiespalt der Griechen untereinander kommt den Persern zustatten.
459–445.
Kriege der PeloponnesierundBöotergegenAthen.
Athen nimmt das benachbarteMegarain seine Symmachie auf, befestigt den Hafen.KorinthundÄginadadurch bedroht, erklären den Krieg. Seesieg der Athener bei der Insel Kekryphaleia. Nunmehr kommt ein spartanisches Heer 457 denDoriernin Mittelgriechenland (S. 28) gegen einen Angriff derPhokierzu Hilfe; die Athener verlegen ihm den Rückweg, werden aber beiTanăgrain Böotien von den Spartanern besiegt. Die Spartaner kehren nach Hause zurück; die Athener dringen abermals in Böotien ein, siegen beiOinophy̆taüber die Thebaner und gewinnen die andern böotischen Städte, die Phokier und die opuntischen Lokrer zu Bundesgenossen.Äginamuß sich nach langer Belagerung unterwerfen (456), die Kriegsschiffe ausliefern und dem attischen Seebunde beitreten.
455.
Die attische Flotte unterTolmidesumfährt die Peloponnes, verbrennt die spartanische Schiffswerft bei Gytheion, landet an den Küsten von Ätolien und Sikyon, siedelt die Messenier (S. 43), welchen die Spartaner freien Abzug ausIthome bewilligen, inNaupaktosam Eingang in den Korinthischen Meerbusen an.
454.
Verlegung der Bundeskasse vonDelosnachAthen. Die Bundesgenossen, zu regelmäßigen Beiträgen verpflichtet (jährlich 460 Talente) und der Gerichtshoheit Athens unterworfen, werden tatsächlich zu Untertanen. Athen ist Hauptstadt eines ansehnlichenInsel- und Küstenreiches, welches nach den erhaltenen Tributlisten in 5 Provinzen geteilt war: Hellespont, Thrakien, Ionien, Karien, Inseln.
453.
Seezug desPeriklesvon dem megarischen Hafen Pagä aus, dieAchäerschließen sich dem athenischen Bunde an; ein Angriff auf Öniadä (an der akarnanischen Küste) mißlingt. Aussöhnung zwischenPeriklesundKimon, welcher aus der Verbannung zurückberufen wird. Durch Kimons Einfluß kommt 451 einWaffenstillstandzwischen Athen und Sparta zustande.
NeuerSeezug gegen die Perser. Kimon fährt mit 200 Schiffen nach Cypern, sendet 60 davon nach Ägypten, stirbt aber während der Belagerung vonKitionan einer Krankheit. Seine Truppen erringen in der
449.
Doppelschlacht bei Salamisauf Cypern einen glänzenden Sieg über diepersische(d. h. phönikisch-kilikische) Flotte und die am Lande befindlichen feindlichen Truppen, kehren dann aber nach Hause zurück. Alsbald erneut sich der Krieg in Mittel-Griechenland.
447.
Schlacht bei Koroneia; Sieg der von Athen abgefallenen Böoter. Gleich darauf Einfall eines spartanischen Heeres in Attika, um einen Aufstand aufEuböagegen Athen zu unterstützen. Perikles bewirkt durch Bestechung des spartanischen Königs Pleistoanax den Abzug des Heeres, unterwirft darauf Euböa, ist aber zum Frieden und zum Verzicht auf die Landhegemonie bereit.
445.
Dreißigjähriger Friede zwischen Athen und Sparta.
Gegenseitige Anerkennung derpeloponnesischenund derathenischenBundesgenossenschaft.
Um diese Zeit (jedenfallsnach Kimons Tode) finden auch Friedensverhandlungen zwischen Athen undPersienstatt, eine athenische Gesandtschaft unterKalliasgeht nach Susa. Doch wird kein förmlicher Friede geschlossen, man begnügt sich mit stillschweigender Anerkennung des Besitzstandes. Die Athener geben Cypern auf und schicken den aufständischen Ägyptern keine weitere Hilfe. Später erzählte man von einemKimonischen Frieden, in welchem der Perserkönig die Unabhängigkeit der kleinasiatischen Griechen anerkannt und versprochen haben soll, kein Kriegsschiff mehr ins Ägäische Meer zu schicken.
Folgen der Perserkriege: 1. Diepolitische Freiheitder Griechen in Asien und Europa ist gesichert gegen die Machtansprüche des persischen Despotismus. 2. Diegriechische Kulturentfaltet sich zu ihrer höchsten Blüte in Gewerbtätigkeit und Handel, Kunst und Wissenschaft, besonders inAthen, während Sparta zurückbleibt.
444–429
NachdemThukydĭdes(Sohn des Melesias, nicht der gleichnamige Geschichtschreiber), eine Zeitlang Führer der kimonischen Partei, durch den Ostrakismos verbannt ist, beginnt dieBlütezeit Athensunter der Verwaltung desPerikles, welcher, obwohl niemals Archon, den Staat durch seinen Einfluß als Redner in der Volksversammlung und in amtlicher Eigenschaft alsStrateg, alsFinanzvorsteherundVorsteher der öffentlichen Bautenleitet.
Unbestrittene Herrschaft Athens im Gebiet seines Seebundes; nurSamosversucht 441 einen Aufstand. Verstärkung der Kolonie auf der thrakischenChersones(S. 36, 43), Flottenfahrt des Perikles nach demSchwarzen Meerezur Unterstützung der dortigen Griechenstädte Sinōpe, Amīsos, Pantikapaion (letztere wichtig für den Getreidehandel nach Athen). Neue KolonienThuriiin Unter-Italien, an der Stelle des zerstörtenSybăris(443), undAmphipŏlisam Strymon (437). — Vollendung der Befestigung Athens durch einedrittelange Mauer (parallel mit der nach dem Peiraieus führenden, s. S. 43). Neubau derHafenstadtPeiraieus, Tempel zuEleusis, in Athen dasOdeionneben dem vergrößertenDionysostheateram Südabhang der Akropolis, in der Nähe das noch gut erhaltene Theseion.
Prachtbauten auf derAkropolis: DerParthĕnon, von Iktīnos und Kallikrătes erbaut, von dem BildhauerPheidĭasmit dem Standbild der Göttin Athene aus Gold und Elfenbein, an den Außenseiten mit Marmorskulpturen geschmückt;[15]die Karyatidenhalle desErechtheion; diePropyläen, als Eingangstor von Mnesĭkles erbaut; daneben diePinakŏthekmit Wandgemälden vonPolygnōtos. Tempel der Athena Nike. Auf dem freien Platz vor den beiden Tempeln das große eherne Standbild derAthene PromăchosvonPheidias, welcher auch nachOlympiaberufen wurde, um dort das Standbild des Zeus aus Gold und Elfenbein aufzurichten.
Athen jetzt der Brennpunkt des wirtschaftlichen Lebens in Hellas. Handel nach allen Plätzen des Mittelmeeres. Großindustrie durch Sklaven betrieben. Bedeutende Ausfuhr von Erzeugnissen des Gewerbefleißes, Einfuhr von Getreide, Schiffsbauholz und Rohstoffen aller Art.
Blüte derdramatischen Dichtung: Die drei TragikerAischy̆los(526–455, die Perser 472, die Oresteia 458, eine Trilogie),Sŏphŏkles(496–405, Antigone 441, Ödipus auf Kolōnos),Euripĭdes(480–406, Medeia 431. Iphigeneia in Tauris 412). Etwas später entfaltet sich dieKomödie; besonders bedeutend sind diepolitischenKomödien desAristophănesin der Zeit des Peloponnesischen Krieges (die Ritter 424, die Wolken 423, der Friede 421, die Vögel 414). Dramatische Aufführungen fanden statt an denDiony̆sosfesten(kleine Dionysien oder Lenäen, große Dionysien); die Ausstattung des Chores war eine den reicheren Bürgern obliegendeLiturgie(vgl. S. 39).
Geschichtschreibung:Herodotvon Halikarnaß (484–424?), Teilnehmer an der Koloniegründung in Thurii;Thukydĭdesvon Athen (470–400?).
Philosophie:Anaxagŏrasvon Klazomĕnä, Lehrer des Perikles (Empedŏklesin Akragas.Demokritosin Abdēra, um 450).Protagŏrasvon Abdera, nebenGorgiasvon Leontini undProdikosvon Keos der berühmteste unter denSophisten, welche als Lehrer der Weisheit und der Redekunst auftraten.Sokrătesvon Athen (469–399), Gegner der Sophisten. Ihrer subjektiven Richtung (der Mensch ist das Maß der Dinge) stellt er das Streben nach objektivem, begriffsmäßigem Wissen entgegen.
Nach kurzer Friedenszeit erneuert sich die Feindschaft der auf Athens politisches und wirtschaftliches Übergewicht eifersüchtigen aristokratischen Peloponnesier gegen die attische Demokratie; es beginnt ein fast dreißigjähriger, für Griechenland verderblicher Krieg.
Veranlassungen: 1. Einmischung Athens in den Krieg, welcher zwischenKerkyraundKorinthwegen der KolonieEpidamnos(S. 33) entstanden war.[16]Die Athener erklären sich für Kerkyra und nehmen (zunächst mit 10 Schiffen) teil an derSchlacht bei Sybŏta(432) zwischen den Korinthern und Kerkyräern, in der die Korinther erst Sieger sind, sich aber nach dem Erscheinen weiterer 20 attischer Trieren zurückziehen. 2. Die Bewohner vonPoteidaia(S. 33) fallen vom athenischen Bunde ab (432), werden von Korinth unterstützt, aber von den Athenern geschlagen und in ihrer Stadt belagert.
Die Korinther, unterstützt durch Beschwerden derMegărer, welche von allen attischen Häfen und Märkten ausgeschlossen worden waren, und der Ägineten, klagen gegen die Athener in Sparta. Die Volksversammlung der Spartiaten erklärt, daß die Athener die Verträge gebrochen haben, worauf diepeloponnesische TagsatzungKriegsbereitschaft beschließt.
Streitkräfte beider Parteien:AchajaundArgosbleiben zunächst neutral; mit denPeloponnesiernverbündet: dieMegărer,Böoter,opuntischen Lokrer,Phokier.— Selbständige Bundesgenossen derAthener:Platää,Naupaktos,Kerkyra,Zakynthos,Chios,Lesbos, dieThessălerundAkarnanen. Flotte von 300 Trieren, Bürgerheer von 29000 Hopliten, Staatsschatz von 6000 Talenten, Jahrestribut aus dem Bundesgebiet 600 Talente.
Perikles behauptet sein Ansehen gegen alle Anfeindungen (Anklagen gegen Pheidias, Anaxagoras, gegen seine Gemahlin Aspasia, endlich gegen ihn selbst wegen der Verwaltung des Staatsschatzes). Sein Kriegsplan: Verteidigung in der befestigten Stadt, Angriff mit der Flotte.
431.
Der Archidamische Krieg. 431–421.Der Krieg beginnt mit einem Überfall vonPlatäädurch die Thebaner, welche zurückgeschlagen werden. DaraufEinfall der Peloponnesier in Attikaunter dem SpartanerkönigArchidāmos. Verwüstung des Landes. Die Landbewohner flüchten in die befestigte Stadt Athen oder lagern zwischen den langen Mauern. Die athenische Flotte verheert die Küsten der Peloponnes und nimmtÄginain Besitz; das Gebiet vonMegăravon dem Landheer verwüstet.
430.
Zweiter Einfallder Peloponnesier, in Athen bricht diePestaus (der ArztHippokrătesaus Kōs). Perikles verheert mit der Flotte die Küste vonArgolis, wird im Rechenschaftsprozeß verurteilt, aber für das nächste Jahr wieder zum Feldherrn erwählt.
429.
Die Athener nehmenPoteidaiaein; ihre Flotte unterPhormionist siegreich im korinthischen Meerbusen bei Naupaktos.
Perikles stirbt an der Pest. An die Spitze der demokratischen Partei trittKleon, der »Gerber«, d. i. Besitzer einer durch Sklaven betriebenen Lederwarenfabrik, an die Spitze der aristokratischenNikĭas.
428.
Dritter Einfallder Peloponnesier, dann Abfall der StadtMytilēneauf Lesbos vom athenischen Seebunde (Methymna bleibt den Athenern treu). Die Spartaner belagernPlatää.
427.
Während desvierten Einfallsder Peloponnesier in Attika wirdMytilēneauf Lesbos von der athenischen Flotte zur Übergabe gezwungen. Die athenische Volksversammlung beschließt aufKleonsAntrag,alle Bürgervon Mytilēne, am andern Tage jedoch,nur die Aristokratenhinrichten zu lassen. Übertausendwerden getötet, die Mauern der Stadt geschleift, die Äcker der Insel, mit Ausnahme des Gebiets vonMethymna, an attische Bürger verteilt.
Die Spartaner nehmenPlatääein, die letzten 225 tapferen Verteidiger der Stadt werden hingerichtet. — Blutige Parteikämpfe inKerkyra, wo zuletzt mit Hilfe Athens die Demokraten Sieger bleiben.
426.
Glückliche Kämpfe der Athener unterDemosthĕnesinAkarnaniengegen die von den Peloponnesiern unterstütztenAmbrakioten.
425.
Fünfter Einfallder Peloponnesier.Demosthenes, mit einer nach Sicilien (S. 50) bestimmten Flotte aussegelnd, landet in Messenien und besetzt die verfallene Burg vonPylos. Die Peloponnesier (Brasĭdas) besetzen die gegenüberliegende InselSphakteria, werden aber durch die athenische Flotte abgeschnitten. Der von spartanischen Gesandten in Athen angebotene Friede aufKleonsAntrag verworfen. Kleon und Demosthenes erobernSphakteria; 292 Hopliten, darunter 120 Spartiaten, werden nach Athen gebracht. Die Athener drohen diese hinzurichten, wenn ein neuer Einfall in Attika geschehe.
424.
Die InselKythēravon den Athenern unter Nikias besetzt. Von Kythēra und vonPylosaus beunruhigen sie fortwährend das lakonische Gebiet. Ihr Landheer beiDelionin Böotien von den Böotern geschlagen (Sokrates von Alkibiades gerettet).
Brasĭdas, der durch Böotien und Thessalien nachMakedonienundThrakiengezogen ist, bringt die dortigen Küstenstädte zum Abfall von Athen, nimmt auchAmphipŏlisein. Der athenische FeldherrThukydĭdes(der Geschichtschreiber), der mit einem Geschwader bei Thasos lag und diesen Verlust nicht hatte verhindern können, wird deshalb verbannt. Nach abermals vergeblichen Friedensverhandlungen senden die Athener Kleon nach Thrakien. Er wird in der
422.
Schlacht bei Amphipŏlis
von Brasidas geschlagen und fällt auf der Flucht, Brasidas stirbt an seinen Wunden.
421.
Friede des Nikĭas,
geschlossen auf 50 Jahre. Beide Teile geben die Gefangenen und die Eroberungen heraus, doch wird diese Bestimmung nur unvollständig ausgeführt. Schon nachdreiJahren bricht der Krieg wieder aus, daAlkibiădesdie Athener beredet, dem Bündnis beizutreten, welchesArgosmit anderen peloponnesischen Staaten (Elis und Mantineia) geschlossen hatte, um dem drückenden Übergewicht Spartas entgegenzutreten.
Die vereinigtenArgiverundAthenerwerden in der
418.
Schlacht bei Mantineia
geschlagen. Die Spartaner stellen durch diesen Sieg ihre Herrschaft über die Peloponnes wieder her. In Athen bekämpfen sich die Parteien desNikiasundAlkibiădes; durch Anwendung des Ostrakismos wird nur der unruhigeHyperbŏlosverbannt.
416.
Die Athener nehmenMēlosund tötenalleBürger der Insel.
415–413.
Unternehmung der Athener gegenSyrakus.
Syrakus, nach dem Siege beiHimĕraüber die Karthager (S. 41) aufblühend unter der milden HerrschaftHierons(Bruder desGelon) seit 466 mit demokratischer Verfassung, steht an der Spitze der sicilischen Griechenstädte.
427.
Hilfsgesuch der StadtLeontini(der Redner und SophistGorgias) bei den Athenern gegen Syrakus; eine athenische Flotte wird nachRhegiongesandt, doch gelingt es den Athenern nicht, sich auf Sicilien festzusetzen. Der SyrakusanerHermokrătesvermittelt 424 Frieden unter den sicilischen Städten.
416.
Hilfsgesuch der StadtEgestaund der vertriebenen Leontiner gegen Selinus und Syrakus, bei den Athenern vonAlkibiădesbefürwortet, vonNikiaswiderraten. Eine Flotte von 134 Trieren fährt unter Anführung vonAlkibiădes,NikiasundLamăchosnach Sicilien. NachdemNaxosundKatănabesetzt sind, wird Alkibiades zurückgerufen, abwesend angeklagt wegen Teilnahme an Religionsfreveln, die kurz vor Abfahrt der Flotte begangen waren (Verstümmelung der Hermen. Verspottung der eleusinischen Mysterien). Er flieht nach Argos, wird abwesend zum Tode verurteilt, seine Güter werden eingezogen. Hierauf begibt er sich, um Rache an Athen zu nehmen, nach Sparta.
414.
Die Athener erfechten einen Sieg vorSyrakusund beginnen mit Erfolg die Belagerung der Stadt, wobeiLamăchosfällt. Die Spartaner schicken auf Alkibiades’ Antrieb ein kleines Geschwader unterGylipposden Syrakusanernzu Hilfe. Die Athener werden zurückgedrängt, leiden durch Krankheit und Mangel. Nikias der Lage nicht gewachsen.
413.
Sie erhalten Verstärkung aus Athen (73 Trieren, 5000 Hopliten) unterDemosthĕnes, werden aber bei einem nächtlichen Angriff auf die Höhen vonEpipŏläbesiegt. Der Abmarsch beschlossen, verzögert durch abergläubische Bedenken des Nikias wegen einer Mondfinsternis (27. August). UnglücklicheSeeschlachtin dem von den Feinden gesperrten Hafen von Syrakus; das zu Lande abziehende Heer wird am FlusseAssinărosteils niedergemacht, teils gefangen.NikĭasundDemosthĕnesin Syrakus hingerichtet, 7000 Gefangene in die Steinbrüche gesteckt, wo viele elend umkommen, oder als Sklaven verkauft.
413. (März.)
Auf Alkibiădes’ Rat halten die Spartaner, gereizt durch eine Landung attischer Schiffe in Lakonien, den FleckenDekeleiain Attika besetzt. Von dort aus machen sie (unter KönigAgis) oft wiederholte Streifzüge. Die dauernde Besetzung wirksamer als die früheren vorübergehenden Einfälle, Die letzten 9 Jahre desPeloponnesischen Kriegesheißen deshalb der
413–404.
DekeleïscheKrieg.
Bedrängnis der Athener, Flucht vieler Sklaven, Geldnot des Staates. Die aristokratische Partei kommt wieder zu Ansehen. Einsetzung einer neuen Behörde von 10Vorberatern. Ordnung der Finanzen; die Tribute der Bundesgenossen werden in Hafenzölle umgewandelt. Neue Rüstungen.
Alkibiădes bewirkt den Abfall vonChios,Erythrä,KlazomĕnäundMilētvom athenischen Bunde. Er bringt ein Bündnis zustande zwischen den Spartanern, die sich bereit erklären, dem Perserkönig alle ihm ehemals untertänigen Griechenstädte wieder zu überlassen, und dem persischen SatrapenTissaphernesin Sardes, der den Spartanern Hilfsgelder zahlt.
412.
Eine neue athenische Flotte erscheint an der ionischen Küste; die Peloponnesier werden im Landkampf beiMilētgeschlagen, aber die Einnahme der Stadt wird durch das Erscheinen syrakusischer Schiffe (unter Hermokrates) gehindert. Die athenische Flotte, wieder auf 104 Schiffe gebracht, ankert vorSamos. Alkibiădes, von den Spartanern angefeindet und beargwöhnt, begibt sich zu Tissaphernes, auf den er bald großen Einfluß gewinnt. Zugleich knüpft er Unterhandlungen mit den Oligarchen (Gegnern der Demokratie) im athenischen Heere an.
411. (März.)
Verfassungsänderung in Athen,
von der oligarchischen Partei(Antĭphon,Theramĕnes) gewaltsam durchgesetzt. Rat von 400 Mitgliedern eingesetzt, die Volksversammlung auf 5000 Bürger beschränkt, alle Staatsbesoldungen, mit Ausnahme des Soldes der im Heere dienenden Bürger, werden abgeschafft. Friedensverhandlungen mit Sparta. Aber das Heer bei Samos weigert sich, die Verfassungsänderung anzuerkennen, erwählt neue Feldherren (Thrasybūlos) undruft Alkibiades zurück. Dieser übernimmt den Oberbefehl, weigert sich aber, die Flotte gegen die Oligarchen nach Athen zu führen, und verlangt, daß sie vor dem Feinde bleibe. In Athen wird auch ohne Eingreifen des Heeres die Oligarchie nach kurzer Dauer gestürzt, der alte Rat der 500 wieder eingesetzt, bald auch der Zutritt aller Bürger zur Volksversammlung wieder hergestellt.
Die Spartaner brechen jede Verbindung mit Tissaphernes ab und schließen ein Bündnis mitPharnabāzos, dem Satrapen von Bithynien. Aber die peloponnesische Flotte (unterMindăros) wird von den Athenern in zwei
411.
Seegefechten beiAbȳdosgeschlagen und schließlich unterAlkibiădes’ Oberbefehl vernichtet in der
410.
Doppelschlacht bei Kyzĭkos(Mindaros † im Landkampf an der Küste). Alkibiădes sichert die athenische Herrschaft auf der thrakischenChersones, erobertChalkēdon, schließt Vertrag mit Pharnabazos, erobert endlich auch die von dem SpartanerKlearchosverteidigte, für die Getreidezufuhr aus den Pontusländern wichtige StadtByzanz(409).
408.
Alkibiădes kehrt nach Athen zurück.
Seine Verurteilung wird widerrufen, die Athener ernennen ihn zum unumschränkten Feldherrn zu Wasser und zu Lande. Er schützt mit seinem Heere den langentbehrten Festzug nach Eleusis, fährt dann an der Spitze der athenischen Flotte wieder nach Kleinasien. Dort hatte unterdessen der SpartanerLysanderden Oberbefehl erhalten, und des persischen Königs Dareios II. jüngerer SohnKyros, Freund der Spartaner, war Satrap in Sardes geworden. Während Alkibiădes sich an einer Belagerung vonPhokäabeteiligt, wird die von seinem Unterfeldherrn Antiochos befehligte Flotte vonLysanderin dem
407.
Seetreffen bei Notionim Golf von Ephĕsos geschlagen. Wegen dieses unverschuldeten Unglücks wird Alkibiădes von den Athenern des Oberbefehls entsetzt. Er zieht sich nach der thrakischen Chersones zurück.
Der neue spartanische Nauarch (Admiral)Kallikratĭdasschließt die athenische Flotte unterKononim Hafen vonMytileneein. Die Athener rüsten mit äußerster Anstrengung eine neue Flotte aus; diese schlägt die Peloponnesier in der großen
406. (Sept.)
Seeschlacht bei den Arginusen,
kleinen Inseln an der Küste Kleinasiens, südöstlich von Lesbos; von 120 peloponnesischen Schiffen entkommen nur 43. Aber die siegreichen Feldherren werden in Athen angeklagt, weil sie die Schiffbrüchigen bei dem nach der Schlacht eingetretenen Sturm nicht gerettet und die Leichen nicht bestattet haben; 6 von ihnen, die sich dem Gericht stellen, werden zum Tode verurteilt. Vergeblicher Widerspruch desSokrates, der am zweiten Verhandlungstage Vorsteher der Prytanen (S. 36) war, gegen das abgekürzte (summarische) Gerichtsverfahren.Lysander, wiederum Anführer der spartanischen Flotte, vernichtet die athenische Flotte in der
405. (August.)
Schlacht bei Aigospotamoi(Ziegenflüsse), Lampsăkos am Hellespont gegenüber. NurKononrettet sich mit wenigen Schiffen. Niedermetzelung von 3000 gefangenen Athenern. Lysander vernichtet die athenische Herrschaft über die Küsten und Inseln, richtet überall oligarchische Verfassungen ein, die durch spartanische Statthalter (Harmosten) überwacht werden, erscheint dann mit seiner Flotte vor dem Peiraieus, während die Landtruppen unter den beiden spartanischen KönigenAgisundPausaniasAthen von der Landseite einschließen. Unterhandlungen durchTheramĕnes. Endlich bewirkt der Hunger die
404. (Frühjahr.)
Übergabe Athens, Ende des Krieges.
Die Mauern des Peiraieus und die langen Mauern zwischen Stadt und Häfen werden niedergerissen. Anerkennung der spartanischen Hegemonie, Verzicht auf alle auswärtigen Besitzungen, Auslieferung der Kriegsschiffe bis auf 12. Nach Annahme dieser Friedensbedingungen wird unterLysandersEinfluß die Neuordnung des Staatesdreißig Männernder oligarchischen Partei (Tyrannen) übertragen.
Folgen des peloponnesischen Krieges: 1. Fortdauernde Zersplitterung der Griechen, Beginn ihres politischen Niedergangs, erfolgreiche Einmischung Persiens. 2.Spartaist mit persischer Hilfe wiederum im Besitze derHegemonie, aber durch Auflösung der altspartanischen Zucht entartet. 3.Athen, die Siegerin über den Nationalfeind, ist gedemütigt, hat jedoch noch Kraft zu neuer Erhebung und bleibt die geistige Hauptstadt Griechenlands.
Da Sparta seine Hegemonie gegen die Abneigung der anderen Staaten, besonders gegen das aufstrebendeThebennicht behaupten kann, erheben sich neue Kriege unter den griechischenStaaten, bis sie der HerrschaftMakedoniensuntertan werden, welches unter den KönigenPerdikkas II.(454–413) undArchelāos(413–399) allmählich erstarkt war, dann unter Thronstreitigkeiten zu leiden hatte bis zum RegierungsantrittPhilipps359.
404–403.
Herrschaft derDreißigin Athen.
Sie nehmen eine spartanische Besatzung in die Akropolis auf, verhängen Verbannung und Hinrichtung über mißliebige Bürger, die von Angebern (Sykophanten) angeklagt sind.Theramenes, der als Mitglied derDreißigzur Mäßigung rät, wird auf Betreiben des leidenschaftlichenKritiasebenfalls hingerichtet. Darauf sammeltThrasybūlosinThebendie aus Athen entflohenen Anhänger der Demokratie, besetzt mit ihnen die BergfestePhyleim Parnēsgebirge, schlägt die Truppen der Dreißig und bemächtigt sich der Hafenstadt Munychia (403); Kritias fällt. An Stelle der 30 wählen die Bürger in Athen 10 gemäßigtere Oligarchen. Unter Vermittelung des SpartanerkönigsPausanĭaskommt ein Vergleich zwischen diesen und Thrasybūlos zustande. Die vereinigten Bürger ziehen gegenEleusis, wo die meisten der Dreißig getötet werden, dann wirdAmnestieverkündigt.
403.
Herstellung der Demokratie; neue Aufzeichnung der Gesetze unter dem ArchonEukleides.Bald werden auch die Besoldungen und Schaugelder (S. 44) wieder eingeführt, erstere sogar vermehrt durch denVolksversammlungssold.
401.
Aufstand des von Sparta unterstütztenKyros(S. 21) gegen KönigArtaxerxes Mnemon. Alkibiădes, welcher schon im Jahre 404 den König hatte warnen wollen, war auf der Reise zu ihm in Phrygien auf Betreiben Lysanders getötet worden. 13000 griechische Söldner kämpfen für Kyros in der Schlacht beiKunaxa(unweit Babylon); mühsamer Rückzug unter Führung des AthenersXenophon.Nicht ganz 10000 erreichen bei Trapezūs das Schwarze Meer, die meisten treten bei dem spartanischen FeldherrnThibron(s. u.) in Dienst.
399.
Sokratesin Athen zum Tode verurteilt und durch Gift hingerichtet. Sein SchülerPlatonerhebt die Philosophie zur umfassenden Wissenschaft.
399–394.
Krieg der Spartaner gegen Persien,gehemmt durch Zwiespalt unter den Griechen.
Der persische SatrapTissapherneswill die griechischen Städte Kleinasiens für ihren Anschluß an die Sache des Kyros züchtigen. Die Spartaner kommen den Städten zu Hilfe, erst unterThibron, dann unterDerkyllĭdas, endlich unter dem KönigAgesilaos.Dieser dringt 396 siegreich in Asien vor,schlägt amPaktōlosdie Reiter des Tissaphernes, der auf Befehl des Großkönigs von seinem NachfolgerTithrausteshingerichtet wird. AberAthen,Theben,Korinth,Argosverbünden sich, durch persisches Geld unterstützt, gegen Sparta, dessen Harmosten sich überall verhaßt gemacht hatten.
395.
Lysander fällt beiHaliartos(in Böotien) im Kampf gegen die Thebaner.
394.
Seeschlacht beiKnidos; die spartanische Flotte wird von der persischen, von dem Athener Konon geführten Flotte besiegt. Vertreibung der Harmosten aus den griechischen Städten Kleinasiens.Agesilāos,aus Asienzurückberufen, zieht durch Thrakien, Makedonien und Thessalien, schlägt die Verbündeten in der
394.
Schlacht bei Koroneia(im westl. Böotien)
und gelangt in die Peloponnes zurück. Konon stellt mit persischem Gelde die2 langen Mauernzwischen Athen und dem Peiraieus wieder her. Darauf Landkrieg in der Gegend vonKorinth, das den Zugang zur Peloponnes beherrscht; die athenischen PeltastenIphikrătesbringen den Spartanern schwere Verluste bei.
Der SpartanerAntalkĭdasgewinnt die Gunst des persischen Satrapen Tiribazos; Sparta sendet nochmals eine Flotte nach der asiatischen Küste aus, die aber vor der athenischen unterThrasybūloszurückweicht. Endlich entscheidet der Perserkönig; die griechischen Staaten nehmen die von ihm gestellten Bedingungen an.
387.
Friede des Antalkĭdas.Die GriechenstädteKleinasiens, sowie die InselstadtKlazomĕnäundCypernwerden den Persernpreisgegeben.Die Athener behalten nur die Herrschaft überLemnos,ImbrosundSkyros, alle übrigen Staaten und Inseln sollen selbständig sein. Messenien jedoch bleibt unter spartanischer Herrschaft. Gewalttätiges Auftreten der Spartaner zur Durchführung dieser Bestimmungen.
379–362.
Krieg zwischenThebenundSparta,
veranlaßt durch die Besetzung derKadmeia(383). Ein spartanisches Heer war gegen die StadtOlynthosgesandt, welche ihre Hegemonie über die kleineren Städte der Halbinsel Chalkidĭke nicht aufgeben wollte.Phöbĭdas, mit einer zweiten Abteilung nachgesandt, besetzt die Kadmeia, die Burg von Theben, im Einverständnis mit der aristokratischen Partei daselbst. Olynth wird 379 von den Spartanern erobert.
379.
Thebanische Flüchtlinge, die inAthenAufnahme gefunden haben, befreien von dort aus unter FührungdesPelopĭdasihre Vaterstadt und nötigen, unter Mitwirkung desEpameinondas, die Spartaner zum Abzug aus der Kadmeia.
378.
Die spartanischen KönigeKleombrŏtosundAgesilāosziehen gegen Theben zu Felde, kämpfen aber ohne Erfolg. Der Versuch eines spartanischen Unterfeldherrn, sich des Peiraieus zu bemächtigen, veranlaßt die Athener zumBündnis mit Theben. Darauf gründen sie denzweiten athenischen Seebund(Chios, Lesbos, Rhodos, Byzanz, Euböa, Kerkyra, chalkidische Städte, Kykladen; keine Kleruchieen in bundesgenössischem Gebiet, geringere Geldbeiträge). Seesiege desChabrias(bei Naxos) undTimotheos(bei Leukas) über die peloponnesische Flotte.Olynthwird wieder selbständig. Sparta und Athen als Vertreter ihrer Bundesgenossen schließen 371 Frieden;Thebenaber weigert sich, seine Hegemonie über Böotien aufzugeben, soll von den Spartanern dazu gezwungen werden.
371.
Schlacht bei Leuktra.
Der spartanische KönigKleombrotosvonEpameinondasbesiegt. Schiefe Schlachtordnung,Pelopĭdasmit der heiligen Schar auf dem linken Flügel bringt durch sein Vordringen den Kampf zur Entscheidung.
370.
Angriff der Thebaner auf Sparta.Spartas Hegemonie wird durch den Abfall derArkăderund die von Epameinondas angeordneteBefreiung der Messenierschwer erschüttert. Gründung der StädteMegalopŏlisin Arkadien undMessēneam Fuß der Berges Ithōme. Die offene StadtSpartawird vonAgesilaoserfolgreich verteidigt; ein athenisches Heer kommt den Spartanern zu Hilfe; Rückzug der Thebaner.
369–367.
Epameinondas zieht noch zweimal nach derPeloponnes, um den erlangten Einfluß zu sichern; Pelopidas bekämpft inThessalienden Tyrannen Alexander von Pherā und schlichtet einen Thronstreit inMakedonien, wird auf dem Rückweg unweit Pherä gefangen genommen, aber von Epameinondas befreit.
367.
Gesandte der griechischen Staaten gehen nachSusa; Thebens Versuch, einen Vertrag auf Grund der vom Perserkönige gutgeheißenen Vorschläge zustande zu bringen, mißlingt.
364.
Pelopidas fällt im Kampfe gegen den Tyrannen von Pherä beiKynoskephălä; Epameinondas unternimmt mit einer neugebildeten Flotte eine Fahrt bisByzanz, um der athenischen Seemacht entgegenzutreten. Unterdessen neue Streitigkeiten in der Peloponnes; Epameinondas unternimmt einenviertenZug dorthin.
862.
Schlacht bei Mantineia,
Epameinondas fällt als Sieger im Kampfe gegen die Spartaner und ihre Bundesgenossen (darunter 6000 Athener). Damit endet die kurze Zeit derthebanischen Hegemonie(371 bis 362).
Friedensvertrag unter den griechischen Staaten, doch treten die Spartaner nicht bei, da sie die Unabhängigkeit Messeniens nicht anerkennen wollen.Agesilāosgeht nach Ägypten zur Unterstützung der Aufständischen gegen die Perser (s. S. 21), deren Flotte der AthenerChabrĭasbefehligt. Agesilāos stirbt auf der Rückfahrt (360).
359–336.
Philipp, König von Makedonien,
Sohn des Königs Amyntas, war von Pelopidas als Geisel auf 3 Jahre nach Theben gebracht worden und hatte dort griechische Bildung und Kriegskunst kennen gelernt. Er wird, 23 Jahre alt, nach dem Tode seines älteren Bruders Perdikkas, König von Makedonien. Tapfer und staatsklug befestigt er seinen Thron in dem von Parteikämpfen zerrissenen Lande, sichert die Grenzen gegen die unruhigen Nachbarvölker (Päŏner,Illyrier) und richtet ein stehendes Heer ein (Phalanx). Hauptwaffe die Sarissa, ein 5 m langer Speer. Dann beginnt er die Ausbreitung seiner Herrschaft an der thrakischen Küste und greift in das Bundesgebiet der Athener ein, die er durch schlaue Unterhandlungen täuscht.
357–356.
Philipp erobertAmphipŏlis(reiche Goldbergwerke in der Nähe),Pydna,Poteidaia, schließt Bündnis mitOlynth. Athen unterdessen bedrängt durch Abfall der Bundesgenossen. Chios, Kos, Rhodos, Byzanz sagen sich vom Seebunde los. Nach kraftloser Kriegführung (Chabrias† im Hafen von Chios) erkennt Athen 355 auf Antrag desEubūlosihre Selbständigkeit an. Der Seebund fortan unbedeutend. Eubūlos Vertreter der Friedenspolitik; die Überschüsse der Staatsverwaltung werden auf seinen Antrag der Festgelderkasse (S. 54) überwiesen.
355–346.
(Zweiter)Heiliger Krieggegen die Phokier,
die wegen Benutzung des dem delphischen Gotte geweihten Landes von Kirrha (s. S. 33) von den Amphiktyonen zu einer hohen Geldstrafe verurteilt waren. Die Thebaner übernehmen die Eintreibung dieser Geldstrafe, die Phokier aber bemächtigen sich der Schätze des delphischen Tempels, verstärken sich durch Söldner und verteidigen sich längere Zeit mit Erfolg.
352.
Onomarchos, Feldherr der Phokier, fällt in Thessalien im Kampfe gegenPhilipp, welcher von den mitTheben verbündeten Thessălern zu Hilfe gerufen war. EinathenischesHeer hindert durch Besetzung des Passes vonThermopy̆läPhilipp am Einmarsch in Mittel-Griechenland; die Phokier behaupten sich noch weiter.
Philipp wendet sich wieder nach Thrakien und greiftOlynthan.Demosthĕnes, seit 351 (erste Philippika) Führer des nationalen Widerstandes gegen die drohende makedonische Macht, veranlaßt Hilfssendungen der Athener nach Olynth.
348.
Philipp erobert Olynth
durch Verrat, zerstört diese Stadt sowie eine große Zahl kleinerer Orte auf der Halbinsel Chalkidike und verkauft die Einwohner als Sklaven.
346.
Friede zwischen Philipp und den Athenern auf Antrag desPhilokrătes. Demosthenes und Äschines Gesandte an Philipp. Dieser zieht, abermals von den Thessalern und Thebanern zu Hilfe gerufen, nachPhokisund gewährt dem phokischen Feldherrn Phalaikos und seinen Söldnern freien Abzug.
346.
Philipp unterwirft die Phokier,
zerstört ihre Städte, wird an ihrer Stelle in denAmphiktyonenbund aufgenommen. In Athen Unwille über sein gewaltsames Vordringen; Demosthenes’ Rede vom Frieden.
344.
Philipp tritt an die Spitze desthessalischenBundes, unterstütztArgos, Messenien, Elisgegen Sparta. Demosthenes’ zweite Philippika.
343.
Philipp bringtEpirusund einen Teil vonEuböain Abhängigkeit. Äschines, von Demosthenes wegen seines Verhaltens bei der Gesandtschaft angeklagt, wird freigesprochen.
342–341.
Philipp dringt in Thrakien bis zum Pontos vor, gründetPhilippopolisam Hebros, unterstützt die StadtKardiain ihrem Streit mit den athenischen Kolonisten der thrakischen Chersones (S. 46). Die nationale Partei in Athen (Demosthenes’ dritte Philippika) bringt einBündnis hellenischer Staaten(Megarer, Korinther, Euböer, Achäer, Akarnanen u. a.) unter Athens Leitung gegen Philipp zustande.
340.
Philipp belagert vergeblichPerinthosundByzanz. Die Athener erklären ihm den Krieg, schicken zwei Flotten mit Hilfstruppen (unterCharesundPhokion) nach Byzanz und erzwingen die Aufhebung der Belagerung.
339–338.
(Dritter)Heiliger Krieggegen Amphissa, nachdem die Amphiktyonen, auf Veranstaltung desvon Philipp bestochenenÄschines, die Lŏkrer von Amphissa wegen Aneignung eines dem delphischen Gotte geheiligten Ackers in Strafe genommen hatten. Philipp, von den Amphiktyonen mit der Ausführung des Beschlusses beauftragt, besetzt die StadtElateia, welche den Zugang zu Böotien beherrscht. Große Bestürzung in Griechenland. Die Athener rüsten Flotte und Landheer; Demosthenes bringt einBündnis mit Thebenzustande. Philippzerstört Amphissaund besiegt die verbündeten Athener, Thebaner, Phokier, Korinther, Achäer in der
338.(Aug.)
Schlacht bei Chaironeia.
Sein SohnAlexanderentscheidet die Schlacht durch Vernichtung derheiligen Scharder Thebaner. Philipp straft die Thebaner hart (Aufhebung der Hegemonie über Böotien, Rückkehr der Verbannten, makedonische Besatzung in der Burg Kadmeia); den Athenern bewilligt er einen günstigen Frieden. Er rückt in die Peloponnes ein, nimmt den Spartanern einen großen Teil ihres Gebietes und gibt es den Messeniern, Argivern und Arkadern.
Makedonische Hegemonie.Auf einer Nationalversammlung zuKorinth, an der nur die Spartaner nicht teilnehmen, läßt sich Philipp zum unumschränkten Heerführer der Griechen gegen die Perser wählen. Im übrigen behalten die griechischen Staaten ihre Selbständigkeit; eine Bundesversammlung (Synedrion) zu Korinth soll ihre Streitigkeiten schlichten.
Philipp, der bereits Truppen nach Asien gesandt hat, um den Krieg gegen die Perser zu beginnen, wird 336 vonPausanias, einem seiner Leibwächter, ermordet. Ihm folgt sein vonAristotĕlesgebildeter zwanzigjähriger Sohn