395–423.
Honorius, anfangs unter Vormundschaft des VandalenStilicho, unfähig, das Reich zu schützen.
425–455.
Valentinian III., lange unter Vormundschaft seiner MutterPlacidia, sieht sich auf den unsicheren Besitz Italiens beschränkt. Auf ihn folgen in schnellem Wechsel ohnmächtige Kaiser, die teils von demSuebenRicimer(† 472), dem Anführer der germanischen Soldtruppen, teils vom oströmischen Kaiser ernannt werden. Zuletzt wird
476.
Romulus Augustus, der Sohn eines FeldherrnOrestesaus Pannonien, von den Truppen seines Vaters auf den Thron erhoben, jedoch vonOdovakar, dem Anführer der germanischen Truppen, abgesetzt. Odovakar beherrscht Italien, dem Namen nach unter Oberhoheit des oströmischen KaisersZeno, der ihm den Titel einesPatriciusverleiht und die Verwaltung der Diöcese Italien überträgt.
In den Kulturkreis des Altertums dringen dieGermanenmit frischer Volkskraft ein, zunächst vieles zerstörend. Bald aber gründen sie neue Staaten, in welche die antike Kultur aufgenommen wird. Der Schauplatz der Geschichte erweitert sich über ganz Europa; es scheiden sichromanischeundgermanischeStaaten; im Osten treten dieSlavenhinzu.
Sitze germanischer Volksstämme um 375 nach Chr.
Ostgotenim südlichen Rußland,Westgotenin Dacien (östl.Ungarn, Rumänien),Vandalenin Pannonien (südwestl.Ungarn),Suebenin Mähren, Böhmen und Bayern,Burgunderam Neckar und Main,Alamannenam Oberrhein,ripuarische Frankenzu beiden Seiten des Niederrheins (bei Köln),salische Frankenin Belgien und an den Rheinmündungen,Sachsenvon der Elbe bis fast an den Rhein,Thüringerin Mitteldeutschland,Langobardenan der untern Elbe,Friesenan der Nordseeküste.
Religion und Staatswesen der Germanen:
Verehrung der Götter auf Bergen oder in heiligen Hainen; keine Tempel und Götterbilder.Wodander Himmelsgott,Donarder Donnergott,Ziuder Kriegsgott. Glaube an ein Fortleben der Helden nach dem Tode inWalhalla.
Keine Städte; die Volksstämme teilen sich nach der Lage der vereinzelten Wohnstätten inGaue. Unvollkommener Ackerbau, meist denHörigen(Unfreien) überlassen. Jagd und Krieg die Hauptbeschäftigung derFreien.
DieVersammlung der Freienentscheidet über Krieg und Frieden und schwere Rechtsfälle; sie wählt Gauvorsteher (Richter) und für den Kriegsfall Herzöge, meist aus denEdlen, die aber keinen geschlossenen Stand mit besonderen Vorrechten bilden. Kampflustige Freie schließen sich alsGefolge, zur Treue verpflichtet, an hervorragende Edle an.
Größere Kriege führen zur Ausbildung desKönigtums, welches während der Völkerwanderung bei den meisten germanischen Völkern durchdringt. Grenzkriege mit den Römern am Rhein und an der Donau; germanische Heerscharen oft in römischem Solde. DieGoten, welche um 180 von der Weichsel nach der unteren Donau vordringen, sind bis 270 gefährliche Feinde des römischen Reiches; dann meist friedliches Verhältnis. Eine Schar christlicher (arianischer)Westgotenunter dem BischofUlfilawird 348 inMösienangesiedelt; UlfilasBibelübersetzungdas erste Schriftwerk in gotischer Sprache; er stirbt 381 in Konstantinopel.
375.
Anfang der Völkerwanderung.
DieHunnen, einmongolisches, nomadisches Reitervolk, unterwerfen, nachdem sie etwa 372 die Wolga überschritten und die nichtgermanischenAlanenbesiegt haben, dasOstgotenreich(am Dnjepr, König Ermanarich aus dem Geschlechte der Amăler) und stürzen sich dann auf dieWestgoten. Der heidnische Teil der Westgoten unterAthanarichzieht sich nach Siebenbürgen und in die Karpathen zurück, der christliche unterFritigernundAlaviverhält von KaiserValensSitze in Mösien und Thrakien zugesichert. Streitigkeiten mit den römischen Beamten nach dem Übergang über die Donau führen zum Kampf, die Goten dringen verwüstend vor.
378.
Schlacht bei Adrianopel.Valensbesiegt und getötet.
Sein NachfolgerTheodosiusschließt Frieden mit den Westgoten, welche gegen Sold und Wohnsitze in Mösien und Thrakien alsfoederatidie Grenze des römischen Reiches schützen sollen. DasReich der Hunnenbreitet sich in den Ländernnördlich der Donauaus.
395.
Alarich, König der Westgoten, verwüstet, da nach Theodosius’ TodeArcadiusden Sold nicht zahlt, Makedonien, Illyrien und Griechenland und dringt bis in die Peloponnes vor.Stilicho, Feldherr des weströmischen Reiches, kommt dem oströmischen zu Hilfe, schließt die Westgoten am Gebirge Pholoë inArkadienein, läßt sie aber entkommen. Alarich zieht nach Illyrien, wird vom Kaiser Arcadius zumDuxvon Illyricum orientale ernannt. Das Vordringen der germanischen Völker richtet sich nun gegen dasweströmische Reich.
401.
Alarichs ersterEinfall in Italien, Stilicho tritt ihm entgegen. Schlacht beiPollentia(402); Alarich kehrt nach Illyrien zurück.
405.
Germanische Heerhaufen, namentlichOstgotenunterRadagais, fallen in Italien ein, werden aber von Stilicho mit Hilfe der rheinischen Legionen beiFäsuläbesiegtund durch Kampf und Hunger aufgerieben. Die Rheingrenze seitdem verloren.
406.
Heerhaufen vonVandalen,SuebenundAlanenziehen aus den Donauländern unter hartem Kampf mit den Franken über den Rhein und brechen dann 409 inSpanienein. Die Vandalen besetzen den südlichen Teil (Andalusien = Vandalicia), die Alanen den Südwesten (Lusitanien), die Sueben den Nordwesten (Gallaecia).
Um dieselbe Zeit breiten sich diesalischen Frankenim nördlichen Gallien aus; dieBurgundersetzen sich am mittleren Rhein fest,Wormsihre Hauptstadt.
408.
Stilicho gestürzt und auf Befehl des Kaisers Honorius ermordet.Alarichszweiter Einfall in Italien, er belagert Rom, zieht aber gegen Lösegeld ab. Da der kaiserliche Hof zu Ravenna sich weigert, den Goten Landbesitz in Noricum zu gewähren, rücktAlarichzum zweiten Male vor Rom (409) und erzwingt vom Senate die Ernennung des StadtpräfektenAttăluszum Gegenkaiser.AlarichbelagertHonoriusvergeblich inRavenna, entzweit sich mit Attalus, setzt ihn ab und rückt zum dritten Male vor Rom.
410.
Einnahme und PlünderungRomsdurch Alarich. Er zieht darauf nach Unteritalien, um nach Sicilien und von da nach Afrika überzusetzen, stirbt aber unterwegs (imBusentobei Cosenza begraben).
410–415.
Athaulf, Alarichs Schwager, führt die Westgoten nach Gallien, vermutlich infolge eines Übereinkommens mit dem Kaiser Honorius zur Bekämpfung der dort eingedrungenen Germanen. Er vermählt sich in Narbo 414 mitPlacidia, Schwester des Honorius, wird aber bald darauf von dem kaiserlichen FeldherrnConstantiusangegriffen, zieht nachSpanien, erobertBarcelona, wird dort ermordet. Sein Bruder
415–419.
Walliaschließt wiederum Vertrag mit Honorius, sendet Placidia zurück und kämpft für die Römer gegen Vandalen, Alanen und Sueben. Ihm wird das südlicheGallienunter römischer Hoheit abgetreten.
415–711.
Westgotenreichin Südgallien und Spanien, bald von Rom unabhängig. HauptstadtTolosa(Toulouse), späterToledo.
429.
KönigGenserichführt dieVandalenaus Spanien nach Afrika hinüber, herbeigerufen von dem abtrünnigen römischen StatthalterBonifatius, der nachher vergeblich die Eingedrungenen bekämpft.Augustinus, Bischof von Hippo Regius, † 430 während der Belagerung dieser Stadt durch die Vandalen.Karthago, die Hauptstadt der römischen Provinz, wird erst 439 von ihnen erobert.
429–534.
Vandalenreichin Afrika.
Die Vandalen (Arianer) gründen eine Seemacht und beginnen die Küsten und Inseln des Mittelmeeres zu plündern. Ihre früheren Wohnsitze inSpanienwerden von den Westgoten in Besitz genommen.
443.
DieBurgunder, unter ihrem KönigGundahar, von dem römischen FeldherrnAëtiusmit Hilfe hunnischer Söldner besiegt, erhalten Wohnsitze an der oberen Rhone und Saône. DieAlamannenbreiten sich (an Stelle der Burgunder) über die frühere römische ProvinzGermania superior(Elsaß) und die Schweizer Ebene aus.
449.
Britannienbesetzt vonSachsen,AngelnundJüten, die von den Briten gegen die räuberischen Stämme der nördlichen Gebirge (PictenundScoten) zu Hilfe gerufen werden. Sie setzen (nach der Sage unter den FührernHengistundHorsa) nach Britannien über und gründen dort 7 Staaten:Kent,Sussex,Wessex,Essex,Ostangeln,Mercia,Northumbria. Die christlichenBritenwerden teils nach der Westseite der Insel (Wales, Sagen von König Artus) gedrängt, teils siedeln sie nach der KüstenlandschaftAremorica(Bretagne) in Gallien über.
451.
Attila(Etzel), König derHunnen, bricht verheerend in Gallien ein; in seinem Gefolge auch die Heerscharen der ihm unterworfenengermanischenVölker,Ostgoten, (Attila gotisch = Väterchen)Gepiden,Heruler,Rugieru. a. Er belagert vergeblichOrléans(Civitas Aureliani).
451.
Schlachtauf denKatalaunischen Feldern(nachCatalaunum, d. i.Châlons-sur-Marne, das Schlachtfeld selbst näher beiTroyes). Attila von dem römischen Heer unterAëtiusund denWestgoten(mit Hilfstruppen derBurgunder,Frankenu. a.) in gewaltigem Kampfe besiegt, geht über den Rhein zurück.
452.
Attilazieht nachItalien, zerstörtAquileia, dessen Bewohner in die Lagunen flüchten (Entstehung der StadtVenedig). Er verwüstet die Po-Ebene,bedroht Rom, kehrt aber um auf Bitten einer Gesandtschaft, an deren Spitze der römische Papst Leo I. steht.
453.
Attila stirbt in Pannonien; nach seinem TodeZerfall des Hunnenreiches. Die bisher den Hunnen unterworfenen germanischen Völker werden frei; dieGepidenbegründen ein Reich in Dacien, dieOstgotenin Pannonien.
Vordringenslavischer Völkerin die von den Germanen verlassenen Gebiete bis zurElbe.
455.
Rom nach Ermordung Valentinians III. 14 Tage lang von denVandalengeplündert, welche Eudoxia, die Witwe Valentinians, herbeigerufen haben soll. Die Vandalenbeherrschen die Nordküste Afrikas bis Kyrēne und die Inseln des westlichen Mittelmeeres.
476.
Odovakar, Anführer von Herŭlern und anderen Germanen in römischem Solde, wird nach Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Herrscher in Italien (vgl. S. 138).
486.
Der MerowingerChlodwig(Chlodovech), König dersalischen Franken(481–511), besiegt beiSoissonsden römischen StatthalterSyagriusund vernichtet dadurch den letzten Rest des weströmischen Reiches.
496.
Chlodwig besiegt dieAlamannenim Elsaß (nichtbei Zülpich, wo früher ein Kampf zwischen Alamannen und ripuarischen Franken stattgefunden hatte). Chlodwig gelobt in der Schlacht,Christzu werden, nimmt mit seinem Volke diekatholischeLehre an, wird inReimsvom Bischof Remigius getauft.
500.
Chlodwig besiegt dieBurgunderbeiDijon, doch behauptet König Gundobad seine Herrschaft. Durch List und Gewalt macht Chlodwig sich zum AlleinherrscherallerFranken, s. unten und S. 145 ff.
493–553.
Ostgotenreichin Italien.
Theoderich der Große, christlicher König der Ostgoten, führt nach Übereinkunft mit dem oströmischen KaiserZeno, der ihm den Rang eines Patricius (S. 138) und Konsuls verlieh, sein Volk aus Pannonien nach Italien, siegt über Odovakar am Isonzo 489, belagert ihn inRavenna, läßt ihn 493 nach Einnahme der festen Stadt hinrichten. Er sorgt in Italien für Erhaltung der römischen Kultur und friedliches Zusammenleben von Römern und Goten. Seine Regierung für Italien eine Zeit des Glückes und Wohlstandes. Sein MinisterCassiodoriusschreibt die Geschichte der Goten und verkündet Gesetze in lateinischer Sprache. Doch bleibt der Zwiespalt zwischen beiden Nationen, da die GotenArianersind. Boëthius und Symmachus 525 hingerichtet wegen geheimer Verbindungen mit dem oströmischen Kaiser.
Theoderich schließt Frieden mit denVandalen, welche ihre Raubzüge gegen Italien aufgeben, nimmt dieAlamannenundWestgotengegen die wachsende Macht des Frankenreiches in Schutz, waltet als Friedenshort und Völkerhirt unter seinen germanischen (arianischen) Stammverwandten.
507.
Chlodwig besiegt dieWestgotenbeiVoullonoderVoullé(unweit Poitiers) und besetzt ihr Land bis zur Garonne: inArlesbehaupten sie sich mit Hilfe der Ostgoten. Theoderich vereinigt die Provence mit seinem Reicheund übernimmt die vormundschaftliche Regierung für seinen EnkelAmalarich, den Sohn des bei Voullon gefallenen Westgotenkönigs Alarich II.
526.
Theoderich † zuRavenna; sein Grabmal dort erhalten. In den deutschen Heldenliedern erscheint er alsDietrich von Bern(Verona).
DasWestgotenreichbehauptet sich inSpanien(HauptstadtToledo) bis 711. Gegen dasVandalenreich und dasOstgotenreich erhebt sich die wieder erstarkte Macht desoströmischen Kaisertums.
534.
Belisar, Feldherr des oströmischen Kaisers Justinian (S. 147), zerstört dasVandalenreichin Afrika.
Verfall des Vandalenreichs seit Genserichs Tode (477). Den letzten KönigGelimernimmt Belisar gefangen.
535–553.
VernichtungskriegJustiniansgegen dasOstgotenreich.
Veranlassung:Amalaswintha, Tochter Theoderichs d. Gr., 526–534 Regentin für ihren unmündigen Sohn Athalarich, wird nach dessen Tode ermordet vonTheodahad, den sie zum Mitregenten angenommen hat. Kaiser Justinian tritt als ihr Rächer auf.
535–540.
Belisarerobert zuerst Sicilien, dann Neapel, bekämpftVitigis, den die Ostgoten an Stelle Theodahads zum König erwählt haben, erobert Rom und führt Vitigis als Gefangenen nach Konstantinopel. Während er dann im Osten des Reichs diePerserbekämpft, erobern die Ostgoten unter KönigTotiladen größten Teil Italiens wieder.
544–549.
Belisar, aufs neue nach Italien gesandt, kämpft mit wechselndem Erfolge gegen Totila. Nach Belisars zweiter Abberufung wird Rom von Totila wieder erobert.
552.
Narses, Belisars Nachfolger, siegt mit germanischen Hilfstruppen über Totila beiTagīnä(in Umbrien, nicht weit von Sentinum); Totila fällt.Teja, der letzte Ostgotenkönig, fällt im Verzweiflungskampfe amMons lactarius(in der Nähe des Vesuv); die Reste seines Heeres erhalten freien Abzug.
553.
Scharen vonFrankenundAlamannen, welche über die Alpen in Italien eindringen, werden vonNarseszurückgeschlagen, die letzten amVolturnusvernichtet. Italien wird Provinz des oströmischen Reiches (Exarchat). Narses erster Exarch, sein Sitz in Ravenna.
568–774.
Langobardenreichin Italien.
Alboin, König der seit etwa 500 in Pannonien ansässigenLangobarden, zerstört mit Hilfe derAvaren, eines den Hunnen verwandten, asiatischen Volkes, welches bis zurDonau vorgedrungen ist, das Reich derGepiden(566) und führt bald darauf (568) sein Volk nachItalien, vielleicht von Narses, der am byzantinischen Hof in Ungnade gefallen war, herbeigerufen.Pavīa(Ticīnum), erst nach dreijähriger Belagerung erobert, wird Hauptstadt seines Reiches. Unter seinen Nachfolgern werden langobardische Herzogtümer inFriaul,Spoleto,Beneventgegründet. Unter oströmischer Herrschaft bleiben nurVenedig,Ravenna,Neapel, undKalabrien.
Die Bischöfe vonRomwissen ihrem Gebiete, demPatrimonium Petri, die Unabhängigkeit zu sichern (später Berufung auf eineSchenkung Konstantinsin den um die Mitte des 9. Jahrh. entstandenen, gefälschten pseudo-isidorischen Dekretalen).
589.
Authari(SohnKlephs), der 3. König des Langobardenreiches, vermählt mit Theodelinde, Tochter desBayernherzogs Garibald, durch deren Einfluß der Übertritt der Langobarden vomArianismuszurkatholischen Lehrebewirkt wird. Gleichzeitig vollzieht sich dieselbe Umwandlung im spanischenWestgotenreich, welches 585 durch Unterwerfung desSuebenreicheserweitert ist.
590–604.
Gregor I.(der Große), Bischof von Rom, befestigt das Ansehen desPapsttums. (Pápa, d. h. Vater, früher der Name jedes christlichen Bischofs, bald dem NachfolgerPetriausschließlich beigelegt.) — Sendung von Glaubensboten zu den Angelsachsen nachEngland(597), der AbtAugustinusbegründet das ErzbistumCanterbury. — Ausbreitung derKlöster; Mönchsregel des h.Benediktvon Nursia, der 529 das Mutterkloster des Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino in Kampanien gründete. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches ist dierömische Kirchevon größter Bedeutung für die Erhaltung und Fortbildung der aus dem Altertum überliefertenKultur.
(Vgl. S. 143.)
511.
Nach Chlodwigs TodeersteTeilung (doch nicht völlige Gebietstrennung) des Frankenreiches. Seine vier Söhne herrschen gemeinsam, aber mit gesondertem Hofhalt zuMetz,Orléans,Paris,Soissons.
531–532.
Das Reich derThüringerwird von Theoderich, dem ältesten der Brüder, durch den Sieg beiScheidungen, das derBurgundervon den jüngeren Söhnen Chlodwigs:Chlodomer,Childebert,Chlotar, erobert.
DernördlicheTeil Thüringens (bis zurUnstrut) fällt an dieSachsenals Bundesgenossen der Franken in dem Kriege; in dasMaingebiet, welches ebenfalls zum alten Thüringerreich gehörte, ziehen fränkische Ansiedler ein (Ostfranken).
Nach dem Untergang des ostgotischen Reiches Erwerbung derProvence(536); auch dieBayern(entstanden aus Vereinigung der Markomannen und Quaden (S. 131) mit anderen Volks-Stämmen) schließen sich dem Frankenreiche an; sie behalten aber ihr heimisches Herzogsgeschlecht, die Agilolfinger.
558–561.
Das Frankenreich wieder vereinigt unterChlotar I., Chlodwigs jüngstem Sohn, der seine Brüder überlebt. Nach seinem TodezweiteTeilung, zuerst in vier, dann in drei Reichsteile: Austrasien, Neustrien, Burgund. Es folgt eine Zeit der Zerrüttung;Brunhild, eine westgotische Königstochter, veranlaßt ihren GemahlSigibertvon Austrasien zum Kriege gegen seinen BruderChilperichvon Neustrien, der ihre Schwester verstoßen und sich mitFredegundevermählt hat. Chilperich ermordet 584, darauf Kampf der Adelsparteien.
613–628.
Zweite Wiedervereinigung des ganzen Frankenreiches durchChlotar II.von Neustrien, Sohn der Fredegunde. Brunhild gefangen, gemartert und zu Tode geschleift.
Verfassung des Frankenreiches: Das Land ist inGaue(pagi) eingeteilt, deren Vorsteher die vom König ernanntenGrafen(comites) sind; die Gaue zerfallen inHundertschaften(centenae). Jede Hundertschaft hat ihre Gerichtsstätte,Malberggenannt, wo unter Leitung ihres Vorstehers (centenarius) oder des Grafen die Freien zum Gerichtstag (Ding) erscheinen. Das Volksrecht aufgezeichnet alslex Salica(schon unter Chlodwig) undlex Ripuaria; das Deutsche war Volkssprache, aber nicht Schriftsprache. Altgermanisches Gerichtsverfahren: Eideshelfer, Zweikampf, Gottesurteile durch siedendes Wasser oder glühendes Eisen. Totschlag kann durch Wergeld gesühnt werden. Oberstes Gericht das Hofgericht des Königs.
Stände des Volkes: Freie, Halbfreie oder Hörige (liti) und Unfreie (Leibeigene). Die Mitglieder des königlichen Gefolges (antrustiones) haben das dreifacheWergeldder Freien. Freie, die sich in den Schutz eines Mächtigeren oder des Königs begeben, sind dessenVasallen. Sie empfangen von ihm Grundbesitz zum Nießbrauch; daraus entwickelt sich in der karolingischen Zeit dasLehnswesen(beneficiumoderfeudum, das Lehngut, im Gegensatz zum Eigengut,allodium).
Die aus römischer Zeit vorhandenenStädtebehalten eine gewisse Bedeutung als Bischofsitze; die Einwohner sind aber meistens Halbfreie oder Unfreie. Die zahlreichenKirchengütererhalten allmählich Befreiung von der Gerichtsbarkeit der Grafen (Immunität); ein von dem Bischof oder Abt erwählter Schutzherr (advocatus,Vogt) übt dann die Gerichtsbarkeit.
Zum Kriegsdienst sind alle Freien verpflichtet (Heerbann); die Vasallen ziehen unter Führung ihres Beschützers (senior) zu Felde, die übrigen unter Führung des Grafen. In Reichsteilen, die früher selbständig waren (Aquitanien, Bretagne,Bayern, Thüringen), hat derHerzog(dux) den Oberbefehl über den Heerbann mehrerer Grafschaften. Bei der jährlichen Heeresmusterung (Märzfeld, späterMaifeld) versammelt der König die Großen zu Beratungen (placita) und verkündet mit ihrer ZustimmungGesetze.
Die wichtigsten Hofämter sind: Seneschall, Marschall (comes stabuli), Kämmerer, Mundschenk, Kanzler, Pfalzgraf (comes palatiioderpalatinus). DerMajordomus, ursprünglich Vorsteher der königlichen Hofhaltung, gewinnt allmählich die größte Macht als Stellvertreter des bald hier, bald dort residierenden Königs.
UnterChlotar II.hat jeder der drei großen Reichsteile einen eigenenMajordomus; unter seinem SohneDagobertkommtPippin(der Ältere) zu besonderem Ansehen in Austrasien. Dessen EnkelPippin(der Mittlere) macht sich durch den
687.
Sieg beiTestri(unweit St. Quentin) über den Majordomus von Neustrien zumMajordomus des ganzen Frankenreiches.
Sein SohnKarl Martelgilt, obgleich er noch nicht den Königstitel annahm, als Begründer der Dynastie, welche das entartete Haus der Merowinger verdrängte.
Nach Attilas Tode (S. 142) Aufhören der Bedrängnis durch dieHunnen. Das wieder erstarkende Reich bewahrt unter despotischen, aber oft von ihrer Umgebung abhängigen Herrschern noch Jahrhunderte lang die griechische Kultur.
527–565
Justinian I.läßt durch seinen MinisterTribonianusaus den Gesetzen früherer Kaiser und den Schriften früherer Rechtsgelehrter ein umfassendes Gesetzbuch,Corpus iuris civilis, zusammenstellen. Teile desselben: 1.Institutiones, 2.PandectaeoderDigesta, 3.Codex Justinianeus, 4.Novellaespäter hinzugefügt.
532.
Nika-Aufstandin Konstantinopel, veranlaßt durch die Parteien der Rennbahn, die sich mit dem SchlachtrufNikagegen die Regierung erheben, aber bald unter sich uneinig werden. DieBlauen, vonBelisarsTruppen unterstützt, siegen über dieGrünen. Ein großer Teil der Stadt durch Brand zerstört, dann schöner wiederhergestellt. Großartige Prachtbauten, z.B. 25 neue Kirchen, darunter dieSophienkirche.
Kriege gegen dieGermanen(s.S. 144); Afrika und Italien für die oströmische Herrschaft wiedergewonnen. Im Osten Bedrängnis durch diePerser, welche in Syrien eindringen. Blüte des Sassanidenreiches (S. 133) unter KönigKosru I., die altpersischeMasdareligion (S. 17) herrscht dort in neuer Kraft. Die Donaugrenze wird mit Mühe geschützt gegen Einfälle derBulgarenundslavischenStämme; zu deren Bekämpfung wird das mongolische Volk derAvarengewonnen, welches seine Wohnsitze in den Steppen an der Donau und Theiß nimmt, wo früher die Hunnen hausten.
Unter den folgenden Kaisern Verfall des Reiches. Italien geht größtenteils verloren (S. 145);BulgarenundSerbensiedeln sich südlich der Donau an, doch unter Oberhoheit des Reiches.
627.
Heraklios II.besiegt diePerserbei den Ruinen vonNinive,verliert aber bald darauf Syrien und Ägypten durch das erobernde Vordringen der Araber. Der übrige Bestand des Reiches ist gesichert.
668–675.
Unter KaiserKonstantin IV.Abwehr der wiederholten Angriffe der Araber aufKonstantinopel(das griechische Feuer).
726.
Leo III.verbietet nach abermaliger Abwehr der Araber denBilderdienst.Dadurch werden langdauernde kirchliche Streitigkeiten veranlaßt; die Parteien der Bilderdiener und Bilderstürmer bekämpfen einander, bis die KaiserinIrene787 den Bilderdienst wiederherstellt. Nach ihrem Tode erneuter Streit:Leo V.,siegreich gegen die Bulgaren, verbietet 815 den Bilderdienst, wird 820 von Verschwörern ermordet; endlich entscheidet 842 die KaiserinTheodorazu Gunsten des Bilderdienstes.
DieArăber, lange Zeit durch die Natur ihres Landes vom Völkerverkehr ferngehalten, erheben sich unter der Einwirkung einer neuenReligionaus der Stammverfassung zur Gründung einer Reichsmacht. Diese tritt in Kampf gegen das christliche Europa.
Mohammed,geb. 571 zu Mekka, aus dem Stamme Kureïsch, lernt auf Handelsreisen nach Syrien die jüdische und die christliche Religion kennen, zieht sich öfters in die Einsamkeit zurück, tritt dann unter seinem Stamme als Prophet auf. Hauptsatz seiner Lehre, desIslâm: Es ist nur ein Gott (Allah), und Mohammed sein Prophet. Die Gläubigen (Moslemin) sind zu Gebeten, Fasten, Almosen, Wallfahrten verpflichtet; Gerechtigkeit die Haupttugend. Vielweiberei gestattet. Glaube an Vorherbestimmung (Fatalismus), sinnliche Vorstellungen vom Fortleben im Paradiese.
622.
Mohammeds Flucht (Hedschra) vonMekkanachMedinaAnfang einer neuen Zeitrechnung bei den Völkern, die den Islam annehmen.
630.
Mohammeds Rückkehr; er reinigt dieKáaba, das alte Heiligtum in Mekka, von Götzenbildern. Bald ganz Arabien ihm untertan. Er stirbt 632, sein Grab in Medīna. Seine Nachfolger dieKalifen:
632–634.
Abu Bekr, Schwiegervater des Propheten. Entstehung des 114 Suren umfassendenKoran, der später ergänzt wird durch Aufzeichnung mündlich überlieferter Aussprüche des Propheten (dieSunna). Spaltung der Gläubigen inSunniten, welche diese anerkennen, undSchiiten, welche sie verwerfen undAli, den Schwiegersohn Mohammeds, als dessen einzig rechtmäßigen Nachfolger betrachten. (Die Perser z. B. sind Schiiten, die Türken Sunniten.)
634–644.
Omar, Begründer der arabischen Herrschaft im Orient: 1. Zerstörung desNeupersischen Reichesder Sassaniden; der Feldherr Saad zieht 636 als Sieger in Ktesiphon ein.
2. DemoströmischenReiche entreißt OmarSyrienundPalästina(Damaskus 635, Jerusalem 637); sein Feldherr Amru erobertÄgypten(Alexandria 641). Gründung der StädteKairoundBasra(am Schatt el Arab). Die erobernden Araber nehmen vieles von der persischen und griechischen Kultur an, machen aber ihre Religion und Sprache zur herrschenden.
Innere Kriege unter den beiden folgenden Kalifen;Othmanwird 656 in einem Aufstande zu Medina ermordet,Ali, Mohammeds Schwiegersohn, 661 durch Verschwörer.
661–750.
Die Omaijaden.
Muawija, Urenkel des Omaija, eines Verwandten Mohammeds, gründet einesunnitischeDynastie, verlegt die Residenz von Medina nachDamaskus. Seine Feldherrn belagern Konstantinopel vergeblich; in Kleinasien beginnen langdauernde Kämpfe, da das byzantinische Reich starken Widerstand leistet.Nordafrikawird von den Arabern gewonnen; 697 zerstören sie Karthago.
711.
Der FeldherrTariksetzt nachSpanienüber, herbeigerufen von Graf Julian, dem Statthalter von Ceuta, gegen den Westgotenkönig Roderich. Er landet bei dem nach ihm benannten Berge Dschebel al-Tarik (Gibraltar) und vernichtet durch die siebentägige Schlacht am Guadalete und Saladofluß beiXeres de la FronteradasWestgotenreich. Nur ein kleines christliches KönigreichAsturienbehauptet sich im Norden der Halbinsel.
717.
Konstantinopel wiederum vergeblich belagert; dagegen wird das Indusland, Baktrien, Sogdiana dem Islam unterworfen. Im Innern häufige Kämpfe mit den Anhängern Alis; Entfaltung der Künste und Wissenschaften, namentlich unterWelid I.(705–715), welcher die prachtvolle Moschee zu Damaskus baut.
750.
Merwan II. wird in der blutigen Schlacht amZab(Nebenfluß des Tigris) besiegt vonAbul Abbas,der das Geschlecht der Omaijaden ausrottet; nurAbdurrahmanentkommt nachSpanienund gründet dort ein selbständiges Kalifat in Cordova. Hier wie in Granada (Alhambra) großartige Baudenkmäler aus jener Zeit erhalten.
750–1258.
Die Abbassiden.
Neue ResidenzBagdad; glänzende RegierungHarun al Raschids786–809, von den Dichtern gepriesen. Blüte des Handels, der Architektur und der Wissenschaften (Philosophie, Mathematik, Geographie, Naturforschung, Medizin) unter seinem SohneMamun813–833. Bagdad, Damaskus, Mekka, Kairo Mittelpunkte der arabischen Kultur. Die Nachfolger haben mit Aufständen zu kämpfen.
Karl Martel(der Hammer, Majordomus 714–741) unterwirft die unbotmäßigen Großen des Reiches, bekämpft dieFriesenundSachsen, sichert das Frankenreich gegen die vordringendenAraberdurch die siebentägige
732.
Schlachtzwischen Tours und Poitiers.
Er regiert seit 737 ohne König, seine beiden SöhneKarlmannundPippinsetzen 743 wieder einen König (Childerich III.) ein. Karlmann tritt 747 von der Regierung zurück.
751–768.
Pippin, König der Franken,
nachdem Childerich III. unter Zustimmung des Papstes Zacharias durch die zuSoissonsversammelten fränkischen Großen abgesetzt und in ein Kloster geschickt ist. Pippin wird auf den Schild erhoben, dann von den Bischöfen gesalbt. 753 Kriegszug gegen dieSachsen.
754.
Papst Stephan II., der als Schutzflehender erscheint, wiederholt zu St. Denys (bei Paris) die Salbung an Pippin und seinen Söhnen. Pippin zieht darauf nachItalienund drängt den LangobardenkönigAistulfzurück, welcherRomseinem Reiche einverleiben will. Pippin bestätigt den Papst in dem Besitz des Ducats von Rom (Kirchenstaat, S. 145) und erweitert ihn durch Schenkung desExarchats Ravennaund derPentapolis(Gebiet vonAnconaundRimini). Er beansprucht für sich und erhält vom Papst den TitelPatriciusvon Rom (S. 138, 143).
719–754.
Bonifatius, der Apostel der Deutschen.
Im inneren Deutschland hatten in der MerowingerzeitirischeundfränkischeMissionare, gestützt auf die aus römischer Zeit her bestehenden Bistümer in Basel, Konstanz, Straßburg, Augsburg, Mainz, Trier, Köln, an mehreren Orten Kirchen und Klöster gegründet:ColumbaundGallusum 610 bei den Alamannen am Bodensee (Kloster St. Gallen),Pirmin(Kloster Reichenau),Emmeramin Regensburg,Kilianin Würzburg,Rupertin Salzburg u. a.
Bonifatius(sein ursprünglicher NameWinfried), einAngelsachseaus Wessex, erhält 719 in Rom von Papst Gregor II. den Auftrag, in den noch heidnischen Gegenden Deutschlands das Christentum zu verkündigen. Er predigt zuerst in Gemeinschaft mit seinem LandsmannWilibrord, dem Bischof von Utrecht, inFriesland, wendet sich dann nach Ostfranken, Thüringen, Hessen, Bayern. Bei Geismar in Hessen fällt er die Wodanseiche. Seit 722 Bischof, 732 Erzbischof ohne bestimmten Bischofsitz, bringt er alle neu gegründeten Bistümer (Salzburg, Regensburg, Freising, Passau, Würzburg, Eichstätt, Erfurt, letzteres bald zu Mainz gezogen) und Klöster (Fritzlar, Fulda, Ohrdruf) in strenge Abhängigkeit vom römischen Stuhle. Auch im westlichen Teile des Frankenreichs ordnet er die verfallenen kirchlichen Einrichtungen wieder. Er wird 748Erzbischof von Mainz, 755 bei einer letzten Missionsreise von den heidnischen Friesen bei Dokkum erschlagen; begraben inFulda.
768–814.
Karl der Große,
anfangs gemeinschaftlich mit seinem BruderKarlmannregierend, nach dessen Tode 771 Alleinherrscher. Karlmanns Söhne fliehen zuDesiderius, dem König der Langobarden, dessen Tochter Desiderata Karl geheiratet, dann verstoßen hatte. Zur Sicherung der Reichsgrenze beginnt Karl die langwierigenSachsenkriege; durch die Unterwerfung der noch heidnischenSachsen(geteilt in Westfalen, Engern, Ostfalen, Nordalbinger) wird die Einigung der deutschen Volksstämme im Frankenreiche vollendet.
772.
Erster Sachsenkrieg.Maifeld zuWorms, von da aus Zug gegen dieEngern. Eroberung derEresburg(Stadtberge an der Diemel), Zerstörung derIrminsul, eines heiligen Denkmals.
773–774.
Zug nachItalien;Zerstörung des Langobardenreiches.
Da Papst Hadrian I. sich weigert, Karlmanns Söhne zu Königen der Franken zu krönen, besetzt Desiderius diePentapolisund bedroht Rom. Karl alsPatriciusvon Rom kommt dem Papst zu Hilfe. Einnahme vonPavīanach langwieriger Belagerung; Desiderius in ein Kloster gebracht. Karl krönt sich mit der eisernen Krone der Langobarden und wird König vonItalien(Langobardenreich, also Nord- und Mittel-Italien; Süd-Italien bleibt teils im Besitz der Byzantiner, teils selbständig unter dem Herzog von Benevent). Karl bestätigt dem Papst die Schenkung seines Vaters.
775–777.
Fortsetzung desSachsenkrieges: 775 Zug von Düren aus nachWestfalen, Eroberung derSigiburg(Hohensyburg am Einfluß der Lenne in die Ruhr). 776von Worms aus Wiederherstellung der von den Sachsen zerstörtenEresburgund Zug bis zur Lippe, 777 Maifeld inPaderborn.
778.
Zug nachSpanien, veranlaßt durch ein Hilfsgesuch des Emirs von Saragossa gegen den Kalifen von Cordŏva. Pamplona erobert, Saragossa belagert. Beim Rückzuge überfallen die Basken im TalRoncesvallesdie Nachhut des Heeres. Tod des in der Sage gefeierten HeldenRoland. Infolgedessen die spanischen Eroberungen verloren.
Inzwischen neue Erhebung derSachsenunterWidukind. Karl siegt 779 beiBocholtan der Aa (nördlich von Wesel), zieht 780 von der Eresburg aus nach Lippspringe und von da bis zur Elbe. Die Sachsen unterwerfen sich, Einführung des Christentums.
781.
Zug nachItalien, Zusammenkunft mit dem Papste in Rom.
782.
Abermals Aufstand derSachsenunterWidukind. Sie vernichten ein fränkisches Heer, welches mit ihnen zusammen die wendischenSorbenbekämpfen soll, am BergeSüntel. Deshalb Strafgericht zuVerdenan der Aller, 4500 Sachsen getötet. 783 infolge dieser Bluttat neuer, furchtbarer Aufstand. Karl siegt erst beiDetmold, dann an derHase, dringt bis zurElbeverwüstend vor. 785 unterwirft sich Widukind und wird Christ.
Einführung der fränkischenGrafschaftsverfassung in Sachsen. Anfänge des städtischen Lebens knüpfen sich an die nach und nach gegründetenBischofsitze: Bremen, Münster, Paderborn, später Osnabrück, Verden, Minden; unter Ludwig dem Frommen Hildesheim und Halberstadt.
787.
Zug nachItalien; Herzog Arichis von Benevent unterwirft sich.
788.
Aufhebung des HerzogtumsBayernnach zweimaliger Auflehnung des HerzogsTassilo; dieser wird in ein Kloster geschickt.
789.
Krieg gegen dieSlaven(Wenden); Karl zieht von Köln aus durch Sachsen, überschreitet die Elbe, besiegt den Stamm der Wilzen, dringt bis zurPeenevor.
791.
Krieg gegen dieAvaren(S. 148), welche Tassilo unterstützt hatten; Zug von Regensburg aus bis zur Raab.
794.
Karl und sein gleichnamiger ältester Sohn unterdrücken einen neuen Aufstand derSachsen, mit zwei getrennten Heeren eindringend. Fernere Züge 795–799, viele Sachsen hinweggeführt und in fränkischem Gebiet angesiedelt.
795.
Karls Sohn Ludwig bekämpft die Mauren, gründet bis 811 diespanischeMark (Barcelona 801 erobert).
796.
Karls Sohn Pippin erstürmt den Königsring (Hauptlager) derAvarenzwischen Donau und Theiß. Das Land zwischenEnnsundRaabwird als Avarische Mark mit deutschen Ansiedlern besetzt,Salzburg798 zum Erzbistum erhoben, ebenso um dieselbe ZeitKöln.
800.25. Dezbr.
Karl erneuert das weströmische Kaisertum.
Papst Leo III., von Verwandten seines Vorgängers Hadrian bei einem Aufstande mißhandelt und verjagt, sucht Schutz bei Karl im Lager zu Paderborn (799). Karl läßt ihn mit bewaffnetem Geleit nach Rom zurückführen, begibt sich zunächst nachAachen, dann nach derNordseeküste, um eine Flotte und befestigte Küstenplätze einzurichten zur Abwehr der seeräuberischenNormannen, zieht dann nach Italien und wird am Weihnachtsfest 800 in der Peterskirche zuRomvom Papste als römischer Kaiser gekrönt. Gesandte des KalifenHarun al Raschidbegrüßen ihn 801 in Ivrea, Gesandte des oströmischen Reiches 802 in Aachen.