De Weihnachtsschlietenfahrt.

De Weihnachtsschlietenfahrt.

De Mitglieder von Kegelklub »Feuergeister« in Altstadtel warn abn mit Kegeln fertig und ginge vir in der Gaststub, dä s' sollt noch Hauptversammling sei. 's dauret net lang, soßen se in klen Biffetstebel im Tisch rim, un war se sog, mußt zugabn, 's war werklich e feiner Verei, de paar Grußen aus'n Stadtel warn alle drinne. Der Zolleinahmer, wos dr Virstand war, ließ sich erscht noch e Tippel Bier gabn, dann fung er a. »Also, liebe Kegelbrieder, de Tagesordning fir heit is net gruß, se betrifft när die ene Frog: »Wos mach mer heier zon zweten Feiertog? War ewas derzu sogn will, oder war en rachten fein Plan hot, mog'n auspacken!« Zeerscht war e lange Paus. Dann fing der Stoll-Bruno a. »Ich denk, mer machens wie alle Gahr. Do brauch'n mer doch gar net gruß ze beroten. Ich bi derfir, doß mer wieder mit'n Schlieten fahrn!« Ka Mensch saht e Wort dazu. Alle soßen se dorten, als täten se sich de Köp zerbrachen, wies an 2. Feiertog warn sollt. Weil niemand nischt soget, saht der Virstand von Klub: »Nu, wenn alle ener Asicht sei, do ka mirsch racht sei. Ich decht när, ich hätt e mannichsmol gehert, daß heier emol wos anersch warn sollt. Ich decht, mer frogeten emol jeden, ob er a mietmacht!« 's wur net widersprochen, när der Sättlerbalbier freget zor Virsicht noch emol, ob dos e »schwarze« Partie warn sollt. Geleichbleket'n e Sticker drei Mann: »Dos verstieht sich von salber, schwarze Partie!« Bei dan, die dos sahten, verstand sichs meitwagn von salber, se warn alle dreie Gunggeselln. Die annern sahten schie gar nischt derzu. 's wullt kener tue als wär er dergegn, weil doch do die annern gedacht hätten, se ständen unern Pantoffel derhem; un 's warn aa net racht geheier zuzestimme, wegn ihrn Weibsen derhem. De Weibsen warn dan Kegelklub überhaupt net grü. Ewig kame de Manner net ehem, un wenn se kame, merket mer aa, daß se e fei wing naß Zeig dorch de Kahl hatten lafen lossen. Un vollst de Kegelräsen, dos war e Sach, wu käne ihrn Maa esu richtig traue tat. De Weibsen hatten dan Kegelklub a en annern Name gabn, aus dan »Feuergeistern« warn »Feuerrübln« gewurn. Se hatten a derhem net mit ihrer Asicht hinern Barg gehalten, un allemol, wenn ewos lus sei sollt, hatten de Manner e finkel Sorg un Angst bis se's ihrn Weibsen beigebracht hatten. 's getrauet sich drim heit kener mit der Sprach racht raus; wenn se ehem kame, wursch doch allemol of dan geschubn, darsch zeerscht gesaht hatt, un kener wollts gewasen sei. Wie drim der Einahmer esu rim freget, do warn se net alle bei der Spritz. Der Tippmann-Paul, dar ben Ball-Reuther ne Versandt hatt, freget bluß noch, öbs wieder nei ins Böhmsche giehe sollt, un do hieß geleich vun e paar Seiten, dos verständ sich vun salber. Un wie er dos gehört hatt, saht der Tippmann-Paul, er wißt noch net racht, wie's wär, 's kennt sei, er krieget ze Weihnachten Besuch. A der Budenmäster von Bahnhuf, der Schenk-Christian, war sich noch net recht enig, ar hätt engtlich zon zwäten Feiertog mit seiner Fraazu sein Schwoger noch Neidörfl gewollt un do müßt er erscht emol mit seiner Fraa reden. Der Schmidt-August konnt's a net gewiß sogn, ob er mit derbei sei könnt, an dritten Feiertog wär Christbaamvergniegn in Militärverei, do mecht er doch a mit seiner Fraa hiegiehe, un zwä Ohmd hinerenanner wär doch ewing ze viel. A der Zeißig-Max war ogehalten, 's wär doch zu de Feiertog engtlich an schensten derhem, – kurz 's sog aus, als ob aus dar Schlietenpartie nischt warn wür. Der Nächste, dar gefregt wur, war der Mendt-Gust. Dar war net verheirat un schie sechsedreßig Gahr. Dar fing a e gruße Red ze halten un saht: »Nu horcht emol har! Dos sieht mer schie, daß heier nischt warn soll. Eire Weibsen hobn, wie mersch vierkimmt, de Nos' noch von viering Gahr voll. Nu kenne mir paar Gunggesellen doch a 's Gald net ellä verwichsen, dos weß ich aa. Dorim beatrog ich, 's warn dosmol de Weibsen mitgenomme, do werd doch e manicher sich noch besinne!« Un 's war werklich wunnerbar, do konnts of emol jeder eirichten, a die, dan's erscht net gepaßt hatt. När der Ries-Emil hatt noch ewos dergegn. Dar saht: »Wos hoben mir dervu, wenn Ihr eire Weibsen mietnahmt, mir hänge do hinten dra, wie's Schleifzeig. Wenns emol mit Weibsen sei soll, do mechten a noch e paar gunge Maadle mietgenomme warn, daß mir a ewos hobn.« Der Baumann-Arnst saht zwar, 's wär schener, wenn de Verheiraten ewing uner sich warn, do gäbs meh Schund, oder 's kunnts kener dan Karln uhne Fraa verdenken, daß se bei dar Schlietenpartie a e Weibsen hob'n wollten, un 's wuhr estimmig beschlossen, daß e Familienausflug in Schlieten gemacht warn sollt.Nu freget sich's när noch, wuhi. Do fing mei Budenmäster a. Ar saht: »Ich bi derfir, mer fahrn ins Bähmische. Do kenne de Weibsen geleich emol sahe, daß garnischt derhinner stackt, wenn mir Mannsen gern emol iber der Grenz machen, un 's werd net derhaufen Gemahr wieder, wenn mir wieder emol allä nieber wolln!« Dos drang a dorch, un de Sitzing wur geschlossen in dan Gedanken: »Mer nahme de Weibsen miet nach Böhme, daß se emol sahe, wie gut do 's Bier un der Wei is.« Dodermiet ginge se ehäm, un dosmol wecket jeder seine Fraa aus'n Schlof, wenns a im zwe'e war, un sahtersch noch, daß 'n zwäten Feiertog Familienschlietenfahrt noch Streitberg sei sollt, un dosmol gob's in ken Haus e Weiberpredigt.

Der Ries-Emil un der Seifert-Oskar ginge noch net ehem, of die tat ka Fraa lauern, die wollten noch e Tippel Bier in aller Ruh trinken. Der Ries-Emil war of der Bauschul gewasen un sollt emol sen Voter sei Bau-Geschäft ibernahme, e schiener Karl war er a, 's kunnt en drim net wunnern, wenn de gunge Maadle in ganzn Stadtl 'n Emil net gram warn. Ar hätt an alle zah Finger ene hobn kenne, er hatt oder noch net racht zugegriffen. Daß er garn mit 'n Stoll-Bruno seiner Rosel tanzet, hatten de Weibsen schie lang wagkriegt und dos kunntn a niemand verdenken, dä de Stoll-Rosel war vu de ganzn Mähd in Stadtel bal de schenste. Der Mendt-Gust lief oder a im ihr rim, un de ganzen Weibsen in Stadtel hatten sich schie de Zung bal wund geredt, wos nu do engtlich warn sullt. Daß der Ries-Emil heit Ohmd esu derfir gestrieten hat, de gunge Maadele mitzunahme, war a ne annern, zemol 'n Mendt-Gustnet entgange, un dar nohm sich vir: Na wart när, eich will ich schie austreichn! Bei dar Schlietenfahrt war ich emol mit dar Stoll-Rosel die Sach in richting Geleis brenge. Aa der Ries-Emil saht in der Nacht noch zun Seifert-Oskar: »Ich war bei dar Gelangheet dan ewing Gemahr e End machen, eper paßt's, daß ich mit'n Stoll-Bruno in en Schlieten fahrn ka. Der Seifert-Oskar freiet sich drauf, daß e ganz Hardel gunge Maadle derbei sei sullt, dar war derfir, daß de Maadle in en Schlieten komme sollten un de Gunggeselln a mit nei. Dos passet oder 'n Emil net, er saht: »Do hobn mer 'n Mendt-Gust a egal of der Huck!« Der Oskar tat oder sen Freind noch versprachen, daß er, wennr kennt, 'n Emil halfen wollt, daß er an der Rosel ewing naa käm. –

De nächsten verzehn Tog gobs in ganzn Stadtel esu viel of Weihnachten ze tue, daß de Schlietenpartie derweile ewing of der Seit geroten war. När der Mendt-Gust un der Seifert-Oskar trafen sich emol bein Dietz-Nodler in Loden bein Eikafen; 's mußt oder ener 'n anern himmelhuch versprachen, nischt ze verroten, wos se eigekaft hatten.

Ein Weihnachten war in den Gahr, esuviel Schnee hatt's seit mer sich besinne kunnt, net gabn. Un dodrine sahten a alle Leite, wie se ne zwäten Feiertog aus der Kerch kame: »Na, die Feiergeister hobn oder ein Gelick, sette feine Schlietenbah!« 's war oder a wahr. 's schneiet när e klä Finkel, kalt warsch aa soot, daß net taue konnt. Un noch der Kerch hörets a auf ze schneie un de Sonn schien ewing, 's konnt net schener sei. In ganzen Stadtel merket mer, daß ewos lus war. Ofn Mark zenstimmering1standen e Haufen Kiner. Odera gruße Leit standen do, ja, e paar Weibsen, die aus der Kerch kame, schaffeten ne Paster sen Segn net gleich ahäm, nä, die bliebe, mitn Gesangbuch an Muff nagequetscht, ofn Mark bei der Kerchgass' traten, daßen se a alles einahme konnten. 's dauret a net lang, gings lus. 's klinglet de niedere Stroß rauf un e Schlieten kam ageflugn. De ganzen Leit kriegeten längere Häls'. Der Schlieten war grußartig hargericht un drinne soßen der Einahmer un der Schmidt-Gust mit ihrn Weibern un ne Schmidt-Gust seiner Valeska. Hinten of der Pritsch stand der Sättler-Balbier. Der ganze Schlieten war mit blaa un galbn Stoff behängt. Un nabn der Pritsch war e gruß Banner nagebunden, do warn lauter Flamme draufgemolt, un in der Mitte stand »Feuergeister«. Su schie wie dos Banner war, ne Einahmer warsch egal in Wag, er wußt net wie er sen Kup halten sollt, egal stieß er sich an darer Firma. Der Sättler-Balbier hatt sich fein rausgeputzt. Ueber seiner Wintermitz hatt er sich en grußen Pappzylinder gestilpt, of dan warn lauter Starnle un in der Mitte e paar gruße Kröppertaubn, un drunner stand:

»Begeisterung, Genie und WuchtBelebe die Kröpferzucht!«

»Begeisterung, Genie und WuchtBelebe die Kröpferzucht!«

Ar hatt dan Zylinder noch von letzten Gefligelball har aufgehubn, wu er bei der Ausstelling of seine Kröppertaubn en Preis kriegt hatt, seithar trug er sen Zylinder, wie annere Leit en huchn Orden. Daßen net an de Fiß frur, hat er e paar Filzlatschen a, er wußt bal net, wu er se of seiner Pritsch unerbrenge sollt. – Dann kam der zwete Schlieten. Dar war mit grin Reißig ringsrim ageputzt un da dra hinge Aepele, Niß un Krutenderfer Pfafferkuchn. Der ganzeSchlieten sog aus, wie e racht schiener Weihnachtswinkel. Drine soßen der Stoll-Bruno mit seiner Fraa un seiner Rosel un der Baumann-Arnst mit seiner Fraa. Un war stand hinten drauf? Zeerscht konnt mersch net weißkriegn, warsch war, dä dar Karl hat sich e Pappnos' in Gesicht nei gericht, daß mer net derhiner kam. Schener machet'n de Nos' net gerod, oder sein Getu enoch konnt mer sah, daß er dacht, de Leit mißten sich en Ast lachen iber e sette grußartige Luderei. Derbei machet er immer schiene Aagn nei in Schlieten, tat oder de Zigarr derbei net ausn Maul un blies egal ne Qualm nei in Schlieten, daß de Rosel un ihre Mutter net aus der Hust raus kame. War sollt's de weter sei? 's war der Mendt-Gust. Alle Leit gucketn un sahten bei sich: Nu su is richtig, do wolln mer när zun Neigarschheilingohmd in Wochenblatt gucken, daß mer de Azeig net verpassen. E paar dachten oder doch: Dos Madel is doch ze schod fir dan alten Krauter! Geleich hinerhar kam ne Ries-Karl sei Schlieten. Ar mit seiner Fraa un der Tippmann-Paul mit seiner Alten und of der Pritsch stand der Ries-Emil. Wie dar dan anern Schlieten sog, gings wie e graer Schatten iber sen Gesicht wag; 's war ne de ganze Partie von Afang a verdorbn. Ar rufet e »Gelick auf« nüber un de annern danketn a racht schie. A de Rosel nicket rieber, su freindlich wie se konnt un wie sich der Mendt-Gust nimdrehet un racht huhnackig rufet: »Nu Emil, ho ich net ne schensten Platz?« Do konnt sich der Emil net halten un schrie zerick: »Ja, fall oder när net noner!« Un do warsch'n Emil, als wenn ne de Rosel noch emol racht freindlich zugenickt hätt. In vierten Schlietensoß der Budenmäster mit Fraa un Töchterle un der Zeißig-Max, a mit seiner Fraa un seiner Mahd. Bei dan stand hinten drauf der Seifert-Oskar, dar hot iber sen Pelz su en galn Sommerpaleto aus Gummistoff un iber seiner Mitz en Struhhut. Noch drei, vier Schlieten warn derbei, die uns weter nischt agiehe, 's warn alles Leit aus'n Kegelklub. Ganz zeletzt kam ne Walter-Moritz sei Espänner, wu bluß ar un sei Fraa drinne soßen. Alle Manner hatt'n sich schie hargericht, e jeder hat e wos an sich dra, wos racht schie sahe sollt un wu mer sei gute Laune market: Bockbiermitzen, gruße Papierblume, Nosen un Bärt. In Budenmäster sen Schlieten hatten se ene Cognakflasch aus Papp stiehe, bal anerthalben Meter huch un do stand dra: »Feuer für Feuergeister«. Fir die Art Feier hatten se, gelab ich, alle gesorgt. De Schlieten fuhrn nu egol im Mark immering, bis alle Leit gesahe hatten, daß der Kegelklub »Feiergeister« e gruße Schlietenpartie machet, wos sich net e jeder annerer leisten konnt un a, daß se ihre Weibsen mietnahme. In Rotskaller soßen e paar von Gesangverei »Gemitlichkeet« un gucketen a zu. Der Söldner-Fried, der mit derbei war, saht: »Do habt ihr ne Drack! Nu paßt auf, wos ich eich sog: Nu werd aus unerer schwarzen Partie a nischt warn, do warn sich schie de Weibsen a mit nahänge!« Un der Wachsler-Paul setzet noch hiezu: »'s werd immer schener bei uns! Wos de Weibsen noch alles für Racht hobn wolln, 's is bal' schlimmer wie in England!« –

Na de Leit, die in Schlieten soßen, kimmerten sich net im setts Gered, die warn lustig un guter Ding. 's gibt oder a kä schenersch Fuhrwark wie en Rennschlieten. Dosgieht bei der greßten Geschwindigkeet esu ruhig un horkelt net egal esu. Hibn un dribn an Wag de Baamle un Streicher sahe aus wie von Zuckerbäck, un dos glänzt un glitzert iberoll, als wenn klane Silberperle dribergesiebt wärn. Un dos Vergnign in die Schlieten. De Weibsen hobn sich esu eigemummelt, daß när noch de Nosenspitz rausguckt. Un wos mer sieht, dos is rut vir Kält un Labenslust. De Fiß stacken warm in de Fußsäck, un iber de Uhrn is de Pelzmitz gezugn. Dos muß oder a esu sei, dä war sich net warm azieht, der hat kä richtigs Vergnügn un an nächsten Tog aa noch e Schnupp, war weß wie gruß. Unere Feiergeister fuhrn bei schensten Watter un in der besten Laune zon Stadtel naus. Se mochten epper ene Stund gefahrn sei, do hielt der vorderschte Schlieten of emol mitten of der Stroß aa. De anern mußten natirlich a stiehe bleibn, un iberoll wur gefregt: »Wos is dä lus, is wos gepassiert? Mer derfuhrsch erscht, wie der Mendt-Gust vu en Schlieten zon anern lief un froget: »Hot niemand e Masser mit en Korkzieher? Der Stoll-Bruno brengt sei Flasch net auf!« Dorch darer Frog wurn se alle drauf gebracht, daß se doch a ewos Warmes ze trinken mit hatten. Ueberall wu der Gust freget, kriegt er a emol geschenkt un in dar Zeit war der Ries-Emil, – dar hatt e settigs Masser, hatt's oder ne Gust net gabn – salber hieganga, hatt ne Stoll-Bruno un sen Leiten de Hand gabn un de Flasch racht schie aufgemacht. Ar mußt aa aatrinken un schenket dr Rosel zu; un die trank a un gab ne de Flasch wieder. Do konnt'r net widerstiehe un trank noch emol, wu de Rosel ihr klä Guschel gehatt hatt. Mei Rosel hatt dosgemarkt un wur feierrut. Da kam a der Mendt-Gust wieder, bracht oder kä Masser miet un saht: »Paßt auf, mir missen ne Hals obrachen!« »Wann dä«, freget der Emil, »emende mir?« »Na, Dir kennts nischt schoden«, soht er mit en gifting Blick, »Du willst wuhl eper dahar? Do gibts nischt, do sitz ich!« Mer merket oder ne Gust a, doß er in jeden Schlieten emol hatt miet trinken missen, er saht a: »Wenn noch emol esu gehalten werd, bie ich besoffen!« »Na«, saht der Emil zun Stoll-Bruno, »do paß' när auf, doß ihr dan net verliert, hängtn na an eier Christbaamreißig als Vugelscheich, doß eich de Spatzen eiere Pfefferkuchen net wagfrassen!« Alles lachet natirlich, un dr Gust mußt gute Mien derzu machen. Noch dan Aufenthalt ging de Fuhr weter. Wie se noch e halbe Stund gefahrn warn, giengs über der Grenz. Dr Einahmer stand in sen Schlieten auf, un wie der Grenzmaa ne sog, saht er när: »Weiterfahrn!« Unersucht wurn de Schlieten net, se hätten oder a nischt gefunden. Noch e knappe Stund gings weter, dann warn se an ihrn Ziel. 's dauret ene ganze Weil, ehr sich de ganze Gesellschaft ausgewickelt hatt. Dann wur a noch emal nochn Pfaarn gesah un ne Fuhrleiten agesaht, daß se fei net ze viel trinken sölltn, 's wär när wagn ehämfahrn. In dan Gasthuf war e Labn, 's konnt bal kä Aepel zor Ard. Uner Virstand hatt oder e Kart geschriebn gehatt, drim kriegetn unere Leit geleich e Stübl. Da stand e Hundsöfel drinne, das gliehet über un über, mer dacht alle Minuten, 's flög in der Luft. Eine Hitz war drine, bal net zon aushalten. Der Mendt-Gust war dr erschte nei in dan Stübel, un wie sich de Leit setzenwollten, saht er: »Nu werd oder bunte Reih gemacht, de Alten fir sich un 's gung Zeig fir sich!« Ar wollt siech gerod na an der Rosel machen, do saht se: »Aber hier is häß!« Der Mendt-Gust wollt geleich e Fanster aufreißen. Dos war oder ewing verklemmt und wie er noch sehrner zug, gings of Stücken. 's wurn nu geleich e paar Manteln drübergehängt, doß net esu zug, odr wie der Mendt-Gust an dan Fenster rimwärget, hat sich mittlerweil mei Ries-Emil nabn der Rosel hiegemacht, un wie mei Mendt-Gust kam, warsch ze spät. Ar saht geleich zun Emil: »Du, dahar gehör engtlich ich!« »So«, saht der Emil, »'s giebt wuhl Plätz mit Nummern!« Oder mei Gust zwenget sich doch mit na. Ar soß esu dra, daß der Emil mit der Rosel kä Wort streiten konnt; allemol mahret er nei. s' ging ne egal net labhaft genung zu. »Nu machen mer oder ewing Schund!« saht er egal. Ar wußt oder engtlich selber net racht, wie dos gemacht wur. Sei greßter Schund war allemol, ze sogn: »Freilein, gabn Se mir noch e Gelos Bier!« Ar war aa der Enzige, dar ken Kaffee trank. Obwuhl nu sich alles racht gut vertue tat, saht er immer: »'s is gar kä Labn heit bei eich!« Do saht der Tippmann-Paul: »Komm när ewing har zu uns, August, wos willst dä du bei dan gunge Volk!« Dos fuhr ne oder in der Nos'! »Dir war ichs zeign, doß ich noch gung bi«, saht er, »wolln mer emol ringe?« Un de annern lachten racht und taten ne zureden, er sollts när nocherts zeign, wenn der Tanz lusging, daß er noch wie e gunger Bos wär. Do log nu men August net derhaufen dra; dä bein Tanzen warn ne sei lange Bä egal in Wag. Ar mußt oder draglaabn, ar mocht wolln oder net. Ime viere kame de Musikanten, un der Klub machet sich nauf ofn Saal. 's ma alles sei wies will, oder e böhmische Tanzmusik is fei schie. Die Geiger tune esu ziehe un die Clarenetten esu pfeifen, 's is nett setts Gerafel wie of manning Saal bei uns hübn. Die Musik stecket oder aa a. Der erschte, dar sich e Madel hulet, war der Mendt-Gust. Su wie er sog, daß der Emil Astalt machet, perzet er hie zor Rosel, un seine lange Bä hatten dosmal gewonne. Ar nahm de Rosel in sen Arm un fing a erscht dreimol im Saal rim ze tschutschiern; bis endlich der Sättler-Balbier saht: »Nu, 's gieht wuhl net immering? Soll ich der emol an Dreherz gabn?« Do bläket der Gust: »Gieh weg, Balbier, mit deine Filzsocken! Su huch ka ich net huppen!« Die anern lachetn un de Rosel schamet sich, doß se mit dan olbern Karl tanzen mußt. Itze hulet der Gust aus un hast de net gesah gings – natierlich links nim – lus. De Rosel verlur bal Hörn un Sahe un war heilfruh, wie de Musik ze end war. Der Gust saht: »Heit sei mer of dr Tanzmusik, do müssen mer a esu mietmachen, wie 's ofn Tanzbuden is! Komme Se, mer wolln an Biffet en Liker trinken!« De Rosel oder ließ'n traten un ging an ihrn Platz. Der Emil machet sich geleich na an der Rosel, daß er ne zweten Tanz net verpasset. Mei Gust mußt oder nu mit de Weibsen aafange. Erscht hulet er sich der Rosel ihre Mutter. Do gobs a ewing Luderei. »Gust, reiß'n Lechter net roner!« bleket of emol der Zeißig-Max. Un 's hätt werklich net drhaufen gefahlt, er war schie mit sen Kup an Lechter nagerannt. Nu wollt er sich von Lechter wagmachenun schwenket esu, daß alles in greßten Schrack of der Seit laafen tat, sinst hätt er alles imgerissen. »Ja, mir kenne tanzen«, saht er zer Stoll-Anna, »is net wahr?« »Ja«, saht die, »ich mecht oder doch lieber mit Sie tanzen, wenn Sie zwanzig Gahr ältr wärn!« Der Gust nahm dos fir ener grußen Schmeichelei. »Ich ka noch tanzen, wenn ich emol achzig Gahr bi« saht er un dacht' sich wunner wos. Die Mannsen nu hetzeten men Gust in en wag auf, daß er egal mit ihrn Weibern tanzen mußt. Un dar schwitzet un ploget sich a, bis er emol dorch war. Noch jeden Tanz wur erscht allemol e Tippel Bier neigeschluckt un mei Gust fing langsam aa, of de Bä usicher ze warn. Desto gelambriger wur oder sei Maul, wos dos in darer Zeit rausschleidern tat, ging of kä Kuhhaut. Wie er dorch war, machet er wieder hie zur Rosel un tat sich entschulding, daß se nu gar kä Vergnügen gehatt hätt, weil ar doch immer mit de Weiber hätt tanzen müssen. Die Rosel lachet oder, un de Schenk-Paula saht: »Wer hobn a net gesassen, wu mir sette Herrn hoben wie'n Seifert-Oskar un Ries-Emil, do sei mir versorgt«. Der Gust, dos alte Schoof, market net, daß'n die Mähd aa när zon besten hatten, jede Tour mußt er tanzen un ar war orndlich fruh, wie der Kegelvirstand saht: »Mir wollten doch alle noch emol in ener Weinstub giehe, dos mecht mer nu machen, daß mer net esu in der Nacht neikomme!« Alle warn drbei, vir allererscht de Weibsen. De ganze Gesellschaft ricket ab. Vornewag der Mendt-Gust, der sang egal: »Ich bin der schneidge Tymian« un weil er'sch net wetter konnt; höret er do allemol auf un fing wieder von vorne aa. In derWeinstub bein Röll wur nu 's richtige gemietliche Labn. 's wur »Vößlauer« getrunken, der war net esu teier un war aa siß, un dos is doch immer der Geschmack bei de Weibsen. Mer konnt sich net soot wunnern, wie de Weibsen dan Wein tranken. Is net wahr? Bockbier, sißen Wein un Pfafferminzschnaps, dos lossen de Weibsen net stiehe! Der Schmidt-August saht: »Weil mer emol hübn sei, sollten mer engtlich e paar Flaschen mitnahme.« »Abn«, menet der Tippmann-Paul, mer hobn doch genung Platz in de Schlieten, un ich pasch zu garn emol ewos!« Do fing oder der Einahmer a. Dos gäbs net, wu ar derbei wär, dürft net gepascht warn, dofir wür ar sorgn. Un esu in dan Text fort. Der Sättlerbalbier zwinkret ne Tippmann-Paul zu un die bäden macheten sich emol naus. Der Einahmer hatt dos oder gesah un saht geleich: »Na, die machen mich net dumm! War tut mietwetten, doß heit kä Wein gepascht werd?« Der Baumann-Arnst saht geleich: »Die Wett halt ich, mer wetten im ener Auflog Kaffee, er muß oder heit ohmd noch getrunken warn!« Alles lachet, un de Wett wur fertig gemacht. Nach ener Weil machet sich a der Baumann-Arnst fort un dr Einahmer lachet hinnern har: »Eich war ich schie austreichn!« 's wur oder aa Zeit, daß se hemfuhrn, un der Einahmer machet'en Virschlog, eispanne ze lossen. De Maadle fregetn, ob se net in en Schlieten zesamme fahrn kennten, un dos wur ne aa zugelossen. Der Zeißig-Max but geleich sen Schlietn aa derzu. Do lachet alles, dä 's war alte Sach, daß dan seine Pfaar, allemol wenns finster wur, net lafen wollten, un der Zippel-Traugott, was sei Knacht war, de greßte Nut hatt.An mesten eiverstanden mit darer Sortierei warn gewiß der Emil un de Rosel. Die hatten ne ganzen Nochmittig mitenander gebischbert un dr Mendt-Gust hatt emol gesahe, wie se in der Weinstub sich unnern Tisch die Händ drücken taten. »Na«, dacht er, »do will ich när aufpassen, sinst macht sich werklich das Berschel noch na.« An Gasthuf standen schie de Schlieten, un 's wur eigestiegn. Erscht die ganzen grußen Leit un in virletzten Schlieten de Maadl un die bäden gunge Karle. Zuletzt stand ne Walther-Moritz sei Espänner; oder die neigehöreten, warn noch net do. Die hatten en Pothvetter in dan Ort und warn higegange. Of emol kam e Dienstmadel un saht, der Harr Walter hätt sichs halt überlegt, er blieb mit der Frau bis zon nächsten Tog, der Kutscher sollt morgn im viere wieder hausen sei. Do war doch der letzte Schlieten leer. Mei Emil, dos marken un zer Rosel sogn: »Komm, mach fix!« Se hatt gar kä Zeit, ewos dergegn ze sogn, do soßen die beden schie in dan klen Schlieten allä mitenaner. De ganzn Mähd lachten, 's war oder ganz gut esu, se hatten wesderhole net alle Platz gehatt. Dan ging de Fuhr ehäm zu lus. Zeerscht kame die Schlieten mitn grußen Leiten. De Pfaar hatten sich ausgeruht, 's is oder doch esu, jeden Pfaar is der Stall derheem an liebsten, desderwagn liefen se wie de Rennpfaar. 's sollt über de Dörfer ehem giehe. Dort liegt e Dorf an annern, un an en Weihnachtsfeiertog an Ohmd do dorchzufahrn, dos is net bluß schie, dos is, mecht mer sprachen, wunnerbar. Esu was von Lichteln ka mer sich gar net virstelln. Un jeden Fansterrahme sei sechs, acht Lample gesteckt, doß mer dos Most2mit danHirschle un Schafle, wos zwischen de Doppelfenster liegt, a richtig sahe ka. Dan stieht a de Peremet noch an Fanster mit dan vielen, vielen Lichteln, un nu ubndrüber die Dachla mit dar Schneedeck, mer ka sich nischt schenersch denken. 's ganze Dorf sieht aus wie a racht grußer Christbaam, un jedes Häusel is a Ahängerle dra. Gieht mer wag mit dan grußen halln Schaufanstern in grußen Städten, do is mer su e Derfel mit sen Weihnachtslichteln tausendmal schener! Unere Schlietenpartie mußt zeerscht über de Grenz. Kaum kame se na an Grenzbaam, do stand der Einahmer schie auf un saht zu den Grenzmaa: »Herr Kollege, in en Schlieten is Wein!« »So«, saht dar un ging nu an jeden Schlieten na. Ne Einahmer sein ließ er oder ugeschurn, dos konnt er sich denken, daß dar kenn paschet. Jeder Schlieten wur dorchgesucht, oder Wein wur net gefunden. In en, do hatten se drei, vier Flaschen, oder die warn alle aufgemacht un wie dr Zollmaa kam, do tranken se grod alle draus, un do war doch nischt ze machen. Der Einahmer wur ewing verlagn, weil doch niemand nischt hatt; ar dacht odr a, do hobn se sichs doch net getraut. Un zu sen Kolleg saht er: »Na, 's is doch gut, wenn der Clubvirstand e Grenzer is!« Se konnten nu weter fahrn, un der Einahmer kunnts net übersch Herz brenge, er mußt 'n Baumann-Arnst en Wink gabn: »Nu, war hoot dä de Wett gewonne?« Do zugn gerod de Pfaar a un ar konnt net verstiehe, was dar drauf saht. In schenster Ruh flugn de Schlieten durch dan Lichtelwald dorch; ach, war dos schie. Weit derhinnerhar kam der Schlietn mit de Mähd. Do gings natirlich netesu ruhig zu. Der Zippel-Traugott hatt sich e rachte Gitt in böhmschen Bier geta, soß of sen Kutscherbock un flacket of seine Pfaar nei, oder die liefen wie de Schnacken. Dos machet natirlich aa dan Mähden kä Vergnügn, dä wenn mer fährt, muß fix giehe. Als enzger Maa soß in dan Schlieten dr Seifert-Oskar un dar fühlet sich richtig wie Hah in Korb un tat gruß wie e Pascha. Wenn zwee oder drei gunge Leit zesamme sei un se machen sich e rachte Lust, do singe se a. Kaum warn se e paar Minuten gefahrn, do saht dr Oskar: »Itze singe mer emol äs!« Un ar fing a, aus Harzensgrund ze singe: »Ich hat nen Weinstock un der trug Reben, doch blühn sie nur zur Sommerszeit«, wus zeletzt allemol häßt: »Drum sag ichs noch einmal: Schön ist die Jugendzeit!« 's passet zwar net ganz zu ener Schlietenfuhr, oder 's machet dan gungen Leiten doch Fräd. Un noch ewos annersch brachts mit sich. Kaum höretn die Pfaar dan Gesang, do spitzeten se die Ohrn un finge aa, von ganz allä Trab ze lafen, als kennts gar net anersch sei. Un je serner de Mähd sange, desto geschwinder loffen se. Kaum war oder der Gesang ze End, do fiehln se wieder in ihrn Schnackenschriet. Der Zippel-Traugott drehet sich rim of sen Kutscherbock un saht: »Singt när noch äs, doß mer föder komme!« Dos ließen sich die gunge Leit net zwämol sogn. Mit lauter Stimme gings lus: »Nach der Heimat möcht ich wieder«. Un wieder legeten de Pfaar en Schritt zu. Der Zippel-Traugott drehet sich wieder rim: »Singt när emol e racht fixes, daß die Luderschpfaar lafen!« Do menet oder der Seifert-Oskar: »Du mußt Dir e setts Bläkding of Dein Kutschbock mitnahme, dos kast de aufziehe, soschnell de willst!« Weil ne oder salber dralog, daß ewing fixer ging, stimmet er de »Drackschenk« aa, un die bracht de Pfaar wieder in Schwung. Itze gings tichtig ne Barg nauf un de Pfaar nahme wieder o. Do blöket der Zippel-Traugott: »Singt, ihr Mähd, singt, doß mer naufkomme!« Un die hobn gesunge un gesunge, bis se sich net bluß 's Bargel nauf, nä a vollst bis Altstadtel ehäm gesunge hatten. Esu kams a, doß se de vödern Schlieten eihuleten, noch eh se ins Stadtel kame. Un die alten Leit fräeten sich, daß sich das gunge Volk esu lustig machet, un derbei dachten se aa: Na dos is oder racht, daß mer se esu singe hört, wenn se singe, kenne se nischt annersch machen; 's is bal wie mit de Bäckergunge bein Weigelbäck, die müssen a bein Stollnbacken pfeifen, daß se kene Rosining frassen. Ja, die hatten gut reden, oder die arme Mähd hatten die Singerei schie lang soot, oder allemol, wenn se aufhärn wollten, bläket der Zippel-Traugott: »Singt, Ihr Mähd, singt!« Ja, sugar de Pfaar wurn hunackig, dä wie se emol richtig aufgehert hatten, blieben se traten un warn net ehrer wieder fortzebränge, als bis se afinge ze singe: »Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus!« Un wie se emol net wußten, was se singe sollten, stimmet der Oskar e Lied aa, wos er in Gesangverein gelarnt hatt. 's hieß »Die Lotosblume« un war e ganz schiens Liedel, weil er oder när ne zwäten Tenor konnt, kam's net racht zor Gelting. Un wenns a ne Mähden net gefuhl, ne Pfaarn gefuhls, die liefen dernach wie verwerrt. Wie dar Mähdschlieten in Stadtel agekomme war, warn de ganzen Mähd orndlich häscher, esu hatten sie sich agestrengt. –Wie warsch dä oder nu ne Emil mit seiner Rosel in ihrn Schlieten gegange. Wenn se dachten, se könnten racht schie ellä bleiben, do hatten se sich geschnieten. Se warn gerod übern Ofahrn, do kam of emol aus'n Gasthuf der Mendt-Gust gefatzt un haste net gesah, hinten drauf ofn Schlieten. Un er fräet sich, dä nu konnt sich der Emil mit seiner Rosel net aussprachen. Ich ho emol e Bild gesah, do saß of ener Gazell e Löw ofn Buckel, un tat se zu tud reiten – esu wie dar Löw kam mir der Mendt-Gust vir, wie ar of seiner Pritsch soß. Un wie nu die Mähd in vödern Schlieten esu schie sange, do stimmet ar aa miet ei un sang wos ar när konnt: »Schön ist die Jugend, sie kommt nicht mehr«. Wos blieb nun dan bäden Liebesleiten anersch übrig, als vir lauter Wut aa miet ze singe. Dodraus ka mer wieder emol sahe, doß ä un dassalbe Lied bei jeden Menschen ewos anersch bedeiten ka, 's kimmt när drauf aa, warsch singt. Der Emil hat einen Arger, ar hätt alles zerruppen kenne, un in seiner Wut kam er of en Plan, wie er dan alten Mietlafer lus wür. Nach epper ener Stund kame se dorch Schwarzbach, dos war 's letzte böhmische Dorf. Do gob der Emil ne Kutscher en Gungs, un der Schlieten hielt vir der »Deutschen Bierhall« aa. »Dos is racht«, jublet mei Mendt-Gust, »itze warn mer erscht noch äs löffeln!« Un fix machet er hinnern Emil nei in der Gaststub. Do warn net derhaufen Leit drinne, oder 's Kellnermadel war net uracht. Der Mendt-Gust fing geleich aa mit ihr schie ze tue, oder ar hatt net derhaufen Gelück bei dan Madel. Ar sterzet sei Bier nei un bestellet noch äs, weil ar dacht: »Je greßer de Zech, deste bessere Behandling!«Der Emil wollt nu wieder fort, oder der Gust saht: »Wart när emol, mer trinken noch äs!« Do machet sich der Emil naus zor Rosel un kaum war er naus, do kam noch e Schlieten, der Beckert-Wilhelm aus Altstadtel, ganz allä, ar war bei sen Schwiegersuh in Kottenbach gewasen. Der Emil freget geleich: »Du hälst wuhl a, Wilhelm?« »Ja«, saht dar. »Do nahm emol ne Mendt-Gust miet, dar is dohierde net fortzebränge«. Ne Beckert-Wilhelm warsch racht, un ehr mer bis dreie zehln ka, war der Schlieten mit den Liebespaar fort. Ne Emil warsch schie, als wenn geleich, wie se fortfuhrn äs zor Schenktür rausgebläkt hätt, oder 's gob nu kän Aufenthalt mehr. Nu warsch erscht richtig schie. Eng anenaner gequetscht soßen se in ihrn Schlieten, un weil sei Kop esu nahe dra war, gab der Emil der Rosel of emol en Schmatz ofs Guschel. De Rosel hätt gern geschriern, oder do hätts doch der Kutscher weißkriegt, un wos wär dos für e Gemahr gewurn, 's blieb ihr nischt anersch übrig, als sichs ruhig gefalln ze lossen, ja se fand wie's schien, sugar Gefalln an darer Schlietenfahrerei.

Nu fing oder der Gust a ze reden. Wos er siech esu gedacht hatt, dos kam alles raus, un de Rosel höret när ze garn zu. Un wie ar ihr wieder en Schmatz gob, da tat se 'n aa e finkel dricken. Racht lieb war iersch, doß er geleich an dan Ohmd noch ihrn Vater un ihrer Mutter ren Wein eischenken wollt. De Zeit verging gar ze geschwind, se warn richtig drschrocken, wie der Schlieten in Stadtel vir dr »Post« hielt. Der Rosel ihre Mutter stand schie unner der Tür un war ewing ugenadig. »Nu, sogtmer bluß, wos de Leit denken sollten« war ihr erschte Red. De Rosel nahm oder ihre Mutter geleich ben Kopp un saht ewos zu ihr, un der Emil stand derbei wie e gebacken Bernmannel un wär in dan Agnblick an liebsten in Schwarzbach bein Mendt-Gust gewasen. Ar mußt nu oder doch ewos sogn un murmlete paar Wort zur Stoll-Anna. Viel hat die net verschtanden, oder wos se gehört hatt, dos war net uracht. Se machet mit dan bäden Leiten nei in der klen Gaststub, die der Club fir sich belegt hatt. Kaum traten se nei, do bläket der Schmidt-August: »Itze kimmt de Schwiegermutter mitn Brautpaar!« Do ging natirlich e Gelachter lus, un de gunge Leit schameten sich bal in Ardbuden. De Stoll-Anna machet oder hie zun Emil seiner Mutter un saht: »Na, endlich sei se esu weit«. Do zwinkret de alte Ries'n ihrn Maa zu un dar wieder ne Stoll-Bruno. Die viere hatten sich verstanden!! Se hatten erscht Kaffee bestellt, dan sollt der Baumann-Arnst von darer Wett bezohlen, oder da stand der Stoll-Bruno auf un saht: »Na, ihr Leit, ich will eich noch ewos sogn. Mir wolln geleich noch e wing Familienfast feiern. Brängt emol dan Wein rei!« Dar wur gebracht, 's war a böhmscher, Vößlauer, wie se ne heit schie emol getrunken hatten. Fix wurn de Flaschen aufgemacht un de Gläser eigeschenkt. Un der Stoll-Bruno kloppet an sei Gelos un saht e gruße Red: »Ich wills när geleich sogn: Mei Rosel hoot sich heit mit unnern Freind un Kegelbruder Emil Ries verlobt! Su, nu stußt emol aa, dos Brautpaar solle labn Huch, huch, huch!« Un alles stimmet miet ei un fräet sich miet un do wur getrunken und de Händ wurn geschittelt un de Weibsenflescheten und schmatzeten sich ewing. Nu hielt oder aa der Baumann-Arnst noch e Red un saht: »Mir hobn doch gewett, öb heit noch ewos gepascht wür. Nu ka ichs aa sogn: 's is gepascht wurn, mei guter Einahmer, e ganz Dutzend Weinflaschen, die do vir uns stiehe!« »Wos«, fing der Einahmer a, »des gelaab ich net, wu wollt Ihr dä die versteckt hobn! Denkt när net, daß Ihr en Grenzer tottend machen könnt! War hot se dä gepascht?« »Du!« saht der Baumann-Arnst ganz gelossen, »Ich?« bracht der Einahmer raus, »ich gelaab, bei Dir tremelts!« »Natirlich«, saht der Arnst, »Du host doch of der ganzen Fuhr draufgesassen! Die Flaschen warn in Dein Schlieten!« Dos Gesicht, wos do der Einahmer machet, war net akarat zun photegraphieren, oder er mußt gute Mien zun biesen Spiel machen un miet in de Lach eistimme, die do lusging. »O Du Schindbä, Du!« dos war's enzige, wos er rausbracht. Die Verlobing hielt de ganze Gesellschaft bis epper im äs zesamme, dann machetn se ehäm. Wie se ben Kuhgassel kame, hielt virn Mendt-Gust sen Haus e Schlieten, un der Benkert-Wilhelm half gerod en Karl osteign, dar net mehr ganz fest ofn Fissen stand, ne Mendt-Gust. Dar bracht mit aller Müh un Nut sen Hausschlüssel raus un fand erscht 's Schlüsselloch gar net un egal summet er drzu: »Schön ist die Jugendzeit!« Dann machet er zor Haustür nei.

Ar hoot sich de nächsten paar Mol net in Club »Feiergeister« sahe lossen. Wies oder wieder emol fort giehe sollt, stimmet ar fir »Schwarze« Partie.


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