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[image]Wer jemals auch nur die kleinste Novelle von ihm gelesen hat, der kann nicht daran zweifeln, dass jener ein echter Florentiner war. Denn wenn es auch einem Fremden vielleicht möglich gewesen wäre, die schöne und glänzende florentinische Sprache so vollkommen zu erlernen, so würde ihm doch immer noch der bewegliche, kecke und witzige Geist des geborenen Florentiners mangeln, den man nicht lernen kann. Denn wohl haben in späteren Zeiten auch manche weichliche Neapolitaner, leichtsinnige Mailänder, träge Venetianer und plumpe Sienesen hübsche Novellen geschrieben; allein diese alle hatten den Boccaccio zum Lehrmeister, welcher der Vater und Urheber dieser Kunst gewesen ist.Wenn man nun bedenkt, in welcher Zeit das Buch Dekameron verfasst wurde, so begreift man leicht, weshalb die Stadt Florenz seine Heimat sein musste. Diese reiche und prächtige Stadt, welche auch heute noch eine der schönsten auf Erden ist, befand sich [pg 14] eben zu jener Zeit zwar in mancherlei Kämpfen und politischen Nöten, jedoch begann sie schon sichtbar nach jener unvergleichlichen Blüte hinzustreben, welche sie hundert Jahre später erreichte. So erfreute sie sich einer emsigen und glücklichen Tätigkeit auf allen Gebieten und nahm nicht weniger im Handel als in den Künsten täglich an Ruhm und Glücke zu, während das mächtige Rom kläglich darnieder lag, indem der Papst samt seinem ganzen Hofhalte sich nach Avignon in der Provence verzogen hatte. Es war von Florenz sowohl der berühmte Petrarca als der grosse Dichter Dante gebürtig, obwohl dieser in der Verbannung gestorben war, wie denn auch infolge beständiger Bürgerkriege des Petrarca Familie vertrieben war und in Arezzo lebte. Und was die Florentiner an jenem göttlichen Dichter gesündigt hatten, suchten sie desto eifriger zu sühnen, indem sie damals und noch lange nachher eine grosse Zahl von Gelehrten, Dichtern, Künstlern und anderen Männern beherbergten, deren Ruhm ihrer Stadt zur Ehre gereichte und sie gewürdigt hat, bis auf diesen Tag die [pg 15] eigentliche Geburtsstätte des rinascimento zu heissen. Zugleich unterhielten die Kaufleute einen grossen Verkehr nach allen Ländern der Welt, und es lebten viele Florentiner Bürger als Händler und Geldwechsler in Rom, Neapel, Mailand, Paris, Byzanz, London, Flandern, auf Sizilien, Malta, Kreta, Cypern und anderwärts, von wo nicht nur Geld und Wohlstand, sondern auch mannigfaltige Nachricht und Kunde fremder Gegenden, Sitten und Begebenheiten täglich in die Stadt kamen.Aus einer so beschaffenen Zeit und Stadt entstammte also der Verfasser des Dekameron. Aber dennoch ist er nicht in Florenz oder in dem benachbarten Certaldo, von wo sein Geschlecht herkam, geboren. Vielmehr fügte es das Schicksal, das ja stets der grösste Dichter gewesen ist, dass das Leben dieses weitbekannten Novellenerzählers in einiger Dunkelheit und nicht anders als eine Abenteuernovelle begann.Höret denn, Ihr lieben Herren und Damen, das Wenige, was man vom Leben dieses herrlichen Dichters heute noch weiss, denn [pg 16] leider ist es lange nicht so viel, als man wünschen möchte!Aus dem Städtchen Certaldo im Elsatal gebürtig, lebte zu Florenz ein Kaufmann namens Boccaccio. Er war ein fleissiger und kluger, allein auch geldgieriger und leichtfertiger Mensch, welcher zahlreiche Handelsreisen teils für fremde, teils für eigene Rechnung unternahm, wobei er ebenso sehr für seinen Vorteil wie für sein Vergnügen zu sorgen verstand, jedoch nach Art der Kaufleute auch öfteren Zufällen und Glückswechseln ausgesetzt war. Längere Zeit war er an dem grossen Bankgeschäfte des altberühmten Hauses der Bardi beteiligt, welches auch in Paris, wie in anderen Städten, eine Filiale besass und hohes Ansehen genoss. Diesem Pariser Hause hat unser Kaufmann eine Zeitlang vorgestanden, und wenn er dabei sich als einen tüchtigen Handelsmann erwies, so liess er doch in dieser grossen und üppigen Hauptstadt auch sein Vergnügen nicht ausser Augen.[image]Jugendbildnis BOCCACCIOSWenigstens sah er daselbst eines Tages eine junge und sehr hübsche Witwe, welche [pg 17] ihm überaus wohlgefiel und deren Gunst er sogleich zu erwerben sich bemühte. Dies tat er denn auch, als ein gewiegter Mann, auf jede Weise, indem er sich für einen Edelmann ausgab, was ihm bei seiner hübschen Gestalt sehr wohl gelang. Er spielte den Feinen und trat nicht anders auf, als wenn er der Sohn des vornehmsten Hauses gewesen wäre, obwohl er im Grunde wenig mehr als ein bäuerisch gebildeter Geldwechsler war. Bald hatte er die Augen der schönen Witwe auf sich gelenkt und sie seinen ehrerbietigen Bitten zugänglich gemacht, und da er ihr mit vielen Schwüren die Ehe versprach, sah er sich in kurzem am äussersten Ziel seiner Wünsche angelangt. Zu beiderseitigem Vergnügen erfreuten sie sich längere Zeit ihrer Liebe ohne Hindernisse, und gewiss hätte der Florentiner noch lange nicht an die Rückkehr nach seiner Heimat gedacht, wäre nicht infolge dieser Liebschaft jene Witwe nach Jahresfrist mit einem hübschen Knäblein niedergekommen. Dieses passte keineswegs in die Pläne des leichtsinnigen Italieners, und da die Dame ausser ihrer Schönheit keine [pg 18] Reichtümer besass, verliess er, ohne sich seiner Schwüre mehr zu erinnern, sie und die Stadt Paris in aller Stille und begab sich als ein lediger Mann nach Florenz zurück, wie es stets die Art solcher Leute war, sich um eine leere Flasche und um eine schwanger gewordene Geliebte mit keinem Blicke mehr zu bekümmern.Das Knäblein aber, das die arme Frau im Jahre 1313 gebar, war Giovanni Boccaccio.Von Schmerz und Sorge entkräftet, lebte die unglückliche Dame nur noch wenige Jahre, und nach ihrem Tode ward Giovanni in zartem Knabenalter nach Florenz zu seinem Vater gebracht. Dort besuchte er eine gute Schule, erwarb sich einige Kenntnis der lateinischen Sprache und wäre am liebsten bei den Büchern sitzen geblieben, um sich ganz den Studien hinzugeben. Aber kaum war er etwa dreizehn Jahr alt, so nahm ihn der Vater zu sich, lehrte ihn die notwendigsten Handgriffe und Rechenkünste der Handelsleute und übergab ihn sodann einem Geldwechsler, damit er bei diesem die Kaufmannschaft erlernen sollte. Sechs Jahre blieb er [pg 19] denn bei diesem Gewerbe, ohne jedoch etwas Erkleckliches zu lernen oder gar den Handel lieb zu gewinnen. Vielmehr lief er überall hin, wo er Verse singen oder vortragen hören konnte, und lernte viele Stücke aus den grossen Gedichten des Dante und des Virgil auswendig, welche ihn höchlich begeisterten und mit einer unauslöschlichen Liebe zur Poesie erfüllten.Am Ende dieser sechs Jahre sah jedermann deutlich, dass Giovanni in die Handelschaft passte wie der Fisch aufs Trockene. Dies sah auch der Vater wohl ein und beschloss daher, seinen Sohn den Studien an Universitäten zu widmen, und zwar wählte er für ihn das Studium des kanonischen Rechts, indem es ihm als einem klugen Manne schien, es sei mit diesem Handwerk nicht wenig Geld zu verdienen, wenn einer es ordentlich verstehe. Weil aber Giovanni um diese Zeit sich eben in Neapel befand, schien es dem Vater am wohlfeilsten, dass er dort seine Studien abmache, ohne dass er geahnt hätte, welcherlei Kenntnisse derselbe sich dort erwerben würde.[pg 20] Es war nämlich Neapel zu jener Zeit gewiss die allerüppigste Stadt in ganz Italien, zumal da gerade unter dem Könige Robert die Einwohner eines längeren Friedens genossen, woran sie nur schlecht gewöhnt waren. Von dem Leben bei Hofe brauche ich wenig zu sagen, indem jedermann die Namen der sechs Neffen des Königs, sowie seiner Schwägerin, der sogenannten Kaiserin von Konstantinopel, und seiner Enkeltochter Johanna kennt, welche sämtlich durch alle Welt einen bösen Leumund hatten. Vorab jene Johanna führte ein überaus freches und tadelnswertes Leben, hatte ihres Gatten Bruder zum Buhlen und nahm ihn später, nachdem sie sich des andern durch Mord entledigt hatte, ohne päpstlichen Dispens zum Gemahl. Auch sonst war in der Stadt, zumal unter den Edelleuten, ein vergnügliches Schlemmen, auch Hader und kleinere Mordtaten im Schwang, und bei Hofe war längst zwischen echten Kindern und Bastarden weder von den Vätern, noch von anderen mehr zu unterscheiden. An diesem Hofe, wo er noch zu Lebzeiten des Königs von seinem jungen Landsmanne [pg 21] Niccolo Acciajuoli eingeführt wurde, ging nun das Studentlein ab und zu. Daselbst war mit Festen, Mahlzeiten, Ball, Tanz und Maskenscherzen ein verschwenderisches Leben, und gewiss hat Boccaccio niemals irgend eine üppige oder lüsterne Geschichte erzählt, welche er nicht in Neapel viel toller und gründlicher selbst mitangesehen hatte. Dass er auf dem Gebiete der gelehrten Studien (das Latein ausgenommen) etwas Erhebliches geleistet oder den Grad eines Doctoris juris canonici erlangt hätte, wird nirgends berichtet. Statt dessen legte er damals den Grund zu seiner tiefen Kenntnis der menschlichen Leidenschaften, da er von hervorragenden Beispielen der Verschwendung und Habgier, des Aberglaubens, der Wollust, der Gefrässigkeit, Mordgier, Verschlagenheit und Eitelkeit rings umgeben war. Am gründlichsten jedoch unterzog er sich dem Studium der Liebe, deren Leiden und Freuden er bis zur Neige an sich selber erfuhr.Eines Tages nämlich, um die Zeit der Ostern, vermutlich im Jahre 1334, erblickte er [pg 22] in einer Kirche zu Neapel die Dame, welche sein Herz zu Lust und Pein von da an jahrelang gefangen hielt. Diese war Donna Maria, die natürliche Tochter des Königs Robert, welche für eine Tochter des Grafen von Aquino galt und mit einem angesehenen Edelmann vermählt war. Die schöne und vornehme Dame betrachtete bald auch von ihrer Seite den hübschen jungen Florentiner mit Teilnahme und ist eine lange Zeit, nicht ohne Gewissensbisse und Furcht vor ihrem Eheherrn, seine Geliebte gewesen. So genoss, wie in der schönsten Abenteuernovelle, der Bastard eines kleinen Kaufmanns die Tochter eines grossen Königs.Über alledem liess Boccaccio das kanonische Recht unbehelligt in den Pergamentrollen schlummern und vom Lehrstuhl ertönen. Er trieb nach seiner Neigung Latein und Astrologie, im übrigen wandte er sich der heiteren Seite des Lebens zu und ward nach Kräften seiner Jugend froh. Er verfasste in diesen Jahren, zumeist für seine Geliebte, eine unglaubliche Menge von Gedichten und mehrere Romane, von welchen [pg 23] heute niemand mehr redet. In diesen legte er seiner Dame den Namen Fiammetta bei, und noch manche Jahre später hat er in wehmütiger Liebeserinnerung diesen Namen einer von den Damen des Dekameron gegeben. Ohne Zweifel ist jene Zeit die heiterste und glücklichste in seinem Leben gewesen. Allein wie wir sehen, dass auch den goldensten Tagen zu früh die Sonne sinkt, so nahm auch diese Lust zu ihrer Zeit ein Ende.Im Jahre 1341 befahl der Vater seinem Sohne, nach Florenz zurückzukehren, und nach längerem Zögern machte dieser sich unmutig auf den Heimweg. Der Alte, für den Giovanni ohnehin keine allzu starke Zärtlichkeit empfand, hatte inzwischen auch noch eine gewisse Monna Bice Bostichi geheiratet, worüber der heimkehrende Sohn nicht eben erfreut war. Es geschahen jedoch weit schlimmere und wichtigere Dinge, über welchen er diese kleineren Sorgen vergass. Es war die Zeit, in welcher der in Florenz so übel beleumdete Herr Gautier von Brienne, genannt Herzog von Athen, sich für eine kurze Zeit zum Tyrannen der Stadt emporschwang. [pg 24] Dieser war ein frecher Abenteurer und hatte im Solde der Republik gegen Pisa gedient, warf sich nun aber mit Hilfe des niedrigsten Pöbels zum Herrscher auf und schlürfte die Monate seiner Herrlichkeit zügellos wie ein Trunkener den letzten Becher. Die Stadt und das ganze Staatswesen drohten in Trümmer zu gehen.Boccaccio, ein unbestechlicher Republikaner, hat das Schicksal des Herzogs von Athen, der mit Schimpf von der Bürgerschaft vertrieben wurde, in einer Abhandlung beschrieben. Nun schienen ihm allmählich die Zustände in Florenz und im väterlichen Hause so wenig erträglich, dass er schon im Jahre 1344 von neuem nach Neapel ging. Die Rechtsgelehrtheit hatte er schon früher aufgegeben. Und so genau er auch im Dekameron die Pest in Florenz geschildert hat, ist er zurzeit derselben doch nicht daselbst gewesen, sondern in Neapel, wo freilich der schwarze Tod nicht weniger grauenhaft wütete. Es starb damals auch seine Geliebte Maria, und er widmete ihrem Tode zwar einige trauernde Verse, jedoch war seine [pg 25] ursprünglich so heftige Leidenschaft mit den Jahren erloschen. Es scheint ausserdem, als habe Donna Maria ihn schon früher wieder fahren lassen, obwohl er in seiner Erzählung „Fiammetta“ das Gegenteil darstellt. Nicht lange darauf starb auch sein Vater, und er musste wieder nach Florenz zurückkehren.Von da an erblicken wir sein Bild verändert; sein Leben verlief ohne heftige Erschütterungen, und er alterte als ein tüchtiger und angesehener Bürger. Im Alter von ungefähr 40 Jahren schrieb er sein unsterbliches Dekameron, und man könnte glauben, er habe alle seine Schalkhaftigkeit und fröhlich lachende Untugend darin liegen lassen. Nur noch einmal widerfuhr ihm eine bittere Liebesgeschichte. Er verliebte sich heftig in eine vornehme Witwe, welche ihm aber einen bösen Possen spielte. Nämlich sie stellte sich, als wäre sie geneigt, die Wünsche des Dichters zu erfüllen, und benutzte alsdann die erste Gelegenheit, ihm eine Nase zu drehen und ihn unter dem Hohngelächter all ihrer Bekannten und Freunde kläglich heimzuschicken. Das war Boccaccios letzte Liebe.[pg 26] Im übrigen, da der Vater ihm eine kleine Erbschaft hinterlassen hatte, lebte er als ein stillgewordener Mann und widmete sich allerlei gelehrten Studien. Den Griechen Leontius Pilatus hatte er, um seine Sprache zu lernen, über zwei Jahre lang bei sich im Hause. Öfters übernahm er im Dienste der Stadt politische Aufträge und Ambassaden, unter anderem besuchte er dreimal als Gesandter den Papsthof zu Avignon. Mit grossem Eifer forschte er dem Leben und den Schriften des Dante nach, den er ungemein verehrte. Mit dem etwas älteren Petrarca, welcher damals von sich selber und von jedermann für den grössten lebenden Dichter gehalten wurde, pflegte er eine edle und herzliche Freundschaft und war untröstlich, als dieser im Jahre 1374 starb.Aber das Leben dieses merkwürdigen Mannes, dessen Anfang ein Abenteuer und dessen erste Hälfte ein Hymnus der Liebe zu sein scheinen, verwandelte sich zum Schlusse noch in eine fromme Posse. Noch als ein rüstiger Mann hatte er das Dekameron geschrieben, welches bald auf schalkhafte, bald [pg 27] auf leidenschaftliche Art dem Dienste schöner Frauen huldigt und über Mönche und Priester unerschöpflichen Hohn ergiesst. Nicht gar viel später aber gelang es einem schwindelhaften Mönche, namens Ciani, ihn zu bekehren, und zwar vermittelst einer nicht einmal sehr durchtriebenen Bauernfängerei, und von da an hörte man ihn seine schönsten Werke nie anders denn als verwerfliche Jugendsünden und Verirrungen bezeichnen. Noch viel schlimmer aber und lächerlicher ist es, dass der vormalige Schalk und Weiberfreund in seinen älteren Tagen zu einem argen Frauenverächter ward und ein Buch mit dem Titel Corbaccio geschrieben hat, in welchem man, wenn man Lust hat, hunderte von schimpflichen, grausamen, hasserfüllten und anklagenden Reden über die Weiber finden kann—dazu in einer Redeweise, welche an Unflätigkeit auch die kühnsten Stellen seiner früheren Werke zehnmal übertrifft. Das sollte seine Rache an jener grausamen Witwe sein; allein der Dichter tat damit, wie wir es oft sich ereignen sehen, nur einen Schnitt ins eigene Fleisch.[pg 28] Eine späte Ehre ward ihm zuteil, indem er nach mannigfachen Studien und Reisen im Jahre 1373 zum öffentlichen Ausleger der göttlichen Komödie des Dante zu Florenz ernannt wurde, wofür er jährlich hundert Goldgulden bezog. Diese Vorlesungen hielt er unter grossem Zulaufe in der Kirche Santo Stefano bis kurz vor seinem Tode. Er starb am 21. Dezember 1375, zweiundsechzig Jahre alt, und wurde ehrenvoll bestattet. Die Liebe zu der grossen Dichtung des Dante verlieh seinen späteren Tagen, trotz des bösen Corbaccio, noch eine gewisse ehrwürdige Glorie. Für die nachfolgenden Jahrhunderte aber ist er wieder der Geschichtenerzähler mit der Schelmenmiene geworden, und dem heutigen Geschlecht ist an einem einzigen Witz aus einer seiner Novellen mehr gelegen als an der ganzen Gelehrsamkeit und Ehrbarkeit seines ehrenvollen Alters.[image][pg 29]

[image]Wer jemals auch nur die kleinste Novelle von ihm gelesen hat, der kann nicht daran zweifeln, dass jener ein echter Florentiner war. Denn wenn es auch einem Fremden vielleicht möglich gewesen wäre, die schöne und glänzende florentinische Sprache so vollkommen zu erlernen, so würde ihm doch immer noch der bewegliche, kecke und witzige Geist des geborenen Florentiners mangeln, den man nicht lernen kann. Denn wohl haben in späteren Zeiten auch manche weichliche Neapolitaner, leichtsinnige Mailänder, träge Venetianer und plumpe Sienesen hübsche Novellen geschrieben; allein diese alle hatten den Boccaccio zum Lehrmeister, welcher der Vater und Urheber dieser Kunst gewesen ist.Wenn man nun bedenkt, in welcher Zeit das Buch Dekameron verfasst wurde, so begreift man leicht, weshalb die Stadt Florenz seine Heimat sein musste. Diese reiche und prächtige Stadt, welche auch heute noch eine der schönsten auf Erden ist, befand sich [pg 14] eben zu jener Zeit zwar in mancherlei Kämpfen und politischen Nöten, jedoch begann sie schon sichtbar nach jener unvergleichlichen Blüte hinzustreben, welche sie hundert Jahre später erreichte. So erfreute sie sich einer emsigen und glücklichen Tätigkeit auf allen Gebieten und nahm nicht weniger im Handel als in den Künsten täglich an Ruhm und Glücke zu, während das mächtige Rom kläglich darnieder lag, indem der Papst samt seinem ganzen Hofhalte sich nach Avignon in der Provence verzogen hatte. Es war von Florenz sowohl der berühmte Petrarca als der grosse Dichter Dante gebürtig, obwohl dieser in der Verbannung gestorben war, wie denn auch infolge beständiger Bürgerkriege des Petrarca Familie vertrieben war und in Arezzo lebte. Und was die Florentiner an jenem göttlichen Dichter gesündigt hatten, suchten sie desto eifriger zu sühnen, indem sie damals und noch lange nachher eine grosse Zahl von Gelehrten, Dichtern, Künstlern und anderen Männern beherbergten, deren Ruhm ihrer Stadt zur Ehre gereichte und sie gewürdigt hat, bis auf diesen Tag die [pg 15] eigentliche Geburtsstätte des rinascimento zu heissen. Zugleich unterhielten die Kaufleute einen grossen Verkehr nach allen Ländern der Welt, und es lebten viele Florentiner Bürger als Händler und Geldwechsler in Rom, Neapel, Mailand, Paris, Byzanz, London, Flandern, auf Sizilien, Malta, Kreta, Cypern und anderwärts, von wo nicht nur Geld und Wohlstand, sondern auch mannigfaltige Nachricht und Kunde fremder Gegenden, Sitten und Begebenheiten täglich in die Stadt kamen.Aus einer so beschaffenen Zeit und Stadt entstammte also der Verfasser des Dekameron. Aber dennoch ist er nicht in Florenz oder in dem benachbarten Certaldo, von wo sein Geschlecht herkam, geboren. Vielmehr fügte es das Schicksal, das ja stets der grösste Dichter gewesen ist, dass das Leben dieses weitbekannten Novellenerzählers in einiger Dunkelheit und nicht anders als eine Abenteuernovelle begann.Höret denn, Ihr lieben Herren und Damen, das Wenige, was man vom Leben dieses herrlichen Dichters heute noch weiss, denn [pg 16] leider ist es lange nicht so viel, als man wünschen möchte!Aus dem Städtchen Certaldo im Elsatal gebürtig, lebte zu Florenz ein Kaufmann namens Boccaccio. Er war ein fleissiger und kluger, allein auch geldgieriger und leichtfertiger Mensch, welcher zahlreiche Handelsreisen teils für fremde, teils für eigene Rechnung unternahm, wobei er ebenso sehr für seinen Vorteil wie für sein Vergnügen zu sorgen verstand, jedoch nach Art der Kaufleute auch öfteren Zufällen und Glückswechseln ausgesetzt war. Längere Zeit war er an dem grossen Bankgeschäfte des altberühmten Hauses der Bardi beteiligt, welches auch in Paris, wie in anderen Städten, eine Filiale besass und hohes Ansehen genoss. Diesem Pariser Hause hat unser Kaufmann eine Zeitlang vorgestanden, und wenn er dabei sich als einen tüchtigen Handelsmann erwies, so liess er doch in dieser grossen und üppigen Hauptstadt auch sein Vergnügen nicht ausser Augen.[image]Jugendbildnis BOCCACCIOSWenigstens sah er daselbst eines Tages eine junge und sehr hübsche Witwe, welche [pg 17] ihm überaus wohlgefiel und deren Gunst er sogleich zu erwerben sich bemühte. Dies tat er denn auch, als ein gewiegter Mann, auf jede Weise, indem er sich für einen Edelmann ausgab, was ihm bei seiner hübschen Gestalt sehr wohl gelang. Er spielte den Feinen und trat nicht anders auf, als wenn er der Sohn des vornehmsten Hauses gewesen wäre, obwohl er im Grunde wenig mehr als ein bäuerisch gebildeter Geldwechsler war. Bald hatte er die Augen der schönen Witwe auf sich gelenkt und sie seinen ehrerbietigen Bitten zugänglich gemacht, und da er ihr mit vielen Schwüren die Ehe versprach, sah er sich in kurzem am äussersten Ziel seiner Wünsche angelangt. Zu beiderseitigem Vergnügen erfreuten sie sich längere Zeit ihrer Liebe ohne Hindernisse, und gewiss hätte der Florentiner noch lange nicht an die Rückkehr nach seiner Heimat gedacht, wäre nicht infolge dieser Liebschaft jene Witwe nach Jahresfrist mit einem hübschen Knäblein niedergekommen. Dieses passte keineswegs in die Pläne des leichtsinnigen Italieners, und da die Dame ausser ihrer Schönheit keine [pg 18] Reichtümer besass, verliess er, ohne sich seiner Schwüre mehr zu erinnern, sie und die Stadt Paris in aller Stille und begab sich als ein lediger Mann nach Florenz zurück, wie es stets die Art solcher Leute war, sich um eine leere Flasche und um eine schwanger gewordene Geliebte mit keinem Blicke mehr zu bekümmern.Das Knäblein aber, das die arme Frau im Jahre 1313 gebar, war Giovanni Boccaccio.Von Schmerz und Sorge entkräftet, lebte die unglückliche Dame nur noch wenige Jahre, und nach ihrem Tode ward Giovanni in zartem Knabenalter nach Florenz zu seinem Vater gebracht. Dort besuchte er eine gute Schule, erwarb sich einige Kenntnis der lateinischen Sprache und wäre am liebsten bei den Büchern sitzen geblieben, um sich ganz den Studien hinzugeben. Aber kaum war er etwa dreizehn Jahr alt, so nahm ihn der Vater zu sich, lehrte ihn die notwendigsten Handgriffe und Rechenkünste der Handelsleute und übergab ihn sodann einem Geldwechsler, damit er bei diesem die Kaufmannschaft erlernen sollte. Sechs Jahre blieb er [pg 19] denn bei diesem Gewerbe, ohne jedoch etwas Erkleckliches zu lernen oder gar den Handel lieb zu gewinnen. Vielmehr lief er überall hin, wo er Verse singen oder vortragen hören konnte, und lernte viele Stücke aus den grossen Gedichten des Dante und des Virgil auswendig, welche ihn höchlich begeisterten und mit einer unauslöschlichen Liebe zur Poesie erfüllten.Am Ende dieser sechs Jahre sah jedermann deutlich, dass Giovanni in die Handelschaft passte wie der Fisch aufs Trockene. Dies sah auch der Vater wohl ein und beschloss daher, seinen Sohn den Studien an Universitäten zu widmen, und zwar wählte er für ihn das Studium des kanonischen Rechts, indem es ihm als einem klugen Manne schien, es sei mit diesem Handwerk nicht wenig Geld zu verdienen, wenn einer es ordentlich verstehe. Weil aber Giovanni um diese Zeit sich eben in Neapel befand, schien es dem Vater am wohlfeilsten, dass er dort seine Studien abmache, ohne dass er geahnt hätte, welcherlei Kenntnisse derselbe sich dort erwerben würde.[pg 20] Es war nämlich Neapel zu jener Zeit gewiss die allerüppigste Stadt in ganz Italien, zumal da gerade unter dem Könige Robert die Einwohner eines längeren Friedens genossen, woran sie nur schlecht gewöhnt waren. Von dem Leben bei Hofe brauche ich wenig zu sagen, indem jedermann die Namen der sechs Neffen des Königs, sowie seiner Schwägerin, der sogenannten Kaiserin von Konstantinopel, und seiner Enkeltochter Johanna kennt, welche sämtlich durch alle Welt einen bösen Leumund hatten. Vorab jene Johanna führte ein überaus freches und tadelnswertes Leben, hatte ihres Gatten Bruder zum Buhlen und nahm ihn später, nachdem sie sich des andern durch Mord entledigt hatte, ohne päpstlichen Dispens zum Gemahl. Auch sonst war in der Stadt, zumal unter den Edelleuten, ein vergnügliches Schlemmen, auch Hader und kleinere Mordtaten im Schwang, und bei Hofe war längst zwischen echten Kindern und Bastarden weder von den Vätern, noch von anderen mehr zu unterscheiden. An diesem Hofe, wo er noch zu Lebzeiten des Königs von seinem jungen Landsmanne [pg 21] Niccolo Acciajuoli eingeführt wurde, ging nun das Studentlein ab und zu. Daselbst war mit Festen, Mahlzeiten, Ball, Tanz und Maskenscherzen ein verschwenderisches Leben, und gewiss hat Boccaccio niemals irgend eine üppige oder lüsterne Geschichte erzählt, welche er nicht in Neapel viel toller und gründlicher selbst mitangesehen hatte. Dass er auf dem Gebiete der gelehrten Studien (das Latein ausgenommen) etwas Erhebliches geleistet oder den Grad eines Doctoris juris canonici erlangt hätte, wird nirgends berichtet. Statt dessen legte er damals den Grund zu seiner tiefen Kenntnis der menschlichen Leidenschaften, da er von hervorragenden Beispielen der Verschwendung und Habgier, des Aberglaubens, der Wollust, der Gefrässigkeit, Mordgier, Verschlagenheit und Eitelkeit rings umgeben war. Am gründlichsten jedoch unterzog er sich dem Studium der Liebe, deren Leiden und Freuden er bis zur Neige an sich selber erfuhr.Eines Tages nämlich, um die Zeit der Ostern, vermutlich im Jahre 1334, erblickte er [pg 22] in einer Kirche zu Neapel die Dame, welche sein Herz zu Lust und Pein von da an jahrelang gefangen hielt. Diese war Donna Maria, die natürliche Tochter des Königs Robert, welche für eine Tochter des Grafen von Aquino galt und mit einem angesehenen Edelmann vermählt war. Die schöne und vornehme Dame betrachtete bald auch von ihrer Seite den hübschen jungen Florentiner mit Teilnahme und ist eine lange Zeit, nicht ohne Gewissensbisse und Furcht vor ihrem Eheherrn, seine Geliebte gewesen. So genoss, wie in der schönsten Abenteuernovelle, der Bastard eines kleinen Kaufmanns die Tochter eines grossen Königs.Über alledem liess Boccaccio das kanonische Recht unbehelligt in den Pergamentrollen schlummern und vom Lehrstuhl ertönen. Er trieb nach seiner Neigung Latein und Astrologie, im übrigen wandte er sich der heiteren Seite des Lebens zu und ward nach Kräften seiner Jugend froh. Er verfasste in diesen Jahren, zumeist für seine Geliebte, eine unglaubliche Menge von Gedichten und mehrere Romane, von welchen [pg 23] heute niemand mehr redet. In diesen legte er seiner Dame den Namen Fiammetta bei, und noch manche Jahre später hat er in wehmütiger Liebeserinnerung diesen Namen einer von den Damen des Dekameron gegeben. Ohne Zweifel ist jene Zeit die heiterste und glücklichste in seinem Leben gewesen. Allein wie wir sehen, dass auch den goldensten Tagen zu früh die Sonne sinkt, so nahm auch diese Lust zu ihrer Zeit ein Ende.Im Jahre 1341 befahl der Vater seinem Sohne, nach Florenz zurückzukehren, und nach längerem Zögern machte dieser sich unmutig auf den Heimweg. Der Alte, für den Giovanni ohnehin keine allzu starke Zärtlichkeit empfand, hatte inzwischen auch noch eine gewisse Monna Bice Bostichi geheiratet, worüber der heimkehrende Sohn nicht eben erfreut war. Es geschahen jedoch weit schlimmere und wichtigere Dinge, über welchen er diese kleineren Sorgen vergass. Es war die Zeit, in welcher der in Florenz so übel beleumdete Herr Gautier von Brienne, genannt Herzog von Athen, sich für eine kurze Zeit zum Tyrannen der Stadt emporschwang. [pg 24] Dieser war ein frecher Abenteurer und hatte im Solde der Republik gegen Pisa gedient, warf sich nun aber mit Hilfe des niedrigsten Pöbels zum Herrscher auf und schlürfte die Monate seiner Herrlichkeit zügellos wie ein Trunkener den letzten Becher. Die Stadt und das ganze Staatswesen drohten in Trümmer zu gehen.Boccaccio, ein unbestechlicher Republikaner, hat das Schicksal des Herzogs von Athen, der mit Schimpf von der Bürgerschaft vertrieben wurde, in einer Abhandlung beschrieben. Nun schienen ihm allmählich die Zustände in Florenz und im väterlichen Hause so wenig erträglich, dass er schon im Jahre 1344 von neuem nach Neapel ging. Die Rechtsgelehrtheit hatte er schon früher aufgegeben. Und so genau er auch im Dekameron die Pest in Florenz geschildert hat, ist er zurzeit derselben doch nicht daselbst gewesen, sondern in Neapel, wo freilich der schwarze Tod nicht weniger grauenhaft wütete. Es starb damals auch seine Geliebte Maria, und er widmete ihrem Tode zwar einige trauernde Verse, jedoch war seine [pg 25] ursprünglich so heftige Leidenschaft mit den Jahren erloschen. Es scheint ausserdem, als habe Donna Maria ihn schon früher wieder fahren lassen, obwohl er in seiner Erzählung „Fiammetta“ das Gegenteil darstellt. Nicht lange darauf starb auch sein Vater, und er musste wieder nach Florenz zurückkehren.Von da an erblicken wir sein Bild verändert; sein Leben verlief ohne heftige Erschütterungen, und er alterte als ein tüchtiger und angesehener Bürger. Im Alter von ungefähr 40 Jahren schrieb er sein unsterbliches Dekameron, und man könnte glauben, er habe alle seine Schalkhaftigkeit und fröhlich lachende Untugend darin liegen lassen. Nur noch einmal widerfuhr ihm eine bittere Liebesgeschichte. Er verliebte sich heftig in eine vornehme Witwe, welche ihm aber einen bösen Possen spielte. Nämlich sie stellte sich, als wäre sie geneigt, die Wünsche des Dichters zu erfüllen, und benutzte alsdann die erste Gelegenheit, ihm eine Nase zu drehen und ihn unter dem Hohngelächter all ihrer Bekannten und Freunde kläglich heimzuschicken. Das war Boccaccios letzte Liebe.[pg 26] Im übrigen, da der Vater ihm eine kleine Erbschaft hinterlassen hatte, lebte er als ein stillgewordener Mann und widmete sich allerlei gelehrten Studien. Den Griechen Leontius Pilatus hatte er, um seine Sprache zu lernen, über zwei Jahre lang bei sich im Hause. Öfters übernahm er im Dienste der Stadt politische Aufträge und Ambassaden, unter anderem besuchte er dreimal als Gesandter den Papsthof zu Avignon. Mit grossem Eifer forschte er dem Leben und den Schriften des Dante nach, den er ungemein verehrte. Mit dem etwas älteren Petrarca, welcher damals von sich selber und von jedermann für den grössten lebenden Dichter gehalten wurde, pflegte er eine edle und herzliche Freundschaft und war untröstlich, als dieser im Jahre 1374 starb.Aber das Leben dieses merkwürdigen Mannes, dessen Anfang ein Abenteuer und dessen erste Hälfte ein Hymnus der Liebe zu sein scheinen, verwandelte sich zum Schlusse noch in eine fromme Posse. Noch als ein rüstiger Mann hatte er das Dekameron geschrieben, welches bald auf schalkhafte, bald [pg 27] auf leidenschaftliche Art dem Dienste schöner Frauen huldigt und über Mönche und Priester unerschöpflichen Hohn ergiesst. Nicht gar viel später aber gelang es einem schwindelhaften Mönche, namens Ciani, ihn zu bekehren, und zwar vermittelst einer nicht einmal sehr durchtriebenen Bauernfängerei, und von da an hörte man ihn seine schönsten Werke nie anders denn als verwerfliche Jugendsünden und Verirrungen bezeichnen. Noch viel schlimmer aber und lächerlicher ist es, dass der vormalige Schalk und Weiberfreund in seinen älteren Tagen zu einem argen Frauenverächter ward und ein Buch mit dem Titel Corbaccio geschrieben hat, in welchem man, wenn man Lust hat, hunderte von schimpflichen, grausamen, hasserfüllten und anklagenden Reden über die Weiber finden kann—dazu in einer Redeweise, welche an Unflätigkeit auch die kühnsten Stellen seiner früheren Werke zehnmal übertrifft. Das sollte seine Rache an jener grausamen Witwe sein; allein der Dichter tat damit, wie wir es oft sich ereignen sehen, nur einen Schnitt ins eigene Fleisch.[pg 28] Eine späte Ehre ward ihm zuteil, indem er nach mannigfachen Studien und Reisen im Jahre 1373 zum öffentlichen Ausleger der göttlichen Komödie des Dante zu Florenz ernannt wurde, wofür er jährlich hundert Goldgulden bezog. Diese Vorlesungen hielt er unter grossem Zulaufe in der Kirche Santo Stefano bis kurz vor seinem Tode. Er starb am 21. Dezember 1375, zweiundsechzig Jahre alt, und wurde ehrenvoll bestattet. Die Liebe zu der grossen Dichtung des Dante verlieh seinen späteren Tagen, trotz des bösen Corbaccio, noch eine gewisse ehrwürdige Glorie. Für die nachfolgenden Jahrhunderte aber ist er wieder der Geschichtenerzähler mit der Schelmenmiene geworden, und dem heutigen Geschlecht ist an einem einzigen Witz aus einer seiner Novellen mehr gelegen als an der ganzen Gelehrsamkeit und Ehrbarkeit seines ehrenvollen Alters.[image][pg 29]

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Wer jemals auch nur die kleinste Novelle von ihm gelesen hat, der kann nicht daran zweifeln, dass jener ein echter Florentiner war. Denn wenn es auch einem Fremden vielleicht möglich gewesen wäre, die schöne und glänzende florentinische Sprache so vollkommen zu erlernen, so würde ihm doch immer noch der bewegliche, kecke und witzige Geist des geborenen Florentiners mangeln, den man nicht lernen kann. Denn wohl haben in späteren Zeiten auch manche weichliche Neapolitaner, leichtsinnige Mailänder, träge Venetianer und plumpe Sienesen hübsche Novellen geschrieben; allein diese alle hatten den Boccaccio zum Lehrmeister, welcher der Vater und Urheber dieser Kunst gewesen ist.

Wenn man nun bedenkt, in welcher Zeit das Buch Dekameron verfasst wurde, so begreift man leicht, weshalb die Stadt Florenz seine Heimat sein musste. Diese reiche und prächtige Stadt, welche auch heute noch eine der schönsten auf Erden ist, befand sich [pg 14] eben zu jener Zeit zwar in mancherlei Kämpfen und politischen Nöten, jedoch begann sie schon sichtbar nach jener unvergleichlichen Blüte hinzustreben, welche sie hundert Jahre später erreichte. So erfreute sie sich einer emsigen und glücklichen Tätigkeit auf allen Gebieten und nahm nicht weniger im Handel als in den Künsten täglich an Ruhm und Glücke zu, während das mächtige Rom kläglich darnieder lag, indem der Papst samt seinem ganzen Hofhalte sich nach Avignon in der Provence verzogen hatte. Es war von Florenz sowohl der berühmte Petrarca als der grosse Dichter Dante gebürtig, obwohl dieser in der Verbannung gestorben war, wie denn auch infolge beständiger Bürgerkriege des Petrarca Familie vertrieben war und in Arezzo lebte. Und was die Florentiner an jenem göttlichen Dichter gesündigt hatten, suchten sie desto eifriger zu sühnen, indem sie damals und noch lange nachher eine grosse Zahl von Gelehrten, Dichtern, Künstlern und anderen Männern beherbergten, deren Ruhm ihrer Stadt zur Ehre gereichte und sie gewürdigt hat, bis auf diesen Tag die [pg 15] eigentliche Geburtsstätte des rinascimento zu heissen. Zugleich unterhielten die Kaufleute einen grossen Verkehr nach allen Ländern der Welt, und es lebten viele Florentiner Bürger als Händler und Geldwechsler in Rom, Neapel, Mailand, Paris, Byzanz, London, Flandern, auf Sizilien, Malta, Kreta, Cypern und anderwärts, von wo nicht nur Geld und Wohlstand, sondern auch mannigfaltige Nachricht und Kunde fremder Gegenden, Sitten und Begebenheiten täglich in die Stadt kamen.

Aus einer so beschaffenen Zeit und Stadt entstammte also der Verfasser des Dekameron. Aber dennoch ist er nicht in Florenz oder in dem benachbarten Certaldo, von wo sein Geschlecht herkam, geboren. Vielmehr fügte es das Schicksal, das ja stets der grösste Dichter gewesen ist, dass das Leben dieses weitbekannten Novellenerzählers in einiger Dunkelheit und nicht anders als eine Abenteuernovelle begann.

Höret denn, Ihr lieben Herren und Damen, das Wenige, was man vom Leben dieses herrlichen Dichters heute noch weiss, denn [pg 16] leider ist es lange nicht so viel, als man wünschen möchte!

Aus dem Städtchen Certaldo im Elsatal gebürtig, lebte zu Florenz ein Kaufmann namens Boccaccio. Er war ein fleissiger und kluger, allein auch geldgieriger und leichtfertiger Mensch, welcher zahlreiche Handelsreisen teils für fremde, teils für eigene Rechnung unternahm, wobei er ebenso sehr für seinen Vorteil wie für sein Vergnügen zu sorgen verstand, jedoch nach Art der Kaufleute auch öfteren Zufällen und Glückswechseln ausgesetzt war. Längere Zeit war er an dem grossen Bankgeschäfte des altberühmten Hauses der Bardi beteiligt, welches auch in Paris, wie in anderen Städten, eine Filiale besass und hohes Ansehen genoss. Diesem Pariser Hause hat unser Kaufmann eine Zeitlang vorgestanden, und wenn er dabei sich als einen tüchtigen Handelsmann erwies, so liess er doch in dieser grossen und üppigen Hauptstadt auch sein Vergnügen nicht ausser Augen.

[image]Jugendbildnis BOCCACCIOS

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Jugendbildnis BOCCACCIOS

Wenigstens sah er daselbst eines Tages eine junge und sehr hübsche Witwe, welche [pg 17] ihm überaus wohlgefiel und deren Gunst er sogleich zu erwerben sich bemühte. Dies tat er denn auch, als ein gewiegter Mann, auf jede Weise, indem er sich für einen Edelmann ausgab, was ihm bei seiner hübschen Gestalt sehr wohl gelang. Er spielte den Feinen und trat nicht anders auf, als wenn er der Sohn des vornehmsten Hauses gewesen wäre, obwohl er im Grunde wenig mehr als ein bäuerisch gebildeter Geldwechsler war. Bald hatte er die Augen der schönen Witwe auf sich gelenkt und sie seinen ehrerbietigen Bitten zugänglich gemacht, und da er ihr mit vielen Schwüren die Ehe versprach, sah er sich in kurzem am äussersten Ziel seiner Wünsche angelangt. Zu beiderseitigem Vergnügen erfreuten sie sich längere Zeit ihrer Liebe ohne Hindernisse, und gewiss hätte der Florentiner noch lange nicht an die Rückkehr nach seiner Heimat gedacht, wäre nicht infolge dieser Liebschaft jene Witwe nach Jahresfrist mit einem hübschen Knäblein niedergekommen. Dieses passte keineswegs in die Pläne des leichtsinnigen Italieners, und da die Dame ausser ihrer Schönheit keine [pg 18] Reichtümer besass, verliess er, ohne sich seiner Schwüre mehr zu erinnern, sie und die Stadt Paris in aller Stille und begab sich als ein lediger Mann nach Florenz zurück, wie es stets die Art solcher Leute war, sich um eine leere Flasche und um eine schwanger gewordene Geliebte mit keinem Blicke mehr zu bekümmern.

Das Knäblein aber, das die arme Frau im Jahre 1313 gebar, war Giovanni Boccaccio.

Von Schmerz und Sorge entkräftet, lebte die unglückliche Dame nur noch wenige Jahre, und nach ihrem Tode ward Giovanni in zartem Knabenalter nach Florenz zu seinem Vater gebracht. Dort besuchte er eine gute Schule, erwarb sich einige Kenntnis der lateinischen Sprache und wäre am liebsten bei den Büchern sitzen geblieben, um sich ganz den Studien hinzugeben. Aber kaum war er etwa dreizehn Jahr alt, so nahm ihn der Vater zu sich, lehrte ihn die notwendigsten Handgriffe und Rechenkünste der Handelsleute und übergab ihn sodann einem Geldwechsler, damit er bei diesem die Kaufmannschaft erlernen sollte. Sechs Jahre blieb er [pg 19] denn bei diesem Gewerbe, ohne jedoch etwas Erkleckliches zu lernen oder gar den Handel lieb zu gewinnen. Vielmehr lief er überall hin, wo er Verse singen oder vortragen hören konnte, und lernte viele Stücke aus den grossen Gedichten des Dante und des Virgil auswendig, welche ihn höchlich begeisterten und mit einer unauslöschlichen Liebe zur Poesie erfüllten.

Am Ende dieser sechs Jahre sah jedermann deutlich, dass Giovanni in die Handelschaft passte wie der Fisch aufs Trockene. Dies sah auch der Vater wohl ein und beschloss daher, seinen Sohn den Studien an Universitäten zu widmen, und zwar wählte er für ihn das Studium des kanonischen Rechts, indem es ihm als einem klugen Manne schien, es sei mit diesem Handwerk nicht wenig Geld zu verdienen, wenn einer es ordentlich verstehe. Weil aber Giovanni um diese Zeit sich eben in Neapel befand, schien es dem Vater am wohlfeilsten, dass er dort seine Studien abmache, ohne dass er geahnt hätte, welcherlei Kenntnisse derselbe sich dort erwerben würde.

[pg 20] Es war nämlich Neapel zu jener Zeit gewiss die allerüppigste Stadt in ganz Italien, zumal da gerade unter dem Könige Robert die Einwohner eines längeren Friedens genossen, woran sie nur schlecht gewöhnt waren. Von dem Leben bei Hofe brauche ich wenig zu sagen, indem jedermann die Namen der sechs Neffen des Königs, sowie seiner Schwägerin, der sogenannten Kaiserin von Konstantinopel, und seiner Enkeltochter Johanna kennt, welche sämtlich durch alle Welt einen bösen Leumund hatten. Vorab jene Johanna führte ein überaus freches und tadelnswertes Leben, hatte ihres Gatten Bruder zum Buhlen und nahm ihn später, nachdem sie sich des andern durch Mord entledigt hatte, ohne päpstlichen Dispens zum Gemahl. Auch sonst war in der Stadt, zumal unter den Edelleuten, ein vergnügliches Schlemmen, auch Hader und kleinere Mordtaten im Schwang, und bei Hofe war längst zwischen echten Kindern und Bastarden weder von den Vätern, noch von anderen mehr zu unterscheiden. An diesem Hofe, wo er noch zu Lebzeiten des Königs von seinem jungen Landsmanne [pg 21] Niccolo Acciajuoli eingeführt wurde, ging nun das Studentlein ab und zu. Daselbst war mit Festen, Mahlzeiten, Ball, Tanz und Maskenscherzen ein verschwenderisches Leben, und gewiss hat Boccaccio niemals irgend eine üppige oder lüsterne Geschichte erzählt, welche er nicht in Neapel viel toller und gründlicher selbst mitangesehen hatte. Dass er auf dem Gebiete der gelehrten Studien (das Latein ausgenommen) etwas Erhebliches geleistet oder den Grad eines Doctoris juris canonici erlangt hätte, wird nirgends berichtet. Statt dessen legte er damals den Grund zu seiner tiefen Kenntnis der menschlichen Leidenschaften, da er von hervorragenden Beispielen der Verschwendung und Habgier, des Aberglaubens, der Wollust, der Gefrässigkeit, Mordgier, Verschlagenheit und Eitelkeit rings umgeben war. Am gründlichsten jedoch unterzog er sich dem Studium der Liebe, deren Leiden und Freuden er bis zur Neige an sich selber erfuhr.

Eines Tages nämlich, um die Zeit der Ostern, vermutlich im Jahre 1334, erblickte er [pg 22] in einer Kirche zu Neapel die Dame, welche sein Herz zu Lust und Pein von da an jahrelang gefangen hielt. Diese war Donna Maria, die natürliche Tochter des Königs Robert, welche für eine Tochter des Grafen von Aquino galt und mit einem angesehenen Edelmann vermählt war. Die schöne und vornehme Dame betrachtete bald auch von ihrer Seite den hübschen jungen Florentiner mit Teilnahme und ist eine lange Zeit, nicht ohne Gewissensbisse und Furcht vor ihrem Eheherrn, seine Geliebte gewesen. So genoss, wie in der schönsten Abenteuernovelle, der Bastard eines kleinen Kaufmanns die Tochter eines grossen Königs.

Über alledem liess Boccaccio das kanonische Recht unbehelligt in den Pergamentrollen schlummern und vom Lehrstuhl ertönen. Er trieb nach seiner Neigung Latein und Astrologie, im übrigen wandte er sich der heiteren Seite des Lebens zu und ward nach Kräften seiner Jugend froh. Er verfasste in diesen Jahren, zumeist für seine Geliebte, eine unglaubliche Menge von Gedichten und mehrere Romane, von welchen [pg 23] heute niemand mehr redet. In diesen legte er seiner Dame den Namen Fiammetta bei, und noch manche Jahre später hat er in wehmütiger Liebeserinnerung diesen Namen einer von den Damen des Dekameron gegeben. Ohne Zweifel ist jene Zeit die heiterste und glücklichste in seinem Leben gewesen. Allein wie wir sehen, dass auch den goldensten Tagen zu früh die Sonne sinkt, so nahm auch diese Lust zu ihrer Zeit ein Ende.

Im Jahre 1341 befahl der Vater seinem Sohne, nach Florenz zurückzukehren, und nach längerem Zögern machte dieser sich unmutig auf den Heimweg. Der Alte, für den Giovanni ohnehin keine allzu starke Zärtlichkeit empfand, hatte inzwischen auch noch eine gewisse Monna Bice Bostichi geheiratet, worüber der heimkehrende Sohn nicht eben erfreut war. Es geschahen jedoch weit schlimmere und wichtigere Dinge, über welchen er diese kleineren Sorgen vergass. Es war die Zeit, in welcher der in Florenz so übel beleumdete Herr Gautier von Brienne, genannt Herzog von Athen, sich für eine kurze Zeit zum Tyrannen der Stadt emporschwang. [pg 24] Dieser war ein frecher Abenteurer und hatte im Solde der Republik gegen Pisa gedient, warf sich nun aber mit Hilfe des niedrigsten Pöbels zum Herrscher auf und schlürfte die Monate seiner Herrlichkeit zügellos wie ein Trunkener den letzten Becher. Die Stadt und das ganze Staatswesen drohten in Trümmer zu gehen.

Boccaccio, ein unbestechlicher Republikaner, hat das Schicksal des Herzogs von Athen, der mit Schimpf von der Bürgerschaft vertrieben wurde, in einer Abhandlung beschrieben. Nun schienen ihm allmählich die Zustände in Florenz und im väterlichen Hause so wenig erträglich, dass er schon im Jahre 1344 von neuem nach Neapel ging. Die Rechtsgelehrtheit hatte er schon früher aufgegeben. Und so genau er auch im Dekameron die Pest in Florenz geschildert hat, ist er zurzeit derselben doch nicht daselbst gewesen, sondern in Neapel, wo freilich der schwarze Tod nicht weniger grauenhaft wütete. Es starb damals auch seine Geliebte Maria, und er widmete ihrem Tode zwar einige trauernde Verse, jedoch war seine [pg 25] ursprünglich so heftige Leidenschaft mit den Jahren erloschen. Es scheint ausserdem, als habe Donna Maria ihn schon früher wieder fahren lassen, obwohl er in seiner Erzählung „Fiammetta“ das Gegenteil darstellt. Nicht lange darauf starb auch sein Vater, und er musste wieder nach Florenz zurückkehren.

Von da an erblicken wir sein Bild verändert; sein Leben verlief ohne heftige Erschütterungen, und er alterte als ein tüchtiger und angesehener Bürger. Im Alter von ungefähr 40 Jahren schrieb er sein unsterbliches Dekameron, und man könnte glauben, er habe alle seine Schalkhaftigkeit und fröhlich lachende Untugend darin liegen lassen. Nur noch einmal widerfuhr ihm eine bittere Liebesgeschichte. Er verliebte sich heftig in eine vornehme Witwe, welche ihm aber einen bösen Possen spielte. Nämlich sie stellte sich, als wäre sie geneigt, die Wünsche des Dichters zu erfüllen, und benutzte alsdann die erste Gelegenheit, ihm eine Nase zu drehen und ihn unter dem Hohngelächter all ihrer Bekannten und Freunde kläglich heimzuschicken. Das war Boccaccios letzte Liebe.

[pg 26] Im übrigen, da der Vater ihm eine kleine Erbschaft hinterlassen hatte, lebte er als ein stillgewordener Mann und widmete sich allerlei gelehrten Studien. Den Griechen Leontius Pilatus hatte er, um seine Sprache zu lernen, über zwei Jahre lang bei sich im Hause. Öfters übernahm er im Dienste der Stadt politische Aufträge und Ambassaden, unter anderem besuchte er dreimal als Gesandter den Papsthof zu Avignon. Mit grossem Eifer forschte er dem Leben und den Schriften des Dante nach, den er ungemein verehrte. Mit dem etwas älteren Petrarca, welcher damals von sich selber und von jedermann für den grössten lebenden Dichter gehalten wurde, pflegte er eine edle und herzliche Freundschaft und war untröstlich, als dieser im Jahre 1374 starb.

Aber das Leben dieses merkwürdigen Mannes, dessen Anfang ein Abenteuer und dessen erste Hälfte ein Hymnus der Liebe zu sein scheinen, verwandelte sich zum Schlusse noch in eine fromme Posse. Noch als ein rüstiger Mann hatte er das Dekameron geschrieben, welches bald auf schalkhafte, bald [pg 27] auf leidenschaftliche Art dem Dienste schöner Frauen huldigt und über Mönche und Priester unerschöpflichen Hohn ergiesst. Nicht gar viel später aber gelang es einem schwindelhaften Mönche, namens Ciani, ihn zu bekehren, und zwar vermittelst einer nicht einmal sehr durchtriebenen Bauernfängerei, und von da an hörte man ihn seine schönsten Werke nie anders denn als verwerfliche Jugendsünden und Verirrungen bezeichnen. Noch viel schlimmer aber und lächerlicher ist es, dass der vormalige Schalk und Weiberfreund in seinen älteren Tagen zu einem argen Frauenverächter ward und ein Buch mit dem Titel Corbaccio geschrieben hat, in welchem man, wenn man Lust hat, hunderte von schimpflichen, grausamen, hasserfüllten und anklagenden Reden über die Weiber finden kann—dazu in einer Redeweise, welche an Unflätigkeit auch die kühnsten Stellen seiner früheren Werke zehnmal übertrifft. Das sollte seine Rache an jener grausamen Witwe sein; allein der Dichter tat damit, wie wir es oft sich ereignen sehen, nur einen Schnitt ins eigene Fleisch.

[pg 28] Eine späte Ehre ward ihm zuteil, indem er nach mannigfachen Studien und Reisen im Jahre 1373 zum öffentlichen Ausleger der göttlichen Komödie des Dante zu Florenz ernannt wurde, wofür er jährlich hundert Goldgulden bezog. Diese Vorlesungen hielt er unter grossem Zulaufe in der Kirche Santo Stefano bis kurz vor seinem Tode. Er starb am 21. Dezember 1375, zweiundsechzig Jahre alt, und wurde ehrenvoll bestattet. Die Liebe zu der grossen Dichtung des Dante verlieh seinen späteren Tagen, trotz des bösen Corbaccio, noch eine gewisse ehrwürdige Glorie. Für die nachfolgenden Jahrhunderte aber ist er wieder der Geschichtenerzähler mit der Schelmenmiene geworden, und dem heutigen Geschlecht ist an einem einzigen Witz aus einer seiner Novellen mehr gelegen als an der ganzen Gelehrsamkeit und Ehrbarkeit seines ehrenvollen Alters.

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