Diese Schauspielerin, welche auf der Bühne — wie im Leben die ersten Rollen sehr wohl zu behaupten verstand, und dann plötzlich, unter noch immer räthselhaften Verhältnissen von beiden Schauplätzen verschwand, ohne daß es Einem ihrer ehemaligen Verehrer gelungen wäre, etwas bestimmtes über ihre späteren Schicksale zu erforschen, war bei Tieck sehr beliebt und geachtet. Sie wußte ihn zu behandeln, gab sich in seinem Hause nur als lernende Hörerin, und deutete seine Schwächen zu ihrem Vortheile aus. Er schwor darauf, daß sie auf ihn schwöre — undwer er besser wußte, hütete sich wohl ihn zu enttäuschen. Da nahm er denn leicht äußerliche Anmuth und Glätte für innerliches, künstlerisches Walten. Sie war eine geschickte, elegante Darstellerin. Mehr nicht. Sie galt lange, und an vielen Orten, wo sie triumphirte, für eine große Schauspielerin. Aber niemals wären auf sie die Worte anzuwenden gewesen: „Hast Du mir Thränen in’s Auge gelockt und Lust in die Seele!“
Diese Schauspielerin, welche auf der Bühne — wie im Leben die ersten Rollen sehr wohl zu behaupten verstand, und dann plötzlich, unter noch immer räthselhaften Verhältnissen von beiden Schauplätzen verschwand, ohne daß es Einem ihrer ehemaligen Verehrer gelungen wäre, etwas bestimmtes über ihre späteren Schicksale zu erforschen, war bei Tieck sehr beliebt und geachtet. Sie wußte ihn zu behandeln, gab sich in seinem Hause nur als lernende Hörerin, und deutete seine Schwächen zu ihrem Vortheile aus. Er schwor darauf, daß sie auf ihn schwöre — undwer er besser wußte, hütete sich wohl ihn zu enttäuschen. Da nahm er denn leicht äußerliche Anmuth und Glätte für innerliches, künstlerisches Walten. Sie war eine geschickte, elegante Darstellerin. Mehr nicht. Sie galt lange, und an vielen Orten, wo sie triumphirte, für eine große Schauspielerin. Aber niemals wären auf sie die Worte anzuwenden gewesen: „Hast Du mir Thränen in’s Auge gelockt und Lust in die Seele!“
Bremen,den 24. Mai.
Hochverehrter Freund!
Beinahe vom Ende der Welt — sende ich Ihnen dieherzlichsten Glückwünsche zu Ihrem Geburtstage! meine Mutter schließt denselben die innigsten mit an, und beide hoffen wir Sie gesund und heiter wiederzusehen.
Während Sie theurer Freund, das schöne Frühjahr in aller Ruhe genießen, habe ich sehr unruhige, aber auch angenehme Tage verlebt. —
Hamburg hat mir sehr gefallen, das Haus fand ich gar nicht zu groß, das Publikum sehr freundlich — aber die Gesellschaft schlechter wie eine herumziehende Truppe. Die Enghaus ist fort, Schmidt, Lenz zu stumpf, Hr. Baison ist der einzig helle Punkt, diePerleder Gesellschaft! Das ist viel gesagt. Wenn Schröder die Vorstellung derDonna Dianagesehen! Denken Sie Geehrter Freund, daßPerinnicht im Standte wareinLächeln dem Publikum zu entlocken —Niemanderhielt ein Zeichen des Beifalls, 4 mal versuchte ich Leben in diese Maße zu bringen. Dann sagte ich der Direction aufrichtig: mit solcher Umgebung könnte ich nicht weiter spielen. Die Stumme vonPorticigieng sehr brillant da brauchte ich nur die Münk zur Unterstützung.
Hier geht unter Rottmayers Leitung alles beßer, und ich athmete leichter als ich in der „Stuart“ auftrat. — Schwärmerei nach der Mode macht sich gut, wenn alles so wie hier rasch in einander greift.
Rottmayer ist ein vorzüglicher Künstler, und gebildeter Mann, gewiß werden Sie ihn, mein Geehrter Herr Hofrath recht lieb gewinnen. Er empfiehlt sichganz ergebenst, wenn er zu Gastrollen kommt möchte er den Klingsberg in „der unglücklichen Ehe durch Delicatesse“ spielen, da würden wir dies schöne Stück geben können, doch ich komme in’s Plaudern und raube Ihre Zeit, also mündlich hole ich nach, ich habe viel, viel zu erzählen! —
Nur noch die schönsten Empfehlungen! an Frau Gräfin! so wie Ihren lieben Fräulein Töchtern viel Herzliches! —
Auf frohes Wiedersehen! Verehrter Freund!
Hochachtungsvoll und bestens ergebeneCaroline Bauer.
Hochachtungsvoll und bestens ergebene
Caroline Bauer.