Geboren am 3. Januar 1789 zu Leipzig, Hof-Leibarzt und Geheimerrath in Dresden, berühmt durch seine Werke in verschiedenen Gebieten des Wissens und der Kunst: Briefe über Landschaftsmalerei (1831) — System der Physiologie (1838–40) — Goethe (1843) — Psyche (1846) — Physis (1847) — Nicht zu vergessen ein, wahrscheinlich nur als Manuskript für Freunde gedruckter, kleiner, und dennoch großer Aufsatz über journalistische Schriftstellerei, der damals schon ein ernstes Wort zu seiner Zeit, heute hunderttausendfältig aufgelegt werden sollte. Es thut wohl, einem Manne, der uns im Leben kalt, zurückhaltend, fast vornehm-abstoßend erschien, hier so vertraut und innig liebevoll zu begegnen. Auch Einer der bedeutenden Menschen, die Goethe hoch über Alles stellend, Tieck vollständig zu würdigen wußten. Das sind die glorreichsten Zeugen für Meister Ludwig.
Geboren am 3. Januar 1789 zu Leipzig, Hof-Leibarzt und Geheimerrath in Dresden, berühmt durch seine Werke in verschiedenen Gebieten des Wissens und der Kunst: Briefe über Landschaftsmalerei (1831) — System der Physiologie (1838–40) — Goethe (1843) — Psyche (1846) — Physis (1847) — Nicht zu vergessen ein, wahrscheinlich nur als Manuskript für Freunde gedruckter, kleiner, und dennoch großer Aufsatz über journalistische Schriftstellerei, der damals schon ein ernstes Wort zu seiner Zeit, heute hunderttausendfältig aufgelegt werden sollte. Es thut wohl, einem Manne, der uns im Leben kalt, zurückhaltend, fast vornehm-abstoßend erschien, hier so vertraut und innig liebevoll zu begegnen. Auch Einer der bedeutenden Menschen, die Goethe hoch über Alles stellend, Tieck vollständig zu würdigen wußten. Das sind die glorreichsten Zeugen für Meister Ludwig.
(ohne Datum.)
Lieber Freund!
Ich bitte um den 3. Theil meiner Physiologie. Können Sie vielleicht die Urania beifügen damit wir Ihrer Waldeinsamkeit uns erfreuen können, so werden wir Ihnen sehr dankbar seyn.
Ihre Entschuldigung beim Prinzen habe bestens gemacht und der Prinz benutzte nur diese Gelegenheit um Ihnen das Manuskript über Dante wieder in Erinnerung bringen zu lassen. Oder haben Sie es schon an Förster gegeben? —
Hoffentlich sind Sie wieder ganz wohl! — Ich werde mich nächstens davon persönlich zu überzeugen suchen!
Ihrtreu ergebenerCarus.
Ihr
treu ergebener
Carus.
Dresdend.30⁄443.
Mein verehrter Freund!
Ich wünschte Sie hätten sehen können, wie sehr Alle die Meinigen sich erfreuten als ich ihnen sagen konnte: „seht hier einen Brief von unserm theuren Tiek!“ selbst die etwas wehmüthige Stimmung des Briefes welche aussprach, Sie haben uns noch lieb und werth und sähen sich zuweilen gern noch bei uns, that dem Herzen wohl! — Möge indeß bald alles was noch von Krankheit obschwebt sich verlieren und ein recht heiterer Sommer Ihnen wieder volle Freude des Daseyns und gewohnte Wirksamkeit geben! Wir hoffen daß auch dann noch unser Andenken Ihnen den Wunsch giebt wieder einmal in unsrer Nähe zu weilen!
Fräulein von Hagn haben wir leider nicht bei uns gesehen. Sie gab den Brief ab als niemand zu Hause war, ich bin zweimal bei ihr gewesen um ihr meine Dienste anzubieten und traf sie nicht zu Hause. Bei Serre’s war eine Soirée veranstaltet wohin sie kommen sollte und kam nicht — so daß wir sie nur ein paarmal auf dem Theater gesehen haben. Sie gefiel mir besonders in „Voltaire’s Ferien“ und noch besser im „Tagebuch.“ Weniger in der „Schule des Lebens“ — aber auch welch ein Stück! — übermäßig erbärmlich — mit „einem übermäßigen Mangel an Witz“ ausgestattet[8]. — Ueberhaupt ist unser Schauspiel — — — — — — — — — — Neulich sah man — — — Shakespear hat in jener Nacht sich gewiß 3 mal von einer Seite zu andern gekehrt! — Ich höre indeß daß es bei Ihnen nicht besser geht und dort Ihre Lehren auch in den Wind gehen! — O Himmel! —
Kommt Ihnen denn die Lust nicht, wieder etwas zu schreiben oder zu dictiren? — Wir schmachten oft danach wieder einmal etwas von Ihnen zu lesen!
Ich gebe diesen Brief dem Vater unsrer Frau von Lüttichau mit. Die liebe Frau hat auch viel Noth gehabt. Sie soll jetzt wieder Eselsmilch trinken und ich hoffe daß sie dabei sich wieder mehr erholt.
In einigen Wochen hoffe ich Ihnen mein Büchlein über Göthe senden zu können welches ich in diesem Winter vollendethabe, möge es Ihnen Freude machen, es sind mancherlei Gedanken hinein verwebt worden.
Die Meinigen grüßen Sie herzlich. Empfehlen Sie uns der gnädigen Gräfin! und bleiben Sie gut
IhremCarus.
Ihrem
Carus.
Dresdend.26⁄743.
Mein theurer verehrter Freund!
Erlauben Sie daß ich Ihnen beiliegend mein Büchlein von Göthe sende und um freundliche Aufnahme desselben bitte. — Sehr würde es mich freuen wenn Sie mir über dasselbe schreiben und mir die Gedanken mittheilen wollten die Ihnen bei dessen Lectüre gekommen sind.
Wir haben jeden der von Berlin kommenden Freunde immer sorgfältig über Ihr Befinden ausgefragt, und uns gefreut fast durchgängig nur gute Nachrichten aus Ihrem Hause zu vernehmen. Möge das immer so fort gehen und bald alle Spur des erlittnen Unfalles vollkommen verwischt seyn! —
Was uns betrifft so genießen wir jetzt der Pillnitzer Landluft und befinden uns munter und gesund. Frau v. Lüttichau war in der letzten Zeit auch recht wohl wird aber nun wieder Ulbersdorf beziehen wohin sie die besten Wünsche begleiten.
Die Arbeit die ich mir gegenwärtig zur Aufgabe gemacht habe ist eine Psychologie welche die Art der Bearbeitung von welcher ich Ihnen v. Raumer und v. Langen einst ein für mein System der Physiologie bestimmtes Stück vorlas, in größerer Vollständigkeit behandeln soll. — Wünschen Sie mir Glück zu diesem schwierigen Unternehmen! —
Sr. Majestät dem Könige v. Preußen habe ich gleichfalls durch Humboldt ein Exemplar der Schrift über Göthe überreichen lassen. Erfahren Sie wie er sich darüber äußert so theilen Sie mir doch darüber einiges mit.
Am 24. Juli unterlag v. Rumohr hier einem wiederholten Anfalle von Schlagfluß welcher hauptsächlich durch den schlechten Zustand seiner Brustorgane herbeigeführt worden war.
Wie gern möchte ich bei Ihnen der Aufführung der Medea beiwohnen! — Vielleicht führt mich ein gutes Glück im Herbst einmal wieder in Ihre Gegend! — Und so mit den herzlichsten Empfehlungen der Meinigen an Sie und an die würdige Gräfin Finkenstein
mit treuer Hochachtung und FreundschaftIhrergebensterCarus.
mit treuer Hochachtung und Freundschaft
Ihr
ergebenster
Carus.
Dresden, d. 21. Mai 1844.
Herrn Geheim RathD. TiekZum 31. Mai 1844.
Noch im Fortgehen von Dresden wendet sich ein Ihnen wahrhaft ergebner Freund an Sie, mit der Bitte diese Blätter freundlich und nachsichtig aufzunehmen. Manches davon ist Ihnen von früherher bekannt, und andres sehnt sich Ihnen bekannt zu werden.
Im vorigen Winter haben diese Gedanken hie und da unter Freunden Billigung erfahren, immer aber schwebt mir vor daß es für ein besondres Glück zu achten sey wenn ich sieIhnen zu Ihrem Geburtstage vorlegen könnte was nun hoffentlich gelingt. —
MöchtenSieder Gesinnung die sich in diesen Aufsätzen ausspricht Ihre Billigung, Ihre Zustimmung nicht versagen! —
Ich werde Ihren Tag an den Küsten von England feyern und dort wie hier die besten Wünsche hegen, daß Gesundheit und Heiterkeit auch in den folgenden Jahren mehr und mehr sich bewähre und Sie erfreue!
Treulichst grüßend
IhrCarus.
Ihr
Carus.
Dresdend.15⁄445.
Mein verehrter Freund!
Erlauben Sie mir Ihnen durch diese Zeilen einen Mann vorzustellen welcher mir vor kurzen ein Empfehlungsschreiben von der Unger aus Florenz überbrachte und den wir etwas über 8 Tage in Dresden gesehen haben. — Er war eine Zeit lang Secretair der östereichischen Kaiserin heißt v. Gar und wird jedenfalls in kurzem, nachdem er seine wissenschaftliche Reise durch Deutschland vollendet hat, Oberbibliothekar des Großherzogs in Florenz. Können Sie ihm behülflich seyn daß die literarischen Schätze von Berlin sich ihm öffnen, so wird schon seinen Wünschen entsprochen seyn. Er ist der Haupt-Redacteur desArchivo istoricound ein angenehmer gebildeter Mann.
Mit Freude habe ich von Mehreren erfahren daß es gegenwärtig mit Ihrer Gesundheit recht gut geht. Sie lesen wieder öfters — leider ohne daß ich es höre! — und bereiten den Aischylos vor zur Aufführung! — Nun möge das Alles so fort immer weiter gedeihen! — Es kann wohl seyn daß ich indiesem Jahre einmal nach Berlin komme und dann klopfe ich sogleich bey Ihnen an.
Von den Meinigen kann ich Ihnen, nebst den herzlichsten Empfehlungen, nur Gutes melden. — Wir sind wohl und leben in gewohnter thätiger Weise fort. Mein Reisetagebuch von England und Schottland habe ich diesen Winter in Ordnung gebracht und möchte Ihnen wohl Einiges daraus mittheilen was Ihre eignen Erinnerungen wieder erneuen könnte. Frau v. Lüttichau sehen wir viel und sie ist uns eine treue liebe Freundin. Wir sprechen oft von Ihnen zusammen.
Ihre liebenswürdige Königin habe ich jetzt fast täglich gesehen und gesprochen und mich ihres Wohlseyns und ihrer unerschöpflichen Anmuth gefreut. Heute erwarten wir auch den König.
Und so sage ich Ihnen denn für heute herzliches Lebewohl! — Erhalten Sie uns Ihre Theilnahme und Ihre Freundschaft, und seyn Sie überzeugt von der treuen ausdauernden Freundschaft
IhresIhnen treu ergebnenCarus.
Ihres
Ihnen treu ergebnen
Carus.
Dresdend. 26/11. 47.
Mein theurer Freund!
Von unsrer Freundin Fr. v. Lüttichau erfuhr ich gesternwasSie betroffen und es drängt mich Ihnen ein Freundeswort als Zeichen dessen zu senden was ich bei dieser Nachricht für Sie empfand und was immerfort in mir nachdröhnt! — Jeder Glockenschlag des Todesläutens geliebter oder verehrter Menschen rührt immer eigenthümlich an dem Vorhangewelcher die großen Geheimnisse der Seele und alles Lebens verhüllt — nicht daß er den Vorhang zu heben vermöchte aber er durchzittert ihn mit einer Ahnung von demwaser verbirgt und es wird deutlicher in uns daß hinter ihm wie vor ihm nureinLeben undeinGeist sich bethätigen könne und indem die Thräne aus unserm Auge sinkt, wird sie zugleich zum Thau welcher eine eigne große Freudigkeit als Blüthe erschließt, undDasist es was wir den eigentlichenTrostnennen dürfen.
So, denke ich mir, ist es in Ihrer Seele und nurdaswollte ich Ihnen aussprechen und Ihnen die Hand drücken und sagen daß Sie mir theuer und verehrt sind! und somit kein Wort weiter als daß auch die Meinigen Ihnen treuste Theilnahme senden!
Für immer
IhrCarus.
Ihr
Carus.