Creuzer, Georg Friedrich.

Geboren zu Marburg i. H. den 10. März 1771, seit 1804 Prof. der Philologie in Heidelberg, wo er sein Lehramt 1848 niederlegte. Unsterblich durch das große Werk: Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen, 4 B. (1810–12.) Die „Deutschen Schriften“ (1837–47) enthalten in 9 B. die vorzüglichsten seiner vielen archäologischen Arbeiten.Wie liebenswürdig und erquickend athmet des gelehrten ernsten Forschers lebensfrische Vielseitigkeit aus diesen wenigen Zeilen. Und wie theuer muß auch ihm und seinen Heidelberger Freunden Tiecks Persönlichkeit gewesen seyn!

Geboren zu Marburg i. H. den 10. März 1771, seit 1804 Prof. der Philologie in Heidelberg, wo er sein Lehramt 1848 niederlegte. Unsterblich durch das große Werk: Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen, 4 B. (1810–12.) Die „Deutschen Schriften“ (1837–47) enthalten in 9 B. die vorzüglichsten seiner vielen archäologischen Arbeiten.

Wie liebenswürdig und erquickend athmet des gelehrten ernsten Forschers lebensfrische Vielseitigkeit aus diesen wenigen Zeilen. Und wie theuer muß auch ihm und seinen Heidelberger Freunden Tiecks Persönlichkeit gewesen seyn!

Heidelberg, d. 6ten Sept. 1825.

Ich hoffe, mein hochzuverehrender Herr und Freund, Sie sind von Ihrer Sommerreise glücklich zurück, und haben sich nun der wohlthätigen Wirkungen zu erfreuen, die diese Bewegungen in freier Luft mit dem Wechsel der Gegenstände hervorzubringen pflegen. Möchten Sie nun wieder recht lange frisch und gesund bleiben.

Erst jetzt kann ich mein Versprechen erfüllen, weil ich die Vollendung der Görresschen Anzeige abwarten mußte. Ich habe also die Ehre Ihnen hiebei die sämmtlichen, nach ziemlich langen Zwischenräumen erschienenen Anzeigeblätter von Görres zu übersenden. Ich wäre begierig zu erfahren, was Sie zu dem Ganzen sagen. Der geniale Freund Görres, es ist nicht zu leugnen, ist mitunter etwas metaphysisch geworden. — Das kann er nun nicht lassen. — Aber die lange Anzeige wird wohl auch wegen des ganzen Tons und Inhalts bei wenigen Leuten in dem galanten Sachsen Glück machen.

Hiebei auch die Recension von Thibaut mit einem achtungsvollen Gruß des Recensenten an Sie, aber auch zugleich mit einer Bitte, welche Thibaut auf beiliegendes Blättchen niedergeschrieben.

Dürften wir nicht hoffen, daß Sie einmal Ihre Gedanken über Thibauts Ideen und Bestrebungen über und in der Musik dem Publikum mitzutheilen Sich entschließen? Der H. Kocher ist ein sehr heller klarer Mann und dazu noch in voller Jugendkraft. Er war neulich hier bei uns.

Auch der Cantor H. Rink in Darmstadt ist auf demselben Wege. Er kann nur nicht wie er will, weil vielleicht in keinem deutschen Lande dem Götzendienst der laulichsten Flachheit so sehr gehuldigt wird als dorten; wo auchKirchen-undSchulzeitungenwie Pilze aus der Erde wachsen — sonnen- und würzlose Vegetabilien — während Kirchen und Schulen gänzlich zerfallen. Rink war wieder in seiner Lebensluft, als er neulich mit mir im Thibautschen Singverein die alten Choräle von Palestrina und andern Altmeistern hörte.

— Unsern Freund Sulpiz Boisseree hoffe ich alle Tage auf seiner Rückreise nach Stuttgart hier zu sehen. Er schriebmir neulich von Wiesbaden, wo er etwas angegriffen aus dem Pariser Getöse angekommen war. — Das Domwerk wird, trotz der bisherigen schlechten Rentirung, doch eifrigst fortgesetzt werden.

— Mit Hrn. Hofrath Schelver steht es wieder ziemlich gut.

Hr. Prof. Loos war über Ihren Gruß hocherfreut.

Aus dem Kayserschen Hause soll ich Ihnen die ehrfurchtsvollsten Grüße melden, womit die Meinigen die ihren verbinden. Werden wir Sie denn nicht wieder einmal auf längere Zeit hier verehren können? — Das war doch neulich eine gar zu flüchtige Erscheinung.

— Haben Sie doch die Güte, beiliegenden Bogen an Hrn.Dr.und Prof. Sillig an der Kreuzschule abgeben zu lassen.

Leben Sie wohl, und erhalten Sie mir Ihr Wohlwollen. Ich beharre mit Verehrung der

IhreFriedr. Creuzer.

Ihre

Friedr. Creuzer.


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