Eschenburg, Joh. Joachim.

Geboren den 1. Dec. 1743 zu Hamburg, gest. den 29. Febr. 1820 zu Braunschweig, als Geheimer Justizrath. Das hier mitgetheilte Briefchen enthält eigentlich gar nichts für den oberflächlichen Leser — und dennoch in wenigen Zeilen so viel für Jeden, der desGreisesmilde Klagen über Altersschwäche und Lebensmattigkeit in Verbindung zu bringen weiß mit des herrlichenMannesthatkräftiger Vergangenheit. Eschenburg, Lessings, wie aller „Größen“ seiner Zeit Bundesgenosse und Freund, hat nicht allein Großes gefördert durch Werke als da sind: Beispielsammlung zur Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften, 8 B. (1788–95)— Lehrbuch der Wissenschaftskunde (in dritter Aufl. 1809) — Entwurf einer Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften (1836) — Handbuch der klassischen Litteratur (in achter Aufl. 1837) — auch ohne solche Denkmäler, die er sich selbst aufgerichtet, wäre der Mann unsterblich durch seine gewissenhafte, klar-verständliche, eben so gelehrte als fleißige VerdeutschungShakespeares. Daß Niemand mit moderner Geringschätzung auf die theilweise veraltete Form blicke, in welcher uns Eschenburg das Verständniß für den Genius Englands, der ganzen Welt, eröffnete. Er hat den Grund gelegt, auf dem alle seine Nachfolger weiter gebaut. Schlegel wie Tieck haben das nie geleugnet. Wer Eschenburgs Shakespeare, das Riesenwerk eines einzigen deutschen Mannes, nicht mit Ehrfurcht betrachtet, der ist ein Barbar!

Geboren den 1. Dec. 1743 zu Hamburg, gest. den 29. Febr. 1820 zu Braunschweig, als Geheimer Justizrath. Das hier mitgetheilte Briefchen enthält eigentlich gar nichts für den oberflächlichen Leser — und dennoch in wenigen Zeilen so viel für Jeden, der desGreisesmilde Klagen über Altersschwäche und Lebensmattigkeit in Verbindung zu bringen weiß mit des herrlichenMannesthatkräftiger Vergangenheit. Eschenburg, Lessings, wie aller „Größen“ seiner Zeit Bundesgenosse und Freund, hat nicht allein Großes gefördert durch Werke als da sind: Beispielsammlung zur Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften, 8 B. (1788–95)— Lehrbuch der Wissenschaftskunde (in dritter Aufl. 1809) — Entwurf einer Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften (1836) — Handbuch der klassischen Litteratur (in achter Aufl. 1837) — auch ohne solche Denkmäler, die er sich selbst aufgerichtet, wäre der Mann unsterblich durch seine gewissenhafte, klar-verständliche, eben so gelehrte als fleißige VerdeutschungShakespeares. Daß Niemand mit moderner Geringschätzung auf die theilweise veraltete Form blicke, in welcher uns Eschenburg das Verständniß für den Genius Englands, der ganzen Welt, eröffnete. Er hat den Grund gelegt, auf dem alle seine Nachfolger weiter gebaut. Schlegel wie Tieck haben das nie geleugnet. Wer Eschenburgs Shakespeare, das Riesenwerk eines einzigen deutschen Mannes, nicht mit Ehrfurcht betrachtet, der ist ein Barbar!

Braunschweig, d. 24t, Aug. 1812.

Je lieber man jetzt in der Vergangenheit als in der Gegenwart lebt; desto erfreulicher war mir Ihr neuliches Schreiben und die darin enthaltene Versicherung von der Fortdauer Ihrer Freundschaft. An den schlechten Zügen meiner Buchstaben, die ich mit der zitternden linken Hand mehr male als schreibe, sehen Sie, daß ich auch in dieser Rücksicht Ursache habe, die Vergangenheit der Gegenwart vorzuziehen.

Sehr leid aber thut es mir, daß ich von den verlangten Büchern kein einziges besitze. In England selbst habe ich manche derselben ehedem vergeblich aufzutreiben versucht. Ich besitze nur 3 Quartbände vonCapell’s School for Sh.deren dritter Band lauter Auszüge aus alten, und meistens auch aus den von Ihnen verlangten Schriften, enthält. Diese sind zum Theil weitläufiger als die von den Auslegern mitgetheilten Fragmente. Von den Folioausgaben des Sh. besitze ich bloß eine spätere ohne Titel von 1664 oder 1685. Sie sehen also, daß ich ärmer bin als Sie mich glauben. Mit herzlicher Ergebenheit

Der IhrigeEschenburg.

Der Ihrige

Eschenburg.


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