?Auguste.?

Brief an Fritz und Tieck.

Ohne Datum.

Du wirst wohl etwas tolle sein,Und Deine Vernunft ganz klumperkleinWegen der fatalen GeschichteVon unserm weltberühmten Fichte.Darum will ich Dich dispensiren,Mir vor’s erste wieder ein Briefchen zu schmieren.Doch sobald Du wieder Vernünftich bist,(Bis dahin ists wohl noch ’ne ziemliche Frist)Mußt Du mir wieder einen schreiben,Und Mein Diener stets treu verbleiben.Auch ich bin ganz des Giftes voll,Und auf den alten Kaufmann toll,Der mir mein Schwesterchen entführt,Eh’ ich es orntlich lernte kennen,Ich möchte den häßlichen Menschen verbrennen!Doch was ist weiter da zu thun?Man muß in der süßen Erwartung ruhn,Daß alles sich noch recht glücklich ende,Und sie, und Du, und Deine VeitBei uns bleiben bis in Ewigkeit.Für’s erste ist es doch noch gut,Daß Tieck und Du im Sommer kommen.Daß der Gedank’ euch nur nicht wird benommen,Sonst würd’ ich Euch entsetzlich schelten,Und euch auch gleiches mit gleichem vergelten,Und im Herbst nicht kommen nach Berlin,Und läse aus Rache auch nicht Tiecks Zerbin!Drum laßt euch rathen und kommt wie der Wind,Damit ihr dem Unglück vorbeugt geschwind.Das muß ich Euch nun betheuern sehr,Die Unger’n trüg’ ich gleich ins Meer,Wenn ich an Eurer Stelle wär;Und wenn ihr meinen Rath befolgt,So hängt ihr einen Mühlstein an,Damit sie nicht an’s Ufer kann;Denn unkraut geht so leicht nicht unter.Ihr seht, ich bin entzezlich tollUnd ganz des dummen Zeuges voll,Das macht ich habe Faust gelesen,Da fuhr in mich sein tolles Wesen.Nun gute Nacht! es brummt zehn Uhr,Daß es mir durch alle Glieder fuhr.Nehmt mir’s nur nicht schief,Daß ich nicht eher einschliefUnd euch noch erst so ennuyirte;Es ist gewiß nicht gern geschehn,Denn eigentlich war’s auf amusement für euch abgesehn.Und wenn ihr just nicht in der LauneSeid, das heute zu lesen so laßt’s liegen.Der Geist davon wird nicht verfliegen.Nun grüß’ ich euch ins gesammt recht schönUnd werde bald zu Bette gehn.

Du wirst wohl etwas tolle sein,Und Deine Vernunft ganz klumperkleinWegen der fatalen GeschichteVon unserm weltberühmten Fichte.Darum will ich Dich dispensiren,Mir vor’s erste wieder ein Briefchen zu schmieren.Doch sobald Du wieder Vernünftich bist,(Bis dahin ists wohl noch ’ne ziemliche Frist)Mußt Du mir wieder einen schreiben,Und Mein Diener stets treu verbleiben.Auch ich bin ganz des Giftes voll,Und auf den alten Kaufmann toll,Der mir mein Schwesterchen entführt,Eh’ ich es orntlich lernte kennen,Ich möchte den häßlichen Menschen verbrennen!Doch was ist weiter da zu thun?Man muß in der süßen Erwartung ruhn,Daß alles sich noch recht glücklich ende,Und sie, und Du, und Deine VeitBei uns bleiben bis in Ewigkeit.Für’s erste ist es doch noch gut,Daß Tieck und Du im Sommer kommen.Daß der Gedank’ euch nur nicht wird benommen,Sonst würd’ ich Euch entsetzlich schelten,Und euch auch gleiches mit gleichem vergelten,Und im Herbst nicht kommen nach Berlin,Und läse aus Rache auch nicht Tiecks Zerbin!Drum laßt euch rathen und kommt wie der Wind,Damit ihr dem Unglück vorbeugt geschwind.Das muß ich Euch nun betheuern sehr,Die Unger’n trüg’ ich gleich ins Meer,Wenn ich an Eurer Stelle wär;Und wenn ihr meinen Rath befolgt,So hängt ihr einen Mühlstein an,Damit sie nicht an’s Ufer kann;Denn unkraut geht so leicht nicht unter.Ihr seht, ich bin entzezlich tollUnd ganz des dummen Zeuges voll,Das macht ich habe Faust gelesen,Da fuhr in mich sein tolles Wesen.Nun gute Nacht! es brummt zehn Uhr,Daß es mir durch alle Glieder fuhr.Nehmt mir’s nur nicht schief,Daß ich nicht eher einschliefUnd euch noch erst so ennuyirte;Es ist gewiß nicht gern geschehn,Denn eigentlich war’s auf amusement für euch abgesehn.Und wenn ihr just nicht in der LauneSeid, das heute zu lesen so laßt’s liegen.Der Geist davon wird nicht verfliegen.Nun grüß’ ich euch ins gesammt recht schönUnd werde bald zu Bette gehn.

Du wirst wohl etwas tolle sein,Und Deine Vernunft ganz klumperkleinWegen der fatalen GeschichteVon unserm weltberühmten Fichte.Darum will ich Dich dispensiren,Mir vor’s erste wieder ein Briefchen zu schmieren.Doch sobald Du wieder Vernünftich bist,(Bis dahin ists wohl noch ’ne ziemliche Frist)Mußt Du mir wieder einen schreiben,Und Mein Diener stets treu verbleiben.Auch ich bin ganz des Giftes voll,Und auf den alten Kaufmann toll,Der mir mein Schwesterchen entführt,Eh’ ich es orntlich lernte kennen,Ich möchte den häßlichen Menschen verbrennen!Doch was ist weiter da zu thun?Man muß in der süßen Erwartung ruhn,Daß alles sich noch recht glücklich ende,Und sie, und Du, und Deine VeitBei uns bleiben bis in Ewigkeit.Für’s erste ist es doch noch gut,Daß Tieck und Du im Sommer kommen.Daß der Gedank’ euch nur nicht wird benommen,Sonst würd’ ich Euch entsetzlich schelten,Und euch auch gleiches mit gleichem vergelten,Und im Herbst nicht kommen nach Berlin,Und läse aus Rache auch nicht Tiecks Zerbin!Drum laßt euch rathen und kommt wie der Wind,Damit ihr dem Unglück vorbeugt geschwind.

Du wirst wohl etwas tolle sein,

Und Deine Vernunft ganz klumperklein

Wegen der fatalen Geschichte

Von unserm weltberühmten Fichte.

Darum will ich Dich dispensiren,

Mir vor’s erste wieder ein Briefchen zu schmieren.

Doch sobald Du wieder Vernünftich bist,

(Bis dahin ists wohl noch ’ne ziemliche Frist)

Mußt Du mir wieder einen schreiben,

Und Mein Diener stets treu verbleiben.

Auch ich bin ganz des Giftes voll,

Und auf den alten Kaufmann toll,

Der mir mein Schwesterchen entführt,

Eh’ ich es orntlich lernte kennen,

Ich möchte den häßlichen Menschen verbrennen!

Doch was ist weiter da zu thun?

Man muß in der süßen Erwartung ruhn,

Daß alles sich noch recht glücklich ende,

Und sie, und Du, und Deine Veit

Bei uns bleiben bis in Ewigkeit.

Für’s erste ist es doch noch gut,

Daß Tieck und Du im Sommer kommen.

Daß der Gedank’ euch nur nicht wird benommen,

Sonst würd’ ich Euch entsetzlich schelten,

Und euch auch gleiches mit gleichem vergelten,

Und im Herbst nicht kommen nach Berlin,

Und läse aus Rache auch nicht Tiecks Zerbin!

Drum laßt euch rathen und kommt wie der Wind,

Damit ihr dem Unglück vorbeugt geschwind.

Das muß ich Euch nun betheuern sehr,Die Unger’n trüg’ ich gleich ins Meer,Wenn ich an Eurer Stelle wär;Und wenn ihr meinen Rath befolgt,So hängt ihr einen Mühlstein an,Damit sie nicht an’s Ufer kann;Denn unkraut geht so leicht nicht unter.Ihr seht, ich bin entzezlich tollUnd ganz des dummen Zeuges voll,Das macht ich habe Faust gelesen,Da fuhr in mich sein tolles Wesen.Nun gute Nacht! es brummt zehn Uhr,Daß es mir durch alle Glieder fuhr.

Das muß ich Euch nun betheuern sehr,

Die Unger’n trüg’ ich gleich ins Meer,

Wenn ich an Eurer Stelle wär;

Und wenn ihr meinen Rath befolgt,

So hängt ihr einen Mühlstein an,

Damit sie nicht an’s Ufer kann;

Denn unkraut geht so leicht nicht unter.

Ihr seht, ich bin entzezlich toll

Und ganz des dummen Zeuges voll,

Das macht ich habe Faust gelesen,

Da fuhr in mich sein tolles Wesen.

Nun gute Nacht! es brummt zehn Uhr,

Daß es mir durch alle Glieder fuhr.

Nehmt mir’s nur nicht schief,Daß ich nicht eher einschliefUnd euch noch erst so ennuyirte;Es ist gewiß nicht gern geschehn,Denn eigentlich war’s auf amusement für euch abgesehn.Und wenn ihr just nicht in der LauneSeid, das heute zu lesen so laßt’s liegen.Der Geist davon wird nicht verfliegen.Nun grüß’ ich euch ins gesammt recht schönUnd werde bald zu Bette gehn.

Nehmt mir’s nur nicht schief,

Daß ich nicht eher einschlief

Und euch noch erst so ennuyirte;

Es ist gewiß nicht gern geschehn,

Denn eigentlich war’s auf amusement für euch abgesehn.

Und wenn ihr just nicht in der Laune

Seid, das heute zu lesen so laßt’s liegen.

Der Geist davon wird nicht verfliegen.

Nun grüß’ ich euch ins gesammt recht schön

Und werde bald zu Bette gehn.

Auguste.ich habe würklich sehr geschmiert,doch das Blättchen bedarf keineräußeren Zierd.

Auguste.

ich habe würklich sehr geschmiert,doch das Blättchen bedarf keineräußeren Zierd.

AnFriedrich Schlegelund seinen BusenfreundLudwig Tieck

AnFriedrich Schlegelund seinen BusenfreundLudwig Tieck


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