Jacobs, Christian Friedr. Wilhelm.

Geb. am 6. Oktob. 1764 zu Gotha, gest. daselbst als Oberbibliothekar am 30. März 1847.Philologe und belletristischer Autor: — Erzählungen, 3 Bände (1824–37). — Schule für Frauen (1827–29). — Vermischte Schriften, 8 Bde. (1823–44).

Geb. am 6. Oktob. 1764 zu Gotha, gest. daselbst als Oberbibliothekar am 30. März 1847.

Philologe und belletristischer Autor: — Erzählungen, 3 Bände (1824–37). — Schule für Frauen (1827–29). — Vermischte Schriften, 8 Bde. (1823–44).

Gotha, d. 20. Oct. 1807.

Da ich im Begriff bin, meine bisherige Stelle an der Bibliothek zu verlaßen, um einem Rufe nach München zu folgen, so nehme ich mir die Freyheit, Ew. Wohlgeb. zu bitten, die Codices, welche Sie noch in den Händen haben, nicht an mich, sondern an Herrn Rath Hamberger, zurückzusenden, etwa mit dem Zusatze auf der Adresse:für Herzogl. Bibliothek, wodurch sie für uns portofrey werden. Könnten Sie auch die Zurückgabe etwas beschleunigen, so würden Sie uns dadurch verbinden. Ein Bibliothekar schläft nie ohne Sorgen, wenn er die wenigen Schätze des ihm anvertrautenVorraths in der Ferne weiß; auch ist gerade nach diesen Handschriften öfters Nachfrage gewesen.

Sollte ich an meinem künftigen Wohnort, in der Nähe einer der reichsten und mit der Beute so vieler Klöster angefüllten Bibliothek, Ihnen diesen oder jenen Dienst leisten können, so rechnen Sie auf meine Bereitwilligkeit, und seyn Sie versichert, daß ich es mir zur Freude mache, Ihnen Beweise der ausgezeichneten Hochachtung zu geben, mit der ich bin

Ew. Wohlgeb.ergebensterFr. Jacobs.

Ew. Wohlgeb.

ergebenster

Fr. Jacobs.

Gotha, d. 3ten Juli 1827.

Verehrtester Freund.

Soeben erhalte ich Ihre Zuschrift vom 30ten Jun. und eile darauf zu antworten, um, so viel an mir liegt, Ihren Wünschen zu entsprechen.

Herr† † †ist mir mehr durch Andre, als durch eigene Kenntniß bekannt. Nachdem er nothgedrungen geheirathet hatte, fing er an, bald in Göttingen, bald in Leipzig zu studiren, und machte bey vorkommenden Gelegenheiten mittelmäßige Verse, für die er einigemal durch fürstliche Munificenz kärglich genug, aber immer noch über Verdienst, belohnt worden ist. Jetzt hält er sich, wie ich höre, in Leipzig auf.

Der Gedanke B.’s Leben zu schreiben, kann wohl nicht in seinem Kopfe gekeimt seyn. Er ist aber ein Freund Ihres Neffen, des jungen B., der mit ihm vor etwa 6 Wochen hierher gekommen, und seine Wohnung zuerst bey† † †Frau genommen hat, um wie er mir sagte, die Bibliothek zu benutzen, die er auch in den ersten Wochen seines hiesigen Aufenthaltes fleißigbesucht hat. Wahrscheinlich erhält† † †die Materialien zu B.’s Leben von diesem Freunde.

Ohne Zweifel wird diese Nachricht Sie in den Stand setzen, Maasregeln zu ergreifen, einem Ihnen unangenehmen Ereignisse vorzubeugen. Ich kann kaum zweifeln, daß das ganze Unternehmen eigentlich in den Händen Ihres Neffen liegt, ob er mir gleich nichts davon verrathen hat. Sobald dieser von Ihnen erfährt, daß Sie dem unbefugten Unternehmen Ihre Einwilligung versagen, wird er ja wohl Verzicht darauf thun. Kann ich Etwas dazu beytragen, diese Angelegenheit zu Ende zu bringen, so werde ich es mit Vergnügen thun.

Die Erinnerung an unser Zusammenseyn in München und an die schönen Abende, die Sie meinen Freunden und mir verschafften, ist mir immer gegenwärtig, und erneuert sich beym Lesen jeder Ihrer Schriften auf das lebhafteste. Werden Sie uns nicht bald mit der Vollendung Ihrer herrlichen Cevennen erfreuen? Sie sind hier aus einer Hand in die andre gegangen.

Erhalten Sie mir Ihr freundschaftliches Wohlwollen, und genehmigen die Versicherung der ausgezeichneten Hochachtung, mit der ich bin

IhrergebensterFr. Jacobs.

Ihr

ergebenster

Fr. Jacobs.


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