Geboren den 19. März 1790 zu Fulda. Die besten und zuverläßigsten Aufschlüsse über diesen — einen unserer beliebtesten und vielgelesensten Schriftsteller, und über sein inneres Werden findet man in dem Buche: „Auch eine Jugend“ (1852.) — Sein erstes Werk: Die hohe Braut, 2 Bde. (1833) sicherte ihm gleich den Antheil der Verständigen, und diesen hat er, Schritt für Schritt, sich erhalten, bis heute immer nur gesteigert.Die Waldenser (1836) — Williams Dichten und Trachten (1839) — Regine (1842) — Veronika (1844) — Die Klubbisten in Mainz (1847) — König Jeromes Karneval (1855) — Seltsame Geschichten (1857) — Georg Forsters Leben (1858) — Ein Stillleben (1861) — u. a. m. sind sprechende Belege für seine vielseitigen Verdienste.Daß in nachstehendem Briefe Heinrich Koenig auch als Theaterdichter erscheint, macht denselben doppelt interessant. Wir wissen nicht, was Tieck in dieser Sache gethan haben mag? fürchten jedoch sehr, die Berufung auf Müllners günstige Beurtheilung möge keinen guten Erfolg gehabt haben. Es würde uns nicht Wunder nehmen, wenn Zuschrift und Dramen stillschweigendad actagelegt worden wären. In derlei Dingen leistete Meister Ludwig bisweilen das Unglaubliche. Carl Maria Weber sagte einmal in seiner bezaubernd-scherzhaften Weise einem jungen Schriftsteller, der sich beschwerte, daß er keine Entscheidung erhalten habe über Schauspiele, welche er der Dresdener General-Direktion eingeschickt: „Ja, sehen Sie, Lieber, die Manuskripte bekommt der Tieck zur Ansicht, und der hat sich unter seinem Schreibtische eine Spalte in den Fußboden machen lassen, die führt durch einen langen Schlund tief in’s Kellerloch hinab, dort steckt er sie hinein, und weg sind sie!“
Geboren den 19. März 1790 zu Fulda. Die besten und zuverläßigsten Aufschlüsse über diesen — einen unserer beliebtesten und vielgelesensten Schriftsteller, und über sein inneres Werden findet man in dem Buche: „Auch eine Jugend“ (1852.) — Sein erstes Werk: Die hohe Braut, 2 Bde. (1833) sicherte ihm gleich den Antheil der Verständigen, und diesen hat er, Schritt für Schritt, sich erhalten, bis heute immer nur gesteigert.
Die Waldenser (1836) — Williams Dichten und Trachten (1839) — Regine (1842) — Veronika (1844) — Die Klubbisten in Mainz (1847) — König Jeromes Karneval (1855) — Seltsame Geschichten (1857) — Georg Forsters Leben (1858) — Ein Stillleben (1861) — u. a. m. sind sprechende Belege für seine vielseitigen Verdienste.
Daß in nachstehendem Briefe Heinrich Koenig auch als Theaterdichter erscheint, macht denselben doppelt interessant. Wir wissen nicht, was Tieck in dieser Sache gethan haben mag? fürchten jedoch sehr, die Berufung auf Müllners günstige Beurtheilung möge keinen guten Erfolg gehabt haben. Es würde uns nicht Wunder nehmen, wenn Zuschrift und Dramen stillschweigendad actagelegt worden wären. In derlei Dingen leistete Meister Ludwig bisweilen das Unglaubliche. Carl Maria Weber sagte einmal in seiner bezaubernd-scherzhaften Weise einem jungen Schriftsteller, der sich beschwerte, daß er keine Entscheidung erhalten habe über Schauspiele, welche er der Dresdener General-Direktion eingeschickt: „Ja, sehen Sie, Lieber, die Manuskripte bekommt der Tieck zur Ansicht, und der hat sich unter seinem Schreibtische eine Spalte in den Fußboden machen lassen, die führt durch einen langen Schlund tief in’s Kellerloch hinab, dort steckt er sie hinein, und weg sind sie!“
Hanau, 25. Merz 1827.
Hochverehrter Herr Hofrath.
Ein gänzlich Unbekannter entblödet sich, Eure Wohlgeboren mit Brief und Pack zu behelligen. — Ich würde nur die Wahrheit sagen, wenn ich mich damit entschuldigte, daß es mich längst gedrängt habe, Ihnen meine herzlichste Verehrung an den Tag zu legen.
Schwerlich würde ich aber sobald aus manchen, Eurer Wohlgeboren wegen,gerechtenRücksichten und Bedenklichkeiten gekommen seyn, hätte sich der Eigennutz nicht zum Vorspann gefunden. — Dieser Vorspann liegt, blau eingebunden, vor Ihren Augen. — Beide Hefte waren für die Direction des Dresdener Hoftheaters bestimmt, und ich überredete mich gern, daß ich solche auch an Sie, als Mitglied jener Direction senden könnte, um so aufeinemWege zwei Ziele zu erreichen, da mir ja doch an Ihrer Meinung von meinen Stücken noch mehr, als an deren Aufführung gelegen war.
Das gedruckte Heft ist eine Abkürzung jenes Schauspiels, dessen im Mitternachtblatte (No. 136 v. J. 1826) von Herrn Müllner rühmlich genug gedacht ist. In dieser Umarbeitung ist das Stück von der frankfurter Bühne zur Aufführung angenommen worden.
Das Mspt. wäre alsLustspieleiner Bühne vielleicht willkommener, wenn es überhaupt zur Aufführung geeignet sollte gefunden werden. Ich biete es der Dresdener Bühne vor allen andern an. Es ist die Fortsetzung jenes gedruckten Schauspiels, auf welche dann, zum Schluß einer Art Trilogie, ein Trauerspiel: „Kaiser Ottos (3) Bußfahrt“ — wiewol in anderm Sinn, als das Raupach’sche Stück, folgen soll.
Übrigens ist an das Lustspiel die letzte Hand noch nicht gelegt worden, und es erscheint in vorliegender Abschrift aus Rücksicht auf eine Bühnendarstellung gekürzt. Daher manchezerriß’ne Verszeile und selbst auch die Rolle des Herzogs Udo, der den Abt von Fulda vertritt, welchem in ein Theater keine Eintritts-Karte würde zu verschaffen gewesen seyn.
Sollten Sie nun, verehrtester Herr Hofrath, beide Stücke selber durchsehen können, so wäre mir ein großer Wunsch erfüllt. Sollten Sie es nicht können — und um Alles möchte ich Ihre kostbare und fruchtbare Zeit nicht verkürzen! — so wird es Sie doch nicht beschweren, die Stücke an die Behörde abzugeben, wo solche ihr Glück versuchen mögen.
Noch einmal bitte ich um Vergebung meiner Zudringlichkeit. Ein berühmter Name wird ja so gern für eine offene Zuflucht von denen angesehen, die sich eines höhern Beistandes bedürftig fühlen.
Mit besonderer Verehrung verharret
Ew. Wohlgeborenergebenster DienerKoenig,Finanzkammer-Sekretär.
Ew. Wohlgeboren
ergebenster Diener
Koenig,
Finanzkammer-Sekretär.