Meyerbeer, J.

Die erste der drei Zuschriften, welche den Namen des berühmten Compositeurs tragen, ist doppelt interessant; nicht nur weil sie die gemeinsamen Autorängste eines Dichters und eines Musikers auf einem und demselben Blatte ausstöhnt, sondern noch mehr weil es eben Maëstro Joachimo und L.Rellstabsind, zwei ehemalige Erbfeinde aus höchst verschiedenen Lagern, welche sich hier im „Schlesischen Feldlager“ gleichsam zu einer Person verschmelzen, und wie in derEheMann und Weib es sein sollten, in derKunsteine Seele und ein Leib geworden scheinen.Das zweite und dritte Zettelchen soll eben nur belegen, wie Tieck von allen Seiten in Anspruch genommen ward. Für Michael Beer’s „Struensee,“ welchen Meyerbeer, voll brüderlicher Anhänglichkeit, durch musikalisches Beiwerk zu neuem Dasein auferweckte, hatte T’s. Kritik von jeher väterliche Milde gezeigt.

Die erste der drei Zuschriften, welche den Namen des berühmten Compositeurs tragen, ist doppelt interessant; nicht nur weil sie die gemeinsamen Autorängste eines Dichters und eines Musikers auf einem und demselben Blatte ausstöhnt, sondern noch mehr weil es eben Maëstro Joachimo und L.Rellstabsind, zwei ehemalige Erbfeinde aus höchst verschiedenen Lagern, welche sich hier im „Schlesischen Feldlager“ gleichsam zu einer Person verschmelzen, und wie in derEheMann und Weib es sein sollten, in derKunsteine Seele und ein Leib geworden scheinen.

Das zweite und dritte Zettelchen soll eben nur belegen, wie Tieck von allen Seiten in Anspruch genommen ward. Für Michael Beer’s „Struensee,“ welchen Meyerbeer, voll brüderlicher Anhänglichkeit, durch musikalisches Beiwerk zu neuem Dasein auferweckte, hatte T’s. Kritik von jeher väterliche Milde gezeigt.

Berlin, d. 26t. Novbr. 1844.

Hochgeehrtester Herr Hofrath!

Je näher der Zeitpunkt der Eröffnung des Opernhauses rückt, je dringender fühlen wir die Verpflichtung, uns Ihnen gegenüber, hochgeehrtester Herr Hofrath, von dem Verdacht zu reinigen, als wüßten wir den Werth Ihres trefflichen Rathes nicht hinreichend zu erkennen. Wahrlich aber, es ist nicht eigener Wille, noch weniger Eigensinn oder Selbstschätzung, die uns zurückgehalten, uns Ihrer rathenden Hülfe noch mehr zu bedienen: es sind nur die immerfort theils hindernden, theils eilig drängenden Umstände, unter denen unser Werk ins Leben gefördert werden mußte. Im Sommer hatten das Bedürfniß der Muße zum Arbeiten, und andere Ursachen uns örtlich zerstreut; als wir im späten September (Componist und Dichter) uns wieder an einem Orte zusammenfanden, war indessen die Zeit so vorgerückt,daß nurvorwärtsgearbeitet werden mußte, häufig selbst so, daß wir nicht einmal mit einander Rath pflegen konnten. Noch heut giebt es Theile des Werks, die wir gar nichtgemeinsambetrachtet haben, namentlich den ganzen so wesentlichen Schluß mit den geschichtlichen Gemälden, den Dichter und Componist jeder für sich allein behandeln mußten, ohne nur den Versuch der Zusammenwirkung gemeinsam angestellt zu haben. Die Proben sind jetzt das einzige, späte Mittel, uns über das Nothwendigste zu verständigen. Wenn es Ihre Zeit, Ihre Gesundheit irgend gestattete, daß Sie einer, oder einigen derselben beiwohnten, so würde uns dies gewiß von unschätzbarem Werthe sein, und dürfte uns Ihr so einsichtsvoller Rath, vielleicht noch im letzten Augenblick zu größtem Dank verpflichten. Freilich aber dürfen wir ein solches Ansinnen kaum stellen, sondern haben nur das Recht und die Pflicht, unsre Gesinnung in dieser Hinsicht anzudeuten.

Jedenfalls verdanken wir Ihnen schon, besonders über die Verknüpfung der Oper mit dem Nachspiel, sehr Vieles, wäre es auch nur die Warnung vor dem Unzulässigen. —

Es bleibt uns jetzt nichts übrig, als die günstigen Auspicien Apollo’s, dem das Haus, das wir einweihen sollen, gewidmet ist, auch für unser Werk anzuflehen; wir haben gewiß Viel gefehlt, Manches versäumt; jedoch wenigstens nach Kräften versucht, uns durch die Klippen der sehr schwierigen Verhältnisse zum Ziel zu kämpfen.

Möge dieses Bestreben uns auch Ihre Gunst und Nachsicht zuwenden, wenigstens das Wohlwollen nicht entziehen, was Sie uns bis dahin so gütig geschenkt haben.

Mit der Versicherung der aufrichtigsten Verehrung haben wir die Ehre uns zu nennen

Ihre ergebenstenMeyerbeer,L. Rellstab.

Ihre ergebensten

Meyerbeer,

L. Rellstab.

Sonnabend früh.

Hochverehrter Herr Hofrath!

Ich wähnte das hier mitfolgende Schreiben von mir an Sr. Majestät den König, dem Plane des Festspiel’s beigelegt zu haben, welches ich neulich die Ehre hatte Ihnen zu überreichen. Da dieses Schreiben die Gründe darlegt, welche mich bei der Wahl des Stoffes leiteten, so war es mein sehnlicher Wunsch, daß Sie hochverehrter Herr Hofrath die große Güte hätten, davon Kenntniß zu nehmen. Ich sehe so eben beim Ordnen einiger Papiere, daß dieses Schreiben bei mir liegen geblieben ist, und bin daher so frei, es Ihnen nachträglich mit der Bitte zu senden, einen Blick darauf zu werfen. Verzeihen Sie theurer hochverehrter Herr, Ihren Rath und Ihre Zeit so dreist in Anspruch zu nehmen. Aber Ihr wohlwollender liebenswürdiger Empfang giebt mir den Muth dazu.

Ich werde daher auch so frei sein, Ihnen, wie Sie es mir neulich erlaubten, heute Vormittag zwischen 12 und 1 Uhr meine Aufwartung zu machen.

Genehmigen Sie hochverehrter Herr Hofrath die Versicherung von der reinsten Verehrung

Ihresganz ergebenstenMeyerbeer.

Ihres

ganz ergebensten

Meyerbeer.

Montag.

Hochverehrter Herr Geheimer Rath!

Bei dem Interesse, welches Sie die Güte haben dem Werke meines verstorbenen Bruders Michael zu schenken,wollen Sie mir nun erlauben, an Ihr Urtheil zu appelliren. Es ist über die Besetzung einiger Rollen noch einige Meinungsverschiedenheit, die ich zu lösen Sie ganz ergebenst ersuche, mit der Bitte mir zu sagen, welche Sie für die beste halten. Herr Hofrath Teichmann hat es freundlich übernommen, Ihnen mündlich die nähere Mittheilung hierüber zu machen. Genehmigen Sie hochverehrter Herr Geheimer Rath die Versicherung der reinsten Verehrung und Ergebenheit

IhresgehorsamstenMeyerbeer.

Ihres

gehorsamsten

Meyerbeer.


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