Geb. am 28. Februar 1790 zu Johannisberg in österreichisch Schlesien, — aus dem alten Geschlechte der Z. von Nimmersatt, deren Stammburg noch zu sehen ist auf dem Wege von Hirschberg nach Bolkenhayn, — gestorben in Wien 1862.Todtenkränze (1827.) — Lyrische Gedichte (1832.) — Dramatische Werke, 4 Bde. (1830–36.), darunter: Turturell — Zwei Tage zu Valladolid — Kerker und Krone. — (Den Lope de Vega’schen Stern von Sevilla, den Malsburg nur aus der Umarbeitung des Trigueros übersetzte, weil das Original fehlte, versuchte Z., auf jenes spanischen Umarbeiters Andeutungen fußend, der ursprünglichen Dichtung gemäß wieder herzustellen, und zwei weggestrichene Akte zu ergänzen.) — Waldfräulein (1843.) — Soldatenbüchlein, 2 H. (1849.) — Altnordische Bilder, 2 Th. (1850.) — Byrons Child Harold übertrug er sehr frei. — Seine Soldatenlieder (1848–49.) — haben ihn zum Liebling des tapferen österreichischen Heeres gemacht.
Geb. am 28. Februar 1790 zu Johannisberg in österreichisch Schlesien, — aus dem alten Geschlechte der Z. von Nimmersatt, deren Stammburg noch zu sehen ist auf dem Wege von Hirschberg nach Bolkenhayn, — gestorben in Wien 1862.
Todtenkränze (1827.) — Lyrische Gedichte (1832.) — Dramatische Werke, 4 Bde. (1830–36.), darunter: Turturell — Zwei Tage zu Valladolid — Kerker und Krone. — (Den Lope de Vega’schen Stern von Sevilla, den Malsburg nur aus der Umarbeitung des Trigueros übersetzte, weil das Original fehlte, versuchte Z., auf jenes spanischen Umarbeiters Andeutungen fußend, der ursprünglichen Dichtung gemäß wieder herzustellen, und zwei weggestrichene Akte zu ergänzen.) — Waldfräulein (1843.) — Soldatenbüchlein, 2 H. (1849.) — Altnordische Bilder, 2 Th. (1850.) — Byrons Child Harold übertrug er sehr frei. — Seine Soldatenlieder (1848–49.) — haben ihn zum Liebling des tapferen österreichischen Heeres gemacht.
Wien, d. 17. Decemb. 1833.
Hochverehrter Herr!
Ich übersende durch Madame Brede der Hoftheater-Direction meine neuste dramatische Arbeit „Kerker und Krone.“ Ich kann das Stück nicht an seine Bestimmung abgehen lassen, ohne der wohlwollenden Gesinnungen gedenk zu seyn, mit denen Sie, wie ich erfuhr, die Aufführung meiner Bearbeitung des Sterns von Sevilla vielfach mit Rath und That unterstützten. Wenn auch das Interesse, das Sie dem Stücke zuzuwenden die Güte hatten, zunächst nur dem großen Erfinder, und nicht mir, seinem schwachen Nachbildner gelten konnte, so wird meine Verpflichtung dadurch nicht geringer, und endlich bin ich froh, dabei zugleich Gelegenheit zu finden, dem Meister, der durch Lehre und Beispiel vor Allen fruchtbringend gewesen, die Hochachtung und Verehrung ausdrücken zu können, die ich für ihn hege. — Ich bin im Stoffe meines Schauspiels zufällig mit Raupach zusammen getroffen, indeß ist die Behandlung desselben so durchaus verschieden, daß unsere Stücke, außer der historischen Grundlage durchaus nichts Aehnliches haben. Raupach’s Arbeit schließt sich unmittelbar an das Göthe’sche Stück an, und sucht eine genaue Fortsetzung desselben zu bilden. Ich hatte nie den Muth, etwas dergleichen zu versuchen, und mochte mich auch nicht entfernt dem Nachtheile aussetzen, dem eine solche gewagte Annäherung niemals wird entgehen können. Wenn daher Raupach’s Stück mehr die Verhältnisse Tasso’s zum Hofe zu Ferrara nach der gegebenen Grundlage Göthe’s fortzuspinnen sucht, so kommen dieselben in meinem Stücke nur insoweit zur Sprache, als sie nicht umgangen werden konnten, und die Aufgabe die ich mir gestellt habe, war vorzüglich die, zu zeigen, wie eine wahre, hohe Dichternatur siegreichaus jedem Kampfe mit den äußern Verhältnissen hervorgehe, und wie drückend diese immer erscheinen mögen, das Genie in sich selbst Halt genug finde, ihrer Herr zu werden. Ich bin mir durchaus keiner noch so entfernten, fremden Einwirkung bewußt, und wenn bei anderen früheren Arbeiten mir mehr oder weniger Muster vorschwebten, die nicht ohne Einfluß auf dieselben blieben, so ist diese durchaus aus meinem innersten Wesen hervorgegangen, und in dieser Beziehung mag sie wohl ziemlich Alles enthalten, was ich zu leisten vermag. —
Vielleicht ist es mir möglich im nächsten Jahre nach Dresden zu kommen, und mich Ihnen persönlich vorzustellen, ein Wunsch, der schon seit Jahren zu meinen liebsten gehört. Als Sie zuletzt in Wien waren, war ich leider auf meinem sehr entfernten Gute in Ungarn, und die flüchtige Begegnung, der ich mich vor vielen Jahren bey meiner Durchreise durch Dresden zu erfreuen hatte, und die wohl schon zu fern liegt, als daß Sie sich derselben noch erinnern sollten, hat mich nur seither inniger nach dem Glücke verlangen gemacht, einmal einige Zeit in Ihrer Nähe zubringen zu können. Möge kein ungünstiger Zufall die Erfüllung dieses Wunsches allzusehr hinausschieben, und mir bald die Freude zu Theil werden, Ihnen mündlich sagen zu können, wie hoch ich Sie verehre, und mit welcher Bewunderung und Liebe ich bin
Ihrinnigstergebner DienerZedlitz.
Ihr
innigstergebner Diener
Zedlitz.