Was weis ich was mir hier gefälltIn dieser engen kleinen WeltMit leisem Zauberband mich hält!Mein Carl und ich vergessen hierWie seltsam uns ein tiefes Schicksal leitetUnd, ach ich fühls, im Stillen werden wirZu neuen Scenen vorbereitet.Du hast uns lieb du gabst uns das Gefühl:Daß ohne dich wir nur vergebens sinnen,Durch Ungeduld und glaubenleer GewühlVoreilig dir niemals was abgewinnen.Du hast für uns das rechte Maas getroffenIn reine Dumpfheit uns gehüllt,Daß wir, von Lebenskraft erfüllt,In holder Gegenwart der lieben Zukunft hoffen.
Was weis ich was mir hier gefälltIn dieser engen kleinen WeltMit leisem Zauberband mich hält!Mein Carl und ich vergessen hierWie seltsam uns ein tiefes Schicksal leitetUnd, ach ich fühls, im Stillen werden wirZu neuen Scenen vorbereitet.Du hast uns lieb du gabst uns das Gefühl:Daß ohne dich wir nur vergebens sinnen,Durch Ungeduld und glaubenleer GewühlVoreilig dir niemals was abgewinnen.Du hast für uns das rechte Maas getroffenIn reine Dumpfheit uns gehüllt,Daß wir, von Lebenskraft erfüllt,In holder Gegenwart der lieben Zukunft hoffen.
Was weis ich was mir hier gefälltIn dieser engen kleinen WeltMit leisem Zauberband mich hält!Mein Carl und ich vergessen hierWie seltsam uns ein tiefes Schicksal leitetUnd, ach ich fühls, im Stillen werden wirZu neuen Scenen vorbereitet.Du hast uns lieb du gabst uns das Gefühl:Daß ohne dich wir nur vergebens sinnen,Durch Ungeduld und glaubenleer GewühlVoreilig dir niemals was abgewinnen.Du hast für uns das rechte Maas getroffenIn reine Dumpfheit uns gehüllt,Daß wir, von Lebenskraft erfüllt,In holder Gegenwart der lieben Zukunft hoffen.
Was weis ich was mir hier gefällt
In dieser engen kleinen Welt
Mit leisem Zauberband mich hält!
Mein Carl und ich vergessen hier
Wie seltsam uns ein tiefes Schicksal leitet
Und, ach ich fühls, im Stillen werden wir
Zu neuen Scenen vorbereitet.
Du hast uns lieb du gabst uns das Gefühl:
Daß ohne dich wir nur vergebens sinnen,
Durch Ungeduld und glaubenleer Gewühl
Voreilig dir niemals was abgewinnen.
Du hast für uns das rechte Maas getroffen
In reine Dumpfheit uns gehüllt,
Daß wir, von Lebenskraft erfüllt,
In holder Gegenwart der lieben Zukunft hoffen.
Ade, grüs Kaysern, dank ihm für die Musik. Denkt denn dein Wibele noch an mich und hat sie mich noch lieb. Der Gr. Wartensleben hab ich gerathen ihren Sohn nach Dessau zu thun. Hier ihre Silhouette.
Schreib mir doch!
G.
Was sagst du zu dieser durchs Verkleinern und Ausschneiden noch unendlich verrenkten Weiblichkeit?
Anhangeiniger BriefevonGoethean den BuchhändlerReich.
Anhangeiniger BriefevonGoethean den BuchhändlerReich.
Franckf. am 20. Febr. 70.
Theuerster Herr Reich,
Es giebt gemischte Empfindungen, die Mendelsohn so richtig zeichnen, und Wieland so süsse mahlen kann, und von denen wir andre schweigen müssen. Davon war es eine die mich überfiel, als ich Ihren lieben Brief, mit dem angenehmsten Geschencke erhielt.
Nichts war mir neu. Denn dass Wieland so ein Autor ist, dass Sie so ein Verleger und so gütig gegen mich sind, das weiss ich seitdem ich Sie und Wielanden kenne; allein in dem Grade! unter diesen Umständen! war mir alles neu. Meine Danckbarkeit werden Sie leicht nach dem WerthIhrer Freundschafft, nach der Fürtrefflichkeit des Buchs, und nach dem Vergnügen messen können, das man in dieser Franckfurter Hungersnoth des guten Geschmacks, sehr lebhafft fühlen muss, wenn man ein neues Buch geschwind in die Hände kriegt. Und auch darum lasse ich meine Erkenntlichkeit gerne schweigen; denn wahrhaftig Sie müssten sehr müde werden Dancksagungen anzuhören, wenn Ihre besondere Gütigkeit, nicht gleich iedem den Sie verbinden, ein ehrfurchtsvolles Stillschweigen auflegte.
Oesers Erfindungen haben mir eine neue Gelegenheit gegeben, mich zu seegnen, dass ich ihn zum Lehrer gehabt habe. Fertigkeit oder Erfahrung vermag kein Meister seinem Schüler mitzutheilen, und eine Uebung von wenigen Jahren, thut in den bildenden Künsten, nur was mittelmässiges; auch war unsreHand, nur sein Nebenaugenmerck; er drang in unsre Seelen, und man musste keine haben um ihn nicht zu nutzen.
Sein Unterricht wird auf mein ganzes Leben Folgen haben. Er lehrte mich, das Ideal der Schönheit sey Einfalt und Stille, und daraus folgt, dass kein Jüngling Meister werden könne. Es ist ein Glück wenn man sich von dieser Wahrheit nicht erst durch eine traurige Erfahrung zu überzeugen braucht. Empfehlen Sie mich meinem lieben Oeser.
Nach ihm und Schäckespearen, ist Wieland noch der einzige, den ich für meinen ächten Lehrer erkennen kann, andre hatten mir gezeigt dass ich fehlte, diese zeigten mir wie ichs besser machen sollte.
Meine Gedancken über den Diogenes werden Sie wohl nicht verlangen. Empfinden und schweigen ist alles was man bei dieserGelegenheit thun kann; denn so gar loben soll man einen grosen Mann nicht, wenn man nicht so gros ist wie er. Aber geärgert habe ich mich schon auf Wielands Rechnung, und ich glaube mit Recht. Wieland hat das Unglück offt nicht verstanden zu werden, vielleicht ist manchmal die Schuld sein, doch manchmal ist sie es nicht, und da muss man sich ärgern wenn Leute ihre Missverständnisse dem Publicko für Erklärungen verkaufen. Jüngst sagte ein Recensent: die Rede vom Mann im Monde sey eine feine Satyre auf die Philosophie derdamaligenZeiten, und ihre Thorheit. Wem könnte so was einfallen? doch ia! Er hat einen Gesellschaffter an dem Uebersetzer des Agathon.Tableau des moeurs de l’ancienne Grece!So ohngefähr wird der Tittel seyn. Ich glaube der Mensch hielte das Buch für eine Archaiologie.
Ich weiss nicht ob sich W. auch drüber ärgert, wenigstens hätte er’s Ursach.
Wenn Sie diesem grosen Autor, Ihrem Freunde schreiben, oder ihn sprechen, so haben Sie die Gütigkeit, ihm einen Menschen bekannt zu machen, der zwar nicht Mann’s genung ist seine Verdienste zu schätzen, aber doch ein genung zärtliches Herz hat sie zu verehren; mit dessen aufrichtigster Empfindung er sich auch nennt,
Ihren ergebensten DienerGoethe.
Hochedelgebohrnerinsonders Hochzuehrender Herr.
Es ist mir sehr angenehm gleich mit dem Anfange des Neueniahrs Gelegenheit zu finden Sie an Ihre alte Gewogenheit gegen mich zu erinnern. Lavater trägt mir auf Ihnen beigehenden Anfang des Phisiognomischen Manuscripts zu übersenden mit dem es folgende Bewandniß hat. Die Uebersezung der Einleitung habe ich zu besorgen, dahingegen Sie die Fragmente selbst vonp.7. an von Herrn Hubern übersezen laßen werden.p.17. wo ein † mit Bleistifft gezeichnet stehet, wie auchp.21. werden vielleicht noch einige Zusäze eingesandt werden, sollten diese aber außen bleiben, so ist an beiden Orten zur Nachricht der Sezer schon angemerkt daß diese Zeichenauf weiter nichts Beziehung haben. Wollten Sie mir den Empfang dieser Papiere gefälligst berichten, und zugleich etwa sonst einiges zu Beförderung und Ausführung dieses Werks gehöriges mir zu wißen thun, so will ich alles mit dem besten Eifer besorgen, da ohnedem die Spedition des Manuscripts meistens durch meine Hände gehen wird, da ich denn öfters die Ehre haben werde Sie derienigen Hochachtung zu versichern mit der ich mich nenne
Frankfurt den 2. Jenner1775.
Ew. Hochedelgeb.ganz ergebensten DienerGoethe.
Frankfurt den 14. Hornung 1775.
Ihr leztes geehrtes Schreiben habe durch Herrn Jonas richtig erhalten, wie auch gestern die Probebogen die ich sogleich weiter spediren werde. Wegen der Vignetten hab ich schon an Lavatern geschrieben. Der Judas nach Holbein ist nicht Vignette sondern große Platte, und ich glaube zuverläßig der Christus auch, ob ich ihn gleich noch nicht gesehn habe, doch das sollen Sie mit einander hören. Vielleicht hat Ihnen Herr Jonas geschrieben was wir auf ihr leztes vor das erste vorgekehrt. Da das Bücher-Commissariat eine förmliche Anzeige verlangt, so wird solche der Herr Bruder in Büdingen verfertigen, worinne die Darlegung des vierten und fünften Theils Gellertischer Schrifften, den klarstenund einfachsten Beweis gebrochener Kayserl. allerhochster Verfügung abgiebt, da ich denn gerathen habe, dass man von der Commission ein Requisitionschreiben an den Magistrat verlangen soll, wordurch derselbige in Obliegenheit gesezt wird wenigstens vorerst gegen den Schiller zu verfahren. Was die Niederlage der Sächsischen Bücher allhier betrifft, sehe ich die Sache zu wenig ein, als dass ich eine gegründete Meinung darüber fassen könnte, schweer würde es immer seyn einen Buchhändler dazu zu finden und zu engagiren. Was ich in dieser Sache dienen kann werd ich mit viel Vergnügen thun. Belieben Sie mich nur mit gefälliger Nachricht und Weisung zu versehen.
Mit der gestrigen Post sind abermals Zugaben zu dem neunten PhisiognomischenFragmente an Sie abgegangen, wobei zugleich ein Einschluß an Hrn. Prof. Oeser ist den ich gütig abzugeben bitte.
GoetheDr.
Ich bitte Sie lieber Hr. Reich mir unschweer zu melden, wie lange Zeit ich habe biss ich wieder etwas Manuscript zu schicken brauche — die Ursache ist die — Aus Lavaters Hand liegt nun alles fertig bey mir, aber ich möchte noch einige Zugaben machen, woran ich würcklich angefangen habe — Indessen kann alles wennsseyn mussstündlich an Sie abgehn. Leben Sie recht wohl.
Erfurt d. 28. May 1775.
G.
Das noch zu Beendung des XXII Fragments abgehende Blat sende nächstens. Bitte mir zu melden wie viel Bogen abgedruckt sein und wieweit Sie mit dem Mspt. kommen sind. Ich habe noch sehr viel in Händen und fürchte der zweyte Theil möge zu starck werden.
Weimar d. 10. Merz 1776.
Goethe.
Anmerkungen zur TranskriptionFußnoten wurden am Ende des jeweiligen Abschnitts gesammelt.Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt.Im Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einemanderen Schriftstilmarkiert.Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in eineranderen Schriftartmarkiert.Die kräftig variierende und inkonsistente Schreibweise und Grammatik des Originals wurden weitgehend beibehalten. Beibehalten wurde insbesondere auch die teilweise Verwendung von "i" an Stelle von "j", da sie vermutlich dem Originalmanuskript entspricht und auch vom ursprünglichen Herausgeber so wiedergegeben wurde. Offensichtliche Auslassungen von Satzzeichen wurden stillschweigend korrigiert. Alle weiteren Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):... Seele fall ich dem Bruder um den Hals ...... Seele fall ich dem Bruder um den Hals.......ichhab ihr geschrieben. Das Gedicht an sie, ......Ichhab ihr geschrieben. Das Gedicht an sie, ...... beiberCorregge ist, alles ganz glüklich. Der ...... beiderCorregge ist, alles ganz glüklich. Der ......evrfolgen, und besonders gegen den Geruch ......verfolgen, und besonders gegen den Geruch ...... von einem Geiste des Widersprnchesaußer ...... von einem Geiste des Widerspruchesaußer ...... rückt es starck vor, und ich fangennnbald ...... rückt es starck vor, und ich fangenunbald ...
Anmerkungen zur Transkription
Fußnoten wurden am Ende des jeweiligen Abschnitts gesammelt.
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt.Im Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einemanderen Schriftstilmarkiert.Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in eineranderen Schriftartmarkiert.
Die kräftig variierende und inkonsistente Schreibweise und Grammatik des Originals wurden weitgehend beibehalten. Beibehalten wurde insbesondere auch die teilweise Verwendung von "i" an Stelle von "j", da sie vermutlich dem Originalmanuskript entspricht und auch vom ursprünglichen Herausgeber so wiedergegeben wurde. Offensichtliche Auslassungen von Satzzeichen wurden stillschweigend korrigiert. Alle weiteren Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):