Chapter 13

»Im meyen farend wir gen Baden,Lug das der seckel sy geladen ....Denn syn natürlich würckung thutDas du verdouwest gelt und gut.«

»Im meyen farend wir gen Baden,Lug das der seckel sy geladen ....Denn syn natürlich würckung thutDas du verdouwest gelt und gut.«

»Im meyen farend wir gen Baden,Lug das der seckel sy geladen ....Denn syn natürlich würckung thutDas du verdouwest gelt und gut.«

»Im meyen farend wir gen Baden,

Lug das der seckel sy geladen ....

Denn syn natürlich würckung thut

Das du verdouwest gelt und gut.«

In den Werken der Mittelhochdeutschen spukte die Sage von einem Heilbade mit gar seltsam wunderthätiger Wirkung:

»Dies Wasser hat so edle Kraft,Welch' Mensch mit Alter war behaft,Ob er schon achtzigjährig was,Wenn eine Stund er drinnen sass,So thäten sich verjüngen wiederSein Kopf, sein Herz und alle Glieder«

»Dies Wasser hat so edle Kraft,Welch' Mensch mit Alter war behaft,Ob er schon achtzigjährig was,Wenn eine Stund er drinnen sass,So thäten sich verjüngen wiederSein Kopf, sein Herz und alle Glieder«

»Dies Wasser hat so edle Kraft,Welch' Mensch mit Alter war behaft,Ob er schon achtzigjährig was,Wenn eine Stund er drinnen sass,So thäten sich verjüngen wiederSein Kopf, sein Herz und alle Glieder«

»Dies Wasser hat so edle Kraft,

Welch' Mensch mit Alter war behaft,

Ob er schon achtzigjährig was,

Wenn eine Stund er drinnen sass,

So thäten sich verjüngen wieder

Sein Kopf, sein Herz und alle Glieder«

sang 1542 Hans Sachs vomJungbrunnen.

Wer alt und runzelig in das Wunderwasser gestiegen war, sprang:

»schön, wolgefarbt, frisch, jung und gsundganz leichtsinnig und wol geherigals ob sie weren zwainzig jerig«

»schön, wolgefarbt, frisch, jung und gsundganz leichtsinnig und wol geherigals ob sie weren zwainzig jerig«

»schön, wolgefarbt, frisch, jung und gsundganz leichtsinnig und wol geherigals ob sie weren zwainzig jerig«

»schön, wolgefarbt, frisch, jung und gsund

ganz leichtsinnig und wol geherig

als ob sie weren zwainzig jerig«

hervor, was Lukas Kranach malte und »der Meister mit den Bandrollen« auf einen in der Wiener Albertina befindlichen ebenso seltenen wie gemeinen Kupfer radierte.

Zur Sommerszeit badeten »Manns- und Weibspersonen in offenen Wassern ganz unverschambt«, versichert Guarinonius, und mit ihm eifert die gesamte Geistlichkeit gegen die gemeinsamen Flussbäder, »Weilen das Baden der jungen Menscher und Buben sommerszeit sehr ärgerlich und viel schlimbes nach sich ziehet«, wie der Abt Gregorius von Melk 1697 meinte. Der Stadtrat von Frankfurt sah sich im 16. Jahrhundert schon wiederholt veranlasst, den »handwercksgesellen vnd andere, so im Main zu badenpflegen«, Haftstrafen zu verheissen, wenn sie, »wie Gott sie geschaffen ganz nackend blos ohne scham«, ohne ihre »niedercleider« badeten. Man hielt selbst im 18. Jahrhundert noch Flussbäder für einen Unfug ohne jede hygieinische Wirkung, für Übermut, den sogar ein Goethe noch verurteilte.


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