»VomFreundieFraunsind zubenanntIhre Freud' erfreuet alles Land;Wie wohl das Freuen der erkannte,Der sie zum Ersten Frauen nannte!«[100]
»VomFreundieFraunsind zubenanntIhre Freud' erfreuet alles Land;Wie wohl das Freuen der erkannte,Der sie zum Ersten Frauen nannte!«[100]
»VomFreundieFraunsind zubenanntIhre Freud' erfreuet alles Land;Wie wohl das Freuen der erkannte,Der sie zum Ersten Frauen nannte!«[100]
»VomFreundieFraunsind zubenannt
Ihre Freud' erfreuet alles Land;
Wie wohl das Freuen der erkannte,
Der sie zum Ersten Frauen nannte!«[100]
singt auch das Hohelied der Ehe in allen Tonarten:
»Wenn man alles sagen soll,So ist auf Erden keinem wohl,Als wer errang ein Weiblein trautUnd fest auf ihre Treue baut.«
»Wenn man alles sagen soll,So ist auf Erden keinem wohl,Als wer errang ein Weiblein trautUnd fest auf ihre Treue baut.«
»Wenn man alles sagen soll,So ist auf Erden keinem wohl,Als wer errang ein Weiblein trautUnd fest auf ihre Treue baut.«
»Wenn man alles sagen soll,
So ist auf Erden keinem wohl,
Als wer errang ein Weiblein traut
Und fest auf ihre Treue baut.«
Dann:
»Wer treues Weib errungen hat,Dem wird für seine Sorgen Rat.«
»Wer treues Weib errungen hat,Dem wird für seine Sorgen Rat.«
»Wer treues Weib errungen hat,Dem wird für seine Sorgen Rat.«
»Wer treues Weib errungen hat,
Dem wird für seine Sorgen Rat.«
Oder Reinmar von Zweter, der über die Ehe sagt:
»EinHerz,einLeib,einMund,einMutUndeineTreue wohlbehut,Wo Furcht entfleucht und Scham entweichtUnd zwei sind eins geworden ganz,Wo Lieb' mit Lieb' ist im Verein:Da denk ich nicht, dass Silber, Gold und EdelsteinDie Freuden übergoldet, die da bietet lichter Augen Glanz.Da, wo zwei Herzen, die die Minne bindetMan unter einer Decke findetUnd wo sich eins an's and're schliesset,Da mag wohl sein des Glückes Dach.«
»EinHerz,einLeib,einMund,einMutUndeineTreue wohlbehut,Wo Furcht entfleucht und Scham entweichtUnd zwei sind eins geworden ganz,Wo Lieb' mit Lieb' ist im Verein:Da denk ich nicht, dass Silber, Gold und EdelsteinDie Freuden übergoldet, die da bietet lichter Augen Glanz.Da, wo zwei Herzen, die die Minne bindetMan unter einer Decke findetUnd wo sich eins an's and're schliesset,Da mag wohl sein des Glückes Dach.«
»EinHerz,einLeib,einMund,einMutUndeineTreue wohlbehut,Wo Furcht entfleucht und Scham entweichtUnd zwei sind eins geworden ganz,Wo Lieb' mit Lieb' ist im Verein:Da denk ich nicht, dass Silber, Gold und EdelsteinDie Freuden übergoldet, die da bietet lichter Augen Glanz.Da, wo zwei Herzen, die die Minne bindetMan unter einer Decke findetUnd wo sich eins an's and're schliesset,Da mag wohl sein des Glückes Dach.«
»EinHerz,einLeib,einMund,einMut
UndeineTreue wohlbehut,
Wo Furcht entfleucht und Scham entweicht
Und zwei sind eins geworden ganz,
Wo Lieb' mit Lieb' ist im Verein:
Da denk ich nicht, dass Silber, Gold und Edelstein
Die Freuden übergoldet, die da bietet lichter Augen Glanz.
Da, wo zwei Herzen, die die Minne bindet
Man unter einer Decke findet
Und wo sich eins an's and're schliesset,
Da mag wohl sein des Glückes Dach.«
Ob Meister Freidank und Reinmar aus Erfahrung sprechen oder nur galant sein wollen, ist bei den dürftigen Nachrichten über der Dichter Leben nicht zu ermitteln. Anders steht es aber mit einem Priester, den wir bisher als recht widerhaarig kennen gelernt haben. Wenn dieser, nämlich Bruder Berthold von Regensburg, sich zu einerEmpfehlung der Ehe aufschwingt, noch dazu in Argumenten, die auch heute noch nichts von ihrer Beweiskraft eingebüsst haben, dann sollte es doch zu denken geben. Also Hagestolz, horche auf, und beherzige, was Frater Berthold in seiner Predigt über die zehn Gebote sagt: »Darum du junge Welt, geh schleunig in starker Busse in dich, und zur Ehe, oder mit der Ehelosigkeit auf den Grund der Hölle. ›Bruder Berthold, ich bin noch ein junger Knabe, und die mich gerne nähme, die will ich nicht, und die ich gerne nähme, die will mich nicht.‹ Nun so nimm aus aller Welt eine zur Ehe, mit der du recht und gesetzlich lebest. Willst du die eine nicht, so nimm die andere; willst du die Kurze nicht, so nimm die Lange; willst du die Lange nicht, so nimm die Kurze; willst du die Weisse nicht, so nimm die Schwarze; willst du die Schlanke nicht, so nimm die Dicke. Nimm dir nur eine Ehefrau aus aller Welt. ›Bruder Berthold ich bin doch arm und habe nichts.‹ Es ist weit besser, dass du arm ins Himmelreich fahrest, als arm zur Hölle. Du wirst noch schwerer reich in der Ehelosigkeit als in der Ehe. ›Bruder Berthold ich habe mein Brot noch nicht!‹ Ich hörewohl, du willst die Ehe nicht. Da du nun die Unehe haben willst, so nimm dir wenigstens nur eine Einzige zur Unehe. Nimm diese an die eine Hand und den Teufel an die andere, und nun geht alle drei mit einander zur Hölle, wo euch nimmer geholfen wird.«[101]
Dieselbe Meinung hegt Fischart in seinem Philosophischen Ehzuchtbüchlein:
»Wer da flieht den Rauch der Ehe,Fällt in eine Flamm' und ärger Wehe.Mancher den Regen flieht im HausUnd fällt darnach in den Bach da draus.«
»Wer da flieht den Rauch der Ehe,Fällt in eine Flamm' und ärger Wehe.Mancher den Regen flieht im HausUnd fällt darnach in den Bach da draus.«
»Wer da flieht den Rauch der Ehe,Fällt in eine Flamm' und ärger Wehe.Mancher den Regen flieht im HausUnd fällt darnach in den Bach da draus.«
»Wer da flieht den Rauch der Ehe,
Fällt in eine Flamm' und ärger Wehe.
Mancher den Regen flieht im Haus
Und fällt darnach in den Bach da draus.«
Das geistvolle Schriftchen enthält noch manche, selbst heute recht beherzigenswerte Ehestandsregel.[102]
Nunaudiatur et altera pars. Damit liessen sich Folianten füllen, doch mag hier nur der Bissigsten einer, Geiler von Kaisersberg, zu Wort kommen, da sich neben vielen Verbohrtheiten auch manch Körnlein Wahrheit in seiner Predigt birgt. Eine reiche Frau reibt ihrem Gatten täglich ihre Mitgift unterdie Nase, sagt er; eine fruchtbare bringt mit ihren vielen Kindern selbst dann Sorgen ins Haus, wenn Reichtum vorhanden ist; fehlt dieser aber, so giebts Kummer und Not. Ist sie unfruchtbar, klagen sie um Kinder; ist sie schön, muss der Mann sorgen, dass auch andere ausser ihm sie begehrenswert finden. »Jedoch du nemmest für eine, was du wöllest, so bekommest du ein meister uber dich, die dir allzeit wider beffzet gleich als ein böser hundt. Diss ist der weiber natur und brauch, da sie alzeit den männern widerreden und antwort geben. Dann sie volgen irem natürlichen ursprung nach, nemlich, dieweil sie auss einem krummen ripp gemachet sein, so reden und bellen sie allzeit herwider und wissen auff alle ding ein antwort zu geben.«[103]Übrigens ist Geiler konsequent genug, auch die Weiber vom Heiraten abhalten zu wollen, indem er sie an das Sprichwort erinnert:
»Es ward nie kein mann,Er hett ein wolffszaan!«
»Es ward nie kein mann,Er hett ein wolffszaan!«
»Es ward nie kein mann,Er hett ein wolffszaan!«
»Es ward nie kein mann,
Er hett ein wolffszaan!«
Genützt haben aber die Redereien blutwenig. Die Leute heirateten doch, derAugsburger Kaufherr Burkard Zink viermal; in Köln am Sonntag nach Michaelis im Jahre des Herrn 1498 eine Frau sogar zum siebenten Male, nachdem sie bereits sechsmal Witwe gewesen war.