Viertes Kapitel.

Viertes Kapitel.

Acht Tage später, am herrlichsten Juniabend, saß Leo mit Gräfin Adele auf der Bank des Proserpinahügels, der so benannt war nach einer im Stil des Bernini gehaltenen plastischen Darstellung der allbekannten Entführungsgeschichte.

Die Bank unter dem breiten Geäst einer zweihundertjährigen Eiche, im Halbkreis von blühenden Sträuchern umrahmt, mit dem Blick in die bläulich verdämmernde Ferne, die sich in schmalem Ausschnitt zwischen zwei säulenartig emporstrebenden Birken zeigte, war Adelens ausgesprochener Lieblingspunkt. Während die vordere Hälfte des Parks im Geschmack von Versailles angelegt war, herrschte hier, abgesehen von der etwas schwülstigen Marmorgruppe, ein Hauch von ungekünstelter Freiheit, man konnte fast sagen von Wildnis, der nach den regelrechten Alleen und Balustraden außerordentlich wohlthat. Der Gärtner sogar schien diese Wildnis zu respektieren; denn auf dem Boden rings um den Sockel wucherte Gras, und die Jasminsträucher griffen mit ihren saftstrotzenden Schößlingen hier und da über die Bank hinaus.

Es war kurz vor sieben. Die Sonne warf ihre Strahlen schräg in den Fichtenbestand, der die südliche Böschung umkleidete, und flammte goldhell auf dem lichtenGewand Josefas, die hundert Schritte von dem »Raub der Proserpina« abseits Erdbeeren suchte.

Seit der Rückkehr des Grafen hatte sich manches im Schloß verändert. Gerold mußte auf dem Kongreß zu Bonn allerlei Unannehmlichkeiten erlebt haben, über die er sich selbst gegen Leo von Somsdorff nicht ausließ. Den Vortrag über altgriechische Fest- und Gedenkmünzen hatte er nicht mehr erwähnt. Ueberhaupt war er, im Gegensatz zu der Ausführlichkeit seiner Depeschen, sehr karg mit den Einzelheiten. Den Gang der Verhandlungen charakterisierte er als »recht interessant«, rühmte die geistvolle Ansprache eines vlamländischen Forschers Namens Boemkneisje und die Mitteilungen des Italiener Lunghi über gewisse Funde bei Rimini und erklärte dann rasch, die Arbeit der letzten drei Wochen habe ihn doch etwas angegriffen. Er bedürfe jetzt sehr der Zerstreuung; Somsdorff möge sich ja beeilen, wieder ganz flott zu werden, um dann in frischester Kraft und Empfänglichkeit mit von der Partie zu sein …

Adele begriff, daß die Marotte der Numismatik nun für einige Zeit Ferien hatte.

Der Graf ritt jetzt allmorgendlich stundenlang in den Forst, konferierte eingehend mit dem Koch, entwarf selbst das Menü und begab sich in Begleitung Karls nach dem Keller, wo er Musterung hielt und Befehle erteilte, die sich der Diener mit großer Gewissenhaftigkeit ins Notizbuch schrieb.

Der Champagner, den Graf Gerold sonst nur in Ausnahmefällen trank, fehlte jetzt weder mittags noch abends; und zwar bevorzugte man die allerkräftigsten Marken. Aehnliches galt vom Rheinwein, obschon hier manchmal ein etwas leichterer Tropfen mit durchschlüpfte,sowie von den reichhaltig vertretenen französischen Rotweinen.

Vier Tage nach der Rückkehr des Grafen hatte der Kutscher am Bahnhof zu Hoyersbrück sehr fidelen Besuch abgeholt: die Freiherren von Steinitz, Vater und Sohn, die allem Anschein nach trefflich in die Zerstreuungsperiode Gerolds hineinpaßten.

Freiherr von Steinitz der Aeltere war ein pensionierter Major, einige fünfzig Jahre alt, seit zwölf Jahren Witwer, Lebemann ohne höhere Interessen, von etwas geräuschvoller Lustigkeit, als Gesellschafter »unbezahlbar«.

Sein Sohn Friedrich, Ende der Zwanziger, hatte ein paar dieser schätzbaren Eigenschaften vom Vater geerbt, nur daß er weit eleganter und dem Ernste des Lebens vielleicht noch abholder war als der Papa. Wenn er lachte oder nur lächelte, zeigte er unter dem blonden, sorglich gepflegten Schnurrbart zwei Reihen tadellos schöner Zähne, und rechts und links von den rotblühenden Lippen zwei reizende Grübchen. Ein liebenswürdiger, aber gefährlicher Leichtsinn strahlte in den lebendigen Augen, die so blau und so treuherzig dreinschauten wie schuldlose Veilchen und beim Genuß alkoholreicher Getränke einen feuchtwarmen Schimmer bekamen. Kurz, er gehörte zu jenen Erscheinungen, die im Ballsaal Dutzende unbewachter weiblicher Herzen zu glühender Sehnsucht aufstacheln, von der Mehrzahl schon bei der zweiten Begegnung ruhiger verlassen werden, hier und da aber doch ein betrübsames Unheil anstiften, da sie – überglücklich in dem Gefühl der eignen Vollkommenheit – selbst der bezauberndsten Anmut und Schönheit gegenüber vollständig kalt bleiben, bis schließlich trotz alledem eine, die weder die Hübscheste noch dieKlügste zu sein braucht, dem lockeren Vogel gehörig die Schwingen stutzt.

Mit diesen zwei Kavalieren vergnügte sich Gerold so ausgiebig, daß Gräfin Adele zunächst kaum eine Vermehrung ihrer Repräsentationslast verspürte, zumal der Graf ihr im Beisein der Herren ausdrücklich gesagt hatte: »Pfleg du nur den Jungen, den Somsdorff, daß er sich endlich aus dieser traurigen Lethargie aufrafft! Ich glaube, Doktor Michalsky nimmt ihn zu schwer. Das bißchen Blässe und Hinfälligkeit wird sich schon geben, wenn er nur erst einmal wieder zu Pferde sitzt und einen tüchtigen Trunk thut!«

Dann, zu dem pensionierten Major gewendet, hatte er fortgefahren: »Er ist ein prächtiger Mensch, der Leo von Somsdorff. Jetzt freilich scheint er wie auf den Mund geschlagen. Der Arzt muß ihm nächstens wieder erlauben, mit uns zu Tisch zu gehen. Dies öde Herumliegen auf der Veranda drückt ihm die Nerven.«

Steinitz der Vater nickte, während Steinitz der Sohn ein wenig den blonden Schnurrbart zwirbelte und so ein kleines perfides Lächeln verdeckte, das da besagte: »Herr von Somsdorff wird seine Gründe haben, sich so in der Einsamkeit der Veranda verhätscheln zu lassen!«

Die Herren von Steinitz wohnten in Zeschau, wo Friedrich der Sohn sich angeblich mit der Verwaltung des Zeschauer Grundhofs, eines ihm testamentarisch vermachten Landguts, befaßte, das früher sich im Besitz einer Seitenlinie befunden hatte. Kurz nach der Ankunft der Kavaliere erhielt die Gräfin einen mit »Zeschau« gestempelten Brief, worin eine ihr halb schon entschwundene Jugendfreundin, Gertrud Mettenius, die früher geleisteten Schwüreunwandelbarer Geneigtheit stürmisch erneuerte, brennende Sehnsucht nach einem Wiedersehen verriet und am Schluß in die Worte ausbrach: »Wenn Du mir also nicht abtelegraphierst, komme ich übermorgen!«

Schloß Authenried-Poyritz war auf Meilen in die Runde für mehr als gastfrei bekannt. Gräfin Adele, obwohl sie den Ton dieses Briefes nicht eben sympathisch fand, konnte also nicht Nein sagen. Sie telegraphierte sofort, daß man sich herzlich auf den in Aussicht gestellten Besuch freue, und bat um Antwort, mit welchem Zuge man Fräulein Mettenius erwarten dürfe.

Die Auskunft lautete prompt: »Ich reise noch heute und bin um neun Uhr fünfzehn in Hoyersbrück.«

Fräulein Gertrud Mettenius kam, sah und siegte. Nicht nur, daß sie sich sofort eine sehr günstige Allgemeinposition schuf: auch im besondern schien sie dem leicht zu durchschauenden Ziel, das sie verfolgte, rasch näher zu kommen.

Gertrud Mettenius war bis über die kleinen rosigen Oehrchen verliebt in Friedrich von Steinitz. Die Anwesenheit dieses Edelherrn auf Schloß Authenried-Poyritz hatte auch sie hergelockt; und mit der ganzen kernigen Resolutheit, die ihr zu eigen war, ging sie ans Werk, den unbeständigen, farbenschillernden Schmetterling, der zunächst noch ahnungslos flatterte, in ihr Netz zu bekommen, ohne bei diesem Fang die Grenzen der Weiblichkeit allzusehr zu verletzen.

Im ersten Moment hatte sie meisterlich die Verblüffte gespielt.

»Sie hier? Ich ahnte nicht, daß Sie mit Authenrieds so befreundet sind! Die Welt ist wirklich ein bißcheneng: man kommt von Zeschau und trifft hier Zeschau! Aber ich lass' mir die Ueberraschung gefallen! Ihr lieber Papa ist ein so reizender Herr, und Sie, wenn Sie wollen, haben auch das Talent …«

So ging's eine Weile fort, harmlos und äußerlich unbefangen, wie im Verkehr mit guten Bekannten, die man im übrigen ebenso leichtblütig verschmerzt als genießt. Und diesen glücklich gewählten Ton behielt sie auch späterhin bei, so daß Friedrich von Steinitz, aller schweren Indizien ungeachtet, wirklich im Zweifel darüber blieb, was Gertrud im Schild führte. Manchmal hatte der sonst so zuversichtliche junge Mann das Gefühl, als mache sich Fräulein Mettenius über ihn lustig, oder als sei sie bestrebt, ihn bloß zu schnöden Dekorationszwecken an ihren Triumphwagen zu schirren – beides Vermutungen, die ihn heimlich empörten, sein Interesse für das lustige, frische und eigenartige Mädchen jedoch fortwährend steigerten.

An dem Nachmittage, der jetzt seine schräger und schräger fallenden Strahlen durch den Fichtenbestand am Proserpinahügel goß, war Graf Authenried mit Fräulein Gertrud Mettenius und den beiden Baronen im offenen Jagdwagen über Land gefahren. Leo durfte der Vorsicht halber an dieser Partie nicht teilnehmen, und Graf Authenried selbst hatte seine Gemahlin ersucht, ihrem »Schützling« Gesellschaft zu leisten. Gräfin Adele willfahrte diesem Wunsch um so lieber, als ihr die breite, wortreiche Jovialität des Majors wenig erbaulich war, zumal dieser Herr sich neuerdings vorzugsweise zu ihr kehrte, wenn er aus dem unerschöpflichen Schatz seines Wissens eine windschiefe Anekdote zum besten gab oder, plötzlich mit einiger Anstrengung ernst werdend, von dem erhabnen Berufe der deutschen Frau sprach.

Uebrigens war Gräfin Adele ja fest überzeugt, das ungestörte Alleinsein mit Leo, das sich ergab, sobald sie daheim blieb, sei jetzt vollkommen gefahrlos.

Sie glaubte dies nicht nur deshalb, weil sie ihrerseits von der Unerschütterlichkeit ihres Pflichtgefühls heilig durchdrungen war, sondern ebensosehr im Hinblick auf das Verhalten Somsdorffs. Dieses Verhalten nämlich machte durchaus den Eindruck, als sei die anfangs so leidenschaftlich erregte Seele des jungen Mannes endgültig auf eine ruhige, wunschlose Freundschaft gestimmt.

In Wahrheit jedoch hatte sich nichts an der tollen Verliebtheit Somsdorffs geändert. Im Gegenteil: wenn ihn die ersten Stadien der Rekonvalescenz in das Fluidum einer halb mit Dankbarkeit untermischten sanfteren Schwärmerei getaucht hatten, so war in den letzten Tagen wieder die alte dämonische Glut erwacht, die um jeden Preis vorwärts drängt, die kein Hindernis kennt und noch jubelt, wenn sie auf rauchenden Trümmern ihre Standarte aufpflanzt. Nur daß Leo von Somsdorff jetzt gründlicher mit dem Terrain vertraut war, und demgemäß die Kriegslist für zweckentsprechender hielt als den offenen Angriff.

Er wußte jetzt, daß Adele ihn liebte – trotz der machtvollen Energie, mit der sie gegen dies Schicksal angekämpft hatte. Sein Instinkt empfahl ihm, diese Energie nicht durch verfrühte Erneuerung eines Sturmes zu steigern, sondern sich vorläufig in die Rolle zu fügen, die Adele ihm stillschweigend angewiesen hatte: in die des ehrlichen, taktvollen Kameraden, mit dem sich alles besprechen läßt, bis auf den einen verfänglichen Punkt.

Sie saßen jetzt auf der steinernen Bank zwischen den stark duftenden blütenbesäten Jasminsträuchern und führten– Gott mochte wissen, wer das Thema in Fluß gebracht hatte – einen schwermutsvollen Dialog über zerstörte Hoffnungen, innere Vereinsamung und die Mittel, den Regungen einer oft gegenstandslosen Melancholie den Stachel zu nehmen.

Leo betonte den Wert einer regelmäßigen, rein praktischen Arbeit und kam so, die Bedeutung der Wissenschaft, der Kunst und der Geselligkeit streifend, bei seinem Lieblingsproblem, der echten und opferwilligen Freundschaft, an.

Adele, gedankenvoll zwischen den Birkenstämmen hinaus in die Ferne starrend, warf, da er jetzt einen Augenblick schwieg, ein Wort ein, das die kleine Josefa betraf. Auch zwischen Mutter und Kind herrsche ja eine Art Freundschaft, die zur Grundlage die Natur, als Bedingung ihres Gedeihens aber die stete Wechselbeziehung der Herzen, die Gemeinschaft aller Interessen, die Selbstlosigkeit der gegenseitigen Hingebung habe, namentlich wenn erst das Kind ein gewisses Alter erreiche. Glücklich die Tochter, die als erwachsenes Mädchen, als Frau noch in ihrer Mutter die beste Freundin erblicke, und glücklich die Mutter, der eine solche Tochter beschert sei. Dieses Ziel zu erreichen, sei ihr, der Gräfin, heiligstes und höchstes Bestreben.

Somsdorff, der auf die kleine Josefa längst schon eifersüchtig war, wie auf einen begünstigten Nebenbuhler, verzog ein wenig die Brauen, bezwang jedoch seinen Mißmut und fand einen Uebergang, der das Gespräch sofort wieder von diesem Kind ablenkte, ohne daß Gräfin Adele die Absicht herausgefühlt hätte.

Er ward beinahe sentimental. Mit vollen Herzenstönen pries er die unbeschreibliche Wonne, die einem edel veranlagten Menschen daraus erwächst, daß er bei Geistesverwandtenechtes Verständnis für seine Interessen findet, für die heimlichen Schwärmereien vielleicht, die von der Masse verkannt oder bespöttelt werden.

Nachgerade trieb er im Fahrwasser einer Romantik, die auf Adele nicht ohne Einfluß blieb.

Immer nur Freundschaft predigend, faßte er wie ein Prophet, der seiner Verzückung nicht Herr ist, die schlaff im Schoße liegende Hand der Gräfin, sanft, ohne Druck, beinahe traumhaft. Diese Hand, die sich ihm nicht entzog, bebte ein wenig. Und jetzt glaubte er wahrzunehmen, wie die standhafte junge Frau, von dem Klang seiner Stimme, dem Zauber der krystallklaren Luft, dem süßbetäubenden Hauch der Jasminblüten unwiderstehlich verlockt, schwach zu werden begann.

Da neigte er sein glühendes Antlitz zu ihrem Ohr und sagte tonlos: »Adele, ich liebe dich!«

Die Gräfin, überwältigt von einem tödlich süßen Gefühl der Glückseligkeit, ließ den Kopf schauernd zurücksinken. Somsdorff, heiß, atemlos, warf einen hastigen Blick in die Runde. Nirgend ein Späher! Das Kind war für Augenblicke hinter dem Kleinholz verschwunden. Noch eine Sekunde – und Somsdorff hätte die Willenlose an sich gerissen und ihren halbgeöffneten Mund, rasend vor Leidenschaft, mit Küssen bedeckt.

Da fuhr sie empor. Mit beiden Händen tastend und abwehrend wie eine Blinde, stand sie neben der Bank und rief aus angstgepreßtem Herzen fast überlaut: »Josefa! Josefa!«

»Gleich, Mama!« tönte es glockenhell von der Böschung herauf.

Ehe noch Somsdorff begriff, wie ihm geschah, knirschteder nadelbesäte Abhang, und die Kleine, hochrot vor Eifer, in jeder Hand einen mächtigen Erdbeerstrauß, erklomm jubelnd den Rundplatz.

»Das hab' ich für dich gepflückt, süße Mama, und das für Sie!«

Leo von Somsdorff nahm die höchst unerwartete Gabe dem Kind aus der Hand, stammelte ein beklommenes »Danke« und sah nicht sonderlich geistreich aus, wie er nun mit erkünstelter Aufmerksamkeit die reifen und halbreifen Beeren betrachtete, die sich vereinzelt von dem zusammengerafften Grün abhoben.

Auch Gräfin Adele dankte, und zwar so herzlich, so übertrieben, daß Josefa erstaunt zu ihr aufschaute.

»Aber Mama, das thu' ich doch gern!«

Adele nahm das Kind auf den Schoß und legte sein Köpfchen wie zur Beschwichtigung auf ihr pochendes Herz.

»Darf ich nun wieder fort, Mama?« fragte Josefa nach einer Pause.

»Nein, bleib! Du bist furchtbar erhitzt! Du darfst nicht gar zu sehr tollen!«

Sie strich der Kleinen, immer noch etwas bebend, über die Wangen.

»Wirklich, Du hast genug! Ueberhaupt – es wird spät. Kommen Sie, Herr von Somsdorff! Die Herrschaften können jeden Augenblick heimkehren!«

Ihr Kind an der Hand schritt sie voraus. Der junge Mann folgte, Scham, Zorn und wilde Verbitterung im Antlitz, den Erdbeerstrauß mit dem ungeordneten Rankenwerk immer noch zwischen Daumen und Zeigefinger, als sei das Geschenk der unschuldigen kleinen Komteß ein widerwärtigesTier, ein Insekt, dessen Biß oder Stich er zu fürchten habe.

Er war jetzt geradezu außer sich. Der ruhig gefestete Blick, mit dem sich die Gräfin zum Gehen gewandt, bürgte dafür, daß diese schwache Minute sich nie wiederholen würde. Von ihm und seinen verstörten Zügen war jener Blick, halb unbewußt, zu Josefa geglitten … Ja, diese Mutter würde in der unendlichen Liebe zu ihrem Kinde die Kraft finden, auch in dem qualvollsten Kampf zwischen der Leidenschaft und den Geboten der Pflicht obzusiegen!

Leo fühlte das mit der unmittelbaren Gewißheit der Intuition. »Entsage ihr!« klang es durch sein Gemüt – aber umsonst. Die Erkenntnis, daß er hier ein Unmögliches anstrebe, steigerte nur den unermeßlichen Brand seiner Sehnsucht.


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