Gespinnstfasern.Behufs der Erkennung und Unterscheidung der Gespinnstfaser in einem Gewebe vermittelst des Mikroskops wird das Gewebe zuvor von aller Appretur durch Auswaschen befreit, die Kettenfäden (Längsfäden) und die Fäden des Einschlages (Querfäden) von einander gesondert und jede Art geprüft. Der Faden wird mit einer Nadel zerzasert und mit Wasser betropft unter das Mikroskop gebracht.
Fig. 90.Leinenfaserin 30facher Vergrösserung.
Fig. 90.
Leinenfaserin 30facher Vergrösserung.
Leinenfaserin 30facher Vergrösserung.
Fig. 91.Leinenfaser200mal vergr.pPorenkanal.
Fig. 91.
Leinenfaser200mal vergr.pPorenkanal.
Leinenfaser200mal vergr.pPorenkanal.
Fig. 92.Leinenfaser aus irländischer Leinwand.pPorenkanal200mal vergr.
Fig. 92.
Leinenfaser aus irländischer Leinwand.pPorenkanal200mal vergr.
Leinenfaser aus irländischer Leinwand.pPorenkanal200mal vergr.
Leinenfaserist walzenförmig, nicht oder nur wenig hin- und hergebogen, glatt, hin und wieder verdickt, der Länge nach von einem engen Kanal (Zellhöhe) durchzogen. Letzterer erscheint bei 120facher Vergrösserung wie eine schmale Linie. Die Leinenfaser läuft in eine schmal zulaufende stumpfe Spitze aus. In kleineren oder grösserenZwischenräumen bemerkt man schräg oder schief über die Faser verlaufende Linien, nämlich die Porenkanäle, in Form verdünnter Stellen der Bastzelle. Je nach Art der Bearbeitung und der Behandlung ist die Leinenfaser glatt oder rauh. Handgespinnst hat gemeiniglich eine glattere Faser als Maschinengarn. Jodlösung und Schwefelsäure färben unter Aufquellen und gleichzeitiger Verkürzung der Faser diese blau, indem sich bei starker Vergrösserung wahrnehmbare blaue spiralförmige Windungen bilden.
Fig. 93.Leinenfaser aus Handgespinnst, an der Oberfläche zerzasert.200mal vergrössert.
Fig. 93.
Leinenfaser aus Handgespinnst, an der Oberfläche zerzasert.200mal vergrössert.
Leinenfaser aus Handgespinnst, an der Oberfläche zerzasert.200mal vergrössert.
Fig. 94.Baumwollenfaser,200mal vergrössert.
Fig. 94.
Baumwollenfaser,200mal vergrössert.
Baumwollenfaser,200mal vergrössert.
Fig. 95.Baumwollenfaserbei 30facher Vergrösserung.
Fig. 95.
Baumwollenfaserbei 30facher Vergrösserung.
Baumwollenfaserbei 30facher Vergrösserung.
Fig. 96.Baumwollenfaser mit gitterförmigen Streifen,200mal vergrössert.
Fig. 96.
Baumwollenfaser mit gitterförmigen Streifen,200mal vergrössert.
Baumwollenfaser mit gitterförmigen Streifen,200mal vergrössert.
Baumwollenfasererscheint unter dem Mikroskop als eine platte oder bandförmig-zusammengefallene, mehroder weniger langgestreckt schraubenähnlich gewundene, oder in der Art eines Pfropfenziehers um sich selbst gedrehte, theils auch wohl wellig gebogene oder gekräuselte Faser, welcher überdies die der Leinenfaser eigenen Porenkanäle fehlen, doch zeigt sie sich häufig gitterartig schief gestreift, was bei der Leinenfaser höchstens an den breiteren Stellen vorkommt.
Die Zellhöhle ist mehr oder weniger deutlich und breiter als bei der Leinenfaser. Auch die Baumwollenfaser ist je nach Behandlung und Bearbeitung glatt oder mehr oder weniger zerfasert.
Die durch Jodlösung und Schwefelsäure hervorgerufene Anschwellung und Färbung tritt in derselben Art wie bei der Leinenfaser ein.
Fig. 97.Jute- oder Dschutefaser.100mal vergr.
Fig. 97.
Jute- oder Dschutefaser.100mal vergr.
Jute- oder Dschutefaser.100mal vergr.
Fig. 98.Hanfbastfaser, am Ende gabelig gespalten.vQuerschnitt einer Bastfaser. 200mal vergr.
Fig. 98.
Hanfbastfaser, am Ende gabelig gespalten.vQuerschnitt einer Bastfaser. 200mal vergr.
Hanfbastfaser, am Ende gabelig gespalten.vQuerschnitt einer Bastfaser. 200mal vergr.
DieChinagrasfaser,Jute(Dschute), ist starr und bandförmig, ähnlich der Baumwollenfaser, aber nicht pfropfenzieherartig gewunden wie diese. Sie hat wie die Leinenfaser schief gestellte Porenkanäle, aber eine breitere Zellhöhle, und ist auch holziger und starrer. Ihre Enden sind meist konisch. Der Durchmesser beträgt 0,04–0,11mm. Die Einwirkung der Jodlösung und Schwefelsäure ist ähnlichwie bei der Leinenfaser, aber wegen der Holzfaser langsamer.
DieHanfbastfaserist sehr lang, im Durchmesser zu 0,01–0,027mm. Die Contouren sind unregelmässig, die Enden stumpf abgerundet, bisweilen gespalten. Bei starker Vergrösserung zeigt sich die Hanfbastfaser parallelstreifig.
Fig. 99.Seide(S)und Wolle(W).400mal vergr.
Fig. 99.
Seide(S)und Wolle(W).400mal vergr.
Seide(S)und Wolle(W).400mal vergr.
Fig. 100.Wolle(W),mit Baumwolle(b),30mal vergr.
Fig. 100.
Wolle(W),mit Baumwolle(b),30mal vergr.
Wolle(W),mit Baumwolle(b),30mal vergr.
Fig. 101.Seide(S) undWolle(W),bei 30facher Vergrösserung.
Fig. 101.
Seide(S) undWolle(W),bei 30facher Vergrösserung.
Seide(S) undWolle(W),bei 30facher Vergrösserung.
DieSeidebesteht aus glänzendendichten, walzenförmigen, structurlosen,nicht hohlenDoppelfäden mit gleichförmiger Lichtbrechung. Der Querschnitt eines Kokonfadens ist von stumpfeckigem Umrisse. Gefärbte Seide erscheint mitunter an einzelnen Stellen breitgedrückt oder mit kleinen Unebenheiten. Der Mangel einer Innenhöhle unterscheidet sie von allen übrigen Gespinnstfasern. Zuckerlösung mit Schwefelsäure färben den sich rasch auflösenden Seidenfaden schneller als die Wolle rosenroth, und die hierbei quellende äussere Schicht zeigt eine bogig gezackte Contour. Bei noch nicht ganz erfolgter Auflösung bemerkt man innen einen noch festen Längsfaden, der nicht mit einer Innenhöhle zu verwechseln und nur noch unveränderte Seidensubstanz ist. Die sogenannteJama-may-Seide(vom chines. Eichenspinner) zeigt eine starke Längsstreifung und eine porige Querschnittfläche.
DasWollenhaarist wie alle Haare der Säugethiere (man vergleiche auch weiter unten unter Haar) ein cylindrisches röhrenförmiges, von einem Markstrange der Längenach durchzogenes Gebilde, bekleidet mit ziegelartig sich deckenden Schüppchen, welche sich bei geringer Vergrösserung durch dicht und unregelmässig neben einander liegende Linien oder Risse kennzeichnen. Zuckerlösung und Schwefelsäure färben das Wollenhaar rosenroth, nie wird es durch Jodlösung nebst Schwefelsäure blau gefärbt. Das Wollenhaar ist von verschiedener Dicke. Die Electoralwolle z. B.1/4–1/3so dick als grobe Schafwolle.
Alpakawollekommt von einer Lamaart Amerika’s, dem Paco oder Alpaca (Auchenia Paco). Die rohe Wolle ist entweder weiss oder schwarz, es kommt aber auch schwarzgefärbte Wolle vor. Die Structur ist der der Schafwolle ähnlich, im Markstrange jedoch finden sich einzelne dunkelgefärbte Conglomerate, wie dies in der folgenden Figur angegeben ist.
Fig. 102.Alpakawolle.aundb100mal vergr.,c200mal vergr.,aundcweisse,bschwarze.
Fig. 102.
Alpakawolle.aundb100mal vergr.,c200mal vergr.,aundcweisse,bschwarze.
Alpakawolle.aundb100mal vergr.,c200mal vergr.,aundcweisse,bschwarze.
Fig. 103.Mohairwolle.200mal vergrössert.
Fig. 103.
Mohairwolle.200mal vergrössert.
Mohairwolle.200mal vergrössert.
Mohairwolle, Mohärwolle, Kameelziegenhaar, Angorawolle,Poil de chèvre, stammt von der Angoraziege in Kleinasien. Das Haar ist von der Structur der Schafwolle und unter dem Mikroskop von der Alpacawolle leicht zu unterscheiden.
Vicunnawolleist das Wollhaar der Vicunna. Es ist ein zartes flaumartiges zimmtfarbenes Haar, in der Structur der Schafwolle ziemlich ähnlich. Es ist gemeiniglich miteinzelnen dreifach stärkeren Haaren gemischt, welche unter dem Mikroskope schwarz erscheinen.
Vigogneoder Vicunnagarn ist ein Gemisch aus Baumwolle und Schafwolle.
Fig. 104.Vicunnawolle,200mal vergr.
Fig. 104.
Vicunnawolle,200mal vergr.
Vicunnawolle,200mal vergr.
Fig. 105.Hasenflaum,200mal vergr.
Fig. 105.
Hasenflaum,200mal vergr.
Hasenflaum,200mal vergr.
Hasenflaumunterscheidet sich durch die schräge Schuppung.
Zurchemischen UntersuchungeinesGewebesauf seine Zusammensetzung genügen folgende drei Lösungen:
1. eine mit Zinkoxyd gesättigte concentrirte Chlorzinklösung;2. eine 10prozentige Aetzkali- oder Aetznatronlauge;3. eine ammoniakalische Kupferoxydlösung.
1. eine mit Zinkoxyd gesättigte concentrirte Chlorzinklösung;
2. eine 10prozentige Aetzkali- oder Aetznatronlauge;
3. eine ammoniakalische Kupferoxydlösung.
Seide wird von der Chlorzinklösung, schneller beim Erwärmen, gelöst. Wolle wird von der Aetzlauge, die Pflanzenfaser von der ammoniakalischen Kupferoxydlösung gelöst.
Eine Beimischung vonBaumwolleinLeinenlässt sich (nach R. Boettger) erkennen, wenn man die von der Appretur befreiten Quer- und Längsfäden oder auch ein Stück des Gewebes zuerst in eine spirituöse Lösung der Bosolsäure (Aurin, gelbes Corallin des Handels), hierauf in eine concentrirte wässrige Lösung des kohlensauren Natrons (Soda) eintaucht und endlich mit Wasser abspült. DieLeinenfasererscheint dann rosaroth gefärbt,Baumwollenfasernicht gefärbt. — Zündet man einen herabhängenden (von Appretur befreiten) Faden an und löscht die Flamme wieder aus, so zeigt derLeinenfadenein glattes zusammenhängendes, derBaumwollenfadendagegen ein büschelförmig ausgespreiztes verkohltes Ende. — Hält man die Faser oder ein Stück des Gewebes 2 Minuten lang in englischer Schwefelsäure untergetaucht und spültdann mit Wasser aus, so findet man dieWollenfaserunverändert, dieSeidenfaserin Lösung übergegangen.
Fig. 106.WSchafwolle.EElectoralwolle.AAlpakawolle.SSeide.BBaumwollenfaser.JDschute- (Jute)faser.HHanffaser.LLeinenfaser.300–400fache Vergrösserung.
Fig. 106.
WSchafwolle.EElectoralwolle.AAlpakawolle.SSeide.BBaumwollenfaser.JDschute- (Jute)faser.HHanffaser.LLeinenfaser.300–400fache Vergrösserung.
WSchafwolle.
EElectoralwolle.
AAlpakawolle.
SSeide.
BBaumwollenfaser.
JDschute- (Jute)faser.
HHanffaser.
LLeinenfaser.
300–400fache Vergrösserung.
DieHaaresind mehr oder weniger lange, dünne, elastische, biegsame, empfindungslose Organe mit kreisrunder oder elliptischer oder eckiger Querdurchschnittsfläche. Die Masse, woraus sie bestehen, gleicht physikalisch und chemisch der Hornsubstanz. Das Haar tritt aus der Haut hervor, in welcher es durch eine weiche Anschwellung oder Verdickung,HaarzwiebeloderHaarwurzelgenannt, befestigt ist. Am Haar unterscheidet man eineCorticalsubstanz und eineMedullarsubstanz. Erstere entsteht bei der Entwickelung des Haares zuerst, letztere später. Die Haupthaare eines unreifen Foetus sind daher gewöhnlich ohne Medullarsubstanz. In der longitudinalen Ausdehnung des Haares unterscheidet man dieWurzeloder Zwiebel, welche in der Lederhaut innerhalb eines von Gefässen durchzogenen Balges festsitzt, und denSchaft, den Haupttheil des Haares, welcher ausserhalb der Haut liegt.
Die Corticalschicht zeigt sich dem Auge bei starker Vergrösserung aus drei Schichten bestehend: einer äussersten Schicht,Peridermaschicht, darunter die eigentlicheCorticalschichtund unter dieser dieMarkscheide, welche das Mark oder die Medullarsubstanz einschliesst. Die Peridermaschicht ist aus schuppenähnlichem, dachziegelartig an einander liegendem Epithelium gebildet. Die äussere Corticalschicht besteht aus parallel an einander liegenden Hornsubstanzfasern mit durchstreuten, einzelnen, theils unter sich zusammenhängenden, röhrenförmigen Lufträumen. Die innere Corticalschicht, welche auch als Markscheide bezeichnet ist, besteht ebenfalls aus dicht an einander liegenden Hornsubstanzfasern, aber ohne oder fast ohne Lufträume, dafür aber hier und da kleine mit Pigment gefüllte Räume, Pigmentzellen, einschliessend.
Der Markstrang liegt mehr oder weniger in der Mitte, innerhalb der Markscheide, und führt in zellenartigenRäumen, von der Form rundlicher oder abgeplatteter Behälter, Pigment. Der Markstrang verläuft nicht nothwendig von der Wurzel bis zur Spitze des Haares; er kann auch mehrmals durch Corticalsubstanz unterbrochen sein.
Die Peridermaschicht stösst allmählich Epithelialsubstanz schuppig ab und regenerirt das Abgestossene, welches die unter dem Mikroskop sichtbaren häutigen Unebenheiten des Haares darstellt.
Das Wachsthum findet hauptsächlich zwischen Schaft und Wurzel statt, indem derHaarkeim,Haarpulpa, der Centraltheil der Haarwurzel, die Hornsubstanz ausschwitzt und zur Haarsubstanz ausbildet, welche den alten Haarschaft vor sich herschiebt. Daher findet man den unteren Theil des Haares bei eingetretener schlechter Ernährung dünner und dürftiger als den oberen Theil, welcher seine Entstehung noch bei guter Ernährung fand.
Nur Haare an gewissen Körpertheilen des Menschen wachsen anhaltend, andere erreichen eine gewisse Länge und wachsen dann nicht mehr, wie z. B. die Flaumhaare der Mädchen, die Haare auf den Handrücken der Männer.
Die Querdurchschnittsfläche der Haare ist eine sehr verschiedene und ihre Form für die Haargattung eine wenig charakteristische. Das Kopfhaar des einen Individuums kann bald eine runde, bald eine ovale, bald eine dreieckige Querdurchschnittsfläche zeigen. Diese Form ist ganz von der Form der Hautöffnung abhängig, durch welche das Haar hervorwächst.
Das Pigment des Markstranges und der Interfibralräume der Markscheide und Corticalschicht ist nur zum Theil die Grundlage des Farbentones der Haare. Dieser ist hauptsächlich von der Farbe der Corticalschicht abhängig. Die Hornfasermasse ist bei schwarzem Haar schwarz oder vielmehr in der einzelnen Faser dunkelgrau, bei rothem Haar röthlich, bei braunem Haar bräunlich, bei blondem gelblich. Der dunklere Ton der Farbe ist eine natürlicheFolge des Haarfettes, welches das Haar ausschwitzt. Jedes Fett macht eine matte Farbe dunkler und lebhafter, wie wir dies aus der Oelmalerei wissen. Das weiss werdende Haar entsteht daher auch nicht durch ein Verschwinden des Pigments des Markes, sondern durch verminderte Fettausscheidung, oder gleichsam durch Absterben der Corticalschicht, welche dadurch undurchsichtig wird, und dessen Hornfasern dann in derselben Weise nicht mehr das Licht durchlassen wie ein Bündel feingesponnenen Glases. Ein weisses Haar kann daher in dem Markstrange und in den Zellen der Markscheide das ursprüngliche dunklere Pigment noch enthalten.
Obgleich charakteristische Unterschiede der Haare der Menschen scheinbar kaum hervortreten, so ergeben sich dennoch in forensischer Beziehung viele Anhaltspunkte, welche für sich oder mit einander combinirt, zu gewissen Schlüssen hinleiten.
Die mittlere Dicke der Haare von verschiedenen Körpertheilen des Menschen fand Dr.Pfaff[6]:
Flaumhaar der Säuglinge0,008–0,01mm.Flaumhaar am Arme eines Mädchens0,015mm.Flaumhaar an der Oberlippe einer Frau0,018 „Haar am Arme eines Mannes0,03–0,04mm.Augenwimper eines Mannes0,04mm.Haar aus dem Gehörgange0,045 „Haupthaar eines Weibes0,06 „Haar von der Hand eines Mannes0,07 „Haupthaar eines Mannes0,08 „Haar aus der Nase eines Mannes0,08 „Schamhaar eines Mannes0,11 „Augenbrauenhaar eines Mannes0,12 „Haar aus dem Schnurrbart0,13–0,14mm.Schamhaar eines Weibes0,15mm.Backenbarthaar0,15 „(Schweinsborste0,27 „)
Diese Angaben bieten nur annähernde Zahlen, lassen auch manche Abweichungen zu, z. B. kann ein Kopfhaar eines Mannes einen geringeren Querdurchmesser haben als dasjenige eines Weibes.
Fig. 107.Kopfhaar,avor einem Vierteljahr verschnitten.500mal vergr.
Fig. 107.
Kopfhaar,avor einem Vierteljahr verschnitten.500mal vergr.
Kopfhaar,avor einem Vierteljahr verschnitten.500mal vergr.
Fig. 108.Kopfhaar,bblondes Kopfhaar,cweisses Kopfhaar eines Greises,dsich spaltendes Haar.500mal vergr.
Fig. 108.
Kopfhaar,bblondes Kopfhaar,cweisses Kopfhaar eines Greises,dsich spaltendes Haar.500mal vergr.
Kopfhaar,bblondes Kopfhaar,cweisses Kopfhaar eines Greises,dsich spaltendes Haar.500mal vergr.
DasKopfhaardes Mannes unterscheidet sich von demjenigen eines Weibes durch eine dickere Wurzel. Die Spitze läuft um so mehr verjüngt aus, je entfernter der Zeitpunkt liegt, seit welchem es verschnitten wurde. Die Spitze des Kopfhaares einer Frau ist gewöhnlich nicht dünner als der Hauptschaft, häufig auch noch mehrfach gespalten. Wenn bei älteren Frauen das Wachsthum der Haare nachlässt, fangen auch die Haarenden an, dünner und spitziger zu werden. Frauenkopfhaar soll durch Aetzlauge schneller zerstört werden als Männerkopfhaar. Kopfhaar mit einer Querdurchschnittsfläche von der Form der Ellipse ist zur natürlichen Kräuselung geneigt.
DieAugenbrauenhaaresind glatt, oval oder kantig im Durchschnitt und laufen in eine feine Spitze aus, wenn sie nicht verschnitten wurden.
Fig. 109.Dunkelbraunes Frauenkopfhaar.Markstücke spitz.aSpitze.500mal vergr.
Fig. 109.
Dunkelbraunes Frauenkopfhaar.Markstücke spitz.aSpitze.500mal vergr.
Dunkelbraunes Frauenkopfhaar.Markstücke spitz.aSpitze.500mal vergr.
Fig. 110.Kinnbarthaar.brbraunes,grgrau werdendes.500mal vergr.
Fig. 110.
Kinnbarthaar.brbraunes,grgrau werdendes.500mal vergr.
Kinnbarthaar.brbraunes,grgrau werdendes.500mal vergr.
DasAugenwimperhaarist meist scharfkantig, an den Kanten mit scharfen, dornähnlichen Hervorragungen versehen, deren Spitzen nach der Spitze des Haares gerichtet sind. Die Wurzel ist schlank und rübenförmig.
DasSchnurrbarthaarist dem vorigen ähnlich, aber glatter und mit dickerer Wurzel.
DasBackenbarthaarist ziemlich dick, mit sehr unebenem Periderma. Seine Wurzel ist nur weniger dick als der Schaft. Das Backenbarthaar derjenigen Männer, welche leicht und stark transspiriren, soll in der Peridermaschicht hier und da dunkle punktartige Erhabenheiten zeigen.
DasNasenhaarhat gemeiniglich eine sehr unebene Aussenfläche voller warziger Auftreibungen. Es läuft in eine feine dünne Spitze aus, und die Wurzel zeigt im Längendurchschnitt Guitarrenform. DasHärchenaus dem Ohre ist dem Nasenhärchen sehr ähnlich, nur weniger uneben und mehr konisch auslaufend.
DasAchselgrubenhaartritt aus seiner Wurzel nicht allmählich, sondern stielartig hervor. Am Austritt, also am untersten Theile seines Schaftes, ist es glatt, dann aber längs seines Schaftes mit vielen blättrigen und warzenförmigen Erhabenheiten bedeckt, in Folge der Auflockerung der Peridermaschicht durch Schweiss und Reibung. Seine Spitze ist konisch, aber nicht fein auslaufend. Die Farbe ist meist röthlich.
DasBrusthaarist dem vorigen sehr ähnlich, gewöhnlich aber kürzer, nicht nothwendig röthlich. Die Wurzel ist fleischig und dick, die Spitze kolbig.
DasHandrückenhaardes Mannes hat eine keulenförmige Spitze, ebenso dick oder dicker als der Schaft. Die Wurzel ist lang und dünner als der Schaft. Die Haare vom Vorder- und Oberarm des Mannes haben eine ähnliche Form, es ist jedoch in Folge der Reibung durch die Bekleidung die Spitze gespalten.
DasHaaran den Extremitäten der Frauen ist meist Flaumhaar.
DieSchamhaaresind durch die Neigung zur Kräuselung charakterisirt. Die Querdurchschnittsfläche ist meist oval oder elliptisch, die Markstücke sind stumpf. Die Peridermaschicht ist uneben, knorrig und von abgelöster Hornsubstanz ästig. Das Schamhaar der Männer ist meist dünner als das der Weiber, jedoch ist die Wurzel des ersteren dicker und knolliger, die Wurzel des letzteren dagegen nicht dicker als der Schaft. (Das weibliche Schamhaar ist wegen flach liegender Wurzel leichter auszureissen). Das Haar vomMons Venerisist an der Spitze keulenförmig, bei jungen Personen konisch-spitz. Das Haar vomScrotumist dem Achselgrubenhaar sehr ähnlich, jedoch häufig mit unegal dickem Schafte.
Ob ein Haar unlängst oder vor längerer Zeitabgeschnittenist, beantwortet die Spitze des Haares.AusgefallenesHaar hat eine mehr glatte abgerundete Wurzel,ausgerissenesHaar eine rauhe zackige oder ästige Wurzel.ZerrissenesHaar zeigt an der Rissfläche Hornfaserstumpfe von verschiedener Länge. Eine Schnittfläche ist glatt, flach oder convex.
Fig. 111.Schamhaare.500mal vergr.
Fig. 111.
Schamhaare.500mal vergr.
Schamhaare.500mal vergr.
Fig. 112.Schamhaar mit darauf eingetrocknetem Sperma.a,aaSpitzen des Schamhaares.500mal vergr.
Fig. 112.
Schamhaar mit darauf eingetrocknetem Sperma.a,aaSpitzen des Schamhaares.500mal vergr.
Schamhaar mit darauf eingetrocknetem Sperma.a,aaSpitzen des Schamhaares.500mal vergr.
Die Wurzeln der Haare junger Personen lösen sich nachPfaffschneller in Aetzlauge auf als diejenigen der Haare älterer Leute. Die Marksubstanz geschwächter oder älterer Leute ist weniger zusammenhängend und durch Hornsubstanz häufiger unterbrochen.
Bei der Frage der Nothzucht kann sich auch in den Schamhaaren der Genothzüchtigten eingetrocknetes Sperma mit Fäden vorfinden, oft untermischt mit kleinen Krystallen.
DerWeichselzopf(Plica Polonica), im Weichselgebiet Polens endemisch, ist dem Kopfgrind verwandt und besteht durch Verkittung und Verfilzung der Kopfhaare zu einzelnen Bündeln. Haare und Kopfhaut schwitzen eine klebrige Feuchtigkeit aus, welche aus den Sporen und Schleimlagern eines Pilzes,TrichomaphytonoderMycoderma plicae Polonicae, bestehen.
Fig. 113.Weichselzopfhaar mit seinem Pilze.500mal vergr.
Fig. 113.
Weichselzopfhaar mit seinem Pilze.500mal vergr.
Weichselzopfhaar mit seinem Pilze.500mal vergr.
Fig. 114.Biber.bcOberhaar,aSpitze, links Flaumhaar (Grundwolle). 300mal vergr.
Fig. 114.
Biber.bcOberhaar,aSpitze, links Flaumhaar (Grundwolle). 300mal vergr.
Biber.bcOberhaar,aSpitze, links Flaumhaar (Grundwolle). 300mal vergr.
Fig. 115.Biber.Starkes Oberhaar (Grannen).300mal vergr.
Fig. 115.
Biber.Starkes Oberhaar (Grannen).300mal vergr.
Biber.Starkes Oberhaar (Grannen).300mal vergr.
DasHaarderThierezeigt einen von dem Menschenhaar wesentlich verschiedenen Bau, auch die Verschiedenheit des von verschiedenen Körpertheilen desselben Thieres entnommenen Haares ist eine sehr grosse. Eine Eigenthümlichkeit des Thierpelzes ist die Zusammensetzung aus den eigentlichen Haaren, Oberhaaren, und dem Flaum oder Unterhaar. Letzteres ist zart und oft 100mal dünner als das Oberhaar. Die in den folgenden Figuren dargestellten dünneren Theilegehören dem Unterhaar (Grundwolle) an. Sämmtlich in 300m. Vergr.
Fig. 116.Hund (Prairienhund).Links Flaumhaar.
Fig. 116.
Hund (Prairienhund).Links Flaumhaar.
Hund (Prairienhund).Links Flaumhaar.
Fig. 117.Zobel.Links Flaumhaar.
Fig. 117.
Zobel.Links Flaumhaar.
Zobel.Links Flaumhaar.
Fig. 118.Virginische Otter.Links Flaumhaar.
Fig. 118.
Virginische Otter.Links Flaumhaar.
Virginische Otter.Links Flaumhaar.
Fig. 119.Nerz.Links Flaumhaar.
Fig. 119.
Nerz.Links Flaumhaar.
Nerz.Links Flaumhaar.
Steinmarderpelzhaarist dem Zobelhaar sehr ähnlich, nur ist die Markröhre dunkler und die Seitenzacken treten stärker hervor.
Baummarderhaarist dem Nerzhaar sehr ähnlich.
Fig. 120.Hamster.In der Mitte Flaumhaar.
Fig. 120.
Hamster.In der Mitte Flaumhaar.
Hamster.In der Mitte Flaumhaar.
Fig. 121.Kaninchen.Links Flaumhaar.
Fig. 121.
Kaninchen.Links Flaumhaar.
Kaninchen.Links Flaumhaar.
Fig. 122.Katze.Links Flaumhaar.
Fig. 122.
Katze.Links Flaumhaar.
Katze.Links Flaumhaar.
Fig. 123.Bisam.Links Flaumhaar.
Fig. 123.
Bisam.Links Flaumhaar.
Bisam.Links Flaumhaar.
Fig. 124.Fuchs.Links Flaumhaar (Grundwolle).
Fig. 124.
Fuchs.Links Flaumhaar (Grundwolle).
Fuchs.Links Flaumhaar (Grundwolle).