Chapter 3

Du Ewiger, du hast dich mir gezeigt.Ich liebe dich wie einen lieben Sohn,der mich einmal verlassen hat als Kind,weil ihn das Schicksal rief auf einen Thron,vor dem die Länder alle Täler sind.Ich bin zurückgeblieben wie ein Greis,der seinen großen Sohn nicht mehr verstehtund wenig von den neuen Dingen weiß,zu welchen seines Samens Wille geht.Ich bebe manchmal für dein tiefes Glück,das auf so vielen fremden Schiffen fährt,ich wünsche manchmal dich in mich zurück,in dieses Dunkel, das dich großgenährt.Ich bange manchmal, daß du nicht mehr bist,wenn ich mich sehr verliere an die Zeit.Dann les ich von dir: Der Evangelistschreibt überall von deiner Ewigkeit.Ich bin der Vater; doch der Sohn ist mehr,ist alles, was der Vater war, und der,der er nicht wurde, wird in jenem groß;er ist die Zukunft und die Wiederkehr,er ist der Schoß, er ist das Meer ...

Du Ewiger, du hast dich mir gezeigt.Ich liebe dich wie einen lieben Sohn,der mich einmal verlassen hat als Kind,weil ihn das Schicksal rief auf einen Thron,vor dem die Länder alle Täler sind.Ich bin zurückgeblieben wie ein Greis,der seinen großen Sohn nicht mehr verstehtund wenig von den neuen Dingen weiß,zu welchen seines Samens Wille geht.Ich bebe manchmal für dein tiefes Glück,das auf so vielen fremden Schiffen fährt,ich wünsche manchmal dich in mich zurück,in dieses Dunkel, das dich großgenährt.Ich bange manchmal, daß du nicht mehr bist,wenn ich mich sehr verliere an die Zeit.Dann les ich von dir: Der Evangelistschreibt überall von deiner Ewigkeit.

Ich bin der Vater; doch der Sohn ist mehr,ist alles, was der Vater war, und der,der er nicht wurde, wird in jenem groß;er ist die Zukunft und die Wiederkehr,er ist der Schoß, er ist das Meer ...

Dir ist mein Beten keine Blasphemie:als schlüge ich in alten Büchern nach,daß ich dir sehr verwandt bin – tausendfach.Ich will dir Liebe geben. Die und die ...Liebt man denn einen Vater? Geht man nicht,wie du von mir gingst, Härte im Gesicht,von seinen hülflos leeren Händen fort?Legt man nicht leise sein verwelktes Wortin alte Bücher, die man selten liest?Fließt man nicht wie von einer Wasserscheidevon seinem Herzen ab zu Lust und Leide?Ist uns der Vater denn nicht das, was war;vergangne Jahre, welche fremd gedacht,veraltete Gebärde, tote Tracht,verblühte Hände und verblichnes Haar?Und war er selbst für seine Zeit ein Held,er ist das Blatt, das, wenn wir wachsen, fällt.

Dir ist mein Beten keine Blasphemie:als schlüge ich in alten Büchern nach,daß ich dir sehr verwandt bin – tausendfach.

Ich will dir Liebe geben. Die und die ...

Liebt man denn einen Vater? Geht man nicht,wie du von mir gingst, Härte im Gesicht,von seinen hülflos leeren Händen fort?Legt man nicht leise sein verwelktes Wortin alte Bücher, die man selten liest?Fließt man nicht wie von einer Wasserscheidevon seinem Herzen ab zu Lust und Leide?Ist uns der Vater denn nicht das, was war;vergangne Jahre, welche fremd gedacht,veraltete Gebärde, tote Tracht,verblühte Hände und verblichnes Haar?Und war er selbst für seine Zeit ein Held,er ist das Blatt, das, wenn wir wachsen, fällt.

Und seine Sorgfalt ist uns wie ein Alp,und seine Stimme ist uns wie ein Stein, –wir möchten seiner Rede hörig sein,aber wir hören seine Worte halb.Das große Drama zwischen ihm und unslärmt viel zu laut, einander zu verstehn,wir sehen nur die Formen seines Munds,aus denen Silben fallen, die vergehn.So sind wir noch viel ferner ihm als fern,wenn auch die Liebe uns noch weit verwebt,erst wenn er sterben muß auf diesem Stern,sehn wir, daß er auf diesem Stern gelebt.Das ist der Vater uns. Und ich – ich solldich Vater nennen?Das hieße tausendmal mich von dir trennen.Du bist mein Sohn. Ich werde dich erkennen,wie man sein einzigliebes Kind erkennt, auch dann,wenn es ein Mann geworden ist, ein alter Mann.

Und seine Sorgfalt ist uns wie ein Alp,und seine Stimme ist uns wie ein Stein, –wir möchten seiner Rede hörig sein,aber wir hören seine Worte halb.Das große Drama zwischen ihm und unslärmt viel zu laut, einander zu verstehn,wir sehen nur die Formen seines Munds,aus denen Silben fallen, die vergehn.So sind wir noch viel ferner ihm als fern,wenn auch die Liebe uns noch weit verwebt,erst wenn er sterben muß auf diesem Stern,sehn wir, daß er auf diesem Stern gelebt.

Das ist der Vater uns. Und ich – ich solldich Vater nennen?Das hieße tausendmal mich von dir trennen.Du bist mein Sohn. Ich werde dich erkennen,wie man sein einzigliebes Kind erkennt, auch dann,wenn es ein Mann geworden ist, ein alter Mann.

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,und ohne Füße kann ich zu dir gehn,und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.Brich mir die Arme ab, ich fasse dichmit meinem Herzen wie mit einer Hand,halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,und wirfst du in mein Hirn den Brand,so werd ich dich auf meinem Blute tragen.

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,und ohne Füße kann ich zu dir gehn,und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.Brich mir die Arme ab, ich fasse dichmit meinem Herzen wie mit einer Hand,halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,und wirfst du in mein Hirn den Brand,so werd ich dich auf meinem Blute tragen.

Und meine Seele ist ein Weib vor dir.Und ist wie der Naëmi Schnur, wie Ruth.Sie geht bei Tag um deiner Garben Haufwie eine Magd, die tiefe Dienste tut.Aber am Abend steigt sie in die Flutund badet sich und kleidet sich sehr gutund kommt zu dir, wenn alles um dich ruht,und kommt und deckt zu deinen Füßen auf.Und fragst du sie um Mitternacht, sie sagtmit tiefer Einfalt: Ich bin Ruth, die Magd.Spann deine Flügel über deine Magd.Du bist der Erbe ...Und meine Seele schläft dann, bis es tagt,bei deinen Füßen, warm von deinem Blut.Und ist ein Weib vor dir. Und ist wie Ruth.

Und meine Seele ist ein Weib vor dir.Und ist wie der Naëmi Schnur, wie Ruth.Sie geht bei Tag um deiner Garben Haufwie eine Magd, die tiefe Dienste tut.Aber am Abend steigt sie in die Flutund badet sich und kleidet sich sehr gutund kommt zu dir, wenn alles um dich ruht,und kommt und deckt zu deinen Füßen auf.Und fragst du sie um Mitternacht, sie sagtmit tiefer Einfalt: Ich bin Ruth, die Magd.Spann deine Flügel über deine Magd.Du bist der Erbe ...

Und meine Seele schläft dann, bis es tagt,bei deinen Füßen, warm von deinem Blut.Und ist ein Weib vor dir. Und ist wie Ruth.

Du bist der Erbe.Söhne sind die Erben,denn Väter sterben.Söhne stehn und blühn.Du bist der Erbe.

Du bist der Erbe.Söhne sind die Erben,denn Väter sterben.Söhne stehn und blühn.Du bist der Erbe.

Und du erbst das Grünvergangner Gärten und das stille Blauzerfallner Himmel.Tau aus tausend Tagen,die vielen Sommer, die die Sonnen sagen,und lauter Frühlinge mit Glanz und Klagen,wie viele Briefe einer jungen Frau.Du erbst die Herbste, die wie Prunkgewänderin der Erinnerung von Dichtern liegen,und alle Winter, wie verwaiste Länder,scheinen sich leise an dich anzuschmiegen.Du erbst Venedig und Kasan und Rom,Florenz wird dein sein, der Pisaner Dom,die Troïtzka Lawra und das Monastir,das unter Kiews Gärten ein Gewirrvon Gängen bildet, dunkel und verschlungen, –Moskau mit Glocken wie Erinnerungen, –und Klang wird dein sein: Geigen, Hörner, Zungen,und jedes Lied, das tief genug erklungen,wird an dir glänzen wie ein Edelstein.Für dich nur schließen sich die Dichter einund sammeln Bilder, rauschende und reiche,und gehn hinaus und reifen durch Vergleicheund sind ihr ganzes Leben so allein ...Und Maler malen ihre Bilder nur,damit du unvergänglich die Natur,die du vergänglich schufst, zurückempfängst:alles wird ewig. Sieh, das Weib ist längstin der Madonna Lisa reif wie Wein;es müßte nie ein Weib mehr sein,denn Neues bringt kein neues Weib hinzu.Die, welche bilden, sind wie du.Sie wollen Ewigkeit. Sie sagen: Stein,sei ewig. Und das heißt: sei dein!Und auch, die lieben, sammeln für dich ein:Sie sind die Dichter einer kurzen Stunde,sie küssen einem ausdruckslosen Mundeein Lächeln auf, als formten sie ihn schöner,und bringen Lust und sind die Angewöhnerzu Schmerzen, welche erst erwachsen machen.Sie bringen Leiden mit in ihrem Lachen,Sehnsüchte, welche schlafen, und erwachen,um aufzuweinen in der fremden Brust.Sie häufen Rätselhaftes an und sterben,wie Tiere sterben, ohne zu begreifen, –aber sie werden vielleicht Enkel haben,in denen ihre grünen Leben reifen;durch diese wirst du jene Liebe erben,die sie sich blind und wie im Schlafe gaben.So fließt der Dinge Überfluß dir zu.Und wie die obern Becken von Fontänenbeständig überströmen, wie von Strähnengelösten Haares, in die tiefste Schale, –so fällt die Fülle dir in deine Tale,wenn Dinge und Gedanken übergehn.

Und du erbst das Grünvergangner Gärten und das stille Blauzerfallner Himmel.Tau aus tausend Tagen,die vielen Sommer, die die Sonnen sagen,und lauter Frühlinge mit Glanz und Klagen,wie viele Briefe einer jungen Frau.Du erbst die Herbste, die wie Prunkgewänderin der Erinnerung von Dichtern liegen,und alle Winter, wie verwaiste Länder,scheinen sich leise an dich anzuschmiegen.Du erbst Venedig und Kasan und Rom,Florenz wird dein sein, der Pisaner Dom,die Troïtzka Lawra und das Monastir,das unter Kiews Gärten ein Gewirrvon Gängen bildet, dunkel und verschlungen, –Moskau mit Glocken wie Erinnerungen, –und Klang wird dein sein: Geigen, Hörner, Zungen,und jedes Lied, das tief genug erklungen,wird an dir glänzen wie ein Edelstein.

Für dich nur schließen sich die Dichter einund sammeln Bilder, rauschende und reiche,und gehn hinaus und reifen durch Vergleicheund sind ihr ganzes Leben so allein ...Und Maler malen ihre Bilder nur,damit du unvergänglich die Natur,die du vergänglich schufst, zurückempfängst:alles wird ewig. Sieh, das Weib ist längstin der Madonna Lisa reif wie Wein;es müßte nie ein Weib mehr sein,denn Neues bringt kein neues Weib hinzu.Die, welche bilden, sind wie du.Sie wollen Ewigkeit. Sie sagen: Stein,sei ewig. Und das heißt: sei dein!

Und auch, die lieben, sammeln für dich ein:Sie sind die Dichter einer kurzen Stunde,sie küssen einem ausdruckslosen Mundeein Lächeln auf, als formten sie ihn schöner,und bringen Lust und sind die Angewöhnerzu Schmerzen, welche erst erwachsen machen.Sie bringen Leiden mit in ihrem Lachen,Sehnsüchte, welche schlafen, und erwachen,um aufzuweinen in der fremden Brust.Sie häufen Rätselhaftes an und sterben,wie Tiere sterben, ohne zu begreifen, –aber sie werden vielleicht Enkel haben,in denen ihre grünen Leben reifen;durch diese wirst du jene Liebe erben,die sie sich blind und wie im Schlafe gaben.So fließt der Dinge Überfluß dir zu.Und wie die obern Becken von Fontänenbeständig überströmen, wie von Strähnengelösten Haares, in die tiefste Schale, –so fällt die Fülle dir in deine Tale,wenn Dinge und Gedanken übergehn.

Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen,der in das Leben aus der Zelle siehtund der, den Menschen ferner als den Dingen,nicht wagt zu wägen, was geschieht.Doch willst du mich vor deinem Angesicht,aus dem sich dunkel deine Augen heben,dann halte es für meine Hoffart nicht,wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben.Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke,Alltage, Ängste, viele kleine Glücke,verkleidet schon als Kinder, eingemummt,als Masken mündig, als Gesicht verstummt.Ich denke oft: Schatzhäuser müssen sein,wo alle diese vielen Leben liegenwie Panzer oder Sänften oder Wiegen,in welche nie ein Wirklicher gestiegen,und wie Gewänder, welche ganz alleinnicht stehen können und sich sinkend schmiegenan starke Wände aus gewölbtem Stein.Und wenn ich abends immer weitergingeaus meinem Garten, drin ich müde bin, –ich weiß: Dann führen alle Wege hinzum Arsenal der ungelebten Dinge.Dort ist kein Baum, als legte sich das Land,und wie um ein Gefängnis hängt die Wandganz fensterlos in siebenfachem Ringe.Und ihre Tore mit den Eisenspangen,die denen wehren, welche hinverlangen,und ihre Gitter sind von Menschenhand.

Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen,der in das Leben aus der Zelle siehtund der, den Menschen ferner als den Dingen,nicht wagt zu wägen, was geschieht.Doch willst du mich vor deinem Angesicht,aus dem sich dunkel deine Augen heben,dann halte es für meine Hoffart nicht,wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben.Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke,Alltage, Ängste, viele kleine Glücke,verkleidet schon als Kinder, eingemummt,als Masken mündig, als Gesicht verstummt.

Ich denke oft: Schatzhäuser müssen sein,wo alle diese vielen Leben liegenwie Panzer oder Sänften oder Wiegen,in welche nie ein Wirklicher gestiegen,und wie Gewänder, welche ganz alleinnicht stehen können und sich sinkend schmiegenan starke Wände aus gewölbtem Stein.Und wenn ich abends immer weitergingeaus meinem Garten, drin ich müde bin, –ich weiß: Dann führen alle Wege hinzum Arsenal der ungelebten Dinge.Dort ist kein Baum, als legte sich das Land,und wie um ein Gefängnis hängt die Wandganz fensterlos in siebenfachem Ringe.Und ihre Tore mit den Eisenspangen,die denen wehren, welche hinverlangen,und ihre Gitter sind von Menschenhand.

Und doch, obwohl ein jeder von sich strebtwie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, –es ist ein großes Wunder in der Welt:ich fühle:alles Leben wird gelebt.Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, diewie eine ungespielte Melodieim Abend wie in einer Harfe stehn?Sind das die Winde, die von Wassern wehn,sind das die Zweige, die sich Zeichen geben,sind das die Blumen, die die Düfte weben,sind das die langen alternden Alleen?Sind das die warmen Tiere, welche gehn,sind das die Vögel, die sich fremd erheben?Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, – das Leben?

Und doch, obwohl ein jeder von sich strebtwie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, –es ist ein großes Wunder in der Welt:ich fühle:alles Leben wird gelebt.Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, diewie eine ungespielte Melodieim Abend wie in einer Harfe stehn?Sind das die Winde, die von Wassern wehn,sind das die Zweige, die sich Zeichen geben,sind das die Blumen, die die Düfte weben,sind das die langen alternden Alleen?Sind das die warmen Tiere, welche gehn,sind das die Vögel, die sich fremd erheben?Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, – das Leben?

Du bist der Alte, dem die Haarevon Ruß versengt sind und verbrannt,du bist der große Unscheinbaremit deinem Hammer in der Hand.Du bist der Schmied, das Lied der Jahre,der immer an dem Amboß stand.Du bist, der niemals Sonntag hat,der in die Arbeit Eingekehrte,der sterben könnte überm Schwerte,das noch nicht glänzend wird und glatt.Wenn bei uns Mühle steht und Sägeund alle trunken sind und träge,dann hört man deine Hammerschlägean allen Glocken in der Stadt.Du bist der Mündige, der Meister,und keiner hat dich lernen sehn;ein Unbekannter, Hergereister,von dem bald flüsternder, bald dreisterdie Reden und Gerüchte gehn.

Du bist der Alte, dem die Haarevon Ruß versengt sind und verbrannt,du bist der große Unscheinbaremit deinem Hammer in der Hand.Du bist der Schmied, das Lied der Jahre,der immer an dem Amboß stand.

Du bist, der niemals Sonntag hat,der in die Arbeit Eingekehrte,der sterben könnte überm Schwerte,das noch nicht glänzend wird und glatt.Wenn bei uns Mühle steht und Sägeund alle trunken sind und träge,dann hört man deine Hammerschlägean allen Glocken in der Stadt.

Du bist der Mündige, der Meister,und keiner hat dich lernen sehn;ein Unbekannter, Hergereister,von dem bald flüsternder, bald dreisterdie Reden und Gerüchte gehn.

Gerüchte gehn, die dich vermuten,und Zweifel gehn, die dich verwischen.Die Trägen und die Träumerischenmißtrauen ihren eignen Glutenund wollen, daß die Berge bluten,denn eher glauben sie dich nicht.Du aber senkst dein Angesicht.Du könntest den Bergen die Adern aufschneidenals Zeichen eines großen Gerichts;aber dir liegt nichtsan den Heiden.Du willst nicht streiten mit allen Listenund nicht suchen die Liebe des Lichts;denn dir liegt nichtsan den Christen.Dir liegt an den Fragenden nichts.Sanften Gesichtssiehst du den Tragenden zu.

Gerüchte gehn, die dich vermuten,und Zweifel gehn, die dich verwischen.Die Trägen und die Träumerischenmißtrauen ihren eignen Glutenund wollen, daß die Berge bluten,denn eher glauben sie dich nicht.Du aber senkst dein Angesicht.Du könntest den Bergen die Adern aufschneidenals Zeichen eines großen Gerichts;aber dir liegt nichtsan den Heiden.

Du willst nicht streiten mit allen Listenund nicht suchen die Liebe des Lichts;denn dir liegt nichtsan den Christen.

Dir liegt an den Fragenden nichts.Sanften Gesichtssiehst du den Tragenden zu.

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.Und die, so dich finden, binden dichan Bild und Gebärde.Ich aber will dich begreifen,wie dich die Erde begreift;mit meinem Reifenreiftdein Reich.Ich will von dir keine Eitelkeit,die dich beweist.Ich weiß, daß die Zeitanders heißtals du.Tu mir kein Wunder zulieb.Gib deinen Gesetzen recht,die von Geschlecht zu Geschlechtsichtbarer sind.

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.Und die, so dich finden, binden dichan Bild und Gebärde.

Ich aber will dich begreifen,wie dich die Erde begreift;mit meinem Reifenreiftdein Reich.

Ich will von dir keine Eitelkeit,die dich beweist.Ich weiß, daß die Zeitanders heißtals du.

Tu mir kein Wunder zulieb.Gib deinen Gesetzen recht,die von Geschlecht zu Geschlechtsichtbarer sind.

Wenn etwas mir vom Fenster fällt(und wenn es auch das Kleinste wäre)wie stürzt sich das Gesetz der Schweregewaltig wie ein Wind vom Meereauf jeden Ball und jede Beereund trägt sie in den Kern der Welt.Ein jedes Ding ist überwachtvon einer flugbereiten Gütewie jeder Stein und jede Blüteund jedes kleine Kind bei Nacht.Nur wir, in unsrer Hoffart, drängenaus einigen Zusammenhängenin einer Freiheit leeren Raum,statt, klugen Kräften hingegeben,uns aufzuheben wie ein Baum.Statt in die weitesten Geleisesich still und willig einzureihn,verknüpft man sich auf manche Weise, –und wer sich ausschließt jedem Kreise,ist jetzt so namenlos allein.Da muß er lernen von den Dingen,anfangen wieder wie ein Kind,weil sie, die Gott am Herzen hingen,nicht von ihm fortgegangen sind.Eins muß er wieder können: fallen,geduldig in der Schwere ruhn,der sich vermaß, den Vögeln allenim Fliegen es zuvorzutun.(Denn auch die Engel fliegen nicht mehr.Schweren Vögeln gleichen die Seraphim,welche um ihn sitzen und sinnen;Trümmern von Vögeln, Pinguinengleichen sie, wie sie verkümmern ...)

Wenn etwas mir vom Fenster fällt(und wenn es auch das Kleinste wäre)wie stürzt sich das Gesetz der Schweregewaltig wie ein Wind vom Meereauf jeden Ball und jede Beereund trägt sie in den Kern der Welt.

Ein jedes Ding ist überwachtvon einer flugbereiten Gütewie jeder Stein und jede Blüteund jedes kleine Kind bei Nacht.Nur wir, in unsrer Hoffart, drängenaus einigen Zusammenhängenin einer Freiheit leeren Raum,statt, klugen Kräften hingegeben,uns aufzuheben wie ein Baum.Statt in die weitesten Geleisesich still und willig einzureihn,verknüpft man sich auf manche Weise, –und wer sich ausschließt jedem Kreise,ist jetzt so namenlos allein.Da muß er lernen von den Dingen,anfangen wieder wie ein Kind,weil sie, die Gott am Herzen hingen,nicht von ihm fortgegangen sind.Eins muß er wieder können: fallen,geduldig in der Schwere ruhn,der sich vermaß, den Vögeln allenim Fliegen es zuvorzutun.

(Denn auch die Engel fliegen nicht mehr.Schweren Vögeln gleichen die Seraphim,welche um ihn sitzen und sinnen;Trümmern von Vögeln, Pinguinengleichen sie, wie sie verkümmern ...)

Du meinst die Demut. Angesichtergesenkt in stillem Dichverstehn.So gehen abends junge Dichterin den entlegenen Alleen.So stehn die Bauern um die Leiche,wenn sich ein Kind im Tod verlor, –und was geschieht, ist doch das gleiche:es geht ein Übergroßes vor.Wer dich zum erstenmal gewahrt,den stört der Nachbar und die Uhr,der geht, gebeugt zu deiner Spur,und wie beladen und bejahrt.Erst später naht er der Naturund fühlt die Winde und die Fernen,hört dich, geflüstert von der Flur,sieht dich, gesungen von den Sternen,und kann dich nirgends mehr verlernen,und alles ist dein Mantel nur.Ihm bist du neu und nah und gutund wunderschön wie eine Reise,die er in stillen Schiffen leiseauf einem großen Flusse tut.Das Land ist weit, in Winden, eben,sehr großen Himmeln preisgegebenund alten Wäldern untertan.Die kleinen Dörfer, die sich nahn,vergehen wieder wie Geläuteund wie ein Gestern und ein Heuteund so wie alles, was wir sahn.Aber an dieses Stromes Laufstehn immer wieder Städte aufund kommen wie auf Flügelschlägender feierlichen Fahrt entgegen.Und manchmal lenkt das Schiff zu Stellen,die einsam, sonder Dorf und Stadt,auf etwas warten an den Wellen, –auf den, der keine Heimat hat ...Für solche stehn dort kleine Wagen(ein jeder mit drei Pferden vor),die atemlos nach Abend jagenauf einem Weg, der sich verlor.

Du meinst die Demut. Angesichtergesenkt in stillem Dichverstehn.So gehen abends junge Dichterin den entlegenen Alleen.So stehn die Bauern um die Leiche,wenn sich ein Kind im Tod verlor, –und was geschieht, ist doch das gleiche:es geht ein Übergroßes vor.

Wer dich zum erstenmal gewahrt,den stört der Nachbar und die Uhr,der geht, gebeugt zu deiner Spur,und wie beladen und bejahrt.Erst später naht er der Naturund fühlt die Winde und die Fernen,hört dich, geflüstert von der Flur,sieht dich, gesungen von den Sternen,und kann dich nirgends mehr verlernen,und alles ist dein Mantel nur.

Ihm bist du neu und nah und gutund wunderschön wie eine Reise,die er in stillen Schiffen leiseauf einem großen Flusse tut.

Das Land ist weit, in Winden, eben,sehr großen Himmeln preisgegebenund alten Wäldern untertan.Die kleinen Dörfer, die sich nahn,vergehen wieder wie Geläuteund wie ein Gestern und ein Heuteund so wie alles, was wir sahn.Aber an dieses Stromes Laufstehn immer wieder Städte aufund kommen wie auf Flügelschlägender feierlichen Fahrt entgegen.

Und manchmal lenkt das Schiff zu Stellen,die einsam, sonder Dorf und Stadt,auf etwas warten an den Wellen, –auf den, der keine Heimat hat ...Für solche stehn dort kleine Wagen(ein jeder mit drei Pferden vor),die atemlos nach Abend jagenauf einem Weg, der sich verlor.

In diesem Dorfe steht das letzte Hausso einsam wie das letzte Haus der Welt.Die Straße, die das kleine Dorf nicht hält,geht langsam weiter in die Nacht hinaus.Das kleine Dorf ist nur ein Übergangzwischen zwei Weiten, ahnungsvoll und bang,ein Weg an Häusern hin statt eines Stegs.Und die das Dorf verlassen, wandern lang,und viele sterben vielleicht unterwegs.

In diesem Dorfe steht das letzte Hausso einsam wie das letzte Haus der Welt.

Die Straße, die das kleine Dorf nicht hält,geht langsam weiter in die Nacht hinaus.

Das kleine Dorf ist nur ein Übergangzwischen zwei Weiten, ahnungsvoll und bang,ein Weg an Häusern hin statt eines Stegs.

Und die das Dorf verlassen, wandern lang,und viele sterben vielleicht unterwegs.

Manchmal steht einer auf beim Abendbrotund geht hinaus und geht und geht und geht, –weil eine Kirche wo im Osten steht.Und seine Kinder segnen ihn wie tot.Und einer, welcher stirbt in seinem Haus,bleibt drinnen wohnen, bleibt in Tisch und Glas,so daß die Kinder in die Welt hinauszu jener Kirche ziehn, die er vergaß.

Manchmal steht einer auf beim Abendbrotund geht hinaus und geht und geht und geht, –weil eine Kirche wo im Osten steht.

Und seine Kinder segnen ihn wie tot.

Und einer, welcher stirbt in seinem Haus,bleibt drinnen wohnen, bleibt in Tisch und Glas,so daß die Kinder in die Welt hinauszu jener Kirche ziehn, die er vergaß.

Nachtwächter ist der Wahnsinn,weiler wacht.Bei jeder Stunde bleibt er lachend stehn,und einen Namen sucht er für die Nachtund nennt sie: sieben, achtundzwanzig, zehn ...Und ein Triangel trägt er in der Hand,und weil er zittert, schlägt es an den Randdes Horns, das er nicht blasen kann, und singtdas Lied, das er zu allen Häusern bringt.Die Kinder haben eine gute Nachtund hören träumend, daß der Wahnsinn wacht.Die Hunde aber reißen sich vom Ringund gehen in den Häusern groß umherund zittern, wenn er schon vorüberging,und fürchten sich vor seiner Wiederkehr.

Nachtwächter ist der Wahnsinn,weiler wacht.Bei jeder Stunde bleibt er lachend stehn,und einen Namen sucht er für die Nachtund nennt sie: sieben, achtundzwanzig, zehn ...Und ein Triangel trägt er in der Hand,und weil er zittert, schlägt es an den Randdes Horns, das er nicht blasen kann, und singtdas Lied, das er zu allen Häusern bringt.

Die Kinder haben eine gute Nachtund hören träumend, daß der Wahnsinn wacht.Die Hunde aber reißen sich vom Ringund gehen in den Häusern groß umherund zittern, wenn er schon vorüberging,und fürchten sich vor seiner Wiederkehr.

Weißt du von jenen Heiligen, mein Herr?Sie fühlen auch verschloßne Klosterstubenzu nahe an Gelächter und Geplärr,so daß sie tief sich in die Erde gruben.Ein jeder atmete mit seinem Lichtdie kleine Luft in seiner Grube aus,vergaß sein Alter und sein Angesichtund lebte wie ein fensterloses Hausund starb nicht mehr, als wär er lange tot.Sie lasen selten; alles war verdorrt,als wäre Frost in jedes Buch gekrochen,und wie die Kutte hing von ihren Knochen,so hing der Sinn herab von jedem Wort.Sie redeten einander nicht mehr an,wenn sie sich fühlten in den schwarzen Gängen,sie ließen ihre langen Haare hängen,und keiner wußte, ob sein Nachbarmannnicht stehend starb.In einem runden Raum,wo Silberlampen sich von Balsam nährten,versammelten sich manchmal die Gefährtenvor goldnen Türen wie vor goldnen Gärtenund schauten voller Mißtraun in den Traumund rauschten leise mit den langen Bärten.Ihr Leben war wie tausend Jahre groß,seit es sich nicht mehr schied in Nacht und Helle;sie waren, wie gewälzt von einer Welle,zurückgekehrt in ihrer Mutter Schoß.Sie saßen rundgekrümmt wie Embryosmit großen Köpfen und mit kleinen Händenund aßen nicht, als ob sie Nahrung fändenaus jener Erde, die sie schwarz umschloß.Jetzt zeigt man sie den tausend Pilgern, dieaus Stadt und Steppe zu dem Kloster wallen.Seit dreimal hundert Jahren liegen sie,und ihre Leiber können nicht zerfallen.Das Dunkel häuft sich wie ein Licht, das rußt,auf ihren langen lagernden Gestalten,die unter Tüchern heimlich sich erhalten, –und ihrer Hände ungelöstes Faltenliegt ihnen wie Gebirge auf der Brust.Du großer alter Herzog des Erhabnen:hast du vergessen, diesen Eingegrabnenden Tod zu schicken, der sie ganz verbraucht,weil sie sich tief in Erde eingetaucht?Sind die, die sich Verstorbenen vergleichen,am ähnlichsten der Unvergänglichkeit?Ist das das große Leben deiner Leichen,das überdauern soll den Tod der Zeit?Sind sie dir noch zu deinen Plänen gut?Erhältst du unvergängliche Gefäße,die du, der allen Maßen Ungemäße,einmal erfüllen willst mit deinem Blut?

Weißt du von jenen Heiligen, mein Herr?

Sie fühlen auch verschloßne Klosterstubenzu nahe an Gelächter und Geplärr,so daß sie tief sich in die Erde gruben.Ein jeder atmete mit seinem Lichtdie kleine Luft in seiner Grube aus,vergaß sein Alter und sein Angesichtund lebte wie ein fensterloses Hausund starb nicht mehr, als wär er lange tot.Sie lasen selten; alles war verdorrt,als wäre Frost in jedes Buch gekrochen,und wie die Kutte hing von ihren Knochen,so hing der Sinn herab von jedem Wort.Sie redeten einander nicht mehr an,wenn sie sich fühlten in den schwarzen Gängen,sie ließen ihre langen Haare hängen,und keiner wußte, ob sein Nachbarmannnicht stehend starb.

In einem runden Raum,wo Silberlampen sich von Balsam nährten,versammelten sich manchmal die Gefährtenvor goldnen Türen wie vor goldnen Gärtenund schauten voller Mißtraun in den Traumund rauschten leise mit den langen Bärten.

Ihr Leben war wie tausend Jahre groß,seit es sich nicht mehr schied in Nacht und Helle;sie waren, wie gewälzt von einer Welle,zurückgekehrt in ihrer Mutter Schoß.Sie saßen rundgekrümmt wie Embryosmit großen Köpfen und mit kleinen Händenund aßen nicht, als ob sie Nahrung fändenaus jener Erde, die sie schwarz umschloß.

Jetzt zeigt man sie den tausend Pilgern, dieaus Stadt und Steppe zu dem Kloster wallen.Seit dreimal hundert Jahren liegen sie,und ihre Leiber können nicht zerfallen.Das Dunkel häuft sich wie ein Licht, das rußt,auf ihren langen lagernden Gestalten,die unter Tüchern heimlich sich erhalten, –und ihrer Hände ungelöstes Faltenliegt ihnen wie Gebirge auf der Brust.

Du großer alter Herzog des Erhabnen:hast du vergessen, diesen Eingegrabnenden Tod zu schicken, der sie ganz verbraucht,weil sie sich tief in Erde eingetaucht?Sind die, die sich Verstorbenen vergleichen,am ähnlichsten der Unvergänglichkeit?Ist das das große Leben deiner Leichen,das überdauern soll den Tod der Zeit?Sind sie dir noch zu deinen Plänen gut?Erhältst du unvergängliche Gefäße,die du, der allen Maßen Ungemäße,einmal erfüllen willst mit deinem Blut?

Du bist die Zukunft, großes Morgenrotüber den Ebenen der Ewigkeit.Du bist der Hahnschrei nach der Nacht der Zeit,der Tau, die Morgenmette und die Maid,der fremde Mann, die Mutter und der Tod.Du bist die sich verwandelnde Gestalt,die immer einsam aus dem Schicksal ragt,die unbejubelt bleibt und unbeklagtund unbeschrieben wie ein wilder Wald.Du bist der Dinge tiefer Inbegriff,der seines Wesens letztes Wort verschweigtund sich den andern immer anders zeigt:dem Schiff als Küste und dem Land als Schiff.

Du bist die Zukunft, großes Morgenrotüber den Ebenen der Ewigkeit.Du bist der Hahnschrei nach der Nacht der Zeit,der Tau, die Morgenmette und die Maid,der fremde Mann, die Mutter und der Tod.

Du bist die sich verwandelnde Gestalt,die immer einsam aus dem Schicksal ragt,die unbejubelt bleibt und unbeklagtund unbeschrieben wie ein wilder Wald.

Du bist der Dinge tiefer Inbegriff,der seines Wesens letztes Wort verschweigtund sich den andern immer anders zeigt:dem Schiff als Küste und dem Land als Schiff.

Du bist das Kloster zu den Wundenmalen.Mit zweiunddreißig alten Kathedralenund fünfzig Kirchen, welche aus Opalenund Stücken Bernstein aufgemauert sind.Auf jedem Ding im Klosterhofeliegt deines Klanges eine Strophe,und das gewaltige Tor beginnt.In langen Häusern wohnen Nonnen,Schwarzschwestern, siebenhundertzehn.Manchmal kommt eine an den Bronnen,und eine steht wie eingesponnen,und eine, wie in Abendsonnen,geht schlank in schweigsamen Alleen.Aber die meisten sieht man nie;sie bleiben in der Häuser Schweigenwie in der kranken Brust der Geigendie Melodie, die keiner kann ...Und um die Kirchen rings im Kreise,von schmachtendem Jasmin umstellt,sind Gräberstätten, welche leisewie Steine reden von der Welt.Von jener Welt, die nicht mehr ist,obwohl sie an das Kloster brandet,in eitel Tag und Tand gewandetund gleich bereit zu Lust und List.Sie ist vergangen: denn du bist.Sie fließt noch wie ein Spiel von Lichternüber das teilnahmslose Jahr;doch dir, dem Abend und den Dichternsind, unter rinnenden Gesichtern,die dunkeln Dinge offenbar.

Du bist das Kloster zu den Wundenmalen.Mit zweiunddreißig alten Kathedralenund fünfzig Kirchen, welche aus Opalenund Stücken Bernstein aufgemauert sind.Auf jedem Ding im Klosterhofeliegt deines Klanges eine Strophe,und das gewaltige Tor beginnt.

In langen Häusern wohnen Nonnen,Schwarzschwestern, siebenhundertzehn.Manchmal kommt eine an den Bronnen,und eine steht wie eingesponnen,und eine, wie in Abendsonnen,geht schlank in schweigsamen Alleen.

Aber die meisten sieht man nie;sie bleiben in der Häuser Schweigenwie in der kranken Brust der Geigendie Melodie, die keiner kann ...

Und um die Kirchen rings im Kreise,von schmachtendem Jasmin umstellt,sind Gräberstätten, welche leisewie Steine reden von der Welt.Von jener Welt, die nicht mehr ist,obwohl sie an das Kloster brandet,in eitel Tag und Tand gewandetund gleich bereit zu Lust und List.Sie ist vergangen: denn du bist.

Sie fließt noch wie ein Spiel von Lichternüber das teilnahmslose Jahr;doch dir, dem Abend und den Dichternsind, unter rinnenden Gesichtern,die dunkeln Dinge offenbar.

Die Könige der Welt sind altund werden keine Erben haben.Die Söhne sterben schon als Knaben,und ihre bleichen Töchter gabendie kranken Kronen der Gewalt.Der Pöbel bricht sie klein zu Geld,der zeitgemäße Herr der Weltdehnt sie im Feuer zu Maschinen,die seinem Wollen grollend dienen;aber das Glück ist nicht mit ihnen.Das Erz hat Heimweh. Und verlassenwill es die Münzen und die Räder,die es ein kleines Leben lehren.Und aus Fabriken und aus Kassenwird es zurück in das Geäderder aufgetanen Berge kehren,die sich verschließen hinter ihm.

Die Könige der Welt sind altund werden keine Erben haben.Die Söhne sterben schon als Knaben,und ihre bleichen Töchter gabendie kranken Kronen der Gewalt.Der Pöbel bricht sie klein zu Geld,der zeitgemäße Herr der Weltdehnt sie im Feuer zu Maschinen,die seinem Wollen grollend dienen;aber das Glück ist nicht mit ihnen.Das Erz hat Heimweh. Und verlassenwill es die Münzen und die Räder,die es ein kleines Leben lehren.Und aus Fabriken und aus Kassenwird es zurück in das Geäderder aufgetanen Berge kehren,die sich verschließen hinter ihm.

Alles wird wieder groß sein und gewaltig.Die Lande einfach und die Wasser faltig,die Bäume riesig und sehr klein die Mauern;und in den Tälern, stark und vielgestaltig,ein Volk von Hirten und von Ackerbauern.Und keine Kirchen, welche Gott umklammernwie einen Flüchtling und ihn dann bejammernwie ein gefangenes und wundes Tier, –die Häuser gastlich allen Einlaßklopfernund ein Gefühl von unbegrenztem Opfernin allem Handeln und in dir und mir.Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach drüben,nur Sehnsucht, auch den Tod nicht zu entweihnund dienend sich am Irdischen zu üben,um seinen Händen nicht mehr neu zu sein.

Alles wird wieder groß sein und gewaltig.Die Lande einfach und die Wasser faltig,die Bäume riesig und sehr klein die Mauern;und in den Tälern, stark und vielgestaltig,ein Volk von Hirten und von Ackerbauern.

Und keine Kirchen, welche Gott umklammernwie einen Flüchtling und ihn dann bejammernwie ein gefangenes und wundes Tier, –die Häuser gastlich allen Einlaßklopfernund ein Gefühl von unbegrenztem Opfernin allem Handeln und in dir und mir.

Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach drüben,nur Sehnsucht, auch den Tod nicht zu entweihnund dienend sich am Irdischen zu üben,um seinen Händen nicht mehr neu zu sein.

Auch du wirst groß sein. Größer noch, als einer,der jetzt schon leben muß, dich sagen kann.Viel ungewöhnlicher und ungemeinerund noch viel älter als ein alter Mann.Man wird dich fühlen: daß ein Duften gingeaus eines Gartens naher Gegenwart;und wie ein Kranker seine liebsten Dingewird man dich lieben ahnungsvoll und zart.Es wird kein Beten geben, das die Leutezusammenschart. Du bist nicht im Verein;und wer dich fühlte und sich an dir freute,wird wie der Einzige auf Erden sein:ein Ausgestoßener und ein Vereinter,gesammelt und vergeudet doch zugleich;ein Lächelnder und doch ein Halbverweinter,klein wie ein Haus und mächtig wie ein Reich.

Auch du wirst groß sein. Größer noch, als einer,der jetzt schon leben muß, dich sagen kann.Viel ungewöhnlicher und ungemeinerund noch viel älter als ein alter Mann.

Man wird dich fühlen: daß ein Duften gingeaus eines Gartens naher Gegenwart;und wie ein Kranker seine liebsten Dingewird man dich lieben ahnungsvoll und zart.

Es wird kein Beten geben, das die Leutezusammenschart. Du bist nicht im Verein;und wer dich fühlte und sich an dir freute,wird wie der Einzige auf Erden sein:ein Ausgestoßener und ein Vereinter,gesammelt und vergeudet doch zugleich;ein Lächelnder und doch ein Halbverweinter,klein wie ein Haus und mächtig wie ein Reich.

Es wird nicht Ruhe in den Häusern, sei’s,daß einer stirbt und sie ihn weitertragen,sei es, daß wer auf heimliches Geheißden Pilgerstock nimmt und den Pilgerkragen,um in der Fremde nach dem Weg zu fragen,auf welchem er dich warten weiß.Die Straßen werden derer niemals leer,die zu dir wollen wie zu jener Rose,die alle tausend Jahre einmal blüht.Viel dunkles Volk und beinah Namenlose,und wenn sie dich erreichen, sind sie müd.Aber ich habe ihren Zug gesehn;und glaube seither, daß die Winde wehnaus ihren Mänteln, welche sich bewegen,und stille sind, wenn sie sich niederlegen –:so groß war in den Ebenen ihr Gehn.

Es wird nicht Ruhe in den Häusern, sei’s,daß einer stirbt und sie ihn weitertragen,sei es, daß wer auf heimliches Geheißden Pilgerstock nimmt und den Pilgerkragen,um in der Fremde nach dem Weg zu fragen,auf welchem er dich warten weiß.

Die Straßen werden derer niemals leer,die zu dir wollen wie zu jener Rose,die alle tausend Jahre einmal blüht.Viel dunkles Volk und beinah Namenlose,und wenn sie dich erreichen, sind sie müd.

Aber ich habe ihren Zug gesehn;und glaube seither, daß die Winde wehnaus ihren Mänteln, welche sich bewegen,und stille sind, wenn sie sich niederlegen –:so groß war in den Ebenen ihr Gehn.

So möcht ich zu dir gehn: von fremden SchwellenAlmosen sammelnd, die mich ungern nähren.Und wenn der Wege wirrend viele wären,so würd ich mich den Ältesten gesellen.Ich würde mich zu kleinen Greisen stellen,und wenn sie gingen, schaut ich wie im Traum,daß ihre Kniee aus der Bärte Wellenwie Inseln tauchen, ohne Strauch und Baum.Wir überholten Männer, welche blindmit ihren Knaben wie mit Augen schauen,und Trinkende am Fluß und müde Frauenund viele Frauen, welche schwanger sind.Und alle waren mir so seltsam nah, –als ob die Männer einen Blutsverwandten,die Frauen einen Freund in mir erkannten,und auch die Hunde kamen, die ich sah.

So möcht ich zu dir gehn: von fremden SchwellenAlmosen sammelnd, die mich ungern nähren.Und wenn der Wege wirrend viele wären,so würd ich mich den Ältesten gesellen.Ich würde mich zu kleinen Greisen stellen,und wenn sie gingen, schaut ich wie im Traum,daß ihre Kniee aus der Bärte Wellenwie Inseln tauchen, ohne Strauch und Baum.

Wir überholten Männer, welche blindmit ihren Knaben wie mit Augen schauen,und Trinkende am Fluß und müde Frauenund viele Frauen, welche schwanger sind.Und alle waren mir so seltsam nah, –als ob die Männer einen Blutsverwandten,die Frauen einen Freund in mir erkannten,und auch die Hunde kamen, die ich sah.

Du Gott, ich möchte viele Pilger sein,um so, ein langer Zug, zu dir zu gehn,und um ein großes Stück von dir zu sein:du Garten mit den lebenden Alleen.Wenn ich so gehe, wie ich bin, allein, –wer merkt es denn? Wersiehtmich zu dir gehn?Wen reißt es hin? Wen regt es auf, und wenbekehrt es dir?Als wäre nichts geschehn,– lachen sie weiter. Und da bin ich froh,daß ich so gehe, wie ich bin; denn sokann keiner von den Lachenden mich sehn.

Du Gott, ich möchte viele Pilger sein,um so, ein langer Zug, zu dir zu gehn,und um ein großes Stück von dir zu sein:du Garten mit den lebenden Alleen.Wenn ich so gehe, wie ich bin, allein, –wer merkt es denn? Wersiehtmich zu dir gehn?Wen reißt es hin? Wen regt es auf, und wenbekehrt es dir?Als wäre nichts geschehn,– lachen sie weiter. Und da bin ich froh,daß ich so gehe, wie ich bin; denn sokann keiner von den Lachenden mich sehn.

Bei Tag bist du das Hörensagen,das flüsternd um die vielen fließt;die Stille nach dem Stundenschlagen,welche sich langsam wieder schließt.Je mehr der Tag mit immer schwächernGebärden sich nach Abend neigt,je mehr bist du, mein Gott. Es steigtdein Reich wie Rauch aus allen Dächern.

Bei Tag bist du das Hörensagen,das flüsternd um die vielen fließt;die Stille nach dem Stundenschlagen,welche sich langsam wieder schließt.

Je mehr der Tag mit immer schwächernGebärden sich nach Abend neigt,je mehr bist du, mein Gott. Es steigtdein Reich wie Rauch aus allen Dächern.

Ein Pilgermorgen. Von den harten Lagern,auf das ein jeder wie vergiftet fiel,erhebt sich bei dem ersten Glockenspielein Volk von hagern Morgensegen-Sagern,auf das die frühe Sonne niederbrennt:Bärtige Männer, welche sich verneigen,Kinder, die ernsthaft aus den Pelzen steigen,und in den Mänteln, schwer von ihrem Schweigen,die braunen Fraun von Tiflis und Taschkent.Christen mit den Gebärden des Islamsind um die Brunnen, halten ihre Händewie flache Schalen hin, wie Gegenstände,in die die Flut wie eine Seele kam.Sie neigen das Gesicht hinein und trinken,reißen die Kleider auf mit ihrer Linkenund halten sich das Wasser an die Brust,als wär’s ein kühles weinendes Gesicht,das von den Schmerzen auf der Erde spricht.Und diese Schmerzen stehen ringsumhermit welken Augen; und du weißt nicht, wersie sind und waren. Knechte oder Bauern,vielleicht Kaufleute, welche Wohlstand sahn,vielleicht auch laue Mönche, die nicht dauern,und Diebe, die auf die Versuchung lauern,offene Mädchen, die verkümmert kauern,und Irrende in einem Wald von Wahn –:alle wie Fürsten, die in tiefem Trauerndie Überflüsse von sich abgetan.Wie Weise alle, welche viel erfahren,Erwählte, welche in der Wüste waren,wo Gott sie nährte durch ein fremdes Tier;Einsame, die durch Ebenen gegangenmit vielen Winden an den dunklen Wangen,von einer Sehnsucht fürchtig und befangenund doch so wundersam erhöht von ihr.Gelöste aus dem Alltag, eingeschaltetin große Orgeln und in Chorgesang,und Knieende, wie Steigende gestaltet;Fahnen mit Bildern, welche langverborgen waren und zusammgefaltet:Jetzt hängen sie sich langsam wieder aus.Und manche stehn und schaun nach einem Haus,darin die Pilger, welche krank sind, wohnen;denn eben wand sich dort ein Mönch heraus,die Haare schlaff und die Soutane kraus,das schattige Gesicht voll kranker Blausund ganz verdunkelt von Dämonen.Er neigte sich, als bräch er sich entzwei,und warf sich in zwei Stücken auf die Erde,die jetzt an seinem Munde wie ein Schreizu hängen schien und so, als seisie seiner Arme wachsende Gebärde.Und langsam ging sein Fall an ihm vorbei.Er flog empor, als ob er Flügel spürte,und sein erleichtertes Gefühl verführteihn zu dem Glauben seiner Vogelwerdung.Er hing in seinen magern Armen schmal,wie eine schiefgeschobne Marionette,und glaubte, daß er große Schwingen hätteund daß die Welt schon lange wie ein Talsich ferne unter seinen Füßen glätte.Ungläubig sah er sich mit einem Malherabgelassen auf die fremde Stätteund auf den grünen Meergrund seiner Qual.Und war ein Fisch und wand sich schlank und schwammdurch tiefes Wasser, still und silbergrau,sah Quallen hangen am Korallenstammund sah die Haare einer Meerjungfrau,durch die das Wasser rauschte wie ein Kamm.Und kam zu Land und war ein Bräutigambei einer Toten, wie man ihn erwählt,damit kein Mädchen fremd und unvermähltdes Paradieses Wiesenland beschritte.Er folgte ihr und ordnete die Tritteund tanzte rund, sie immer in der Mitte,und seine Arme tanzten rund um ihn.Dann horchte er, als wäre eine dritteGestalt ganz sachte in das Spiel getreten,die diesem Tanzen nicht zu glauben schien.Und da erkannte er: jetzt mußt du beten,denn dieser ist es, welcher den Prophetenwie eine große Krone sich verliehn.Wir halten ihn, um den wir täglich flehten,wir ernten ihn, den einstens Ausgesäten,und kehren heim mit ruhenden Gerätenin langen Reihen wie in Melodien.Und er verneigte sich ergriffen, tief.Aber der Alte war, als ob er schliefe,und sah es nicht, obwohl sein Aug nicht schlief.Und er verneigte sich in solche Tiefe,daß ihm ein Zittern durch die Glieder lief.Aber der Alte ward es nicht gewahr.Da faßte sich der kranke Mönch am Haarund schlug sich wie ein Kleid an einen Baum.Aber der Alte stand und sah es kaum.Da nahm der kranke Mönch sich in die Hände,wie man ein Richtschwert in die Hände nimmt,und hieb und hieb, verwundete die Wändeund stieß sich endlich in den Grund ergrimmt.Aber der Alte blickte unbestimmt.Da riß der Mönch sein Kleid sich ab wie Rinde,und knieend hielt er es dem Alten hin.Und sieh: er kam. Kam wie zu einem Kindeund sagte sanft: Weißt du auch,werich bin?Das wußte er. Und legte sich gelindedem Greis wie eine Geige unters Kinn.

Ein Pilgermorgen. Von den harten Lagern,auf das ein jeder wie vergiftet fiel,erhebt sich bei dem ersten Glockenspielein Volk von hagern Morgensegen-Sagern,auf das die frühe Sonne niederbrennt:

Bärtige Männer, welche sich verneigen,Kinder, die ernsthaft aus den Pelzen steigen,und in den Mänteln, schwer von ihrem Schweigen,die braunen Fraun von Tiflis und Taschkent.Christen mit den Gebärden des Islamsind um die Brunnen, halten ihre Händewie flache Schalen hin, wie Gegenstände,in die die Flut wie eine Seele kam.

Sie neigen das Gesicht hinein und trinken,reißen die Kleider auf mit ihrer Linkenund halten sich das Wasser an die Brust,als wär’s ein kühles weinendes Gesicht,das von den Schmerzen auf der Erde spricht.

Und diese Schmerzen stehen ringsumhermit welken Augen; und du weißt nicht, wersie sind und waren. Knechte oder Bauern,vielleicht Kaufleute, welche Wohlstand sahn,vielleicht auch laue Mönche, die nicht dauern,und Diebe, die auf die Versuchung lauern,offene Mädchen, die verkümmert kauern,und Irrende in einem Wald von Wahn –:alle wie Fürsten, die in tiefem Trauerndie Überflüsse von sich abgetan.Wie Weise alle, welche viel erfahren,Erwählte, welche in der Wüste waren,wo Gott sie nährte durch ein fremdes Tier;Einsame, die durch Ebenen gegangenmit vielen Winden an den dunklen Wangen,von einer Sehnsucht fürchtig und befangenund doch so wundersam erhöht von ihr.Gelöste aus dem Alltag, eingeschaltetin große Orgeln und in Chorgesang,und Knieende, wie Steigende gestaltet;Fahnen mit Bildern, welche langverborgen waren und zusammgefaltet:

Jetzt hängen sie sich langsam wieder aus.

Und manche stehn und schaun nach einem Haus,darin die Pilger, welche krank sind, wohnen;denn eben wand sich dort ein Mönch heraus,die Haare schlaff und die Soutane kraus,das schattige Gesicht voll kranker Blausund ganz verdunkelt von Dämonen.

Er neigte sich, als bräch er sich entzwei,und warf sich in zwei Stücken auf die Erde,die jetzt an seinem Munde wie ein Schreizu hängen schien und so, als seisie seiner Arme wachsende Gebärde.

Und langsam ging sein Fall an ihm vorbei.Er flog empor, als ob er Flügel spürte,und sein erleichtertes Gefühl verführteihn zu dem Glauben seiner Vogelwerdung.Er hing in seinen magern Armen schmal,wie eine schiefgeschobne Marionette,und glaubte, daß er große Schwingen hätteund daß die Welt schon lange wie ein Talsich ferne unter seinen Füßen glätte.Ungläubig sah er sich mit einem Malherabgelassen auf die fremde Stätteund auf den grünen Meergrund seiner Qual.

Und war ein Fisch und wand sich schlank und schwammdurch tiefes Wasser, still und silbergrau,sah Quallen hangen am Korallenstammund sah die Haare einer Meerjungfrau,durch die das Wasser rauschte wie ein Kamm.Und kam zu Land und war ein Bräutigambei einer Toten, wie man ihn erwählt,damit kein Mädchen fremd und unvermähltdes Paradieses Wiesenland beschritte.

Er folgte ihr und ordnete die Tritteund tanzte rund, sie immer in der Mitte,und seine Arme tanzten rund um ihn.Dann horchte er, als wäre eine dritteGestalt ganz sachte in das Spiel getreten,die diesem Tanzen nicht zu glauben schien.Und da erkannte er: jetzt mußt du beten,denn dieser ist es, welcher den Prophetenwie eine große Krone sich verliehn.Wir halten ihn, um den wir täglich flehten,wir ernten ihn, den einstens Ausgesäten,und kehren heim mit ruhenden Gerätenin langen Reihen wie in Melodien.Und er verneigte sich ergriffen, tief.Aber der Alte war, als ob er schliefe,und sah es nicht, obwohl sein Aug nicht schlief.

Und er verneigte sich in solche Tiefe,daß ihm ein Zittern durch die Glieder lief.Aber der Alte ward es nicht gewahr.

Da faßte sich der kranke Mönch am Haarund schlug sich wie ein Kleid an einen Baum.Aber der Alte stand und sah es kaum.

Da nahm der kranke Mönch sich in die Hände,wie man ein Richtschwert in die Hände nimmt,und hieb und hieb, verwundete die Wändeund stieß sich endlich in den Grund ergrimmt.Aber der Alte blickte unbestimmt.

Da riß der Mönch sein Kleid sich ab wie Rinde,und knieend hielt er es dem Alten hin.

Und sieh: er kam. Kam wie zu einem Kindeund sagte sanft: Weißt du auch,werich bin?Das wußte er. Und legte sich gelindedem Greis wie eine Geige unters Kinn.


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