Eugen Diederichs Verlag in Jena
Eugen Diederichs Verlag in Jena
Hermann Löns
Der kleine Rosengarten, Volkslieder
Mit Umschlag vonWilhelm Schulz
14.–23. Tausend. kartoniert 2 Mark
Der Wehrwolf. Eine Bauernchronik
27.–31. Tausend. broschiert 3 Mark. gebunden 4.20 Mark
Die neue Rundschau(Verlag S. Fischer): Dieses Buch des Norddeutschen Löns ist ein männliches Buch. Hier erlebt man den Dreißigjährigen Krieg in einem einzigen Dorf. Hier heißt es jeden Augenblick: das Leben. Wäre dies nur der Krieg, dann lese man allerdings besser im Geschichtsbuch. Hier ist aber alles allgemein deutsam, gerade weil dies nicht unterstrichen wird. Hast du bemerkt, wie das Genrebild hier in die Landschaft gesetzt ist, das Einzelne ins Allgemeine, wie bei Breughel und den Seinen? Und wie ist hier alles komponiert, von den Kapitelüberschriften bis zu den Schlußliedern! In zwanzig Zeilen weiß dieser Löns die Herankunft einer Reiterschar zu beschreiben, das Harren von hundert versteckten Bauern, ihren Überfall. Wie die Kinder noch den toten Hund streicheln. Wie der einzig überlebende Knecht während seiner Erzählung von dem Überfall des Dorfes mitten im Satze einschläft. Wie diese Bauern, als sie die beiden Haupthalunken haben, plötzlich zeremoniös werden: ohne Ansehen haben sie alle fremden Scharen erschlagen, – hier, wo Schuld und Sühne lebendig wird, vor ganz bestimmten Schuldigen, bahnt sich das Rechtsgefühl durch ihre Wut den Weg und stellt sich auf mit Schwert und Wage, wie als wäre es ein bestellter Gerichtshof, der dort Recht spricht. »Die Sonne kam heraus«, heißt es da, »und beschien zweihundert Gesichter. Sie waren alle von Stein.« Hier ist nichts erarbeitet, alles verarbeitet und so im ganzen aufgegangen, wie bei einem, der die Geschichte seiner Väter schreibt.
Der Kunstwart: Diese kernigen reisigen Männer und frischen unverbildeten Frauenzimmer konnten offenbar nur einem gelingen, der mit Waidmanns- und Landmanns-Augen sie zu sehen gewohnt ist. So ward denn »Der Werwolf« ein prächtiges Bauernlebensbuch, Wunder weckend: daß nämlich so kerngesunde »Literatur« in deutschen Landen noch immer zustande kommt.
Die Geschichte vom Skalden Egil
Übersetzt vonFelix Niedner(Thule Bd. III)
broschiert M 4.–, gebunden M 5.50
Der Tag: Aus den isländischen Sagas schöpfen wir noch immer die unmittelbar lebendigsten Vorstellungen und farbenreichsten Bilder vom ursprünglichen Wesen und der ganzen Eigenart vorschriftlichen germanischen Geistes- und Kulturlebens. Was man im eigentlichen Sinne als heroisches Zeitalter bezeichnet, das steht hier lebendig vor uns, und doch keineswegs nur als Phantasieprodukt, sondern voll innerer Realistik, so daß man nicht zweifeln kann: hier ist zuletzt durchaus nur wirkliche Geschichte. Ein Volk von lauter Künstlern, Helden und Sängern zugleich … Egil Skallagrimsson ist die prachtvollste Inkarnation der Nietzscheschen »blonden Bestie«, er ist ein kraftstrotzender Kerl durch und durch. Die Geschichte seines Lebens, seiner ewigen Kämpfe, seiner Wikingerfahrten, die ihn von Island bis nach Rußland und südlich nach England und Irland führen und ihn kundig machen aller nordeuropäischen Länder und Meere, ist der spannendste und unterhaltendste Helden- und Abenteuerroman.
Julius Hart
W. S. Reymont
Die polnischen Bauern
I. Herbst/Winter. II. Frühling/Sommer
Zwei Bände. br. M 12.–, geb. M 15.–
Der Slawe besitzt weniger Individualität als der Germane. Darum gibt es in diesem Epos des polnischen Bauerntums keinen eigentlichen Helden, an seine Stelle tritt das ganze Dorf. Es ist ein grandioser Wurf, wie durch das Liebesleben einer leidenschaftlichen Frau, – es verkörpert sich in ihr fast symbolisch die polnische Leidenschaftlichkeit, – sich das Schicksal aller Dorfbewohner miteinander verknüpft. Und in das dumpfe Seelenleben dieser Bauern werfen Landschaft und die Natur der Jahreszeiten die für ihr Schicksal entscheidenden Antriebe. Die Art, wie Natur und Menschenschicksal miteinander verknüpft sind, unterstützt von intimer Kenntnis aller Volksgebräuche, machen das Buch zu einer ganz einzigartigen Erscheinung der Weltliteratur.