Du hast rühmlich als Hirt Heerden vertheidiget;Schüchtern entschleichet der Wolf; Friede nur heiligetDeine Hütte, dein Feld; Ueberfluß giessest duAuf die frohe Lämmerschaar.
Du hast rühmlich als Hirt Heerden vertheidiget;
Schüchtern entschleichet der Wolf; Friede nur heiliget
Deine Hütte, dein Feld; Ueberfluß giessest du
Auf die frohe Lämmerschaar.
Du hast die Musen geliebt; herrliche Tempel sindIhnen zur Ehre gethürmt; Griffel und Meissel undGöttlicher Dichtergeist hebt deinen unsterblichenNamen für die Nachtwelt auf.
Du hast die Musen geliebt; herrliche Tempel sind
Ihnen zur Ehre gethürmt; Griffel und Meissel und
Göttlicher Dichtergeist hebt deinen unsterblichen
Namen für die Nachtwelt auf.
Halt ein o Meucheldolch! Ach! mit diamantenenKetten fesselt der Tod ihn in dem Schattenreich;Weine verlassene Burg, Städtebeherrscherinn,Um den Vater des Vaterlands;
Halt ein o Meucheldolch! Ach! mit diamantenen
Ketten fesselt der Tod ihn in dem Schattenreich;
Weine verlassene Burg, Städtebeherrscherinn,
Um den Vater des Vaterlands;
O Du verherrlichter Geist höre die Weinenden;Sieh mit Redlichkeit die Herzen Dir huldigen;Kehre zur Erde zurück; unüberwindlicherFeldherr, schütze dein Königreich!
O Du verherrlichter Geist höre die Weinenden;
Sieh mit Redlichkeit die Herzen Dir huldigen;
Kehre zur Erde zurück; unüberwindlicher
Feldherr, schütze dein Königreich!
Welch ein plötzliches Licht, Himmel! bestralet mich!Eduards Schatten umschwebt glänzend die Königsstadt.Sein weissagender Mund segnet sein theures Volk;Hört den frommen Orakelspruch!
Welch ein plötzliches Licht, Himmel! bestralet mich!
Eduards Schatten umschwebt glänzend die Königsstadt.
Sein weissagender Mund segnet sein theures Volk;
Hört den frommen Orakelspruch!
Wünscht ihr die goldene Zeit, wünscht ihr den himmlischenFrieden; so krönt die Stirn Sigismunds; ewigePalmen schmücken sein Haupt; würdige TugendenMachen ihn siegreich, und kronenwerth.
Wünscht ihr die goldene Zeit, wünscht ihr den himmlischen
Frieden; so krönt die Stirn Sigismunds; ewige
Palmen schmücken sein Haupt; würdige Tugenden
Machen ihn siegreich, und kronenwerth.
So rief der Schatten, und floß zu den BelohnungenWürdiger Könige, wo die UnsterblichkeitHelden und Sieger belohnt, und die getröstetenVölker bauen sein Ehrenmaal.
So rief der Schatten, und floß zu den Belohnungen
Würdiger Könige, wo die Unsterblichkeit
Helden und Sieger belohnt, und die getrösteten
Völker bauen sein Ehrenmaal.
Hier ruht ein Held, der goldne Kronen trug;Der stolz im Mittelpunkt der Nationen thronte;Dem Sieger, den die Welt nicht mehr begnügen konnte,Ist izt ein kleiner Sarg genug.
Hier ruht ein Held, der goldne Kronen trug;
Der stolz im Mittelpunkt der Nationen thronte;
Dem Sieger, den die Welt nicht mehr begnügen konnte,
Ist izt ein kleiner Sarg genug.
Ende der Phantasie.
vom Geist des Roscius gesprochen[24].
Der Dichter dankt den Gönnern für die Huld,Für ihre Nachsicht und Geduld,Und wünscht nicht ganz den Endzweck zu verfehlen.Könnt er sich selbst den schönsten Preis erwählen;So würde dieser Lohn der frohe Beyfall seyn.In diesem Wunsch schließt jeder Wunsch sich ein.Ein Dichter wandelt stäts in seiner Lieblingssphäre,Er sucht Unsterblichkeit und Ehre.Doch oft, sehr oft betrügt ihn nur ein süsser Wahn,Denn auch die Bücher sind dem Glücke preisgegeben.Selbst Meisterstücken raubt der Neid oft Ruhm und Leben,Und lacht aus Eigensinn die Mißgeburten an.Oft ist die Nachwelt erst gerechter.Ein Werk, auf dem schon dreist die Motte kriecht,Rächt erst die Zeit, und bringt es an das Licht.Ihm zeugen weisere GeschlechterBeschützer, Gönner, und Verfechter.Genug, mein Mährchen ist nun ganz erzählt.Sagt laut, was Euch davon behaget, und mißfällt;Erinnert Euch auf das, was Euch belehren könnte;Sprecht frey, wo mein Gesang Euch unharmonisch tönte.Behauptet dieser Stoff sey übel ausgewählt;Zeigt euren ganzen Haß; laßt eure Galle glüen!Zergliedert meinen Bau zu kleinen Rapsodien;Denn Lob und Tadel steht in eurer freyen Wahl;Doch wünscht zur Phantasie nur kein —— Original!
Der Dichter dankt den Gönnern für die Huld,
Für ihre Nachsicht und Geduld,
Und wünscht nicht ganz den Endzweck zu verfehlen.
Könnt er sich selbst den schönsten Preis erwählen;
So würde dieser Lohn der frohe Beyfall seyn.
In diesem Wunsch schließt jeder Wunsch sich ein.
Ein Dichter wandelt stäts in seiner Lieblingssphäre,
Er sucht Unsterblichkeit und Ehre.
Doch oft, sehr oft betrügt ihn nur ein süsser Wahn,
Denn auch die Bücher sind dem Glücke preisgegeben.
Selbst Meisterstücken raubt der Neid oft Ruhm und Leben,
Und lacht aus Eigensinn die Mißgeburten an.
Oft ist die Nachwelt erst gerechter.
Ein Werk, auf dem schon dreist die Motte kriecht,
Rächt erst die Zeit, und bringt es an das Licht.
Ihm zeugen weisere Geschlechter
Beschützer, Gönner, und Verfechter.
Genug, mein Mährchen ist nun ganz erzählt.
Sagt laut, was Euch davon behaget, und mißfällt;
Erinnert Euch auf das, was Euch belehren könnte;
Sprecht frey, wo mein Gesang Euch unharmonisch tönte.
Behauptet dieser Stoff sey übel ausgewählt;
Zeigt euren ganzen Haß; laßt eure Galle glüen!
Zergliedert meinen Bau zu kleinen Rapsodien;
Denn Lob und Tadel steht in eurer freyen Wahl;
Doch wünscht zur Phantasie nur kein —— Original!
Ende.
Wir durch die Gnade der Götter erwählter Fürst der Musen und Vorsteher aller Gelehrten, machen hiemit allen Kunstgenossen, Versammlungen, und Zünften kund, daß uns unser lieber Getreuer demüthig gebeten hat, sein neugebornes Kind in unsern mächtigen Schutz zu nehmen, und gegen alle Verstümmlungen durch einen Freybrief zu sichern: wenn Wir aber erwägen, wie sehr die leidige Seuche der Verschneidungen um sich frißt, und wie einem zärtlichen Vater das Herz bluten muß, wenn er wie eine Niobe seine Kinder unter den Händen grausamer Dramenhenker erwürgen sieht; auch zugleich die treugeleisteten Dienste dieses patriotischen Dichters besonders durch ein Merkmaal unserer Hochachtung belohnen wollen; so verbieten Wir in Kraft unserer erhabenen Würde allen Kindermördern, Lokalisirern,Verstümmlern, Scharfrichtern, Flickschneidern, Vampiren, Nachahmern, Verkürzerern und Vergrösserern, ihre profanen Klauen an dieses Werk zu legen, bey Strafe unserer ewigen Ungnade, und eines fürchterlichen Bannes. Sollten aber, welches die keuschen Musen verhüten mögen! auch weibliche Grazien so unedel ihre schönen Hände mit häßlicher Tinte entweihen; so verurtheilen wir sie zu einer jährlichen Leibesstrafe von tausend Küssen, deren eine Hälfte dem beleidigten Dichter, die andere aber unserer poetischen Schatzkammer heimfällt. Gegeben in unserer Residenz Parnaß.
Apoll.
[1]Die Schrift heißt diesen König Tharaka, der sich zur Zeit Senacherib Königs der Assyrier furchtbar machte.
[2]Das Trauerspiel Mahomet oder der Fanatismus ward vom Voltaire dem Pabste zugeeignet.
[3]Da alle neuen Geburten Nachahmer finden; so werden vermuthlich einige Dichterlinge hastig über dieses lächelnde Fach herfallen; ich will Ihnen also durch einen kleinen Auszug aus einem poetischen Kochbuch Anleitung zu einer Phantasie geben. Man nimmt Geflügel Rindfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, viel Gewürz, läßt alles in einem reinen Topf wohl verkochen, und diese Kraftbrühe heißt Phantasie. Zu oft darf man nicht solche Speisen geniessen, sie geben Anlage zum gelehrten Podagra.
[4]Sieh von Korneille das Trauerspiel Cid. Der sechste und siebente Auftritt enthält den Stoff der Parodie. Diego wird von seinem Gegner durch eine Maulschelle entehrt, zieht den Degen, wird entwafnet, und beseufzet seine Schande. Sein Sohn Roderich übernimmt die Rache.
[5]Den Musen sey Dank! Ich hasche mit Begierde diese gewünschte Gelegenheit mein bischen Belesenheit in der Nationalgeschichte glänzen zu lassen. In der ersten Hitze wollte ich einen ganzen Band von den Sitten und Gebräuchen der Deutschen schreiben; aber endlich habe ich bey kälterm Blut meine Leser begnadigt, und mich auf einige Kleinigkeiten beschränkt. Welche großmüthige Gefälligkeit von einem Kommentar! Oft bin ich willens meine Leser fühlen zu lassen, was es ist, ein Kommentar zu heissen. Der Dichter geht hier mit einem magischen Sprunge von einer modernen Schlacht in eine Altdeutsche über, und verändert nach seinem Belieben die Namen selbst. Adelreich ist Eduard, und die übrigen sind seine Obersten.
[6]Sie liessen einen Deutschen und einen gefangenen Römer fechten, und der Ausschlag des Zweykampfes war ihre Weissagung.
[7]Iberier, Spanier als Bundesgenossen Roms vertreten hier auch einen Theil der Feinde.
[8]Alrunen sind Weissagerinnen, und kluge Weiber, die sie bey Krankheiten und Staatsgeschäften zu Rath zogen.
[9]Der Vollmond war die gewöhnliche Zeit ihrer Schlachten.
[10]Caßius Longinus ward von dem Führer der Tiguriner geschlagen.
[11]Der Feldherr der Cimbrer schlug den Aurelius Scaurus.
[12]Marius vermied eine Schlacht. Die Ambrionen wurden so dreist, daß sie gegen Rom zogen, und die Römer spöttisch fragten, ob sie nichts an ihre Weiber zu bestellen hätten?
[13]Die beiden Brenner und Hermann sind berühmte Helden der Deutschen.
[14]Der Othinsbecher ward beym Siegesmahle getrunken.
[15]Entweder ist hier im Manuskript eine Lücke, oder aber entdecken wir hier eine gelehrte Zerstreuung unsers Autors. Ich als ein scharfsichtiger Kommentar staune meine Leser an, und frage, wer ist diese Königinn? Ihr Gatte starb im Kampf, und in vorgehender Geschichte lesen wir von keinem Könige, der auf dem Schlachtfelde fiel. Vermuthlich wird hier einer von den Bundesgenossen Willhelms verstanden, die unter den Hauptpersonen aus beliebter Kürze in der Geschichte nicht genannt sind. Genug, es scheint mir eine dichterische Kaprizze zu seyn.
[16]Dem Finanzminister gab der König Befehl seine Pächter bereichern zu lassen, und ihnen hernach den Ueberfluß abzunehmen. Dem Losin ertheilte er Vollmacht in den Städten, die sich seinem Schutze vertrauten, alle Große zu erniedern, und also das Volk zu bejochen. Es liegt oft viel Beredsamkeit im Geberdenspiele.
[17]Dieses ist der wesentliche Inhalt einer sehr langen Schrift, welche in der deutscharabischen Staatssprache wie alle Kriegserklärungen zur Aufklärung des Publikums erschien. Die Freymüthigkeit ist wenigstens ihr Verdienst.
[18]Deus ex Machina!Eine Geliebte des Königs rettete das Leben dieses würdigen Mannes. Jedoch ein Dichter sagt so etwas nicht ohne Schwung, er sucht Blumenkränze und arkadische Tändeleyen.
[19]Da unsere kaltblütigen Deutschen nicht wie splenetische Engländer von einem Geist gerührt werden; so bevölkert mein Autor die Scene mit einer Legion Geister. Der Auftritt muß auf der Bühne fürchterlich lassen, und für Liebhaber der kriegerischen Taktik sehr interessant seyn. Die Scene ist historischwarscheinlich, weil unsere Nationalgeschichte ein feines Pröbchen von einem Geisterheere giebt.
[20]Der Autor bemerkt sehr scharfsinnig den Hexenkostum, und theilt sie in alte und neue Hexen. Die Alten haben mehr Anstand und Würde, wie die alten Furien und Schatten unsere neuen Teufel und Geister beschämen. Die Damen sprechen übrigens wie die Freymäurer; die alte Loge schimpft über die Neue, und jede behauptet das wahre Geheimniß zu besitzen. So viel ich als ein profaner Kommentar.
[21]In einer Shakespearischen Zerstreuung hat der Dichter hin und wieder sich vergessen.Bonus dormitat Homerus!würde ein Warburton sagen; ich aber glaube, der Dichter wollte schlafen; also gute Nacht!
[22]Die Zeitgenossen sind ungewiß über den Tod Eduards. Sein Dichter nützt also diesen günstigen Umstand zu einer musikalischen Variation, und bedient sich dieser Freyheit mit desto grösserm Rechte, da die Natur selbst ihre theuren Kinder auf verschiedenen Gleisen vom Leben zurückruft, und die Aerzte als getreue Nachahmer dieser zärtlichen Mutter noch immer ungewiß sind ob sie ihre Kranken bey Gelegenheit der zehntausend lateinischen, griechischen, engländischen, französischen und unendlichen Gattungen der Krankheiten mit Kräutern oder Säften aus der Welt versenden sollen. Wie sehr die Dichter alles verschönern müssen, das zeigen uns die empfindsamen Alten. Wir nehmen zum Beyspiele nur die Geschichte des Herkules her. Wollte eine gemeine Feder seinen Tod erzählen; so würde man lesen: eine Buhlerin beschenkte den Helden mit einer galanten Krankheit; er vernachläßigte die ersten Anfälle, ward von einem griechischen Scharlatan übel geheilt, und starb. So würde ein kaltblütiger unschmackhafter Geschichtschreiber die wichtigste Epoche von der Vergötterung des grösten Helden des Alterthums erzählen. Aber wie sinnreich wendet der Dichter die ganze Begebenheit! Eine Furie steigt aus der Hölle, wirft ein vergiftetes Nesseltuch auf die Erde in dem Schlafgemach der eifersüchtigen Geliebten; dieß Geschenk wird dem Helden gesandt; ein Feuer durchglüht ihn; er wirft sich auf einen Scheiterhaufen, und wird in den Olymp aufgenommen. Welche Verschönerung!
[23]Ich habe bereits erinnert, daß die Meinungen über die Todesart Eduards verschieden sind. Die Meisten sagen Alidia habe ihm durch Salinien Gift beygebracht; einige schreiben die That der Eifersucht Saliniens selbsten zu. Der Dichter benutzt jeden Umstand.
[24]Da vermuthlich kein Schauspieler in Deutschland lebte, der einen Vers erträglich deklamirte, so nahm der Dichter Zuflucht zum unsterblichen Roscius.
Anmerkungen zur TranskriptionFußnoten wurden am Ende des Buches gesammelt.Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in eineranderen Schriftartmarkiert.Die kräftig variierende und inkonsistente Schreibweise und Grammatik des Originals wurden weitgehend beibehalten. Offensichtliche Auslassungen von Satzzeichen wurden stillschweigend korrigiert. Alle weiteren Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):... Sieh von Korneille das TrauerspeilCid. Der sechste und siebente ...... Sieh von Korneille das TrauerspielCid. Der sechste und siebente ......Wilhelmwich nicht. Er sammelte die letzten Kräfte; er verschanzte ......Willhelmwich nicht. Er sammelte die letzten Kräfte; er verschanzte ...... zu dämpfen, geizigeStadthalter zu demüthigen, und es wurden ...... zu dämpfen, geizigeStatthalter zu demüthigen, und es wurden ...... Seine Tage mit thätigemMüßigangprächtig zu tödten. ...... Seine Tage mit thätigemMüßiggangprächtig zu tödten. ...... Man verfertigte in Eile unterirdische Fallen.Tannewaldgleitete ...... Man verfertigte in Eile unterirdische Fallen.Tannenwaldgleitete ...... Die Großen sind izt lauterKieger. ...... Die Großen sind izt lauterKrieger. ......Arnid. ......Armid. ...... Isid. So in Gedanken Narr?Belaam, was macht dein Esel? ...... Isid. So in Gedanken Narr?Beliam, was macht dein Esel? ...... Eduard. Beliam, Isidor, Spilon,Rotondo, Martius, ...... Eduard. Beliam, Isidor, Spilon,Rotando, Martius, ...
Anmerkungen zur Transkription
Fußnoten wurden am Ende des Buches gesammelt.
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in eineranderen Schriftartmarkiert.
Die kräftig variierende und inkonsistente Schreibweise und Grammatik des Originals wurden weitgehend beibehalten. Offensichtliche Auslassungen von Satzzeichen wurden stillschweigend korrigiert. Alle weiteren Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):