Der König spielt Triktrak;Der Hof ist ein Schnikschnak:Wir Frösche schreyn Quikquak!
Der König spielt Triktrak;
Der Hof ist ein Schnikschnak:
Wir Frösche schreyn Quikquak!
Heysa, meine Herren Kollegen, lasset uns freuen, trinken, und essen auf Rechnung des neuen Königs! — Den guten Jakob hat sein Weib und ihr Liebling gefressen. Wir als treue Vasallen wollen seinen Sohn verzehren. Eduard ist ein Frischling. Von meinem Hunger schliesse ich, daß er wenigstens in drey Tagen rein verschlungen ist. Meine Herren, Sie lächeln? Glauben Sie etwa, daß er uns frißt? — Warum soll er sich mit Pickelheringen kasteyen? —— Du armer Beliam, welches Narrenspital wird dich in deinen grauen Tagen versorgen? —— Ihr dauert mich alle; bald werdet ihr hinter dem Ohre kratzen, und rufen — Wie meynt ihr wohl? —— Hört, ich will es euch im Räthsel erzählen. ——
Mich kennt zwar jedes Kind;Doch will ich izt die Greisen fragen,Sie sollen meinen Namen sagen,Weil sie so weise Männer sind.Bald werden alle staunend schweigen.Hört meinen Lebenslauf, der recht nach Wundern riecht!Mich hat der Sohn, der Vater kennt mich nicht.Jedoch bin ich der Gottheit eigen.Der König stümmelt mich; sein Volk bleibt mir getreu.Ich fliehe Zank und Meuterey.Ich hasse Weisheit, Laster, Tugend,Den frohen Witz, die Munterkeit, und Jugend.Der Sommer ist mein theurer Gast.Der Winter wird mir eine Last.Vergebens suchet mich der Held, und der Gelehrte.Den Künstlern war ich niemals hold.Ich meide Hauben, Hüte, Bärte.Von den Metallen schätz’ ich Gold.Man misset mich in allen Elementen.Mir ekelt vor Verdienst und vor Talenten.Nie kannt’ ich Neid, Verläumdung, Fluch,Mein Nam’ ist freylich schwer zu finden.Doch wollet ihr das Räthsel leicht ergründen:So leset euer Namenbuch!
Mich kennt zwar jedes Kind;
Doch will ich izt die Greisen fragen,
Sie sollen meinen Namen sagen,
Weil sie so weise Männer sind.
Bald werden alle staunend schweigen.
Hört meinen Lebenslauf, der recht nach Wundern riecht!
Mich hat der Sohn, der Vater kennt mich nicht.
Jedoch bin ich der Gottheit eigen.
Der König stümmelt mich; sein Volk bleibt mir getreu.
Ich fliehe Zank und Meuterey.
Ich hasse Weisheit, Laster, Tugend,
Den frohen Witz, die Munterkeit, und Jugend.
Der Sommer ist mein theurer Gast.
Der Winter wird mir eine Last.
Vergebens suchet mich der Held, und der Gelehrte.
Den Künstlern war ich niemals hold.
Ich meide Hauben, Hüte, Bärte.
Von den Metallen schätz’ ich Gold.
Man misset mich in allen Elementen.
Mir ekelt vor Verdienst und vor Talenten.
Nie kannt’ ich Neid, Verläumdung, Fluch,
Mein Nam’ ist freylich schwer zu finden.
Doch wollet ihr das Räthsel leicht ergründen:
So leset euer Namenbuch!
Wisset ihr, was es ist? — Der kleine Buchstab O! — Wir werden bald alle rufen: O! O! O! Der König kömmt!
Der König, Lusian, Marsis, Gefolge, Vorige.
(Die Gegenwärtigen stehen in ängstlicher Erwartung. Beliam versteckt sich komisch hinter ihnen. Alle neigen sich.)
Eduard.Meine Freunde, da führ ich Euch meinen werthen Lusian auf. Ihr kennet seine Verdienste. Ich liebe Harmonie in meinem Hause. Ihr stehet betroffen? Was beunruhiget Euch? Ich bin der Sohn eures Königs. Alle Verdienste, die Ihr bey meinem Vater gesammelt habt, leben heut wieder auf! —— Alle Fehler, die etwa nach seinem Tode sich eingeschlichen haben, werden von diesem Augenblick an vergessen! —— Erfüllet eure Pflichten als rechtschaffene Männer, und aus den künftigen Handlungen will ich jeden von Euch beurtheilen,und belohnen. Mich rufen izt dringende Geschäfte zu Alsin. Gehet zur Tafel, geniesset in Freude den Segen des Himmels! ——
(Er grüsst alle, und tritt zum Gemach.)
(Die Höflinge staunen. Beliam schleicht demüthig hervor, und nähert sich furchtsam dem König.)
Beliam(mit Rührung)Ich war der Narr deines Vaters —
Eduard(beschaut ihn, lächelt, und schlägt ihn auf die Achsel)So bist du auch der Meinige! ——
(Er geht ab.)
(Beliam macht einen Rundsprung, und küßt alle Höflinge.)
Beliam.O du Herzkönig! Du sollst leben, und alle Chartenkönige stechen! —— O du Sohn meines lieben Jakobs, Segen auf Dich! Noch die Urenkel der unsterblichen Narren sollen Dich segnen, weil du mich ihren Großvater begnadigst. Heut will ich deine Gesundheit trinken, Du grosser Eduard! — Ich fodere jeden zum Kampf auf! —— Ich setze meine Nase zum Pfande —— Nicht jeder Edelmann ist so reich wie ich! ——
Hengist.Ich nehme die Ausfoderung an. Ich bin heut in der Freude meines Herzens! —— Her die vollen Becher, wenn ich überwunden werde, so soll mein Sohn mich rächen! —— Es lebe der König!
Alle(trinken)Es lebe Eduard!
Beliam.Schenkt ein!
Hengist.Zum Henker, macht die grosse Freude mich verlegen? Der Bube haut mich zu Schanden ——
O welche Schande fällt auf meine grauen Haare!Erlebt’ ich nur mit Ruhm des Alters höchste Jahre,Damit ein schwarzer Tag mir edle Lorbeern bricht;Damit mein graues Haupt beschämt zur Erde kriecht;Die Kehle, die so oft den lauten Beyfall hörte,Die der Trompetenschall als Siegerinn beehrte,Die Kehle wird besiegt, verliert die Wunderkraft,Verschmäht den Göttertrank, den süssen Rebensaft.Gedächtniß schlummre doch, zeig mir nicht grosse Scenen!Ich seh’ auf sie zurück mit Quaal und heissen Thränen.O damals focht ich noch als Sieger jugendlich.Der Ruhm der Jahre flieht, die Schlappe schändet mich.Doch laß uns nicht so lang von Niederlagen sprechen:Laß uns den Frevel kühn an unserm Feinde rächen!Ich trage nicht den Schimpf bis in das kalte Grab;Zuerst leg ich mein Amt als erster Mundschenk ab.Flieg in die Luft Krystall, in dessen klarer HülleDer starke Weingott thront! Dies ist mein letzter Wille.Du bist nicht mehr mein Schmuck; ich bin für dich zu alt.Ich trinke nicht als Held; ich kämpfe träg und kalt.Ich will nicht mehr dem Ueberwinder lügen.Du goldner Kelch leb wohl! Du zeugst von meinen Siegen.Eil, such dir einen Freund, erneure das Gefecht,Such einen Ritter auf, der meine Schande rächt! ——Sprich, hast du Herz mein Sohn?
O welche Schande fällt auf meine grauen Haare!
Erlebt’ ich nur mit Ruhm des Alters höchste Jahre,
Damit ein schwarzer Tag mir edle Lorbeern bricht;
Damit mein graues Haupt beschämt zur Erde kriecht;
Die Kehle, die so oft den lauten Beyfall hörte,
Die der Trompetenschall als Siegerinn beehrte,
Die Kehle wird besiegt, verliert die Wunderkraft,
Verschmäht den Göttertrank, den süssen Rebensaft.
Gedächtniß schlummre doch, zeig mir nicht grosse Scenen!
Ich seh’ auf sie zurück mit Quaal und heissen Thränen.
O damals focht ich noch als Sieger jugendlich.
Der Ruhm der Jahre flieht, die Schlappe schändet mich.
Doch laß uns nicht so lang von Niederlagen sprechen:
Laß uns den Frevel kühn an unserm Feinde rächen!
Ich trage nicht den Schimpf bis in das kalte Grab;
Zuerst leg ich mein Amt als erster Mundschenk ab.
Flieg in die Luft Krystall, in dessen klarer Hülle
Der starke Weingott thront! Dies ist mein letzter Wille.
Du bist nicht mehr mein Schmuck; ich bin für dich zu alt.
Ich trinke nicht als Held; ich kämpfe träg und kalt.
Ich will nicht mehr dem Ueberwinder lügen.
Du goldner Kelch leb wohl! Du zeugst von meinen Siegen.
Eil, such dir einen Freund, erneure das Gefecht,
Such einen Ritter auf, der meine Schande rächt! ——
Sprich, hast du Herz mein Sohn?
Der Sohn.
Kein andrer sollte fragen,Er würde schon den Lohn von seinem Frevel tragen!
Kein andrer sollte fragen,
Er würde schon den Lohn von seinem Frevel tragen!
Der Vater.
Wie schön läßt dieser Zorn, wie labt mich deine Glut,Denn mein gerechter Schmerz erwartet edle Wuth!Du bist mein ächtes Blut; in diesen FeuerzügenLebt meine Jugend auf; du sollst den Feind besiegen!
Wie schön läßt dieser Zorn, wie labt mich deine Glut,
Denn mein gerechter Schmerz erwartet edle Wuth!
Du bist mein ächtes Blut; in diesen Feuerzügen
Lebt meine Jugend auf; du sollst den Feind besiegen!
Der Sohn.
Sprich Vater, wer entehrt dein lorbeerreiches Haupt;Wer hat den Ruhm, der dich unsterblich macht, geraubt?
Sprich Vater, wer entehrt dein lorbeerreiches Haupt;
Wer hat den Ruhm, der dich unsterblich macht, geraubt?
Der Vater.
Ich fiel, ich fiel, O Sohn, im schändlichsten Gefechte;Ich bin bereits zu schwach; beschütze meine Rechte!Nimm diesen theuren Kelch, beginn den ersten Krieg,Erobere mein Sohn für mich den ersten Sieg!
Ich fiel, ich fiel, O Sohn, im schändlichsten Gefechte;
Ich bin bereits zu schwach; beschütze meine Rechte!
Nimm diesen theuren Kelch, beginn den ersten Krieg,
Erobere mein Sohn für mich den ersten Sieg!
Alle Höflinge.Bravo!
Beliam.Noch nie hat ein Sohn für seinen Vater so willig, so tapfer gefochten! Ich gebe mich überwunden! Du saufst den König arm aus kindlicher Liebe.
Isidor.Lasset izt euren Witz aufsprudeln! —— Ihr wackern Brüder, hört mein Trinklied ——
Wenn mir die vollen Gläser blinken,Soll ich denn nicht wacker trinken?Holder Weingott, meinen Gruß!Izt will ich auf Rosen sinken,Und dem frohen Amor winken;Süsses Mädchen, einen Kuß!
Wenn mir die vollen Gläser blinken,
Soll ich denn nicht wacker trinken?
Holder Weingott, meinen Gruß!
Izt will ich auf Rosen sinken,
Und dem frohen Amor winken;
Süsses Mädchen, einen Kuß!
Alle.Es lebe der König!
(Eduard erscheint, winkt allen zu bleiben, und setzt sich in ihre Mitte.)
Eduard.Aus eurer Munterkeit, meine Freunde, erkenne ich euer Zutrauen. Mindert eure Freude nicht, ich will daran Theil nehmen.
Lusian.Izt kann ein ehrlicher Kerl wieder am Hofe lachen. Die Weiber sind weg. Es lebe der König! Ich will meinen Lieblingsgesang singen.
Hütet euch vor Weiberhauben,Schließt den Mädchen euer Haus;Anfangs girren sie wie Tauben,Doch sie brüten Geyer aus.
Hütet euch vor Weiberhauben,
Schließt den Mädchen euer Haus;
Anfangs girren sie wie Tauben,
Doch sie brüten Geyer aus.
Späht den Lebenslauf der Schönen;Prüfet ihr verstelltes Herz!Lernt das Spiel von ihren Thränen,Ihre Launen, ihren Scherz.
Späht den Lebenslauf der Schönen;
Prüfet ihr verstelltes Herz!
Lernt das Spiel von ihren Thränen,
Ihre Launen, ihren Scherz.
Hütet euch vor Weiberhauben,Schließt den Mädchen euer Haus;Anfangs girren sie wie Tauben,Doch sie brüten Geyer aus.
Hütet euch vor Weiberhauben,
Schließt den Mädchen euer Haus;
Anfangs girren sie wie Tauben,
Doch sie brüten Geyer aus.
Hört die trotzigen Befehle!Welche Stürme kocht die Brust!Immer nähret ihre SeeleNeue Wünsche, neue Lust.
Hört die trotzigen Befehle!
Welche Stürme kocht die Brust!
Immer nähret ihre Seele
Neue Wünsche, neue Lust.
Hütet euch vor Weiberhauben,Schließt den Mädchen euer Haus;Anfangs girren sie wie Tauben,Doch sie brüten Geyer aus.
Hütet euch vor Weiberhauben,
Schließt den Mädchen euer Haus;
Anfangs girren sie wie Tauben,
Doch sie brüten Geyer aus.
Der König.Lusian, du bist weit gereiset, erzähle doch der Gesellschaft deine Ebentheuer.
Lusian.Ein Theilchen liegt auf der Zunge.
Ich durchwanderte viele Königreiche, und fand oft wunderbare Geschöpfe. Ein Ungefähr führte mich in eine seltsame Insel, die von Mücken und Grillen wimmelte. Der Handel lag hier meistens danieder, man handelte nur mit Fliegenwedeln, weil die Bewohner so sehr von den Mücken geplagt wurden. Ueberall fand man wunderliche Grillen. Die Universitäten, die Schaubühnen, die Schulen, die Tanzsäle, die Rathhäuser hatten ihre besondere Gattung von Grillen. Der König nährte seine Grillen, und die Unterthanen folgten seinem erhabenen Beyspiele. Der oberste Staatsgrillenküzler versah seine Majestät täglich mit neuen politischen Grillen. Eines Tags träumte der König von einer Originalgrille, die noch in keiner Grillensammlung zu finden war, und die wenigstens tausend Tonnen Goldes und eine halbe Million Menschen kostete. Was schiert das den Monarchen, seine Lieblingsgrille ward ausgeführt. Es war der Grillenfängerey kein Ende. Die Unterthanen murrten heimlich über manche durchlauchtige Grille, und beschwerten sich, daß nicht nur innländische, sondern auch fremde Modegrillenihnen zur Last fielen. Allein der König liebte nichts, als Grillen. Mit einer neuen Grille konnte man bey Hofe sein Glück machen. Die Grillenprojektanten theilten unter sich die schönsten Würden, und erschöpften die königlichen Kassen. Da man wohl einsah, daß man nur mit Grillen sein Glück beförderte; so blühte lang der Hang zur Grillenfängerey. Die weiblichen Grillen waren die Veränderlichsten und Artigsten. Die Gelehrten wetteiferten mit den Schönen, und heckten so ungeheure Grillen aus, daß sie nur den häßlichen theologischen Grillen an komischer Gestalt wichen. Ich verließ mit Unwillen diese grillensieche Insel. Ich eilte fort, und kam in die Stadt der Klopffechter. Hier war das berühmte und ritterliche Faustrecht noch in der ersten Mode. Alles geschah mit despotischer Gewaltthätigkeit. Der König des Landes bewies seine gerechten Ansprüche auf die Güter seiner Unterthanen und Nachbarn sonnenklar, indem er seine Patente durch viermalhunderttausend wohlbewafnete Blutzeugen unterstützte. Mit der Pistole in der Faust lehrte man auf dem Katheder die Rechte des Landesfürsten. Weh dem, der nur einen unterthänigen Zweifel nährte. Die Gottesgelehrten predigten mit dem blossen Schwerte, und bewiesen die dunkelsten Sätze so gründlich, daß sie täglich Proseliten machten. Auf allen Thüren der Rathssäle stand die Inschrift:Stat pro ratione Voluntas!—— Ich zog hastig weiter. Hin und wieder sah ich allerhand Seltenheiten. Die Menschen sind sehr erfindsam. Eine besondere Lustbarkeit ist an grossen Höfen —
Der Maskenball ward am hellen Tage bey Hofe gegeben. Die Masken waren sinnreich gewählt. Die Furchtsamen bedeckten sich trotzig mit Löwenhäuten. Die Gleißner trugen den ehrwürdigen Priesterrock. Die schlauen Hoffüchse versteckten sich unter Lammfellen. Die berufensten Metzen borgten das weisse Brautkleid, und spielten ihre künstlichen Rollen im jungfräulichen Grazienschmucke. Die Dummköpfe hüllten sich in Staatsperücken, und Magistratmäntel. Die Müßiggänger machten sich mit Ordenszeichen wichtig. Das Alter bedeckte seinen grauen Bart mit einer jugendlichen Larve. Die Zwergen vergrössertensich mit Kothurnen zu Riesen. Alle äfften ihre Scheincharaktere so natürlich, daß nur Kenner sie entlarvten.
In den Städten und an den Höfen unterhält man sich mit einem sinnreichen Puppenspiele. Man sucht Figuren von verschiedenen Ständen, Fürsten, Grafen, Baronen, Bürger, Beamte, Künstler, Gelehrte. Sie sind so natürlich gemacht, daß man schwören sollte, sie wären ächte Menschen; aber sie haben keine Seele. Sie sitzen, gehen, stehen, schlafen, essen, trinken, lachen, sprechen, ohne daß man die verborgenen Schnüre sieht, welche diese Maschinen in Bewegung setzen. Die Triebfedern sind verschieden. Oft eine schwache weibliche Hand belebt ungeheure Kolossen.
Das Taschenspiel wird am Hofe bis zur Vollkommenheit gebracht. Die Behändigkeit der Zunge, und der Finger zeugt jene Zauberey. Alles verwandelt sich, entflieht auf einen Wink; kömmt wieder durch einen Hauch. Man giebt, ohne zu geben. Man nimmt, ohne daß man den Räuber entdeckt. Alles ist verabredet. Den staunenden Zuschauern wird nicht Zeit gelassen zu überdenken, durch welche Griffe alles geschieht, und wenn sie die Ursache untersuchen wollen, ist alles schon geschehen.
Dieses ist das Meisterstück der Grossen. Sie versetzen ihre Zuschauer in eine ewige Nacht; verbergen sich hinter einer Schleyerwand, und gaukeln über ein Licht wunderliche Grimassen. Dadurch erhalten alle ihre Handlungen jene täuschende risenmäßige Grösse, die für scharfsichtige Augen zwar immer Gaukeleyen sind, den blödsinnigen Pöbel aber in Erstaunung setzen, und ihm eine kriechende knechtische Ehrfurcht für die grossen Schattenspieler abnöthigen.
Die optischen Maschinen sind auch ein Blendwerk, das man mit Licht und Schatten am Hofe sehr glücklich anwendet. Das seltsame Gemische von grotesken Figuren, neuen Masken, phantastischen Scenen, Handlungen, Geberden der Zauberlaterne zeiget die wunderbaren und flüchtigen Auftritte der königlichen Burg. Man bedarf eines beredten Einsagers, der mit rascher Zunge seine Zuschauer zubereitet, denn in einer Minute verschwinden die Vorstellungen, und neue Begebenheiten verdrängen die Alten.
Alle.Hahaha! Das war eine feine Satyre!
Mars.Izt etwas von der Liebe, meine Freunde!
O Amor, schönster Gott, hör meine lezte Bitte!Sey meiner Liebe hold, dies soll die Gnade seyn.Der Wunsch ist für mich groß, für deine Kräfte klein;Wie oft empfand mein Herz Beweise deiner Güte!Du warst mein Busenfreund, du lenktest meine Schritte;Wer kann so fromm wie ich dir täglich Weihrauch streun?Wen wird dein Lächeln mehr als meine Brust erfreun?Sie glüte nur für dich schon in der ersten Blüte.Von dir beseelt steh ich izt in der Lebensmitte.Mich reizt die Grösse nicht: ich geize nicht um Aerz;Du labest mich allein; durch dich entflieht der Schmerz.Besuche süsses Kind noch einmal meine Hütte!Dir folget jede Lust, Du bringst den sanften ScherzDurch deine Gabe mit; schenk mir Sophiens Herz.
O Amor, schönster Gott, hör meine lezte Bitte!
Sey meiner Liebe hold, dies soll die Gnade seyn.
Der Wunsch ist für mich groß, für deine Kräfte klein;
Wie oft empfand mein Herz Beweise deiner Güte!
Du warst mein Busenfreund, du lenktest meine Schritte;
Wer kann so fromm wie ich dir täglich Weihrauch streun?
Wen wird dein Lächeln mehr als meine Brust erfreun?
Sie glüte nur für dich schon in der ersten Blüte.
Von dir beseelt steh ich izt in der Lebensmitte.
Mich reizt die Grösse nicht: ich geize nicht um Aerz;
Du labest mich allein; durch dich entflieht der Schmerz.
Besuche süsses Kind noch einmal meine Hütte!
Dir folget jede Lust, Du bringst den sanften Scherz
Durch deine Gabe mit; schenk mir Sophiens Herz.
Rasian.Ich zahle dich mit einem ——
Du buhlest um mein Herz, Rosine?Betrachte besser deine Miene;Schlag heimlich den Kalender auf,Und überdenk den ganzen Lebenslauf!Izt sind es volle dreyßig Jahre,Da warst du mir zur Braut zu jung.Ich lud dich später zum Altare,Und hörte mit Demüthigung,Du seyst bereits, ich weiß nicht, wem versprochen.So war die Zärtlichkeit bezahlt.Izt kömmt die lezte der Epochen.Du scheinest mir, ich sag es frey, zu alt,Das macht auch meine Liebe kalt.
Du buhlest um mein Herz, Rosine?
Betrachte besser deine Miene;
Schlag heimlich den Kalender auf,
Und überdenk den ganzen Lebenslauf!
Izt sind es volle dreyßig Jahre,
Da warst du mir zur Braut zu jung.
Ich lud dich später zum Altare,
Und hörte mit Demüthigung,
Du seyst bereits, ich weiß nicht, wem versprochen.
So war die Zärtlichkeit bezahlt.
Izt kömmt die lezte der Epochen.
Du scheinest mir, ich sag es frey, zu alt,
Das macht auch meine Liebe kalt.
Der König.Wer ist der Verfasser?
Ras.Ein Dichter, der mit den Reifröcken zerfallen ist, und vermuthlich in einem Krankenspitale hungert.
Der König.Der Mann scheint mir Kopf zu haben.
Ras.Er schrieb auf sich selbst dies lezte ——
Die Menschen fliehen ihn wie eine Schlange;Was mag die Ursach seyn? Ist er Medusens Schild?Zeigt seine Larve sich mit eingeschrumpfter Wange;Sind seine Züge häßlich wild?Macht eine Krankheit ihn so stinkend wie die Leichen?Ist er beschwert mit bösen Seuchen?Zernagt ihn innerlicher Harm,Und macht ihn wild und ungesellig?Ist er zu ungestüm, zu ungefällig?O nein! Erstaunt! Er ist — zu arm.
Die Menschen fliehen ihn wie eine Schlange;
Was mag die Ursach seyn? Ist er Medusens Schild?
Zeigt seine Larve sich mit eingeschrumpfter Wange;
Sind seine Züge häßlich wild?
Macht eine Krankheit ihn so stinkend wie die Leichen?
Ist er beschwert mit bösen Seuchen?
Zernagt ihn innerlicher Harm,
Und macht ihn wild und ungesellig?
Ist er zu ungestüm, zu ungefällig?
O nein! Erstaunt! Er ist — zu arm.
Der König.Ich will mich seiner erinnern. Verdienste sollen nie darben! Sucht sie auf, ruft sie aus den Schlupfwinkeln, und es soll mein schönstes Geschäfte seyn, sie zu belohnen!
Ende der ersten Kaprizze.
Das Leben grosser Könige ist das Vorbild, und die Schule der Herrscher. Sie sehen die Tugenden, die sie erreichen sollen, und die Fehler, die ihre Vollkommenheiten entstalten, und ihr Gedächtniß bey der Nachwelt verächtlich machen. Der Donner der Wohlredenheit und der Pinsel der Wahrheit verewiget entweder ihr Lob, oder ihre Schande. Eduard ist einer von den besondern Fürsten, deren edlere Thaten die Aufmerksamkeit späterer Geschlechter verdienen. Die ersten Jahre seiner glorreichen Regierung sind rühmliche Beweise der erhabensten Eigenschaften, und das Muster grosser Monarchen.
Die gütige Natur erschöpfte sich gleichsam, in ihm ausserordentliche Gaben als in einem Mittelpunkte zu vereinigen, und ihn zum Meisterstücke der erstgebornen Genien zu bilden. Seine erhabene Miene verrieth seinen königlichen Stand. Sein Wuchs war schön, seine Züge einnehmend, und seine Suada bezaubernd. In ihm versammelten sich alle schätzbaren Eigenschaften seiner würdigen Ahnen, und vielleicht aller kommenden Enkel. Sein Herz war groß und zärtlich, und sein Geist durchdringend und erlaucht. Sein Auge war scharfsichtig; er spähete die Verdienste, und selten entwischten sie seinem Adlerblicke.Die Rechtschafnen freuten sich, denn sie sahen in ihm einen billigen Richter, der ihre Treue und Geschicklichkeit prüfte, und belohnte; die Verdienstlosen hingegen wurden desto mehr beschämt, weil schon die entehrende Ausschliessung von den Gnaden ihres wohlthätigen Landes-Fürsten ihre Schande bezeichnete. Da er den Charakter der Menschen mit einem Blick übersah; wuste er die unentbehrliche Kunst weiser Regenten jeden an seinen ächten Platz zu stellen, und jede Fähigkeit zu benutzen. Er kannte andere, ohne sich selbst ergründen zu lassen. Doch haßte er die alberne Grimasse feiner Politiker, die aus Kleinigkeiten Geheimnisse machen. Nur Hauptgeschäfte, deren glücklicher Erfolg von einem heiligen Stillschweigen abhieng, wurden von ihm in eine tiefe Nacht gehüllet. Er ließ seine Nachbarn nicht bey jedem Schritte zittern; seine Verheissungen waren unverbrüchliche Schwüre, und seine Bündnisse so ehrwürdig wie Eide. Seine Handlungen blieben allezeit königlich. Er gab seinen Thaten eine majestätische Grösse; seine Gedanken und Worte verriethen, aus welcher vortreflichen Seele sie ihren Ursprung zogen; er nahm nicht Zuflucht zu übertriebnen Gepränge; aber er würdigte nie seinen Stand durch geizige Sparsamkeit ab, damit er den Künstlern die Nahrungswege nicht beschränkte. Er liebte in allen Kunst und Geschmack; seine Gebäude prangten als Denkmäler, welche den Staat verschönerten, und den Fremdling in Erstaunung setzten. Sein Leben war einfach, aber wohlgeordnet.
Im Frieden, den er liebte, theilte er weislich seine Stunden. Früh begann er die Reichsgeschäfte. Er suchte die Kürze, und haßte die Weitschweifigkeit und Dunkelheit des Vortrags. Seine Minister und Räthe mußten gründlich von den Gegenständen unterrichtet seyn. Den Nachmittag widmete er dem Umgang mit allen Menschen, und hatte jeder Stand seinen ausgezeichneten Tag, in welchem jeder das Antlitz seines Königs sehen konnte. Der erste Tag der Woche ward den Staatsleuten gewidmet; der zweyte den Kriegern; der dritte den Gelehrten, der vierte den Künstlern, der fünfte den Kaufleuten, der sechste den Priestern, der siebente den Ackersleuten, und der achte dem schönen Geschlechte, in dessen Umgang er die Artigkeit zu suchen pflegte. In diesen Stunden sprach er mit Jedermann wie ein Bruder zum andern,und klärte sich so auf, daß jeder ihn für einen Meister in seinem Fache hielt. Die Höflichkeit war jene Zauberey, womit er alle Herzen fässelte; er schien unwiderstehlich im Umgang. Seine Reden schlichen so sanft in alle Ohren, und drangen so rasch zum Herzen, daß er alles hinriß. Nie sprach er von sich selbst. Er lobte verdienstvolle Männer. Nie war er bescheidner, als nach gewonnenen Schlachten, und niemals demüthiger als im Glücke. Selbst seine Feinde preisen an ihm diese seltne Tugend; aber nie schien seine Seele grösser und thätiger als in Gefahren, die sein geliebtes Vaterland bedräuten. Er war wie eine Löwin, die ihre Jungen vertheidiget. Seine Augen glüten, er war Tag und Nacht auf den Flügeln, und er ruhte nicht, bis er die Stürme beschwur, und die Wolken zertheilte. Jemehr Feinde wider ihn aufstunden, destomehr Gelegenheit fand er seinen Ruhm zu vergrössern. Ein Seemann wird in Ungewittern geprüft. Er kannte die Ebbe und Flut des Glückes, und nützte die goldenen Augenblicke, in denen es ihm lächelte. Die Gnaden, die er ertheilte, und versprach, waren so gewiß, daß man sie gleichsam schon empfieng, wenn er sie verhieß. Nie brach er sein Wort, weil er nichts ohne reife Ueberlegung zusagte. Geprüften Gelehrten gab er einen Gehalt zur Aufmunterung, um sie in den Stand der nöthigen Musse zu versetzen, die ihr Studium erfoderte. Würdige Witwen, die Kinder zu erziehen hatten, konnten Anspruch auf seine Güte machen, und er foderte Rechenschaft von der Verwendung seiner Gnaden. Wenn rechtschaffene Männer durch Unglücksfälle darbten: bot er ihnen eilends Hülfe an; warum, pflegte er zu sagen, wendet ihr euch nicht an mich, und vertraut eure Bedürfnisse eurem Freunde? Da er wuste, daß die Armuth die Mutter aller Laster ist; so war er der Vater der Armen. Leute, welche das Alter oder ein gebrechlicher Körper ausser Stand sezte, das Brod zu gewinnen, wurden von seiner Milde erhalten, und er zählte sie unter die Säuglinge, die er als Waisen ernährte. Andern Bedürftigen wies er gute Nahrungswege an, und sie wohnten in einer Vorstadt beysammen, durften auch so lange nicht in Städten sich niederlassen, bis sie durch Fleiß ein kleines Vermögen sich erwarben. Er ehrte alle Stände, wie ein Vater alle seine Kinder gleich liebt. Er gab keinem Stande eine Vorliebe, undkeinem eine Ausschliessung. Jeder in seiner Gattung war geschätzt, und von ihm geehrt. Der Vater vieler Kinder genoß besondere Vortheile. Er ließ dem Adel fühlen, daß ohne eigne Verdienste das Ungefähr einer hohen Geburt ein blosser Schatten ist, und der Adel nur eine Aneiferung zu ausserordentlichen Tugenden, nicht aber ein Freybrief des Müßiggangs seyn sollte. Er zog die Talente aus der Dunkelheit hervor, und suchte die schüchterne Bescheidenheit auf, wo sie im Winkel darbt. Die Beamten durften sich durch Wissenschaften aufklären, und er hielt nicht wie viele barbarische Grosse die Unwissenheit für ein Zeichen der Treue und des Fleisses. Jeder konnte Anspruch auf Würden machen, wenn er nur Fähigkeit besaß. Jeder Bürger erfreute sich im Genusse seiner Güter. Ich bin ein Hausvater, sagte Eduard, die erste Pflicht eines liebreichen Hausvaters ist, von seinen Kindern geliebt zu werden, ihnen den Aufenthalt in seinem Hause lächelnd zu machen, damit sie sich nicht um fremde Wohnungen sehnen, und vergnügt sind, in seiner Hütte zu leben. Die Gesetze werden liebreich, wenn er sie überzeugt, daß alle zu ihrem Wohl, und zur allgemeinen Glückseligkeit abzielen. Er liebte zu sagen, alle Fehler der Könige tragen ihre Unterthanen.
War er im Felde; so übersah er nicht nur die Würde des Anführers, sondern er ward ein gemeiner Soldat; und wenn er die Heere in Schlachtordnung stellte, und das Treffen entwarf, theilte er alle Gefahren mit seinen Kriegern. Seine Unterthanen, die ihn wie einen Vater liebten, hatten zum Sprüchwort: Die Tapferkeit ist unsers Königs einziger Feind, die uns für seine kostbaren Tage zittern macht. Wer die Geschwindigkeit seiner Thaten bemerkte, glaubte, daß Eduard fliegen müßte, und wer die Grösse und Wichtigkeit der Handlungen prüfte, erkannte, daß er nicht eilen konnte. Man bedurfte oft mehr Zeit, seine Thaten zu erzählen, als er, sie auszuführen. Die Gelassenheit war ein besonderes Zeichen seines erhabnen Verstandes, und er hatte die gröste Herrschaft über sich selbst. Die sanfte gütige Art, womit er alle Handlungen und Worte würzte, legte ihnen einen doppelten Werth bey; die Gnaden wurden unschätzbar, und selbst eine verweigerte Bitte ward zur Gnade.
Er liebte zärtlich sein Volk, und unterschied den Bürger weislich vom Fremdling; dadurch pflanzte er die Liebe zum Vaterland in alle Herzen. Ein Land, das seine Kinder geringschäzt, wird von ihnen verachtet, und verlassen. Das Glück seines Volks war sein reichster Segen. Er liebte nicht Leibwachen, und wandelte frey unter seinen Söhnen. Seine Rathschlüsse waren meistens bekannt, er ließ seine Unterthanen alle Plane und guten Absichten wissen, und sagte: Ich liebe keine schädlichen Neuerungen, und habe kein Staatsgeheimniß. Ein wohlgeordnetes Heer von treuen Landeskindern, und der Reichthum meiner Bürger ist meine Politik! Sklaven fechten nur aus Zwang für Ketten und Gefängniß, freye Bürger, die ihr Vaterland lieben, sind die Stützen eines gerechten Thrones.
Er handhabte mit Standhaftigkeit die Gesetze, die alle nur zum Wohl der Länder abzielten, wenig, einfach, und verständlich waren. Oft weinte er, wenn er ein Urtheil unterschrieb, und er milderte gern die Strenge. Er strafte kühne bundbrüchige Nachbarn: er beschränkte den Ehrgeiz habsüchtiger Könige; er kam unterdrückten Freunden zu Hülfe; er schonte, wo er Langmuth zeigen konnte; er wog das Blut auf der Goldwage, und zog nur gezwungen das Schwert. Die Feinde fürchteten seine Gerechtigkeit. Er hungerte nie nach fremden Gütern. Wurden feindliche Schiffe auch in Kriegszeiten durch Stürme an seine Gestade geworfen; so gab er großmüthig Befehl, sie frey zu lassen, und ihnen alle Bedürfnisse zu reichen, weil er sich keines Ungefährs zum Vortheil bedienen wollte. Dies machte ihn zum Mittler und Schiedsrichter aller Nazionen, die seine Gemüthsbilligkeit kannten.
In seinem Pallast hatte jeder freyen Zutritt. Lasset das Volk herein, rief er oft den Wachen zu: ich bin nicht König für mich, sondern für sie! Er strafte freche Zungen. Es sind nur Worte, sagte einst dreist ein Höfling, und Worte sind keine Pfeile! Desto ärger, rief Eduard! Pfeile durchdringen nur den Körper; aber Worte verwunden die Seele und das Herz! Die Verschwender waren nie seine Lieblinge. Ein verschuldeter Edelmann lud ihn auf einer Reise zu Gast. So müssen wir eilen, meine Freunde, sprach Eduard zu seinem Gefolge,sonst kommen wir zu spät. Da er in das Haus des Verschwenders trat, fragte er, wem gehört dieser Pallast? Dir mein Wirth? Wenn es wahr ist; so wünsche ich dir Glück!
Eduard war gütig, leutselig, sanft und uneigennützig. Jeder Tag wurde durch edle Handlungen bezeichnet, und wie eine Meile gepflegtes Land mehr ist, als eine Wüsteney von hundert Parasangen; so ist ein Blatt seiner Geschichte wichtiger, als ganze Bände unfruchtbarer Jahrbücher, die der Nachwelt nichts weiter sagen, als daß viele Könige Thoren gewesen sind.
Bruder, wir haben Krieg. Unser Eduard beginnt seine Regierung damit, daß er von seinen wilden Nachbarn die Länder zurückfodert, die sie unter der schlafsüchtigen Herrschaft der wollüstigen Emilie gewaltsam an sich rissen. Die feindlichen Könige hören mit Verachtung seine gerechten Foderungen, behandeln ihn wie einen unweisen Jüngling, verspotten dreist seine Gesandten, und senden ihm einige Kriegsgefangene schändlich verstümmelt zurück. Der Krieg ist erklärt. Wir fliegen an die feindliche Gränze, und stehen vielleicht schon auf fremder Erde, wenn unsere Feinde erst unsere Kriegserklärung lesen. Eduard ist lauter Leben und Tätigkeit. Ich folge seinen hastigen Schritten, und umarme dich in Gedanken, u. s. w.
Eine Ebne. Eduard, Lusian, viele Krieger, hernach Ritter Piron.
Edu.Mein lieber Lusian, unsere Geschwader werden durch Freywillige bevölkert, die sich von allen Seiten zu unserer Fahne drängen.
Lus.Ich finde wackere Leute darunter. Betrachten Eure Majestätnur jene muntere Jugend von Edelleuten, es ist lauter Feuer und Seele in ihnen! Man muß sie mit gedienten Leuten vermischen.
Edu.In der That, sie entzücken mein Auge! —— Warum lächelst du?
Lus.Dort eilt auf einem Klepper ein wunderbares Geschöpf; welch ein Kontrast!
Edu.Die Natur hat das arme bucklichte Männchen sehr mißhandelt. Er drängt sich zu uns durch die Haufen. Was muß er wollen?
Piron.Ich lege mich Eurer Majestät zu Füssen ——
Edu.Was suchst du, mein Freund?
Piron.Kriegsdienste —
Edu.Du bist ein wenig übel gebaut —
Pir.O sehr übel; aber ich bin kein Parlament, daß ich mir selbst Glieder wählen könnte. Die Natur macht den Körper; aber ich habe meinen Kopf und mein Herz gebildet!
Edu.Wie heissest du?
Pir.Piron —
Lus.Der Name ist gnug! — Er ist mein Landsmann, aus einer Familie, die Helden zeugte, und ich nehme ihn mit Eurer Majestät Erlaubniß unter meine Geschwader. Bruder Piron, laß uns zeigen, daß nur der Kopf und das Herz tapfre Krieger macht!
Arnold, Dietrich, Gotmayer, und andere Hauptleute. Hedwig Arnolds Gattin, viele Jungfrauen, Krieger, Druiden, Barden, hernach Adelreich und Gefolge.[5]
(Die Scene ist ein Schlachtfeld und die benachbarten Gegenden.)
Arnold.Lassen wir die Cherusker im Hinterhalt! — Mäßigeteure voreilige Hitze! —— Erwartet das Zeichen des Angriffs! —— Wir fallen den Feinden in den Rücken!
Dietr.Kühn sind unsre Anschläge, noch kühner mein Vorsatz! — Bruder, wenn ich falle; so laß mich mit meinen Waffen begraben!
Arn.Der Prüfungskampf weissaget uns Sieg.[6]Mein jüngster Sohn hat den Römer besieget!
Dietr.Sind es nicht erst zwey Monden, daß du ihm feyerlich die Waffen reichtest?
Arn.Der Nämliche!
Dietr.Welche Hofnung reifet für Deutschland heran! Freund, meinen Glückwunsch! —— Du bist Vater edler Söhne! —— Ha! Gotmeyer! — Priester unserer Götter sey uns gegrüßt! —— Was weissagen die Opfer?
Gotm.Sieg! — Das Blut floß rein wie eine Quelle!
Arn.Bleib mit deinem Gefolge im Rückzug! Ich gebe Euch tapfere Haufen zum Schutze. Verdoppelt eure Opfer, es ist heut ein entscheidender Tag! — Ihr Barden befeuert mit Kriegsgesängen die Herzen der Streiter! — Die sichersten Gräben und die Wagenburg umringen die Freystäte der Weiber und Kinder. —— Hedwig, meine theure Hedwig, mein Lebewohl! —— Ich lasse dich von Söhnen und Töchtern umringet!
Hedw.Der Segen der Götter begleite dich, Freund meines Herzens! Das ist ein Tag wie mein Brauttag! Ich sehe den Gatten und die Söhne für das Vaterland streiten! — O mein Sohn Adolph, Segen auf dich! — Die mütterliche Thräne ist mein wärmster Glückwunsch! — Götter, lasset seinen Sieg zum allgemeinen Siege werden! — Junger Adler, flieg den raschen Fittigen deines Vaters nach!
Arn.Dank Weib für diesen Segen! — Meinen Abschiedskuß! — Der Führer kömmt!
Adelr.Willkommen, meine theuren Freunde! — Der warme brüderliche Handschlag sey unsere Loosung! —— Der Feind nähert; unsere ersten Haufen beunruhigen seinen Zug! — Freymund, wende dich links in das Eichenthal! — Tuder, zieh dich gegen das Harzgebüsche! Vangio, behaupte die Spitze des Mondhügels! — Ihr andern bedeckt die Wagenburg und den Altar! — Gotmayer —
Gotm.Wie soll ich die Verbrecher strafen?
Adelr.Verräther hänget auf die Bäume; Verzagte ersäufet in den Pfützen! — So wird der schwarze Frevel an das Licht gebracht, und die Schande begraben! —— Ich höre Schlachtgeschrey — Dort blinken die Adler der Römer! —— Zur Schlacht!
(Er geht ab mit seinen Kriegern.)
Gotm.Druiden beginnet das Schlachtopfer! — Ihr Jungfrauen befeuert mit euren Kriegesgesängen die Krieger!
Chor der Jungfrauen.
Sehet die dräuenden Schaaren! Sie wanken daherWie die goldenen Aerndten im Felde,Furchtbar den Feinden, uns aber hochzeitlich schön!Seht, sie bevölkern das schreckliche Todesthal,Das die Besiegten verschlingt!
Sehet die dräuenden Schaaren! Sie wanken daher
Wie die goldenen Aerndten im Felde,
Furchtbar den Feinden, uns aber hochzeitlich schön!
Seht, sie bevölkern das schreckliche Todesthal,
Das die Besiegten verschlingt!
Auf, ihr Cherusker, Gelonen, ihr Heruler auf!Katten, ihr Ubier, ihr Markomannen,Auf ihr Gothonen, ihr Sueven, ihr Hirrier eilt!Ha! Schon brüllet das Schlachtgeschrey fürchterlich;Häufiges Feindeblut fliesst!
Auf, ihr Cherusker, Gelonen, ihr Heruler auf!
Katten, ihr Ubier, ihr Markomannen,
Auf ihr Gothonen, ihr Sueven, ihr Hirrier eilt!
Ha! Schon brüllet das Schlachtgeschrey fürchterlich;
Häufiges Feindeblut fliesst!
Sehet, sie klettern auf Leichen und Schedeln empor!Und die zermalmten Iberier röcheln,[7]Unter dem Hufe des schnaubenden Rosses! O jauchztFreudengesänge dem siegenden Helden zu,Der unser Vaterland liebt!
Sehet, sie klettern auf Leichen und Schedeln empor!
Und die zermalmten Iberier röcheln,[7]
Unter dem Hufe des schnaubenden Rosses! O jauchzt
Freudengesänge dem siegenden Helden zu,
Der unser Vaterland liebt!
Wodan, durchmähe mit grimmigem Schwerte das Feld;Schrecke die staunenden Schaaren der Feinde,Mit dem Donnergebrülle der Räder; laß sieEilen mit Schande zur ewigen Todesnacht,Die nie Vallhalla bewohnt.
Wodan, durchmähe mit grimmigem Schwerte das Feld;
Schrecke die staunenden Schaaren der Feinde,
Mit dem Donnergebrülle der Räder; laß sie
Eilen mit Schande zur ewigen Todesnacht,
Die nie Vallhalla bewohnt.
Gotm.Unsere feurigen Katten stürmen schon unter die Feinde! —— Opferknabe, steig dort auf die höchste Eiche! —— Was siehst du?
Der Jüngling.Die Römer weichen! —— Nein, es sind ihre Bundesgenossen ——
Gotm.Wo ist Adelreich?
Jüngl.Er wirft ganze Geschwader zu Boden! —— Alles weicht seiner Tapferkeit!
Gotm.Segen auf sein Haupt! Wie geht es am rechten Flügel?
Jüngl.Da fechten die Römer hartnäckig!
Gotm.Barden, wendet Euch dahin! Beginnet ein feuriges Schlachtlied!
Chor der Barden.
Fasset die goldenen Saiten, ihr Barden;Lockt feurige Töne hervor!Röchelt ihr Hörner den Feinden zum Schrecken!Vaterlandsliebe befeuertUns, und das schlachtenbegierige Heer!
Fasset die goldenen Saiten, ihr Barden;
Lockt feurige Töne hervor!
Röchelt ihr Hörner den Feinden zum Schrecken!
Vaterlandsliebe befeuert
Uns, und das schlachtenbegierige Heer!
Die Alrunen[8]weissagten uns Siege;Der silberne Vollmond ruft uns![9]Suchet ihr Kämpfer das winkende Schlachtfeld,Das eure Väter verewigt,Und die Römer mit Schande bedeckt!
Die Alrunen[8]weissagten uns Siege;
Der silberne Vollmond ruft uns![9]
Suchet ihr Kämpfer das winkende Schlachtfeld,
Das eure Väter verewigt,
Und die Römer mit Schande bedeckt!
Hier faulen sklavische Zeichen des Liktors,Die goldenen Adler sind inMorschen Ruinen der Schlösser begraben;Römergebeine bedecketAuf der Fläche der blutige Sand!
Hier faulen sklavische Zeichen des Liktors,
Die goldenen Adler sind in
Morschen Ruinen der Schlösser begraben;
Römergebeine bedecket
Auf der Fläche der blutige Sand!
Da fand einst Caßius dräuende Sieger;[10]Der rühmliche Bojorix schlugScaurus den Führer der Römerchohorten;[11]Die Ambrionen verhöhntenVor dem Antlitz des Marius Rom.[12]
Da fand einst Caßius dräuende Sieger;[10]
Der rühmliche Bojorix schlug
Scaurus den Führer der Römerchohorten;[11]
Die Ambrionen verhöhnten
Vor dem Antlitz des Marius Rom.[12]
Denket zurück auf die blutigen Tage,Da Deutschland den Führer verlor!Mitten im feurigsten Treffen erhobenUnsere Brüder den KühnstenAuf den eichenen Schilden empor!
Denket zurück auf die blutigen Tage,
Da Deutschland den Führer verlor!
Mitten im feurigsten Treffen erhoben
Unsere Brüder den Kühnsten
Auf den eichenen Schilden empor!
Sehet die Schatten des Brennus, des Hermanns[13]Sind Zeugen des ewigen Ruhms,Zeugen des Lorbeers, der Euch izt erwartet!Fechtet ihr Brüder, um Freyheit,Löwen, zermalmet die Adler von Rom!
Sehet die Schatten des Brennus, des Hermanns[13]
Sind Zeugen des ewigen Ruhms,
Zeugen des Lorbeers, der Euch izt erwartet!
Fechtet ihr Brüder, um Freyheit,
Löwen, zermalmet die Adler von Rom!
Der Jüngl.Unsere Cherusker stürzen hastig aus dem Hinterhalt! —— Welch ein Metzeln! —— Alles sinkt unter ihren Streichen! Die Römer fliehn von allen Seiten!
Gotm.Sieg! —— O Brüder, umarmet mich! —— Sieg! — Es lebe Held Adelreich, es lebe Deutschland! — Dank unsern Göttern! —— Singet das Siegeslied Skalden! Rüstet den Othinsbecher![14]
Adelreich.Die Römer hielten minder Stand! Ihre Bundesgenossen wichen die Ersten! —— Dank meine Freunde, ihr habt als Helden für das Vaterland gefochten! —— Ein Lorbeer mehr für Deutschland und Euch! —— Die Feinde fliehen; man verfolge die Flüchtlinge! —— Ein schöner Tag! Lasset uns den Göttern die Erstlinge der Beute opfern! —— Eilet deutsche Sieger zum festlichen Siegesmahle!
Chor der Skalden.
Der Donnerer Manna schuf Wetter,Sie wälzten sich über die HäupterDer Römer und Deutschen hin;Die zischenden Blitze durcheilten die Welt;Der Donner traf Rom!
Der Donnerer Manna schuf Wetter,
Sie wälzten sich über die Häupter
Der Römer und Deutschen hin;
Die zischenden Blitze durcheilten die Welt;
Der Donner traf Rom!
Izt lächelt für Deutschland die Sonne;Izt höhnen die Enkel TuiskonsDie Welteneroberer;Dort werden die Römermanipel vertilgt,Und füllen das Grab!
Izt lächelt für Deutschland die Sonne;
Izt höhnen die Enkel Tuiskons
Die Welteneroberer;
Dort werden die Römermanipel vertilgt,
Und füllen das Grab!
Alle Krieger.
Bringet das Urushorn jauchzend zum Mahle;Leeret den Othinskelch, Sieger!Trinket den Feinden Verderben,Trinket Germaniens Heil!
Bringet das Urushorn jauchzend zum Mahle;
Leeret den Othinskelch, Sieger!
Trinket den Feinden Verderben,
Trinket Germaniens Heil!
In einem Gezelt Lusian, ein Soldat, hernach der König Eduard.
Lus.Eil! Ruf mir den Wundarzt!(Der Soldat geht. Lusian setzt sich auf einen Feldstuhl.)Mein Bein schmerzt mich, die Mähre traf mich gewaltig! —— Eure Majestät sind Meister vom Schlachtfelde! Adler fangen keine Fliegen!
Edu.Da ist mein Lusian! Willkommen! —— Mann, du hast gefochten wie ein Löwe! —— Ich habe dich metzeln gesehn. Der Sieg ist unser! Dank, warmer Dank!(Er schüttelt ihm die Hand.)Begehr izt eine Gnade! Fodre ein Königreich! Ich bin in der Freude meines Herzens! —— Sag, was wünschest du?
Lus.Ich? Wunderbar! — Mir fehlt izt nichts als ein Stiefelknecht, denn mein Pferd schlug aus, und streifte meinen Schenkel ——
Edu.Du brauchst eine Kleinigkeit. Heb deinen Fuß! —— Die Nachwelt wird sagen, nie hat man von einem Könige weniger begehrt! ——
(Er zieht ihm den Stiefel aus.)
Lus.Und nie hat ein König mehr geleistet! —— Izt erkenne ich, daß du ein großer König bist, weil du sogar Stiefel ausziehen kannst. Laß diesen Stiefel in deine Wappen setzen, und heisse dich kühn den Grossen, denn du hast mehr als alle Könige gethan! —— Wenn alle Menschen einst über deine Härte schreyen; soll mein Stiefel dein edles Herz vertheidigen!
Edu.(indem er sich den Schweiß von der Stirne wischt)Das ist heut ein heisser Tag! Schweiß auf Schweiß! —— Aber mir ist izt sowohl um das Herz. Wie die Feinde davon flohen! Freund, welch ein Sieg!
Lus.Freue Dich Held aller Helden, der Stiefel ist Deine gröste Heldenthat! Dort blutet, hier jauchzet die Menschlichkeit! — Dieß Siegeszeichen soll Deine Schatzkammer schmücken!
Ein Vorhof. Eduard, Gefolge, ein Pferdjude.
Edu.Die feindliche Reuterey hat uns den Sieg zu leicht gemacht. Sie wich beym ersten Angriff. Es ist Schande! Die Verräther verdienen Strafe! Das tapfre Fußvolk des Feindes hat Wunder gethan, und würde uns die Wahlstatt streitig gemacht haben. Man halte die Gefangnen gut! Es sind wackere Leute; aber ihre Reuter sind Schurken! — Was bringst du Ephraim?
Der Pferdjude.Eure Majestät ich habe Pferde; so wahr ich lebe, vortrefliche Stücke! — Dieser Hengst lauft wie der Wind! Er kömmt aus der Schlacht ——
Edu.(lächelnd)Das Pferd ist gekauft, wenn es in der Schlacht war, denn so flüchtige Pferde sah ich nicht in meinem Leben.
Kann ich genug eilen dir die Thaten deines Eduards zu erzählen? Er kam, sah, und siegte! Er überraschte seine Feinde. Lusian ist seine rechte Hand, und Piron seine Linke. Welche Genien umringen unsern König! Ich wünschte, du wärest Zeuge von der blutigen Hauptschlacht gewesen. Eduard wirkte Wunder. Nichts widerstand ihm. Lusian und Piron mußten das feindliche Lager beschleichen, und machten beyde feindliche Könige zu Kriegsgefangenen. Eduard zieht als Sieger in ihren Staaten herum. Du liebst Anekdoten, die den edlen Charakter deines Durchlauchtigen Zöglings entwickeln. Hör ein Pärchen in Eile, denn tausend andere soll er dir selbst erzählen.
Die Gattinn eines Königes hatte sich in eine Festung geflüchtet. Wir zogen vorbey. Eduard hielt nicht Stand. Unsere Obersten erinnerten ihn, daß es nicht gut sey, eine uneroberte Festung im Rücken zu lassen. Ich weiß es, sprach er gelassen; aber ich führe nicht Krieg mit den Weibern.
Er eilte vor die nächste Stadt, um sie zu belagern. Man rüstete schon das schwere Geschütze. Der Magistrat flehte um Aufschub, bis sie von ihrem Könige Befehl hätten, die Stadt zu übergeben, und baten unsern Helden, er möchte indeß ihre kostbaren Büchersäle und Kunstgebäude verschonen. Sie boten ihm Brandschatzungen. Eduard gab alles zurück, ließ die Stadt unberührt, und gab den Rathsgliedern gütig zur Antwort: Ich bekriege nicht die Musen!
Geschäfte zwingen mich zu schliessen. Ich sehne mich, dich wieder zu umarmen, und bin u. s. w.
König Theodor, König Friederich, Gefolge, Eduard, hernach ein Dichter.
(König Theodor sitzt in einem Kefig, Friederich auf einem Scheiterhaufen.)
Theod.Soll ich dem Sieger zum Gespötte dienen?
Fried.Will er mein Blut vergiessen?
Edu.Tyrannen, redlich kann ich mein Auge an eurer Strafe weiden! —— Wie oft habt ihr meine Güte verhöhnt, meine Friedensvorschläge verworfen, und das heilige Völkerrecht durch eure Grausamkeit entehrt! Ihr habt meine Gesandten mit Schande und Hohngelächter zurückgesandt, und meine gefangenen Krieger verstümmelt. — Kann der Thron solche Unmenschen schmücken? —— Sprecht selbsten, wie soll ich nach so viel Unbilden Euch behandeln?
Theod.Tödte mich!
Fried.Laß mich sterben!
Edu.Man mache sie frey! —— Ich habe Euch gedemüthiget!Lernet, daß Könige Menschen sind! — Kehret in eure Staaten, nehmet eure Kronen zurück, und löschet das Gedächtniß eurer vorigen Missethaten durch glänzende Tugenden aus. Ich bin euer Freund!
Theod.Deine Großmuth ist grösser als alle Siege!
Fried.Ich erröthe nicht mehr über meine Niederlage; es ist rühmlich unter königlichen Löwen zu fallen!
Edu.(indem er sie umarmt)Brüder, ich empfehle euch die Menschlichkeit!
(Indem Eduard sich entfernet, überreicht ihm ein Dichter eine Schrift. Eduard liest, zieht einen Ring vom Finger, und überreicht ihn dem Dichter.)
Edu.Ich vermähle mich mit den Musen!