6. Kapitel.Im Urstoff versunken.

Der Luftpirat hatte gerade noch Zeit, den Hebel des Riesenmagneten herumzuwerfen.

Eine Sekunde später und der „Meteor“ wäre von dem Rammstoß getroffen und höchstwahrscheinlich in zwei Teile gespalten worden.

So aber entging Mors noch durch eine geschickte Wendung seines Fahrzeuges der drohenden Gefahr, obwohl ihn dieses verzweifelte Manöver beinahe gegen die leuchtenden Felsen schleuderte.

Er sah noch, wie der graue Körper des Feindes dicht an der gläsernen Scheibe vorüberglitt und dann zurückprallte.

Der Feind war mit dem gefährlichen Rammsporn gegen die Bergwand gestoßen, aber er hatte mehr Glück als das zweite Weltenfahrzeug.

Der Koloß zerbrach nicht, nur der Sporn wurde etwas verbogen. Deutlich sah Mors, wie dieser spitze, stählerne Sporn in eine Art Papageischnabel verwandelt worden war. Er war bedeutend gekrümmt und deshalb lange nicht mehr so gefährlich.

Unmittelbar darauf wendete Mors sein Fahrzeug, sodaß die Inder ihre Geschütze gebrauchen konnten.

Sie zögerten keinen Augenblick, und überschütteten den Feind mit einem Hagel von Geschossen. Diese trafen gut, und da die Geschosse aus ziemlicher Nähe abgefeuert wurden, merkte der Gegner den Ernst der Lage.

Ferner hatte man dort das zweite zerstörte Weltenfahrzeug gesehen und da mochte man das gleiche Schicksal befürchten.

Genug, der Riese erhob sich und fuhr mit fürchterlicher Geschwindigkeit in die Höhe, Mors aber war gleich hinter ihm her, fest entschlossen, die Entscheidung herbeizuführen.

Das Blättchen hatte sich gewendet. Aus dem Angreifer war ein Flüchtender geworden. Das letzte der feindlichen Weltenfahrzeuge wendete sich und sauste mit unheimlicher Geschwindigkeit ins Endlose hinein.

„Wir dürfen ihn nicht entkommen lassen,“ rief Mors seinem treuen Terror zu. „Zwei der Feinde sind vernichtet und auch der dritte muß fallen. Vorwärts, ihm nach, wir müssen das äußerste aufbieten.“

Wieder begann die wilde Fahrt, aber diesmal in die Saturnwelt hinein.

Mors behielt den Feind unablässig im Auge und da sah er, wie derselbe dem größten der acht Saturn-Trabanten zustrebte.

Dieser Mond, der eine eigentümlich gelbrote Färbung besaß, war das nächste Ziel. Dort schien der Verfolgte Schutz suchen zu wollen.

Es war ein großartiger Anblick, wie die beiden Weltenfahrzeuge durch den Raum dahinjagten, dem riesigen Mond zu, der mit jedem Augenblick an Größe zunahm.

Sicherlich besaß dieser Trabant Luft oder wenigstens eine Hülle, die der Luft sehr ähnelte.

Diese Schicht schien aber ungemein dick zu sein und glich einem grauen Nebel, aus dem nur zuweilen die gelbrote Oberfläche des Gestirns hervorleuchtete.

Der Verfolgte strebte unablässig auf diese nebligen Massen zu. Dort wollte er sich vielleicht verbergen, einen Platz suchen, an dem er die Schäden ausbessern und vor allen Dingen den gefährlichen Stahlsporn für einen neuen Angriff bereit machen konnte.

Das mußte Mors vermeiden, aber er sah ein, daß der Gegner vor ihm auf dem Monde des Saturn anlangen mußte.

Immer näher kam die Nebelhülle. Mors sah deutlich, wie der verfolgte Feind hineintauchte.

„Ihm nach, ihm nach,“ rief Mors unwillkürlich, als ob er mit sich selber spräche. „Wir dürfen ihn nicht aus den Augen verlieren. Schließlich benutzt er die Dunsthülle, um die Ringe des Saturn zu erreichen. Das wäre das Schlimmste. Ich muß ihm auf den Fersen bleiben.“

Wenige Minuten später tauchte der „Meteor“ gleichfalls in die Dunsthülle.

„Terror, prüfe ob das Luft ist,“ rief Mors seinem Gefährten zu. „Sieh zu, ob diese eigenartige Dunsthülle die Elemente enthält, welche zum Leben nötig sind.“

Der wackere Ingenieur ließ sich das nicht zweimal sagen. Hastig begab er sich zu einem Apparat, der in einer Ecke des Lenkraumes angebracht war und zur Prüfung der Außenwelt diente.

Kleine Röhren führten durch die Metallwand des Weltenfahrzeuges hindurch und in wenigen Augenblicken konnte sich Terror über die Beschaffenheit der sonderbaren Dunsthülle orientieren.

„Es ist Luft, Kapitän,“ rief er freudig. „Sie ist zwar dick und schwer, aber sie läßt sich atmen.“

Die Dunsthülle schien sehr dick zu sein und umgab den „Meteor“ wie ein leichter Nebel. Man konnte nicht weit sehen, sodaß Mors die Schnelligkeit des Weltenfahrzeuges vermindern mußte.

Da schrie Terror laut auf.

„Kapitän, Vorsicht, Vorsicht!“ rief er. „Da seht, unter uns, da ist alles glühend.“

Mors übergab seinem treuen Gefährten die Maschinen, und sprang an das Ausguckfenster.

Ein unheimlicher Anblick bot sich dar.

Es schien, als ob die Oberfläche des Saturnmondes, die man jetzt erblickte, aus einer feurig-flüssigen Masse bestände. Diese Masse glich einem glühenden Ozean und wogte hin und her.

Aus diesem scheinbar glühenden Meere aber ragten hier und dort zackige Kuppen hervor, die kleinen Inseln glichen.

Der „Meteor“ schwebte schon dicht über der gefährlichen Oberfläche des Saturnmondes.

Mors legte die Hand an die Glasscheibe.

War das wirklich Glut, so mußte sich die Hitze bemerkbar machen. Wie wunderte sich daher der Luftpirat, als er beim vorsichtigen Berühren der dicken Glasscheibe keine merkbare Veränderung entdeckte.

„Terror,“ rief er seinem Gefährten zu. „Das sind keine feurigen Massen, sondern jener Stoff, von dem der Professor gesprochen hat. Der ist noch nicht so dicht wie Wasser und auch kein Gas, es ist der Urstoff, aus dem die Welten entstanden sind. Der ist nur feurig gefärbt, er enthält keine Glut. Von einer unnatürlichen Hitze haben wir nichts zu befürchten.“

„Mag sein,“ brummte Terror. „Davon verstehe ich wenig, aber ich habe doch die Empfindung, als ob mit dem glänzenden, funkelnden Zeug da unten nicht zu spaßen ist.“

Mors blickte jetzt durch die Glasscheiben.

Es schien, als ob sich der Nebeldunst verzog, als ob das Himmelsgewölbe wieder sichtbar wurde. Gleichzeitig erblickte er den Riesenplaneten mit seinen Ringen.

„Da ist der Feind,“ schrie Terror, als er neben Mors getreten. „Dort, Kapitän, dort — seht Ihr, da fliegt er eben schwerfällig über die Felsenspitzen.“

„Wirklich, da ist er,“ antwortete der Luftpirat, „aber der macht ja ganz sonderbare Bewegungen.“

„So ist es, Kapitän,“ versetzte Terror. „Es sieht wahrhaftig aus, als ob das kolossale Ding hüpfte und springt, es scheint, als wollte der Koloß empor und könnte nicht, als würde er von einer unnatürlichen Gewalt immer wieder herabgezogen.“

„Du hast recht,“ erwiderte Mors. „So ist es, und er wird auch hinabgezogen. Ganz so wie wir in diesem Augenblick. Betrachte die Instrumente, wir sind am Sinken.“

„Alle Teufel,“ rief Terror. „Da müssen wir ja rasch in die Höhe! Rasch, Kapitän, es ist gerade so, als ob die zähe Masse uns hinunterzwingt. Das ist ja unheimlich.“

Mors ergriff die Hebel, die den Riesenmagneten in Bewegung setzten.

Er riß und zog daran, alles gehorchte. Man hörte deutlich, wie sich die Diamanten laut knirschend drehten. Man sah, wie sprühende Blitze aus den großen Edelsteinen hervorfuhren. Aber es war umsonst. Vergebens wurde der Magnet gegen die grauen Felsspitzen gerichtet. Tiefer sank der „Meteor“, immer tiefer.

Da deutete Terror wieder auf das Fenster.

„Kapitän, seht, seht,“ rief er.

Der Luftpirat vergaß einen Moment sein eigenes bedrohtes Fahrzeug. Der Anblick, der sich ihm darbot, war geradezu grausig.

Dort war das verfolgte amerikanische Weltenfahrzeug, aber es hüpfte und sprang nicht mehr. Es befand sich bereits über der wogenden, scheinbar glühenden Masse. Der Urstoff leckte daran empor wie die feurigen Zungen.

Jetzt tauchte der Riese ein, langsam, ganz langsam, drüben machte man offenbar verzweifelte Anstrengungen, um der Katastrophe zu entgehen.

Es war vergebens, das feindliche Fahrzeug sank tiefer und tiefer, die seltsame Masse brodelte um das dem Verderben geweihte Werk von Menschenhand herum.

Jetzt ragte nur noch der Aufbau auf der Galerie empor, noch einmal funkelte der stählerne Sporn, welcher Kapitän Mors bald verhängnisvoll geworden.

Nun schlugen die leuchtenden Massen hoch empor, ganz wie das Wasser, wenn etwas Schweres hineinstürzt. Das dritte und letzte Weltenfahrzeug der Amerikaner war spurlos verschwunden.

„Die Natur hat selbst gerichtet,“ sprach Mors. „Die Elemente haben ihr Zerstörungswerk ausgeübt. Sie haben das getan, was uns vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Terror, die Erde ist von einer ungeheuren Katastrophe gerettet.“

„Und das hat sie Euch zu verdanken, Kapitän,“ erwiderte der treue Mann. „Wäret Ihr nicht gewesen, so würde eine geradezu entsetzliche Katastrophe über die irdische Welt hereingebrochen sein. Aber ich bezweifle, ob man Euch dafür danken wird.“

„Ich begehre auch gar keinen Dank,“ erwiderte der Luftpirat finster. „Ich habe das, was ich getan, nur aus Menschlichkeit vollbracht. Das ist meine Befriedigung, das ist mir tausendfacher Lohn.“

„Ganz recht, Kapitän,“ brummte Terror. „Aber ich fürchte, Ihr müßt Eure Aufopferung teuer bezahlen und wir mit Euch. Seht auf die Instrumente. Wir sinken tiefer und tiefer. Der Magnet wirkt nicht mehr, wir werden von diesen Massen da unten mit unwiderstehlicher Kraft angezogen. Wir teilen das Schicksal der Amerikaner!“

Terror hatte recht.

Der „Meteor“ begann jetzt ebenfalls mit jenen hüpfenden und springenden Bewegungen, die man vorher bei dem versunkenen Fahrzeug gewahrt. Er begann sich ebenfalls in ganz eigentümlicher Weise zu bewegen.

Das Vorderteil strebte empor, das Hinterteil mit dem Magneten wurde unablässig hinabgezogen.

„Jetzt ist es aus, Kapitän,“ meinte Terror. „Jetzt kommt das letzte.“

„Noch nicht,“ erwiderte Mors. „Ich sehe jetzt, woran es liegt, daß wir nicht in die Höhe kommen können. Die brodelnde Masse da unten übt nur einen Einfluß auf die Lenkstangen aus, die aus einem Metall bestehen, welches der Anziehung nicht widerstehen kann. Wir müssen die Isolierketten einschalten, dann wird sich der „Meteor“ wieder erheben.“

Terror sprang schon nach der Maschinerie, welche diese Aenderung bewerkstelligte.

„Zu spät, Kapitän,“ rief er tonlos, „wir tauchen schon ein. Wir haben die Oberfläche dieses unheimlichen Weltkörpers erreicht, wir sind im Sinken!“

„Nein, noch ist es nicht zu spät,“ rief Mors. „Wir müssen hinauf und die Lenkstangen von der Galerie aus lösen. Wenn die Ketten den Magneten allein halten, kommen wir hoch. Rasch, rasch, es ist kein Augenblick zu verlieren.“

Die beiden Männer stürmten nach vorn.

Das Fahrzeug lag schräg, sein Vorderteil ragte noch hoch über die weiche Masse hinaus, in welche das Achterteil des „Meteor“ bereits eingesunken war.

Ein Blick überzeugte Mors, daß die Türen, die zur Galerie führten, nicht mehr geöffnet werden konnten. Auch dieser Teil des „Meteor“ war bereits in dem rätselhaften Urstoff verschwunden.

Weiter rannten die beiden Männer. Jetzt erreichten sie den vorderen Raum, wo die Inder und der Professor standen.

„Das Fenster auf,“ schrie Mors mit Donnerstimme. „Rasch, das Fenster geöffnet!“

Vier baumstarke Inder sprangen zu den Kurbeln, welche die Glasscheibe bewegten und rissen aus Leibeskräften daran.

Es schien aber, als hätte sich heute alles gegen Kapitän Mors verschworen.

Ob die starken Männer zu hastig gedreht hatten, ob das Fenster gequollen war, genug, man hörte ein Bersten und Krachen.

Die vier Inder stürzten zur Erde und hielten den eisernen Handgriff noch fest. Die Kurbel, welche die Glasscheibe bewegte, war abgebrochen.

Es war übrigens das einzige Glasfenster auf der Vorderseite des „Meteor“, welches geöffnet werden konnte. Die zweite bewegliche Glasscheibe befand sich im Hinterteil des Fahrzeuges.

„Nun ist alles vorbei,“ murmelte Terror, der sich mit eisiger Ruhe in das Unvermeidliche zu ergeben schien. „Jetzt geht es hinunter in diese schauerliche Masse. Da verschwinden wir auf Nimmerwiedersehen.“

Mors warf einen wilden Blick in die Runde.

Er sann auf einen Ausweg, aber er wußte sich keinen Rat mehr.

„Kapitän, die Masse ist doch heiß,“ rief jetzt Terror, indem er die Hand an die dicke Glasscheibe legte. „Man spürt es deutlich, hier ist Glut vorhanden.“

Zwei der Inder griffen jetzt nach Werkzeugen und schlugen verzweiflungsvoll auf das dicke Glas.

Es war ganz unmöglich, dasselbe gab nicht nach, ebenso gut hätte man auf einen Felsen schlagen können.

Immer tiefer sank der Koloß inzwischen in die heiße weiche Masse, deren gelb und rot gefärbte feurige Wellen über dem Fahrzeug zusammenzuschlagen drohten.

„Zurück da!“ schallte plötzlich die Donnerstimme des Luftpiraten. „Tretet beiseite. Ich schaffe einen Ausweg, koste es, was es wolle!“

Mors hatte eiligst eine jener Zerstörungsmaschinen herbeigezogen, die man bei den letzten Kämpfen nicht mehr benutzt hatte. Es war eines jener Gewehre, die auf einer Lafette standen, die mit Rädern versehen war. Mors richtete die Mündung der kleinen Maschine auf das Fenster und zog den Hebel ab. Es krachte. Im Weltenfahrzeug stürzte alles zu Boden. Aber es war nur der Luftdruck, der die Leute niederwarf, das Geschoß tat seine Wirkung. Es zertrümmerte die starke Glasscheibe.

Die Stücke flogen hinaus, die eisernen Bänder, welche das Glas verstärkten, brachen wie morsche Holzstäbchen.

Halb betäubt richteten sich die Inder empor, aber Mors war ihnen bereits zuvorgekommen. Er stand an der Oeffnung, umfaßte mit seinen Händen die zersplitterten Kanten.

Ein Ruck, ein Schwung und der Luftpirat befand sich auf der Metallwand des Weltenfahrzeuges.

Er warf einen flüchtigen Blick in die Runde, er sah den Planeten Saturn, der scheinbar in greifbarer Nähe schwebte.

Dann aber rannte Mors mit mächtigen Sätzen über die Galerie nach dem Achterteil des Fahrzeuges.

Ein leiser Aufschrei der Erleichterung kam von seinen Lippen. Noch war der Lenkapparat nicht völlig versunken.

Mors hatte keine anderen Werkzeuge als seine Hände, aber die genügten ihm. Er packte die Lenkstangen, welche der unheimlichen Anziehungskraft des Trabanten nachgaben. Ein furchtbarer Ruck und noch einer, dann riß er sie aus den Angeln.

Der Magnet war jetzt nur noch durch die Ketten mit dem Weltenfahrzeug verbunden, denn sowie die obere Lenkstange gelöst war, wurde auch die untere isoliert.

„Bleibt drinnen!“ schrie Mors mit donnernder Stimme, als er bemerkte, daß ihm einige der Inder nachklettern wollten. „Bleibt und klammert Euch fest, es geht in die Höhe.“

Gleichzeitig warf sich der Luftpirat auf die Metallwand des „Meteor“ und klammerte sich mit beiden Händen an eine Galeriestange.

Es war hohe Zeit, daß er es tat, denn das Fahrzeug erhielt einen Ruck, der jeder Beschreibung spottete.

Es war der Riesenmagnet, der jetzt seine Tätigkeit begann. Der Magnet war es, der das Fahrzeug hob, der den „Meteor“ vom sicheren Untergange rettete.

Mors zog sich auf die Galerie hinauf, indem er sich noch immer an den Eisenstangen festhielt. Er sah, wie Terrors Gesicht vorn an der zertrümmerten Fensterscheibe auftauchte.

„Nach dem Lenkraum!“ tönte sein Kommando. „Rasch, Terror — halte den „Meteor“ innerhalb der Nebelhülle schwebend, damit wir nicht in die luftleere Zone geraten. Ich komme gleich hinein. Wir müssen die zerstörte Fensterscheibe versperren.“

Terror gehorchte und stürzte nach dem Lenkraum.

Es war hohe Zeit, daß er das mit fürchterlicher Geschwindigkeit emporstrebende Fahrzeug zum Halten brachte, denn sonst hätte Mors oben in dem luftleeren Räume ersticken müssen.

So aber brachte der Ingenieur den Koloß in die Dunstzone zum Halten, wenige Augenblicke später schwang sich Mors durch das zerstörte Fenster.

Dieses ließ sich vorläufig nicht ersetzen, wohl aber luftdicht verschließen. Die Metallplatte war ja noch intakt, und die Inder griffen jetzt nach den Hebeln, um die gesprengte Oeffnung zu versperren.

Hierauf wurde mit flüssigem Gummi alles gedichtet, und eine Masse von Guttapercha darüber geklebt. Stundenlang dauerte diese Arbeit, aber sie war nötig, die zerstörte Stelle ward luftdicht gemacht.

Dann schoß der „Meteor“ über die Dunstzone empor und schwebte wieder im Weltenraum, hoch über dem unheilvollen Monde, dessen heiße Gasmassen im urewigen Wellenspiel kochten und brodelten.

Da lag der Saturn, jetzt wieder rein weiß leuchtend, der Saturn mit seinen Ringen, mit dem fürchterlichen Zerstörungsstoff.

Van Halen trat zu dem Luftpiraten.

„Wir sind gerettet,“ sprach der Astronom. „Wir sind dem schrecklichen Verderben entronnen.“

„Vor allem ist die Katastrophe von der Erde abgewälzt,“ sprach Mors, indem er mit der Rechten auf den glänzenden Planeten deutete. „Dort liegt der höllische Stoff, den die Gegner holen wollten. Dort liegt die furchtbare Materie, die in ungerechten Händen grauenvolles Verderben anrichten kann.“

Höher hob sich der „Meteor“, immer höher.

Ueber dem Trabanten rissen die Nebelschleier; man sah den brodelnden Urstoff, in dessen Tiefen das letzte der feindlichen Weltenfahrzeuge ein schauriges Grab gefunden.

Der unglückliche Ingenieur Reymond war gerächt, die Katastrophe, die der Erde gedroht, beseitigt. Im Weltenraume schwebte das Weltenfahrzeug des Kapitän Mors, das den Heimweg zur Erde suchte.

Anmerkungen zur TranskriptionDieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 197-231. Moderne Zusätze und Anmerkungen wurden nicht übernommen. Die Originalausgaben hatten auch farbige Rücktitel. Diese sind in dieser Ausgabe nicht enthalten.Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert. Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Anmerkungen zur Transkription

Dieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 197-231. Moderne Zusätze und Anmerkungen wurden nicht übernommen. Die Originalausgaben hatten auch farbige Rücktitel. Diese sind in dieser Ausgabe nicht enthalten.

Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert. Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.


Back to IndexNext