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Als er tot war, sprachen die Leute anders.

„Er ist von Haus aus ein guter Bursch’ gewesen!“ — „Freilich, er wär’ auch nie verwildert, hätte man ihn nur die Reindorfer Leni heiraten lassen!“ —„Weiß der Himmel, was dem Alten eingefallen ist, daß er sie ihm verweigert hat!“ — „Er ist halt doch schon zu viel alt, der Alte.“

Und am Abende vor dem Tage, wo er begraben werden sollte, verließ ein kleines Mädchen Zirbendorf, lief barfuß die ganze Nacht durch und kam den Vormittag darauf in Langendorf an; es schlich nach dem Friedhofe, verbarg sich hinter einem Leichensteine und blickte scheu von seinem Verstecke nach zwei offenen Gruben.

Der Pfarrer hatte die Beerdigung der beiden Toten seines Sprengels auf einen Tag und die gleiche Stunde angeordnet, möglich, daß er eine Begegnung der Leidtragenden wünschte.

Zur selben Zeit, als sie in der Mühle den Sarg hoben, schlossen sie den im Reindorferhofe. Der Bauer stand abseits und da fiel sein Blick auf das Tischchen, an dem er vor drei Nächten schreibend gesessen, als der Pfarrer die Sterbende besuchte, es war in einen Winkel gerückt worden und noch lag der Brief an Magdalene offen darauf. Er schüttelte den Kopf, wie er so vergessen hatte sein können, setzte sich hinzu, und fügte hastig einige Zeilen bei. „Der Brief ist in der Wirrnis liegen geblieben, weil vorgesehen und unversehens zugleich uns viel Trauriges überkommen hat. Erschrick nicht, Magdalen’, vorgestern früh ist deine Mutter gestorben und in der Nachtzeit haben sie den Müller Florian tot heimgebracht. Du wirst wohl schon darum wissen, wie sich das geschickt, denn es war groß Gered’ darüber und im Kreisblatt ausführlich beschrieben; wie der Lehrer sagt, auch in den großen Stadtzeitungen. Tröste Gott allbeide! Zurzeit, wo ich den Brief in den Postkasten werfe, sind wir eben auf dem Wege, sie zu begraben.“

Dann schloß er das Schreiben, erhob sich und trat hinter den Sarg, der eben hinausgetragen wurde, und als der eine Leichenzug das Gehöft verließ, kam der andere die Straße herunter und so bewegten sich beide langsam dahin und blieben sich immer in Sicht.

Als sie bei dem Krämer, der zugleich Posthalter war, vorüberschritten, trat der Alte aus der Reihe und warf den Brief in den Sammelkasten, dann nahm er wieder seinen Platz an der Spitze der Leidtragenden ein.

Sie gelangten in die Kirche, dort mußten sie warten, bis der andere Leichenzug nachkam, die Särge wurden nebeneinander gestellt und die Einsegnung fand statt.

Dann zogen sie nach dem Kirchhofe, eine Schar hart an der anderen, wieeineReihe Trauernder um zwei Heimgegangene. Man senkte die Leichen in die Tiefe und streute Erde über sie, da rieselte der Sand hernieder, eine derbe Scholle oder ein Stein schlug polternd auf, dann ward es stille und die Überlebenden gingen von den Toten.

An dem Tore des Friedhofes trafen der alte Reindorfer und der Müller aufeinander, da traten die Leute zurück und ließen die beiden zusammen hinausgehen, der Müller griff an den Hut und murmelte einen unverständlichen Gruß.

Aber der alte Bauer wies hinter sich nach den Gräbern und sagte bitter: „Zwei sind daran gestorben, ist viel auf einmal, gelt?“

Da suchte ihn der Müller an der Hand zu fassen. „Reindorfer“ — er preßte die Linke an die Brust —, „da drinnen, da drinnen ...! O, ich war glücklicher als bettelarmer Herumstreicher!“

Er, der Reichste in der Gemeinde! der Stolzeste!

Der Alte entzog ihm die Hand nicht und so gingen sie ein paar Schritte, als er aber dem Pfarrer dieAbsicht anmerkte, heranzukommen, da machte er sich rasch frei. „Erbarmen tust mir,“ sagte er, „zu mehr beredet mich niemand. Reu’ kommt des Weges von der anderen Seite und bringt nichts zurück.“ Er wandte sich und ging hinweg.

Der Müller hatte, wie es sein Brauch war, aufhorchend den Kopf gesenkt, er erhob ihn auf dem ganzen Heimwege nicht wieder. Hörte er vielleicht auf das Schluchzen des Weibes, das an seiner Seite ging? Er fand nur um so weniger Mut aufzublicken.

Die Leute hatten sich nach und nach verloren, und als der Friedhof wieder ganz verlassen lag, da trat das Mädchen an das offene Grab des jungen Mannes, kniete zur Erde nieder, zog unter dem Brusttüchelchen einen kleinen Strauß hervor, Blumen, wie sie wild wuchsen am Rande der Schlucht, und ließ ihn in die Grube auf den Sargdeckel fallen.

Dann betete das Kind lange, erst der Totengräber, der mit dem Spaten herankam, scheuchte es von dem Grabe weg und es schickte sich zur Heimkehr an. Was nahm es mit sich? Das feste Vertrauen, daß auch der Ärmste auf der Welt nicht ungestraft gekränkt werde, daß immer gute und hilfreiche Menschen für ihn einstünden, wie ja einer derselben durch seine Blutzeugenschaft bekräftigt.

Es war ein kurzes, jäh abgerissenes Menschenleben, ein zernichtetes, verkommenes Sein, das sich da in kühler Erde barg, beklagt und betrauert von denen, die es mit angesehen, wie es verkam und verging; aber nun deckt die Scholle dasselbe und alsbald auch sein Gedächtnis.

Doch über das Grab hinaus, in Jugendfrische, wie er dahingeschieden, der Schönste, der Stärkste im Land, ja, er wohl im ganzen Lande, im Unglück selbst demTod zu Trotz noch Herr und Meister, der Bravste, lebt er im Angedenken der kleinen Everl. Die Kinder des jungen Weibes, die Enkel des Mütterchens, sie werden zu erzählen wissen von dem Müllerssohn zu Langendorf.

Der Föhrndorfer Briefbote war ein alter Mann und betrieb sein Amt mit Verstand. Er sichtete genau die ihm anvertrauten Briefschaften, ehe er sie in seine Ledertasche steckte, nicht nur nach ihren Adressen, denn das verstand sich ja von selbst, daß er seinen alten Beinen kein unnötiges Gelaufe zumutete und alles hübsch ordnete, wie es der Straße und der Nummer nach lag, sondern er unterschied sie auch ihrer Art nach. Postkarten händigte er ohne Bedenken den auf der Straße spielenden Kindern der Adressaten ein, denn die Postkarte galt ihm als der „Arme Leut’-Brief“ und wo die Kunden mit dem Porto sparten, da durfte es wohl auch der Bote mit den Schritten so halten. Dagegen verabsäumte er nie, einen rechtschaffen frankierten und ordentlich geschlossenen Brief den Leuten selbst ins Haus zu tragen und — seine zwei Kreuzer Botengebühr in Empfang zu nehmen. Aber auch da unterschied er zwischen den nur zugeklebten und den mit einem Siegel versehenen Schreiben, die ersteren nahm er für leichte Ware, die kamen von fremd woher, waren Allerweltsbriefe; wer Wichtiges und obendrein an die Freund- oder Verwandtschaft zu schreiben hatte, der sparte wohl die paar Tropfen Lack nicht und drückte sein Petschaft darauf, dann wirkten schon außen die bekannten Wappen oder Buchstaben des Siegels wie ein Gruß und auch die Farbe des Lackes hatte ihre Bedeutung. An dem Tage, wo der Alte vom Posthause wegging, den LangendorferBrief an „Magdalena Reindorfer, bedienstet bei Kaspar Engert, genannt der Grasbodenbauer“ in der Tasche, bewahrte er Weges über eine ernste, besorgliche Miene, denn er hatte es wohl in acht genommen, daß das Schreiben ein schwarzes Siegel trug.

Die ersten paar Tage nach dem Feste des heiligen Kirchenpatrons waren der Grasbodenbauer und Magdalene einander geflissentlich über die Wege gelaufen und hatten mehr als einmal versucht, gleichmütigerweise eine harmlose Zwiesprach’ anzuknüpfen, denn es galt ja zu zeigen, daß es zwischen ihnen beiden kein’ Arg habe; klopfte sich aber der Bauer unter seiner Rede auf den Brustlatz, an welchem die Dirne jenen Abend mit dem Köpfchen geruht hatte, da wurde sie so brennendrot wie das Tuch und ihr Blick scheu, und das verwirrte den Bauer, oder wenn sie im Eifer des Gespräches ihm so nahe trat, daß er, um nicht an sie zu rühren, die Arme hinter sich bergen mußte, da wurde er verlegen und sie mit ihm. Nach jeder solchen vergeckten Begegnung dauerte es immer längere und längere Zeit, bis sie sich wieder aufsuchten, dann begannen sie sich auszuweichen und manch zufälliges Zusammentreffen, das sie wortlos einander gegenüberstehen ließ, machte die Sache nicht besser, so daß schließlich das Erscheinen eines genügte, um das andere in die Flucht zu jagen. In Gegenwart eines Dritten aber fühlten sie sich vollkommen unbefangen. „Es ist eine Dummheit,“ ärgerten sich beide im stillen.

„Und eine höllmentische dazu,“ sagte laut der Bauer, etwa am sechsten Tage der „verlegenen“ Woche. „Weil wir uns scheuen, das Red’ zu haben, was wir uns eigentlich zu sagen hätten und worüber wir sich ausreden sollten.“

Er stand im Hofe an dem Gartenzaune, hinterwelchem er, wenige Schritte entfernt, Magdalene auf einer Bank sitzen sah. Entschlossen stieß er das Gartentürchen auf und trat ein, aber schon hatte sich über dem Geräusch die Dirne erhoben und schritt jetzt, von ihm abgekehrt, einen Baumgang entlang. Den Weg nach dem Hause hatte er ihr verlegt, und wenn er ihr bis an das andere Ende nachfolgt, wird sie ihm wohl nicht ins freie Feld entlaufen.

Als Magdalene merkte, daß er ihr nachginge, blieb sie, halb abgewendet, stehen.

„Wir sind schon zwei Närrische,“ sagte er herantretend. „Wir mögen uns gut leiden, aber weil wir uns nit sagen wollen, daß’s anders gemeint is, wie sonst wohl unter zwei verschiedene Leut’, und sich jed’s fürcht’, ’s andere könnt’s in der Art ausdeuten und falsch verstehn, so rennen wir ganz unklug umeinander.“

„Da is mir völlig ein Stein vom Herzen,“ sagte sie, „daß du so red’st.“

„Na, und mir wär’ hitzt kein kleiner drauf, wann ich anders g’red’t hätt’, als ich’s mein’,“ lachte der Bauer. „Aber demselben setz’ ich mich nit aus, das wär’, als trät’ mer in ein Fuchseisen und könnt’ ein’ klemmen, daß’s schier z’wider wurd’; lieber bin ich aufrichtig! ’n Weibsleuten gegenüber halt’ wohl mancher, der sonst der Wahrheit nit feind is, a Lug’ für erlaubt, vermutlich weil er denkt, die reden auch gern feine Wort’ durch die Reuter[23]und behalten das Grobe für sich; aber ich hab’ mich mein’ Tag’ nit dazu verstehen können, anders zu sagen, als wie mir ums Herz ist, oder wie mir nicht ist, und seit meiner Bäu’rin Tod — Gott tröst d’ arme Seel’ — hab’ ich mich gehüt’, einer ein gut Wort zu geben, obwohlmir, wie schon der Welt Brauch ist, d’ erste Zeit danach mehr als ein’ Saubere und Wohlhäbige selber freundlich unter d’ Augen ’gangen, oder von andere nahgeruckt worden ist. D’ Leut’ hat’s freilich wunder g’nommen, daß ich, noch in schönsten Monjahr’n, Witiber verbleib’, aber sie hab’n sich’s derweis z’rechtg’legt, ich tät’s der Burgerl wegen; soweit richtig, ’m Kind ein’ Stiefmutter geb’n, is all’weil ein’ gewagte Sach’, denn einer solchen wird all’weil ’s eigene Kind lieber sein wie’s fremde, und dann gar eine ausz’finden, die sich dazu verstanden hätt’, mein arm’ siech’ Hascherl rechtschaffen zu betreu’n — —, ich hab’ nach keiner g’sucht! Aber laß dir sagen!“

Er faßte Magdalene an der Hand und leitete sie ein paar Schritte, dann ließ er sie los und sie gingen nun, nebeneinander her, den Kiesweg auf und nieder.

„Nit allein der Burgerl willen war’s! Mein Gott, wenn einer weibsnarrisch is, so schwätzt sich ihm bald eine hinauf, red’t ihm all seine Bedenken aus, meint’s wohl selber ganz ehrlich dabei und z’letzt nehmen’s gar noch d’ Kinder zur Ausred’, daß’s wieder heiraten müßten z’weg’n dö! Nach der Hand weist sich wohl da und anderswo, ’s Versproch’ne war nur verred’t. Bei mir hat’s in derer Hinsicht kein’ G’fahr g’habt, denn mich hat der Ehstand weibsscheu g’macht. Ja, schau nur wunderig, es is nit anderst. Wann ein’s, so rechn’ ich dich zum Haus g’hörig, ich hab’ dir schon einmal vertraut, wovon zwar alle g’wußt hab’n, aber z’ fürchten war, sie bemengen dir ’s Wahre mit Lug’n, hitzt aber will ich dir anvertrau’n, wo niemand drum weiß, als ich allein, nit mal der doch der Nächste dazu wär’, mein Schwiegervater; d’ andern, die s’ noch ang’gangen is, sein schon aus der Welt. Z’erst hab’n auch nur dieselb’n davon g’wußt, nachtraglich hab’ ich’serfahren, hätt’s umkehrt sein mög’n, ’s wär’ besser g’west für mich und, denklich, auch für ein anders!

Auf mein’ Vater kann ich mich nit entsinnen, ich war noch z’ klein, wie mir der verstorb’n is, ich kenn’ nur mein’ Mutter; auf die bin ich nit wenig stolz g’west, das war ein groß’, stark’, bildsaub’res Weib, ehrbar und herrisch, geg’n die hat sich keiner mucken dürfen, die hat af’m Grasboden g’haust und g’schafft über ein’ Mann, und d’ Leut’ hab’n ihr nachg’sagt, sie hätt’ auch Verstand wie ein solcher, mag ja sein, is oft wenig g’nug damit g’sagt, g’wiß is, sie wollt’ mit’m Verstand auch in Sachen aufkommen, wobei nie keiner war, so lang d’ Welt steht.

All’s war bei ihr schön g’nau ein’teilt und vorg’sehn af Tag’, Wochen, Monat’, ja af Jahr’ hinaus, sie hat ’n Kalender nit nur der heiligen Zeiten wegen aufblattelt, auch ’s Obstbaumstutzen, Rubenstecken, ’s Kalben der Küh’ und d’ Säumast hat sein afg’merkte Zeit g’habt, und wie endlich dö kämma is, wo ich zun Verheiraten war, durft’ mer’s nit verabsäumen und schon Ordnung halber mußt’ ich auch verheirat’t werd’n.

Natürlich hat sich mein’ Mutter um ein Weib für mich umg’schaut, dagegen wär’ nix z’ machen g’west, wenn ich auch gewollt hätt’, aber von den Dirnen hat mir’s noch keine angetan g’habt und denen gegenüber war ich der Ungeschickt’ und verstund mich nit af das Spaßen, aus dem mer g’legentlich Ernst macht, und so war’s mir nit z’wider, daß d’ Mutter selb’ Sach’ af sich g’nommen hat und ich hab’ all’s Zutrau’n zu ihrer G’scheitheit g’habt. Die hat sich’s Suchen leicht g’macht. Kein’ Arme, G’ringe wär’ ihr nit zu G’sicht g’standen und uns gleich war niemand in der Gegend als in Hinterwalden der Bauer vom Hof auf der weiten Hald’, daß dessen einzig’ Kind just ein’ mannbareDirn’ war, hat sich mein’ Mutter für ein günstig Zeichen ausdeut’t und die Haldhofbäuerin hat nur recht und billig g’funden, daß kein anderer wie der junge Grasbodenbauer ihr’ Lois heimführt. Gescheite Leut’ halten sich ja in ihr’n Tun wohl gern an g’scheite Sprüch’ und einer von dö g’scheitesten dünkt ihnen: gleich und gleich gesellt sich gern, und da danach g’sell’n’s oft zwei Leut’ z’samm’, dö nit ungleicher sein könnten. Aber wo mal zwei alte Weiber über so was eins sein, da haben’s hundert Kniff’ für ein’, daß ’s zwei so blutjunge Füllen, wie ich und mein’ Weib damal, wenn gleich eins hüst und ’s andere hott will, doch in ein G’schirr spannen!

Wie wir ’m Bauer vom Hof af der weiten Hald unsern ersten B’such g’macht hab’n, da war ich in mein’ Sunntagstaat, kein Stäuberl, kein Falterl, kein Spritzerl von Kopf bis zun Fuß, mein’ Mutter hat während der Fahrt die Aug’ngläser nit von der Nasen ’bracht; d’ Lois aber hat sich im Werktagg’wand betreffen lassen, natürlich, sie mußt’ ja auch gleich als brave Hausnerin belobt werd’n, sie hat aber so ein reinlich und nett’ Ansehn g’habt, daß mer wohl g’merkt hat, die ist auch von ihrer Mutter dazu herausputzt g’west. Allzwei war’n wir wie aus’m Schachterl g’hob’n. Na, unfreundlich konnt’ die Dirn’ mit mir nit sein, das wär’ doch nit gut angangen geg’n ein’ Gast, und so sind wir halt randweis ich von meiner Mutter und sie von der ihren zun Reden ’bracht worden und schließlich hat’s mir ganz gut an ihr g’fall’n, daß ’s nit weniger verlegen g’west is wie ich. Sauber war’s und kein Wunder, wie wir uns zum Abschied d’ Händ’ gereicht hab’n und ich mir sie daraufhin ang’schaut hab’, wie bisher noch kein’ Dirn’: dö könnt’ dein sein, daß mir da mit einmal ganz eigen word’n is!

Na und drauf is daheim kein Tag vergangen, wonit d’ Mutter in all’m Guten und Schön’ von der Lois g’red’t hätt’, und so, schätz’ ich, wird’s wohl auch d’ Haldhofbäuerin meiner weg’n g’halten haben und wär’ was Wahr’s d’ran, daß ein’, von dem fern wo die Red’ is, der Schnackerl[24]stößt, so müßt’n mer damal allzwei dran z’ Grund ’gangen sein.

Acht Tag’ danach hab’n die von Hinterwalden uns ’n Gegenbesuch g’macht. Da mußt’ ich ’n Hausnerischen vorstell’n, durft’ in Tagwerkg’wand herumstehn, aber beileib’ nit wo Hand anleg’n, daß ich mich nit schmutzig mach’. Dösmal war d’ Lois im Putz und da is ’s mir so schön und lieblich vorkämma, gar keiner Dirn mehr gleich, als ob’s schon ein’ junge Bäu’rin wär’ und d’ säuberste und rarste dazu! Wie ’s g’merkt hat, daß mer der G’fallen an ihr noch mehr d’ Red’ verlegt wie ’s erste Mal, is sie mit eins freundlich und g’sprächig word’n, und nun hab’ ich mich freilich ganz täppig g’fühlt geg’n ihr und manchmal hat mir g’schienen, sie wußt’ wohl auch mehr, als sie Red’ gibt, aber ’s is mir damal schon g’sagt word’n, in den Stücken wär’n d’ Weibsleut’ von klein auf so findig, wie nie unsereiner. Kurz, von Stund’ an war ich so verliebt wie a Marzikater und da ich lauthals ja g’schrie’n hab’ und sie nit nein g’sagt hat, so hat sich in kurzen alles g’schickt. Sechs Wochen drauf hab’ ich’s vom Altar wegg’führt und sie hat dabei g’weint wie nit g’scheit. D’ Leut’, die neb’ng’standen sein, hab’n wohl g’sagt: A weinende Braut, a lachet’s Weib, und wie jede weinen tät’, denn von Eltern weg ein’m Fremden zugehn, wär’ a schwerer Schritt, und ’s tat sich nit allein um’s Abg’wöhnen, sondern auch um’s Ang’wöhnen handeln, und was der’ Reden mehr sein, ich aber hab’ mich gleich nit recht dreinfinden können; wann mer freudig mit ein’mgeht, is doch kein Anlaß zum Weinen, und geht mer unfreudig, so lieber nit. Und seither, wann ich eine seh’ plärrend aus der Kirch’ weggehn, denk’ ich mir mein Teil.

So hab’ ich denn mein’ Bäu’rin af’m Hof sitzen g’habt und dö mich af ihrer Kittelfalten, denn d’ erst’ Zeit hab’ ich g’meint, der Tag langt nit für das, was ich ihr Lieb’s, Gut’s und Schön’s sag’n und erweisen möcht’. Sie hat mir’s aber nit in Gleichem heim’zahlt, oft hat’s mich von ihr wegg’schob’n oder gar gehn g’heißen; ich aber hab’s der Scheu zug’schrieb’n, die man ja auch ’n Weibsleuten nachsagt, oder ihrer Wirtschaftlichkeit, der z’folg sie mich lieber an der Arbeit hätt’ sehn mög’n, denn freilich, Schöntun bringt nichts herein. Na, dadrauf hin hab’ ich g’meint, es stünd’ mir auch nimmer an, daß ich ’n Aufdringlichen mach’, oder mich zur Arbeit mahnen lass’, und war nit mehr so zutatig, wie ’m Anfang, doch is mein’ Lieb kein Bissel minder g’west, nur deren Bezeigen halt. Na, aber jetzt schau, kaum hat sie g’merkt, daß ich mich änder’ — wobei ich doch ’glaubt hab’, daß ihr’s z’ G’fallen g’schieht —, so verdrießt’s dös nit wenig, sie is sich auch nit gleich ’blieb’n, und war’s früher z’wider, so is’s von Stund’ an wild g’west. Na, dadrein konnt’ ich mich wieder nit schicken. Zum Sackra h’nein, tu’ ich so, is’s nit recht und anders auch nit, und Mann und Weib war’n wir einmal, dös kann doch ’s eine nit wie aus Gnad’ sein und verlangen, daß sich’s andere eine draus machen müßt’! Freilich, anfangs, wie mein’ Bäu’rin ang’hob’n hat, mir mit ung’schliff’ne Wörter zuz’steig’n, da hab’ ich die still hing’nommen. Aber man denkt nit, wie ein Weib beharrlich is und was ’s all’s aufwend’t, um ein’ Mann in Gunst oder Ungunst zum Reden z’ bringen, da laßt keine locker, bis er in Gutem oderBösem laut h’rausbellt; es muß ihnen ornd’lich leichter g’schehn, wenn’s ein’ so oder so, aus Lieb’ z’ ihnen oder aus Ärger über sö, ganz unb’sinnt machen, ob mer ihnen Schön’s oder Schiech’s sagt, aber g’sagt’ muß’s werd’n, h’raus muß’s, hör’n woll’n sie’s! Na, und da hat mich halt die meine schließlich auch dazu ’bracht, daß ich ihr Red’ gib, und d’ Wartlerei is angangen. ’n Tag über hat sie sich g’scheut, — der Leut’ wegen! O, ich sollt’ noch mehr hören, was der Leut’ wegen g’schehn und unterblieb’n is! Aber nachts haben wir g’stritten, manchmal bis zum ersten Hahn’nschrei, und war ihr’s erst drum z’ tun, daß ich aufbegehr’, so war ihr’s jetzt, daß sie mich niederkriegt. Na, da hat’s mir denn in einer Nacht auf’n Kopf zu g’sagt — worüber mir wohl der Atem ausg’blieben is und ich g’meint hab’, ’s Herz müßt’ mir mit einmal still stehn, — daß sie ihrseits niemal a Lieb’ zu mir g’habt hätt’, noch haben könnt’, daß s’ mit Herz und Sinn ein’m andern zug’tan war, ein’m armen Hauerssohn nah’ von ihr’m Ort, zu dem sie sich noch ’n selben Abend vor unserm Hochzeitstag g’flücht’ hätt’, bis dö zwei alten Weiber, d’ ihr’ Mutter und d’ mein’, sie mit G’walt von dort heimg’holt hätten. Natürlich hab’n dö Alten dasselbe Stückl nie laut werden lassen, der Leut’ wegen, und d’ Hochzeit durft’ ’n Morgen drauf nit unterbleiben, auch der Leut’ wegen!

Versteh’ mich recht, Leni, ich sag’ nit, es hätt’ a Unehrbarigkeit zwischen den Zweien stattg’funden, dazu war d’ Lois a zu stolze Dirn’, ob sie aber auch als Bäuerin stolz verblieben wär’, das weiß nur der liebe Gott allein! Der Bursch’ is bald dran zun Militär abg’stellt word’n, mußt’ ins Feld rucken und is verschollen. Vor er aber ’gangen is, wußt’ er meiner Bäuerin ein’ Abschiedsbrief zuz’stecken, und denselben hat’s mir z’letzt noch fletschmäulig als Trumpf unterdie Augen g’ruckt; af’m Herzen hat’s den Wisch liegen g’habt, worunter s’ z’ selb’n Zeit mein Kind ’tragen hat, denn sie ist just damal mit der Burgerl schwanger ’gangen.

Wahrhaftig’n Gott, ich brauch mich nit z’schamen, wenn ich’s sag’, da hab’ ich mich hinumg’wend’t, das G’sicht in die Pölster druckt und zun Weinen ang’hebt wie ein Kind. Das hat’s wohl stutzig g’macht, nach einer Weil’ hör’ ich’s auch schluchzen, mir hat’s gleich ’golten, sie hätt’ ebenso gut lachen und sich freuen mögen. Vermutlich hat sie ’s Eing’ständnis g’reut, daß d’ Haldbauer-Lois auch auf ein’ Bub’n ein Aug g’habt hätt’; mit einmal beugt sie sich über mich und sagt mit ein’m Maul, wie d’ Katz’ Milch leckt: „Kaspar, ’s is ja alles nit wahr!“ Daß ich sie da nit von mir g’stoßen, mich nit an ihr vergriffen hab’, davor hat mich nur d’ himmlische Gnad’ bewahrt, die mich ihr’n Zustand nit hat vergessen lassen.“

Bisher war der Bauer mit ziemlich raschen Schritten laut sprechend und lebhaft gestikulierend, den Kiesweg entlang auf und nieder geschritten, jetzt hielt er plötzlich inne und schöpfte tief Atem, ehe er mit gedämpfter Stimme fortfuhr:

„Magst dir wohl denken, was wir von derselben Nacht ab für ein Leben geführt haben? Schön- und falschtuerisch vor ’n Leuten, stumm, trutz’ und ärgerlich, wo wir allein verkehrt haben. Und doch sind Tag’ g’west, wo d’ Bäuerin auch unter vier Augen von ein’m Bezeigen geg’n mich war, als säh’ s’ ihr Unrecht an mir ein, und fing’ an, es aufrichtig mit mir z’ meinen. Da hab’ ich oft gedacht, sollt’st doch ’s Vergangene vergessen, ’s is ja all’s nur ein Unsinn. Heut und morgen geht dir nah, mit ’m gestern quält sich eins nur selber. ’s wär’ nit dumm g’west und nach dem Sprüchel hätt’ ein Bruder Lüderianlustig in Tag h’nein leben können; aber mir war’s nit gegeben, daß ich mich änder’ wie meiner Bäu’rin nit, daß sie sich gleichbleibt, denn fort drauf hat’s ihr’n alt’n Widerwill’n hervorkehrt. Ich konnt’ und ich konnt’ kein Herz fassen zu dem Weib, trau überhaupt seither kein’m mehr und hüt’ mich vorm Verlieb’n; man is da so unb’sinnt und wo dabei sich jed’s nur selber betrügt, geht’s noch am ehrlichsten zu. Und wenn ich mir auch an ihrer Bahr’, ihr’n plötzlichen Tod eingedenk — Gott tröst’ sie — gedacht hab’, sie war wohl all ihr Lebtag nit recht g’sund und hat mich an ihrer Krankheit mitleiden lassen, so mußt’ ich mir doch sagen, wie ich Umschau g’halten hab’, und dafür waren mer d’ Augen g’schärft, sie war ein Weib wie hundert andere, nit einmal die schlechteste, allweil noch vonderArt, wie ihrer volle zwölf aufs Dutzend kommen.

Und wozu all’m verstund sie sich? Ein’ lieb’n und der Verkuppelei mit ein’m andern, den s’ nit mag, in d’ Hand arbeiten! Dem ein’ auf G’fahr von Ehr’ und Ruf zulaufen und doch ’n Morgen drauf mit’m andern vorn Altar gehn! Solang ’s Reden noch von Nutz und ’m Brautwerber geg’nüber rechtschaffen, brav und ehrlich g’west wär’, ’s Maul halten und ’s hinterher erst aus Gift, Gall’ und Abgunst geg’n ’n Mann auftun, wo ’s nur Schimpf und Zwietracht ins Haus bringt! Ein’m in Gedanken ang’hör’n und sich ’m andern hingeb’n, so daß der Seg’n Gottes zum G’spött wird und sie von ein’m Unlieb’n ein Kind unterm Herzen tragt!

Herr, du mein Gott! Wozu versteht sich denn dann ein Weib nit, wenn zu dem allem?!

Und was ’s auch für Stückeln angibt, ’s tragt eine wie die andere gleich lange Haar, und wo die nit reichen, stecken s’ ein’ falschen Zopf auf, — und dieselben Haar waren mir eben zu fein. ZuderArt,der d’ Lieb’ Spaß macht und Spaß bleibt, die sich unb’sinnt z’samm’tut und auseinand’ geht, zähl’ ich nit, mir war’s damit von Grund auf ernsthaftig g’west und ich hab’ für mein Teil sattsam an dem Erlebten g’nug g’habt, wollt’s nit erproben, was sich etwa ein zweit’s Mal gegen ’s frühere bessert oder schlechtert. Dös wußt’ ich doch, daß mein Hof der Kuppler is und daß s’ dem zulaufen, aber einer, die denkt wie ich, der müßt’ so himmelangst ums Herz werd’n, daß s’ mir vom selben davonrennt. Ich vermein’ nit, daß ich auf selbe triff und vermöcht’s auch nit z’sag’n, ob ich d’Kurasche hätt’, daß ich sie z’ruckhalt’.“

Gegen Ende seiner Rede war der Grasbodenbauer stehen geblieben und hatte in das Grün einer Baumkrone gestarrt, jetzt, wo er die letzten Worte vor sich hinmurmelte, ließ er den Zweig, den er anfaßte und der unter seinem Griffe entblätterte, aus der Hand schnellen.

Magdalene stand halb abgewandt und brach welke Blätter von einer Bohnenranke, sie blickte nun nach ihm hinüber und sagte leise: „Ich versteh’ dich schon, Bauer, und mag dir wohl recht geben, auch mir hat ’s die Lieb’ schon einmal nit gut g’meint.“

Da kehrte er ihr den Rücken und ging, laut räuspernd, ein paar Schritte von ihr hinweg. Doch hielt es ihn und er tat eine halbe Wendung, um sie sich darauf hin anzusehen, und als die großen, braunen Augen befremdet und zugleich ängstlich in die seinen blickten, da winkte er begütigend mit der Rechten: „In Ehren! Weiß ’s wohl, Leni, du meinst in Ehren.“

Sie neigte bekräftigend den Kopf.

„Ja, ja, vernünftig sein ist halt doch ’s Gescheiteste,“ sagte er hinwegschreitend.

Als Leni wieder aufblickte, sah sie ihn neben demPostboten an dem Zauntürchen stehen. Der Bauer wies nach ihr.

Der Alte kam auf sie zu.

„Magdalena Reindorfer,“ fragte er.

„So heiß’ ich.“

„Ein’ Brief hätt’ ich da.“ Er schüttelte ihn zwischen den Fingern und drehte ihn dann um, daß das schwarze Siegel sichtbar wurde. „Schau her ’mal. Vielleicht nix Guts drin. Mußt dich halt z’samm’nehmen.“

Leni griff nach dem Schreiben.

Er zog es zurück. „Und zwei Kreuzer krieg’ ich. Weißt, Dirn’, davon muß ich leb’n.“

Das Mädchen haschte mit zitternder Hand die Münzen aus der Rocktasche, nahm den Brief, und als es allein war, erbrach es hastig das Siegel, entfaltete das Papier und begann zu lesen.

Und als sie zu Ende gekommen, da setzte sie sich auf den Rasen und schlug die Hände vor das Gesicht und schluchzte darunter.

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Tot — allbeid’ tot! Weggestorben aneinemTage!

Ja, die Mutter, die war bejahrt und mocht’ wohl auch kein’ rechte Freud’ mehr am Leben haben, nach dem, was die arme Seel’ auf ihr g’habt hat. Und jetzt ist sie erlöst und man kann, ohne ein Unrecht geg’n den Vater, wieder lieb und gut von ihr denken!

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„Der Herr schenk’ ihr und allen christgläubigen Seelen die ewige Ruh’ und das ewige Licht leuchte ihnen. Der Herr lasse sie ruhen in Frieden. Amen!“

Leni faltete die Hände und versuchte das Vaterunser zu sprechen, doch wie sie so dasaß mit gesenkten Lidern, da war es mit einmal, als schiene Mondlicht und von ganz nahe wehe der Geruch von Weißdornblüte heran. —

Bisher hatte sie alle Erinnerungen an ihre erste Liebe wacker niedergekämpft. Während Florian sich nicht darein zu finden vermochte, daß er sein Glück um eine Schwester verlor, waren bei ihr, nachdem sie ihn als Bruder wußte und nahm, alle anderen Gefühle wie ausgelöscht, alle Liebe, außer der geschwisterlichen, gegenstandslos geworden; aber nun der Bruder tot war, erwachten die Erinnerungen mit aller Macht und zogen in lebendigen Bildern vor ihrem Geiste vorüber, von den ersten Begegnungen in der Kindheit bis zu jener Vollmondnacht, wo sie den Zweig vom blühenden Weißdorn brach, und der letzten, wo der Dorn des verblühten sie am Kleide festhielt.

Sie löste die Hände und preßte sie gegen die schwer atmende Brust. „O, du mein Herr und Gott! Nix mehr von der Lieb’, die ein’m so weh’ mitspiel’n kann! Wie recht hat der Bauer, daß er nach keiner zweiten sucht; auch ich hab’ ’s sattsam am Erlebten, soll’s tot sein und begrab’n mit’m — —“

Sie schauerte zusammen und auf ihrem Schoße knitterte das Papier.

„Jesus! Maria!“ rief sie und drückte die Hände gegen die Stirne und spreitete die Finger über die Scheitel. „Es muß sich ja was zutrag’n hab’n! ’s muß ihm ein Unglück g’schehn sein?!“

„Magdalen’,“ schrie der Grasbodenbauer.

Sie erhob sich rasch und sah ihn mit hastigen Schritten herankommen, der Schullehrer und Burgerl folgten ihm nach.

„Magdalen’,“ sagte der Bauer tief Atem schöpfend, „grad hat mer der Schulmeister aus der Zeitung eine schreckbare G’schicht vorgelesen, die sich dort herum, wo du heim bist, zutrag’n hat. Denk’, du wirst auch darum wissen woll’n und hab’ ’n gebeten, daß er uns’s nochmal vorlest. Seid also so gut, Schulmeister. Horch nur auf!“

Und der Lehrer begann nun einen weitschweifigen Bericht über den „Raufhandel mit tödlichem Ausgange zu Zirbendorf“; der Eingang ließ es nicht an den üblichen Bemerkungen über die Roheit der ländlichen Bevölkerung fehlen und den Schluß bildete der mit peinlicher Genauigkeit nachgeschriebene Befund der Leichenschau. Der Lehrer las das Ganze fertig, aber eintönig herunter, nur wo er einer Stelle besonderen Nachdruck verleihen wollte, erhob er die Stimme.

Bei der Schilderung des Absturzes der beiden Ringenden schrieen Magdalene und Burgerl, die sich an die Freundin angeklammert hielt, zugleich auf, als es aber zur gerichtsärztlichen Beschreibung der zerschmetterten Körper kam, da schrie Burgerl plötzlich: „Um Jesu willen, Leni, was hast?“ und riß dem Schulmeister das Blatt aus der Hand.

Der Bauer hatte bisher mit in die Zeitung geblickt, Jetzt sah er auf, in ein todbleiches Gesicht, aus dem, wie irre, zwei dunkle Augen starrten. „Was ist dir?“ fragte er erschreckt.

„Nichts,“ kam es ihr tonlos aus trockener Kehle und der Kopf sank ihr nach der Brust.

„Du zitterst ja am ganzen Leib. Es geht dir wohl nah, es geht dir wohl gar nah, merk’ ich. Burgerl führ’ s’ nach eurer Kammer. Wein dich aus, Dirn’, wein dich nur recht aus, es tut nichts besser in solcher Sach’, wie sich ausweinen.“

Er sah den langsam Hinwegschreitenden eine Weile gedankenvoll nach, dann nickte er vor sich hin.

„Freilich! So ’n grundbrave Dirn’ und so ’n wilder Bub’!“

Er glaubte nun alles zu wissen.


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