9.
In der Küche war die Müllerin geschäftig. Florian schlich herzu, er hatte seine unangebrannte Pfeife in der Hand und suchte an seiner etwas umfangreichen Mutter vorüber nach dem Herde zu gelangen, das Ungeschick, mit dem er sie immer anrannte, so oft sie ihm auszuweichen gedachte, machte sie ungeduldig.
„Was hast du denn eigentlich da in der Küche zu suchen, du Häferlgucker!“ sagte sie.
„Einen Span fänd ich gerne, damit ich mir die Pfeife anbrennen könnt’; weil da Feuer genug ist, denk’ ich, es wäre schade um ein Streichholz.“
„Seit wann bist du denn so sparsam?“
„Nun, ich mache so kleinweis einen Anfang, damit ich mich leichter eingewöhne, wenn ich es einmal brauche.“
„Wie du altklug tust! Ein lediger Bursche, wie du, wird auch viel Sparsamkeit brauchen!“
Unterdem hatte er einen Span gefunden. „Ich denk’, ich bleibe nicht immer neunzehn und auch nicht ledig,“ sagte er, kauerte sich an dem Herde nieder und schob das Hölzchen in die Feuerung.
„Schau mal einer!“
„Und ich meine, das Heiraten mag auch keine schlechte Sache sein.“ Jetzt brannte der Span lichterloh.
„Was du nicht alles denkst und meinst,“ sagte dieMüllerin, und um ihre Mundwinkel zuckte es leise, als sie auf den Burschen herabsah, dessen hochgerötetes Gesicht bei jedem Aufflackern des Hölzchens, das er über den Tabak hielt, sich verlegener ausnahm.
Er mußte etwas davon merken, hastig warf er den prasselnden Span weg, drückte laut klappend den Pfeifendeckel zu und erhob sich. Auf einige glimmende Kohlensplitterchen setzte er bedachtsam den Fuß, dann sagte er möglichst unbefangen: „Ich werd’ immer so rot wie ein Hahnenkamm, wenn ich mich niederbücken tu’, und dazu noch die Hitze, die vom Herd weggeht, da steigt einem alles Blut in den Kopf.“
„Ja, ja, du bedauerst mich recht,“ sagte die Müllerin, „ich an deiner Stelle möcht’ gar nicht rauchen, wenn mich das Anfeuern schon so angreifen tät.“
„Ausschauen muß ich, wie ein gesottener Krebs,“ sagte er und versuchte zu lachen, es war wohl nur die Pfeife, die er dabei zwischen den Zähnen hielt, welche es nicht dazu kommen ließ.
Die Müllerin trat an ihren Sohn heran und sah ihm in die Augen. „Geh, mein dummes Büberl, jetzt sperr dich nicht lang und beichte weiter. Hast ja doch schon so viel geredet, daß dir selber leid wär’, wenn ich nicht danach fragen möcht’! Nach all deinen Reden gefällt dir ein Dirndl, so sag lieber gleich heraus, wer es ist.“
„Rat einmal.“
„Dazu hab’ ich keine Zeit, da könnt’ eines lange herumraten, denn für ein Frauenzimmer ist es immer schwer, man weiß selten, was die Mannsleut’ an einer finden.“
„Du kennst sie.“
„Wenn sie aus dem Ort ist, werd’ ich sie wohl kennen, denn da kenn’ ich alle!“
„Sie war sogar schon auf Besuch bei uns.“
„Bei uns, auf Besuch? Nun, da wüßte ich doch keine.“
„Aber da war sie nicht größer als so!“ Er bückte sich dabei und hielt die Hand nicht viel höher, als seine Kniee vom Erdboden waren.
„Doch nicht gar die Lenerl vom Reindorfer?“
„Und gerad die!“
„Nun ja, die kann einem freilich lieb sein! Aber sag, hast du schon mit ihr geredet?“
„O wohl.“
„Mag sie dich leiden?“
„Ich meine schon.“
„Bist du aber ein heimlicher Ding, man hat dir doch gar nichts angemerkt.“
„Es ist auch erst seit drei Tagen.“
„Das ist ein wenig schnell hergegangen.“
„Es kann ja vorkommen. Zwei meinen es ehrlich und besinnen sich lang, so hast du mir selber gesagt, daß es zwischen dir und dem Vater gewesen wär’, er war Soldat und du im Dienst, und ob ihm der Großvater die Mühl’ auch geben wird, hat keines gewußt, aber ich denk’, zwischen mir und der Leni braucht es kein Zuwarten des lieben Brotes willen, und da gilt bei grundehrlicher Absicht auf die einmalige Anfrag’ die einmalige Antwort, und ich fürchte mich gar nicht darauf, daß du sagen könntest, ich möchte da nicht zugreifen mit beiden Händen.“
„Behüt, daß ich dich von dem Dirndl abreden möcht’! Ich möcht’ ja so keine andere ins Haus, die hab’ ich immer im Aug’ gehabt, nur weil es einem selten nach Herzenswunsch ausgeht, so hab’ ich nicht gedacht, es würd’ auch so kommen, und nun bin ich recht froh. Ich will dir auch gleich nach demReindorferhof hinüber, heut noch, voreh’, versteht sich, rede ich mit deinem Vater. Aber er wird so wenig etwas dagegen haben wie ich. Ich meine schon, wir stehen auch den Reindorferischen an, so meine ich schon, freilich, wie es dann wird und wann es sein kann, davon läßt sich noch nichts reden.“
„Vergelt dir Gott dein gutes Herz, Mutter; warten will ich schon, solang etwa sein muß, dafür krieg’ ich, wofür sich wohl Warten auszahlt.“
„Gelt ja? Aber nun erzähl mir nur auch, wie ihr euch denn zusammengefunden habt und ob sie dich auch recht gut leiden kann! Meiner Treu’, das macht mir eine rechte Freude! Nun, fang an, aber ehrlich, sonst mach’ ich dir keinen Schritt.“
Und er fing an. Er wurde nicht müde zu erzählen und die Mutter nicht, zuzuhören.
Er hatte sich auf eine Ecke des Herdes gesetzt und die Müllerin stand mitten vor demselben, stützte sich auf den Stiel eines großen Abschöpflöffels und blickte mit leuchtenden Augen auf ihren Jungen. Du magst schon einem Mädchen gefallen können — dachte sie dabei — und es schickt sich recht gut, daß die es ist, das gibt ein paar schöne Leute, welche auch zusammen taugen ...
Die gänzliche Außerachtlassung und Vernachlässigung war aber einem der Töpfe unerträglich geworden, schon lange hatte er vor sich hingesummt, dann sogar ein paarmal mit der Stürze geklappert, da aber alles nichts half, so wallte er jetzt über, — und im Gezische des ausgelaufenen Inhaltes, dem Aufschrei der bestürzten Hauswirtin und dem Auflachen des Burschen zerriß unanknüpfbar der Faden des Gespräches.
Sie waren mit der Mahlzeit zu Ende. Das Gesinde war vom Tische aufgestanden und verließ die Stube. Da schob auch Florian den Teller von sich und rückte den Stuhl.
„Leidet es dich nimmer?“ fragte der Müller. „Hast du es heute so eilig?“
„Ich will nur meine Pfeife draußen am Zaun rauchen, nämlich, weil ein Schulkamerad vorüberkommen soll, den sie vorig’ Jahr zu den Soldaten genommen haben und der jetzt ein paar Tage auf Urlaub ist.“
Die Müllerin schüttelte den Kopf und dachte: Nun Gott verzeih ihm! Der Bub’ kann ja so keck in einem Atem weg lügen, wie ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Woher er nur das hat?
Er aber zog sachte die Tür hinter sich ins Schloß, Müller und Müllerin waren allein.
Sie legte ihre Hand mit einem leisen Druck auf die Linke ihres Mannes. „Du, Alter,“ sagte sie, „nimm es ihm nicht übel, aber das vom Schulkameraden war doch nur geflunkert. Und er hat sich davongemacht, weil er gemerkt hat, ich will es zur Rede bringen, daß ihm auch weniger um einen Kameraden, als um eine Kameradin zu tun ist.“
Der Müller, der immer, während man mit ihm sprach, den Kopf gesenkt hielt, blickte jetzt leicht schmunzelnd auf.
„Im Ernst, Vater, unser Bub’ ist verliebt.“
„Nun, so drück halt ein Auge zu oder alle zwei. Soll er es mitmachen, solang es ihn freut.“
Die Müllerin hatte das Erröten noch nicht verlernt, sie strich mit der flachen Hand die Brosamen von dem Tischtuche und sagte leise: „Ich werde zu dir doch nicht von Sachen reden, an die kein ehrsames Weib rührt?! Es hat ein rechtschaffen Absehen.“
„Ja so.“ Er drückte ihr begütigend die Hand. „Dann mußt du mir freilich davon sagen. Nur möcht’ ich meinen, das käm’ doch etwas zu früh für den Jungen.“
„Davon ist keine Rede, daß sie gleich zusammengegeben werden sollen, und auf das Zuwarten versteht er sich recht gerne, nur das soll in aller Gehörigkeit ausgemacht werden, daß sie einander zugehören sollen und vor der Welt als Versprochene dastehen.“
„Das ginge wohl an, und ich könnte es ganz zufrieden sein, wenn der Dirn’ ihre Eltern mit uns auf gleich stehen[11]und dasselbe, denk’ ich, wird wohl der Fall sein, weil du deine Fürsprache so sicher vorbringen magst. So sag mir nur auch, was sich der Junge ausgesucht hat.“
„O, für die möcht’ ich reden, und kriegte sie keinen Kreuzer mit, ich wüßt’ mir keine säubere, liebere und rechte!“
„Als wen?“
„Als die Reindorfer Leni.“
Da senkte der Müller jählings den Kopf noch tiefer und zuckte zusammen; die Gabel, die er spielend ergriffen hatte, fuhr in die Tischplatte, daß sich die Zinken bogen.
„Jesus, was hast du denn?“ Die Müllerin griff nach seiner Hand.
„Nichts,“ sagte er schwer aufatmend. „Es hat mich nur so überkommen.“
„Geh, wie du einen erschrecken magst, so krampfig’ Wesen hast du doch sonst nie an dir merken lassen.“
„Es hat ja auch nichts weiter auf sich.“
„So hoff’ ich. Nun aber sag mir, Alter, was du dazu meinst? Wenn dir die Sache ansteht, so machte ich gerne dem Flori die Freude, ließe gleich einspannen und führe zu den Reindorferischen hinüber.“
„So gar große Eile wird es doch nicht haben? Laß nur auch dem Jungen ein wenig Zeit, sich zu besinnen, wer weiß, bleibt er auf dem Gedanken? IndenJahren findet man leicht Gefallen an einer, aber es hält oft nicht lange an.“
„Glaub’ schon, daß er nicht aus der Art schlagen möcht’, die ihr Mannleute an euch habt, wär’ nur da herum etwas Besseres zu finden, aber wenn einer die Taube in der Hand hat, wird er auf kein Dach mehr nach Spatzen sehen! Auch im übrigen, meine ich, tät’ sich alles ganz wohl schicken, und du selber könntest schwerlich etwas Passenderes ausfinden.“
„Das geb’ ich zu. Gleichwohl wär’ besser, es dem Jungen auszureden. Geh nicht!“
„Warum?“
„Geh nicht, es ist umsonst.“
„Was hast du für Grund, das zu glauben?“
„Es ist zwischen mir und den Reindorferischen nicht alles wie es sein soll.“
„Und darunter sollten die Kinder leiden? Verlaß dich darauf, komme ich mit ihnen zu reden, ich setze ihnen schon den Kopf zurecht.“
Der Müller senkte wieder den Kopf tiefer als sonst, und mit einem leisen Seufzer sagte er: „Tu wie du willst.“ Dann aber rasch sich von seinem Sitze erhebend, setzte er gleichmütig hinzu: „Versuch es!“ Er dachte bei sich: Was ist da weiter? Was hab’ ich mich da zu sorgen? Mögen es die andern zum Austrag bringen! Sie werden nein sagen und siemüssen nein sagen, und mehr kann nicht zur Sprache kommen!
Die Müllerin war aus der Stube bis an die Küchentür geeilt, sie ersah ihren Sohn, der rauchend an dem Zaune lehnte und rief ihm zu: „Flori, es ist schon richtig, ich fahre dir gleich hinüber.“
„Da spann’ ich auch gleich selber ein, Mutter,“ sagte freudig der Bursche und lief nach dem Stalle. Die Müllerin ging eilfertig wieder nach der Stube zurück, um sich in ihren Sonntagsstaat zu kleiden.
Auch der Müller war aus der Stube getreten und sah zu, wie Florian und ein Knecht den Wagen aus dem Schupfen zogen und die Pferde davor anschirrten.
Der Mann blickte gar ernst.
Als der Mensch all jene Übermächte, nach denen ihn in seinen Träumen verlangte, und alle Vollkommenheiten, die er zu erreichen verzagte, Gott als Eigenschaften beilegte und denselben, wiewohl in kolossalen Proportionen, nach seinem Ebenbilde formte, da leuchtete ihm gleich ein, welch ein furchtbares Geschenk selbst für einen Gott die Allwissenheit an sich allein wäre, und er setzte ihr wohlbedächtig die Allmacht voran, und nun weiß die Gottheit in allem nur ihren Willen. Für den Sterblichen aber, im Gefühle seiner Ohnmacht, ist schon die Gabe der Weissagung kein freundliches Geschenk und alle Seher waren düster und blieben freudelos.
Es gibt nur eine Art der Weissagung, und diese erfüllt die Menschen mit Scheu vor den Sehern und mit Vorliebe für die Gaukler, denn es ist nicht die Kunst, aus dem Fluge der Vögel, den Eingeweiden der Opfertiere, den Kartenblättern oder dem Kaffeesatze — es ist die Kunst, aus den eigenen und den fremden Sünden das Kommende vorherzusagen, welchesich bis heutigen Tag an Staaten, Völkern und Fürsten erprobt und deren furchtbare Folgerichtigkeit in Stunden stiller Einkehr bei sich selbst auch den einzelnen durchschauert.
Ein unangenehmes Gefühl beschlich den Müller, als er die Seinen sich ahnungslos umsonst mühen sah, während ihm klar lag, daß alle diese mit freudiger Hast betriebenen Vorbereitungen, alle daran geknüpften Hoffnungen und Erwartungen vergebens seien.
Er senkte den Kopf, obgleich niemand da war, der mit ihm sprach, vielleicht horchte er auf sich selber.
Da legte sich eine Hand auf seine Schulter, er blickte auf, die Müllerin stand mit hellfreudigen Augen vor ihm und sagte: „Behüt dich Gott, Vater, ich geh’ jetzt und ich werd’ schon die rechte Antwort mit heimbringen, da sorg’ ich nicht!“
„Behüt dich Gott.“
Florian wollte ihr beim Einsteigen in den Wagen behilflich sein, aber in eiliger Zutulichkeit vereitelte er nur alle ihre Bemühungen, auf den Sitz zu gelangen.
„Du Ungeschickt,“ rief sie fröhlich lachend und stieß ihn weg. „Wie du mit unsereinem umgehst! Nun, wirst es schon lernen.“
Der Knecht trieb die Pferde an und der Wagen rollte davon. Lange sah Florian demselben nach, dann schloß er das Einfahrgatter und lehnte sich an dasselbe.
Der Müller trat herzu. „Bist doch ein Hallodri,“ sagte er, „siehst aus, als könntest du nicht bis fünfe zählen, und weißt dich doch aus bis hundert. Eine Wette hätte ich gehalten, daß dir noch kein Mädel im Sinne läge, und schön hätte ich dabei verspielt. Nun, ich hab’ dir deinen Willen getan und die Mutter zu den Reindorferischen hinüberfahren lassen.“
„Ich sag’ dir tausend Dank dafür, Vater.“
„Hast mir nicht zu danken, ich könnte nicht sagen, du hättest fehlgegriffen, und soweit wäre alles in Ordnung. Aber ich muß dir aufrichtig sagen, ich glaube nicht, daß sie dir die Dirn’ geben werden, wir waren nie recht Freund zusammen, ich und der Reindorfer, darfst schon gefaßt sein auf einen abschlägigen Bescheid.“
„Ich wüßte wohl nicht, wie ich den aufnehmen möcht’. Bei vernünftigem, ehrlichem Vornehmen ist doch keiner auf leidigen Widersinn gefaßt.“
„Ah, sei gescheit und mache dir nichts daraus. Wer weiß, wozu es gut ist. Bindet sich einer so früh, wie du, gar leicht reuen ihn später seine jungen Jahre. Du wirst dir schon wieder eine andere ausfinden, es gibt ja noch genug Mädeln auf der Welt, lerne sie erst aus und dann wähl eine; wer sich darauf versteht, trifft es besser, und es ist doch eine Wahl, die einem nicht wehe tut. Meinst nicht?“
„Ich meine nicht. Wenn du es so gehalten hast, Vater, so ist’s ja doch auch nur verlorne Zeit gewesen. Es wird kein so großer Unterschied sein zwischen den Rechtschaffenen, und nach den andern verlangt mich nicht.“
Der Bursche hatte bisher bei Rede und Antwort vor sich niedergesehen, jetzt blickte er auf und bemerkte, daß sein Vater sich schweigend von ihm entfernt hatte, er holte ihn ein, hielt ihn am Arme zurück und sagte: „Vater, du hast vorhin geredet, als wäre ausgemacht, daß ich die Leni nicht haben soll. Ist das nur so dein Dafürhalten, oder weißt du etwas?“
„Was kann ich wissen? Nur weil du gar so sicher tust, als könnten sie die Verschwiegerung mit uns gar nicht abweisen, so hab’ ich vorbauen wollen, daß esdich nicht wie vor den Kopf trifft, wenn es doch geschieht.“
„Was hilft es auch, daß man das früher beredet? Ich kann mir ja doch nicht vornehmen, wie ich mich dann gebärden will, wenn mir all mein Glück in den Brunnen fällt! Ich denk’, dem lass’ ich Zeit, bis die Mutter heimkommt; bringt sie mir solche Botschaft mit, dann gibt sich wohl von selber, wie ich mich dabei verhalten werde.“
Der Müller setzte kopfschüttelnd seinen Weg nach dem Garten fort.
Er ging zwischen den Beeten dahin. Es war schwül geworden. Der Kies knirschte nicht, er stäubte leise unter den Tritten. Kein Blatt rührte sich, höchstens eines, hinter dem sich ein Käfer oder ein Wurm verbarg. Die Blumen hielten den Duft an sich. Ringsum tat es so stille und verschwiegen; dem Müller aber war, als merke er, das geschähe nicht aus Unschuld, die nichts zu sagen weiß, sondern aus lüsterner Erfahrenheit, die gerne für sich behält, was ihr bewußt, und es schien ihm, als läge ein unlauteres Geheimnis in allem und hinter dieser Welt.
„Er wird es verwinden,“ sagte er. „Der Bub’ wird doch etwas von meiner Art an sich haben? Er wird doch nicht seiner Mutter nachgeraten, die, wenn sie einmal zu einem hielt, sich mit Füßen hat treten lassen! Ich habe nicht schön gehandelt an ihr, und doch, wenn ich freud- und freundlos war, ist sie immer wieder gekommen, die getreue Seel’! Aber dem Jungen mag ich ihr Herz nicht wünschen, es wär’ gar nicht abzusehen, was daraus werden soll!“
Ihn fröstelte — es war aber noch immer so schwül wie zuvor.