Chapter 27

Fußnoten:[1]Das in der Redeweise der Bauern sehr gebräuchliche Wort „mag“ hat man nicht not, wie es oft geschieht, durch „kann“ zu erklären, ihm entspricht vielmehr ganz genau unser aus der gleichen Wurzel stammendes hochdeutsches „vermag“[2]kleber = unscheinbar, gering[3]Gundel, Abkürzung für Kunigunde[4]Versehen, nämlich den Kranken mit den Sterbesakramenten versehen, beziehungsweise die letzte Ölung an ihm verrichten[5]Anrainer = Grundnachbar, von „Rain“ = Grenzscheide, Rand[6]Alois = Aloisia[7]Haferl und Häfen, beides für: Hafen, Topf. Obige Redensart besagt: Der Töpfer macht es auch nicht mit dem Maul, sondern er braucht außer dem Lehm noch die Drehbank, und ist sprichwörtlich bei Angelegenheiten, die nicht so rasch durchzusetzen sind, als es etwa den Anschein hat[8]Pummerl = Pommer, Spitz, kleiner Hund[9]Die Blüh’ = die Blüten[10]„Dem Teufel aus der Butte (Bütte) gesprungen,“ sprichwörtlich für ausgelassen, ein Unband sein[11]„Mit jemandem auf gleich stehen“, das ist in gleichen Verhältnissen leben; ferner kommt auch vor: „Mit jemandem auf gleich sein“, das ist ausgeglichen mit ihm[12]Nachmittagkaffee[13]Es ist eine gang und gäbe Redensart: „Sich setzen, damit man den Schlaf nicht austrage“. Vielleicht liegt derselben irgendein Aberglaube zugrunde, oder der Besucher will damit nur zu verstehen geben, er käme zu ruhigem Gespräche und brächte daher nichts ins Haus, das den Schlaf rauben könnte[14]Der Gesund = der gesunde Zustand, die Gesundheit[15]Zügeln = von Zucht, ziehen[16]stürzen gehn, schulstürzen = hinter die Schule gehen[17]Ein Kirtag = Kirchweihgeschenk[18]sein wir red’ worden = sind wir redend geworden[19]Lose = horche[20]Ein Heppel = große Kröte, gewöhnlich die sogenannte Feuerkröte[21]Lampeln = Lämmer[22]Einem zusteigest, d. i. mit ihm anbinden — Reschen = Keckheit, Schroffheit[23]Reuter = großes Sieb[24]Schnackerl = Schlucken[25]Geraten, für entraten = entbehren[26]Unter Bauern und auch in Bürgerkreisen wird oft ein Familienangehöriger vom ganzen Hause, einschließlich des Gesindes, nach der Stellung, die er den Kindern gegenüber einnimmt, als Ehnl, Onkel usw. angesprochen[27]„kein klein’ bissel“, also ein großes, scherzhafte Umschreibung für viel[28]„umi“, vielleicht von „umhie“ = hinüber[29]„Lei, lei“ = Schnell, schnell, rührt euch[30]„lauleln“ = lau sein, vielleicht auch „launeln“, der Laune nachgeben[31]Schnur, d. i. Schwiegertochter[32]Über die Hand, d. i. nachlässig[33]„trabige“, d. i. treibende, drängende Zeit[34]„roglich“ = schwankend, bezeichnet immer den Zustand gestörten Gleichgewichtes, welcher die Bewegung, die zu Sturz oder Zerfall führt, vorbereitet, die Lockerung

Fußnoten:[1]Das in der Redeweise der Bauern sehr gebräuchliche Wort „mag“ hat man nicht not, wie es oft geschieht, durch „kann“ zu erklären, ihm entspricht vielmehr ganz genau unser aus der gleichen Wurzel stammendes hochdeutsches „vermag“[2]kleber = unscheinbar, gering[3]Gundel, Abkürzung für Kunigunde[4]Versehen, nämlich den Kranken mit den Sterbesakramenten versehen, beziehungsweise die letzte Ölung an ihm verrichten[5]Anrainer = Grundnachbar, von „Rain“ = Grenzscheide, Rand[6]Alois = Aloisia[7]Haferl und Häfen, beides für: Hafen, Topf. Obige Redensart besagt: Der Töpfer macht es auch nicht mit dem Maul, sondern er braucht außer dem Lehm noch die Drehbank, und ist sprichwörtlich bei Angelegenheiten, die nicht so rasch durchzusetzen sind, als es etwa den Anschein hat[8]Pummerl = Pommer, Spitz, kleiner Hund[9]Die Blüh’ = die Blüten[10]„Dem Teufel aus der Butte (Bütte) gesprungen,“ sprichwörtlich für ausgelassen, ein Unband sein[11]„Mit jemandem auf gleich stehen“, das ist in gleichen Verhältnissen leben; ferner kommt auch vor: „Mit jemandem auf gleich sein“, das ist ausgeglichen mit ihm[12]Nachmittagkaffee[13]Es ist eine gang und gäbe Redensart: „Sich setzen, damit man den Schlaf nicht austrage“. Vielleicht liegt derselben irgendein Aberglaube zugrunde, oder der Besucher will damit nur zu verstehen geben, er käme zu ruhigem Gespräche und brächte daher nichts ins Haus, das den Schlaf rauben könnte[14]Der Gesund = der gesunde Zustand, die Gesundheit[15]Zügeln = von Zucht, ziehen[16]stürzen gehn, schulstürzen = hinter die Schule gehen[17]Ein Kirtag = Kirchweihgeschenk[18]sein wir red’ worden = sind wir redend geworden[19]Lose = horche[20]Ein Heppel = große Kröte, gewöhnlich die sogenannte Feuerkröte[21]Lampeln = Lämmer[22]Einem zusteigest, d. i. mit ihm anbinden — Reschen = Keckheit, Schroffheit[23]Reuter = großes Sieb[24]Schnackerl = Schlucken[25]Geraten, für entraten = entbehren[26]Unter Bauern und auch in Bürgerkreisen wird oft ein Familienangehöriger vom ganzen Hause, einschließlich des Gesindes, nach der Stellung, die er den Kindern gegenüber einnimmt, als Ehnl, Onkel usw. angesprochen[27]„kein klein’ bissel“, also ein großes, scherzhafte Umschreibung für viel[28]„umi“, vielleicht von „umhie“ = hinüber[29]„Lei, lei“ = Schnell, schnell, rührt euch[30]„lauleln“ = lau sein, vielleicht auch „launeln“, der Laune nachgeben[31]Schnur, d. i. Schwiegertochter[32]Über die Hand, d. i. nachlässig[33]„trabige“, d. i. treibende, drängende Zeit[34]„roglich“ = schwankend, bezeichnet immer den Zustand gestörten Gleichgewichtes, welcher die Bewegung, die zu Sturz oder Zerfall führt, vorbereitet, die Lockerung

Fußnoten:

[1]Das in der Redeweise der Bauern sehr gebräuchliche Wort „mag“ hat man nicht not, wie es oft geschieht, durch „kann“ zu erklären, ihm entspricht vielmehr ganz genau unser aus der gleichen Wurzel stammendes hochdeutsches „vermag“

[1]Das in der Redeweise der Bauern sehr gebräuchliche Wort „mag“ hat man nicht not, wie es oft geschieht, durch „kann“ zu erklären, ihm entspricht vielmehr ganz genau unser aus der gleichen Wurzel stammendes hochdeutsches „vermag“

[2]kleber = unscheinbar, gering

[2]kleber = unscheinbar, gering

[3]Gundel, Abkürzung für Kunigunde

[3]Gundel, Abkürzung für Kunigunde

[4]Versehen, nämlich den Kranken mit den Sterbesakramenten versehen, beziehungsweise die letzte Ölung an ihm verrichten

[4]Versehen, nämlich den Kranken mit den Sterbesakramenten versehen, beziehungsweise die letzte Ölung an ihm verrichten

[5]Anrainer = Grundnachbar, von „Rain“ = Grenzscheide, Rand

[5]Anrainer = Grundnachbar, von „Rain“ = Grenzscheide, Rand

[6]Alois = Aloisia

[6]Alois = Aloisia

[7]Haferl und Häfen, beides für: Hafen, Topf. Obige Redensart besagt: Der Töpfer macht es auch nicht mit dem Maul, sondern er braucht außer dem Lehm noch die Drehbank, und ist sprichwörtlich bei Angelegenheiten, die nicht so rasch durchzusetzen sind, als es etwa den Anschein hat

[7]Haferl und Häfen, beides für: Hafen, Topf. Obige Redensart besagt: Der Töpfer macht es auch nicht mit dem Maul, sondern er braucht außer dem Lehm noch die Drehbank, und ist sprichwörtlich bei Angelegenheiten, die nicht so rasch durchzusetzen sind, als es etwa den Anschein hat

[8]Pummerl = Pommer, Spitz, kleiner Hund

[8]Pummerl = Pommer, Spitz, kleiner Hund

[9]Die Blüh’ = die Blüten

[9]Die Blüh’ = die Blüten

[10]„Dem Teufel aus der Butte (Bütte) gesprungen,“ sprichwörtlich für ausgelassen, ein Unband sein

[10]„Dem Teufel aus der Butte (Bütte) gesprungen,“ sprichwörtlich für ausgelassen, ein Unband sein

[11]„Mit jemandem auf gleich stehen“, das ist in gleichen Verhältnissen leben; ferner kommt auch vor: „Mit jemandem auf gleich sein“, das ist ausgeglichen mit ihm

[11]„Mit jemandem auf gleich stehen“, das ist in gleichen Verhältnissen leben; ferner kommt auch vor: „Mit jemandem auf gleich sein“, das ist ausgeglichen mit ihm

[12]Nachmittagkaffee

[12]Nachmittagkaffee

[13]Es ist eine gang und gäbe Redensart: „Sich setzen, damit man den Schlaf nicht austrage“. Vielleicht liegt derselben irgendein Aberglaube zugrunde, oder der Besucher will damit nur zu verstehen geben, er käme zu ruhigem Gespräche und brächte daher nichts ins Haus, das den Schlaf rauben könnte

[13]Es ist eine gang und gäbe Redensart: „Sich setzen, damit man den Schlaf nicht austrage“. Vielleicht liegt derselben irgendein Aberglaube zugrunde, oder der Besucher will damit nur zu verstehen geben, er käme zu ruhigem Gespräche und brächte daher nichts ins Haus, das den Schlaf rauben könnte

[14]Der Gesund = der gesunde Zustand, die Gesundheit

[14]Der Gesund = der gesunde Zustand, die Gesundheit

[15]Zügeln = von Zucht, ziehen

[15]Zügeln = von Zucht, ziehen

[16]stürzen gehn, schulstürzen = hinter die Schule gehen

[16]stürzen gehn, schulstürzen = hinter die Schule gehen

[17]Ein Kirtag = Kirchweihgeschenk

[17]Ein Kirtag = Kirchweihgeschenk

[18]sein wir red’ worden = sind wir redend geworden

[18]sein wir red’ worden = sind wir redend geworden

[19]Lose = horche

[19]Lose = horche

[20]Ein Heppel = große Kröte, gewöhnlich die sogenannte Feuerkröte

[20]Ein Heppel = große Kröte, gewöhnlich die sogenannte Feuerkröte

[21]Lampeln = Lämmer

[21]Lampeln = Lämmer

[22]Einem zusteigest, d. i. mit ihm anbinden — Reschen = Keckheit, Schroffheit

[22]Einem zusteigest, d. i. mit ihm anbinden — Reschen = Keckheit, Schroffheit

[23]Reuter = großes Sieb

[23]Reuter = großes Sieb

[24]Schnackerl = Schlucken

[24]Schnackerl = Schlucken

[25]Geraten, für entraten = entbehren

[25]Geraten, für entraten = entbehren

[26]Unter Bauern und auch in Bürgerkreisen wird oft ein Familienangehöriger vom ganzen Hause, einschließlich des Gesindes, nach der Stellung, die er den Kindern gegenüber einnimmt, als Ehnl, Onkel usw. angesprochen

[26]Unter Bauern und auch in Bürgerkreisen wird oft ein Familienangehöriger vom ganzen Hause, einschließlich des Gesindes, nach der Stellung, die er den Kindern gegenüber einnimmt, als Ehnl, Onkel usw. angesprochen

[27]„kein klein’ bissel“, also ein großes, scherzhafte Umschreibung für viel

[27]„kein klein’ bissel“, also ein großes, scherzhafte Umschreibung für viel

[28]„umi“, vielleicht von „umhie“ = hinüber

[28]„umi“, vielleicht von „umhie“ = hinüber

[29]„Lei, lei“ = Schnell, schnell, rührt euch

[29]„Lei, lei“ = Schnell, schnell, rührt euch

[30]„lauleln“ = lau sein, vielleicht auch „launeln“, der Laune nachgeben

[30]„lauleln“ = lau sein, vielleicht auch „launeln“, der Laune nachgeben

[31]Schnur, d. i. Schwiegertochter

[31]Schnur, d. i. Schwiegertochter

[32]Über die Hand, d. i. nachlässig

[32]Über die Hand, d. i. nachlässig

[33]„trabige“, d. i. treibende, drängende Zeit

[33]„trabige“, d. i. treibende, drängende Zeit

[34]„roglich“ = schwankend, bezeichnet immer den Zustand gestörten Gleichgewichtes, welcher die Bewegung, die zu Sturz oder Zerfall führt, vorbereitet, die Lockerung

[34]„roglich“ = schwankend, bezeichnet immer den Zustand gestörten Gleichgewichtes, welcher die Bewegung, die zu Sturz oder Zerfall führt, vorbereitet, die Lockerung


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