III. Bild.

Dekoration des ersten.

Pierrotliegt tot hingestreckt auf dem Boden, hinter der Staffelei.

Der Schleier liegt in der Mitte des dunkeln Zimmers, weiß schimmernd da. Die Kerzen größtenteils herabgebrannt, einige ganz erloschen.

Die Szene bleibt einige Augenblicke vollkommen leer.

Die Türe öffnet sich.

Arlechino und Pierrettetreten ein.

Arlechinohält Pierrette bei der Hand.

Pierretteeilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hoch.

Da ist er. Nun laß uns gehen.

Arlechino.

Nein. Wo bin ich hier?

Er geht im Zimmer hin und her.

Bald steht er vor der Leiche Pierrots, fährt zurück, hält aber Pierrot nicht für tot, sondern für betrunken. Wendet sich zu Pierrette.

Also das war es? Mit diesem Menschen warst du zusammen?

Er gewahrt die Reste des Mahls.

Hier habt Ihr miteinander getafelt und getrunken. Hier hat er dich in den Armen gehalten. Wartet nur.

Wieder zu Pierrot hin.

Pierretteauf ihn zu, will ihn zurückhalten.

Arlechinoschleudert sie von sich.

Pierretteschleicht sich zum Fenster.

Arlechinokniet vor Pierrot nieder.

Du Schurke, du Hund. Wer bist du denn? Antworte! Antworte! Steh auf!

Er faßt Pierrot bei den Schultern und schüttelt ihn.

Der tote Pierrotfällt schwer auf den Boden hin.

Arlechinofährt entsetzt zurück.

Er geht zu Pierrette, die regungslos am Fenster steht.

Hast du's gewußt?

Pierrette.

Ja.

Arlechinogeht überlegend auf und ab. Kehrt wieder zu Pierrette zurück, sieht sie lange an.

Was soll ich mit dir tun?

Kommt auf einen Einfall, lacht höhnisch auf. Tritt wieder zu dem toten Pierrot hin, will ihn emporheben.

Pierretteeilt entsetzt nach vorne.

Arlechinoweist sie von sich, ergreift den Leichnam des Pierrot, trägt ihn zu dem Divan, lehnt ihn dort in die vordere Ecke.

Pierretteist entsetzt bis ans Ende des Zimmers geschlichen und schaut dem Beginnen des Arlechino zu.

Arlechinosetzt sich auf den Tisch dem Pierrot gegenüber. Schenkt in zwei Gläser ein, erhebt das eine, trinkt dem Pierrot zu. Dann winkt er Pierrette mit einem teuflischen Lächeln herbei.

Pierrettebleibt regungslos stehen.

Arlechinoerhebt sich, winkt Pierrette gebieterisch.

Pierrettekommt langsam.

Arlechinogeht ihr entgegen, reicht ihr in der Mitte des Zimmers den Arm, geleitet sie zu einem Sessel neben dem Tische, gibt ihr eins der gefüllten Gläser in die Hand, stößt mit ihr an.

Pierrettekann nicht trinken.

Arlechino.

So trink doch.

Pierrettetrinkt.

Arlechinosetzt sich neben Pierrette, drängt sich näher an sie, umfaßt sie, sucht sie an sich zu ziehen.

Pierretteschaudert zusammen.

Arlechinowird zärtlicher.

Pierrettespringt auf, ihr Sessel fällt um, sie flüchtet nach rückwärts in die Fensterecke.

Arlechinoihr nach, spielt den Verliebten.

Ich bete dich an, meine Teure.

Kniet nieder, versucht sie an sich und mit sich zu ziehen.

Pierretteentflieht, bis sie links hinter den toten Pierrot zu stehen kommt.

Arlechinohat sich erhoben, geht auf Pierrot zu, verbeugt sich vor ihm, dann verbeugt er sich vor Pierrette.

Du bist ja in guter Gesellschaft.

Dann geht er zur Tür.

Pierrettefolgt seinen Bewegungen mit wachsendem Entsetzen.

Arlechinowendet sich in der Türe nochmals um und verbeugt sich höhnisch.

Pierrettestürzt ihm nach, wirft sich vor ihm auf die Knie.

Arlechinoschüttelt sie von sich ab, geht und versperrt die Türe hinter sich.

Pierrettepoltert an die Tür. Eilt zum Fenster, reißt es auf. Sieht Arlechino fortgehen, ruft ihn zurück. Er entschwindet ihren Blicken. Wieder zur Tür, rüttelt, reißt, vergeblich. Rennt im Zimmer umher, sucht nach irgend einem Ausgang. Findet keinen. Endlich bleibt sie wieder gegenüber dem toten Pierrot stehen. Sieht ihn lange an, läuft davon. Kommt wieder zurück. Nickt ihm zu. Gerät von neuem in Angst, schleicht längs der Wände im ganzen Zimmer hin und her. Ihre Bewegungenverändern sich ins Tanzartige. In ihren Augen spricht sich der beginnende Wahnsinn aus. Wieder ist sie hinter Pierrot, schleicht sich langsam hinter dem Divan zu ihm hervor. Sie ist in einer halb knienden Stellung vor ihm und blickt ihm ins Gesicht. Verbeugt sich vor ihm. Beginnt zu tanzen. Zuerst vor ihm, dann in immer weiterem Bogen, endlich im ganzen Zimmer herum. Sie hält inne, um dann mit erneuerter Kraft wieder weiter zu tanzen.

Poltern an der Türe.

Pierretteist beinahe atemlos, ihre Kräfte beginnen zu schwinden, ihre Augen glänzen trübe, sie ist dem Verlöschen nahe.

Neues, verstärktes Poltern.

Pierrettesinkt zu Boden, tot. Zu Füßen des toten Pierrot.

Die Türe wird erbrochen.

Fred, Florestan, Annette, Alumettetreten ein.

Der Morgen ist herangedämmert. Beginnender Sonnenaufgang.

Fred und Florestanwenden sich lachend zu den Mädchen. Beide Paare tänzeln Arm in Arm bis ganz nahe zu Pierrot und Pierrette hin, fassen was geschehen ist und weichen entsetzt zurück.

Vorhang.

Ende.

Anmerkungen zur Transkription:Dieses elektronische Buch basiert auf gescannten Bilddateien, die freundlicherweise von Austrian Literature Online (http://www.literature.at) zur Verfügung gestellt wurden.Die im Originalgesperrtdargestellten Rollennamen werden in dieser HTML-Versionfettwiedergegeben.Im Originalbuch ist kein Inhaltsverzeichnis enthalten. Für eine bessere Übersicht wurde dieses hinzugefügt.Gegenüber der gedruckten Version wurden folgende Satzfehler korrigiert:S. 2 (1)original:Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Elternebook:Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.S. 4 (1)original:wird selbst verständlich nur pantomimisch ausgedrücktebook:wird selbstverständlich nur pantomimisch ausgedrücktS. 6 (1)original:Florestan, AlumetteundFred, Annetteebook:Florestan, Alumette und Fred, AnnetteS. 6 (2)original:FlorestanundAlumetteebook:Florestan und AlumetteS. 6 (3)original:FredundAnnetteebook:Fred und AnnetteS. 9 (1)original:Geh wohin du willstebook:Geh wohin du willst.S. 10 (1)original:Pierrettekostumsebook:PierrettekostümsS. 11 (1)original:Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)ebook:Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingefügt)S. 18 (1)original:reicht ihm das eineebook:reicht ihm das eine.S. 19 (1)original:gibt den Musikern ein Zeichen,ebook:gibt den Musikern ein Zeichen.S. 23 (1)original:Arlechino... Zuerst antworte!ebook:Arlechino.... Zuerst antworte!S. 23 (2)original:mit verzweifelt bachantischer Gesteebook:mit verzweifelt bacchantischer GesteS. 24 (1)original:Während du fort warst, ist dir dieser Schliereebook:Während du fort warst, ist dir dieser SchleierS. 26 (1)original:eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hält ihn hochebook:eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hochS. 29 (1)original:verändern sich ins tanzartige.ebook:verändern sich ins Tanzartige.

Dieses elektronische Buch basiert auf gescannten Bilddateien, die freundlicherweise von Austrian Literature Online (http://www.literature.at) zur Verfügung gestellt wurden.

Die im Originalgesperrtdargestellten Rollennamen werden in dieser HTML-Versionfettwiedergegeben.

Im Originalbuch ist kein Inhaltsverzeichnis enthalten. Für eine bessere Übersicht wurde dieses hinzugefügt.

Gegenüber der gedruckten Version wurden folgende Satzfehler korrigiert:

Transcriber's Note:This ebook is based on scanned images which have been generously made available by Austrian Literature Online (http://www.literature.at).Actors' names are printedspaced-outin the original text. Within this HTML version, they are reproduced inbold.The original book did not have a table of contents. It has been added for the reader's convenience.The following corrections were applied to the original text:p. 2 (1)original:Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Elternebook:Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.p. 4 (1)original:wird selbst verständlich nur pantomimisch ausgedrücktebook:wird selbstverständlich nur pantomimisch ausgedrücktp. 6 (1)original:Florestan, AlumetteundFred, Annetteebook:Florestan, Alumette und Fred, Annettep. 6 (2)original:FlorestanundAlumetteebook:Florestan und Alumettep. 6 (3)original:FredundAnnetteebook:Fred und Annettep. 9 (1)original:Geh wohin du willstebook:Geh wohin du willst.p. 10 (1)original:Pierrettekostumsebook:Pierrettekostümsp. 11 (1)original:Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)ebook:Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingefügt)p. 18 (1)original:reicht ihm das eineebook:reicht ihm das eine.p. 19 (1)original:gibt den Musikern ein Zeichen,ebook:gibt den Musikern ein Zeichen.p. 23 (1)original:Arlechino... Zuerst antworte!ebook:Arlechino.... Zuerst antworte!p. 23 (2)original:mit verzweifelt bachantischer Gesteebook:mit verzweifelt bacchantischer Gestep. 24 (1)original:Während du fort warst, ist dir dieser Schliereebook:Während du fort warst, ist dir dieser Schleierp. 26 (1)original:eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hält ihn hochebook:eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hochp. 29 (1)original:verändern sich ins tanzartige.ebook:verändern sich ins Tanzartige.

This ebook is based on scanned images which have been generously made available by Austrian Literature Online (http://www.literature.at).

Actors' names are printedspaced-outin the original text. Within this HTML version, they are reproduced inbold.

The original book did not have a table of contents. It has been added for the reader's convenience.

The following corrections were applied to the original text:


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