Dreizehntes Kapitel.Die Pest.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,Hat Gewalt vom höchsten Gott,Heut wetzt er das Messer,Es schneidet schon besser,Bald wird er drein schneiden,Wir müssen’s erleiden,Hüte dich, schön’s Blümelein.Altes Lied.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,Hat Gewalt vom höchsten Gott,Heut wetzt er das Messer,Es schneidet schon besser,Bald wird er drein schneiden,Wir müssen’s erleiden,Hüte dich, schön’s Blümelein.Altes Lied.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,Hat Gewalt vom höchsten Gott,Heut wetzt er das Messer,Es schneidet schon besser,Bald wird er drein schneiden,Wir müssen’s erleiden,Hüte dich, schön’s Blümelein.Altes Lied.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat Gewalt vom höchsten Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneidet schon besser,
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssen’s erleiden,
Hüte dich, schön’s Blümelein.
Altes Lied.
Nach vier Wochen hörten wir, daß das kaiserliche Volk zum größten Teil wieder abgezogen, und daß ein großer Teil der Bürgerschaft wieder nach Sommerhausen zurückgekehrt sei; so wollten wir denn auch unserem Gastfreunde nicht länger zur Last liegen und machten uns auf den Heimweg.
Als wir den Steinbach heruntergewandert waren und an den Gottesacker kamen, fanden wir darin etliche Bürger beschäftigt, ein großes Loch zu graben. Die sahen ganz abgemagert und hinfällig aus, und keiner konnte lange arbeiten, sondern wie er den Spaten ein wenig geführt hatte, gab er ihn einem andern in die Hände und fiel wieder um auf den Boden. Da sie unserer ansichtig wurden, hatten sie anfangs eine große Freude, dann aber meinten sie: wir seien zur bösen Stunde gekommen, das abziehende kaiserliche Volk habe eine Seuche hinterlassen: es lägen noch viele kranke Soldaten im Städtlein, auch etliche von der Bürgerschaft habe die Seuche bereits ergriffen, dazu seien keine Lebensmittel mehr im Ort vorhanden, und sie selber könnten sich vor großer Schwachheit kaum mehr auf den Füßen halten. Sie hätten sich zusammengetan, diese Grube zu graben, weil mehrere Tote von dem fremden Volk in denHäusern lägen, der alteMerten Geuder, der Totengräber, sei selber auch gestorben. Wir teilten ein Laiblein Brot mit ihnen, — das verschlangen sie gierig und setzten dann wieder ihre Arbeit fort. Wir aber gingen unserem Hause zu und erfuhren bald, daß die Männer die Wahrheit gesprochen.
Das Kriegsvolk hatte einen noch viel grimmigeren Feind zurückgelassen, die Pest, und als nun fast die ganze Bürgerschaft nach und nach sich wieder eingestellt hatte, schritt sie durch die Gassen des Fleckens, wie weiland der Würgengel durch Ägyptenland. Bald war kein Haus mehr da, in welchem nicht ein Toter lag.
Da hab ich den Tod kennen gelernt in seiner schrecklichsten Gestalt. In meinem Beruf als Kirchendiener hatte ich schon manchen hinbegleitet auf den Gottesacker zu seinem Ruhebett. Da folgten die Hinterbliebenen, oft schwer betrübt, und standen um das Grab mit vielen Tränen. Aber obwohl es oft mein Herz erbarmte, wenn ich die Eltern ansah, die jetzt von ihrem Kinde, oder ein Kindlein, das von seinem Vater oder seiner Mutter Abschied nehmen mußte, kam es mir doch allezeit vor, so oft der Segen Gottes über die Toten abgesprochen wurde, als ob ihr Los ihnen aufs lieblichste gefallen, weil ja aus den Händen der irdischen Liebe in die Hände der himmlischen Liebe hinüberzugehen, kein hartes Geschick ist. Auch fiel mir beim Begräbnis der armen Häckersleute, die ich so manchen Sommertag auf den kahlen Weinbergen im Schweiße ihres Angesichts ihr mühevolles Tagwerk hatte tun sehen, immer der Spruch ein: Sie wird nun nicht mehr hungern und dürsten,es wird auch nicht mehr auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze, denn das Lamm mitten im Stuhle wird sie weiden und leiten zu dem lebendigen Wasserbrunnen! Und das Leichenglöcklein kam mir vor wie die Feierabendglocke, nur daß es nicht, wie diese, der Gemeine, sondern einer einzelnen, ihrer Mühe entbundenen Seele galt.
Bei diesem Sterben aber, das die Pest unter uns brachte, mußte man der Worte gedenken:Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen.Wenn man es mit ansah, wie in einem einzigen Tag der Mensch gesund, krank und tot war, wie Vater, Sohn und Enkel, oder Herr und Knecht oft in einem Hause nebeneinander auf dem Stroh lagen, da konnte man in dem Tod nicht mehr den Boten des Herrn sehen, der, obwohl finstern Angesichts, doch gute Botschaft bringt und dem Taglöhner sagt, daß seine Arbeit aus sei, sondern den Schnitter, der die Sense ansetzt und die Menschen umhaut, wie das Gras auf dem Felde. Auch wurde jetzt nicht mehr über der Stätte der Verwesung Gottes Wort und Verheißung den Hinterbliebenen als ein Trost zuteil, sondern ohne Sang und Klang wurden die Leichen hinausgetragen, und die alle an einem Tag gestorben waren, ineinegroße Grube ohne Sarg und Totenkleid zusammengeworfen, so daß kein Hinterbliebener die Stätte wußte oder bemerken konnte, wo man einen der Seinigen zur Ruhe gebracht.
Was aber das Allerschrecklichste war, auch die Menschen waren wie umgewandelt. Anfangs gab man den Kranken Bibernell zu essen, weil einer in der Luft eine Stimme gehört haben wollte:
„Eßt Bibernell,Sterbt ihr nicht so schnell!“
„Eßt Bibernell,Sterbt ihr nicht so schnell!“
„Eßt Bibernell,Sterbt ihr nicht so schnell!“
„Eßt Bibernell,
Sterbt ihr nicht so schnell!“
Als aber dies auch nicht oder nur wenig helfen wollte, stellten die Angehörigen, so oft einer an der Seuche erkrankte, ihm ein Krüglein Wasser an sein Bett und eilten aus seinerNähe, und sobald er die Augen geschlossen hatte, ward er hinausgeschafft und eingescharrt, und selten war einer der Seinigen zugegen, der auch nur eine Träne um ihn vergossen hätte, ja es kam vor, daß der Vater dem Sohn und der Sohn dem Vater, wenn einer erkrankt war, die letzten Brotkrumen hinwegnahm, weil dem Erkrankten ja doch nicht mehr zu helfen sei.
Viele christliche Tugenden können zutage kommen in Zeiten der Trübsal, aber in welchem Menschen kein Christentum ist, bei dem wird die Selbstsucht offenbar, welche kein göttliches und kein menschliches Gebot mehr achtet. Die da meinen, das Menschenherz seigutvon Natur, die mögen lernen in solchen Zeiten, daß ein wildes Tier nicht grausamer und fühlloser sein kann als der Mensch, der seinen angeborenen Trieben nachgibt, weil ihn die Zucht des heiligen Geistes nicht gezähmt und die Kraft von oben ihn nicht umgewandelt hat.
Der Herr hatte beschlossen, daßmeinHaus auch leer werden sollte: an einem und demselben Morgen wurden mein Weib und meine Töchter, Ottilia und Regina, von der Seuche befallen. Noch bevor es Abend ward, hatte der Heiland die beiden Kindlein zu sich kommen lassen, mein Weib aber litt noch etliche Stunden länger, jedoch ohne mich mehr zu kennen und ohne ein Wort zu reden, außer daß sie etlichemal mit starker Stimme: „Valentin!Valentin!Mein Sohn, mein Sohn!“ rief. Als es aber Mitternacht ward, richtete sie sich plötzlich auf in ihrem Bett, schaute mit gerötetem Antlitz über sich, als ob sie dort jemand gewahre, und rief laut, ihre Arme ausbreitend:
„Nun kommt mein Freund vom Himmel prächtig,Von Gnaden stark, an Wahrheit mächtig,Mein Licht wird hell, mein Stern geht auf!“
„Nun kommt mein Freund vom Himmel prächtig,Von Gnaden stark, an Wahrheit mächtig,Mein Licht wird hell, mein Stern geht auf!“
„Nun kommt mein Freund vom Himmel prächtig,Von Gnaden stark, an Wahrheit mächtig,Mein Licht wird hell, mein Stern geht auf!“
„Nun kommt mein Freund vom Himmel prächtig,
Von Gnaden stark, an Wahrheit mächtig,
Mein Licht wird hell, mein Stern geht auf!“
Dann sank sie in das Kissen zurück und war heimgegangen. —
„Dein Leid, mein Leid,Meine Freud’, deine Freud’,Deine Not, meine Not,Mein Brot, dein Brot,“
„Dein Leid, mein Leid,Meine Freud’, deine Freud’,Deine Not, meine Not,Mein Brot, dein Brot,“
„Dein Leid, mein Leid,Meine Freud’, deine Freud’,Deine Not, meine Not,Mein Brot, dein Brot,“
„Dein Leid, mein Leid,
Meine Freud’, deine Freud’,
Deine Not, meine Not,
Mein Brot, dein Brot,“
so hatt’ ich an unserem Hochzeitstage in ihr Gesangbuch geschrieben: das war unser Ehevertrag gewesen, und treulich haben wir denselben alle beide gehalten, bis nach vierundzwanzig Jahren Gott selber ihn gelöst hat.
Wie mir’s war in jener Nacht, als ich mit meinem Johannes bald an das Bett seiner Mutter, bald an das seiner Geschwister trat, — ich weiß es nicht mehr. Der Herr hatte meine Seele betäubt, daß ich war wie ein im Schlaf Wandelnder. Folgenden Tags grub ich, Hans Ebeling und mein Söhnlein ein Grab aus, hart neben dem Grab des alten Veit, wickelten die Leichname in weißes Linnen und senkten sie ein unter Gebet und Tränen. Als wir damit zu Ende gekommen, brachte unser Nachbar, der Schreiner, ein Kreuz und sprach: „Schulmeister, das ist für Eures Weibes Grab. Mit ihrem gottseligen Wandel hat sie im Leben Christi Lehre geziert in allen Stücken, so soll auch sein Kreuz sie zieren in ihrem Tod!“ Ihm wolle auch der Herr seinen christlichen Liebesdienst lohnen am großen Tage der Vergeltung.
Da ich nun also mein Weib und meine beiden Kinder an der grausamen Seuche verloren hatte, wollte ich wenigstens mein SöhnleinJohanneszu retten suchen, wenn es Gottes Wille wäre, und beschloß, noch am selbigen Tag ihn nach Kitzingen zurückzuschicken, wo ich ihn bei dem Amtskeller, der sich immer noch dort aufhielt, um das Aufhören der Pest abzuwarten, wohl aufgehoben wußte. Ichließ also den Knaben sogleich aufbrechen mit einem Boten, damit er noch vor einbrechender Nacht die Stadt erreiche.
Unter strömendem Regen gab ich ihm das Geleit den Steinbach hinauf. Oben angekommen machten wir unsern Abschied mit kurzen Worten, wandten uns aber beide um und schauten hinunter auf den Kirchhof, der im Tale zu unsern Füßen lag, und weinten. Der Regen hatte jetzt wieder aufgehört, und aus dem trüben Gewölke drangen ein paar Sonnenstrahlen heraus, und siehe! — mit einem Male stand über dem Tal ein schöner, glänzender Regenbogen, der mit dem einen Ende die Wolken berührte, mit dem andern aber in dem Kirchhof und, wie wir deutlich sahen, just auf der Stelle aufstand, wo wir vorhin das Grab gemacht hatten. Mein Söhnlein bemerkte dies zuerst und sprach: „Schaut hin, Vater, dort hat unser Herrgott eine feine Brücke aufgebaut, drauf meine herzliebe Mutter und meine trauten Geschwister hinauf ins lichte Paradies wandeln. O wie wollt’ ich, daß ich gleichfalls diesen Weg schon ginge, wenn nur Ihr auch dabei wäret, Vater!“ — „Wie Gott will, mein Kind, du meiner Augen Trost und Freude!“ erwiderte ich, dann segnete ich ihn und empfahl ihn dem gnädigen Gott und barmherzigen Menschen.
Der Mensch denkt’s und Gott lenkt’s! Der Amtskeller hatte meinen Sohn willig in sein Haus aufgenommen, aber schon nach wenigen Tagen brach die Seuche in Kitzingen auch aus. Ich bekam ein Brieflein von ihm, daß er es bei so bewandten Umständen für besser halte, mein Söhnlein zurückzuschicken, und da der Weg über den Berg mit dem Kriegsvolk belegt sei, wolle er ihn einem Schiffmann mitgeben, der in acht Tagen nach Würzburg fahre und an Sommerhausen vorbeikomme.
Den Brief erhielt ich zu spät, gerade am Morgen desselben Tages, an welchem der Schiffmann vorbeikommen sollte, ging also hinaus an den Main, um das Schiff zu erwarten. Endlich kam es. Ich dachte, mein Kind werde auf dem Verdeck stehen und nach mir ausschauen, — aber ich sah nichts, und da ich nach ihm fragte, führte mich der Schiffmann zu einem Schelch, der an dem Schiff angehängt und mit einem Tuch bedeckt war. Drin sah ich meinen Johannes liegen.
Ich fragte den Schiffmann, ob er schlafe. Aber er schüttelte mit dem Kopf; dann fragte ich, ob er krank sei, worauf er wieder mit dem Kopf schüttelte, bis ich endlich mir nicht länger es verbergen konnte, daß ertotsei. Der Schiffmann erzählte, es sei der Amtskeller seitdem an der Pest gestorben, hätte ihm aber noch vor seinem Tod aufs Herz gebunden, das Kind mit nach Sommerhausen zu seinem Vater zu nehmen. Da nun das Kind gleich nach ihm auch gestorben, hab er sich anfänglich geweigert, es mitzunehmen, der Mann aber, bei dem der Amtskeller gewohnt, habe nicht nachgelassen, bis er es mitgenommen, weil das Kind gar zu beweglich vor seinem Tod gebeten, man möge es doch nach Sommerhausen schaffen, wo es auf dem Kirchhof neben seiner Mutter und Geschwistern begraben sein wolle.
Da nahm ich den Taler, welchen ich aufgespart auf die Zeit, da ich meinen Johannes wieder bei mir haben würde, gab ihn dem Schiffmann und wünschte ihm einen Gotteslohn dafür, daß er meines Söhnleins letzten Wunsch erfüllt, dann nahm ich mein totes Kind auf die Arme und trug es heim in mein Haus. Ich weiß nicht, ob die Leute schon etwas davon erfahren hatten, — die mir begegneten, blieben stehen, redeten mich aber nicht an, sondern zogen ihre Hüte ab und schauten mir nach. Daheim schmückte ich mein Söhnlein, so gut ich konnte, legte ihm sein Psalmbüchlein,das er ganz auswendig konnte, unter die Hände, setzte mich zu seinen Füßen und konnte nicht weinen. Am Abend kam Hans Ebeling mit drei Nachbarn, die huben die Leiche auf, um sie auf den Gottesacker zu tragen. Ich ging hinter dem Sarg drein, auch folgten noch einige Knaben und Mägdlein, die meinen Johannes lieb gehabt, und noch übrig geblieben waren unter dem großen Sterben.
Als er nun an seiner Mutter Seite gelegt, und das Kreuz auf sein Grab gesteckt, und alles vorbei war, da ward mir’s, als ob die Bande zersprängen, die mir bisher die Brust zusammengeschnürt hatten. Aus meinem Herzen brach es siedheiß und lief durch alle meine Adern, aus meinen Augen quoll ein Tränenstrom, und ich fiel auf die Knie und sprach, wie es dort im Buch Baruch geschrieben steht: „Ziehet hin, ihr lieben Kinder, ziehet hin, ich aber bin verlassen und einsam, ich habe mein Freudenkleid ausgezogen und das Trauerkleid angezogen, und will schreien zu dem Ewigen für und für!“
Da trat Hans Ebeling zu mir und sprach: „Fahret fort, Ulrich, fahret fort, denn so heißt’s weiter im Wort des Herrn: ‚Ich hab euch ziehen lassen mit Trauern und Weinen,Gott aber wird euch mir wiedergeben mit Wonne und Freude ewiglich.‘“ Dann deutete er mit der Hand gen Himmel und rief: „Schauet dahinauf, lieber Bruder, und nicht bloß dahinunter! ‚Deine Toten werden leben, spricht der Herr.‘“ — Er redete noch viel mit mir auf dem Heimweg, und sein Wort hat mich wunderbar getröstet, wiewohl er nur ein geringer und einfältiger Mann war. Ich habe es wohl auch gewußt, was er mir vorhielt, aber wenn der Nächste das Trostwort uns darreicht, geht’s uns besser ein. Es ist der Mensch wie ein Kind, dem das Brot aus dem Nachbarhausbesser schmeckt als das eigene, ob’s wohl aus demselben Korne gemahlen und von demselben Meister bereitet ist.
Ich habe nun mich wohl auch gesehnt, abzuscheiden und bei Christo zu sein, aber dann dachte ich wieder, daß der Herr vielleicht mich aus großer Güte am Leben lasse um Valentins, des verlorenen Sohnes willen, und so wollt ich in Geduld und Warten meine Sache ihm anheimstellen. Von je an habe ich einen besonderen Trost darin gefunden, Gott zuweilen mit einem geistlichen Liede zu ehren und hierin — freilich mit großer Schwachheit — dem König David nachzuahmen, der auch in Psalm und Saitenspiel seine Freude und sein Trauern Gott darzubringen pflegte. So hab ich auch in jenen Tagen die Trauer- und Trostgedanken meines Vaterherzens in einigen einfältigen Zeilen ausgedrückt, die ich dem geneigten Leser hiehersetzen will.
Es ist zu viel!Mein Gott, wie kann ich es ertragen!Mit Weib und Töchtern und dem SohnEilst du in Einem Jahr davon.Das heißet vierfach hart geschlagen.So blieb ich deiner Pfeile Ziel?Es ist zu viel!Herr, wie du willst!Soll ich noch mehr zum Kreuz mich schmiegenUnd andrer Fäll’ gewärtig sein,Wohlan, ich gebe mich darein.Ich will in Staub und Asche liegen,Bis deiner Plagen Maß erfüllt.Herr, wie du willst!Gib nur Geduld!Und zünd in dem betrübten HerzenDes Trostes helle Kerzen an,Denn was mich noch erfreuen kannBei so viel überhäuften Schmerzen,Ist einzig deine Vaterhuld.Gib nur Geduld!Du meinst es gut,Auch wenn du mich mit Wermut speisestUnd aus dem Taumelkelche tränkst,Denn dein Gebrauch ist, wenn du kränkst,Daß du den Weg zum Himmel weisest.Dies stärket wieder meinen Mut:Du meinst es gut!Mein liebstes KindWar auch ein Gut, von dir erborget,Drum geb ich es jetzt willig ab,Weil ich nicht Macht dawider hab,Und denk: wie wohl ist es versorget,Befreit von Kreuz, Tod, Höll’ und Sünd’,Mein liebstes Kind.Nun gute Nacht,Ihr heiß von mir geliebten Seelen!Lebt wohl in jenem Vaterland,Darin euch lauter Lust bekannt,Und glaubt, mich soll’s nun nicht mehr quälen,Daß ihr so schnell den Lauf vollbracht,Nun gute Nacht!Ich folge nach,Wenn es dem höchsten Gott gefället,Da werdet nach der TraurigkeitIn unzerstörter HerrlichkeitIhr wiederum mir zugestellet,Und hiemit end’t sich meine Klag’,Ich folge nach!
Es ist zu viel!Mein Gott, wie kann ich es ertragen!Mit Weib und Töchtern und dem SohnEilst du in Einem Jahr davon.Das heißet vierfach hart geschlagen.So blieb ich deiner Pfeile Ziel?Es ist zu viel!Herr, wie du willst!Soll ich noch mehr zum Kreuz mich schmiegenUnd andrer Fäll’ gewärtig sein,Wohlan, ich gebe mich darein.Ich will in Staub und Asche liegen,Bis deiner Plagen Maß erfüllt.Herr, wie du willst!Gib nur Geduld!Und zünd in dem betrübten HerzenDes Trostes helle Kerzen an,Denn was mich noch erfreuen kannBei so viel überhäuften Schmerzen,Ist einzig deine Vaterhuld.Gib nur Geduld!Du meinst es gut,Auch wenn du mich mit Wermut speisestUnd aus dem Taumelkelche tränkst,Denn dein Gebrauch ist, wenn du kränkst,Daß du den Weg zum Himmel weisest.Dies stärket wieder meinen Mut:Du meinst es gut!Mein liebstes KindWar auch ein Gut, von dir erborget,Drum geb ich es jetzt willig ab,Weil ich nicht Macht dawider hab,Und denk: wie wohl ist es versorget,Befreit von Kreuz, Tod, Höll’ und Sünd’,Mein liebstes Kind.Nun gute Nacht,Ihr heiß von mir geliebten Seelen!Lebt wohl in jenem Vaterland,Darin euch lauter Lust bekannt,Und glaubt, mich soll’s nun nicht mehr quälen,Daß ihr so schnell den Lauf vollbracht,Nun gute Nacht!Ich folge nach,Wenn es dem höchsten Gott gefället,Da werdet nach der TraurigkeitIn unzerstörter HerrlichkeitIhr wiederum mir zugestellet,Und hiemit end’t sich meine Klag’,Ich folge nach!
Es ist zu viel!Mein Gott, wie kann ich es ertragen!Mit Weib und Töchtern und dem SohnEilst du in Einem Jahr davon.Das heißet vierfach hart geschlagen.So blieb ich deiner Pfeile Ziel?Es ist zu viel!
Es ist zu viel!
Mein Gott, wie kann ich es ertragen!
Mit Weib und Töchtern und dem Sohn
Eilst du in Einem Jahr davon.
Das heißet vierfach hart geschlagen.
So blieb ich deiner Pfeile Ziel?
Es ist zu viel!
Herr, wie du willst!Soll ich noch mehr zum Kreuz mich schmiegenUnd andrer Fäll’ gewärtig sein,Wohlan, ich gebe mich darein.Ich will in Staub und Asche liegen,Bis deiner Plagen Maß erfüllt.Herr, wie du willst!
Herr, wie du willst!
Soll ich noch mehr zum Kreuz mich schmiegen
Und andrer Fäll’ gewärtig sein,
Wohlan, ich gebe mich darein.
Ich will in Staub und Asche liegen,
Bis deiner Plagen Maß erfüllt.
Herr, wie du willst!
Gib nur Geduld!Und zünd in dem betrübten HerzenDes Trostes helle Kerzen an,Denn was mich noch erfreuen kannBei so viel überhäuften Schmerzen,Ist einzig deine Vaterhuld.Gib nur Geduld!
Gib nur Geduld!
Und zünd in dem betrübten Herzen
Des Trostes helle Kerzen an,
Denn was mich noch erfreuen kann
Bei so viel überhäuften Schmerzen,
Ist einzig deine Vaterhuld.
Gib nur Geduld!
Du meinst es gut,Auch wenn du mich mit Wermut speisestUnd aus dem Taumelkelche tränkst,Denn dein Gebrauch ist, wenn du kränkst,Daß du den Weg zum Himmel weisest.Dies stärket wieder meinen Mut:Du meinst es gut!
Du meinst es gut,
Auch wenn du mich mit Wermut speisest
Und aus dem Taumelkelche tränkst,
Denn dein Gebrauch ist, wenn du kränkst,
Daß du den Weg zum Himmel weisest.
Dies stärket wieder meinen Mut:
Du meinst es gut!
Mein liebstes KindWar auch ein Gut, von dir erborget,Drum geb ich es jetzt willig ab,Weil ich nicht Macht dawider hab,Und denk: wie wohl ist es versorget,Befreit von Kreuz, Tod, Höll’ und Sünd’,Mein liebstes Kind.
Mein liebstes Kind
War auch ein Gut, von dir erborget,
Drum geb ich es jetzt willig ab,
Weil ich nicht Macht dawider hab,
Und denk: wie wohl ist es versorget,
Befreit von Kreuz, Tod, Höll’ und Sünd’,
Mein liebstes Kind.
Nun gute Nacht,Ihr heiß von mir geliebten Seelen!Lebt wohl in jenem Vaterland,Darin euch lauter Lust bekannt,Und glaubt, mich soll’s nun nicht mehr quälen,Daß ihr so schnell den Lauf vollbracht,Nun gute Nacht!
Nun gute Nacht,
Ihr heiß von mir geliebten Seelen!
Lebt wohl in jenem Vaterland,
Darin euch lauter Lust bekannt,
Und glaubt, mich soll’s nun nicht mehr quälen,
Daß ihr so schnell den Lauf vollbracht,
Nun gute Nacht!
Ich folge nach,Wenn es dem höchsten Gott gefället,Da werdet nach der TraurigkeitIn unzerstörter HerrlichkeitIhr wiederum mir zugestellet,Und hiemit end’t sich meine Klag’,Ich folge nach!
Ich folge nach,
Wenn es dem höchsten Gott gefället,
Da werdet nach der Traurigkeit
In unzerstörter Herrlichkeit
Ihr wiederum mir zugestellet,
Und hiemit end’t sich meine Klag’,
Ich folge nach!
Amen, Amen! Ja, ja, es soll also geschehen!