Auch am anderen Morgen war noch kein Brief aus Berlin da.
Auch am anderen Morgen war noch kein Brief aus Berlin da.
„Gesegnete Post!“ sagte Olga. „Sie kommt hier nur einmal am Tage.“
Mette schüttelte den Kopf. „Ich versteh’ dich nicht. Ich hab’ erst die richtige Ruhe, wenn Antwort da ist. So sitzt man ja doch immer auf demqui viveoder dem Pulverfaß oder ähnlichem! Wenn wir wissen, woran wir sind, können wir uns danach richten. Ich muß dann eventuell an den Rechtsanwalt schreiben, der der Testamentsvollstrecker meiner Großmutter war. Der wird mir sicher eine Summe vorschießen, von der wir das halbe Jahr leben können, bis ich mündig bin. Aber ich wollte, ich hätte alle diese Dinge schon hinter mir.“
Olga spielte mit den Fransen der Tischdecke und lächelte.
„Warum lächelst du so?“ fragte Mette.
„Weil du so weitgehende Pläne machst. Dein Vater wird schreiben: ‚Komm!‘ Und dann wirst du kommen.“
„Du weißt ganz genau, daß das ausgeschlossen ist!“ sagte Mette fast zornig.
Olga stand mit einem Ruck auf und ging ans Fenster.
„Vielleicht schick’ ich dich auch!“ sagte sie hart. – – –