Idylle

Idylle

Nach einem antiken Vasenbild:Zentaur mit verwundeter Frau am Randeines Flusses.

Der Schauplatz im Böcklinschen Stil. Eine offene Dorfschmiede. Dahinter das Haus, im Hintergrunde ein Fluß. Der Schmied an der Arbeit, sein Weib müßig an die Türe gelehnt, die von der Schmiede ins Haus führt. Auf dem Boden spielt ein blondes kleines Kind mit einer zahmen Krabbe. In einer Nische ein Weinschlauch, ein paar frische Feigen und Melonenschalen.

Der Schmied

Wohin verlieren dir die sinnenden Gedanken sich,Indes du schweigend mir das Werk, feindselig fast,Mit solchen Lippen, leise zuckenden, beschaust?

Wohin verlieren dir die sinnenden Gedanken sich,

Indes du schweigend mir das Werk, feindselig fast,

Mit solchen Lippen, leise zuckenden, beschaust?

Die Frau

Im blütenweißen, kleinen Garten saß ich oft,Den Blick aufs väterliche Handwerk hingewandt,Das nette Werk des Töpfers: wie der Scheibe da,Der surrenden im Kreis, die edle Form entstieg,Im stillen Werden einer zarten Blume gleich,Mit kühlem Glanz des Elfenbeins. Darauf erschufDer Vater Henkel, mit Akanthusblatt geziert,Und ein Akanthus-, ein Olivenkranz wohl auchUmlief als dunkelroter Schmuck des Kruges Rand.Den schönen Körper dann belebte er mit ReigenkranzDer Horen, der vorüberschwebend lebenspendenden.Er schuf, gestreckt auf königliche Ruhebank,Der Phädra wundervollen Leib, von Sehnsucht matt,Und drüber flatternd Eros, der mit süßer Qual die Glieder füllt.Gewaltgen Krügen liebte er ein BacchusfestZum Schmuck zu geben, wo der PurpurtraubensaftAufsprühte unter der Mänade nacktem FußUnd fliegend Haar und Thyrsusschwung die Luft erfüllt.Auf Totenurnen war Persephoneias hohes Bild,Die mit den seelenlosen, roten Augen schautUnd, Blumen des Vergessens, Mohn, im heiligen Haar,Das lebenfremde, asphodelische Gefilde tritt.Des Redens wär kein Ende, zählt ich alle auf,Die göttlichen, an deren schönem Leben ich– Zum zweiten Male lebend, was gebildet war –,An deren Gram und Haß und LiebeslustUnd wechselndem Erlebnis jeder ArtIch also Anteil hatte, ich, ein Kind,Die mir mit halbverstandener Gefühle HauchAnrührten meiner Seele tiefstes Saitenspiel,Daß mir zuweilen war, als hätte ich im SchlafDie stets verborgenen Mysterien durchirrtVon Lust und Leid, Erkennende mit wachem Aug,Davon, an dieses Sonnenlicht zurückgekehrt,Mir mahnendes Gedenken andern Lebens bleibtUnd eine Fremde, Ausgeschloßne aus mir machtIn dieser nährenden, lebendgen Luft der Welt.

Im blütenweißen, kleinen Garten saß ich oft,

Den Blick aufs väterliche Handwerk hingewandt,

Das nette Werk des Töpfers: wie der Scheibe da,

Der surrenden im Kreis, die edle Form entstieg,

Im stillen Werden einer zarten Blume gleich,

Mit kühlem Glanz des Elfenbeins. Darauf erschuf

Der Vater Henkel, mit Akanthusblatt geziert,

Und ein Akanthus-, ein Olivenkranz wohl auch

Umlief als dunkelroter Schmuck des Kruges Rand.

Den schönen Körper dann belebte er mit Reigenkranz

Der Horen, der vorüberschwebend lebenspendenden.

Er schuf, gestreckt auf königliche Ruhebank,

Der Phädra wundervollen Leib, von Sehnsucht matt,

Und drüber flatternd Eros, der mit süßer Qual die Glieder füllt.

Gewaltgen Krügen liebte er ein Bacchusfest

Zum Schmuck zu geben, wo der Purpurtraubensaft

Aufsprühte unter der Mänade nacktem Fuß

Und fliegend Haar und Thyrsusschwung die Luft erfüllt.

Auf Totenurnen war Persephoneias hohes Bild,

Die mit den seelenlosen, roten Augen schaut

Und, Blumen des Vergessens, Mohn, im heiligen Haar,

Das lebenfremde, asphodelische Gefilde tritt.

Des Redens wär kein Ende, zählt ich alle auf,

Die göttlichen, an deren schönem Leben ich

– Zum zweiten Male lebend, was gebildet war –,

An deren Gram und Haß und Liebeslust

Und wechselndem Erlebnis jeder Art

Ich also Anteil hatte, ich, ein Kind,

Die mir mit halbverstandener Gefühle Hauch

Anrührten meiner Seele tiefstes Saitenspiel,

Daß mir zuweilen war, als hätte ich im Schlaf

Die stets verborgenen Mysterien durchirrt

Von Lust und Leid, Erkennende mit wachem Aug,

Davon, an dieses Sonnenlicht zurückgekehrt,

Mir mahnendes Gedenken andern Lebens bleibt

Und eine Fremde, Ausgeschloßne aus mir macht

In dieser nährenden, lebendgen Luft der Welt.

Der Schmied

Den Sinn des Seins verwirrte allzu vieler MüßiggangDem schön gesinnten, gern verträumten Kind, mich dünkt.Und jene Ehrfurcht fehlte, die zu trennen weiß,Was Göttern ziemt, was Menschen! Wie Semele dies,Die töricht fordernde, vergehend erst begriff.Des Gatten Handwerk lerne heilig halten du,Das aus des mütterlichen Grundes Eingeweiden stammtUnd, sich die hundertarmig Ungebändigte,Die Flamme, unterwerfend, klug und kraftvoll wirkt.

Den Sinn des Seins verwirrte allzu vieler Müßiggang

Dem schön gesinnten, gern verträumten Kind, mich dünkt.

Und jene Ehrfurcht fehlte, die zu trennen weiß,

Was Göttern ziemt, was Menschen! Wie Semele dies,

Die töricht fordernde, vergehend erst begriff.

Des Gatten Handwerk lerne heilig halten du,

Das aus des mütterlichen Grundes Eingeweiden stammt

Und, sich die hundertarmig Ungebändigte,

Die Flamme, unterwerfend, klug und kraftvoll wirkt.

Die Frau

Die Flamme anzusehen, lockts mich immer neu,Die wechselnde, mit heißem Hauch berauschende.

Die Flamme anzusehen, lockts mich immer neu,

Die wechselnde, mit heißem Hauch berauschende.

Der Schmied

Vielmehr erfreue Anblick dich des Werks!Die Waffen sieh, der Pflugschar heilige Härte auch,Und dieses Beil, das wilde Bäume uns zur Hütte fügt.So schafft der Schmied, was alles andre schaffen soll.Wo duftig aufgeworfne Scholle Samen trinktUnd gelbes Korn der Sichel dann entgegenquillt,Wo zwischen stillen Stämmen nach dem scheuen WildDer Pfeil hinschwirrt und tödlich in den Nacken schlägt,Wo harter Huf von Rossen staubaufwirbelnd dröhntUnd rasche Räder rollen zwischen Stadt und Stadt,Wo der gewaltig klirrende, der MännerstreitDie hohe liederwerte Männlichkeit enthüllt:Da wirk ich fort und halt umwunden so die WeltMit starken Spuren meines Tuens, weil es tüchtig ist.

Vielmehr erfreue Anblick dich des Werks!

Die Waffen sieh, der Pflugschar heilige Härte auch,

Und dieses Beil, das wilde Bäume uns zur Hütte fügt.

So schafft der Schmied, was alles andre schaffen soll.

Wo duftig aufgeworfne Scholle Samen trinkt

Und gelbes Korn der Sichel dann entgegenquillt,

Wo zwischen stillen Stämmen nach dem scheuen Wild

Der Pfeil hinschwirrt und tödlich in den Nacken schlägt,

Wo harter Huf von Rossen staubaufwirbelnd dröhnt

Und rasche Räder rollen zwischen Stadt und Stadt,

Wo der gewaltig klirrende, der Männerstreit

Die hohe liederwerte Männlichkeit enthüllt:

Da wirk ich fort und halt umwunden so die Welt

Mit starken Spuren meines Tuens, weil es tüchtig ist.

Pause.

Die Frau

Zentauren seh ich einen nahen, Jüngling noch,Ein schöner Gott mir scheinend, wenn auch halb ein Tier,Und aus dem Hain, entlang dem Ufer, traben her.

Zentauren seh ich einen nahen, Jüngling noch,

Ein schöner Gott mir scheinend, wenn auch halb ein Tier,

Und aus dem Hain, entlang dem Ufer, traben her.

Der Zentaur

einen Speer in der Hand, den er dem Schmied hinhält

Find ich dem stumpfgewordnen Speere Heilung hierUnd neue Spitze der geschwungnen Wucht? Verkünd!

Find ich dem stumpfgewordnen Speere Heilung hier

Und neue Spitze der geschwungnen Wucht? Verkünd!

Der Schmied

Ob deinesgleichen auch, dich selber sah ich nie.

Ob deinesgleichen auch, dich selber sah ich nie.

Der Zentaur

Zum ersten Male lockte mir den LaufNach eurem Dorf Bedürfnis, das du kennst.

Zum ersten Male lockte mir den Lauf

Nach eurem Dorf Bedürfnis, das du kennst.

Der Schmied

Ihm sollIn kurzem abgeholfen sein. Indes erzählstDu, wenn du dir den Dank der Frau verdienen willst,Von fremden Wundern, die du wohl gesehn, wovonHieher nicht Kunde dringt, wenn nicht ein Wandrer kommt.

Ihm soll

In kurzem abgeholfen sein. Indes erzählst

Du, wenn du dir den Dank der Frau verdienen willst,

Von fremden Wundern, die du wohl gesehn, wovon

Hieher nicht Kunde dringt, wenn nicht ein Wandrer kommt.

Die Frau

Ich reiche dir zuerst den vollen Schlauch: er istMit kühlem, säuerlichem Apfelwein gefüllt,Denn andrer ist uns nicht. Das nächste Dürsten stilltWohl etwa weit von hier aus beßrer Schale dirMit heißerm Safte eine schönre Frau als ich.

Ich reiche dir zuerst den vollen Schlauch: er ist

Mit kühlem, säuerlichem Apfelwein gefüllt,

Denn andrer ist uns nicht. Das nächste Dürsten stillt

Wohl etwa weit von hier aus beßrer Schale dir

Mit heißerm Safte eine schönre Frau als ich.

Sie hat den Wein aus dem Schlauch in eine irdene Trinkschale gegossen, die er langsam schlürft.

Der Zentaur

Die allgemeinen Straßen zog ich nicht und miedDer Hafenplätze vielvermengendes Gewühl,Wo einer leicht von Schiffern bunte Mär erfährt.Die öden Heiden wählte ich zum Tagesweg,Flamingos nur und schwarze Stiere störend auf,Und stampfte nachts das Heidekraut dahin im Duft,Das hyazinthne Dunkel über mir.Zuweilen kam ich wandernd einem Hain vorbei,Wo sich, zu flüchtig eigensinnger Lust gewillt,Aus einem Schwarme von Najaden eine mirFür eine Strecke Wegs gesellte, die ich dannAn einen jungen Satyr wiederum verlor,Der syrinxblasend, lockend wo am Wege saß.

Die allgemeinen Straßen zog ich nicht und mied

Der Hafenplätze vielvermengendes Gewühl,

Wo einer leicht von Schiffern bunte Mär erfährt.

Die öden Heiden wählte ich zum Tagesweg,

Flamingos nur und schwarze Stiere störend auf,

Und stampfte nachts das Heidekraut dahin im Duft,

Das hyazinthne Dunkel über mir.

Zuweilen kam ich wandernd einem Hain vorbei,

Wo sich, zu flüchtig eigensinnger Lust gewillt,

Aus einem Schwarme von Najaden eine mir

Für eine Strecke Wegs gesellte, die ich dann

An einen jungen Satyr wiederum verlor,

Der syrinxblasend, lockend wo am Wege saß.

Die Frau

Unsäglich reizend dünkt dies Ungebundne mir.

Unsäglich reizend dünkt dies Ungebundne mir.

Der Schmied

Die Waldgebornen kennen Scham und Treue nicht,Die erst das Haus verlangen und bewahren lehrt.

Die Waldgebornen kennen Scham und Treue nicht,

Die erst das Haus verlangen und bewahren lehrt.

Die Frau

Ward dir, dem Flötenspiel des Pan zu lauschen? Sag!

Ward dir, dem Flötenspiel des Pan zu lauschen? Sag!

Der Zentaur

In einem stillen Kesseltal ward mirs beschert.Da wogte mit dem schwülen Abendwind herabVom Rand der Felsen rätselhaftestes Getön,So tief aufwühlend wie vereinter DrangVon allem Tiefsten, was die Seele je durchbebt,Als flög mein Ich im Wirbel fortgerissen mirDurch tausendfach verschiedne Trunkenheit hindurch.

In einem stillen Kesseltal ward mirs beschert.

Da wogte mit dem schwülen Abendwind herab

Vom Rand der Felsen rätselhaftestes Getön,

So tief aufwühlend wie vereinter Drang

Von allem Tiefsten, was die Seele je durchbebt,

Als flög mein Ich im Wirbel fortgerissen mir

Durch tausendfach verschiedne Trunkenheit hindurch.

Der Schmied

Verbotenes laß lieber unberedet sein!

Verbotenes laß lieber unberedet sein!

Die Frau

Laß immerhin, was regt die Seele schöner auf?

Laß immerhin, was regt die Seele schöner auf?

Der Schmied

Das Leben zeitigt selbst den höhern Herzensschlag,Wie reife Frucht vom Zweige sich erfreulich löst.Und nicht zu andern Schauern sind geboren wir,Als uns das Schicksal über unsre Lebenswelle haucht.

Das Leben zeitigt selbst den höhern Herzensschlag,

Wie reife Frucht vom Zweige sich erfreulich löst.

Und nicht zu andern Schauern sind geboren wir,

Als uns das Schicksal über unsre Lebenswelle haucht.

Der Zentaur

So blieb die wunderbare Kunst dir unbekannt,Die Götter üben: unter Menschen Mensch,Zu andern Zeiten aufzugehn im Sturmeshauch,Und ein Delphin zu plätschern wiederum im NaßUnd ätherkreisend einzusaugen Adlerlust?Du kennst, mich dünkt, nur wenig von der Welt, mein Freund.

So blieb die wunderbare Kunst dir unbekannt,

Die Götter üben: unter Menschen Mensch,

Zu andern Zeiten aufzugehn im Sturmeshauch,

Und ein Delphin zu plätschern wiederum im Naß

Und ätherkreisend einzusaugen Adlerlust?

Du kennst, mich dünkt, nur wenig von der Welt, mein Freund.

Der Schmied

Die ganze kenn ich, kennend meinen Kreis,Maßloses nicht verlangend, noch begierig ich,Die flüchtge Flut zu ballen in der hohlen Hand.Den Bach, der deine Wiege schaukelte, erkennen lern,Den Nachbarbaum, der dir die Früchte an der Sonne reiftUnd dufterfüllten lauen Schatten niedergießt,Das kühle grüne Gras, es trats dein Fuß als Kind.Die alten Eltern tratens, leise frierende,Und die Geliebte trats, da quollen duftend aufDie Veilchen, schmiegend unter ihre Sohlen sich;Das Haus begreif, in dem du lebst und sterben sollst,Und dann, ein Wirkender, begreif dich selber ehrfurchtsvoll,An diesen hast du mehr, als du erfassen kannst –Den Wanderliebenden, ich halt ihn länger nicht, alleinDer letzten Glättung noch bedarfs, die Feile fehlt,Ich finde sie und schaffe dir das letzte noch.

Die ganze kenn ich, kennend meinen Kreis,

Maßloses nicht verlangend, noch begierig ich,

Die flüchtge Flut zu ballen in der hohlen Hand.

Den Bach, der deine Wiege schaukelte, erkennen lern,

Den Nachbarbaum, der dir die Früchte an der Sonne reift

Und dufterfüllten lauen Schatten niedergießt,

Das kühle grüne Gras, es trats dein Fuß als Kind.

Die alten Eltern tratens, leise frierende,

Und die Geliebte trats, da quollen duftend auf

Die Veilchen, schmiegend unter ihre Sohlen sich;

Das Haus begreif, in dem du lebst und sterben sollst,

Und dann, ein Wirkender, begreif dich selber ehrfurchtsvoll,

An diesen hast du mehr, als du erfassen kannst –

Den Wanderliebenden, ich halt ihn länger nicht, allein

Der letzten Glättung noch bedarfs, die Feile fehlt,

Ich finde sie und schaffe dir das letzte noch.

Er geht ins Haus.

Die Frau

Dich führt wohl nimmermehr der Weg hieher zurück.Hinstampfend durch die hyazinthne Nacht, berauscht,Vergissest meiner du am Wege, fürcht ich, bald,Die deiner, fürcht ich, nicht so bald vergessen kann.

Dich führt wohl nimmermehr der Weg hieher zurück.

Hinstampfend durch die hyazinthne Nacht, berauscht,

Vergissest meiner du am Wege, fürcht ich, bald,

Die deiner, fürcht ich, nicht so bald vergessen kann.

Der Zentaur

Du irrst: verdammt von dir zu scheiden, wärs,Als schlügen sich die Gitter dröhnend hinter mirVon aller Liebe dufterfülltem Garten zu.Doch kommst du, wie ich meine, mir Gefährtin mit,So trag ich solchen hohen Reiz als Beute fort,Wie nie die hohe Aphrodite ausgegossen hat,Die allbelebende, auf Meer und wilde Flut.

Du irrst: verdammt von dir zu scheiden, wärs,

Als schlügen sich die Gitter dröhnend hinter mir

Von aller Liebe dufterfülltem Garten zu.

Doch kommst du, wie ich meine, mir Gefährtin mit,

So trag ich solchen hohen Reiz als Beute fort,

Wie nie die hohe Aphrodite ausgegossen hat,

Die allbelebende, auf Meer und wilde Flut.

Die Frau

Wie könnt ich Gatten, Haus und Kind verlassen hier?

Wie könnt ich Gatten, Haus und Kind verlassen hier?

Der Zentaur

Was sorgst du lang, um was du schnell vergessen hast?

Was sorgst du lang, um was du schnell vergessen hast?

Die Frau

Er kommt zurück, und schnell zerronnen ist der Traum!

Er kommt zurück, und schnell zerronnen ist der Traum!

Der Zentaur

Mit nichten, da doch Lust und Weg noch offen steht.Mit festen Fingern greif mir ins Gelock und klammre dich,Am Rücken ruhend, mir an Arm und Nacken an!

Mit nichten, da doch Lust und Weg noch offen steht.

Mit festen Fingern greif mir ins Gelock und klammre dich,

Am Rücken ruhend, mir an Arm und Nacken an!

Sie schwingt sich auf seinen Rücken, und er stürmt hell schreiend zum Fluß hinunter, das Kind erschrickt und bricht in klägliches Weinen aus. Der Schmied tritt aus dem Haus. Eben stürzt sich der Zentaur in das aufrauschende Wasser des Flusses. Sein bronzener Oberkörper und die Gestalt der Frau zeichnen sich scharf auf der abendlich vergoldeten Wasserfläche ab. Der Schmied wird sie gewahr; in der Hand den Speer des Zentauren, läuft er ans Ufer hinab und schleudert, weit vorgebeugt, den Speer, der mit zitterndem Schaft einen Augenblick im Rücken der Frau stecken bleibt, bis diese mit einem gellenden Schrei die Locken des Zentauren fahren läßt und mit ausgebreiteten Armen rücklings ins Wasser stürzt. Der Zentaur fängt die Sterbende in seinen Armen auf und trägt sie hocherhoben stromabwärts, dem andern Ufer zuschwimmend.


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