Fig. 142. Schwimmdock bei Steinwärder.
Fig. 142. Schwimmdock bei Steinwärder.
Trockendocks anderer Art sind dieSchwimmdocks; die neuere Technik erbaut dieselben ganz aus Eisen. Boden und Seitenwände enthalten zellenförmig angelegte wasserdichte Abteilungen; die Querwände fehlen ganz.Um ein Schiff einzubringen, wird das Dock versenkt, indem man die entsprechende Anzahl Zellen sich mit Wasser füllen läßt. Ist das Schiff im Dock, so pumpt man das Wasser durch das aus einer Längswand aufgestellte Schöpfwerk aus und verholt unter Umständen den ganzen schwimmenden Apparat nach der zur Vornahme der Bauarbeiten bestimmten Stelle.
Sonstige Trockendocks sind noch diehydraulischenund dieRostdocks.
Auf dem Kontinente hat in jüngster Zeit besondersAntwerpengewaltige Summen für die Verbesserung seiner Hafenanlagen aufgewendet. Die Gesamtausgabe für die neuen Quaibauten an der Schelde betrug nicht weniger als 80 Mill. Frcs.
Bedeutende Hafenbauten werden gegenwärtig auch in den beiden wichtigsten deutschen Seehandelsplätzen ausgeführt: inBremenundHamburg.
Bremen(Stadt) sah entsprechend der alten Fahrwassertiefe der Unterweser (5–6 Fuß) bis vor wenigen Jahren fast nur leichtere Fahrzeuge. Der Seeverkehr konzentrierte sich fast ganz in den Unterweserhäfen und war an der Stadt äußerst winzig; dem entsprechend waren auch die Lösch- und Ladevorrichtungen ganz primitiv. Bis noch vor einem Jahrzehnt fand eine Verbindung zwischen Schiff und Eisenbahn nur am Weserbahnhof statt. Später kam dann der „Sicherheitshafen“ hinzu, ein sehr kleines, aber mit Schuppen, Schienen, Dampfkraft, Getreide-Elevatoren, Gaskränenu. s. w.gut ausgestattetes offenes Bassin, das 450 m Ladequai hat. Zur Zeit aber wird der sogen. „Freihafen“ gebaut, der nach Umfang und Tiefe geeignet ist, dem Schiffsverkehr zu dienen, wie er sich nach Vollendung der Weserkorrektion gestalten wird. Er ist ebenfalls offen, 1850 m lang, 120 m breit und 6½ m unter Null tief. Diese Tiefe reicht für Schiffe von 5 m, kann aber noch um 1 m vermehrt werden. Die Wasserfläche des Freihafens beträgt 22 ha, die Landfläche 68 ha. Die Quaimauer erhält eine Länge von 3750 m; Schienenstränge für Eisenbahn (zwei) und hydraulische Laufkräne liegen am Ufer; hinter ihnen befinden sich 40 m breite Schuppen, dann eine Straße mit Schienen, dann Speicher, dann wieder Schienen. Alle Fußböden haben Perronhöhe. Die Kraftleistung von Kränen, Winden, Drehscheiben und Spillen geht von einer hydraulischen Centralleitung aus.
Hamburghatte bis vor wenigen Jahrzehnten seine Seeschiffe sämtlich auf dem offenen Strom liegen; von dort holten die Schuten die Waren ab, um sie vor die an den Fleeten liegenden Speicher zu bringen. Die ersten eigentlichen Häfen im modernen Sinn hat es vor 20 Jahren in dem Sandthorhafen und dem Grasbrokhafen erbaut; jener ist 1030 m lang und in der Mitte ca. 100 m breit; dieser ist an seiner längsten Seite 880 m lang. Beide Häfen sind ohne Schleusen. Die Rückseite der Landzunge, die den Grasbrokhafen bildet (der Strandhafen), ist ebenfalls Ladequai, so daß die ganze Quailänge dieses Hafenkomplexes 4113 m beträgt. In diesen mäßig großen, aber vorzüglich ausgestatteten Häfen liegen vorzugsweise die Dampfer der großen Fahrt. An den Quais liegen zunächst verschiedene Eisenbahngeleise, sowie Schienen für fahrbare Dampfkräne, die hier zahlreich aufgestellt sind. Sodann kommen Durchgangsschuppen, hinter welchen abermals zahlreiche Schienenstränge liegen. Am linken Elbe-Ufer liegt sodann der Petroleumhafen, ein ca. 500 m langes, offenes, nur mit einer Spuntwand eingeschlossenes Bassin, ohne Eisenbahnverbindung.
Durch den Eintritt Hamburgs in das Zollgebiet des Deutschen Reichs werden indes diebisherigenHafenverhältnisse gänzlich umgestaltet. Der oberhalb des Grasbrokhafens gelegene Baakenhafen wird in einen tiefen Hafen für überseeische Dampfer verwandelt. Auch dieser 1200 m lange Hafen wird offen bleiben. An beiden Seiten wird er eine Reihe Durchgangsschuppen und eine Anzahl Schienenstränge erhalten. Außerdem wird die Stromseite der den Hafen bildenden Landzunge mit Quaimauern versehen, so daß die Gesamtquailänge hier auf 4000 m geschätzt wird. Gegenüber, am linken Ufer, wird, abgesehen von dem Oberländerhafen für Fluß- und Kanalschiffe, der ebenfalls offene Segelschiffhafen mit ca. 3100 m Quaimauern, mit Schuppen und Schienensträngen ausgestattet werden. Das sind also 7100 m neue Quais zu den 4000 m alten, im ganzen also 11100 m, ausschließlich des Petroleumhafens, der Häfen für oberländische Schiffe und des alten Schiffslagers auf dem offenen Strom, betreffs dessen es allerdings fraglich ist, ob es noch fernerhin benutzt werden kann.
Die Kosten dieser Umgestaltung, einschließlich der im übrigen Freigebiet gebauten Speicher, werden auf nicht weniger als ca. 106 Mill. M. geschätzt. Dafür wird aber der Hafen von Hamburg nach Vollendung dieser Bauten auch einer der besteingerichteten und schönsten der Welt sein.
In der That großartig und staunenerregend sind die Fortschritte, welche Wissenschaft und Technik auf dem Gebiete des Seewesens in neuester Zeit gemacht haben. Und gleichwohl gelten noch immer, wie sogleich das nächste Kapitel des nähern zeigen wird, die ergreifenden Worte des englischen Dichters:
Wog, Ocean, du dunkelblauer, wog!Zehntausend Kiele furchen dich vergebens!Wohl zwang der Mensch die Erde in sein Joch,Du aber bist die Grenze seines Strebens.Er nennt sich stolz den mächt’gen Herrn der Welt,Doch sieht an dir er seine Macht zerschellen.Du spottest sein! und wenn es dir gefällt,Begräbst du ihn im Gischte deiner Wellen.Er sandte Flotten ohne Zahl hinaus,Im grimmen Kampfe sich mit dir zu messen.Wo sind geblieben sie? Im SturmgebrausSind sie verweht, versunken und vergessen.Du aber wogest fort! Es grub die ZeitIn deine Azurstirne keine Falten;Wie Gott dich anfangs schuf, so wogst du heut’,So wird in Ewigkeit er dich erhalten.Ob wilde Stürme — peitschend deine Flut —Am eisumstarrten Pole dich umtosen,Ob in des milden Südens SommerglutBalsam’sche Lüfte linde mit dir kosen —Du bleibst dir gleich! Erhaben, mächtig, groß,Abbild der Ewigkeit, der Schöpfung Krone —So wallest du, — unendlich, bodenlos,Unwandelbar von Zon’ zu Zone.
Wog, Ocean, du dunkelblauer, wog!Zehntausend Kiele furchen dich vergebens!Wohl zwang der Mensch die Erde in sein Joch,Du aber bist die Grenze seines Strebens.Er nennt sich stolz den mächt’gen Herrn der Welt,Doch sieht an dir er seine Macht zerschellen.Du spottest sein! und wenn es dir gefällt,Begräbst du ihn im Gischte deiner Wellen.Er sandte Flotten ohne Zahl hinaus,Im grimmen Kampfe sich mit dir zu messen.Wo sind geblieben sie? Im SturmgebrausSind sie verweht, versunken und vergessen.Du aber wogest fort! Es grub die ZeitIn deine Azurstirne keine Falten;Wie Gott dich anfangs schuf, so wogst du heut’,So wird in Ewigkeit er dich erhalten.Ob wilde Stürme — peitschend deine Flut —Am eisumstarrten Pole dich umtosen,Ob in des milden Südens SommerglutBalsam’sche Lüfte linde mit dir kosen —Du bleibst dir gleich! Erhaben, mächtig, groß,Abbild der Ewigkeit, der Schöpfung Krone —So wallest du, — unendlich, bodenlos,Unwandelbar von Zon’ zu Zone.
Wog, Ocean, du dunkelblauer, wog!Zehntausend Kiele furchen dich vergebens!Wohl zwang der Mensch die Erde in sein Joch,Du aber bist die Grenze seines Strebens.Er nennt sich stolz den mächt’gen Herrn der Welt,Doch sieht an dir er seine Macht zerschellen.Du spottest sein! und wenn es dir gefällt,Begräbst du ihn im Gischte deiner Wellen.Er sandte Flotten ohne Zahl hinaus,Im grimmen Kampfe sich mit dir zu messen.Wo sind geblieben sie? Im SturmgebrausSind sie verweht, versunken und vergessen.Du aber wogest fort! Es grub die ZeitIn deine Azurstirne keine Falten;Wie Gott dich anfangs schuf, so wogst du heut’,So wird in Ewigkeit er dich erhalten.Ob wilde Stürme — peitschend deine Flut —Am eisumstarrten Pole dich umtosen,Ob in des milden Südens SommerglutBalsam’sche Lüfte linde mit dir kosen —Du bleibst dir gleich! Erhaben, mächtig, groß,Abbild der Ewigkeit, der Schöpfung Krone —So wallest du, — unendlich, bodenlos,Unwandelbar von Zon’ zu Zone.
Wog, Ocean, du dunkelblauer, wog!
Zehntausend Kiele furchen dich vergebens!
Wohl zwang der Mensch die Erde in sein Joch,
Du aber bist die Grenze seines Strebens.
Er nennt sich stolz den mächt’gen Herrn der Welt,
Doch sieht an dir er seine Macht zerschellen.
Du spottest sein! und wenn es dir gefällt,
Begräbst du ihn im Gischte deiner Wellen.
Er sandte Flotten ohne Zahl hinaus,
Im grimmen Kampfe sich mit dir zu messen.
Wo sind geblieben sie? Im Sturmgebraus
Sind sie verweht, versunken und vergessen.
Du aber wogest fort! Es grub die Zeit
In deine Azurstirne keine Falten;
Wie Gott dich anfangs schuf, so wogst du heut’,
So wird in Ewigkeit er dich erhalten.
Ob wilde Stürme — peitschend deine Flut —
Am eisumstarrten Pole dich umtosen,
Ob in des milden Südens Sommerglut
Balsam’sche Lüfte linde mit dir kosen —
Du bleibst dir gleich! Erhaben, mächtig, groß,
Abbild der Ewigkeit, der Schöpfung Krone —
So wallest du, — unendlich, bodenlos,
Unwandelbar von Zon’ zu Zone.