Einleitung.

Folg diesem Buch wirdt dir nit leidtHierinn findest du rechten Bescheidt.v.Obsopeius(1537).

Folg diesem Buch wirdt dir nit leidtHierinn findest du rechten Bescheidt.v.Obsopeius(1537).

Folg diesem Buch wirdt dir nit leidtHierinn findest du rechten Bescheidt.

v.Obsopeius(1537).

Dieses Buch, das Resultat langer und mitunter recht mühsamer Vorarbeiten, ist nicht für die Fachgelehrten geschrieben. Nur dem Laien sollen die nachfolgenden Zeilen ein nicht uninteressantes Kapitel aus der deutschen Kulturgeschichte entrollen, das zugleich unterhalten und – vielleicht auch – das Wissen bereichern soll.

Meine Arbeit ist die erste ihrer Art, die also keinen Vorgänger hat, hoffentlich aber viele Nachfolger haben dürfte, die es besser machen werden als ich. Ich will aber beileibe damit nicht sagen, daß der deutsche Durst vor mir in der Litteratur noch nicht behandelt worden sei. Im Gegenteil! Eine ziemlich große Bibliothek läßt sich mit all den Werkchen und Werken füllen, die alle das gleiche Thema mehr oder weniger ausführlich behandeln. Schon die von mir benutztenBücher, die ich zur Nachprüfung meiner Zitate genau anführte, repräsentieren einen ganz stattlichen Bücherschatz, und welche Anzahl von Schriftwerken mag mir noch entgangen sein – all unser Wissen ist leider ja doch nur Stückwerk!

Trotz dieses »gelehrten« Hinweises möge sich aber niemand abhalten lassen, mein Büchlein zu lesen. Ich habe mich redlich bemüht, den, wenn auch Trinkbares behandelnden, doch mitunter recht »trockenen« »Stoff« möglichst flüssig zu gestalten. An »geistiger« Anregung habe ich es dabei nicht fehlen lassen, denn ich halte dafür, daß man in einer ungeheizten Dachkammer, wenn die Schneeflocken an die schlecht verwahrten Fenster klopfen, kein gutes Frühlingsgedicht machen kann.

Immerhin habe ich es nicht so bunt getrieben, wie das durstige Schreiberlein im fünfzehnten Jahrhundert, das als Schluß auf ein mit Mühe und Not zusammen gebrachtes Manuskript den Stoßseufzer setzte:

Ach ich armer gesell!Der lon ist aller vertan:Umb wein ist er gegeben,Der tat mir sanfft auf meiner Leber.O Maria. Jesus Maria hilff.

Ach ich armer gesell!Der lon ist aller vertan:Umb wein ist er gegeben,Der tat mir sanfft auf meiner Leber.O Maria. Jesus Maria hilff.

Berlin W., März 1903.

Max Bauer.


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