Die zierliche Geige
von
Gustav Falke.
Ein klapperdürrer Fiedelmannstand unter einem Baume,und setzte seine Geige anund geigte wie im Traume,und sang ein leises Zwitscherlied,das rührte an die Äste,und als der letzte Ton verschied,da starb ein Spatz im Neste.Der klapperdürre Fiedelmannstand unter trocknem Kranze,und setzte seine Geige anund geigte flott zum Tanze,und geigte flott zum Erntebier,wo Rock und Schürze fliegen,ein letzter Triller, zart und zier,da muß die Großmagd liegen.Und wieder stand der Fiedelmannstocksteif vorm Pastorate,und setzte seine Geige anzur geistlichen Sonate.Ein rührend Religiosa sangvon allen Himmelsschauern,ein schluchzender Morendogang —wer predigt nun den Bauern?Dann stand der fleißige Fiedelmannwohl auf der Herrendiele,und setzte seine Geige anzu raschem, scharfem Spiele.Das klang halb wie ein Trinklied froh,halb wie ein Sturm auf Schanzen,ein kurzes, keckes Tremolo,da muß der Schloßherr tanzen.Und neulich stand der Fiedelmannauch vor des Schulzen Kammer,und setzte seine Geige anund sang wie eine Ammer,und sang und sang den ganzen Tag,und sang vor tauben Ohren,an dem, der da im Fieber lag,schien jede Kunst verloren.Da trat er dicht ans Bettgestell,hub wütend an zu kratzen,doch statt des Kranken Trommelfellmußt’ ihm die Quinte platzen.Erbost schlug er sein Saitenspielaufs Haupt dem zähen Recken,die Geige in zwei Stücke fiel,der Schulze starb vor Schrecken.Der klapperdürre Fiedelmann,da hockt er nun am Rande,und leimt sein Zeug so gut er kann,flickt Saiten, Steg und Bande,und brummt: „Das hat man nun davon,dem spielt’ ich zu manierlich,jetzt lern’ ich Baß und Bombardon,die Geige ist zu zierlich.“
Ein klapperdürrer Fiedelmannstand unter einem Baume,und setzte seine Geige anund geigte wie im Traume,und sang ein leises Zwitscherlied,das rührte an die Äste,und als der letzte Ton verschied,da starb ein Spatz im Neste.Der klapperdürre Fiedelmannstand unter trocknem Kranze,und setzte seine Geige anund geigte flott zum Tanze,und geigte flott zum Erntebier,wo Rock und Schürze fliegen,ein letzter Triller, zart und zier,da muß die Großmagd liegen.Und wieder stand der Fiedelmannstocksteif vorm Pastorate,und setzte seine Geige anzur geistlichen Sonate.Ein rührend Religiosa sangvon allen Himmelsschauern,ein schluchzender Morendogang —wer predigt nun den Bauern?Dann stand der fleißige Fiedelmannwohl auf der Herrendiele,und setzte seine Geige anzu raschem, scharfem Spiele.Das klang halb wie ein Trinklied froh,halb wie ein Sturm auf Schanzen,ein kurzes, keckes Tremolo,da muß der Schloßherr tanzen.Und neulich stand der Fiedelmannauch vor des Schulzen Kammer,und setzte seine Geige anund sang wie eine Ammer,und sang und sang den ganzen Tag,und sang vor tauben Ohren,an dem, der da im Fieber lag,schien jede Kunst verloren.Da trat er dicht ans Bettgestell,hub wütend an zu kratzen,doch statt des Kranken Trommelfellmußt’ ihm die Quinte platzen.Erbost schlug er sein Saitenspielaufs Haupt dem zähen Recken,die Geige in zwei Stücke fiel,der Schulze starb vor Schrecken.Der klapperdürre Fiedelmann,da hockt er nun am Rande,und leimt sein Zeug so gut er kann,flickt Saiten, Steg und Bande,und brummt: „Das hat man nun davon,dem spielt’ ich zu manierlich,jetzt lern’ ich Baß und Bombardon,die Geige ist zu zierlich.“
Ein klapperdürrer Fiedelmannstand unter einem Baume,und setzte seine Geige anund geigte wie im Traume,und sang ein leises Zwitscherlied,das rührte an die Äste,und als der letzte Ton verschied,da starb ein Spatz im Neste.
Ein klapperdürrer Fiedelmann
stand unter einem Baume,
und setzte seine Geige an
und geigte wie im Traume,
und sang ein leises Zwitscherlied,
das rührte an die Äste,
und als der letzte Ton verschied,
da starb ein Spatz im Neste.
Der klapperdürre Fiedelmannstand unter trocknem Kranze,und setzte seine Geige anund geigte flott zum Tanze,und geigte flott zum Erntebier,wo Rock und Schürze fliegen,ein letzter Triller, zart und zier,da muß die Großmagd liegen.
Der klapperdürre Fiedelmann
stand unter trocknem Kranze,
und setzte seine Geige an
und geigte flott zum Tanze,
und geigte flott zum Erntebier,
wo Rock und Schürze fliegen,
ein letzter Triller, zart und zier,
da muß die Großmagd liegen.
Und wieder stand der Fiedelmannstocksteif vorm Pastorate,und setzte seine Geige anzur geistlichen Sonate.Ein rührend Religiosa sangvon allen Himmelsschauern,ein schluchzender Morendogang —wer predigt nun den Bauern?
Und wieder stand der Fiedelmann
stocksteif vorm Pastorate,
und setzte seine Geige an
zur geistlichen Sonate.
Ein rührend Religiosa sang
von allen Himmelsschauern,
ein schluchzender Morendogang —
wer predigt nun den Bauern?
Dann stand der fleißige Fiedelmannwohl auf der Herrendiele,und setzte seine Geige anzu raschem, scharfem Spiele.Das klang halb wie ein Trinklied froh,halb wie ein Sturm auf Schanzen,ein kurzes, keckes Tremolo,da muß der Schloßherr tanzen.
Dann stand der fleißige Fiedelmann
wohl auf der Herrendiele,
und setzte seine Geige an
zu raschem, scharfem Spiele.
Das klang halb wie ein Trinklied froh,
halb wie ein Sturm auf Schanzen,
ein kurzes, keckes Tremolo,
da muß der Schloßherr tanzen.
Und neulich stand der Fiedelmannauch vor des Schulzen Kammer,und setzte seine Geige anund sang wie eine Ammer,und sang und sang den ganzen Tag,und sang vor tauben Ohren,an dem, der da im Fieber lag,schien jede Kunst verloren.
Und neulich stand der Fiedelmann
auch vor des Schulzen Kammer,
und setzte seine Geige an
und sang wie eine Ammer,
und sang und sang den ganzen Tag,
und sang vor tauben Ohren,
an dem, der da im Fieber lag,
schien jede Kunst verloren.
Da trat er dicht ans Bettgestell,hub wütend an zu kratzen,doch statt des Kranken Trommelfellmußt’ ihm die Quinte platzen.Erbost schlug er sein Saitenspielaufs Haupt dem zähen Recken,die Geige in zwei Stücke fiel,der Schulze starb vor Schrecken.
Da trat er dicht ans Bettgestell,
hub wütend an zu kratzen,
doch statt des Kranken Trommelfell
mußt’ ihm die Quinte platzen.
Erbost schlug er sein Saitenspiel
aufs Haupt dem zähen Recken,
die Geige in zwei Stücke fiel,
der Schulze starb vor Schrecken.
Der klapperdürre Fiedelmann,da hockt er nun am Rande,und leimt sein Zeug so gut er kann,flickt Saiten, Steg und Bande,und brummt: „Das hat man nun davon,dem spielt’ ich zu manierlich,jetzt lern’ ich Baß und Bombardon,die Geige ist zu zierlich.“
Der klapperdürre Fiedelmann,
da hockt er nun am Rande,
und leimt sein Zeug so gut er kann,
flickt Saiten, Steg und Bande,
und brummt: „Das hat man nun davon,
dem spielt’ ich zu manierlich,
jetzt lern’ ich Baß und Bombardon,
die Geige ist zu zierlich.“