Ziethen

von

Friedrich von Sallet.

Der große König wollte gern sehn,was seine Gen’rale wüßten;da ließ er an alle Briefe ergehn,daß sie gleich ihm schreiben müßten,was jeder von ihnen zu tun gedenkt,wenn der Feind ihn so oder so bedrängt.Der Vater Ziethen, der alte Husar,besah verwundert den Zettel.„Der König hält mich zum Narren wohl gar,“so flucht er, „was soll mir der Bettel?Husar, das bin ich, potzelement!Kein Schreiber oder verpfuschter Student.“Da macht’ er auf einen Bogen Papiereinen großen Klex in der Mitten.Rechts, oben, links, unten, dann Linien vier,die all’ in dem Klexe sich schnitten,und jede endete in ’nem Klex.So schickt er den Boten dem alten Rex.Der schüttelt den Kopf gedankenvoll,fragt bei der Revue dann den Alten:„Zum Schockschwerenot, Ziethen, ist er denn toll?Was soll ich vom Wische da halten?“Den Bart streicht Ziethen: „Das ist bald erklärt,wenn Euer Majestät mir Gehör gewährt.„Der große Klex in der Mitte bin ich.Der Feind einer dort von den vieren,der kann nun von vorn oder hinten auf mich,von rechts oder links auch marschieren,dann rück’ ich auf einem der Striche vorund hau’ ihn, wo ich ihn treffe, aufs Ohr.“Da hat der König laut gelachtund bei sich selber gemeinet:„Der Ziethen ist klüger, wie ich es gedacht,sein Geschmier sagt mehr, als es scheinet.Das ist mir der beste Reitersmann,der den Feind schlägt, wo er auch rückt heran.“

Der große König wollte gern sehn,was seine Gen’rale wüßten;da ließ er an alle Briefe ergehn,daß sie gleich ihm schreiben müßten,was jeder von ihnen zu tun gedenkt,wenn der Feind ihn so oder so bedrängt.Der Vater Ziethen, der alte Husar,besah verwundert den Zettel.„Der König hält mich zum Narren wohl gar,“so flucht er, „was soll mir der Bettel?Husar, das bin ich, potzelement!Kein Schreiber oder verpfuschter Student.“Da macht’ er auf einen Bogen Papiereinen großen Klex in der Mitten.Rechts, oben, links, unten, dann Linien vier,die all’ in dem Klexe sich schnitten,und jede endete in ’nem Klex.So schickt er den Boten dem alten Rex.Der schüttelt den Kopf gedankenvoll,fragt bei der Revue dann den Alten:„Zum Schockschwerenot, Ziethen, ist er denn toll?Was soll ich vom Wische da halten?“Den Bart streicht Ziethen: „Das ist bald erklärt,wenn Euer Majestät mir Gehör gewährt.„Der große Klex in der Mitte bin ich.Der Feind einer dort von den vieren,der kann nun von vorn oder hinten auf mich,von rechts oder links auch marschieren,dann rück’ ich auf einem der Striche vorund hau’ ihn, wo ich ihn treffe, aufs Ohr.“Da hat der König laut gelachtund bei sich selber gemeinet:„Der Ziethen ist klüger, wie ich es gedacht,sein Geschmier sagt mehr, als es scheinet.Das ist mir der beste Reitersmann,der den Feind schlägt, wo er auch rückt heran.“

Der große König wollte gern sehn,was seine Gen’rale wüßten;da ließ er an alle Briefe ergehn,daß sie gleich ihm schreiben müßten,was jeder von ihnen zu tun gedenkt,wenn der Feind ihn so oder so bedrängt.

Der große König wollte gern sehn,

was seine Gen’rale wüßten;

da ließ er an alle Briefe ergehn,

daß sie gleich ihm schreiben müßten,

was jeder von ihnen zu tun gedenkt,

wenn der Feind ihn so oder so bedrängt.

Der Vater Ziethen, der alte Husar,besah verwundert den Zettel.„Der König hält mich zum Narren wohl gar,“so flucht er, „was soll mir der Bettel?Husar, das bin ich, potzelement!Kein Schreiber oder verpfuschter Student.“

Der Vater Ziethen, der alte Husar,

besah verwundert den Zettel.

„Der König hält mich zum Narren wohl gar,“

so flucht er, „was soll mir der Bettel?

Husar, das bin ich, potzelement!

Kein Schreiber oder verpfuschter Student.“

Da macht’ er auf einen Bogen Papiereinen großen Klex in der Mitten.Rechts, oben, links, unten, dann Linien vier,die all’ in dem Klexe sich schnitten,und jede endete in ’nem Klex.So schickt er den Boten dem alten Rex.

Da macht’ er auf einen Bogen Papier

einen großen Klex in der Mitten.

Rechts, oben, links, unten, dann Linien vier,

die all’ in dem Klexe sich schnitten,

und jede endete in ’nem Klex.

So schickt er den Boten dem alten Rex.

Der schüttelt den Kopf gedankenvoll,fragt bei der Revue dann den Alten:„Zum Schockschwerenot, Ziethen, ist er denn toll?Was soll ich vom Wische da halten?“Den Bart streicht Ziethen: „Das ist bald erklärt,wenn Euer Majestät mir Gehör gewährt.

Der schüttelt den Kopf gedankenvoll,

fragt bei der Revue dann den Alten:

„Zum Schockschwerenot, Ziethen, ist er denn toll?

Was soll ich vom Wische da halten?“

Den Bart streicht Ziethen: „Das ist bald erklärt,

wenn Euer Majestät mir Gehör gewährt.

„Der große Klex in der Mitte bin ich.Der Feind einer dort von den vieren,der kann nun von vorn oder hinten auf mich,von rechts oder links auch marschieren,dann rück’ ich auf einem der Striche vorund hau’ ihn, wo ich ihn treffe, aufs Ohr.“

„Der große Klex in der Mitte bin ich.

Der Feind einer dort von den vieren,

der kann nun von vorn oder hinten auf mich,

von rechts oder links auch marschieren,

dann rück’ ich auf einem der Striche vor

und hau’ ihn, wo ich ihn treffe, aufs Ohr.“

Da hat der König laut gelachtund bei sich selber gemeinet:„Der Ziethen ist klüger, wie ich es gedacht,sein Geschmier sagt mehr, als es scheinet.Das ist mir der beste Reitersmann,der den Feind schlägt, wo er auch rückt heran.“

Da hat der König laut gelacht

und bei sich selber gemeinet:

„Der Ziethen ist klüger, wie ich es gedacht,

sein Geschmier sagt mehr, als es scheinet.

Das ist mir der beste Reitersmann,

der den Feind schlägt, wo er auch rückt heran.“


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