Krokodilromanze

von

Emanuel Geibel.

Ich bin ein altes Krokodilund sah schon die Osirisfeier.Bei Tage sonn’ ich mich im Nil,bei Nacht am Strande leg’ ich Eier.Ich weiß mit list’gem Wehgekreischmir stets die Mahlzeit zu erwürken,gewöhnlich freß’ ich Mohrenfleischund Sonntags manchmal einen Türken.Und wenn im gelben Mondlicht ringsder Strand liegt und die Felsenbrüche,tanz’ ich vor einer alten Sphinxund lausch’ auf ihrer Weisheit Sprüche.Die Klauen in den Sand gepflanzt,tiefsinnig spricht sie: „Tochter Thebens,friß nur, was du verdauen kannst!Das ist das Rätsel deines Lebens.“

Ich bin ein altes Krokodilund sah schon die Osirisfeier.Bei Tage sonn’ ich mich im Nil,bei Nacht am Strande leg’ ich Eier.Ich weiß mit list’gem Wehgekreischmir stets die Mahlzeit zu erwürken,gewöhnlich freß’ ich Mohrenfleischund Sonntags manchmal einen Türken.Und wenn im gelben Mondlicht ringsder Strand liegt und die Felsenbrüche,tanz’ ich vor einer alten Sphinxund lausch’ auf ihrer Weisheit Sprüche.Die Klauen in den Sand gepflanzt,tiefsinnig spricht sie: „Tochter Thebens,friß nur, was du verdauen kannst!Das ist das Rätsel deines Lebens.“

Ich bin ein altes Krokodilund sah schon die Osirisfeier.Bei Tage sonn’ ich mich im Nil,bei Nacht am Strande leg’ ich Eier.

Ich bin ein altes Krokodil

und sah schon die Osirisfeier.

Bei Tage sonn’ ich mich im Nil,

bei Nacht am Strande leg’ ich Eier.

Ich weiß mit list’gem Wehgekreischmir stets die Mahlzeit zu erwürken,gewöhnlich freß’ ich Mohrenfleischund Sonntags manchmal einen Türken.

Ich weiß mit list’gem Wehgekreisch

mir stets die Mahlzeit zu erwürken,

gewöhnlich freß’ ich Mohrenfleisch

und Sonntags manchmal einen Türken.

Und wenn im gelben Mondlicht ringsder Strand liegt und die Felsenbrüche,tanz’ ich vor einer alten Sphinxund lausch’ auf ihrer Weisheit Sprüche.

Und wenn im gelben Mondlicht rings

der Strand liegt und die Felsenbrüche,

tanz’ ich vor einer alten Sphinx

und lausch’ auf ihrer Weisheit Sprüche.

Die Klauen in den Sand gepflanzt,tiefsinnig spricht sie: „Tochter Thebens,friß nur, was du verdauen kannst!Das ist das Rätsel deines Lebens.“

Die Klauen in den Sand gepflanzt,

tiefsinnig spricht sie: „Tochter Thebens,

friß nur, was du verdauen kannst!

Das ist das Rätsel deines Lebens.“


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