Die sieben Heller

von

Frank Wedekind.

Großer Gott im Himmel, siebenHeller sind mir noch geblieben!Was nur fang’ ich armer Mannmit den sieben Hellern an?Tod und Teufel, wären’s zwanzig,tanzte gleich noch einen Tanz ichauf der Bühne bunt bemalt,wo man 20 Heller zahlt!Wären’s fünfzehn! — Einen TellerWurst kauft man für fünfzehn Heller.Hungrig bin ich so wie so;eine Wurst macht lebensfroh.Ach und wären’s auch nur zehne!Ein Schluck Bier, den ich ersehne,ist er gleich ein wenig klein,muß für zehne käuflich sein!Aber sieben, sieben ganzerote Heller, nicht zu Tanze,nicht zu Wurst und nicht zu Bier,gar zu nichts verwendbar mir! —Lehr’ mich du, o Fürst der Hölle,was tätst du an meiner Stelle,wenn im Beutel du zuletztnur nach sieben Heller hättst?Alsbald zieht der große Weiseseine düstern Zauberkreise,spuckt nach rechts und links und spricht:„Hör’ mich an, du armer Wicht!„Kommt bei Wettersturm und Regendir ein Bettelkind entgegen,schwarz von Auge, schwarz von Haar,Busen im Entwicklungsjahr,„Wirf ihr deine sieben Hellerin des Hemdes losen Göller,sag’ ihr, sie sei engelschön,schweig’ und heiß’ sie weitergehn!„Du hast Freude, sie hat Freude,freuen werdet ihr euch beide;meine Freude hab’ auch ich,segne und belohne dich!“

Großer Gott im Himmel, siebenHeller sind mir noch geblieben!Was nur fang’ ich armer Mannmit den sieben Hellern an?Tod und Teufel, wären’s zwanzig,tanzte gleich noch einen Tanz ichauf der Bühne bunt bemalt,wo man 20 Heller zahlt!Wären’s fünfzehn! — Einen TellerWurst kauft man für fünfzehn Heller.Hungrig bin ich so wie so;eine Wurst macht lebensfroh.Ach und wären’s auch nur zehne!Ein Schluck Bier, den ich ersehne,ist er gleich ein wenig klein,muß für zehne käuflich sein!Aber sieben, sieben ganzerote Heller, nicht zu Tanze,nicht zu Wurst und nicht zu Bier,gar zu nichts verwendbar mir! —Lehr’ mich du, o Fürst der Hölle,was tätst du an meiner Stelle,wenn im Beutel du zuletztnur nach sieben Heller hättst?Alsbald zieht der große Weiseseine düstern Zauberkreise,spuckt nach rechts und links und spricht:„Hör’ mich an, du armer Wicht!„Kommt bei Wettersturm und Regendir ein Bettelkind entgegen,schwarz von Auge, schwarz von Haar,Busen im Entwicklungsjahr,„Wirf ihr deine sieben Hellerin des Hemdes losen Göller,sag’ ihr, sie sei engelschön,schweig’ und heiß’ sie weitergehn!„Du hast Freude, sie hat Freude,freuen werdet ihr euch beide;meine Freude hab’ auch ich,segne und belohne dich!“

Großer Gott im Himmel, siebenHeller sind mir noch geblieben!Was nur fang’ ich armer Mannmit den sieben Hellern an?

Großer Gott im Himmel, sieben

Heller sind mir noch geblieben!

Was nur fang’ ich armer Mann

mit den sieben Hellern an?

Tod und Teufel, wären’s zwanzig,tanzte gleich noch einen Tanz ichauf der Bühne bunt bemalt,wo man 20 Heller zahlt!

Tod und Teufel, wären’s zwanzig,

tanzte gleich noch einen Tanz ich

auf der Bühne bunt bemalt,

wo man 20 Heller zahlt!

Wären’s fünfzehn! — Einen TellerWurst kauft man für fünfzehn Heller.Hungrig bin ich so wie so;eine Wurst macht lebensfroh.

Wären’s fünfzehn! — Einen Teller

Wurst kauft man für fünfzehn Heller.

Hungrig bin ich so wie so;

eine Wurst macht lebensfroh.

Ach und wären’s auch nur zehne!Ein Schluck Bier, den ich ersehne,ist er gleich ein wenig klein,muß für zehne käuflich sein!

Ach und wären’s auch nur zehne!

Ein Schluck Bier, den ich ersehne,

ist er gleich ein wenig klein,

muß für zehne käuflich sein!

Aber sieben, sieben ganzerote Heller, nicht zu Tanze,nicht zu Wurst und nicht zu Bier,gar zu nichts verwendbar mir! —

Aber sieben, sieben ganze

rote Heller, nicht zu Tanze,

nicht zu Wurst und nicht zu Bier,

gar zu nichts verwendbar mir! —

Lehr’ mich du, o Fürst der Hölle,was tätst du an meiner Stelle,wenn im Beutel du zuletztnur nach sieben Heller hättst?

Lehr’ mich du, o Fürst der Hölle,

was tätst du an meiner Stelle,

wenn im Beutel du zuletzt

nur nach sieben Heller hättst?

Alsbald zieht der große Weiseseine düstern Zauberkreise,spuckt nach rechts und links und spricht:„Hör’ mich an, du armer Wicht!

Alsbald zieht der große Weise

seine düstern Zauberkreise,

spuckt nach rechts und links und spricht:

„Hör’ mich an, du armer Wicht!

„Kommt bei Wettersturm und Regendir ein Bettelkind entgegen,schwarz von Auge, schwarz von Haar,Busen im Entwicklungsjahr,

„Kommt bei Wettersturm und Regen

dir ein Bettelkind entgegen,

schwarz von Auge, schwarz von Haar,

Busen im Entwicklungsjahr,

„Wirf ihr deine sieben Hellerin des Hemdes losen Göller,sag’ ihr, sie sei engelschön,schweig’ und heiß’ sie weitergehn!

„Wirf ihr deine sieben Heller

in des Hemdes losen Göller,

sag’ ihr, sie sei engelschön,

schweig’ und heiß’ sie weitergehn!

„Du hast Freude, sie hat Freude,freuen werdet ihr euch beide;meine Freude hab’ auch ich,segne und belohne dich!“

„Du hast Freude, sie hat Freude,

freuen werdet ihr euch beide;

meine Freude hab’ auch ich,

segne und belohne dich!“


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