The Project Gutenberg eBook ofDeutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)

The Project Gutenberg eBook ofDeutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)This ebook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this ebook or online atwww.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook.Title: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)Author: Wilhelm WattenbachRelease date: June 20, 2017 [eBook #54949]Most recently updated: October 23, 2024Language: GermanCredits: E-text prepared by Franz L Kuhlmann, Jan-Fabian Humann, and the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net)*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DEUTSCHLANDS GESCHICHTSQUELLEN IM MITTELALTER BIS ZUR MITTE DES DREIZEHNTEN JAHRHUNDERTS, ERSTER BAND (VON 2) ***

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Title: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)Author: Wilhelm WattenbachRelease date: June 20, 2017 [eBook #54949]Most recently updated: October 23, 2024Language: GermanCredits: E-text prepared by Franz L Kuhlmann, Jan-Fabian Humann, and the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net)

Title: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)

Author: Wilhelm Wattenbach

Author: Wilhelm Wattenbach

Release date: June 20, 2017 [eBook #54949]Most recently updated: October 23, 2024

Language: German

Credits: E-text prepared by Franz L Kuhlmann, Jan-Fabian Humann, and the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net)

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The Project Gutenberg eBook, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2), by Wilhelm Wattenbach

Anmerkungen zur TranskriptionDas Deckblatt wurde vom Autor der Transkription erstellt und geht in die "public domain".Die Schreibweise im Text (wie z. B. Ae statt Ä) ist beibehalten.Typografische und Fehler bei der Zeichensetzung sowie einige Seitenangaben im Inhaltsverzeichnis sind stillschweigend bereinigt.(Kurios: die Überschrift "IV § 8. Schwaben" im Inhaltsverzeichnis führt auf S. 392 zu "§ 8. Alamannien." - Dies ist so belassen.)Das Buch enthält über 1200 Fußnoten, die im Original je Seite von 1 bis höchstens 9 nummeriert sind. In der Transskription sind diese je Unterkapitel bis maximal 99 aufgeführt.Einige der zahlreichen Querverweise sind mit einem Pfeil (→) versehen um anzudeuten, dass der dort angebrachte Pfeil (←) den gezielten Rücksprung erlaubt. Mit dem Pfeil nach links (←) an der Überschrift eines Abschnitts kann ins Inhaltsverzeichnis gesprungen werden.Zum schnelleren Auffinden eines Eintrags in dem umfangreichen Register ist diesem eine alphabetische Sprungtabelle vorangestellt.

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Das Deckblatt wurde vom Autor der Transkription erstellt und geht in die "public domain".

Die Schreibweise im Text (wie z. B. Ae statt Ä) ist beibehalten.

Typografische und Fehler bei der Zeichensetzung sowie einige Seitenangaben im Inhaltsverzeichnis sind stillschweigend bereinigt.(Kurios: die Überschrift "IV § 8. Schwaben" im Inhaltsverzeichnis führt auf S. 392 zu "§ 8. Alamannien." - Dies ist so belassen.)

Das Buch enthält über 1200 Fußnoten, die im Original je Seite von 1 bis höchstens 9 nummeriert sind. In der Transskription sind diese je Unterkapitel bis maximal 99 aufgeführt.

Einige der zahlreichen Querverweise sind mit einem Pfeil (→) versehen um anzudeuten, dass der dort angebrachte Pfeil (←) den gezielten Rücksprung erlaubt. Mit dem Pfeil nach links (←) an der Überschrift eines Abschnitts kann ins Inhaltsverzeichnis gesprungen werden.

Zum schnelleren Auffinden eines Eintrags in dem umfangreichen Register ist diesem eine alphabetische Sprungtabelle vorangestellt.

VON

W. WATTENBACH.

IN ZWEI BÄNDEN.

IN ZWEI BÄNDEN.

ERSTER BAND.

SECHSTE UMGEARBEITETE AUFLAGE.

logo

BERLIN.

VERLAG VON WILHELM HERTZ.

(BESSERSCHE BUCHHANDLUNG.)

1893.

MEINEM FREUNDEERNST DUEMMLERGEWIDMET.

MEINEM FREUNDE

ERNST DUEMMLER

GEWIDMET.

Im Jahre 1858 erschien die erste Ausgabe dieses Handbuches, veranlaßt durch eine von der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften gestellte Preisfrage; sie ist einem dringend empfundenen Bedürfnisse entgegen gekommen und hat eine sehr günstige Aufnahme gefunden. Die Mängel, welche bei einem ersten Versuch kaum zu vermeiden waren, wurden mit freundlicher Nachsicht beurtheilt. In den neuen Ausgaben sind sie, so weit es mir möglich war, beseitigt worden; manche früher übersehene Quellenschrift ist nachgetragen. Vorzüglich aber ist die sehr lebhafte litterarische Thätigkeit der Zwischenzeit auf diesem Gebiete sorgfältig berücksichtigt. Dagegen ist an dem Plane und Charakter des Buches nichts geändert; es soll kein gelehrtes Repertorium zum Nachschlagen sein, sondern durch zusammenhängende Darstellung zum eigenen Studium der Quellen anleiten, diesen in Beziehung zu den geschichtlichen Vorgängen der einzelnen Abschnitte ihren Platz anweisen. Bibliographische Vollständigkeit anzustreben, war um so weniger nöthig, da seitdem Potthasts Werk erschienen ist, welches diese Aufgabe verfolgt; hier genügte es, die zunächst brauchbaren Ausgaben anzuführen, und Schriften, in welchen weitere Nachweise zu finden sind.

Ein großes Verdienst um die neuen Bearbeitungen hat sich, wie schon um das ursprüngliche Werk,Ernst Dümmlererworben, welcher nie ermüdete, mich mit Berichtigungen und werthvollen Nachweisungen zu versehen, von denen nur wenige ausdrücklich erwähnt werden konnten. Vorzüglich auf seinenWunsch sind auch mancherlei Umstände und Nachrichten angeführt und verwerthet, welche mehr culturgeschichtlicher Art sind und den eigentlichen Geschichtsquellen etwas ferner stehen. Nicht ganz ohne Besorgniß dadurch der Uebersichtlichkeit zu schaden, habe ich mich doch von der Ueberlegung leiten lassen, daß die richtige Würdigung der Persönlichkeiten und ihrer Werke dadurch befördert wird. Eine gleichmäßige Durchforschung aller Schulen, auch solcher, welche geschichtlicher Arbeit fern geblieben sind, eine Darstellung der litterarischen Thätigkeit auf allen Gebieten, ist eine so schwierige Aufgabe, daß ihre Lösung so bald wohl nicht zu hoffen ist, und ich habe deshalb nach dieser Seite hin lieber etwas zu viel als zu wenig thun wollen. Die von der Münchener historischen Commission gekrönte Preisschrift des Dr.Spechtüber die Geschichte des Unterrichtswesens in Deutschland während desselben Zeitraums berührt sich vielfach mit meinem Buche und ergänzt es in gewisser Hinsicht.

Auch anderen Freunden habe ich wiederum für ihre rege Theilnahme an dieser Arbeit zu danken. Ganz besonders förderlich waren mir auch die zahlreichen Zusendungen von Dissertationen, Programmen und einzelnen Aufsätzen, welche das hier vorliegende Gebiet berühren; je leichter gerade solche Schriften der Aufmerksamkeit entgehen, um so dankenswerther ist die Zusendung derselben, und indem ich für diese sehr wesentliche Erleichterung meiner Arbeit den lebhaftesten Dank ausspreche, erneuere ich die Bitte, mich auch fernerhin in gleicher Weise unterstützen zu wollen bei der Bestrebung, die Fortschritte der Forschung auf diesem Gebiete für eine spätere neue Bearbeitung zu verwerthen.

Berlin, den 7. August 1892.

W. Wattenbach.

einiger Werke, welche häufig abgekürzt angeführt sind.

d'Achery, Spicilegium veterum aliquot Scriptorum, Paris 1655-1677. 13 T. 4. Gewöhnlich nach der 2. Ausg. in 3 Fol. 1724 angeführt.Acta SS.Acta Sanctorum, Antw. 1643 ff. fol. Vgl. S. 10.Allg. D. Biogr.Allgemeine Deutsche Biographie. 1-34 (bis Smetana). 1875-1892.Anz. d. Germ. Mus.Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, Organ des Germanischen Museums: 1-30. Nürnb. 1854-1883, 4.Archiv.Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde. Bd. 1-3 von Büchler und Dümge, Frankf. 1820. 1821. Bd. 4 von Fichard, ib. 1822. Bd. 5-12 von Pertz, Hann. 1824-1872.Archiv d. W. A.Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen (jetzt für österr. Geschichte), herausgeg. von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 1-77. Wien 1848-1891. Dazu als Beilage das Notizenblatt, 1851-1859.Baehr, Die christlichen Dichter und Geschichtschreiber Roms (Carlsr. 1856). Zweite Ausg. 1872 als 4. Band der Gesch. der röm. Literatur.— — Geschichte der römischen Litteratur im karolingischen Zeitalter. 1840.Balzani, Early Chroniclers of Europe. Italy. By Ugo Balzani. London, Society for promoting Christian Knowledge, 1883.Bibliothecas. Jaffé.Bielowski, Monumenta Poloniae historica, 1-3. Lemberg 1864-1878, 4.Boehmer, Fontes Rerum Germanicarum, 1-4. Stuttg. 1843-1868.Bouquet, Recueil des historiens des Gaules et de la France, von Anderen fortgesetzt, 23 T. Paris 1738-1876, f.Canis.Henr. Canisii Lectiones Antiquae, 6 Tomi, Ingolst. 1601, 4. Neue Ausgabe von Jac. Basnage, Antw. 1725, f.Dobner, Monumenta historica Boemiae. 6 T. Prag 1764-1786, 4.Du Chesne, Historiae Francorum Scriptores coaetanei. 5 T. Paris 1636 bis 1649, f.Dümmler Ostfr.Geschichte des ostfränkischen Reichs, von E. Dümmler, 2. Ausg. 2 Bde. in den Jahrbüchern der deutschen Geschichte. Berlin 1887. 1888.Du Méril, Edélestand, Poésies populaires latines antérieures au douzième siècle, Paris 1843. Poésies pop. lat. du Moyen âge, 1847. Ohne Beifügung der Jahreszahl ist die erste Sammlung gemeint.Ebert, Allgemeine Geschichte der Litteratur des Mittelalters im Abendlande. 1-3. Leipzig 1874. 1880. 1887. Der 3. Band reicht bis zum Ausgang der Ottonen, ist aber nicht mehr in Einzelcitaten eingetragen. 2. Ausgabe des ersten Bandes 1889.Eccard, Corpus Historicorum Medii Aevi, Lips. 1723, f. 2 T.Endlicher, Rerum Hungaricarum Monumenta Arpadiana. Sangalli 1849.Fabr. Bibl.Jo. Alb. Fabricii Bibliotheca Lat. Mediae et Infimae Latinitatis, 1-5. Hamb. 1734-1736. Vol. 6. cur. Christ. Schoettgenio 1746. Ed. II. cur. Jo. Dom. Mansi, Patavii 1754, 4.Fontess. Böhmer.Fontes Rerum Bohemicarum, 1-4. Prag 1871 ff. 4.Forschungenzur Deutschen Geschichte, 1 bis 26. Göttingen 1862 bis 1886.Freher, M., Corpus Francicae Historiae, 1613 f. Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes, Francf. 1600-1611; ed. III. cur. Struvio 1717. 3 T. fol.G G A.Göttinger Gelehrte Anzeigen, verbunden mit den Nachrichten von der Georg Augustus Universität und der k. Ges. der Wissenschaften zu Göttingen. Die letzteren werden als Gött. Nachr. angeführt.Giesebrecht, Ludwig, Wendische Gesch. 780-1182. 3 Bde., Berlin 1843.Giesebrecht, Wilhelm, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, 1. 2. Fünfte Ausgabe 1881. 1885. Dritter Band 4. Ausg. 1877. Vierter Band 1875, 2. A. 1877. V, 1. 1880.Hauck, Alb., Kirchengeschichte Deutschlands. I. 1887. II. 1890.Histoire Littérairede la France, ouvrage commencé par des Religieux Bénédictins de la Congrégation de St. Maur et continué par des Membres de l'Institut. 1733-1763. 1807-1857. 23 Vol. bis ans Ende des 13. Jahrhunderts. Der 24. Band (1862) eröffnet das 14. Jahrhundert.Historische Zeitschrift(auch HZ.), herausgegeben von Heinrich von Sybel, München 1852-1892.Historisches Jahrbuchder Goerres-Gesellschaft, 1-13. Münster 1880 bis 1892.Jaffé, Bibliotheca Rerum Germanicarum. I. Monumenta Corbeiensia, 1864. II. Monumenta Gregoriana, 1865. III. Monumenta Moguntina, 1866. IV. Monumenta Carolina, 1867. V. Monumenta Bambergensia, 1869. VI. Monumenta Alcuiniana, 1873. Auch alsBibl.angeführt.Langebek, Scriptores Rerum Danicarum Medii Aevi, fortges. v. Suhm. 7 Vol. fol. Hafn. 1772-1792. Vol. 8 v. Engelstoft u. Werlauff, 1834.Leibniz, Accessiones historicae. 2 T. Lips. 1698, 4. Scriptores Rerum Brunsvicensium. 3 T. Hanov. 1707-1711, f. Annales Imperii Occidentis ed. G. H. Pertz, 3 T. 1843-1846.Mabillon, Acta Sanctorum Ordinis S. Benedicti, aus den Sammlungen von d'Achery, später unterstützt von Germain und Ruinart, 9 T. Paris 1668-1701, f. Nachdruck Ven. 1733-1740. In der Regel ist die Pariser Ausgabe citirt. Unter Mab. ohne Zusatz ist immer dieses Werk zu verstehen.— — Veterum Analectorum T. 1-4, 1675-1685, 8. Ed. II. 1723 fol. in 1 Bande.Manitius, Max, Geschichte der christlich-lat. Poesie bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts. Stuttg. 1891.Marteneet Durand, Thesaurus Novus Anecdotorum. 5 T. Par. 1717 fol.— — Veterum Scriptorum Amplissima Collectio. 9 T. Paris 1724-1733 f.Mencken, Scriptores Rerum Germanicarum praecipue Saxonicarum. 3 T. Lips. 1728. 1730, f.Migne, Patrologiae Cursus completus. Paris 1844 ff. gr. 8. Meistens nur incorrecte Abdrücke alter Ausgaben, und deshalb nicht immer angeführt. Kurzes Inhaltsverzeichniß bei Potthast S. 73-76.Mittheilungen des Institutsfür Oesterreichische Geschichtsforschung, red. von E. Mühlbacher. 1-12. Innsbruck 1880-1891.Mone, Quellensammlung für die badische Landesgeschichte, 3 Bände. Carlsruhe 1848-1863, 4.Monumenta Boica, angef. als MB., 1-42; von 28 an Doppelbände. Mon. 1763 ff. 4. Vgl. Böhmers Einleitung zu den Wittelbachischen Regesten, Stuttg. 1854, 4.Monumenta Germaniaehistorica inde ab a. C. 509 usque ad a. 1500, ed. G. H. Pertz. Citirt als MG. SS., Legg. etc. Ein vortreffliches Hülfsmittel zum Auffinden gewähren die Indices von O. Holder-Egger u. K. Zeumer, 1890.Müllenhoffund Scherer, Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert, Berlin 1864. Zweite Ausgabe 1873. Dritte, von E. Steinmeyer, in 2 Bänden, 1892.Münch. SB.d. i. Sitzungsberichte der philos., philol. u. hist. Classe der k. B. Akademie d. Wissenschaften zu München. Nach Jahrg. ohne Bandzahl.Muratori, Scriptores Rerum Italicarum. 28 T. Med. 1723-1751, f.Neues Archivder Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, 1 bis 17. Hann. 1876-1892. Angef. als NA.Oefele, Rerum Boicarum Scriptores. 2 T. Augustae 1763, f.Pertz, s. Archiv und Monumenta.Pez, B., Thesaurus Anecdotorum Novissimus. 6 T. Aug. 1721-1729, f. Der letzte Band hat auch den Titel: Codex diplomatico-historico-epistolaris, in 3 Theilen.Pez, H., Scriptores Rerum Austriacarum. 3 T. Lips. 1721-1745, f.PistoriiRerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes, ed. III. cur. Struvio. 3 T. Rat. 1726, f.Potthast, Bibliotheca historica Medii Aevi, Berlin 1862. Supplement 1868.(Puschund Froelich) Diplomataria Sacra Styriae. 2 T. Vienn. 1756, 4.Rettberg, Kirchengeschichte Deutschlands. 2 Bde. Göttingen 1848.Reuber, Veterum Scriptorum ... tomus unus. 1584. Ed. III. cur. G. Ch. Ioannis. Francf. 1726, f.Rinaudo, s. untenS.→12.Roncallius, Vetustiora Latinorum Scriptorum Chronica. 2 T. Paris 1787, 4.Schannat, Vindemiae Litterariae. 2 T. Fuld. 1723, f.Schmidt, Zeitschrift für Geschichte, 9 Bände, Berlin 1844-1848.Schöttgenet Kreysig, Diplomataria et Scriptores historiae Germ. medii aevi. 3 T. 1753, f.Stälin, Wirtemberg. Geschichte. 4 Bände. Stuttg. 1841-1873.Surius, De Probatorum Sanctorum Historiis, 1-6, Col. 1570-1575. Ed. II. 1576-1581. T. VII. von Mosander mit Register zu beiden Ausgaben, Nachträgen und Martyrol. Adonis. Ed. III. Col. 1618 f. in 12 Bänden. Ed. Taurin. (Marietti) 1884.Tengnagel, Vetera Monumenta contra Schismaticos, Ingolst. 1611, 4. Wiederholt in Opp. Gretseri Vol. VI, 429-601. 1737, f.Teuffel, W. S., Geschichte der römischen Litteratur. 1. Aufl. 1871. 4. Aufl. (von L. Schwabe) 1890. Da die betreffenden Paragraphen leicht zu finden sind, habe ich sie nur an wenigen Orten angeführt.Traube, Ludwig, Karolingische Dichtungen, untersucht (Schriften zur germ. Philologie, her. v. M. Roediger) Berlin 1888.— — O Roma nobilis. Philologische Untersuchungen aus dem Mittelalter. (Abhandl. der k. Bayer. Akad. d. Wiss. I. Cl. XIX. Bd. II. Abth.) München 1891.Ughelli, Italia Sacra. 9 T. Romae 1644-1662, f. Sehr vermehrte Ausgabe von M. Coleti. 10 T. Ven. 1717-1725, f.Watterich, Pontificum Romanorum Vitae, I. II. Leipzig 1862.Wiener SB., die Sitzungsberichte der Wiener Akademie, Phil.-hist. Classe.

d'Achery, Spicilegium veterum aliquot Scriptorum, Paris 1655-1677. 13 T. 4. Gewöhnlich nach der 2. Ausg. in 3 Fol. 1724 angeführt.

Acta SS.Acta Sanctorum, Antw. 1643 ff. fol. Vgl. S. 10.

Allg. D. Biogr.Allgemeine Deutsche Biographie. 1-34 (bis Smetana). 1875-1892.

Anz. d. Germ. Mus.Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, Organ des Germanischen Museums: 1-30. Nürnb. 1854-1883, 4.

Archiv.Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde. Bd. 1-3 von Büchler und Dümge, Frankf. 1820. 1821. Bd. 4 von Fichard, ib. 1822. Bd. 5-12 von Pertz, Hann. 1824-1872.

Archiv d. W. A.Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen (jetzt für österr. Geschichte), herausgeg. von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 1-77. Wien 1848-1891. Dazu als Beilage das Notizenblatt, 1851-1859.

Baehr, Die christlichen Dichter und Geschichtschreiber Roms (Carlsr. 1856). Zweite Ausg. 1872 als 4. Band der Gesch. der röm. Literatur.

— — Geschichte der römischen Litteratur im karolingischen Zeitalter. 1840.

Balzani, Early Chroniclers of Europe. Italy. By Ugo Balzani. London, Society for promoting Christian Knowledge, 1883.

Bibliothecas. Jaffé.

Bielowski, Monumenta Poloniae historica, 1-3. Lemberg 1864-1878, 4.

Boehmer, Fontes Rerum Germanicarum, 1-4. Stuttg. 1843-1868.

Bouquet, Recueil des historiens des Gaules et de la France, von Anderen fortgesetzt, 23 T. Paris 1738-1876, f.

Canis.Henr. Canisii Lectiones Antiquae, 6 Tomi, Ingolst. 1601, 4. Neue Ausgabe von Jac. Basnage, Antw. 1725, f.

Dobner, Monumenta historica Boemiae. 6 T. Prag 1764-1786, 4.

Du Chesne, Historiae Francorum Scriptores coaetanei. 5 T. Paris 1636 bis 1649, f.

Dümmler Ostfr.Geschichte des ostfränkischen Reichs, von E. Dümmler, 2. Ausg. 2 Bde. in den Jahrbüchern der deutschen Geschichte. Berlin 1887. 1888.

Du Méril, Edélestand, Poésies populaires latines antérieures au douzième siècle, Paris 1843. Poésies pop. lat. du Moyen âge, 1847. Ohne Beifügung der Jahreszahl ist die erste Sammlung gemeint.

Ebert, Allgemeine Geschichte der Litteratur des Mittelalters im Abendlande. 1-3. Leipzig 1874. 1880. 1887. Der 3. Band reicht bis zum Ausgang der Ottonen, ist aber nicht mehr in Einzelcitaten eingetragen. 2. Ausgabe des ersten Bandes 1889.

Eccard, Corpus Historicorum Medii Aevi, Lips. 1723, f. 2 T.

Endlicher, Rerum Hungaricarum Monumenta Arpadiana. Sangalli 1849.

Fabr. Bibl.Jo. Alb. Fabricii Bibliotheca Lat. Mediae et Infimae Latinitatis, 1-5. Hamb. 1734-1736. Vol. 6. cur. Christ. Schoettgenio 1746. Ed. II. cur. Jo. Dom. Mansi, Patavii 1754, 4.

Fontess. Böhmer.

Fontes Rerum Bohemicarum, 1-4. Prag 1871 ff. 4.

Forschungenzur Deutschen Geschichte, 1 bis 26. Göttingen 1862 bis 1886.

Freher, M., Corpus Francicae Historiae, 1613 f. Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes, Francf. 1600-1611; ed. III. cur. Struvio 1717. 3 T. fol.

G G A.Göttinger Gelehrte Anzeigen, verbunden mit den Nachrichten von der Georg Augustus Universität und der k. Ges. der Wissenschaften zu Göttingen. Die letzteren werden als Gött. Nachr. angeführt.

Giesebrecht, Ludwig, Wendische Gesch. 780-1182. 3 Bde., Berlin 1843.

Giesebrecht, Wilhelm, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, 1. 2. Fünfte Ausgabe 1881. 1885. Dritter Band 4. Ausg. 1877. Vierter Band 1875, 2. A. 1877. V, 1. 1880.

Hauck, Alb., Kirchengeschichte Deutschlands. I. 1887. II. 1890.

Histoire Littérairede la France, ouvrage commencé par des Religieux Bénédictins de la Congrégation de St. Maur et continué par des Membres de l'Institut. 1733-1763. 1807-1857. 23 Vol. bis ans Ende des 13. Jahrhunderts. Der 24. Band (1862) eröffnet das 14. Jahrhundert.

Historische Zeitschrift(auch HZ.), herausgegeben von Heinrich von Sybel, München 1852-1892.

Historisches Jahrbuchder Goerres-Gesellschaft, 1-13. Münster 1880 bis 1892.

Jaffé, Bibliotheca Rerum Germanicarum. I. Monumenta Corbeiensia, 1864. II. Monumenta Gregoriana, 1865. III. Monumenta Moguntina, 1866. IV. Monumenta Carolina, 1867. V. Monumenta Bambergensia, 1869. VI. Monumenta Alcuiniana, 1873. Auch alsBibl.angeführt.

Langebek, Scriptores Rerum Danicarum Medii Aevi, fortges. v. Suhm. 7 Vol. fol. Hafn. 1772-1792. Vol. 8 v. Engelstoft u. Werlauff, 1834.

Leibniz, Accessiones historicae. 2 T. Lips. 1698, 4. Scriptores Rerum Brunsvicensium. 3 T. Hanov. 1707-1711, f. Annales Imperii Occidentis ed. G. H. Pertz, 3 T. 1843-1846.

Mabillon, Acta Sanctorum Ordinis S. Benedicti, aus den Sammlungen von d'Achery, später unterstützt von Germain und Ruinart, 9 T. Paris 1668-1701, f. Nachdruck Ven. 1733-1740. In der Regel ist die Pariser Ausgabe citirt. Unter Mab. ohne Zusatz ist immer dieses Werk zu verstehen.

— — Veterum Analectorum T. 1-4, 1675-1685, 8. Ed. II. 1723 fol. in 1 Bande.

Manitius, Max, Geschichte der christlich-lat. Poesie bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts. Stuttg. 1891.

Marteneet Durand, Thesaurus Novus Anecdotorum. 5 T. Par. 1717 fol.

— — Veterum Scriptorum Amplissima Collectio. 9 T. Paris 1724-1733 f.

Mencken, Scriptores Rerum Germanicarum praecipue Saxonicarum. 3 T. Lips. 1728. 1730, f.

Migne, Patrologiae Cursus completus. Paris 1844 ff. gr. 8. Meistens nur incorrecte Abdrücke alter Ausgaben, und deshalb nicht immer angeführt. Kurzes Inhaltsverzeichniß bei Potthast S. 73-76.

Mittheilungen des Institutsfür Oesterreichische Geschichtsforschung, red. von E. Mühlbacher. 1-12. Innsbruck 1880-1891.

Mone, Quellensammlung für die badische Landesgeschichte, 3 Bände. Carlsruhe 1848-1863, 4.

Monumenta Boica, angef. als MB., 1-42; von 28 an Doppelbände. Mon. 1763 ff. 4. Vgl. Böhmers Einleitung zu den Wittelbachischen Regesten, Stuttg. 1854, 4.

Monumenta Germaniaehistorica inde ab a. C. 509 usque ad a. 1500, ed. G. H. Pertz. Citirt als MG. SS., Legg. etc. Ein vortreffliches Hülfsmittel zum Auffinden gewähren die Indices von O. Holder-Egger u. K. Zeumer, 1890.

Müllenhoffund Scherer, Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert, Berlin 1864. Zweite Ausgabe 1873. Dritte, von E. Steinmeyer, in 2 Bänden, 1892.

Münch. SB.d. i. Sitzungsberichte der philos., philol. u. hist. Classe der k. B. Akademie d. Wissenschaften zu München. Nach Jahrg. ohne Bandzahl.

Muratori, Scriptores Rerum Italicarum. 28 T. Med. 1723-1751, f.

Neues Archivder Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, 1 bis 17. Hann. 1876-1892. Angef. als NA.

Oefele, Rerum Boicarum Scriptores. 2 T. Augustae 1763, f.

Pertz, s. Archiv und Monumenta.

Pez, B., Thesaurus Anecdotorum Novissimus. 6 T. Aug. 1721-1729, f. Der letzte Band hat auch den Titel: Codex diplomatico-historico-epistolaris, in 3 Theilen.

Pez, H., Scriptores Rerum Austriacarum. 3 T. Lips. 1721-1745, f.

PistoriiRerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes, ed. III. cur. Struvio. 3 T. Rat. 1726, f.

Potthast, Bibliotheca historica Medii Aevi, Berlin 1862. Supplement 1868.

(Puschund Froelich) Diplomataria Sacra Styriae. 2 T. Vienn. 1756, 4.

Rettberg, Kirchengeschichte Deutschlands. 2 Bde. Göttingen 1848.

Reuber, Veterum Scriptorum ... tomus unus. 1584. Ed. III. cur. G. Ch. Ioannis. Francf. 1726, f.

Rinaudo, s. untenS.→12.

Roncallius, Vetustiora Latinorum Scriptorum Chronica. 2 T. Paris 1787, 4.

Schannat, Vindemiae Litterariae. 2 T. Fuld. 1723, f.

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Wiener SB., die Sitzungsberichte der Wiener Akademie, Phil.-hist. Classe.

Litterarische Einleitung.Seite§1.Die Ausgaben des 16. Jahrhunderts1§2.Die katholische Kirche. Die Heiligenleben8§3.Sammlungen für Landesgeschichte11§4.Die Monumenta Germaniae Historica17§5.Andere Arbeiten des 19. Jahrhunderts29I. DIE VORZEIT.Von den ersten Anfängen bis zur Herrschaft der Karolinger.§1.Die Römerzeit. Legenden36§2.Das Leben des heiligen Severin44§3.Die Anfänge und Gattungen der christlichen Geschichtschreibung51§4.Die Ostgothen. Cassiodor65§5._"____"______ Jordanis72§6.Die Westgothen. Isidor79§7.Die Franken.87§8._"____"____ Gregor von Tours93§9._"____"____ Fredegar←104§10._"____"____ Die Thaten der Frankenkönige107§11._"____"____ Fränkische Heiligenleben112II. DIE KAROLINGER.Vom Anfang des achten bis zum Anfang des zehnten Jahrhunderts.§1.Neue Anfänge der Geschichtschreibung. Fredegars Fortsetzer←126§2.Die Angelsachsen130§3.Die Annalen138§4.Karl der Große. Allgemeines150§5.Alcuin159§6.Paulus Diaconus163§7.Angilbert171§8.Einhard178§9.Die Reichsannalen190§10.Ludwigs des Frommen Zeit←1←2206§11.Der Streit der Söhne. Nithard212§12.Frechulfs Weltchronik217§13.Deutschland unter den Karolingern. Reichsannalen220§14.Fulda, Hersfeld, Mainz230§15.Sachsen. Münster, Bremen, Hamburg←243§16.__"_____ Corvey, Gandersheim←249§17.Lothringen257§18.Schwaben268§19.Baiern und Franken288§20.Frankreich←1←2293§21.Italien303III. DIE ZEIT DER OTTONEN.Von Heinrich I. bis zum Tode Heinrich II.§1.Allgemeines314§2.Sachsen. Corvey328§3.__"____ Gandersheim, Quedlinburg334§4.__"____ Hildesheim345§5.__"____ Magdeburg, Merseburg350§6.Lothringen. Cöln, Trier, Metz←1←2360§7.___"_____ Lüttich379§8.Schwaben392§9.Baiern401§10.Frankreich. Reims←406§11.____"_____ Cluny421§12.Italien. Liudprand423§13.__"___ Chroniken429§14.__"___ Biographieen434BEILAGE.Verzeichniß von Necrologien437Register461

Deutschlands Geschichtsquellenim Mittelalterbis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts.

Ungeachtet des großen Unterschiedes zwischen den Denkmälern desclassischen Alterthums und des Mittelalters findet sich doch auch in ihnen viel übereinstimmendes, haben sie oft ähnliche Schicksale getheilt. Bis gegen den Anfang des dreizehnten Jahrhunderts las man in den Schulen noch häufig und fleißig die alten Autoren, und hielt sich für die Geschichte der näheren Vergangenheit an echte und unverfälschte Quellen. In den nächsten Jahrhunderten tritt beides zurück. Auch die ausgezeichnetsten Geister begnügen sich mit phantastischen Vorstellungen von der Vorzeit, ohne deren Richtigkeit zu prüfen. Die alten Schriftsteller verschwinden aus dem Unterricht, abgeschmackte Fabeln überwuchern bei den Chronisten die Geschichte, und die einfachere, wahrheitsliebende Darstellung der Zeitgenossen findet solchen Entstellungen gegenüber keine Beachtung. Fast gänzlich scheint der Sinn für Kritik verloren, bis wir im fünfzehnten Jahrhundert wieder einzelne Spuren davon wahrnehmen, worauf dann bald die Bestrebungen der Humanisten für die Wiederbelebung der classischen Studien auch der Kunde des früheren Mittelalters zu Gute kommen.

In Italien freilich ist es das römische Alterthum fast ausschließlich, welches die Geister beschäftigt; als dazu auch die Griechenwelt noch hinzutrat, wandte man sich dieser fernen Vergangenheit völlig zu, und die platonische Akademie hat mit der Gegenwart und den aus dem Christenthum erwachsenen Zuständen kaum eine Berührung.

Anders in Deutschland. Hier richtet sich die Kritik sogleich auf die Urkunden der christlichen Religion, und die drückend empfundene päbstliche Herrschaft veranlaßt zur Prüfung der Ueberlieferung. Da werden die alten lauteren Quellen der Geschichte wieder ansLicht gezogen, und gefeierte Humanisten wenden auch diesem Felde ihre Thätigkeit zu. Das lebhaft erwachende Volksbewußtsein konnte ebenfalls in der römischen Vorzeit nicht Befriedigung finden, wie es in Italien der Fall war, und wie mit den reformatorischen Bestrebungen diesseit der Alpen überall ein kräftiger Aufschwung der Landessprache zusammenfällt, so auch ein eifriges Erforschen der heimischen Geschichte[1]. Merkwürdigerweise ist es der italienische HumanistAeneas Silviusaus Siena, den zuerst seine Forschungen über österreichische Geschichte zur Bekanntschaft mit Otto von Freising führten, der durch eine Goetweiher Handschrift Jordanis Gothengeschichte kennen lernte[2]. Wenig später (1457) benutztePeter Ludermangelhafte Quellen zu rhetorischer Darstellung deutscher Vorzeit[3]undHartmann Schedelsammelte neben altrömischen auch deutsche Inschriften und Chroniken[4].

Mehrere unserer besten Geschichtsquellen sind uns nur in Abschriften des fünfzehnten Jahrhunderts erhalten, gerade wie so manche Classiker, und den Handschriften reihen sich bald die ersten Drucke an. Schon in diesem Jahrhundert, um 1472, wurde in Nürnberg HonoriusDe imagine mundigedruckt; in Ulm, 1473, erschien die deutsche Uebersetzung derFlores temporumvon dem Ulmer Arzt H.Steinhöwel; zwischen 1470 und 1474, vermuthlich zu Augsburg[5], dieHistoria Friderici I, welche nichts anderes ist als ein Theil der Ursperger Chronik. In Poitiers wurde 1479 dasBreviarium historialebis 1428 gedruckt[6]. Denn nicht als Quellen für gelehrte Forschung betrachtete man damals diese Schriften; noch waren sie unmittelbar als darstellende Geschichtswerke willkommen, da man in der Sprache sowohl wie in der ganzen Denkweise jenen Zeiten noch nicht so fern stand, daß es eines eigenen Studiums bedurft hätte, um sich an den Schriften des Mittelalters zu erfreuen, sie auch nur zu verstehen.

Zu den eifrigsten Sammlern und Forschern gehörte der gelehrte AbtJohann von Trittenheim[7], der nur leider seine in der Thatbewunderungswürdige Thätigkeit und Litteraturkenntniß durch kecke Fälschungen selbst um den Ruhm gebracht hat, welcher ihr sonst gebühren würde. In seinem Auftrag durchforschte der Bosauer MönchPaul Langviele Klöster nach Werken über die deutsche Geschichte[8].

Vor allen aber war es KaiserMaximilian, welcher die Erforschung der deutschen Geschichte auf alle Weise beförderte und sogar selbst daran Theil nahm. Ueberall ließ er nach alten Urkunden und Chroniken suchen und belohnte jeden Fund; sein HistoriographStabiussollte daraus ein großes Geschichtswerk zusammensetzen[9]. Die bedeutendsten Gelehrten der Zeit suchte er an seinem Hofe zu vereinigen, und die Wiener Universität erreichte unter ihm ihre höchste Blüthe; sie soll damals an 7000 Studenten gezählt haben, und viele der angesehensten Humanisten fanden dort begeisterte Schüler[10]. In seinem Auftrag bereiste von 1498 bis 1505Ladislaus Suntheimaus Ravensburg das südwestliche Deutschland, um die Materialien zu einer genealogischen Geschichte des habsburgischen und anderer deutscher Fürstenhäuser zusammen zu bringen[11]. Seinem gelehrten Arzt Johann Spießhaymer, der sichCuspiniannannte[12], gab Maximilian 1508 den Auftrag, Bücher aus allen Theilen des Reichs zu sammeln, und einen ähnlichen Auftrag hatte auch Dr. Jacob Mennel aus Bregenz (Manlius) erhalten[13], von welchem der Kaiser sich Nachts, wenn er an Schlaflosigkeit litt, aus den alten Schriften vorlesen ließ[14]. Auch der talentvolle, aber unstäte DichterConrad Celtis, welchen Maximilian im Jahre1497 nach Wien berufen hatte, erhielt im folgenden Jahre vom Kaiser die Mittel zu seiner letzten großen Reise in den fernen Norden, deren Frucht dieGermania illustratasein sollte, Celtis lange versprochenes Hauptwerk, welches er aber bei seinem Tode 1508 unvollendet hinterlassen hat[15]. Doch sind seine eifrigen Forschungen nicht ohne bedeutende Frucht geblieben. Im Kloster St. Emmeram zu Regensburg entdeckte er die Werke der Nonne Hrotsuit, welche er 1501 herausgab. Im fränkischen Kloster Ebrach fand er den Ligurinus, über den er selbst in Wien, seine Freunde in Freiburg, Tübingen, Leipzig Vorlesungen hielten; 1507 besorgten seine Augsburger Freunde den Druck. Ihm danken wir auch die Entdeckung derTabula Peutingeriana, jener merkwürdigen römischen Straßenkarte des dritten Jahrhunderts, mit späteren Zusätzen erhalten in einer Copie des dreizehnten Jahrhunderts, welche sich jetzt in der Wiener Hofbibliothek befindet[16]. Ihren Namen führt sie davon, daß Celtis sie in seinem Testamente dem gelehrten Augsburger PatricierConrad Peutinger[17]vermachte. Dieser, der ebenfalls von Maximilian zu seinem Rath erhoben war und fortwährend für künstlerische und gelehrte Zwecke in Anspruch genommen wurde, war 1506 beim Kaiser in Klosterneuburg, um die alten Briefe des Hauses Oesterreich zu besichtigen, und erhielt ein eigen Gemach in der Wiener Burg, wohin „S. Mt. von allen orten Cronica und historien bringen lassen“. Er selbst besaß die werthvollsten deutschen Geschichtsquellen und beabsichtigte eine umfassende Sammlung derselben herauszugeben; leider kam dies Vorhaben nicht in seinem ganzen Umfange zur Ausführung, doch verdanken wir ihm mehrere vortreffliche Ausgaben, die aber Peutingers Namen nicht auf dem Titel tragen. Nachdem er 1507 bei der Herausgabe des Ligurinus geholfen, erschien 1515 aus der in seinem Besitz befindlichen Abschrift die erste Ausgabedes Chronicon Urspergense, besorgt von Joh. Mader[18]; gleichzeitig erschienen, von Peutinger bearbeitet, Jordanis de Rebus Geticis und Pauli Diaconi historia Langobardorum[19], eine sehr gute Ausgabe, gegen welche die 1514 zu Paris vonGuillaume Petitbesorgte Ausgabe des Paulus weit zurücksteht. Doch verdienen auch die Bestrebungen dieses Buchhändlers, bei welchem 1512 Gregor von Tours, 1513 Sigebert, 1514 außer Paulus noch Liudprand und Aimoin erschienen, unsere Anerkennung.

Ebenfalls im Jahre 1515 besorgte der schon erwähnteCuspinian, zusammen mit dem kaiserlichen Historiographen Stabius, in Straßburg eine vortreffliche Ausgabe des Otto von Freising mit der Fortsetzung des Ragewin. Ebenda waren bereits im Jahre 1508 von dem BreisgauerGervasius Soupherdie Gesta Heinrici IV herausgegeben, mit einem Vorwort, welches von stolzem Selbstgefühl den Franzosen gegenüber erfüllt ist. Von ähnlicher Denkungsart zur Ehrenrettung dieses vielgeschmähten Kaisers getrieben, gabAventin1518 in Augsburg die schöne prosaische Lebensbeschreibung desselben heraus; er war ein Schüler von Celtis und hatte sich nach dessen Vorbild der deutschen Geschichte schon früh eifrig zugewandt[20]. So traten nach einander die vorzüglichsten Geschichtschreiber des deutschen Mittelalters ans Licht; 1521 erschienen in Cöln auch die Werke Einhards, herausgegeben von dem GrafenHermann von Nuenar[21]; in Mainz die Chronik des Regino vonSebastian von Rotenhan[22].

Besonders eifrig aber nahmen die Protestanten diese Bestrebungen auf; sie fanden bald auch unter diesen Schriften Waffen gegen die päbstlichen Ansprüche, und die Streitschriften des elften Jahrhunderts erschienen auch für den veränderten Standpunkt des sechzehnten noch verwendbar. Hatte man doch schon lange im Einklang mit der wachsenden Erbitterung gegen den entarteten Clerus die scharfen Satiren des früheren Mittelalters hervorgezogen, so in Cöln baldnach 1470 und mehrmals wiederholt den Pseudo-Ovidius de Vetulamit seinen Ausfällen gegen sittenlose Prälaten, und denBrunellusmit der schonungslosen Verspottung der Mönche. Die Schrift des Spaniers Alvarus PelagiusDe planctu ecclesiae, in welcher er unter dem Eindruck seiner Erfahrungen an der Curie in Avignon den verderbten Zustand der Kirche beklagt, 1340 in Portugal zuletzt überarbeitet, erschien schon 1474 in Ulm bei Johann Zainer von Reutlingen, und wurde 1517 in Lyon wiederholt. Lupolds von Bebenburg SchriftGermanorum principum zelus in christianam religionemerschien 1497 in Basel. DieEpistola Luciferi ad malos principes ecclesiasticos, eine sehr bittere Satire, welche 1351 in Avignon zum Vorschein kam und in vielen Abschriften verbreitet war, wurde nach einer nicht mehr bekannten Pariser Ausgabe 1507 in Straßburg gedruckt, um 1530 in einem Einzeldruck o. J. wiederholt und 1549 in Magdeburg vonFlacius Illyricusherausgegeben[23]. Derselbe wiederholte 1550 die deutsche Uebersetzung des Briefes, welche schon 1521 o. O. erschienen war[24].Ulrich von Huttengab 1520 die Schrift Walrams von Naumburg gegen Gregor VII,De unitate ecclesiae conservanda, heraus, welcher bald noch mehrere Schriften verwandten Geistes aus der Zeit des Schisma und der Reformbewegung des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts folgten[25]. So erschien 1521 in Wittenberg der dem Bischof Ulrich von Augsburg untergeschobene Brief unter dem Titel:Hulderichi Aug. ep. epistola adversus constitutionem de cleri coelibatu. Der Cölner HumanistJacob Sobiusgab 1521 in Basel die Commentare des Aeneas Silvius nebst anderen Stücken von verwandtem Inhalt heraus, eine Sammlung, welche 1535 in Cöln mit neuen Zuthaten vonOrtwinus Gratiuswiederholt wurde, dessen Standpunkt in seinem späteren Leben ein von dem früheren sehr verschiedener wurde[26]. Im Jahre 1529 wurden zu Hagenau die ersten Briefe Peters de Vinea gedruckt, weil sie auch für die Gegenwart zutreffend zu sein schienen. Unbefangener ließMelanchthones sich angelegen sein, den Schulunterricht in der Geschichte zu fördern. Sehr nachdrücklich spricht er sich über den hohen Werth der Geschichte aus in der an Sigismund von Brandenburg,Erzbischof von Magdeburg, gerichteten Widmung des von ihm 1558 für die Schulen bearbeiteten Chronicon Carionis[27]. Schon 1525 gabCaspar Churrerin Tübingen die Chronik Lamberts nach einer Abschrift heraus, welche Melanchthon ihm geschickt hatte, und 1556 begleitete dieserSiegmund SchorkelsAusgabe des Helmold mit einem Brief an den Herzog von Stettin.

In Basel, wo schon 1529Sichardusdie Chroniken des Hieronymus, Prosper, Cassiodor, Hermannus Contractus mit einer Widmung an den Cardinal Albrecht von Brandenburg herausgegeben hatte, besorgten die BuchhändlerHeerwagen, die auch Melanchthons Verleger waren, 1531 eine Sammlung, welche den Prokop, Agathias und Jordanis enthält, mit einer Vorrede vonBeatus Rhenanusaus Schlettstadt. Dieser hatte auch zum Otto von Freising das Titelblatt entworfen und ist dadurch zu dem unverdienten Ruhme gekommen, als ob er der erste Herausgeber deutscher Geschichtsquellen gewesen wäre. Die Handschriften aber zu jener Sammlung hatteConrad Peutingeraus Augsburg geschickt[28].

Im Jahre 1532 erschien in demselben Verlage eine zweite Sammlung, welche den Widukind, Einhard und Liudprand enthält, herausgegeben von dem ProfessorMartin Frechtzu Tübingen.

Es würde uns zu weit führen, wenn wir fortfahren wollten, die Ausgaben des sechzehnten Jahrhunderts aufzuzählen, denn ihre Zahl ist nicht gering; besonders dieWechelsche Buchhandlung in Frankfurt verlegte eine ganze Reihe von Sammlungen dieser Art. Unsere Absicht war nur, zu zeigen, mit welchem Eifer man damals bestrebt war, die echten Quellen der Geschichte wieder ans Licht zu ziehen; mit richtiger Auswahl wurden die besten derselben zuerst herausgegeben und mit derselben Sorgfalt behandelt, welche die ersten Ausgaben der alten Classiker auszeichnet. Es war ein trefflicher Anfang gemacht, hinter dem der größte Theil der späterenLeistungen weit zurückblieb, und an die Ausgaben schloß sich sogleich auch die geschichtliche Verwerthung, getragen von demselben Geiste wahrheitsuchender Kritik, die sich vorzüglich der Prüfung der kirchlichen Ueberlieferung zuwandte. Hervorzuheben ist unter diesen Werken die nach Jahrhunderten eingetheilte Kirchengeschichte der sogenannten MagdeburgerCenturiatoren,Mathias Flacius,Wigandu. a. (Basil. 1559-1574, 13 Voll. fol.), weil sie durch scharfe Kritik und umfassende Forschung geradezu epochemachend wirkte, und durch Mittheilungen aus einem reichen handschriftlichen Material noch jetzt schätzbar ist[29].

Freilich waren nicht alle gleich bereit, die geschichtliche Wahrheit anzunehmen, und unter die Ausgaben der echten Quellen mischten sich bald auch falsche. Schon 1498 erschien in Rom der nachgemachte Berosus und anderes Machwerk des berüchtigtenAnnius von Viterbo. Nicht ganz so plump erfunden waren die Megenfrid, Benno und andere Schriftsteller, auf welcheTrithemiussich in seiner Hirschauer Chronik (1514) berief, und seine Angaben führen deshalb noch jetzt nicht selten irre; hat doch sogar sein Hunibald, dessen lächerliche Larve schon der Graf von Nuenar durchschaute, noch im neunzehnten Jahrhundert Vertheidiger gefunden! Zum ärgsten Unfug dieser Art aber gehört das 1530 erschienene Turnierbuch vonRüxner[30], dessen freche Lügen von den ahnensüchtigen Herren begierig aufgenommen wurden und noch heutiges Tages hin und wieder gespensterhaft erscheinen.


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