Chapter 3

Beatrice.Zu deinen Füßen sieh die Schuldige.

Isabella.Ich habe dich wieder! Alles sei vergessen!

Diego.Betracht' auch mich! Erkennst du meine Züge?

Beatrice.Des redlichen Diego greises Haupt!

Isabella.Der treue Wächter deiner Kinderjahre.

Beatrice.So bin ich wieder in dem Schooß der Meinen?

Isabella.Und nichts soll uns mehr scheiden, als der Tod.

Beatrice.Du willst mich nicht mehr in die Fremde stoßen?

Isabella.Nichts trennt uns mehr, das Schicksal ist befriedigt.

Beatrice (sinkt an ihre Brust).Und find' ich wirklich mich an deinem Herzen?Und Alles war ein Traum, was ich erlebt?Ein schwerer, fürchterlicher Traum—O Mutter!Ich sah ihn todt zu meinen Füßen fallen!—Wie komm' ich aber hieher? Ich besinneMich nicht—Ach, wohl mir, wohl, daß ich gerettetIn deinen Armen bin! Sie wollten michZur Fürstin Mutter von Messina bringen.Eher ins Grab!

Isabella.Komm zu dir, meine Tochter!Messinas Fürstin—

Beatrice.Nenne sie nicht mehr!Mir gießt sich bei dem unglücksel'gen NamenEin Frost des Todes durch die Glieder.

Isabella.Höre mich.

Beatrice.Sie hat zwei Söhne, die sich tödtlich hassen;Don Manuel, Don Cesar nennt man sie.

Isabella.Ich bin's ja selbst! Erkenne deine Mutter!

Beatrice.Was sagst du? Welches Wort hast du geredet?

Isabella.Ich, deine Mutter, bin Messinas Fürstin.

Beatrice.Du bist Don Manuels Mutter und Don Cesars?

Isabella.Und deine Mutter! Deine Brüder nennst du!

Beatrice.Weh, weh mir! O, entsetzensvolles Licht!

Isabella.Was ist dir? Was erschüttert dich so seltsam?

Beatrice (wild um sich her schauend, erblickt den Chor).Das sind sie, ja! Jetzt, jetzt erkenn' ich sie.Mich hat kein Traum getäuscht—Die sind's, Die warenZugegen—Es ist fürchterliche Wahrheit!Unglückliche, wo habt ihr ihn verborgen?

(Sie geht mit heftigem Schritt auf den Chor zu, der sich von ihr abwendet. Ein Trauermarsch läßt sich in der Ferne hören.)

Chor.Weh! Wehe!

Isabella.Wen verborgen? Was ist wahr?Ihr schweigt bestürzt—Ihr scheint sie zu verstehn.Ich les' in euren Augen, eurer StimmeGebrochnen Tönen etwas Unglücksel'ges,Das mir zurückgehalten wird—Was ist's?Ich will es wissen. Warum heftet ihrSo schreckensvolle Blicke nach der Thüre?Und was für Töne hör' ich da erschallen?

Chor. (Bohemund.)Es naht sich! Es wird sich mit Schrecken klären.Sei stark, Gebieterin, stähle dein Herz!Mit Fassung ertrage, was dich erwartet,Mit männlicher Seele den tödtlichen Schmerz!

Isabella.Was naht sich? Was erwartet mich?—Ich höreDer Todtenklage fürchterlichen TonDas Haus durchdringen—Wo sind meine Söhne?

(Der erste Halbchor bringt den Leichnam Don Manuels auf einer Bahre getragen, die er auf der leer gelassenen Seite der Scene niedersetzt. Ein schwarzes Tuch ist darüber gebreitet.)

Vierter Auftritt.

Isabella. Beatrice. Diego. Beide Chöre.

Erster Chor. (Cajetan.)Durch die Straßen der Städte,Vom Jammer gefolget,Schreitet das Unglück—Lauernd umschleicht esDie Häuser der Menschen,Heute an dieserPforte pocht es,Morgen an jener,Aber noch keinen hat es verschont.Die unerwünschteSchmerzliche Botschaft,Früher oder später,Bestellt es an jederSchwelle, wo ein Lebendiger wohnt.

(Berengar.)Wenn die Blätter fallenIn des Jahres Kreise,Wenn zum Grabe wallenEntnervte Greise,Da gehorcht die NaturRuhig nurIhrem alten Gesetze,Ihrem ewigen Brauch,Da ist nichts, was den Menschen entsetze!

Aber das Ungeheure auchLerne erwarten im irdischen Leben!Mit gewaltsamer HandLöst der Mord auch das heiligste Band,In sein stygisches BootRaffet der TodAuch der Jugend blühendes Leben!

(Cajetan.)Wenn die Wolken gethürmt den Himmel schwärzen,Wenn dumpftosend der Donner hallt,Da, da fühlen sich alle HerzenIn des furchtbaren Schicksals Gewalt.Aber auch aus entwölkter HöheKann der zündende Donner schlagenDarum in deinen fröhlichen TagenFürchte des Unglücks tückische Nähe!Nicht an die Güter hänge dein Herz,Die das Leben vergänglich zieren!Wer besitzt, der lerne verlieren,Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz.

Isabella.Was soll ich hören? Was verhüllt dies Tuch?(Sie macht einen Schritt gegen die Bahre, bleibt aber unschlüssigzaudernd stehen.)Es zieht mich grausend hin und zieht mich schauderndMit dunkler, kalter Schreckenshand zurück.(Zu Beatrice, welche sich zwischen sie und die Bahre geworfen.)Laß mich! Was es auch sei, ich will's enthüllen!(Sie hebt das Tuch auf und entdeckt Don Manuels Leichnam.)O himmlische Mächte, es ist mein Sohn!

(Sie bleibt mit starrem Entsetzen stehen—Beatrice sinkt mit einemSchrei des Schmerzens neben der Bahre nieder.)

Chor. (Cajetan, Berengar, Manfred.)Unglückliche Mutter! Es ist dein Sohn!Du hast es gesprochen, das Wort des Jammers,Nicht meinen Lippen ist es entflohn.

Isabella.Mein Sohn! Mein Manuel!—O, ewigeErbarmung—So muß ich dich wieder finden!Mit deinem Leben mußtest du die SchwesterErkaufen aus des Räubers Hand!—Wo warDein Bruder, daß sein Arm dich nicht beschützte?—O, Fluch der Hand, die diese Wunde grub!Fluch ihr, die den Verderblichen geboren,Der mir den Sohn erschlug! Fluch seinem ganzenGeschlecht!

Chor.Wehe! Wehe! Wehe! Wehe!

Isabella.So haltet ihr mir Wort, ihr Himmelsmächte?Das, das ist eure Wahrheit? Wehe Dem,Der euch vertraut mit redlichem Gemüth!Worauf hab' ich gehofft, wovor gezittert,Wenn dies der Ausgang ist!—O, die ihr hierMich schreckenvoll umsteht, an meinem SchmerzDie Blicke weidend, lernt die Lügen kennen,Womit die Träume uns, die Seher täuschen!Glaube noch einer an der Götter Mund!—Als ich mich Mutter fühlte dieser Tochter,Da träumte ihrem Vater eines Tages,Er säh' aus seinem hochzeitlichen BetteZwei Lorbeerbäume wachsen—Zwischen ihnenWuchs eine Lilie empor; sie wardZur Flamme, die der Bäume dicht Gezweig ergriffUnd, um sich wüthend, schnell das ganze HausIn ungeheurer Feuersfluth verschlang.Erschreckt von diesem seltsamen Gesichte,Befrug der Vater einen VogelschauerUnd schwarzen Magier um die Bedeutung.Der Magier erklärte: wenn mein SchooßVon einer Tochter sich entbinden würde,So würde sie die beiden Söhne ihmErmorden und vertilgen seinen Stamm!

Chor. (Cajetan und Bohemund.)Gebieterin, was sagst du? Wehe! Wehe!

Isabella.Darum befahlt der Vater, sie zu tödten;Doch ich entrückte sie dem Jammerschicksal.—Die arme Unglückselige! VerstoßenWard sie als Kind aus ihrer Mutter Schooß,Daß sie, erwachsen, nicht die Brüder morde!Und jetzt durch Räubershände fällt der Bruder,Nicht die Unschuldige hat ihn getödtet!

Chor.Wehe! Wehe! Wehe! Wehe!

Isabella.Keinen GlaubenVerdiente mir des Götzendieners Spruch,Ein beßres Hoffen stärkte meine Seele.Denn mir verkündigte ein andrer Mund,Den ich für wahrhaft hielt, von dieser Tochter:"In heißer Liebe würde sie dereinst"Der Söhne Herzen mir vereinigen."—So widersprachen die Orakel sich,Den Fluch zugleich und Segen auf das HauptDer Tochter legend—Nicht den Fluch hat sieVerschuldet, die Unglückliche! Nicht ZeitWard ihr gegönnt, den Segen zu vollziehen.Ein Mund hat, wie der andere, gelogen!Die Kunst der Seher ist ein eitles Nichts,Betrüger sind sie oder sind betrogen.Nichts Wahres läßt sich von der Zukunft wissen,Du schöpfest drunten an der Hölle Flüssen,Du schöpfest droben an dem Quell des Lichts.

Erster Chor. (Cajetan.)Wehe! Wehe! Was sagst du? Halt ein, halt ein!Bezähme der Zunge verwegenes Toben!Die Orakel sehen und treffen ein,Der Ausgang wird die Wahrhaftigen loben!

Isabella.Nicht zähmen will ich meine Zunge, laut,Wie mir das Herz gebietet, will ich reden.Warum besuchen wir die heil'gen HäuserUnd heben zu dem Himmel fromme Hände?Gutmüth'ge Thoren, was gewinnen wirMit unserm Glauben? So unmöglich ist's,Die Götter, die hochwohnenden, zu treffen,Als in den Mond mit einem Pfeil zu schießen.Vermauert ist dem Sterblichen die Zukunft,Und kein Gebet durchbohrt den ehrnen Himmel.Ob rechts die Vögel fliegen oder links,Die Sterns so sich oder anders fügen,Nicht Sinn ist in dem Buche der Natur,Die Traumkunst träumt, und alle Zeichen trügen.

Zweiter Chor. (Bohemund.)Halt ein, Unglückliche! Wehe! Wehe!Du leugnest der Sonne leuchtendes LichtMit blinden Augen! Die Götter leben,Erkenne sie, die dich furchtbar umgeben!(Alle Ritter.)Die Götter leben, die Götter leben,Erkenne sie, die dich furchtbar umgeben!

Beatrice.O Mutter! Mutter! Warum hast du michGerettet! Warum warfst du mich nicht hinDem Fluch, der, eh' ich war, mich schon verfolgte?Blödsicht'ge Mutter! Warum dünktest duDich weiser, als die Alles Schauenden,Die Nah' und Fernes an einander knüpfenUnd in der Zukunft späte Saaten sehn?Dir selbst und mir, uns allen zum VerderbenHast du den Todesgöttern ihren Raub,Den sie gefordert, frevelnd vorenthalten!Jetzt nehmen sie ihn zweifach, dreifach selbst.Nicht dank' ich dir das traurige Geschenk,Dem Schmerz, dem Jammer hast du mich erhalten!

Erster Chor (Cajetan.) (in heftiger Bewegung nach der Thüre sehend).Brechet auf, ihr Wunden,Fließet, fließet!In schwarzen GüssenStürzet hervor, ihr Bäche des Bluts!

(Berengar.)Eherner FüßeRauschen vernehm' ich,Höllischer SchlangenZischendes Tönen,Ich erkenne der Furien Schritt!

(Cajetan.)Stürzet ein, ihr Wände!Versink, o Schwelle,Unter der schrecklichen Füße Tritt!Schwarze Dämpfe, entsteiget, entsteigetQualmend dem Abgrund! Verschlinget des TagesLieblichen Schein!Schützende Götter des Hauses, entweichet!Lasst die rächenden Göttinnen ein!

Fünfter Auftritt.

Don Cesar. Isabella. Beatrice. Der Chor.

Beim Eintritt des Don Cesar zertheilt sich der Chor in fliehenderBewegung vor ihm; er bleibt allein in der Mitte der Scene stehen.

Beatrice.Weh mir, er ist's!

Isabella (tritt ihm entgegen).O mein Sohn Cesar! Muß ich soDich wiedersehen—O, blick her und siehDen Frevel einer gottverfluchten Hand!(Führt ihn zu dem Leichnam.)

Don Cesar (tritt mit Entsetzen zurück, das Gesicht verhüllend).

Erster Chor. (Cajetan, Berengar.)Brechet auf, ihr Wunden!Fließet, fließet!In schwarzen GüssenStrömet hervor, ihr Bäche des Bluts!

Isabella.Du schauderst und erstarrst!—Ja, das ist AllesWas dir noch übrig ist von deinem Bruder!Da liegen meine Hoffnungen—Sie stirbtIm Keim, die junge Blume eures Friedens,Und keine schöne Früchte sollt' ich schauen.

Don Cesar.Tröste dich, Mutter! Redlich wollten wirDen Frieden, aber Blut beschloß der Himmel.

Isabella.O, ich weiß, du liebtest ihn, ich sah entzücktDie schönen Bande zwischen euch sich flechten!An deinem Herzen wolltest du ihn tragen,Ihm reich ersetzen die verlornen Jahre.Der blut'ge Mord kam deiner schönen LiebeZuvor—Jetzt kannst du nichts mehr, als ihn rächen.

Don Cesar.Komm, Mutter, komm! Hier ist kein Ort für dich,Entreiß dich diesem unglücksel'gen Anblick! (Er will sie fortziehen.)

Isabella (fällt ihm um den Hals).Du lebst mir noch! Du, jetzt mein Einziger!

Beatrice.Weh, Mutter! Was beginnst du?

Don Cesar.Weine dich ausAn diesem treuen Busen! UnverlorenIst dir der Sohn, denn seine Liebe lebtUnsterblich fort in deines Cesars Brust.

Erster Chor. (Cajetan, Berengar, Manfred.)Brechet auf, ihr Wunden!Redet, ihr stummen!In schwarzen FluthenStürzet hervor, ihr Bäche des Bluts!

Isabella (Beider Hände fassend).O meine Kinder!

Don Cesar.Wie entzückt es mich,In deinen Armen sie zu sehen, Mutter!Ja, laß sie deine Tochter sein! Die Schwester—

Isabella (unterbricht ihn).Dir dank' ich die Gerettete, mein Sohn!Du hieltest Wort, du hast sie mir gesendet.

Don Cesar (erstaunt).Wen, Mutter, sagst du, hab' ich dir gesendet?

Isabella.Sie mein' ich, die du vor dir siehst, die Schwester.

Don Cesar.Sie meine Schwester?

Isabella.Welche andre sonst?

Don Cesar.Meine Schwester?

Isabella.Die du selber mir gesendet.

Don Cesar.Und seine Schwester!

Chor.Wehe! Wehe! Wehe!

Beatrice.O, meine Mutter!

Isabella.Ich erstaune—Redet!

Don Cesar.So ist der Tag verflucht, der mich geboren!

Isabella.Was ist dir? Gott!

Don Cesar.Verflucht der Schooß, der michGetragen!—Und verflucht sei deine Heimlichkeit,Die all dies Gräßliche verschuldet! FalleDer Donner nieder, der dein Herz zerschmettert,Nicht länger halt' ich schonen ihn zurück—Ich selber, wiss' es, ich erschlug den Bruder,In ihren Armen überrascht' ich ihn;Sie ist es, die ich liebe, die zur BrautIch mir gewählt—den Bruder aber fand ichIn ihren Armen—Alles weißt du nun!—Ist sie wahrhaftig seine, meine Schwester,So bin ich schuldig einer Gräuelthat,Die keine Reu' und Büßung kann versöhnen!

Chor. (Bohemund.)Es ist gesprochen, du hast es vernommen,Das Schlimmste weißt du, nichts ist mehr zurück!Wie die Seher verkündet, so ist es gekommen,Denn noch Niemand entfloh dem verhängten Geschick.Und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden,Der muß es selber erbauend vollenden.

Isabella.Was kümmert's mich noch, ob die Götter sichAls Lügner zeigen, oder sich als wahrBestätigen? Mir haben sie das ÄrgsteGethan—Trotz biet' ich ihnen, mich noch härterZu treffen, als sie trafen—Wer für nichts mehrZu zittern hat, der fürchtet sie nicht mehr.Ermordet liegt mir der geliebte Sohn,Und von dem lebenden scheid' ich mich selbst.Er ist mein Sohn nicht—Einen BasiliskenHab' ich erzeugt, genährt an meiner Brust,Der mir den bessern Sohn zu Tode stach.—Komm, meine Tochter! Hier ist unsers BleibensNicht mehr—den Rachegeistern überlass' ichDies Haus—ein Frevel führte mich herein,Ein Frevel treibt mich aus—Mit WiderwillenHab' ich's betreten und mit Furcht bewohnt,Und in Verzweiflung räum' ich's—Alles diesErleid' ich schuldlos; doch bei Ehren bleibenDie Orakel, und gerettet sind die Götter.(Sie geht ab. Diego folgt ihr.)

Sechster Auftritt.

Beatrice. Don Cesar. Der Chor.

Don Cesar (Beatricen zurückhaltend).Bleib, Schwester! Scheide du nicht so von mir!Mag mir die Mutter fluchen, mag dies BlutAnklagend gegen mich zum Himmel rufen,Mich alle Welt verdammen! Aber duFluche mir nicht! Von dir kann ich's nicht tragen!

Beatrice (zeigt mit abgewandtem Gesicht auf den Leichnam).

Don Cesar.Nicht den Geliebten hab' ich dir getödtet!Den Bruder hab' ich dir und hab' ihn mirGemordet—Dir gehört der Abgeschiedne jetztNicht näher an, als ich, der Lebende,Und ich bin mitleidswürdiger, als er,Denn er schied rein hinweg, und ich bin schuldig.

Beatrice (bricht in heftige Thränen aus).

Don Cesar.Weine um den Bruder, ich will mit dir weinen,Und mehr noch—rächen will ich ihn! Doch nichtUm den Geliebten weine! Diesen Vorzug,Den du dem Todten gibst, ertrag' ich nicht.Den einz'gen Trost, den letzten, laß mich schöpfenAus unsers Jammers bodenloser Tiefe,Daß er dir näher nicht gehört, als ich—Denn unser furchtbar aufgelöstes SchicksalMacht unsre Rechte gleich, wie unser Unglück.In einen Fall verstrickt, drei liebendeGeschwister, gehen wir vereinigt unterUnd theilen gleich der Thränen traurig Recht.Doch wenn ich denken muß, daß deine TrauerMehr dem Geliebten als dem Bruder gilt,Dann mischt sich Wuth und Neid in meinen Schmerz,Und mich verläßt der Wehmuth letzter Trost.Nicht freudig, wie ich gerne will, kann ichDas letzte Opfer seinen Manen bringen;Doch sanft nachsenden will ich ihm die Seele,Weiß ich nur, daß du meinen Staub mit seinemIn einem Aschenkruge sammeln wirst.

(Den Arm um sie schlingend, mit einer leidenschaftlich zärtlichen Heftigkeit.)

Dich liebt' ich, wie ich nichts zuvor geliebt,Da du noch eine Fremde für mich warst.Weil ich dich liebte über alle Grenzen,Trag' ich den schweren Fluch des Brudermords,Liebe zu dir war meine ganze Schuld.—Jetzt bist du meine Schwester, und dein MitleidFordr' ich von dir als einen heil'gen Zoll.

(Er sieht sie mit ausforschenden Blicken und schmerzlicherErwartung an, dann wendet er sich mit Heftigkeit von ihr.)

Nein, nein, nicht sehen kann ich diese Thränen—In dieses Todten Gegenwart verläßtDer Muth mich, und die Brust zerreißt der Zweifel——Laß mich im Irrthum! Weine im Verborgnen!Sieh nie mich wieder—niemals mehr—Nicht dich,Nicht deine Mutter will ich wieder sehen,Sie hat mich nie geliebt! Verrathen endlichHat sich ihr Herz, der Schmerz hat es geöffnet.Sie nannt' ihn ihren bessern Sohn!—So hat sieVerstellung ausgeübt ihr ganzes Leben!—Und du bist falsch, wie sie! Zwinge dich nicht!Zeig' deinen Abscheu! Mein verhaßtes AntlitzSollst du nicht wieder sehn! Geh hin auf ewig!

(Er geht ab. Sie steht unschlüssig, im Kampf widersprechenderGefühle, dann reißt sie sich los und geht.)

Siebenter Auftritt.

Chor. (Cajetan.) — — — — — — —Wohl Dem! Selig muß ich ihn preisen,Der in der Stille der ländlichen Flur,Fern von des Lebens verworrenen Kreisen,Kindlich liegt an der Brust der Natur.Denn das Herz wird mir schwer in der Fürsten Palästen,Wenn ich herab vom Gipfel des GlücksStürzen sehe die Höchsten, die BestenIn der Schnelle des Augenblicks!

Und auch Der hast sich wohl gebettet,Der aus der stürmischen Lebenswelle,Zeitig gewarnt, sich heraus gerettetIn des Klosters friedliche Zelle,Der die stachelnde Sucht der EhrenVon sich warf und die eitle LustUnd die Wünsche, die ewig begehren,Eingeschläfert in ruhiger Brust.Ihn ergreift in dem LebensgewühleNicht der Leidenschaft wilde Gewalt,Nimmer in seinem stillen AsyleSieht er der Menschheit traur'ge Gestalt.Nur in bestimmter Höhe ziehetDas Verbrechen hin und das Ungemach,Wie die Pest die erhabnen Orte fliehet,Dem Qualm der Städte wälzt es sich nach.

(Berengar, Bohemund und Manfred.)Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der GrüfteSteigt nicht hinauf in die reinen Lüfte;Die Welt ist vollkommen überall,Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.

(Der ganze Chor wiederholt.)Auf den Bergen u. s. w.

Achter Auftritt.

Don Cesar. Der Chor.

Don Cesar (gefaßter).Das Recht des Herrschers üb' ich aus zum letzten Mal,Dem Grab zu übergeben diesen theuren Leib,Denn dieses ist der Todten letzte Herrlichkeit.Vernehmt denn meines Willens ernstlichen Beschluß,Und wie ich's euch gebiete, also übt es ausGenau—Euch ist in frischem Angedenken nochDas ernste Amt, denn nicht von langen Zeiten ist's,Daß ihr zur Gruft begleitet eures Fürsten Leib.Die Todtenklage ist in diesen Mauern kaumVerhallt, und eine Leiche drängt die andre fortIns Grab, daß eine Fackel ander andern sichAnzünden, auf der Treppe Stufen sich der ZugDer Klagemänner fast begegnen mag.So ordnet denn ein feierlich BegräbnißfestIn dieses Schlosses Kirche, die des Vaters StaubVerwahrt, geräuschlos bei verschloßnen Pforten an,Und Alles werde, wie es damals war, vollbracht.

Chor. (Bohemund.)Mit schnellen Händen soll dies Werk bereitet sein,O Herr—denn aufgerichtet steht der Katafalk,Ein Denkmal jener ernsten Festlichkeit, noch da,Und an den Bau des Todes rührte keine Hand.

Don Cesar.Das war kein glücklich Zeichen, daß des Grabes MundGeöffnet blieb im Hause der Lebendigen.Wie kam's, daß man das unglückselige GerüstNicht nach vollbrachtem Dienste alsobald zerbrach?

Chor. (Bohemund.)Die Noth der Zeiten und der jammervolle Zwist,Der gleich nachher, Messina feindlich theilend, sichEntflammt, zog unsre Augen von den Todten ab,Und öde blieb, verschlossen dieses Heiligthum.

Don Cesar.Ans Werk denn eilet ungesäumt! Noch diese NachtVollende sich das mitternächtliche Geschäft!Die nächste Sonne finde von Verbrechen reinDas Haus und leuchte einem fröhlichen Geschlecht.

(Der zweite Chor entfernt sich mit Don Manuels Leichnam.)

Erster Chor. (Cajetan.)Soll ich der Mönche fromme Brüderschaft hieherBerufen, daß sie nach der Kirche altem BrauchDas Seelenamt verwalte und mit heil'gem LiedZur ew'gen Ruh einsegne den Begrabenen?

Don Cesar.Ihr frommes Lied mag fort und fort an unserm GrabAuf ew'ge Zeiten schallen bei der Kerze Schein;Doch heute nicht bedarf es ihres reinen Amts,Der blut'ge Mord verscheucht das Heilige.

Chor. (Cajetan.)Beschließe nichts gewaltsam Blutiges, o Herr,Wider sich selber wüthend mit Verzweiflungsthat;Denn auf der Welt lebt Niemand, der dich strafen kann,Und fromme Büßung kauft den Zorn des Himmels ab.

Don Cesar.Nicht auf der Welt lebt, wer mich richten strafen kann,Drum muß ich selber an mir selber es vollziehn.Bußfert'ge Sühne, weiß ich, nimmt der Himmel an;Doch nur mit Blut büßt sich ab der blut'ge Mord.

Chor. (Cajetan.)Des Jammers Fluthen, die auf dieses Haus gestürmt,Ziemt dir zu brechen, nicht zu häufen Leid auf Leid.

Don Cesar.Den alten Fluch des Hauses lös' ich sterbend auf,Der freie Tod nur bricht die Kette des Geschicks.

Chor. (Cajetan.)Zum Herrn bist du dich schuldig dem verwaisten Land,Weil du des andern Herrscherhauptes uns beraubt.

Don Cesar.Zuerst den Todesgöttern zahl' ich meine Schuld,Ein andrer Gott mag sorgen für die Lebenden.

Chor. (Cajetan.)So weit die Sonne leuchtet, ist die Hoffnung auch,Nur von dem Tod gewinnt sich nichts! Bedenk' es wohl!

Don Cesar.Du selbst bedenke schweigend deine Dienerpflicht!Mich laß dem Geist gehorchend, der mich furchtbar treibt,Denn in das Innre kann kein Glücklicher mir schaun.Und ehrst du fürchtend auch den Herrscher nicht in mir,Den Verbrecher fürchte, den der Flüche schwerster drückt!Das Haupt verehre des Unglücklichen,Das auch den Göttern heilig ist—Wer das erfuhr,Was ist erleide und im Busen fühle,Gibt keinem Irdischen mehr Rechenschaft.

Neunter Auftritt.

Donna Isabella. Don Cesar. Der Chor.

Isabella (kommt mit zögernden Schritten und wirft unschlüssigeBlicke auf Don Cesar. Endlich tritt sie ihm näher und sprichtmit gefaßtem Ton).Dich sollten meine Augen nicht mehr schauen,So hatt' ich mir's in meinem Schmerz gelobt;Doch in die Luft verwehen die Entschlüsse,Die eine Mutter, unnatürlich wüthend,Wider des Herzens Stimme faßt—Mein Sohn!Mich treibt ein unglückseliges GerüchtAus meines Schmerzens öden WohnungenHervor—Soll ich ihm glauben? Ist es wahr,Daß mir ein Tag zwei Söhne rauben soll?

Chor. (Cajetan.)Entschlossen siehst du ihn, festen Muths,Hinab zu gehen mit freiem SchritteZu des Todes traurigen Thoren.Erprobe du jetzt die Kraft des Blutes,Die Gewalt der rührenden Mutterbitte!Meine Worte hab' ich umsonst verloren.

Isabella.Ich rufe die Verwünschungen zurück,Die ich im blinden Wahnsinn der VerzweiflungAuf dein geliebtes Haupt herunter rief.Eine Mutter kann des eignen Busens Kind,Das sie mit Schmerz geboren, nicht verfluchen.Nicht hört der Himmel solche sündigeGebete; schwer von Thränen, fallen sieZurück von seinem leuchtenden Gewölbe.—Lebe, mein Sohn! Ich will den Mörder lieber sehnDes einen Kindes, als um beide weinen.

Don Cesar.Nicht wohl bedenkst du, Mutter, was du wünschestDir selbst und mir—Mein Pfad kann nicht mehr seinBei den Lebendigen—Ja, könntest duDes Mörders gottverhaßtes Antlitz auchErtragen, Mutter, ich ertrüge nichtDen stummen Vorwurf deines ew'gen Grams.

Isabella.Kein Vorwurf soll dich kränken, keine laute,Noch stumme Klage in das Herz dir schneiden.In milder Wehmuth wird der Schmerz sich lösen,Gemeinsam trauernd, wollen wir das UnglückBeweinen und bedecken das Verbrechen.

Don Cesar (faßt ihre Hand, mit sanfter Stimme).Das wirst du, Mutter. Also wird's geschehn.In milder Wehmuth wird dein Schmerz sich lösen—Dann, Mutter, wenn ein Todtenmal den MörderZugleich mit dem Gemordeten umschließt,Ein Stein sich wölbet über beider Staube,Dann wird der Fluch entwaffnet sein—Dann wirstDu deine Söhne nicht mehr unterscheiden,Die Thränen, die dein schönes Auge weint,Sie werden einem wie dem andern gelten,Ein mächtiger Vermittler ist der Tod.Da löschen alle Zornesflammen aus,Der Haß versöhnt sich, und das schöne MitleidNeigt sich, ein weinend Schwesterbild, mit sanftAnschmiegender Umarmung auf die Urne.Drum, Mutter, wehre du mir nicht, daß ichHinuntersteige und den Fluch versöhne.

Isabella.Reich ist die Christenheit an Gnadenbildern,Zu denen wallend ein gequältes HerzKann Ruhe finden. Manche schwere BürdeWard abgeworfen in Lorettos Haus,Und segensvolle Himmelskraft umwehtDas heil'ge Grab, das alle Welt entsündigt.Vielkräftig auch ist das Gebet der Frommen,Sie haben reichen Vorrath an Verdienst,Und auf der Stelle, wo ein Mord geschah,Kann sich ein Tempel reinigend erheben.

Don Cesar.Wohl läßt der Pfeil sich aus dem Herzen ziehn,Doch nie wird das verletzte mehr gesunden.Lebe, wer's kann, ein Leben der Zerknirschung,Mit strengen Bußkasteiungen allmählichAbschöpfend eine ew'ge Schuld—Ich kannNicht leben, Mutter, mit gebrochnem Herzen.Aufblicken muß ich freudig zu den FrohenUnd in den Äther greifen über mirMit freiem Geist—Der Neid vergiftete mein Leben,Da wir noch deine Liebe gleich getheilt.Denkst du, daß ich den Vorzug werde tragen,Den ihm dein Schmerz gegeben über mich?Der Tod hat eine reinigende Kraft,In seinem unvergänglichen PalasteZu echter Tugend reinem DiamantDas Sterbliche zu läutern und die FleckenDer mangelhaften Menschheit zu verzehren.Weit, wie die Sterne abstehn von der Erde,Wird er erhaben stehen über mir,Und hat der alte Neid uns in dem LebenGetrennt, da wir noch gleich Brüder waren,So wurd er rastlos mir das Herz zernagen,Nun er das Ewige mir abgewannUnd, jenseits alles Wettstreits, wie ein GottIn der Erinnerung der Menschen wandelt.

Isabella.O, hab' ich euch nur darum nach MessinaGerufen, um euch Beide zu begraben!Euch zu versöhnen, rief ich euch hieher,Und ein verderblich Schicksal kehret allMein Hoffen in sein Gegentheil mir um!

Don Cesar.Schilt nicht den Ausgang, Mutter! Es erfülltSich Alles, was versprochen ward. Wir zogen einMit Friedenshoffnungen in diese Thore,Und friedlich werden wir zusammen ruhn,Versöhnt auf ewig, in dem Haus des Todes.

Isabella.Lebe, mein Sohn! Laß deine Mutter nichtFreundlos im Land der Fremdlinge zurück,Rohherziger Verhöhnung preisgegeben,Weil sie der Söhne Kraft nicht mehr beschützt.

Don Cesar.Wenn alle Welt dich herzlos kalt verhöhntSo flüchte du dich hin zu unserm GrabeUnd rufe deiner Söhne Gottheit an;Denn Götter sind wir dann, wir hören dich,Und wie des Himmels Zwillinge, dem SchifferEin leuchtend Sternbild, wollen wir mit TrostDie nahe sein und deine Seele stärken.

Isabella.Lebe, mein Sohn! Für deine Mutter lebe!Ich kann's nicht tragen, Alles zu verlieren!

(Sie schlingt ihre Arme mit leidenschaftlicher Heftigkeit um ihn; er macht sich sanft von ihr los und reicht ihr die Hand mit abgewandtem Gesicht.)

Don Cesar.Leb wohl!

Isabella.Ach, wohl erfahr' ich's schmerzlich fühlend nun,Daß nichts die Mutter über dich vermag!Gibt's keine andre Stimme, welche dirZum Herzen mächt'ger als die meine dringt?(Sie sieht nach dem Eingang der Scene.)Komm, meine Tochter! Wenn der todte BruderIhn so gewaltig nachzieht in die Gruft,So mag vielleicht die Schwester, die geliebte,Mit schöner Lebenshoffnung ZauberscheinZurück ihn locken in das Licht der Sonne.

Letzter Auftritt.

Beatrice erscheint am Eingang der Scene. Donna Isabella. Don Cesar und der Chor.

Don Cesar (bei ihrem Anblick heftig bewegt sich verhüllend).O Mutter! Mutter! Was ersannest du?

Isabella (führt sie vorwärts).Die Mutter hat umsonst zu ihm gefleht,Beschwöre du, erfleh' ihn, daß er lebe!

Don Cesar.Arglist'ge Mutter! Also prüfst du mich!In neuen Kampf willst du zurück mich stürzen?Das Licht der Sonne mir noch theurer machenAuf meinem Wege zu der ew'gen Nacht?—Da steht der holde Lebensengel mächtigVor mir, und tausend Blumen schüttet erUnd tausend goldne Früchte lebenduftendAus reichem Füllhorn strömend vor mir aus,Das Herz geht auf im warmen Strahl der Sonne,Und neu erwacht in der erstorbnen BrustDie Hoffnung wieder und die Lebenslust.

Isabella.Fleh' ihn, dich oder Niemand wird er hören,Daß er den Stab nicht raube dir und mir.

Beatrice.Ein Opfer fordert der geliebte Todte;Es soll ihm werden, Mutter—Aber michLaß dieses Opfer sein! Dem Tode war ichGeweiht, eh' ich das Leben sah. Mich fordertDer Fluch, der dieses Haus verfolgt, und RaubAm Himmel ist das Leben, das ich lebe.Ich bin's, die ihn gemordet, eures StreitsEntschlafne Furien geweckte—MirGebührt es, seine Manen zu versöhnen!

Chor. (Cajetan.)O jammervolle Mutter! Hin zum TodDrängen sich eifernd alle deine KinderUnd lassen dich allein, verlassen stehenUm freudlos öden, liebeleeren Leben.

Beatrice.Du, Bruder, rette dein geliebtes Haupt!Für deine Mutter lebe! Sie bedarfDes Sohnes; erst heute fand sie eine Tochter,Und leicht entbehrt sie, was sie nie besaß.

Don Cesar (mit tief verwundeter Seele).Wir mögen leben, Mutter, oder sterben,Wenn sie nur dem Geliebten sich vereinigt!

Beatrice.Beneidest du des Bruders todten Staub?

Don Cesar.Er lebt in deinem Schmerz ein selig Leben,Ich werde ewig todt sein bei den Todten.

Beatrice.O Bruder!

Don Cesar (mit dem Ausdruck der heftigsten Leidenschaft).Schwester, weinest du um mich?

Beatrice.Lebe für unsre Mutter!

Don Cesar (läßt ihre Hand los, zurücktretend).Für die Mutter?

Beatrice (neigt sich an seine Brust).Lebe für sie und tröste deine Schwester.

Chor. (Bohemund.)Sie hat gesiegt! Dem rührenden FlehenDer Schwester konnt' er nicht widerstehen.Trostlose Mutter! Gieb Raum der Hoffnung,Er erwählt das Leben, die bleibt dein Sohn!

(In diesem Augenblick läßt sich ein Chorgesang hören, die Flügelthüre wird geöffnet, man sieht in der Kirche den Katafalk aufgerichtet und den Sarg von Candelabern umgeben.)

Don Cesar (gegen den Sarg gewendet).Nein, Bruder! Nicht dein Opfer will ich dirEntziehen—deine Stimme aus dem SargRuft mächt'ger dringend als der Mutter ThränenUnd mächt'ger als der Liebe Flehn—Ich halteIn meinen Armen, was das ird'sche LebenZu einem Loos der Götter machen kann—Doch ich, der Mörder, sollte glücklich sein,Und deine heil'ge Unschuld ungerächetIm tiefen Grabe liegen?—Das verhüteDer allgerechte Lenker unsrer Tage,Daß solche Theilung sei in seiner Welt——Die Thränen sah ich, die auch mir geflossen,Befriedigt ist mein Herz, ich folge dir.

(Er durchsticht sich mit einem Dolch und gleitet sterbend an seinerSchwester nieder, die sich der Mutter in die Arme wirft.)

Chor (Cajetan.) (nach einem tiefen Schweigen).Erschüttert steh' ich, weiß nicht, ob ich ihnBejammern oder preisen soll sein Loos.Dies Eine fühl' ich und erkenn' es klar:Das Leben ist der Güter höchstes nicht,Der Übel größtes aber ist die Schuld.


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