Vorwort.
Welche hohe Bedeutung und große Tragweite Jesus der christlichen Taufe beilegte, geht klar aus den Worten hervor, die der erhabene Stifter derselben zu Johannes sprach, als er von ihm getauft zu werden wünschte und sich dieser weigerte, nämlich: „Also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Und daß dieselbe zur Seligkeit für den einzelnen Menschen notwendig sei, sagt unser Herr und Heiland selbst: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden.“ Mark. 16, 16.
Vorliegende Abhandlung entstand in den knapp zugemessenen Stunden, welche der Verfasser nicht gerade für seine Berufspflichten verwenden mußte. Sie hat nicht die Aufgabe, einer neuen Auffassung von der christlichen Taufe Bahn zu brechen oder des Verfassers persönliche Ansicht und Ideen in die Öffentlichkeit zu bringen, sondern vielmehr zu zeigen, welche Neuerungen und Änderungen an der Taufe seit Ablauf des apostolischen Zeitalters im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen wurden, so daß dieselbe, wie sie in gegenwärtiger Zeit vollzogen wird, durchaus keine Ähnlichkeit mehr mit der von Christo befohlenen und den Aposteln ausgeübten Taufe hat, besonders was die Form anbetrifft. Durch diese unberechtigten Eingriffe sterblicher Menschen in die vollkommenen Verordnungen Christi ging die wahre Bedeutung der christlichen Taufe verloren, und mit Frevlerhand wischte man den Glanz des Göttlichen davon ab.
Die Hauptabsicht des Verfassers ging vor allem dahin, die Wahrheit, wie sie uns in den Evangelien und den Briefen der Apostel über diesen wichtigen Punkt gegebenist, zum Ausdruck zu bringen. Und da ja die hl. Schrift die einzige Autorität in Sachen der christlichen Religion ist, hat er versucht, seine Ausführungen durch biblische Zeugnisse zu begründen. Außerdem hielt er es für sachgemäß, häufige Zitate der bedeutendsten Kirchenväter, Historiker und Theologen beizufügen, um der behandelten Frage einen geschichtlichen Halt zu geben.
Während des Studiums der zahlreichen einschlägigen Werke, das der Verfasser zum Behuf seiner Arbeit machte, konnte er wahrnehmen, wie umfangreich dieses Thema ist. Doch war er genötigt, in seiner Ausführung nur auf das Allerwichtigste einzugehen, um dieselbe in einer gedrängten Form darzubieten.
Er übergibt nun dies Werk dem „Herzog unserer Seligkeit“ mit der innigen Bitte, daß sein Segen es auf seinem Gang in die Welt begleiten möge.
Der Verfasser.