Die Kraft, die sich, für die Pachome[1],So mild, und doch umsonst, ergoss,Die wars, die, gleich dem Tiberstrome,Von jenes Römers Lippen floss,Und einen silberhellen SpiegelIn stille Blumenthäler goss;Dann aber, aufgestürmt vom FlügelDer Leidenschaft, die sieben HügelErrettend in die Arme schloss.Als Katilina schon die KettenIn ihre freien Thäler trug;Da konnt' ein Tullius nur retten,Der mächtig das Gespinst zerschlug;Der Weise, welcher in den FlurenDes stillen Tuskulums die SpurenDer Wahrheit fand, an deren Quell,Der durch die Wiesenblumen schäumte,Sein Geist, in stiller Laube, hellDen grossen Traum der Zukunft träumte;Der Weise, der uns jede PflichtDer ungeschminkten Tugend malte,Die er mit seines Geistes LichtWarm, wie mit Lebensglut, umstralte;Die, nur in eignem Daseyn froh,Aus dem zu rauschenden Getümmel,Mit ihrem Kato zu dem HimmelDer süssen Lebensstille floh.
Die Kraft, die sich, für die Pachome[1],So mild, und doch umsonst, ergoss,Die wars, die, gleich dem Tiberstrome,Von jenes Römers Lippen floss,Und einen silberhellen SpiegelIn stille Blumenthäler goss;Dann aber, aufgestürmt vom FlügelDer Leidenschaft, die sieben HügelErrettend in die Arme schloss.Als Katilina schon die KettenIn ihre freien Thäler trug;Da konnt' ein Tullius nur retten,Der mächtig das Gespinst zerschlug;Der Weise, welcher in den FlurenDes stillen Tuskulums die SpurenDer Wahrheit fand, an deren Quell,Der durch die Wiesenblumen schäumte,Sein Geist, in stiller Laube, hellDen grossen Traum der Zukunft träumte;Der Weise, der uns jede PflichtDer ungeschminkten Tugend malte,Die er mit seines Geistes LichtWarm, wie mit Lebensglut, umstralte;Die, nur in eignem Daseyn froh,Aus dem zu rauschenden Getümmel,Mit ihrem Kato zu dem HimmelDer süssen Lebensstille floh.
[1]Einer der ersten Anachoreten.
[1]Einer der ersten Anachoreten.
[1]Einer der ersten Anachoreten.
Hier brach Lukrez auch manche BlumeDer keuschverhüllten Wahrheit ab,Die dann aus ihrem Heiligthume,Troz ihm, Unsterblichkeit ihm gab.Hier sah er manches Glied der KetteDer grossen Unermessenheit,Werth, daß er auch UnsterblichkeitGeglaubt, gefühlt, gesungen hätte!
Hier brach Lukrez auch manche BlumeDer keuschverhüllten Wahrheit ab,Die dann aus ihrem Heiligthume,Troz ihm, Unsterblichkeit ihm gab.Hier sah er manches Glied der KetteDer grossen Unermessenheit,Werth, daß er auch UnsterblichkeitGeglaubt, gefühlt, gesungen hätte!
Und du, mein Maro, holtest duNicht deinen Lorbeer aus dem grünen,Vertrauten Grottenhain der Ruh,Wo jene Bilder dir erschienen,Womit du, wahr, wie die Natur,Die Lieder deiner Hirten schmüktest,Und, wie die Schäfer deiner Flur,Den üppigen Mäzen entzüktest,Den längst die Grazien verwöhnt,Und nun zu ihrem Richter hatten?In deinem süssen Mirtenschatten,Von deiner hohen Laut' umtönt,Schwelgt' er in deines Geistes Fülle.
Und du, mein Maro, holtest duNicht deinen Lorbeer aus dem grünen,Vertrauten Grottenhain der Ruh,Wo jene Bilder dir erschienen,Womit du, wahr, wie die Natur,Die Lieder deiner Hirten schmüktest,Und, wie die Schäfer deiner Flur,Den üppigen Mäzen entzüktest,Den längst die Grazien verwöhnt,Und nun zu ihrem Richter hatten?In deinem süssen Mirtenschatten,Von deiner hohen Laut' umtönt,Schwelgt' er in deines Geistes Fülle.
Wer aber schöpft' aus deiner Stille,Geliebte Einsamkeit, so tiefDie feine Kunst, des Narrn zu spotten,Der sich auf Ahnenschaft berief,Und träg auf fremdem Lorbeer schlief?Wer war's, der aus den VenusgrottenDer Griechenflur die Scherze rief,Die nun auf Tiburs Hügeln tanzten,Und in die todten Wüstenei'nDen Liedervollen OpferhainDer schönen Grazien verpflanzten?Dein Flakkus! der, am LenzgesträuchFroh hingegossen, süss und weich,Wie das Geseufz' im Hain des Taubers,Für Lalage die Flöte blies;Und nun, mit allem Pomp des Zaubers,Den hohen Hymnus rauschen lies;Und nun auf einer Rasenstelle,Beim leisen Flüstern seiner Quelle,Den Himmel reiner Seelen pries!Dein Flakkus fand erst in der Stille,Von Roms Tumulten ungestört,Die Ruhe, welcher keine Grille,Die sich in falscher Hoheit ehrt,Das Rieseln ihrer Tag' empört.Er schöpft' aus ihr die ganze FülleDer Lebensweisheit, die uns lehrt,Den Werth der Dinge, nach GesezzenDer richtenden Vernunft, zu schäzzen,Die, was ihr minder angehört,Als fremde Güter, leicht entbehrt.So schlich er, nur mit Stunden geizend,Die frohe Leier in der Hand,Durch seinen Wald, den er so reizend,Vor allem Erdgepränge, fand;Zufrieden, wenn ihm nur die Mirthe,Durch welche sanft die SympathieVerliebter Turteltauben girrte,Zum Abendschmaus den Kranz verlieh.
Wer aber schöpft' aus deiner Stille,Geliebte Einsamkeit, so tiefDie feine Kunst, des Narrn zu spotten,Der sich auf Ahnenschaft berief,Und träg auf fremdem Lorbeer schlief?Wer war's, der aus den VenusgrottenDer Griechenflur die Scherze rief,Die nun auf Tiburs Hügeln tanzten,Und in die todten Wüstenei'nDen Liedervollen OpferhainDer schönen Grazien verpflanzten?Dein Flakkus! der, am LenzgesträuchFroh hingegossen, süss und weich,Wie das Geseufz' im Hain des Taubers,Für Lalage die Flöte blies;Und nun, mit allem Pomp des Zaubers,Den hohen Hymnus rauschen lies;Und nun auf einer Rasenstelle,Beim leisen Flüstern seiner Quelle,Den Himmel reiner Seelen pries!Dein Flakkus fand erst in der Stille,Von Roms Tumulten ungestört,Die Ruhe, welcher keine Grille,Die sich in falscher Hoheit ehrt,Das Rieseln ihrer Tag' empört.Er schöpft' aus ihr die ganze FülleDer Lebensweisheit, die uns lehrt,Den Werth der Dinge, nach GesezzenDer richtenden Vernunft, zu schäzzen,Die, was ihr minder angehört,Als fremde Güter, leicht entbehrt.So schlich er, nur mit Stunden geizend,Die frohe Leier in der Hand,Durch seinen Wald, den er so reizend,Vor allem Erdgepränge, fand;Zufrieden, wenn ihm nur die Mirthe,Durch welche sanft die SympathieVerliebter Turteltauben girrte,Zum Abendschmaus den Kranz verlieh.
Katull – auf NachtigallenflügelnFlog seine Phantasie empor,Wenn sich auf stillen Schattenhügeln,Mit Lesbia, sein Geist verlor.Fern von dem Taumel, der, halb thierisch,Den gröbern Sinn für sich erkor,Sang er den Lüften, welche lyrischUm seine Leier schwärmten, vor.Noch blühn die Rosen, die den SizzenDer Freundschaft ihren Purpur streu'n;Noch grünt der schöne Mirtenhain,Worin, auf zarten Blumenspizzen,Sein Lied, das keine Zeit begräbt,Weil es die Grazien beschüzzen,Leicht, wie ein Zephyr, hingeschwebt;Und lieblich, wie die Blüt' im Thale,Das nie Petrarka's Lied vergisst,Wo, wie bei einem Liebesmahle,Ein Veilchen sanft das andre küsst;Wo das Vermälungsfest der DüfteEin süsser Seelenwechsel ist,Und selbst der Athemzug der Lüfte,Von jenem Zauber noch berauscht,Melodisch in den Zweigen schmachtet,Von deren Schatten grün umnachtet,Und von der Stille nur belauscht,Der Sänger jenen BlütenregenBesang, der sich auf Laura goss,Daß, unter seinen Harfenschlägen,Der stille Bach noch stiller floss.
Katull – auf NachtigallenflügelnFlog seine Phantasie empor,Wenn sich auf stillen Schattenhügeln,Mit Lesbia, sein Geist verlor.Fern von dem Taumel, der, halb thierisch,Den gröbern Sinn für sich erkor,Sang er den Lüften, welche lyrischUm seine Leier schwärmten, vor.Noch blühn die Rosen, die den SizzenDer Freundschaft ihren Purpur streu'n;Noch grünt der schöne Mirtenhain,Worin, auf zarten Blumenspizzen,Sein Lied, das keine Zeit begräbt,Weil es die Grazien beschüzzen,Leicht, wie ein Zephyr, hingeschwebt;Und lieblich, wie die Blüt' im Thale,Das nie Petrarka's Lied vergisst,Wo, wie bei einem Liebesmahle,Ein Veilchen sanft das andre küsst;Wo das Vermälungsfest der DüfteEin süsser Seelenwechsel ist,Und selbst der Athemzug der Lüfte,Von jenem Zauber noch berauscht,Melodisch in den Zweigen schmachtet,Von deren Schatten grün umnachtet,Und von der Stille nur belauscht,Der Sänger jenen BlütenregenBesang, der sich auf Laura goss,Daß, unter seinen Harfenschlägen,Der stille Bach noch stiller floss.
Und Thomson – welche HymnustöneEntquillen seiner Einsamkeit!Die über jede FrülingsszeneDie Jugend eines Lebens streut,Das, angehaucht von einem Gotte,Die Welt, wie eine Braut umschlingt,Die Haine stimmt und bis zur Grotte,Worin ein Wesen schlummert, dringt.Durch alles weht der Geist der Liebe,Die aus den Nachtigallen singt,Und sich mit ihrem SchmeicheltriebeSelbst um die grauen Eichen schlingt.Wie rauschen jene Wasserfälle,Gleich dem Gewühl der wilden Lust!Wie schmiegt sich um die SilberbrustDer Nymphe sanft die Rasenstelle,Um die der Ahornschatten hängt!Wie sich der Nymphentanz der QuelleIn krausen Reihen, Well' an Welle,Von Veilchen angelächelt, drängt!Nun blüht die Ros', und SommerlüfteWehn um die heitre Königin,Und bringen ihre frischen DüfteZum Opfer einer Schäferin,Die, von der Mittaghizze glühend,Zu einem Ulmenwäldchen irrt,Wo Liebe flüstert; wo ein Hirt,In vollen Jugendlokken blühend,Sie freundlich überraschen wird.Gern flieht der Dichter das, mit SchieferUnd mit Statü'n beschwerte, Dach;Er schleicht Gedankenfreuden nach,Zur Hainesstill', und dringet tieferZum Sizze der Begeisterung:Er sieht durch grüne DunkelheitenTief in des Waldes HeiligungDie feierlichen Geister schreiten[2],Die, nah mit unserm Geist verwandt,Ins Land der Ruh hinein geflüchtet,Wo keine Zeit, und keine HandDes Frevels mehr den Kranz vernichtet,Den sich die stille Tugend wand.
Und Thomson – welche HymnustöneEntquillen seiner Einsamkeit!Die über jede FrülingsszeneDie Jugend eines Lebens streut,Das, angehaucht von einem Gotte,Die Welt, wie eine Braut umschlingt,Die Haine stimmt und bis zur Grotte,Worin ein Wesen schlummert, dringt.Durch alles weht der Geist der Liebe,Die aus den Nachtigallen singt,Und sich mit ihrem SchmeicheltriebeSelbst um die grauen Eichen schlingt.Wie rauschen jene Wasserfälle,Gleich dem Gewühl der wilden Lust!Wie schmiegt sich um die SilberbrustDer Nymphe sanft die Rasenstelle,Um die der Ahornschatten hängt!Wie sich der Nymphentanz der QuelleIn krausen Reihen, Well' an Welle,Von Veilchen angelächelt, drängt!Nun blüht die Ros', und SommerlüfteWehn um die heitre Königin,Und bringen ihre frischen DüfteZum Opfer einer Schäferin,Die, von der Mittaghizze glühend,Zu einem Ulmenwäldchen irrt,Wo Liebe flüstert; wo ein Hirt,In vollen Jugendlokken blühend,Sie freundlich überraschen wird.Gern flieht der Dichter das, mit SchieferUnd mit Statü'n beschwerte, Dach;Er schleicht Gedankenfreuden nach,Zur Hainesstill', und dringet tieferZum Sizze der Begeisterung:Er sieht durch grüne DunkelheitenTief in des Waldes HeiligungDie feierlichen Geister schreiten[2],Die, nah mit unserm Geist verwandt,Ins Land der Ruh hinein geflüchtet,Wo keine Zeit, und keine HandDes Frevels mehr den Kranz vernichtet,Den sich die stille Tugend wand.
[2]Siehe Thomsons Sommer.
[2]Siehe Thomsons Sommer.
[2]Siehe Thomsons Sommer.
Nun tritt sein Herbst auf, im GesangeDer lezten Stimme jeder Flur;Und an der Waldung blühet nurDas Schwindsuchtroth noch auf der WangeDer ruhig sterbenden Natur!Nun schleicht zur röthlichgelben Laube,Zur dichterischen EinsamkeitDes Denkers Abgeschiedenheit.Willkommen, Ruhe! wo die TraubeDen Lippen ihren Nektar beut.Schon ziehn die Vögel, und begleitenDen längern Tag zur wärmern Welt;Und grosse Wolkenschatten schreitenNun Riesenmässig übers Feld;Und ihnen folgt dann öd' und traurigDie Todesfeier der Natur.Horch! ihre Manen ächzen schaurigUm den gestorbnen Halm der Flur!Der Hain verschied; den grünen SchleierDes Lebens warf er seufzend ab!Dort sinkt der Jubel seiner FeierZu den Verwesungen hinab!Sag! welcher Spiegel zeigt wol treuerDem Menschen sein gewisses Grab?Doch wird er leben, wieder leben!Der Wald wird wieder auferstehn!Dann wird ein geistigleises WehnSein wallendes Gewand umschweben;Begeistert werden Thal und Höh'nDen Auferstehungspsalm erheben,Und ihr Verklärungsfest begehn!
Nun tritt sein Herbst auf, im GesangeDer lezten Stimme jeder Flur;Und an der Waldung blühet nurDas Schwindsuchtroth noch auf der WangeDer ruhig sterbenden Natur!Nun schleicht zur röthlichgelben Laube,Zur dichterischen EinsamkeitDes Denkers Abgeschiedenheit.Willkommen, Ruhe! wo die TraubeDen Lippen ihren Nektar beut.Schon ziehn die Vögel, und begleitenDen längern Tag zur wärmern Welt;Und grosse Wolkenschatten schreitenNun Riesenmässig übers Feld;Und ihnen folgt dann öd' und traurigDie Todesfeier der Natur.Horch! ihre Manen ächzen schaurigUm den gestorbnen Halm der Flur!Der Hain verschied; den grünen SchleierDes Lebens warf er seufzend ab!Dort sinkt der Jubel seiner FeierZu den Verwesungen hinab!Sag! welcher Spiegel zeigt wol treuerDem Menschen sein gewisses Grab?Doch wird er leben, wieder leben!Der Wald wird wieder auferstehn!Dann wird ein geistigleises WehnSein wallendes Gewand umschweben;Begeistert werden Thal und Höh'nDen Auferstehungspsalm erheben,Und ihr Verklärungsfest begehn!
Nun folge mir zu jenen Nächten,Wo neben Young der Tiefsinn wacht,Der, troz der schwarzen Mitternacht,Aus labyrinthischen GeflechtenIn eine heitre Sphäre blikt,Und unter Ahndungsvollen Lüften,In heiligen Zypressendüften,Von Gräbern Himmelsfreuden pflükt.Hier sah' er leuchtender den StempelDer Gottheit, Welten aufgedrükt;Und Welten waren nun sein Tempel,Die Wahrheit seine Priesterin.Mit welchem feierlichen SinnTrat er an ihren Altar hin!Wie himmelvoll! wenn nun das kühnsteDer Lieder diese Szene sang,Und zu dem grossen GottesdiensteDer feiernden Natur sich schwang!Das Grab, das seinen Tag verschlang,Sah er im Schatten ruhig modern;Sie, die sein süsses Leben war,Sie sah er stehn am Glanzaltar,Auf welchem glorreich Sonnen lodern.Ein Himmel der Unsterblichkeit,Die zu den eingesunknen TrümmernVerblühter Tag' ein leises Schimmern,Durch Mondgewölk, hernieder streut,Entstieg dem theuren Aschenkruge,Auf den des Sehers Thräne fiel.Die Einsamkeit gab seinem FlugeDen hohen Schwung zum Palmenziel.
Nun folge mir zu jenen Nächten,Wo neben Young der Tiefsinn wacht,Der, troz der schwarzen Mitternacht,Aus labyrinthischen GeflechtenIn eine heitre Sphäre blikt,Und unter Ahndungsvollen Lüften,In heiligen Zypressendüften,Von Gräbern Himmelsfreuden pflükt.Hier sah' er leuchtender den StempelDer Gottheit, Welten aufgedrükt;Und Welten waren nun sein Tempel,Die Wahrheit seine Priesterin.Mit welchem feierlichen SinnTrat er an ihren Altar hin!Wie himmelvoll! wenn nun das kühnsteDer Lieder diese Szene sang,Und zu dem grossen GottesdiensteDer feiernden Natur sich schwang!Das Grab, das seinen Tag verschlang,Sah er im Schatten ruhig modern;Sie, die sein süsses Leben war,Sie sah er stehn am Glanzaltar,Auf welchem glorreich Sonnen lodern.Ein Himmel der Unsterblichkeit,Die zu den eingesunknen TrümmernVerblühter Tag' ein leises Schimmern,Durch Mondgewölk, hernieder streut,Entstieg dem theuren Aschenkruge,Auf den des Sehers Thräne fiel.Die Einsamkeit gab seinem FlugeDen hohen Schwung zum Palmenziel.
Sie führte Popen durchs GewühlDer Erdenszenen, bis zum Throne,Wo er, in einer sichern Hand,Das erste Glied der Ordnung fand.Die Stille wars, die diesem SohneDer Weisheit, mit geweihter Hand,Die grosse EpheulorbeerkroneDes hohen Mäoniden wand.Die Stille wars, die keinen StörerIn seine werthe Grotte lies,Wo sie den Denker an den Lehrer,Den grossen Lehrer, Tod! verwies;Der, unter Palmendämmerungen,Von Knoten, die ein Gott geschlungen,Ihm die Entwikkelung verhies.
Sie führte Popen durchs GewühlDer Erdenszenen, bis zum Throne,Wo er, in einer sichern Hand,Das erste Glied der Ordnung fand.Die Stille wars, die diesem SohneDer Weisheit, mit geweihter Hand,Die grosse EpheulorbeerkroneDes hohen Mäoniden wand.Die Stille wars, die keinen StörerIn seine werthe Grotte lies,Wo sie den Denker an den Lehrer,Den grossen Lehrer, Tod! verwies;Der, unter Palmendämmerungen,Von Knoten, die ein Gott geschlungen,Ihm die Entwikkelung verhies.
So flog, in den BegeisterungenDer hohen Abgeschiedenheit,Dein Kronegk zu der Seligkeit,Zu den erhabnen HuldigungenDer reinen Geisterwelt empor,Wo er der Erde DämmerungenAus dem entzükten Blik verlor.Hell trat aus einem Götterchor,Mit ihrem Stralenkranz umschlungen,Serena's lichte Seel' hervor.Er fühlte kaum noch vom GetümmelDes Lebens eine leichte Spur;Serena's Gottheit fühlt' er nur.
So flog, in den BegeisterungenDer hohen Abgeschiedenheit,Dein Kronegk zu der Seligkeit,Zu den erhabnen HuldigungenDer reinen Geisterwelt empor,Wo er der Erde DämmerungenAus dem entzükten Blik verlor.Hell trat aus einem Götterchor,Mit ihrem Stralenkranz umschlungen,Serena's lichte Seel' hervor.Er fühlte kaum noch vom GetümmelDes Lebens eine leichte Spur;Serena's Gottheit fühlt' er nur.
Und er, mein Opitz, welchen HimmelFand er auf Zlatnas goldner Flur!Im Stolz am Arme der NaturDer höhern Freude nachzuschleichen,An der ein Stral von Seele blizt,Verachtet' er den Stolz des Reichen,Der arm ist, und nur Gold besizt.Hier war der weise Sänger freier,Und liederreich, wie Zlatnas Hain.Die Stille hauchte seiner LeierDie hohe Lebensweisheit ein.Ihm hat der Genius den reinenEinweihungskuss zuerst geküsst:Begeistert sang er nun den HainenGermaniens, das ihn – vergisst.
Und er, mein Opitz, welchen HimmelFand er auf Zlatnas goldner Flur!Im Stolz am Arme der NaturDer höhern Freude nachzuschleichen,An der ein Stral von Seele blizt,Verachtet' er den Stolz des Reichen,Der arm ist, und nur Gold besizt.Hier war der weise Sänger freier,Und liederreich, wie Zlatnas Hain.Die Stille hauchte seiner LeierDie hohe Lebensweisheit ein.Ihm hat der Genius den reinenEinweihungskuss zuerst geküsst:Begeistert sang er nun den HainenGermaniens, das ihn – vergisst.
Noch stolzer gieng, wie eine BlüteDes Aethers, den sie früh erhellt,Die Sonne Leibnitz auf, und glühteDen jungen Stral durch ihre Welt.Da flohe vor des Denkers StraleDie dumpfe kalte Dunkelheit!Ihn lud ein Wink der EinsamkeitZum hohen Geistesbakchanale,Dem aus dem schönsten QuellenthaleDie Wahrheit ihre Blumen streut.Im Innersten des HeiligthumesDer Nacht, erzog die EinsamkeitDie schönen Kränze seines Ruhmes.
Noch stolzer gieng, wie eine BlüteDes Aethers, den sie früh erhellt,Die Sonne Leibnitz auf, und glühteDen jungen Stral durch ihre Welt.Da flohe vor des Denkers StraleDie dumpfe kalte Dunkelheit!Ihn lud ein Wink der EinsamkeitZum hohen Geistesbakchanale,Dem aus dem schönsten QuellenthaleDie Wahrheit ihre Blumen streut.Im Innersten des HeiligthumesDer Nacht, erzog die EinsamkeitDie schönen Kränze seines Ruhmes.
Wenn wir uns in des Lebens HainWeit von uns selbst verloren hatten:Sie samlet uns in ihrem Schatten,Und führt uns in uns selbst hinein.Weh aber! weh dem Wahn des Thoren,Der da in eine Wüste tritt!Wie fremd ist's rund um seinen Schritt!Er fühlt sich nur noch mehr verloren.Nun flüchtet er voll UngeduldAus sich hinaus, hin zum Getöse,Daß ihn der rauschende TumultWohlthätig von ihm selbst erlöse;Erlöse vom Gefühl der Pein,Sein eigener Gefährt zu seyn,Durch irgend eine Flur des Lebens.Und wenn nun ihn der Rausch verläst:Ganz einsam sucht er dann vergebensIn sich ein stilles Friedensfest!
Wenn wir uns in des Lebens HainWeit von uns selbst verloren hatten:Sie samlet uns in ihrem Schatten,Und führt uns in uns selbst hinein.Weh aber! weh dem Wahn des Thoren,Der da in eine Wüste tritt!Wie fremd ist's rund um seinen Schritt!Er fühlt sich nur noch mehr verloren.Nun flüchtet er voll UngeduldAus sich hinaus, hin zum Getöse,Daß ihn der rauschende TumultWohlthätig von ihm selbst erlöse;Erlöse vom Gefühl der Pein,Sein eigener Gefährt zu seyn,Durch irgend eine Flur des Lebens.Und wenn nun ihn der Rausch verläst:Ganz einsam sucht er dann vergebensIn sich ein stilles Friedensfest!
Wo blüht ihr feierlichen Rosen,Dem Denkerbakchanal geweiht?Empfangt mich von dem wilden TosenDer Flut in eure Einsamkeit!Nimm mich, gedankenvolle Ruhe,In deine Abgeschiedenheit,Die dann auf alles, was ich thue,Die Blumen ihrer Stille streut!Geliebte, süsse Einsamkeit,Auf alles drükst nur du den StempelDer dauernden Vollkommenheit!Von nun an sey ein GöttertempelVon meinem Herzen dir geweiht!
Wo blüht ihr feierlichen Rosen,Dem Denkerbakchanal geweiht?Empfangt mich von dem wilden TosenDer Flut in eure Einsamkeit!Nimm mich, gedankenvolle Ruhe,In deine Abgeschiedenheit,Die dann auf alles, was ich thue,Die Blumen ihrer Stille streut!Geliebte, süsse Einsamkeit,Auf alles drükst nur du den StempelDer dauernden Vollkommenheit!Von nun an sey ein GöttertempelVon meinem Herzen dir geweiht!
Wie leicht wird jede Wunde heilen,Die irgend eine Hand mir schlägt:Wenn mich der Wellenstrom, zuweilenNur, an ein stilles Ufer trägt,Wo jene tausend Stimmen schweigen,Von welchen, wie's der Zufall schikt,Die Eine gleich die Andr' erstikt;Wo unter leis' umhauchten ZweigenDie Ruhe mir entgegen nikt;Wo keine Blüte meiner JahreDie Flut des Weltgewühls verschlingt,Von dem ich dann nichts mehr erfahre,Als was ein Schiffbruch zu mir bringt,Der sich, von Sturm und Tod umringt,Ans Ufer meiner Stille rettet,Wo, jedem Herzenszwang' entkettet,Das Leben dem Gewässer gleicht,Das, nie von einem Sturm erreicht,In Veilchenufer hingebettet,Durch singende Gebüsche schleicht;In deren Schatten das VergessenDes Harms auf seidnem Rasen liegt.
Wie leicht wird jede Wunde heilen,Die irgend eine Hand mir schlägt:Wenn mich der Wellenstrom, zuweilenNur, an ein stilles Ufer trägt,Wo jene tausend Stimmen schweigen,Von welchen, wie's der Zufall schikt,Die Eine gleich die Andr' erstikt;Wo unter leis' umhauchten ZweigenDie Ruhe mir entgegen nikt;Wo keine Blüte meiner JahreDie Flut des Weltgewühls verschlingt,Von dem ich dann nichts mehr erfahre,Als was ein Schiffbruch zu mir bringt,Der sich, von Sturm und Tod umringt,Ans Ufer meiner Stille rettet,Wo, jedem Herzenszwang' entkettet,Das Leben dem Gewässer gleicht,Das, nie von einem Sturm erreicht,In Veilchenufer hingebettet,Durch singende Gebüsche schleicht;In deren Schatten das VergessenDes Harms auf seidnem Rasen liegt.
Wo grünt ihr dämmernden Zypressen,Um die kein Wunsch der Thorheit fliegt;Die ihr, zu still dem wilden Schwarme,Im Liebgekose grüner ArmeMein Eremitenhüttchen wiegt.Da tritt, mit manchem Kranz umschlungen,Entflohne Zeit, da tritt hervor!Hervor mit den BeseligungenDes Thals, in dessen DämmerungenMein Leben sich schon halb verlor.Bring alle deine Jugendtänze;Bring alles, was ich that und litt,Die Rosen und Zypressenkränze,Selbst meine Thorheit bring mir mit,Samt ihren Träumen, ihren Spielen,Und alles, was mein Herz bereut:Denn auch auf Stellen, wo wir fielen,Zurük zu schaun, ist Seligkeit.Die Hoffnung hat mir oft gelogen;Je glühender mein Herz gehofft,Je kälter hat sie mich betrogen;Die Gegenwart selbst täuscht uns oft;Wir stehn uns dann noch viel zu nahe,Um uns, so wie wir sind, zu sehn;Wer hat wol – las es uns gestehn! –So gut er in der Fern' auch sahe,Nie seine Nähe falsch gesehn?Erinnrung ist der treue Spiegel,Der uns, so wie wir sind, uns zeigt,Wenn viel zu hoch mit uns der FlügelDer allzuraschen Hoffnung fleugt.Sie führe mich zum stillsten HügelDer Ruhe, den ihr Geist umweht,Wo, Schritt vor Schritt, das Herz am ZügelDen ihre Warnung führet, geht;Das Herz, das nur zu gern am RiegelDer dunkeln Zukunft horchend steht.Auch mein Herz stand mit Wunsch und KlageVor der, mit Recht verschlossnen, Thür,Nicht achtend, daß es traurig hierDen Tag der Gegenwart verschlage.Die nächste Zukunft meiner TageGehört der Zukunft und nicht mir!Und doch, wenn je zum Reiz der FerneMein Geist hinaus zu fliegen strebt,So sey's ein Blik zum Abendsterne,Wo meine Seelenfeier schwebt;Wo unter seligen GesträuchenDer Liebe sich mein Geist verlor,Wenn sich den Schatten dunkler EichenZum Tempel meine Seel' erkor.
Wo grünt ihr dämmernden Zypressen,Um die kein Wunsch der Thorheit fliegt;Die ihr, zu still dem wilden Schwarme,Im Liebgekose grüner ArmeMein Eremitenhüttchen wiegt.Da tritt, mit manchem Kranz umschlungen,Entflohne Zeit, da tritt hervor!Hervor mit den BeseligungenDes Thals, in dessen DämmerungenMein Leben sich schon halb verlor.Bring alle deine Jugendtänze;Bring alles, was ich that und litt,Die Rosen und Zypressenkränze,Selbst meine Thorheit bring mir mit,Samt ihren Träumen, ihren Spielen,Und alles, was mein Herz bereut:Denn auch auf Stellen, wo wir fielen,Zurük zu schaun, ist Seligkeit.Die Hoffnung hat mir oft gelogen;Je glühender mein Herz gehofft,Je kälter hat sie mich betrogen;Die Gegenwart selbst täuscht uns oft;Wir stehn uns dann noch viel zu nahe,Um uns, so wie wir sind, zu sehn;Wer hat wol – las es uns gestehn! –So gut er in der Fern' auch sahe,Nie seine Nähe falsch gesehn?Erinnrung ist der treue Spiegel,Der uns, so wie wir sind, uns zeigt,Wenn viel zu hoch mit uns der FlügelDer allzuraschen Hoffnung fleugt.Sie führe mich zum stillsten HügelDer Ruhe, den ihr Geist umweht,Wo, Schritt vor Schritt, das Herz am ZügelDen ihre Warnung führet, geht;Das Herz, das nur zu gern am RiegelDer dunkeln Zukunft horchend steht.Auch mein Herz stand mit Wunsch und KlageVor der, mit Recht verschlossnen, Thür,Nicht achtend, daß es traurig hierDen Tag der Gegenwart verschlage.Die nächste Zukunft meiner TageGehört der Zukunft und nicht mir!Und doch, wenn je zum Reiz der FerneMein Geist hinaus zu fliegen strebt,So sey's ein Blik zum Abendsterne,Wo meine Seelenfeier schwebt;Wo unter seligen GesträuchenDer Liebe sich mein Geist verlor,Wenn sich den Schatten dunkler EichenZum Tempel meine Seel' erkor.
Ihr seelevollen Schwärmereien!Ihr Geister meiner schönsten Zeit!Verlast nie meine Einsamkeit,Um sie zum Tempel mir zu weihen,Um den, im Lispel junger Maien,Der Ulmbaum seine Arme schlägt!Die Priesterin in diesem TempelSey nur die Freude, die den StempelDes hohen Götterfunkens trägt.Las michs – in seiner höchsten FülleMit Zittern fühlen, süsse Stille,Die unter meinen Ulmen thront,Daß tief in meiner BlütenhülleDie Gottheit einer Seele wohnt!
Ihr seelevollen Schwärmereien!Ihr Geister meiner schönsten Zeit!Verlast nie meine Einsamkeit,Um sie zum Tempel mir zu weihen,Um den, im Lispel junger Maien,Der Ulmbaum seine Arme schlägt!Die Priesterin in diesem TempelSey nur die Freude, die den StempelDes hohen Götterfunkens trägt.Las michs – in seiner höchsten FülleMit Zittern fühlen, süsse Stille,Die unter meinen Ulmen thront,Daß tief in meiner BlütenhülleDie Gottheit einer Seele wohnt!