II.

Ich sprach zur Taube: Flieg' und bring' im SchnabelDas Kraut mir heim, das Liebesmacht verleiht,Am Ganges blüht's im alten Land der Fabel,

Ich sprach zur Taube: Flieg' und bring' im SchnabelDas Kraut mir heim, das Liebesmacht verleiht,Am Ganges blüht's im alten Land der Fabel,

Ich sprach zur Taube: Flieg' und bring' im Schnabel

Das Kraut mir heim, das Liebesmacht verleiht,

Am Ganges blüht's im alten Land der Fabel,

»Das ist ein Wort für mich,« sagte er sich leise, und dann las er die vierte Zeile dieser Strophe:

Die Taube sprach: Es ist zu weit!

Die Taube sprach: Es ist zu weit!

Die Taube sprach: Es ist zu weit!

»Zu weit,« wiederholte er und warf das Buch hin. Dann trat er an das offene Fenster und sah hinaus, bis der Mond hinter den Bäumen versank und ein opalbleiches Licht sich über die stille Welt verbreitete, bis ein siegender Strahl im Osten den Anbruch des jungen Tages verkündete.

Da überfiel ihn endlich die Müdigkeit, er schloß das Fenster und legte sich zur Ruhe.

»Satanella, Satanella!« hörte er draußen noch die eben erwachte Spottdrossel pfeifen. Dann träumte er, er flöge aufTaubenschwingen über Land und Meere, und von fern sah er am Ganges wundersame Blumen blühen, weiß und rosig, und in ihren Kelchen wiegten sich nebelhafte Liebesgötter. Da spannte er all seine Kräfte an, sie zu erreichen, aber die Fernen, die ihn noch trennten von der Erreichung seines Wunsches, wurden immer weiter und weiter – – – eine tödliche Ohnmacht überfiel ihn – er stürzte ins Meer hinab – –

»Es ist zu weit –!« sagte er, auffahrend von dem bösen Traume.

»Viel zu weit!« girrte eine Taube dicht an seinem Fenster.

Ich sprach zum Adler: Spanne dein Gefieder,Und für das Herz, das kalt sich mir entzogHol' einen Funken Glut vom Himmel nieder.Der Adler sprach: Es ist zu hoch!

Ich sprach zum Adler: Spanne dein Gefieder,Und für das Herz, das kalt sich mir entzogHol' einen Funken Glut vom Himmel nieder.Der Adler sprach: Es ist zu hoch!

Ich sprach zum Adler: Spanne dein Gefieder,Und für das Herz, das kalt sich mir entzogHol' einen Funken Glut vom Himmel nieder.Der Adler sprach: Es ist zu hoch!

Ich sprach zum Adler: Spanne dein Gefieder,

Und für das Herz, das kalt sich mir entzog

Hol' einen Funken Glut vom Himmel nieder.

Der Adler sprach: Es ist zu hoch!

E. Geibel nach François Coppée.

E. Geibel nach François Coppée.

E. Geibel nach François Coppée.

E. Geibel nach François Coppée.

EEin glühend heißer Junitag. Wolkenlos spannt der tiefblaue Himmel seine grandiose Kuppel über die liebliche Landschaft des Falkenhofes, kein Luftzug bewegt die Blätter und Zweige der mächtigen Bäume des Parkes. In der Luft schwirren nur die bunten Insekten des Sommers oder eine rastlose Schwalbe, denn die Singvögel sitzen tief in den Zweigen und zwitschern dort leise ihre Lieder – sie empfinden wie der Mensch die bleischwere Schwüle in der Luft und bangen vor dem Sturm und Wetter, das die Nacht vielleicht bringen wird.

Der Nachmittag war schon weiter dem Abend zugeschritten, als Dolores den Falkenhof verließ, um Kühlung im Parke zu suchen. Sie fühlte sich unbehaglich und verstimmt durch ein Gespräch mit Doktor Ruß, der gekommen war, beim Arrangement der Bildergalerie zu helfen.

Die Mitte dieses Raumes nahm jetzt ein mächtiger Tisch, bedeckt mit Prachtwerken aller Art ein, und um ihn standen einladende, goldstoffbezogene Fauteuils. In den Ecken waren Palmgruppen angebracht, in denen weiße Büsten schimmerten, und an den roten Samtwänden hatte Dolores mitHilfe des der Familiengeschichte kundigen Doktor Ruß die Porträts in zusammenhängenden Gruppen geordnet, wie dasselbe Jahrhundert sie zusammenbrachte. Die Mitte der Gruppe des siebzehnten Jahrhunderts nahm das schöne Bild der »bösen Freifrau« ein, und Dolores hatte es noch außerdem durch einen der Zeit entsprechenden kostbaren Rahmen ausgezeichnet.

Als alles fertig war und die helfenden Leute Leitern und Handwerkszeug hinausgeschafft hatten, sagte Doktor Ruß:

»So, das wäre geschehen – es ist nun wohl alles zum Empfang Ihrer fürstlichen Gäste bereit, liebe Dolores.«

»Ja,« nickte sie, »aber es war nicht dieser Gedanke, der mich leitete, als ich diese Neugestaltung der Bildergalerie plante. Es ist meine Absicht, das ganze Haus in dieser Weise einem kommenden Geschlechte herzurichten, und ich rechne dabei sehr auf Ihren Rat!«

»Wenn er Ihnen in der That von Nutzen sein kann, so gebe ich ihn nur zu gern,« sagte der Doktor, bescheiden die Augen niederschlagend. »Aber Sie sprachen mit soviel Sicherheit von einem kommenden Geschlecht und wissen doch, daß das Geschlecht der Falkner nur noch vier Augen zählt!« –

»Ja, ich weiß es,« entgegnete sie, immer noch mit der Musterung ihrer Wände beschäftigt, »aber man kann doch nur auf zwei Augen zählen – die meinigen gelten nichts, denn wenn sie sich schließen, so ist das von keinem Einfluß auf den Stammbaum.«

»Wer weiß,« bemerkte Ruß mit besonderer Betonung.

»Nein, gar nicht,« erwiderte Dolores ruhig, »ich beschließe das Geschlecht ja nicht, und Baron Alfred wünsche ich, daß er es den Traditionen entsprechend weiterführt. Ich bin alsganz unerwarteter Eindringling in der Erbfolge erschienen, und da eine Ablehnung derselben mir nichts helfen konnte, so will ich den Falkenhof so instand setzen, daß meine Nachfolger nicht über die Zeit meiner Lehnsherrschaft klagen sollen.«

Doktor Ruß sah sein Visavis prüfend an.

»Sie sprechen, als hätten Sie große Eile mit dieser Instandsetzung,« sagte er lächelnd.

»Gewiß, denn ich weiß ja den Tag und die Stunde nicht, wenn ich sterben werde,« erwiderte sie ruhig.

Der Doktor wiegte sinnend den Kopf hin und her.

»Nein, nein, wir wissen es nicht,« flüsterte er mehr als er sprach. »Aber nach menschlicher Berechnung ist der Tag noch fern. Nun, es ist ja aber immer gut, sein Haus zu bestellen!« –

»Ja, und das ist die Freude, die ich an dem Besitz des Falkenhofes habe,« rief Dolores lebhaft. »Es soll alles in dem lieben alten Haus schön werden und bewohnbar!«

»Werden aber dazu die Revenüen ausreichen?« fragte Ruß lächelnd mit lauerndem Blick.

Sie errötete über die undelikate Frage und wollte erst darüber hinweggehen, aber dann besann sie sich eines anderen.

»Die Renovationen werden aus meinen Mitteln bestritten, und die Revenüen, die ich niemals berühren werde, lasse ich in Papieren anlegen,« sagte sie kühl mit dem langsam und nicht ohne Bitterkeit gesprochenen Nachsatz: »Es soll niemand sagen dürfen, daß ich auch nur einen Groschen verschwendet hätte.«

»O wie edel gedacht!« rief Ruß bewegt. »Aber, beste Dolores, wem würde es einfallen, eine solche Anklage zu erheben?Ein jeder Erbe des Falkenhofes ist berechtigt, die Revenüen zu verbrauchen, wie es ihm beliebt. Und besonders in Ihrem Falle sind solche Gedanken nicht am Orte, da es ja doch zu erwarten steht, daß nach dem in dem Testament des seligen Barons ausgesprochenen zarten Wunsche und dem von Alfreds Mutter, nicht erst zu reden von dem meinigen, der letzte Falkner und die Lehnsherrin vom Falkenhof eins werden am Traualtar, und –«

»Genug!« unterbrach ihn Dolores gebieterisch. Sie war aufgesprungen und stand jetzt ernst und bleich vor dem Doktor. »Ich hatte Ihnen mehr Zartgefühl zugetraut, und gehofft, daß niemand mehr jenen Passus in dem Testament vor mir erwähnen würde. Ihre sowie Ihrer Gemahlin Wünsche haben keinen Einfluß auf meine Entschlüsse, und zum Glück auch nur einen verneinenden auf die des Baron Alfred. Er oder seine Kinder werden dereinst das Erbe antreten, um dessentwillen ich manche bittere Stunde gehabt habe –«

»Aber beste Dolores, Sie werden doch nicht glauben, daß wir Ihnen dasselbe nicht gönnen?« rief der Doktor im Tone gekränkter Unschuld. »Bedenken Sie doch auch nur, wie natürlich unsere Hoffnungen sind. Und wissen Sie, daß es eigentlich Ihre heilige Pflicht ist, dem Wunsch des Verstorbenen zu entsprechen, daß –«

»Ich wünsche keine Vorlesung über meine Pflichten von Ihnen,« unterbrach sie ihn kalt. »Und wenn Ihnen daran liegt, daß wir Freunde bleiben, so berühren Sie dies Thema nicht wieder – ich will es nicht. Streichen Sie dasselbe ein für allemal von Ihrem Wunschzettel und erinnern Sie sich gefälligst daran, daß ich Sie nicht zu meinem Gewissensraternannt oder gewünscht habe. Ich hoffe, wir verstehen einander jetzt!«

»Vollkommen! Ihre Wünsche lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig,« sagte Doktor Ruß sanft und mit gesenktem Blick. »Aufrichtigkeit ist die Basis der Freundschaft, liebe Dolores, und ich sehe zu meiner Freude, daß diese Theorie ein Grundzug Ihres Charakters ist. Halt – rief meine Frau drunten nicht nach mir?«

Wirklich klang es in scharfen Tönen: »Ruß! Ruß, wo bist du?« von unten herauf, und der Doktor benutzte diesen höchst willkommenen Grund seiner Entfernung zu einer gloriosen Retraite. Er ergriff Dolores' Rechte und küßte sie chevaleresk.

»Gestatten Sie mir diesen Zoll meiner Bewunderung,« sagte er schmelzend und ohne es bemerken zu wollen, daß sie ihm ihre Hand heftig entzog. »Wahrhaft feste Charaktere, die den Wahlspruch: »L'état c'est moi« zu dem ihrigen gemacht haben, sind selten geworden in unseren Tagen! Leben Sie wohl, teure Freundin!«

Dolores wandte sich, mit Mühe ihren Zorn beherrschend, ab, und Doktor Ruß verschwand. Hätte sie draußen sein Gesicht sehen können, wie es sich momentan verzerrte, wie die bebrillten Augen den Blick eines gereizten Panthers zurückschossen – es wäre ihr vielleicht bange geworden vor dem Gedanken, mit diesem Manne unter gleichem Dach zu wohnen.

Aber ein Mann wie Ruß gestattet sich kein Verweilen bei Gefühlsausbrüchen – sein Antlitz ward sofort wieder wie ehedem – sanft und freundlich.

»Ruhe, Ruhe,« gelobte er sich selbst. »Adelheid darf nichts davon erfahren – sie würde den Falkenhof sofort verlassenwollen. Aber ich will es nicht und werde schon die Kraft finden, weitere Insolenzen dieser Donna Dolores zu ertragen, denn sie hat die Macht und die Mittel, und ich stehevis-à-vis de rien, ein armer Teufel! Wie sie auf mich herabsah – ich sollte mich wahrscheinlich vor den sprühenden, schwarzen Augen fürchten! Nein, mein Goldfasanchen, du hebst mich nicht aus dem Sattel! Wir wissen jetzt, was wir wissen wollen, und im übrigen stehst du in meiner Macht.«

Es ist schon so viel darüber gesagt worden, und wir armen, kurzsichtigen Menschenkinder haben schon so oft Grund gehabt, der Vorsehung dafür zu danken, daß sie den Schleier der Zukunft vor uns nicht lüftet, und doch, könnten wir manchmal anderen ins Herz schauen, so würde uns das Rätsel der Zukunft vielleicht leichter zu lösen sein und uns vor Ungerechtigkeit, Mißtrauen und – Unheil bewahren. Denn trügerischer als das Meer, das dich heut' auf sanfter Welle wiegt, um dich morgen zu begraben, tückischer als die hölzerne Brücke, die über den Abgrund führt und innen morsch und verfault nur des Fußes harrt, dessen Schritt sie zerbricht, und den Wanderer in schauerliche Tiefen stürzt, kränker als die blühende Rose, der tief im Kelche der Wurm nagt, und veränderlicher als Aprilwetter ist das Menschenherz.

Hätte Dolores in das Herz des Mannes sehen können, dem sie Gastfreundschaft gewährte, es wäre vieles anders geworden, vieles Leid wäre ihr erspart geblieben. So aber sah sie in seiner Indiskretion nichts als Neugierde und den natürlichen Drang, eine Ehe zu stiften, die von Vorteil für ihn und die Seinen war. Er hatte geglaubt, nunmehr genug Macht über sie zu besitzen, um mit ihr über das heikle Themareden zu können, aber er hatte sich geirrt. In dieser letzteren Annahme täuschte sich Dolores nicht – Doktor Ruß hatte in der That geglaubt, einen geistigen Einfluß auf die Herrin des Falkenhofes auszuüben und durch seine Beredsamkeit auf sie wirken zu können.

»Er hat sehr recht:l'état c'est moi!« dachte Dolores mit stolzem Aufwerfen des Kopfes. »Denn wenn er meinte, allmählich das Regiment auf dem Falkenhof an sich reißen zu können, indem er mich dominierte, so war das ein Irrtum dieses Mannes.«

Übrigens empfand Dolores bei dem Gedanken, mit Ruß und seiner Frau fernerhin zusammen wohnen zu müssen, kein Behagen, aber was war dagegen zu thun? Sie konnte ihre Gäste nicht gehen heißen, und von selbst gingen sie eben nicht, trotzdem Falkner, wie sie wohl wußte, ihr Bleiben nicht billigte, und eine impulsiv erwiesene Freundlichkeit, zu der sie sich verpflichtet gefühlt, zog Konsequenzen nach sich, die sich gar nicht berechnen ließen und deren Ungeheuerlichkeiten niemand träumen konnte.

So kam es, daß Dolores verstimmt das düstere Haus verließ, um Sammlung unter den rauschenden Bäumen ihres Parkes zu suchen.

Unterwegs begegnete ihr Engels mit Knieper, dem Dächsel, der freudebellend auf sie einstürmte und das Übermaß seiner Gefühle in einem rasenden Rundlauf kundthat.

»Wie das kluge Tier Ihnen gut ist!« rief der alte Inspektor mit Bewunderung.

»Ja,« sagte Dolores mehr traurig als bitter, »es ist das einzige Geschöpf auf dem Falkenhof, das mir freundlich wegenmeiner selbst begegnet, das in mir nicht den Eindringling und den Usurpator sieht.«

»So? thue ich das etwa?« fragte Engels entrüstet in seiner derben Weise.

»Nein, nein! Sie sind ja mein einziger Freund hier!« rief Dolores, ihm die Hand reichend.

»Na, und Doktor Ruß, was ist der?« sondierte der Inspektor.

»Ach Engels, ich wollte, der wäre erst fort von hier!« seufzte sie mit einem Blick nach rückwärts.

»Hahaha, weht der Wind jetzt so?« sagte Engels und lachte, daß er sich schüttelte. »Na, Fräulein Dolores, ich unterschreibe ihm heut' noch gern den Reisepaß. Wir beide, er und ich nämlich, wir waren einander nie sehr grün, wissen Sie! Na, seien Sie unbesorgt – ich werde ihm schon einmal mit dem Zaunpfahl winken!«

»Um Gottes willen, Engels! Er bleibt ja immer mein Gast, bedenken Sie das!«

»Ach, Papperlapapp, Fräulein Dolores,« rief der alte Inspektor verächtlich. »Sehen Sie, feine Winke versteht der Doktor Schlauberger ebensogut wie grobe, denn er ist mit allen Hunden gehetzt, der Blutegel der, aber feine Winke will er nicht verstehen. Für solche Leute ist der Zaunpfahl das einzige Mittel!«

»Nein, nein!« sagte Dolores abwehrend. »Ich möchte nicht, daß Baron Alfred in seinem Stiefvater beleidigt würde.«

»Baron Alfred? Der weiß ganz genau, was er von dem hochgelahrten Ästhetiker zu halten hat, darauf können Sie sich verlassen. Übrigens nehme ich alle Folgen auf mich!«

Damit trennten sie sich. Dolores ging weiter hinein in den Park, Engels umschritt den Falkenhof und traf richtig auf Ruß und seine Frau, die im kühlen Schatten des Nordflügels saßen – sie strickend, er lesend.

»Guten Tag, mein lieber Engels,« rief Ruß herablassend, als die Hünengestalt des Inspektors vor ihm stand.

»Guten Tag, Frau Doktorin,« sagte letzterer, die Anrede des auf seinem Sitz verbleibenden Doktors ignorierend.

»Guten Tag,« gab Frau Ruß zurück. »Wollen Sie nicht Platz nehmen?«

»Auf einen Augenblick,« sagte Engels sich setzend. »Ah,« setzte er mit affektiertem Staunen hinzu, »da sind Sie ja auch, teuerstes Doktorchen!«

»Gewiß, ich hatte bereits die Ehre, Sie zu begrüßen,« flötete Ruß zuckersüß.

»Sehen Sie mal an! Heißer Tag heut', nicht wahr?«

»Sehr,« stimmte Ruß bei, seine weißen Hände betrachtend.

»Es wird heuer eine reiche Ernte geben, wenn das Wetter so bleibt,« bemerkte Frau Ruß.

»Höchst wahrscheinlich,« sagte Engels. »Werden Sie zum Erntefest noch hier sein?«

»Höchst wahrscheinlich,« erwiderte Ruß nicht ohne einen Anflug von Nachäffung, »insoweit ich als Mensch die Zukunft bestimmen kann!«

»I du aalglatter Heuchler,« dachte Engels, und setzte möglichst harmlos hinzu: »Da werden Sie wohl so um den Herbst herum abreisen?«

Ruß wechselte mit seiner Frau einen raschen Blick, und letztere wurde blutrot.

»Sind Sie von Dolores beauftragt worden, danach zu fragen?« rief sie scharf und mißtrauisch.

»Im Gegenteil,« erwiderte Engels ruhig. »Ich dächte, Sie müßten Ihre Gastgeberin nun schon insoweit kennen, um ihr eine solche Kommission überhaupt nicht zuzumuten!«

»Also entsprang die freundliche Frage Ihren eignen Gefühlen?« flötete Ruß honigsüß. »Du hättest dir denken können, teure Adelheid, daß unsere liebe Dolores nach der Abreise ihrer Gäste zu fragen außer stande ist.«

»Das weiß der Himmel,« brach Engels los, »wenn Sie darauf warten wollen, so können Sie Ihr Leben hier in Ruhe beschließen!«

»Das wollen wir auch, denn eine Ablehnung ihrer Gastfreundschaft würde unsere süße Dolores nur beleidigen, und das liegt uns fern, nicht wahr, teures Weib?« sagte Ruß mit Salbung.

Engels erhob sich heftig.

»Meine Zeit ist um,« sagte er. »Komm, Knieper! Adieu allerseits!«

Und damit ging er, gefolgt von seinem Hunde, der im Gehen seinem alten Feinde Ruß noch einmal die Zähne zeigte.

»Fehlgeschossen!« räsonnierte Engels innerlich zornentbrannt. »Es ist dem alten Schleicher weder zart noch grob beizukommen. Na wart', ich graule dich schon noch hinaus!«

In Unwissenheit über die sofortige Attacke ihres Getreuen, setzte Dolores ihren Weg fort, aber das Gleichgewicht in ihrem Innern wollte nicht so schnell kommen, als sie gewünscht hätte. Zu der Erregung infolge des eben stattgehabten Gespräches trat außerdem noch der sie nicht verlassende Gedanke und dieErinnerung an jene Nacht, da sie an Falkners Seite von Monrepos nach dem Falkenhofe zurückging.

Was hatte er ihr gesagt? Er hatte sie gebeten zu vergeben, wo er sie gekränkt, aber hatte er das Bitterste zurückgenommen oder widerrufen? Nein, er hatte es nicht. Unter dem Gewande des Scherzes hatte sie ihm gesagt, was zwischen ihm und ihr stand, und die Kluft zwischen beiden war so tief als je. Sie hatten einander seit jener Nacht nicht wiedergesehen, wozu auch? Inzwischen waren Schingas dagewesen, ihren Besuch zu machen – der Graf hatte den Falkenhof in den kräftigsten Ausdrücken gelobt, die Gräfin hatte mit Entzücken den kostbaren Flügel probiert, und dann waren sie eben wieder fortgefahren, ohne bei Dolores ein wärmeres Gefühl zurückzulassen. Sie fühlte zwar eine gewisse Sympathie für die Frau, welche, an die Verfeinerungen des Lebens gewöhnt, ihr Dasein an der Seite dieses rohen und ungebildeten Mannes durchschleppen mußte, bis der Tod sie erlöste. Dann aber fiel Dolores das fragwürdige, saloppe Kostüm ein, in dem die Gräfin daheim ungeniert sich bewegte, und der Thermometer ihrer Gefühle für sie sank um mehrere Grade. So ist's aber in den meisten Fällen. Man muß die Menschen nicht beurteilen, wenn sie im Gewande des geselligen Verkehrs vor uns stehen, sondern man muß sie allein, bei sich selbst sehen, in ihren Gewohnheiten und Neigungen. Oder, wenn man sich seine Illusionen erhalten will, so muß man es nicht thun. Denn bekanntlich ist ein großer Mann nicht groß vor seinem – Kammerdiener, für den die physischen und moralischen Schlachten, die sein Herr gewann, zweierlei sind mit diesem selbst, für den der erkämpfte Lorbeer nichts ist alsein Blatt, das er als Saucengewürz schätzt. Das ist die Kehrseite der Medaille. Der Optimist läßt das schöne geprägte Stück auf samtner Folie vor sich glänzen und erfreut sich so sehr an dessen Schönheit, daß es ihm gar nicht einfällt zu schauen, was auf der anderen Seite ist. Der Pessimist läßt sich nicht blenden, er geht der Sache auf den Grund und wendet die Medaille um. Entdeckt er dort Schäden, Flecke und Unvollkommenheiten, dann ruft er Wehe über die ganze Welt und predigt ihre Verachtung, findet er die Rückseite aber eben so tadellos wie die Vorderseite, dann bemüht er sich, der letzteren Flecke beizubringen. Der Glücklichere bleibt also der Optimist, nur daß er oft unrecht hat. Er wird uns aber auslachen, wenn wir ihm das sagen.

Dolores hielt sich nicht lange mit Gedanken über die Gräfin Schinga auf. Mit den vergehenden Spuren der Räder ihres Wagens verging auch ihr Anteil an dem Geschick dieser Frau, denn sie hatte genug zu thun mit den Geschäften des Falkenhofes, der Pflege der Musik und – mit sich selbst.

In ihrer Verstimmung erschien es ihr fast wie eine Erlösung, als sie plötzlich menschliche Stimmen hörte und unter einer Gruppe mächtiger Eichen die beiden Prinzessinnen, den Erbprinzen, Falkner und Keppler gewahrte. Prinz Emil ging ihr sogleich entgegen und bat um Erlaubnis, den heißen Nachmittag auf diesem kühlen Plätzchen verträumen zu dürfen, indem er zugleich um den Vorzug ihrer Gesellschaft bat.

»Es ist gut, daß Sie kommen,« sagte Prinzeß Alexandra herzlich, »denn es sollte eben eine Deputation abgeschickt werden, Sie zu holen.«

»Wir schwelgen in Natur und Poesie,« erklärte Keppler und deutete auf das Buch, das Falkner in der Hand hielt.

»Ponche romaineoder Gefrornes von Walderdbeeren wäre mir lieber,« sagte Prinzeß Lolo mit echter Backfischmiene. Alle lachten.

»Pfui, Lolo, wie prosaisch,« rief der Erbprinz entrüstet, »an Gefrornes zu denken, während wir Heine und Scheffel lesen.«

»O, ich wette, ihr alle denkt auch daran, nur daß ihr's nicht sagt,« entgegnete die kleine Durchlaucht.

»Prinzeß haben einem vortrefflichen Gedanken Worte gegeben,« meinte Dolores, »und wenn die Herrschaften mir erlauben, mich für einige Minuten zurückziehen zu dürfen, so will ich den Waldgeistern unser allgemeines Bedürfnis nach Gefrornem vortragen!«

Damit verschwand sie und ging nach dem Falkenhof zurück, um dort dem Koch Befehle zu erteilen. Auf dem Rückwege blieb sie an der Laube stehen, in welcher das Rußsche Ehepaar saß – er lesend, sie strickend, als hätte nie ein Engels ihre idyllische Ruhe getrübt.

»Die Herrschaften von Monrepos sind im Park,« sagte sie einfach, »vielleicht macht es Ihnen Vergnügen, auch ein wenig unter die Eichen zu kommen.«

»Danke – ich bin nicht courfähig,« erwiderte Frau Ruß bitter.

»Es ist sehr freundlich von Ihnen, uns aufzufordern,« sagte der Doktor süß. »Vielleicht mache ich davon Gebrauch und komme nach!«

»Wie es Ihnen beliebt,« entgegnete Dolores und ging.

»Du wirst nicht gehen, Ruß,« rief die Doktorin heftig, als Dolores außer Gehörweite war.

»Doch, mein Engel – ich bin dazu entschlossen,« erwiderte er sehr sanft.

»Wie?« rief sie erregt und immer schneller strickend, »wie, du willst eine Gesellschaft aufsuchen, die mich ignoriert, mich, Alfreds Mutter? Bin ich in ihren Augen nicht hoffähig, so bist du's lange nicht.«

»Sehr richtig bemerkt von deinem Standpunkt aus, mein Herzchen,« sagte Ruß und schloß sorgsam sein Buch. »Ich von meinempoint de vueaus bilde mir ein, daß die Herrschaften von Monrepos erst deine persönliche Bekanntschaft zu machen wünschen, ehe sie von dir Notiz nehmen können. Vielleicht ist deine Anschauung die richtige, aber ich werde so frei sein, nach der meinigen zu handeln!«

Auf diese Weise behielt der Doktor immer recht, ohne doch seiner Gattin unrecht zu geben.

Unter den Eichen hatte sich der kleine Kreis indes behaglich gruppiert, und Falkner nahm seine Lektüre wieder auf. Er hatte ein klangvolles, tiefes Organ und las mit Geschmack, und man lauschte aufmerksam dem waldesduftigen, hochpoetischen und mit köstlichem Humor wie mit einem frischen Hauch durchzogenen Gesange vom Trompeter von Säckingen.

Dolores hatte die Hände im Schoß gefaltet und den Blick gesenkt, sie war so tief in ihre Gedanken versunken, daß Jung Werners und Margaretas Geschichte fast ungehört an ihr Ohr klang. Und so sah sie's nicht, daß aller Blicke sich mit verschiedenem Ausdruck auf sie richteten. Zurückgelehnt in ihren niederen, tiefen Gartenstuhl und so placiert, daß manihr niedliches Füßchen im Goldkäferschuh mit himmelhohen Talons bewundern konnte, saß Prinzeß Lolo und ließ ihre Augen mit seltsam forschendem Ausdruck von Falkner zu Dolores und zurück wandern. Neben ihr saß Prinz Emil, dessen Augen mit träumerischer Bewunderung immer wieder auf die Gestalt der Schloßherrin vom Falkenhof zurückkehrten, indes der wohlwollende Blick der Prinzeß Alexandra in ihren bleichen Zügen zu lesen suchte. Besorgnis und Liebe sprach aus den Augen Kepplers, dem kein Wechseln des Ausdruckes in den Zügen von Dolores entging, und jedesmal, wenn er eine Seite des Buches umwendete, suchte Falkners Blick das schöne, marmorgleiche Profil, das sich scharf von dem grünen Hintergrund der Blätter abhob.

Die Lektüre ward endlich durch das Nahen der Diener unterbrochen, die den Tisch unter den Eichen mit atlasschimmerndem Damasttuch deckten und ihn mit allem besetzten, was man gern an heißen Tagen genießt – Gefrornes, Erdbeeren aus Wald und Garten, Kirschen, die des Gärtners Stolz waren, kühle, dicke Sahne und für die Herrenponche romainein kleinen Kelchgläsern.

»Nein, Baronin, wie glücklich sind Sie doch, alles das jeden Augenblick haben zu können! Bei uns giebt's nichts außer der Zeit,« sagte Prinzeß Lolo naiv, und zwängte eine dicke Gartenerdbeere mit Rahm übergossen in ihr kleines Mündchen.

Alle lachten.

»Durchlaucht sind also sehr leicht glücklich zu machen,« bemerkte Falkner.

Sie warf ihm einen bedeutsamen Blick zu.

»Es kommt darauf an, von wem!« sagte sie errötend.

»Nun natürlich nur von einem, der neben Gefrornem an Sommernachmittagen auch Diamanten und Perlen auf Ihren Lebenspfad streuen kann,« erwiderte Falkner leicht.

»Die Begriffe über Glück sind in der That verschieden,« meinte der Erbprinz lächelnd.

»Sehr,« sagte Dolores ebenso, »und der Mensch weiß es oft gar nicht, daß er glücklich ist. Prinzeß Eleonore hat mir mein Glück überhaupt erst klar gemacht.«

»Willst du in die Ferne schweifen?Sieh, das Gute liegt so nah!Lerne nur das Glück ergreifen,Denn das Glück ist immer da!«

»Willst du in die Ferne schweifen?Sieh, das Gute liegt so nah!Lerne nur das Glück ergreifen,Denn das Glück ist immer da!«

»Willst du in die Ferne schweifen?Sieh, das Gute liegt so nah!Lerne nur das Glück ergreifen,Denn das Glück ist immer da!«

»Willst du in die Ferne schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah!

Lerne nur das Glück ergreifen,

Denn das Glück ist immer da!«

citierte Prinzeß Alexandra halb ernst, halb scherzend, und reichte dabei Dolores eine Schale mit Fruchteis.

»Es ist da, aber inkognito,« erwiderte Dolores. »Wie soll man es da erkennen, Durchlaucht?«

»Nichts leichter als das – bei Ihnen nennt es sich der Falkenhof,« rief Prinzeß Lolo und setzte in ihrer naiven Art hinzu: »Ach du lieber Himmel, was wäre ich selig, wenn ich solch' einen Besitz mein nennen könnte!«

»Man sehnt sich oft nach dem, was der andere hat,« bemerkte der Erbprinz.

»Und andere beneiden Durchlaucht wieder um Ihren Rang,« setzte Keppler hinzu.

»Ach, da ist etwas Rechtes zu beneiden,« rief die kleine Prinzeß verächtlich. »Ich weiß gar nicht, was die Leute Großes daran finden, wenn man eine apanagierte Prinzeß ist, die vielleicht einen apanagierten Prinzen findet und im besten Falle ihr Leben als Äbtissin eines gräßlichen Damenstiftes beschließt!«

»Nun, das brauchen Durchlaucht nicht zu fürchten,« sagte Keppler bedeutsam, während die anderen amüsiert lachten.

»Ich würde auch lieber einen Steineklopfer heiraten,« rief Prinzeß Lolo trotzig.

In diesem Augenblick kam Doktor Ruß wieen passantum eine Baumgruppe geschlendert, that einen Moment wie überrascht und zog dann mit Grazie den Hut zum Gruß. Daß sein Erscheinen im geeigneten Moment erfolgte, das hatte er wohl berechnet, und das Fernrohr, durch das er alle Bewegungen des Kreises unter den Eichen beobachtet hatte, verbarg sich jetzt wohlweislich in seiner Rocktasche.

Die Gegrüßten dankten, und der Erbprinz sagte zu Falkner gewendet:

»Doktor Ruß, vermutlich. Wollen Sie die Vorstellung übernehmen?«

Falkner kam mit nicht ganz freundlichem Gesicht dieser Aufforderung nach, und daß er es überhaupt mit guter Miene that, geschah nur seiner Mutter wegen, deren gesellschaftliche Stellung er durch nichts erschüttert sehen wollte.

Was Ruß lange gewünscht, war ihm jetzt endlich erfüllt – er saß inmitten des exklusiven Kreises von Monrepos und war sich wohl bewußt, daß seine stattliche, vornehme Persönlichkeit und seine feinen, weltmännischen Allüren den besten Eindruck nicht verfehlen konnten.

»Es ist mir ein Vergnügen, Ihre Bekanntschaft zu machen, Herr Doktor,« sagte der Erbprinz lebhaft. »Ihre gediegene wissenschaftliche Bildung, und besonders dason dit, daß meine eigenen Studien bereits Ihr Interesse erregten, machten mir eine persönliche Begegnung besonders wünschenswert.«

Ruß verbeugte sich leicht, mit Selbstbewußtsein und Würde.

»Dieser gnädige Wunsch Eurer Hoheit hätte durch meinen Stiefsohn leicht erfüllt werden können,« sagte er etwas scharf, was Falkner nicht beachtete, denn er fand es nicht für nötig, irgendwelche Gründe oder Entschuldigungen für seine Unterlassungssünde anzuführen.

Der Erbprinz, der sehr wohl wußte, daß Falkner für den Mann seiner Mutter wenig oder nichts übrig hatte, ging ebenfalls über die Erwiderung des Doktors hinweg. »Ich hoffe sehr, Sie für meine Studien interessieren zu können,« sagte er, »falls Sie mir hin und wieder eine Stunde dafür schenken können.«

»Es kann von Schenken nicht die Rede sein, wenn Hoheit mir für die Zeit Gedanken geben,« erwiderte Ruß fein. »Ich weiß von mehreren meiner gelehrten Korrespondenten, daß Hoheit das Traumleben des Menschen sich zum Studium gemacht – für dieses Thema dürfte Baronin Dolores eine aufmerksame Hörerin sein –«

»Ist es möglich?« rief der Erbprinz erfreut. »Ich dachte nicht, daß diese Mysterien eine Anziehungskraft für Sie hätten, Baronin?«

»Ich fragte Doktor Ruß einmal, ob er an Träume glaubt, und er antwortete mir mit Ihren Theorien, mein Prinz,« entgegnete Dolores und fügte hinzu: »Es würde wirklich von Wert für mich sein, ein wissenschaftliches Urteil über Träume zu hören.«

»Urteile, Baronin? Wir haben nur Vermutungen, die wir auf Psychologie basieren,« erwiderte Prinz Emil. »Sie hatten also Träume, deren Ursprung Ihnen rätselhaft erscheint?«

»Ja,« sagte Dolores zögernd. »Das heißt, ich nenne es einen Traum!«

»Und den haben Sie im Falkenhof geträumt?« mischte Falkner sich in das Gespräch.

»Ja,« sagte sie abermals zögernd.

»O, davon sagten Sie nichts,« rief der Doktor überrascht.

»Nein – und ich möchte auch nicht gern davon sprechen – wenigstens jetzt nicht, heute nicht!« erwiderte Dolores mit leisem Schauer und gedämpftem Ton.

»Nein, wir sprechen ein andermal davon, Sie, mein Bruder und ich allein, nicht wahr?« sagte Prinzeß Alexandra, welche schweigend zugehört und wohl gesehen hatte, daß Dolores von einer Erinnerung heftig bewegt wurde.

Inzwischen war die heiße Sommersonne hinter den Bäumen hinabgesunken, und es wurde Zeit, nach Monrepos zurückzukehren. Langsam brach man auf und schlenderte, in zwei Gruppen geteilt, durch den Park der Grenze zu, begleitet von Dolores, durch deren Arm Prinzeß Alexandra den ihren schlang. An ihrer Seite schritt Falkner, neben Dolores Keppler. Voran gingen der Erbprinz, seine jüngste Schwester am Arm, und Doktor Ruß, der das Prinzeßchen durch seine Redegabe und Eingehen in ihre Gedanken ganz zu bestricken schien.

»Das ist der einzige Mann, mit dem man ein ernstes Gespräch führen kann,« erklärte sie später ihrem Bruder schmeichelhafterweise zu dessen großer Belustigung.

»Dieser Park ist wirklich herrlich,« sagte Prinzeß Alexandra und blieb stehen. Sie schaute mit schönheitstrunkenem Blick über das samtgleiche, smaragdgrünebowlinggreen, das sich weit vor ihnen ausbreitete, nach den frischgrünen Baumgruppen,deren Kolorit so prächtig abgetönt wurde durch die sich darein vermischenden dunklen Tannen und braunroten Blutbuchen, die sich wiederum von dem goldgetönten Abendhimmel in weichen Umrissen abhoben.

»Ja, es ist ein einzig schöner Fleck Erde,« erwiderte Falkner fast bewegt, und es traf ihn ein Blick von Dolores, den er verstand, und den er also zu deuten wußte: Er konnte dein sein, dieser Fleck Erde, aber du hast ihn verschmäht, weil meine Hand ihn dir bot.

»Schon seit Jahren erfreue ich mich Sommer für Sommer an diesembuen retiro. Wie süß für Sie, Baronin, mit jener Königstochter sagen zu können:

This plot of ground I call my own,Sweet with the breath of flowers,Of memory of pure delightsAnd toil of summer hours.

This plot of ground I call my own,Sweet with the breath of flowers,Of memory of pure delightsAnd toil of summer hours.

This plot of ground I call my own,Sweet with the breath of flowers,Of memory of pure delightsAnd toil of summer hours.

This plot of ground I call my own,

Sweet with the breath of flowers,

Of memory of pure delights

And toil of summer hours.

Und wissen Sie, daß ich nur den Park und nicht den Falkenhof kenne? Sie müssen mich einmal in dem alten Hause umherführen und mir alles zeigen!«

»O wie gern,« rief Dolores, der die freundliche Art der Prinzeß immer zu Herzen ging, weil sie von Herzen kam. »Ich warte nur auf den Tag, der mir die Ehre bringt, meine hohen Nachbarn von Monrepos als meine Gäste im Falkenhof zu begrüßen.«

»Unter den Klängen des Tannhäusermarsches,« sagte Falkner nicht ohne Spott.

»Eine gute Idee,« meinte die Prinzeß harmlos. »Sie sollen nicht zu lange zu warten brauchen, edle Schloßherrin!«

»Noch eh' ich den Falkenhof verlasse?« fragte Dolores eifrig.

»Sie wollen den Falkenhof verlassen?« Es waren drei Stimmen, die es gleichzeitig fragten.

»Ja,« erwiderte sie leise, aber fest.

»Nun, aber doch nicht für immer,« meinte die Prinzeß lächelnd.

»Doch, für immer,« sagte Dolores.

»Sind Sie europamüde?«

Dolores sah erschreckt auf – war es wirklich Falkners Stimme, die diese Frage gethan?

»Nein, aber ich bin des Falkenhofs müde,« sagte sie unsäglich traurig. »Was soll ich auch hier? Engels wird das Lehen verwalten – in besseren Händen könnte es nicht sein!«

»Und Sie selbst, wohin werden Sie gehen?« fragte Prinzeß Alexandra teilnehmend.

»Ich weiß es noch nicht, Durchlaucht!«

»Die Kunst ruft Sie, die Auserwählte, gehorchen Sie dieser Stimme!« rief Keppler. »Sie können noch so viel Gutes schaffen und Schönes, es wäre Sünde, wollten Sie das Pfund vergraben, das Gott Ihnen gegeben hat!«

»Nein, nein,« rief die Prinzessin, »bleiben Sie! Sie sind zu jung, zu gut für das Leben auf der Bühne, wo niemand Sie vor Verleumdung schützen kann –«

»Durchlaucht, das thut auch hier niemand,« erwiderte Dolores bitter. »Die höchsten und edelsten Frauen haben mich gerne in ihre reinen Kreise gezogen, so lange ich mich Doña Falconieros nannte, und meinen Ruf hat die Verleumdung nicht anzutasten vermocht, das ist die vornehmste Mitgift, die Gott mir für dieses Leben gegeben. Was Weh ist und Schmerz und Ungerechtigkeit, das hab' ich erst hier kennen gelernt!«

Die Prinzessin umarmte Dolores und küßte sie auf die bleiche Stirn.

»Ich weiß, daß Sie gut sind und edel,« sagte sie, »ich weiß, daß kein Flecken auf Ihrem Rufe haftet – hätte ich sonst Ihre Nähe gesucht? Denn wir Fürstinnen stehen den Blicken der Welt ebenso exponiert wie die Künstlerinnen und müssen den Schein in allem zu meiden suchen. Man muß nur die höchste Meinung von dem Berufe haben, zu dem wir ausersehen sind, dann ist ein Abirren von dem rechten Pfade unmöglich!«

»Ich kann's bezeugen, daß Donna Dolores ihre Kunst für allzu heilig hält, um sie zu profanieren,« sagte Keppler warm, »und wenn es eine würdige Priesterin dafür giebt, so verdient sie diesen Namen – dafür will ich einstehen zu jeder Zeit!«

»Ich danke Ihnen,« erwiderte Dolores leise.

Falkner hatte kein Wort mehr gesprochen – er stand abgewendet und betrachtete aufmerksam die flockigen Blüten eines Perückenbaumes am Wege.

»Was sagen Sie zu dem Entschlusse Ihrer Cousine, lieber Baron?« fragte die Prinzeß.

»Ich, Durchlaucht?« er sah sehr gleichgültig aus. »Ich habe ja gar kein Recht, etwas zu sagen.«

Sie gingen schweigend weiter, bis die Prinzeß wieder fragte:

»Und wann wollen Sie von hier scheiden?«

»Ich weiß es noch nicht, Durchlaucht, vielleicht sehr bald, vielleicht erst zum Schluß des Sommers. Ich glaube, das Rasten thut mir gut, aber ich fürchte das Rosten. Es bedarf in der That aller meiner Energie, um nicht, wie HerrOlaf auf der Erlenhöhe, so lange zu träumen, bis es zu spät wurde für den Träumer.«

»Nun, ich übernehme es, dafür zu sorgen,« rief die Prinzessin lebhaft. »Wir wollen einander oft sehen, nicht wahr? Wir wollen alles besprechen, was uns interessiert. Sie sind doch unsere Verbündeten, meine Herren?«

»Mit Enthusiasmus, Durchlaucht, für solchen Zweck,« erwiderte Keppler warm. Falkner antwortete nur mit einer stummen Verbeugung.

Am Gitter von Monrepos sagte man sich Lebewohl. Der Herzog stand hier, eine große Menge Bast im Arme, ein Okuliermesser in der Hand, und bedauerte lebhaft, die nette Partie versäumt zu haben! Und dabei sah er so einfach, so glücklich und harmlos aus, daß es fast rührend war. Es drückt eben nicht jede Krone die Stirn ihres Trägers. Ob daran die Krone oder die Stirn die Schuld trägt?

»Der gute Herzog, es ist ein Glück für ihn, daß er nichts, rein nichts von einem Prometheus in sich hat,« meinte Doktor Ruß, als er an Dolores' Seite dem Falkenhofe zuschritt.

»Halten Sie das wirklich für ein Glück?« fragte sie träumerisch. »Ich meine, es ist eine schöne Aufgabe, das göttliche Feuer vom Himmel herabzuholen und Großes mit ihm zu schaffen.«

»Trotz dem sicheren Gefühl, gefesselt wie Prometheus an den starren Felsen der Intolleranz von dem Geier der öffentlichen Meinung zerfleischt zu werden?« fragte Ruß.

»Trotzdem, ja, denn das einmal errungene Feuer giebt die Kraft des Ertragens.«

»Nun ja –chaque homme porte en lui un Prométhée, créateur rebelle et martyr,« citierte Ruß jene gekrönteDichterin, Carmen Sylva, die uns so rührend und wahr die Geschichte vom Leiden geschildert, weil es ihr mitgegeben ward auf ihrem Lebenspfade.

In jener Nacht tönten noch lange die Klänge einer herrlichen Stimme, eines meisterhaft gespielten Flügels aus den Mauern des Falkenhofes hinaus in die warme Sommernacht, die fernes Wetterleuchten magisch durchzuckte. Schmelzend, jauchzend, todestraurig und erschütternd klang die wunderbare Stimme hinaus und verklang fern im Säuseln der Nachtluft in den Bäumen.

»Unsere Baroneß singt doch schaurig schön,« meinte unten Mamsell Köhler in der Domestikenstube, »aber es ist nicht mein Fall! Wenn sie lange so fort singt, da wird sie nicht alt – überhaupt,« und sie senkte die Stimme zum Flüstern, »überhaupt – sie hat zusammengewachsene Augenbrauen – das ist ein böses Zeichen. Hört ihr's – das klang fast wie ein Schrei, daß es einem durch Mark und Bein geht. Nein, da lobe ich mir doch die Lieder, die man zu meiner Zeit sang: ›Guter Mond, du gehst so stille‹ und ›Als ich auf meiner Bleiche –‹. Da lag doch Gemüt drin, aber die Lieder, die Baroneß singt – hu, das ist ja das reine Teufelswerk.«

Darauf erzählte die Beschließerin ihren aufmerksamen Zuhörern leise und vertraulich, daß ihre Herrin auf dem Theater als leibhaftiger Teufel aufgetreten wäre, und meinte, um so etwas zu thun, müßte man sich schon halb dem Gottseibeiuns verschrieben haben.

»Na, einen Pferdefuß hat sie nicht,« sagte Christel, der zweite Diener, der das Putzen der Schuhe besorgte.

»Aber die roten Haare –!« flüsterte die Köchin.

»Und der schwarze Unhold, die Tereza!« fügte das Küchenmädchen hinzu.

»Und der Ramo, das ist so ein großer, brasilianischer Menschenaffe aus Amerika, den der Böse sprechen gelehrt hat,« meinte der Groom.

In diesem Augenblicke schrie die weise Versammlung laut auf, denn der ehrliche Ramo stand plötzlich unter ihnen – sie hatten in ihrem Eifer sein Kommen nicht gehört.

»Bagage,« sagte er in seinem gebrochenen Deutsch verächtlich. »Nennen arme Tereza Unhold und Ramo Affe, weil beide nicht mit auf die Herrschaft schimpfen, wie undankbares Volk, das ihr alle seid. Meinetwegen! Wer aber gegen Herrin Mucks sagt, soll an mich denken!«

Damit statuierte er an dem ihm zunächst stehenden Groom ein Beispiel in Gestalt einer kräftigen Ohrfeige und mit einem sprechenden Blick auf die etwas verlegen gewordene Mamsell Köhler entschwand der treue Diener wieder dem Küchenforum, das eigens in der Welt zu bestehen scheint, damit eine gute Meinung über Herrschaften nicht um sich greift.

***

Wenn man die Menschen nach ihren Charakteren in Gruppen einteilen und sortieren wollte mit einer ganz besonderen Abteilung für die »Originale,« so wäre es doch eine Sisyphusarbeit. Freilich, mit den Dutzendmenschen wären wir bald fertig, aber auch sie bergen Tiefen, die wir nicht ergründen können, und mit dem Sortieren in »Haustyrannen,« »Salondamen,« »Bonvivants,« »Bösewichter« etc. würden wir nicht weit kommen, besonders wenn wir entdecken, daß die »komische Alte« plötzlich unverkennbar zum Fach der »Heldenmutter« gehört.

Wir hörten von einem Sonderling, der über alle Bekannten, um deren wirklichen Charakter kennen zu lernen, Buch führte, d. h. er trug ihre Namen in ein Buch ein, dessen Seiten mit den verschiedensten Charakteristiken überschrieben waren. Fand er einen Irrtum hierin heraus, so ward der Name ausgestrichen und auf eine andere Seite, in einer anderen Rubrik eingetragen. Auf diese Weise suchte er zum Menschenkenner zu werden – aber er schöpfte seine Erfahrungen mit einem Siebe in ein Faß ohne Boden wie die Danaiden. So hatte er unter anderen den Namen eines Herrn N. N. nach der ersten Bekanntschaft mit demselben unter »Angenehmer Gesellschafter« eingetragen. Nach späteren Erfahrungen konnte er ihm dieses Prädikat zwar nicht nehmen, aber er klassifizierte ihn auch noch in den Rubriken »Selbstlos« und »Großmütig.« Nach einiger Zeit fand er sich veranlaßt, besagten Herrn noch in den Abteilungen: »Guter Stiefvater« und »Mustergatte« zu nennen, außerdem aber noch seinen Namen unter »Gelehrter« einzutragen. Daß diesen Eigenschaften noch die eines »wahrhaft frommen Christen« hinzutrat, kann uns nicht wundern, aber ein plötzlicher Umschwung veranlaßte den Buchführer, diesen edlen N. N. mit einem Mal in der Rubrik: »Doppelzüngig« zu nennen. Dann konnte man ihn auch unter »Erbschleicher,« »Händelstifter« und »Halunke« lesen, und zuletzt stand er so ziemlich auf jeder Seite von des Sonderlings Charakterthermometer, der darauf sein Buch verbrannte und kein zweites mehr führte – es war ihm verleidet worden. Er hatte es sich so hübsch und amüsant gedacht, jedes Menschen Empfinden von ihm ablesen zu können wie von den weißen Blätternseines Buches, und sich nicht überlegt, daß ein Mensch nicht einfach unter der Firma »Mustergatte« oder »armer Dulder« umherlaufen kann, als ob dieser ihm durch eigenes oder anderer Zeugnis aufgedrückte Stempel für sein Dasein genügte und charakteristisch wäre.

Der Mensch ist ein Teil des verschleierten Bildes von Saïs, und nicht jeder verträgt den Anblick der Wahrheit, sei es, daß er sie im Herzen anderer oder im eigenen Herzen entschleiert.

Alfred Falkner hatte immer viel auf seine Prinzipien gehalten, ja er hatte dieses Steckenpferd nicht ohne eine gründliche Dosis Hochmut geritten und geglaubt, der Untergang der Welt würde ihn auch nicht um eines Haares Breite von dem gewohnten Pfade ablenken können. All' diese Prinzipien, die er unter dem Schilde des »Noblesse oblige« vereinigte, waren tadellos und hochgemutet, aber sie auf den Punkt zu erfüllen, bedurfte es mehr als menschlicher Kraft, welche von vielen mit dem Eigensinn, der freilich oft mehr vermag, als moralische Kraft, verwechselt wird.

Hätte man Falkner vor Jahresfrist gesagt: »Ehe du um zwölf Monde älter bist, wirst du eine wehrlose Frau tödlich beleidigen, weil sie einem Berufe angehört, mit dem du nicht einverstanden bist, und weil sie die Erbschaft gemacht, auf die du gerechnet hattest« – so hätte er überlegen geantwortet: »Das ist unmöglich. Denn einmal greift ein Kavalier Wehrlose, besonders aber Frauen nicht an, und was die Gründe anbetrifft, so verbietet mir ersteren meine Bildung und über dem zweiten glaube ich zu hoch zu stehen. Große materielle Verluste vermögen wohl zu enttäuschen, aber sie können den Gebildeten nicht zu Ungerechtigkeiten verleiten, eben weil sie materiell sind.«

Nun gab es stille, einsame Nachtstunden und bittere Momente bei Tage, in denen Alfred Falkner sich selbst die Frage vorlegte: Wie hast du deine Vorsätze erfüllt? Und die Antwort war tief demütigend.Homo sum!

Dann hatte er ihr sein »Pater peccavi« gesagt, und abermals mußte er erfahren, daß solche Klüfte, wie zwischen ihm und Dolores lagen, sich nicht mit ein paar Worten überbrücken ließen. Der Abgrund hatte sich so viel verengert, daß sie einander darüber hinweg die Hände reichen konnten, wenn sie sich dazu überwanden – und das war alles.

Daß er mehr davon erwartet hatte, kann nicht geleugnet werden, und neben der getäuschten Hoffnung kostete er die bitteren Früchte, die sein Thun gezeitigt: die Gleichgültigkeit, die ihm Dolores zeigte, denn diese Maske trug sie so täuschend und so überzeugend, daß es niemand eingefallen wäre, an eine Maske zu glauben. Und nun wollte sie fort – den Falkenhof verlassen – vielleicht, um nach Brasilien zurückzugehen. Hoffentlich nach Brasilien, dachte er, und es überkam ihn wieder und wieder der heiße Wunsch, sie möchte Kepplers Zureden nicht nachgeben und zur Bühne zurückkehren. Hätte er gewußt, daß sie selbst gerade vor diesem Gedanken zurückschrak, wie vor einem unübersteigbaren Berge – es hätte ihn wesentlich beruhigt. Denn wenn er ja auch schließlich so weit gediehen war in seiner Überzeugung, daß er anerkennen mußte, wie rein und tadellos sie während ihrer kurzen Künstlerlaufbahn gewesen, daß sie wie »eine Lilie im Staube« kühl und königlich gestanden in der heißen, trügerisch gleißenden Atmosphäre des Scheins und des Truges, so war ihm der Gedanke, sie wiederum dort zu sehen undzu wissen, doch unsäglich widerwärtig. Zugegeben, daß dabei eine gründliche Dosis Falknerschen Familienstolzes mitsprach, jenes Stolzes, der im Exklusiven seine Befriedigung sucht, so überwog dabei doch jene Sorge, welche der Gärtner für seinen Pflegling empfindet, wenn er ihn in ein ihm unzuträgliches Erdreich verpflanzt sieht und davon nur Welken, Verderben oder Dahinkränkeln voraussehen kann.

Unklar freilich war er sich selbst in seinen Gefühlen für Dolores nicht mehr. Er log sich nicht mehr vor, daß sie ihn anzog, weil sie ihn abstieß, denn solche Selbsttäuschungen mußten früher oder später einmal weichen wie Herbstnebel im Sonnenlicht. Und in dem Lichte dieser Erkenntnis sagte er sich ohne Wenn und Aber, daß Dolores Falkner begehrenswert für ihn sei vor allen Frauen und Mädchen der Welt. Und mit derselben klaren Einsicht sagte er sich, daß er keine Chance mehr habe, sie zu gewinnen, daß er verspielt habe für alle Zeit. Nun liegt es aber in der Natur des menschlichen Herzens, daß es sich selbst widerspricht, d. h. daß es dem kühler wägenden Verstande Plaidoyers und in das Gewand »Möglichkeit« gekleidete Bitten entgegenstellt. Und da Alfred Falkner trotz seines starken Geschlechts nebenbei auch noch ein Mensch, ein Sohn Adams war, so flüsterte ihm sein Herz zu: Vielleicht gewinnt ein treues Werben zurück, was du verscherzt; wogegen der Trotz ihm zuflüsterte: Es ist besser so – mag denn getrennt bleiben, was nicht zu einander gehört. So ist denn der Mensch stets widerstreitenden Gefühlen ausgesetzt, wenn er im Kampfe steht mit seinem Herzen, und nicht alle laufen ein nach dem Seelensturme in den Hafen der Glückseligkeit, in dem alles sich klärt durch den Besitz einesinneren Glückes, von dem wir wissen, daß es unser ist und bleibt bis an die Pforten des Todes. Es giebt überhaupt wenig Menschen, die mit ihren Gefühlen stets im reinen und klipp und klar sind, die Herz und Verstand stets im Gleichgewicht halten und durch die Stürme des Lebens schiffen unversehrt und unbewegt! Ob diese aber zu beneiden sind, möchte ich bezweifeln, denn


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