Neunzehntes Kapitel.Wie Hieronimus zum Candidaten examinirt ward, und wie es ihm dabei erging.

9.Das wird ein ehrbares Ansehen dir geben,Es ist aber auch nöthig daneben,Daß du hinfüro nicht mehr so fluchst,Sondern auch geistlich zu leben suchst.

9.

Das wird ein ehrbares Ansehen dir geben,Es ist aber auch nöthig daneben,Daß du hinfüro nicht mehr so fluchst,Sondern auch geistlich zu leben suchst.

Das wird ein ehrbares Ansehen dir geben,

Es ist aber auch nöthig daneben,

Daß du hinfüro nicht mehr so fluchst,

Sondern auch geistlich zu leben suchst.

10.Hieronimus hörte zwar etwas sprödeSeines alten Vaters vernünftige Rede,Doch ließ er sich endlich ebenfallsAlles gefallen und bereden all’s.

10.

Hieronimus hörte zwar etwas sprödeSeines alten Vaters vernünftige Rede,Doch ließ er sich endlich ebenfallsAlles gefallen und bereden all’s.

Hieronimus hörte zwar etwas spröde

Seines alten Vaters vernünftige Rede,

Doch ließ er sich endlich ebenfalls

Alles gefallen und bereden all’s.

11.Man sah ihn darauf, eh der Tag noch vergangen,Im schwarzen Kleide und Perücke prangen,Es war auch ein weißes Krägelein da,Gemacht von der Muttermanu propria.

11.

Man sah ihn darauf, eh der Tag noch vergangen,Im schwarzen Kleide und Perücke prangen,Es war auch ein weißes Krägelein da,Gemacht von der Muttermanu propria.

Man sah ihn darauf, eh der Tag noch vergangen,

Im schwarzen Kleide und Perücke prangen,

Es war auch ein weißes Krägelein da,

Gemacht von der Muttermanu propria.

12.Geistlich staffirt vom Kopf bis zu’n Füßen,That er nun den Eltern kund und zu wissen,Daß er, zu predigen in dieser Livrei,Am künftigen Sonntag gesonnen sei.

12.

Geistlich staffirt vom Kopf bis zu’n Füßen,That er nun den Eltern kund und zu wissen,Daß er, zu predigen in dieser Livrei,Am künftigen Sonntag gesonnen sei.

Geistlich staffirt vom Kopf bis zu’n Füßen,

That er nun den Eltern kund und zu wissen,

Daß er, zu predigen in dieser Livrei,

Am künftigen Sonntag gesonnen sei.

13.Er hat sich auch treu des Versprechens entledigt,Und am folgenden Sonntag gepredigt,Und ohne einen sonderlichen AnstoßWard er glücklich der Predigt los.

13.

Er hat sich auch treu des Versprechens entledigt,Und am folgenden Sonntag gepredigt,Und ohne einen sonderlichen AnstoßWard er glücklich der Predigt los.

Er hat sich auch treu des Versprechens entledigt,

Und am folgenden Sonntag gepredigt,

Und ohne einen sonderlichen Anstoß

Ward er glücklich der Predigt los.

14.Denn, wie oben, Kapitel sechszehn, gehöret,Hatte ein Freund ihm eine Predigt verehret,Diese kam ihm vortrefflich zur Hand,Weil er sie ganz auswendig verstand.

14.

Denn, wie oben, Kapitel sechszehn, gehöret,Hatte ein Freund ihm eine Predigt verehret,Diese kam ihm vortrefflich zur Hand,Weil er sie ganz auswendig verstand.

Denn, wie oben, Kapitel sechszehn, gehöret,

Hatte ein Freund ihm eine Predigt verehret,

Diese kam ihm vortrefflich zur Hand,

Weil er sie ganz auswendig verstand.

15.Sie war gar vortrefflich componiret,Mit vielen erbaulichen Sprüchen gezieret,Und so voll vom gelehrten Tand,Daß sie Hieronimus selbst nicht verstand.

15.

Sie war gar vortrefflich componiret,Mit vielen erbaulichen Sprüchen gezieret,Und so voll vom gelehrten Tand,Daß sie Hieronimus selbst nicht verstand.

Sie war gar vortrefflich componiret,

Mit vielen erbaulichen Sprüchen gezieret,

Und so voll vom gelehrten Tand,

Daß sie Hieronimus selbst nicht verstand.

16.Auch sein äußerer Anstand war prächtig,Seine Arme und Hände bewegte er mächtig,Und der Stimme starker TenorDrang den Zuhörern stattlich ins Ohr.

16.

Auch sein äußerer Anstand war prächtig,Seine Arme und Hände bewegte er mächtig,Und der Stimme starker TenorDrang den Zuhörern stattlich ins Ohr.

Auch sein äußerer Anstand war prächtig,

Seine Arme und Hände bewegte er mächtig,

Und der Stimme starker Tenor

Drang den Zuhörern stattlich ins Ohr.

17.Es wurde übrigens von vielen hundertZuhörern seine Predigt bewundert,Viele stießen die Köpfe anUnd sagten: „das gibt ein ganzer Mann!

17.

Es wurde übrigens von vielen hundertZuhörern seine Predigt bewundert,Viele stießen die Köpfe anUnd sagten: „das gibt ein ganzer Mann!

Es wurde übrigens von vielen hundert

Zuhörern seine Predigt bewundert,

Viele stießen die Köpfe an

Und sagten: „das gibt ein ganzer Mann!

18.Wer Henker hätte das denken sollen,Daß so was einst hätte werden wollenAus des Jobsens dummen Hieronimus?Er erregt ja Verwundernuß!“

18.

Wer Henker hätte das denken sollen,Daß so was einst hätte werden wollenAus des Jobsens dummen Hieronimus?Er erregt ja Verwundernuß!“

Wer Henker hätte das denken sollen,

Daß so was einst hätte werden wollen

Aus des Jobsens dummen Hieronimus?

Er erregt ja Verwundernuß!“

19.Auch waren alle Verwandten gegenwärtig,Gafften Hieronimus an, der so fertig,Als hätte er längst gestanden im Amt,Sie erbauen konnte allesammt.

19.

Auch waren alle Verwandten gegenwärtig,Gafften Hieronimus an, der so fertig,Als hätte er längst gestanden im Amt,Sie erbauen konnte allesammt.

Auch waren alle Verwandten gegenwärtig,

Gafften Hieronimus an, der so fertig,

Als hätte er längst gestanden im Amt,

Sie erbauen konnte allesammt.

20.Aber, ich vermag nicht das EntzückenDer beiden guten Eltern auszudrücken,Denn sie hielten nun beiderseitsIhn für den größten Redner bereits.

20.

Aber, ich vermag nicht das EntzückenDer beiden guten Eltern auszudrücken,Denn sie hielten nun beiderseitsIhn für den größten Redner bereits.

Aber, ich vermag nicht das Entzücken

Der beiden guten Eltern auszudrücken,

Denn sie hielten nun beiderseits

Ihn für den größten Redner bereits.

21.Als nun der Gottesdienst verrichtet,Ward ein groß Freudenmahl angerichtet,Und in Senator Jobsens HausKamen alle Verwandten zum Schmaus.

21.

Als nun der Gottesdienst verrichtet,Ward ein groß Freudenmahl angerichtet,Und in Senator Jobsens HausKamen alle Verwandten zum Schmaus.

Als nun der Gottesdienst verrichtet,

Ward ein groß Freudenmahl angerichtet,

Und in Senator Jobsens Haus

Kamen alle Verwandten zum Schmaus.

22.Da hat man, während dem Mittagsessen,Nichts zu Hieronimi Lobe vergessen,Und man trank öfters zu dieser ZeitAus großen Gläsern seine Gesundheit.

22.

Da hat man, während dem Mittagsessen,Nichts zu Hieronimi Lobe vergessen,Und man trank öfters zu dieser ZeitAus großen Gläsern seine Gesundheit.

Da hat man, während dem Mittagsessen,

Nichts zu Hieronimi Lobe vergessen,

Und man trank öfters zu dieser Zeit

Aus großen Gläsern seine Gesundheit.

23.Es ward auch zu denselbigen StundenVon der ganzen Versammlung für gut befunden,Daß bei obwaltenden Umständen nunmehr,Zu des Hieronimus größerer Ehr,

23.

Es ward auch zu denselbigen StundenVon der ganzen Versammlung für gut befunden,Daß bei obwaltenden Umständen nunmehr,Zu des Hieronimus größerer Ehr,

Es ward auch zu denselbigen Stunden

Von der ganzen Versammlung für gut befunden,

Daß bei obwaltenden Umständen nunmehr,

Zu des Hieronimus größerer Ehr,

24.Er es nächstens müsse wagenUnd sich zum Candidaten lassen schlagen,Damit er in optima Forma hieWerde Candidatus Ministerii.

24.

Er es nächstens müsse wagenUnd sich zum Candidaten lassen schlagen,Damit er in optima Forma hieWerde Candidatus Ministerii.

Er es nächstens müsse wagen

Und sich zum Candidaten lassen schlagen,

Damit er in optima Forma hie

Werde Candidatus Ministerii.

25.Zwar wäre es dieserhalb wol vonnöthenVorerst vors Examen hinzutreten,Doch bei der gezeigten GelehrsamkeitHätte dieses keine Schwierigkeit.

25.

Zwar wäre es dieserhalb wol vonnöthenVorerst vors Examen hinzutreten,Doch bei der gezeigten GelehrsamkeitHätte dieses keine Schwierigkeit.

Zwar wäre es dieserhalb wol vonnöthen

Vorerst vors Examen hinzutreten,

Doch bei der gezeigten Gelehrsamkeit

Hätte dieses keine Schwierigkeit.

26.Um so mehr, da der hiesige Pfarrer schwächlichWäre, so könnte Hieronimus gemächlichUnd ohne allen Zank und GeschreiAntreten die erledigte Pfarrei;

26.

Um so mehr, da der hiesige Pfarrer schwächlichWäre, so könnte Hieronimus gemächlichUnd ohne allen Zank und GeschreiAntreten die erledigte Pfarrei;

Um so mehr, da der hiesige Pfarrer schwächlich

Wäre, so könnte Hieronimus gemächlich

Und ohne allen Zank und Geschrei

Antreten die erledigte Pfarrei;

27.Wenn es nämlich bald glücklich gelünge,Daß der Pfarrer den Weg alles Fleisches ginge,Denn seine kränkliche ConstitutionLieße dieses fest hoffen schon.

27.

Wenn es nämlich bald glücklich gelünge,Daß der Pfarrer den Weg alles Fleisches ginge,Denn seine kränkliche ConstitutionLieße dieses fest hoffen schon.

Wenn es nämlich bald glücklich gelünge,

Daß der Pfarrer den Weg alles Fleisches ginge,

Denn seine kränkliche Constitution

Ließe dieses fest hoffen schon.

28.Hieronimus vermochte so viel Gründen und FlehenNunmehro nicht länger zu widerstehen,Er gab also, obgleich ängstlich genung,Dazu seine Einwilligung.

28.

Hieronimus vermochte so viel Gründen und FlehenNunmehro nicht länger zu widerstehen,Er gab also, obgleich ängstlich genung,Dazu seine Einwilligung.

Hieronimus vermochte so viel Gründen und Flehen

Nunmehro nicht länger zu widerstehen,

Er gab also, obgleich ängstlich genung,

Dazu seine Einwilligung.

29.Er leerete übrigens zwar mit VergnügenManches großes Glas in starken Zügen,Doch wenn er ans künft’ge Examen gedacht,So hat ihm dieses ein Grausen gemacht.

29.

Er leerete übrigens zwar mit VergnügenManches großes Glas in starken Zügen,Doch wenn er ans künft’ge Examen gedacht,So hat ihm dieses ein Grausen gemacht.

Er leerete übrigens zwar mit Vergnügen

Manches großes Glas in starken Zügen,

Doch wenn er ans künft’ge Examen gedacht,

So hat ihm dieses ein Grausen gemacht.

30.Endlich suchte er seine traurigen GrillenDurch einen tüchtigen Rausch zu stillen,Obgleich sein Mißfallen der alte JobsBezeigte, durch ernsthaftes Schütteln des Kopfs.

30.

Endlich suchte er seine traurigen GrillenDurch einen tüchtigen Rausch zu stillen,Obgleich sein Mißfallen der alte JobsBezeigte, durch ernsthaftes Schütteln des Kopfs.

Endlich suchte er seine traurigen Grillen

Durch einen tüchtigen Rausch zu stillen,

Obgleich sein Mißfallen der alte Jobs

Bezeigte, durch ernsthaftes Schütteln des Kopfs.

1.Indeß ist es beim Entschlusse geblieben,Und nach wenigen Wochen hat man verschriebenDie ganze hochehrwürdige KleriseiZu Hieronimus Examen herbei.

1.

Indeß ist es beim Entschlusse geblieben,Und nach wenigen Wochen hat man verschriebenDie ganze hochehrwürdige KleriseiZu Hieronimus Examen herbei.

Indeß ist es beim Entschlusse geblieben,

Und nach wenigen Wochen hat man verschrieben

Die ganze hochehrwürdige Klerisei

Zu Hieronimus Examen herbei.

2.Jedoch, wie ihm ob solcher Gefahre,Des nahen Examens zu Muthe ware,Und sein gemachtes ängstliches Gesicht,Dies alles begreift der Leser nicht.

2.

Jedoch, wie ihm ob solcher Gefahre,Des nahen Examens zu Muthe ware,Und sein gemachtes ängstliches Gesicht,Dies alles begreift der Leser nicht.

Jedoch, wie ihm ob solcher Gefahre,

Des nahen Examens zu Muthe ware,

Und sein gemachtes ängstliches Gesicht,

Dies alles begreift der Leser nicht.

3.Es wäre also solches zu schildern vergebens.Die fürchterlichste Stunde seines Lebens,Nahte nunmehro endlich herzu;Ach! du armer Hieronimus, du!

3.

Es wäre also solches zu schildern vergebens.Die fürchterlichste Stunde seines Lebens,Nahte nunmehro endlich herzu;Ach! du armer Hieronimus, du!

Es wäre also solches zu schildern vergebens.

Die fürchterlichste Stunde seines Lebens,

Nahte nunmehro endlich herzu;

Ach! du armer Hieronimus, du!

4.Nenne mir nun, Jungfer Muse, die NamenDer geistlichen Herrn, welche zum ExamenAus jeder Gegend der Schwäbischen WeltAm bestimmten Tage sich eingestellt.

4.

Nenne mir nun, Jungfer Muse, die NamenDer geistlichen Herrn, welche zum ExamenAus jeder Gegend der Schwäbischen WeltAm bestimmten Tage sich eingestellt.

Nenne mir nun, Jungfer Muse, die Namen

Der geistlichen Herrn, welche zum Examen

Aus jeder Gegend der Schwäbischen Welt

Am bestimmten Tage sich eingestellt.

5.Der erste war derHerr Inspector,In der Lehre stark wie ein andrer Hector,Ein stattlicher dickgebauchter Mann;Man sah ihm gleich den Inspector an.

5.

Der erste war derHerr Inspector,In der Lehre stark wie ein andrer Hector,Ein stattlicher dickgebauchter Mann;Man sah ihm gleich den Inspector an.

Der erste war derHerr Inspector,

In der Lehre stark wie ein andrer Hector,

Ein stattlicher dickgebauchter Mann;

Man sah ihm gleich den Inspector an.

6.Seine Verdienste schafften ihm diese Würde;Er trug übrigens seines Amtes BürdeGeduldig und mit gar frohem MuthUnd aß und trank täglich gut.

6.

Seine Verdienste schafften ihm diese Würde;Er trug übrigens seines Amtes BürdeGeduldig und mit gar frohem MuthUnd aß und trank täglich gut.

Seine Verdienste schafften ihm diese Würde;

Er trug übrigens seines Amtes Bürde

Geduldig und mit gar frohem Muth

Und aß und trank täglich gut.

7.Nach ihm kam dergeistliche Assesser,Ein Mann von Person zwar etwas größer,Doch an Körper und Waden dünnUnd von etwas mürrischem Sinn.

7.

Nach ihm kam dergeistliche Assesser,Ein Mann von Person zwar etwas größer,Doch an Körper und Waden dünnUnd von etwas mürrischem Sinn.

Nach ihm kam dergeistliche Assesser,

Ein Mann von Person zwar etwas größer,

Doch an Körper und Waden dünn

Und von etwas mürrischem Sinn.

8.Er triebe nebst der geistlichen SacheVerschiedene Stücke aus dem ökonomischen FacheUnd trank nur Bier und schlechten Wein,Denn seine Einkünfte waren klein.

8.

Er triebe nebst der geistlichen SacheVerschiedene Stücke aus dem ökonomischen FacheUnd trank nur Bier und schlechten Wein,Denn seine Einkünfte waren klein.

Er triebe nebst der geistlichen Sache

Verschiedene Stücke aus dem ökonomischen Fache

Und trank nur Bier und schlechten Wein,

Denn seine Einkünfte waren klein.

9.Auch HerrKrager, ein Mann von hohen Jahren,In den Kirchenvätern sehr wohl erfahren,Die er, so oft die Gelegenheit kamSeinen Satz zu erweisen, hernahm.

9.

Auch HerrKrager, ein Mann von hohen Jahren,In den Kirchenvätern sehr wohl erfahren,Die er, so oft die Gelegenheit kamSeinen Satz zu erweisen, hernahm.

Auch HerrKrager, ein Mann von hohen Jahren,

In den Kirchenvätern sehr wohl erfahren,

Die er, so oft die Gelegenheit kam

Seinen Satz zu erweisen, hernahm.

10.Auch HerrKrisch, ein Mann von guten Sitten,Ungemein stark in Postillen beritten;Wobei er sich so gut und noch besser befandAls der beste Pfarrer im Schwabenland.

10.

Auch HerrKrisch, ein Mann von guten Sitten,Ungemein stark in Postillen beritten;Wobei er sich so gut und noch besser befandAls der beste Pfarrer im Schwabenland.

Auch HerrKrisch, ein Mann von guten Sitten,

Ungemein stark in Postillen beritten;

Wobei er sich so gut und noch besser befand

Als der beste Pfarrer im Schwabenland.

11.Auch HerrBeff, ein weidlicher Linguiste,Und im Leben und Wandel ein ziemlicher Christe,Im Vortrag ein ewiges Einerlei,Doch niemals gegen Orthodoxei.

11.

Auch HerrBeff, ein weidlicher Linguiste,Und im Leben und Wandel ein ziemlicher Christe,Im Vortrag ein ewiges Einerlei,Doch niemals gegen Orthodoxei.

Auch HerrBeff, ein weidlicher Linguiste,

Und im Leben und Wandel ein ziemlicher Christe,

Im Vortrag ein ewiges Einerlei,

Doch niemals gegen Orthodoxei.

12.Auch HerrSchrei, stark in der Rede,Weder in Gesellschaft noch auf der Kanzel blöde,Lebte übrigens munter und frischMit seiner Köchin exemplarisch.

12.

Auch HerrSchrei, stark in der Rede,Weder in Gesellschaft noch auf der Kanzel blöde,Lebte übrigens munter und frischMit seiner Köchin exemplarisch.

Auch HerrSchrei, stark in der Rede,

Weder in Gesellschaft noch auf der Kanzel blöde,

Lebte übrigens munter und frisch

Mit seiner Köchin exemplarisch.

13.Auch HerrPlotz, ein Mann wie ein Engel,Er hatte zwar in der Jugend viele Mängel,Nachdem er aber sein Amt trat an,Ward er ein gar frommer Mann.

13.

Auch HerrPlotz, ein Mann wie ein Engel,Er hatte zwar in der Jugend viele Mängel,Nachdem er aber sein Amt trat an,Ward er ein gar frommer Mann.

Auch HerrPlotz, ein Mann wie ein Engel,

Er hatte zwar in der Jugend viele Mängel,

Nachdem er aber sein Amt trat an,

Ward er ein gar frommer Mann.

14.Er hielte seine hochgeliebte GemeineVon allen Lastern und bösem Wesen reine,Und strafte zur Zeit und zur UnzeitAlle und jede, doch nach Gelegenheit.

14.

Er hielte seine hochgeliebte GemeineVon allen Lastern und bösem Wesen reine,Und strafte zur Zeit und zur UnzeitAlle und jede, doch nach Gelegenheit.

Er hielte seine hochgeliebte Gemeine

Von allen Lastern und bösem Wesen reine,

Und strafte zur Zeit und zur Unzeit

Alle und jede, doch nach Gelegenheit.

15.Auch HerrKeffer, nie müde in Lehr’ und Strafen,Er nahm sich treulich an seiner Schafen,Doch fande sich in der Heerde seinMancher hartnäckige Bock mit ein.

15.

Auch HerrKeffer, nie müde in Lehr’ und Strafen,Er nahm sich treulich an seiner Schafen,Doch fande sich in der Heerde seinMancher hartnäckige Bock mit ein.

Auch HerrKeffer, nie müde in Lehr’ und Strafen,

Er nahm sich treulich an seiner Schafen,

Doch fande sich in der Heerde sein

Mancher hartnäckige Bock mit ein.

16.Oft war er, um sie zurechte zu führen,Er deshalb genöthiget zu processiren,Denn er verstand die Jura, in der That,So gut als der beste Advocat.

16.

Oft war er, um sie zurechte zu führen,Er deshalb genöthiget zu processiren,Denn er verstand die Jura, in der That,So gut als der beste Advocat.

Oft war er, um sie zurechte zu führen,

Er deshalb genöthiget zu processiren,

Denn er verstand die Jura, in der That,

So gut als der beste Advocat.

17.Außer diesen obengenannten kamenNoch mehr geistliche Herren zum Examen,Die ich nicht alle Mann für MannSogar genau mehr nennen kann.

17.

Außer diesen obengenannten kamenNoch mehr geistliche Herren zum Examen,Die ich nicht alle Mann für MannSogar genau mehr nennen kann.

Außer diesen obengenannten kamen

Noch mehr geistliche Herren zum Examen,

Die ich nicht alle Mann für Mann

Sogar genau mehr nennen kann.

18.Als nun die ganze geistliche SchaareDer hochehrwürdigen Herren beisammen ware,So setzten,praemissis praemittendis,Sich alle um einen großen Tisch.

18.

Als nun die ganze geistliche SchaareDer hochehrwürdigen Herren beisammen ware,So setzten,praemissis praemittendis,Sich alle um einen großen Tisch.

Als nun die ganze geistliche Schaare

Der hochehrwürdigen Herren beisammen ware,

So setzten,praemissis praemittendis,

Sich alle um einen großen Tisch.

19.Hieronimus trat mit Zittern und ZagenVor die sämmliche Gesellschaft der weißen KragenUnd scharrete ihnen demüthig den Gruß.O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

19.

Hieronimus trat mit Zittern und ZagenVor die sämmliche Gesellschaft der weißen KragenUnd scharrete ihnen demüthig den Gruß.O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

Hieronimus trat mit Zittern und Zagen

Vor die sämmliche Gesellschaft der weißen Kragen

Und scharrete ihnen demüthig den Gruß.

O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

20.Zuvorderst erkundigten die ExaminatoresSich nach seinen bisherigen Sitten und MoresUnd fragten ihn bald, ob er auch hätt’Ein Zeugniß von der Universität?

20.

Zuvorderst erkundigten die ExaminatoresSich nach seinen bisherigen Sitten und MoresUnd fragten ihn bald, ob er auch hätt’Ein Zeugniß von der Universität?

Zuvorderst erkundigten die Examinatores

Sich nach seinen bisherigen Sitten und Mores

Und fragten ihn bald, ob er auch hätt’

Ein Zeugniß von der Universität?

21.Hieronimus, ohne sonderliche Umstände,Gab das Attest in des Inspectors Hände,Welcher dasselbe alsbald dann luß;O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

21.

Hieronimus, ohne sonderliche Umstände,Gab das Attest in des Inspectors Hände,Welcher dasselbe alsbald dann luß;O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

Hieronimus, ohne sonderliche Umstände,

Gab das Attest in des Inspectors Hände,

Welcher dasselbe alsbald dann luß;

O weh dir! o weh dir! Hieronimus!

22.Es war zwar, wie oben schon angeführet,In Latein und Griechisch concipiret,Folglich zu lesen ein schweres Stück;Doch verstand zu allem Ungelück

22.

Es war zwar, wie oben schon angeführet,In Latein und Griechisch concipiret,Folglich zu lesen ein schweres Stück;Doch verstand zu allem Ungelück

Es war zwar, wie oben schon angeführet,

In Latein und Griechisch concipiret,

Folglich zu lesen ein schweres Stück;

Doch verstand zu allem Ungelück

23.Der Inspector etwas von den Sprachen,Um hier die nöthigste Dollmetschung zu machen;Denn für jeden andern geistlichen HerrWar die Uebersetzung zu schwer.

23.

Der Inspector etwas von den Sprachen,Um hier die nöthigste Dollmetschung zu machen;Denn für jeden andern geistlichen HerrWar die Uebersetzung zu schwer.

Der Inspector etwas von den Sprachen,

Um hier die nöthigste Dollmetschung zu machen;

Denn für jeden andern geistlichen Herr

War die Uebersetzung zu schwer.

24.Damit nun hier nichts möge fehlen,Will ich dem geneigten Leser erzählen,Was eigentlich in dem AttestatVon Wort zu Wort gestanden hat.

24.

Damit nun hier nichts möge fehlen,Will ich dem geneigten Leser erzählen,Was eigentlich in dem AttestatVon Wort zu Wort gestanden hat.

Damit nun hier nichts möge fehlen,

Will ich dem geneigten Leser erzählen,

Was eigentlich in dem Attestat

Von Wort zu Wort gestanden hat.

25.Zuerst Name und Titel vom ProfesserUnd in drei Buchstaben etwas größerWünschte er, durchL. B. S.demLectori Benevolo Salutem!

25.

Zuerst Name und Titel vom ProfesserUnd in drei Buchstaben etwas größerWünschte er, durchL. B. S.demLectori Benevolo Salutem!

Zuerst Name und Titel vom Professer

Und in drei Buchstaben etwas größer

Wünschte er, durchL. B. S.dem

Lectori Benevolo Salutem!

26.Sintemal und immaßen drei JahreUnd einige Wochen hieselbst wareHerr Hieronimus JobsiusAls Theologiä Studiosus;

26.

Sintemal und immaßen drei JahreUnd einige Wochen hieselbst wareHerr Hieronimus JobsiusAls Theologiä Studiosus;

Sintemal und immaßen drei Jahre

Und einige Wochen hieselbst ware

Herr Hieronimus Jobsius

Als Theologiä Studiosus;

27.Derselbe aber abzureisen nunmehroErnstlich ist gesonnen, und dero-halben um ein schriftlich AttestatMich geziemendermaßen bat:

27.

Derselbe aber abzureisen nunmehroErnstlich ist gesonnen, und dero-halben um ein schriftlich AttestatMich geziemendermaßen bat:

Derselbe aber abzureisen nunmehro

Ernstlich ist gesonnen, und dero-

halben um ein schriftlich Attestat

Mich geziemendermaßen bat:

28.So habe ich nicht unterlassen können,Ihme solches schriftliches Zeugniß zu gönnen:Daß derselbe alle viertel JahrBei mir einmal im Collegio war.

28.

So habe ich nicht unterlassen können,Ihme solches schriftliches Zeugniß zu gönnen:Daß derselbe alle viertel JahrBei mir einmal im Collegio war.

So habe ich nicht unterlassen können,

Ihme solches schriftliches Zeugniß zu gönnen:

Daß derselbe alle viertel Jahr

Bei mir einmal im Collegio war.

29.Ob er sich sonst des Studirens privatim beflissen,Wird ihm wol sagen sein eigen Gewissen,Dann in diesem schriftlichen BerichtBehaupte und zeuge ich solches nicht.

29.

Ob er sich sonst des Studirens privatim beflissen,Wird ihm wol sagen sein eigen Gewissen,Dann in diesem schriftlichen BerichtBehaupte und zeuge ich solches nicht.

Ob er sich sonst des Studirens privatim beflissen,

Wird ihm wol sagen sein eigen Gewissen,

Dann in diesem schriftlichen Bericht

Behaupte und zeuge ich solches nicht.

30.Und von seinem sonstigen BetragenWäre zwar nicht viel Gutes zu sagen,Allein die christliche Liebe will,Daß ich davon schweige still.

30.

Und von seinem sonstigen BetragenWäre zwar nicht viel Gutes zu sagen,Allein die christliche Liebe will,Daß ich davon schweige still.

Und von seinem sonstigen Betragen

Wäre zwar nicht viel Gutes zu sagen,

Allein die christliche Liebe will,

Daß ich davon schweige still.

31.Uebrigens wünsch’ ich ihm auf alle WeiseHiedurch eine glückliche Abreise,Und der gütige Himmel leite ihnKünftig zu allem Guten hin!

31.

Uebrigens wünsch’ ich ihm auf alle WeiseHiedurch eine glückliche Abreise,Und der gütige Himmel leite ihnKünftig zu allem Guten hin!

Uebrigens wünsch’ ich ihm auf alle Weise

Hiedurch eine glückliche Abreise,

Und der gütige Himmel leite ihn

Künftig zu allem Guten hin!

32.Was man für große Augen gemachet,Und daß Herr Hieronimus nicht gelachet,Als man den Inhalt fand dergestalt,Ein solches begreifet der Leser alsbald.

32.

Was man für große Augen gemachet,Und daß Herr Hieronimus nicht gelachet,Als man den Inhalt fand dergestalt,Ein solches begreifet der Leser alsbald.

Was man für große Augen gemachet,

Und daß Herr Hieronimus nicht gelachet,

Als man den Inhalt fand dergestalt,

Ein solches begreifet der Leser alsbald.

33.Indeß ist es für diesmal geschehen,Daß man die Sache hat übersehen,Und man redete von dem AttestAus christlicher Erbarmung und Liebe das Best’.

33.

Indeß ist es für diesmal geschehen,Daß man die Sache hat übersehen,Und man redete von dem AttestAus christlicher Erbarmung und Liebe das Best’.

Indeß ist es für diesmal geschehen,

Daß man die Sache hat übersehen,

Und man redete von dem Attest

Aus christlicher Erbarmung und Liebe das Best’.

34.Denn die Herren dachten weislich zurücke,Daß sie auch wol viele lustige StückeAuf Academien getrieben vor dem;Man schritte also weiterad rem.

34.

Denn die Herren dachten weislich zurücke,Daß sie auch wol viele lustige StückeAuf Academien getrieben vor dem;Man schritte also weiterad rem.

Denn die Herren dachten weislich zurücke,

Daß sie auch wol viele lustige Stücke

Auf Academien getrieben vor dem;

Man schritte also weiterad rem.

35.Der HerrInspectormachte den Anfang,Hustete viermal mit starkem Klang,Schnäuzte und räusperte auch viermal sichUnd fragte, indem er den Bauch strich:

35.

Der HerrInspectormachte den Anfang,Hustete viermal mit starkem Klang,Schnäuzte und räusperte auch viermal sichUnd fragte, indem er den Bauch strich:

Der HerrInspectormachte den Anfang,

Hustete viermal mit starkem Klang,

Schnäuzte und räusperte auch viermal sich

Und fragte, indem er den Bauch strich:

36.Ich, als zeitlicherpro temporeInspector,Und der hiesigen Geistlichkeit Director,Frage Sie:Quid sit Episcopus?Alsbald antwortete Hieronimus:

36.

Ich, als zeitlicherpro temporeInspector,Und der hiesigen Geistlichkeit Director,Frage Sie:Quid sit Episcopus?Alsbald antwortete Hieronimus:

Ich, als zeitlicherpro temporeInspector,

Und der hiesigen Geistlichkeit Director,

Frage Sie:Quid sit Episcopus?

Alsbald antwortete Hieronimus:

37.Ein Bischof ist, wie ich denke,Ein sehr angenehmes GetränkeAus rothem Wein, Zucker und PomeranzensaftUnd wärmet und stärket mit großer Kraft.

37.

Ein Bischof ist, wie ich denke,Ein sehr angenehmes GetränkeAus rothem Wein, Zucker und PomeranzensaftUnd wärmet und stärket mit großer Kraft.

Ein Bischof ist, wie ich denke,

Ein sehr angenehmes Getränke

Aus rothem Wein, Zucker und Pomeranzensaft

Und wärmet und stärket mit großer Kraft.

38.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes;Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

38.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes;Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes;

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

39.Nun hub derAssessoran zu fragen:Herr Hieronimus! thun Sie mir sagen,Wer die Apostel gewesen sind?Hieronimus antwortete geschwind:

39.

Nun hub derAssessoran zu fragen:Herr Hieronimus! thun Sie mir sagen,Wer die Apostel gewesen sind?Hieronimus antwortete geschwind:

Nun hub derAssessoran zu fragen:

Herr Hieronimus! thun Sie mir sagen,

Wer die Apostel gewesen sind?

Hieronimus antwortete geschwind:

40.Apostel nennet man große Krüge,Darin gehet Wein und Bier zur G’nüge,Auf den Dörfern und sonst beim SchmausTrinken die durstigen Bursche daraus.

40.

Apostel nennet man große Krüge,Darin gehet Wein und Bier zur G’nüge,Auf den Dörfern und sonst beim SchmausTrinken die durstigen Bursche daraus.

Apostel nennet man große Krüge,

Darin gehet Wein und Bier zur G’nüge,

Auf den Dörfern und sonst beim Schmaus

Trinken die durstigen Bursche daraus.

41.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

41.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

42.Nun traf die Reihe den HerrnKragerUnd er sprach:Herr Candidat! sag’ Er,Wer war der heilige Augustin?Hieronimus antwortete kühn:

42.

Nun traf die Reihe den HerrnKragerUnd er sprach:Herr Candidat! sag’ Er,Wer war der heilige Augustin?Hieronimus antwortete kühn:

Nun traf die Reihe den HerrnKrager

Und er sprach:Herr Candidat! sag’ Er,

Wer war der heilige Augustin?

Hieronimus antwortete kühn:

43.Ich habe nie gehört oder gelesen,Daß ein andrer Augustin gewesen,Als der Universitätspedell Augustin,Er citirte mich oft zum Prorector hin.

43.

Ich habe nie gehört oder gelesen,Daß ein andrer Augustin gewesen,Als der Universitätspedell Augustin,Er citirte mich oft zum Prorector hin.

Ich habe nie gehört oder gelesen,

Daß ein andrer Augustin gewesen,

Als der Universitätspedell Augustin,

Er citirte mich oft zum Prorector hin.

44.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

44.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

45.Nun folgte HerrKrischohn VerweilenUnd fragte:Aus wie vielen TheilenMuß eine gute Predigt bestehn,Wenn sie nach Regeln sollte geschehn?

45.

Nun folgte HerrKrischohn VerweilenUnd fragte:Aus wie vielen TheilenMuß eine gute Predigt bestehn,Wenn sie nach Regeln sollte geschehn?

Nun folgte HerrKrischohn Verweilen

Und fragte:Aus wie vielen Theilen

Muß eine gute Predigt bestehn,

Wenn sie nach Regeln sollte geschehn?

46.Hieronimus, nachdem er sich eine WeileBedacht, sprach: die Predigt hat zwei Theile,Den einen Theil Niemand verstehen kann,Den andern Theil aber verstehet man.

46.

Hieronimus, nachdem er sich eine WeileBedacht, sprach: die Predigt hat zwei Theile,Den einen Theil Niemand verstehen kann,Den andern Theil aber verstehet man.

Hieronimus, nachdem er sich eine Weile

Bedacht, sprach: die Predigt hat zwei Theile,

Den einen Theil Niemand verstehen kann,

Den andern Theil aber verstehet man.

47.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

47.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

48.Nun fragte HerrBeffder Linguiste:Ob Herr Hieronimus auch wol wüßte,Was das hebräische Kübbuz sei?Und Hieronimus antwortete frei:

48.

Nun fragte HerrBeffder Linguiste:Ob Herr Hieronimus auch wol wüßte,Was das hebräische Kübbuz sei?Und Hieronimus antwortete frei:

Nun fragte HerrBeffder Linguiste:

Ob Herr Hieronimus auch wol wüßte,

Was das hebräische Kübbuz sei?

Und Hieronimus antwortete frei:

49.Das Buch, genannt Sophiens ReisenVon Memel nach Sachsen, thut es weisen,Daß sie den mürrischen Kübbuz bekam,Weil sie den reichen Puff früher nicht nahm.

49.

Das Buch, genannt Sophiens ReisenVon Memel nach Sachsen, thut es weisen,Daß sie den mürrischen Kübbuz bekam,Weil sie den reichen Puff früher nicht nahm.

Das Buch, genannt Sophiens Reisen

Von Memel nach Sachsen, thut es weisen,

Daß sie den mürrischen Kübbuz bekam,

Weil sie den reichen Puff früher nicht nahm.

50.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

50.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

51.Nun kam auch an den HerrnSchreie,Den Hieronimus zu fragen die Reihe,Er fragte also:Wie mancherleiDie Gattung der Engel eigentlich sei?

51.

Nun kam auch an den HerrnSchreie,Den Hieronimus zu fragen die Reihe,Er fragte also:Wie mancherleiDie Gattung der Engel eigentlich sei?

Nun kam auch an den HerrnSchreie,

Den Hieronimus zu fragen die Reihe,

Er fragte also:Wie mancherlei

Die Gattung der Engel eigentlich sei?

52.Hieronimus that die Antwort geben:Er kenne zwar nicht alle Engel eben,Doch wär ihm ein blauer Engel bekanntAuf dem Schild an der Schenke, zum Engel genannt.

52.

Hieronimus that die Antwort geben:Er kenne zwar nicht alle Engel eben,Doch wär ihm ein blauer Engel bekanntAuf dem Schild an der Schenke, zum Engel genannt.

Hieronimus that die Antwort geben:

Er kenne zwar nicht alle Engel eben,

Doch wär ihm ein blauer Engel bekannt

Auf dem Schild an der Schenke, zum Engel genannt.

53.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

53.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

54.HerrPlotzhat nun fortgefahrenZu fragen:Herr Candidate! wie viel warenConcilia oecumenica?Und Hieronimus antwortete da:

54.

HerrPlotzhat nun fortgefahrenZu fragen:Herr Candidate! wie viel warenConcilia oecumenica?Und Hieronimus antwortete da:

HerrPlotzhat nun fortgefahren

Zu fragen:Herr Candidate! wie viel waren

Concilia oecumenica?

Und Hieronimus antwortete da:

55.Als ich auf der Universität studiret,Ward ich oft vor’s Concilium citiret,Doch betraf solches Concilium nieSachen aus der Oeconomie.

55.

Als ich auf der Universität studiret,Ward ich oft vor’s Concilium citiret,Doch betraf solches Concilium nieSachen aus der Oeconomie.

Als ich auf der Universität studiret,

Ward ich oft vor’s Concilium citiret,

Doch betraf solches Concilium nie

Sachen aus der Oeconomie.

56.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

56.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

57.Nun folgte HerrKeffer, der geistliche Herre,Seine Frage schien zu beantworten sehr schwere,Sie betraf der Manichäer Ketzerei,Und was ihr Glaube gewesen sei?

57.

Nun folgte HerrKeffer, der geistliche Herre,Seine Frage schien zu beantworten sehr schwere,Sie betraf der Manichäer Ketzerei,Und was ihr Glaube gewesen sei?

Nun folgte HerrKeffer, der geistliche Herre,

Seine Frage schien zu beantworten sehr schwere,

Sie betraf der Manichäer Ketzerei,

Und was ihr Glaube gewesen sei?

58.Antwort: Ja, diese einfältigen TeufelGlaubten, ich würde sie ohne ZweifelVor meiner Abreise bezahlen noch,Ich habe sie aber geprellet doch.

58.

Antwort: Ja, diese einfältigen TeufelGlaubten, ich würde sie ohne ZweifelVor meiner Abreise bezahlen noch,Ich habe sie aber geprellet doch.

Antwort: Ja, diese einfältigen Teufel

Glaubten, ich würde sie ohne Zweifel

Vor meiner Abreise bezahlen noch,

Ich habe sie aber geprellet doch.

59.Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

59.

Ueber diese Antwort des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber diese Antwort des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

60.Die übrigen Fragen, welche man proponiret,Lasse ich hier aus Mangel des Raums unberühret;Denn sonst machte das ProtocollWol mehr als sieben Bogen voll.

60.

Die übrigen Fragen, welche man proponiret,Lasse ich hier aus Mangel des Raums unberühret;Denn sonst machte das ProtocollWol mehr als sieben Bogen voll.

Die übrigen Fragen, welche man proponiret,

Lasse ich hier aus Mangel des Raums unberühret;

Denn sonst machte das Protocoll

Wol mehr als sieben Bogen voll.

61.Sintemal man noch Vieles gefraget,Worauf Hieronimus die Antwort gesagetAuf obige Weise Stück vor StückAus Dogmatik, Polemik und Hermeneutik.

61.

Sintemal man noch Vieles gefraget,Worauf Hieronimus die Antwort gesagetAuf obige Weise Stück vor StückAus Dogmatik, Polemik und Hermeneutik.

Sintemal man noch Vieles gefraget,

Worauf Hieronimus die Antwort gesaget

Auf obige Weise Stück vor Stück

Aus Dogmatik, Polemik und Hermeneutik.

62.Imgleichen sonst noch manche SachenAus der Kirchenhistoria und Sprachen,Und was man einen geistlichen MannSonst wo zur Prüfung noch fragen kann.

62.

Imgleichen sonst noch manche SachenAus der Kirchenhistoria und Sprachen,Und was man einen geistlichen MannSonst wo zur Prüfung noch fragen kann.

Imgleichen sonst noch manche Sachen

Aus der Kirchenhistoria und Sprachen,

Und was man einen geistlichen Mann

Sonst wo zur Prüfung noch fragen kann.

63.Ueber alle Antworten des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

63.

Ueber alle Antworten des Candidaten JobsesGeschah allgemeines Schütteln des Kopfes,Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!Drauf die andernsecundum ordinem.

Ueber alle Antworten des Candidaten Jobses

Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes,

Der Inspector sprach zuerst: hem! hem!

Drauf die andernsecundum ordinem.

64.Als nun die Prüfung zu Ende gekommen,Hat Hieronimus einen Abtritt genommen,Damit man die Sache nach KirchenrechtIn reife Ueberlegung nehmen möcht’:

64.

Als nun die Prüfung zu Ende gekommen,Hat Hieronimus einen Abtritt genommen,Damit man die Sache nach KirchenrechtIn reife Ueberlegung nehmen möcht’:

Als nun die Prüfung zu Ende gekommen,

Hat Hieronimus einen Abtritt genommen,

Damit man die Sache nach Kirchenrecht

In reife Ueberlegung nehmen möcht’:

65.Ob es mit gutem Gewissen zu rathen,Daß man in die Klasse der CandidatenDes heiligen Ministerii denHieronimum aufnehmen könn’.

65.

Ob es mit gutem Gewissen zu rathen,Daß man in die Klasse der CandidatenDes heiligen Ministerii denHieronimum aufnehmen könn’.

Ob es mit gutem Gewissen zu rathen,

Daß man in die Klasse der Candidaten

Des heiligen Ministerii den

Hieronimum aufnehmen könn’.

66.Es ging also an ein Votiren,Doch ohne vieles DisputirenWard man einig alsobald:Es könne zwar dermal und solchergestalt

66.

Es ging also an ein Votiren,Doch ohne vieles DisputirenWard man einig alsobald:Es könne zwar dermal und solchergestalt

Es ging also an ein Votiren,

Doch ohne vieles Disputiren

Ward man einig alsobald:

Es könne zwar dermal und solchergestalt

67.Herr Hieronimus es gar nicht verlangen,Den Candidaten-Orden zu empfangen,Jedoch aus besondrer ConsiderationWollte man stille schweigen davon.

67.

Herr Hieronimus es gar nicht verlangen,Den Candidaten-Orden zu empfangen,Jedoch aus besondrer ConsiderationWollte man stille schweigen davon.

Herr Hieronimus es gar nicht verlangen,

Den Candidaten-Orden zu empfangen,

Jedoch aus besondrer Consideration

Wollte man stille schweigen davon.

68.Es hat auch wirklich in vielen JahrenKein Fremder davon etwas erfahren,Sondern Jedermann hielt früh und spatDen Hieronimum für einen Candidat.

68.

Es hat auch wirklich in vielen JahrenKein Fremder davon etwas erfahren,Sondern Jedermann hielt früh und spatDen Hieronimum für einen Candidat.

Es hat auch wirklich in vielen Jahren

Kein Fremder davon etwas erfahren,

Sondern Jedermann hielt früh und spat

Den Hieronimum für einen Candidat.

1.Ich bitte um Verzeihung alle, die mich lesen,Daß voriges Kapitel so lang gewesen,Dabei soll auch dieses Kapitelein,Lieber Leser! desto kürzer sein.

1.

Ich bitte um Verzeihung alle, die mich lesen,Daß voriges Kapitel so lang gewesen,Dabei soll auch dieses Kapitelein,Lieber Leser! desto kürzer sein.

Ich bitte um Verzeihung alle, die mich lesen,

Daß voriges Kapitel so lang gewesen,

Dabei soll auch dieses Kapitelein,

Lieber Leser! desto kürzer sein.

1.Nun hätte man sollen das Lärmen sehen,Was da in Jobsens Hause geschehen,Weil es, wie gesagt, nicht allerdingMit dem Examen nach Wunsche ging.

1.

Nun hätte man sollen das Lärmen sehen,Was da in Jobsens Hause geschehen,Weil es, wie gesagt, nicht allerdingMit dem Examen nach Wunsche ging.

Nun hätte man sollen das Lärmen sehen,

Was da in Jobsens Hause geschehen,

Weil es, wie gesagt, nicht allerding

Mit dem Examen nach Wunsche ging.

2.Aber was that denn des Hieronimi Vater?Lieber Leser! du magst wol fragen: was that er?Er gerieth drob in gar großen Grimm,Und sagte zu seinem Sohne: „du Lüm-

2.

Aber was that denn des Hieronimi Vater?Lieber Leser! du magst wol fragen: was that er?Er gerieth drob in gar großen Grimm,Und sagte zu seinem Sohne: „du Lüm-

Aber was that denn des Hieronimi Vater?

Lieber Leser! du magst wol fragen: was that er?

Er gerieth drob in gar großen Grimm,

Und sagte zu seinem Sohne: „du Lüm-

3.mel! hab’ ich drum so viel angewendetUnd ganze Hände voll Geld verschwendet,So daß fast worden zum armen Mann,Und habe itzt nur Verdruß daran?

3.

mel! hab’ ich drum so viel angewendetUnd ganze Hände voll Geld verschwendet,So daß fast worden zum armen Mann,Und habe itzt nur Verdruß daran?

mel! hab’ ich drum so viel angewendet

Und ganze Hände voll Geld verschwendet,

So daß fast worden zum armen Mann,

Und habe itzt nur Verdruß daran?

4.Hättest du fleißiger gestudiretUnd dich rechtschaffener aufgeführet,So wärst du itzo nunmehro hieEin Candidatus Ministerii!

4.

Hättest du fleißiger gestudiretUnd dich rechtschaffener aufgeführet,So wärst du itzo nunmehro hieEin Candidatus Ministerii!

Hättest du fleißiger gestudiret

Und dich rechtschaffener aufgeführet,

So wärst du itzo nunmehro hie

Ein Candidatus Ministerii!

5.Und bekämest bald eine gute Pfarre;Aber du bist nun ein ungelehrter Narre,Der nichts von der Theologie verstehtUnd sein Leben lang brodlos geht!

5.

Und bekämest bald eine gute Pfarre;Aber du bist nun ein ungelehrter Narre,Der nichts von der Theologie verstehtUnd sein Leben lang brodlos geht!

Und bekämest bald eine gute Pfarre;

Aber du bist nun ein ungelehrter Narre,

Der nichts von der Theologie versteht

Und sein Leben lang brodlos geht!

6.Deine Mutter und ich hofften beideAn dir zu erleben viele Freude,Und nun haben wir bittern VerdrußOb dich bösen Hieronimus!

6.

Deine Mutter und ich hofften beideAn dir zu erleben viele Freude,Und nun haben wir bittern VerdrußOb dich bösen Hieronimus!

Deine Mutter und ich hofften beide

An dir zu erleben viele Freude,

Und nun haben wir bittern Verdruß

Ob dich bösen Hieronimus!

7.Alles was du vormals mir geschrieben,Als hättest du die Studia getrieben,Und wärest von allen der Fleißigste,Sind lauter Lügen, wie ich nun seh.

7.

Alles was du vormals mir geschrieben,Als hättest du die Studia getrieben,Und wärest von allen der Fleißigste,Sind lauter Lügen, wie ich nun seh.

Alles was du vormals mir geschrieben,

Als hättest du die Studia getrieben,

Und wärest von allen der Fleißigste,

Sind lauter Lügen, wie ich nun seh.

8.Auch was du vom PrivatissimoUnd zehn Stunden im Collegio,Von der Professoren Zufriedenheit,Vom Theetrinken in der Einsamkeit;

8.

Auch was du vom PrivatissimoUnd zehn Stunden im Collegio,Von der Professoren Zufriedenheit,Vom Theetrinken in der Einsamkeit;

Auch was du vom Privatissimo

Und zehn Stunden im Collegio,

Von der Professoren Zufriedenheit,

Vom Theetrinken in der Einsamkeit;

9.Item, von den vielen gelehrten Dingen,Wovon dir der Kopf wollte zerspringen,Vom Meditiren bis in die NachtUnd sonst noch etwa hast vorgebracht;

9.

Item, von den vielen gelehrten Dingen,Wovon dir der Kopf wollte zerspringen,Vom Meditiren bis in die NachtUnd sonst noch etwa hast vorgebracht;

Item, von den vielen gelehrten Dingen,

Wovon dir der Kopf wollte zerspringen,

Vom Meditiren bis in die Nacht

Und sonst noch etwa hast vorgebracht;

10.Auch daß dein Magen vom vielen Sitzen und LesenGeschwächet und verdorben gewesen,Das alles ist, wie sich’s nun befind’t,Nichts gewesen, als Lügen und Wind.

10.

Auch daß dein Magen vom vielen Sitzen und LesenGeschwächet und verdorben gewesen,Das alles ist, wie sich’s nun befind’t,Nichts gewesen, als Lügen und Wind.

Auch daß dein Magen vom vielen Sitzen und Lesen

Geschwächet und verdorben gewesen,

Das alles ist, wie sich’s nun befind’t,

Nichts gewesen, als Lügen und Wind.

11.Hätte ich doch ehmals unsers frommenRectors guten Rath angenommen,Der es deutlich genug sagte mir:Es würde niemals etwas Gutes aus dir!

11.

Hätte ich doch ehmals unsers frommenRectors guten Rath angenommen,Der es deutlich genug sagte mir:Es würde niemals etwas Gutes aus dir!

Hätte ich doch ehmals unsers frommen

Rectors guten Rath angenommen,

Der es deutlich genug sagte mir:

Es würde niemals etwas Gutes aus dir!

12.So wäre das viele Geld ersparetUnd manches Kapital rund bewahret,Das du, böser, unnützer Knecht!Auf der Universität verzecht.“

12.

So wäre das viele Geld ersparetUnd manches Kapital rund bewahret,Das du, böser, unnützer Knecht!Auf der Universität verzecht.“

So wäre das viele Geld ersparet

Und manches Kapital rund bewahret,

Das du, böser, unnützer Knecht!

Auf der Universität verzecht.“

13.So war ungefähr die Predigt beschaffen,Die der Alte hielte, den Sohn zu bestrafen,Und er hätte im ersten Affect,Fast den Hieronimus mit Prügeln bedeckt.

13.

So war ungefähr die Predigt beschaffen,Die der Alte hielte, den Sohn zu bestrafen,Und er hätte im ersten Affect,Fast den Hieronimus mit Prügeln bedeckt.

So war ungefähr die Predigt beschaffen,

Die der Alte hielte, den Sohn zu bestrafen,

Und er hätte im ersten Affect,

Fast den Hieronimus mit Prügeln bedeckt.

14.Weil indessen Zürnen und ScheltenFür die Gesundheit zuträglich ist selten,So fiel auch den guten alten MannGleich eine heftige Krankheit an.

14.

Weil indessen Zürnen und ScheltenFür die Gesundheit zuträglich ist selten,So fiel auch den guten alten MannGleich eine heftige Krankheit an.

Weil indessen Zürnen und Schelten

Für die Gesundheit zuträglich ist selten,

So fiel auch den guten alten Mann

Gleich eine heftige Krankheit an.

15.Denn er litte oft in gesunden TagenVom schmerzlichen Podagra viele Plagen;Sein Rathsherrnstand, guter Appetit und RuhDisponirten den Körper dazu.

15.

Denn er litte oft in gesunden TagenVom schmerzlichen Podagra viele Plagen;Sein Rathsherrnstand, guter Appetit und RuhDisponirten den Körper dazu.

Denn er litte oft in gesunden Tagen

Vom schmerzlichen Podagra viele Plagen;

Sein Rathsherrnstand, guter Appetit und Ruh

Disponirten den Körper dazu.

16.Nun aber verließen ihn plötzlich die SchmerzenUnd das Podagra trat ihm zum Herzen,Und nach vierundzwanzig Stunden ZeitWanderte er aus der Zeitlichkeit.

16.

Nun aber verließen ihn plötzlich die SchmerzenUnd das Podagra trat ihm zum Herzen,Und nach vierundzwanzig Stunden ZeitWanderte er aus der Zeitlichkeit.

Nun aber verließen ihn plötzlich die Schmerzen

Und das Podagra trat ihm zum Herzen,

Und nach vierundzwanzig Stunden Zeit

Wanderte er aus der Zeitlichkeit.

17.Alles im Hause rang nun die HändeUnd des Klagens und Jammerns war kein Ende,Daß Hieronimus selbst sogarKaum darüber zu trösten war.

17.

Alles im Hause rang nun die HändeUnd des Klagens und Jammerns war kein Ende,Daß Hieronimus selbst sogarKaum darüber zu trösten war.

Alles im Hause rang nun die Hände

Und des Klagens und Jammerns war kein Ende,

Daß Hieronimus selbst sogar

Kaum darüber zu trösten war.

18.Der Leser möchte vielleicht gähnen,Wenn ich diese traurigen ScenenNäher beschrieb, ich lasse drum nunDen Senator Jobs in Frieden ruhn.

18.

Der Leser möchte vielleicht gähnen,Wenn ich diese traurigen ScenenNäher beschrieb, ich lasse drum nunDen Senator Jobs in Frieden ruhn.

Der Leser möchte vielleicht gähnen,

Wenn ich diese traurigen Scenen

Näher beschrieb, ich lasse drum nun

Den Senator Jobs in Frieden ruhn.

1.Obgleich nunmehro schon vierzehn TageDer alte Senator Jobs im Grabe lage;So dachte doch noch dann und wannDie Wittwe Jobsen an den seligen Mann.

1.

Obgleich nunmehro schon vierzehn TageDer alte Senator Jobs im Grabe lage;So dachte doch noch dann und wannDie Wittwe Jobsen an den seligen Mann.

Obgleich nunmehro schon vierzehn Tage

Der alte Senator Jobs im Grabe lage;

So dachte doch noch dann und wann

Die Wittwe Jobsen an den seligen Mann.

2.Hieronimus bekam indessen sein FutterBisher noch zu Hause von der Mutter,Und hätte in solchem MüßiggangZugebracht gerne sein Leben lang;

2.

Hieronimus bekam indessen sein FutterBisher noch zu Hause von der Mutter,Und hätte in solchem MüßiggangZugebracht gerne sein Leben lang;

Hieronimus bekam indessen sein Futter

Bisher noch zu Hause von der Mutter,

Und hätte in solchem Müßiggang

Zugebracht gerne sein Leben lang;

3.Wenn ihm nicht wäre der Vorschlag geschehen,Sich nunmehro anderswo umzusehen,Wo er in der Zukunft bequemSeinen Unterhalt gebührlich hernähm.

3.

Wenn ihm nicht wäre der Vorschlag geschehen,Sich nunmehro anderswo umzusehen,Wo er in der Zukunft bequemSeinen Unterhalt gebührlich hernähm.

Wenn ihm nicht wäre der Vorschlag geschehen,

Sich nunmehro anderswo umzusehen,

Wo er in der Zukunft bequem

Seinen Unterhalt gebührlich hernähm.

4.Denn die Hoffnung, eine Pfarre zu bekommen,War dem armen Schelm gänzlich benommen,Nachdem die gelernte Predigt einmalGehalten war auf den Dörfern überall.

4.

Denn die Hoffnung, eine Pfarre zu bekommen,War dem armen Schelm gänzlich benommen,Nachdem die gelernte Predigt einmalGehalten war auf den Dörfern überall.

Denn die Hoffnung, eine Pfarre zu bekommen,

War dem armen Schelm gänzlich benommen,

Nachdem die gelernte Predigt einmal

Gehalten war auf den Dörfern überall.

5.Sintemal nun manche große GeisterIhr Glücke gemacht als Hofmeister,So fiel es auch dem Hieronimus ein,Irgendwo Hofmeister zu sein.

5.

Sintemal nun manche große GeisterIhr Glücke gemacht als Hofmeister,So fiel es auch dem Hieronimus ein,Irgendwo Hofmeister zu sein.

Sintemal nun manche große Geister

Ihr Glücke gemacht als Hofmeister,

So fiel es auch dem Hieronimus ein,

Irgendwo Hofmeister zu sein.

6.Das Glück schien ihm nicht ungeneiget,Denn es hat sich ohngefähr gezeigetNach etwa dreier Monate ZeitFür ihn eine schöne Gelegenheit.

6.

Das Glück schien ihm nicht ungeneiget,Denn es hat sich ohngefähr gezeigetNach etwa dreier Monate ZeitFür ihn eine schöne Gelegenheit.

Das Glück schien ihm nicht ungeneiget,

Denn es hat sich ohngefähr gezeiget

Nach etwa dreier Monate Zeit

Für ihn eine schöne Gelegenheit.

7.Denn ein benachbarter Herr von AdelSuchte einen Informator ohne Tadel,Für billige Kost und acht Gulden LohnBei dem jungen Baron, seinem einzigen Sohn.

7.

Denn ein benachbarter Herr von AdelSuchte einen Informator ohne Tadel,Für billige Kost und acht Gulden LohnBei dem jungen Baron, seinem einzigen Sohn.

Denn ein benachbarter Herr von Adel

Suchte einen Informator ohne Tadel,

Für billige Kost und acht Gulden Lohn

Bei dem jungen Baron, seinem einzigen Sohn.

8.Religion, Sitten, fünferlei Sprachen,Schreiben, Rechnen und dergleichen Sachen,Philosophie, Physik, Geographie,Mathematik, Historie, Poesie,

8.

Religion, Sitten, fünferlei Sprachen,Schreiben, Rechnen und dergleichen Sachen,Philosophie, Physik, Geographie,Mathematik, Historie, Poesie,

Religion, Sitten, fünferlei Sprachen,

Schreiben, Rechnen und dergleichen Sachen,

Philosophie, Physik, Geographie,

Mathematik, Historie, Poesie,

9.Zeichnen, Musik, Tanzen, Fechten, ReitenEt caetera, waren blos die Kleinigkeiten,Welche für die acht Gulden LohnLernen sollte der junge Baron.

9.

Zeichnen, Musik, Tanzen, Fechten, ReitenEt caetera, waren blos die Kleinigkeiten,Welche für die acht Gulden LohnLernen sollte der junge Baron.

Zeichnen, Musik, Tanzen, Fechten, Reiten

Et caetera, waren blos die Kleinigkeiten,

Welche für die acht Gulden Lohn

Lernen sollte der junge Baron.

10.Es ließen also Ihro GnadenDen Candidaten Hieronimus zu sich laden,Und fragten: ob er für die acht Gulden LohnUebernehmen wollte die Information?

10.

Es ließen also Ihro GnadenDen Candidaten Hieronimus zu sich laden,Und fragten: ob er für die acht Gulden LohnUebernehmen wollte die Information?

Es ließen also Ihro Gnaden

Den Candidaten Hieronimus zu sich laden,

Und fragten: ob er für die acht Gulden Lohn

Uebernehmen wollte die Information?

11.Hieronimus antwortete: Gnädiger Herre!Das Informatoramt ist sauer und schwere,Und es wären acht Gulden schierViel zu weniges Lohn dafür;

11.

Hieronimus antwortete: Gnädiger Herre!Das Informatoramt ist sauer und schwere,Und es wären acht Gulden schierViel zu weniges Lohn dafür;

Hieronimus antwortete: Gnädiger Herre!

Das Informatoramt ist sauer und schwere,

Und es wären acht Gulden schier

Viel zu weniges Lohn dafür;

12.Doch, um Eure Gnaden zu gefallen,Entschließe ich mich sofort zu allen,Und nehme den jungen Herrn BaronGleich in meine Information.

12.

Doch, um Eure Gnaden zu gefallen,Entschließe ich mich sofort zu allen,Und nehme den jungen Herrn BaronGleich in meine Information.

Doch, um Eure Gnaden zu gefallen,

Entschließe ich mich sofort zu allen,

Und nehme den jungen Herrn Baron

Gleich in meine Information.

13.Der Handel war also nun getroffen,Bis sich zuletzt wider alles VerhoffenNoch eine kleine Schwierigkeit fand,Welche bloserdings darin bestand:

13.

Der Handel war also nun getroffen,Bis sich zuletzt wider alles VerhoffenNoch eine kleine Schwierigkeit fand,Welche bloserdings darin bestand:

Der Handel war also nun getroffen,

Bis sich zuletzt wider alles Verhoffen

Noch eine kleine Schwierigkeit fand,

Welche bloserdings darin bestand:

14.Ob auch Hieronimus in den verlangten SachenDie erforderliche Probe könne machen,Welche für die acht Gulden LohnLernen sollte der junge Baron?

14.

Ob auch Hieronimus in den verlangten SachenDie erforderliche Probe könne machen,Welche für die acht Gulden LohnLernen sollte der junge Baron?

Ob auch Hieronimus in den verlangten Sachen

Die erforderliche Probe könne machen,

Welche für die acht Gulden Lohn

Lernen sollte der junge Baron?

15.Da hat sich aber balde gewiesen,Daß Hieronimus von allen diesenSachen selbst nichts gewußt, die vonIhm lernen sollte der junge Baron.

15.

Da hat sich aber balde gewiesen,Daß Hieronimus von allen diesenSachen selbst nichts gewußt, die vonIhm lernen sollte der junge Baron.

Da hat sich aber balde gewiesen,

Daß Hieronimus von allen diesen

Sachen selbst nichts gewußt, die von

Ihm lernen sollte der junge Baron.

16.Er ward also in Frieden entlassen,Und zog wieder heim seine Straßen,Und verwünschte die InformationZum Henker, mit dem jungen Baron.

16.

Er ward also in Frieden entlassen,Und zog wieder heim seine Straßen,Und verwünschte die InformationZum Henker, mit dem jungen Baron.

Er ward also in Frieden entlassen,

Und zog wieder heim seine Straßen,

Und verwünschte die Information

Zum Henker, mit dem jungen Baron.

17.Ihro Gnaden aber suchten kreuz und queere,Ob ein andrer aufzutreiben wäre,Welcher für die acht Gulden LohnUebernähme die Information.

17.

Ihro Gnaden aber suchten kreuz und queere,Ob ein andrer aufzutreiben wäre,Welcher für die acht Gulden LohnUebernähme die Information.

Ihro Gnaden aber suchten kreuz und queere,

Ob ein andrer aufzutreiben wäre,

Welcher für die acht Gulden Lohn

Uebernähme die Information.

18.Ob er für die acht Gulden bis zu heutigen StundenEinen solchen gelehrten Informator gefunden,Ist etwas, das ich nicht sagen kann,Es geht mich auch in der That nichts an.

18.

Ob er für die acht Gulden bis zu heutigen StundenEinen solchen gelehrten Informator gefunden,Ist etwas, das ich nicht sagen kann,Es geht mich auch in der That nichts an.

Ob er für die acht Gulden bis zu heutigen Stunden

Einen solchen gelehrten Informator gefunden,

Ist etwas, das ich nicht sagen kann,

Es geht mich auch in der That nichts an.

1.Unter allen Ständen, die da werdenAngetroffen auf unserer Erden,Ist, zweifelsohne, wie bekannt,Der Wittwenstand der betrübteste Stand.

1.

Unter allen Ständen, die da werdenAngetroffen auf unserer Erden,Ist, zweifelsohne, wie bekannt,Der Wittwenstand der betrübteste Stand.

Unter allen Ständen, die da werden

Angetroffen auf unserer Erden,

Ist, zweifelsohne, wie bekannt,

Der Wittwenstand der betrübteste Stand.

2.Wo der Mann, als das Haupt des Weibes,Fehlt, da steht es um die Pflege des LeibesUnd um die ganze Haushaltung schlecht,Und nicht das Geringste geht zurecht.

2.

Wo der Mann, als das Haupt des Weibes,Fehlt, da steht es um die Pflege des LeibesUnd um die ganze Haushaltung schlecht,Und nicht das Geringste geht zurecht.

Wo der Mann, als das Haupt des Weibes,

Fehlt, da steht es um die Pflege des Leibes

Und um die ganze Haushaltung schlecht,

Und nicht das Geringste geht zurecht.

3.Die Einkünfte werden nach und nach vermindert,Die unentbehrliche Nahrung wird verhindert,Und gleich wie in einem JammerthalIst Angst, Noth, Elend überall.

3.

Die Einkünfte werden nach und nach vermindert,Die unentbehrliche Nahrung wird verhindert,Und gleich wie in einem JammerthalIst Angst, Noth, Elend überall.

Die Einkünfte werden nach und nach vermindert,

Die unentbehrliche Nahrung wird verhindert,

Und gleich wie in einem Jammerthal

Ist Angst, Noth, Elend überall.

4.Frau Jobs hat dies auch, leider! erfahren,Denn sie merkte, daß gleich in den ersten JahrenAlles im Hause den Krebsgang ging,Und sie arm an zu werden fing.

4.

Frau Jobs hat dies auch, leider! erfahren,Denn sie merkte, daß gleich in den ersten JahrenAlles im Hause den Krebsgang ging,Und sie arm an zu werden fing.

Frau Jobs hat dies auch, leider! erfahren,

Denn sie merkte, daß gleich in den ersten Jahren

Alles im Hause den Krebsgang ging,

Und sie arm an zu werden fing.

5.Hieronimus nun hat dazu freilichDas Seinige beigetragen getreulich,Denn er lebte in müßiger Ruh,Aß gut und trank noch besser dazu.

5.

Hieronimus nun hat dazu freilichDas Seinige beigetragen getreulich,Denn er lebte in müßiger Ruh,Aß gut und trank noch besser dazu.

Hieronimus nun hat dazu freilich

Das Seinige beigetragen getreulich,

Denn er lebte in müßiger Ruh,

Aß gut und trank noch besser dazu.

6.Indessen ward doch nun auf die DauerDer guten Wittwe solche Wirthschaft zu sauer,Und ihr Hieronimus gereichte fastDer Oekonomie zur größten Last.

6.

Indessen ward doch nun auf die DauerDer guten Wittwe solche Wirthschaft zu sauer,Und ihr Hieronimus gereichte fastDer Oekonomie zur größten Last.

Indessen ward doch nun auf die Dauer

Der guten Wittwe solche Wirthschaft zu sauer,

Und ihr Hieronimus gereichte fast

Der Oekonomie zur größten Last.

7.Er hat es auch selbst eingesehen,Daß es nicht länger gut werde gehen,Und erkundigte sich also weit und breitUm eine andre Gelegenheit.

7.

Er hat es auch selbst eingesehen,Daß es nicht länger gut werde gehen,Und erkundigte sich also weit und breitUm eine andre Gelegenheit.

Er hat es auch selbst eingesehen,

Daß es nicht länger gut werde gehen,

Und erkundigte sich also weit und breit

Um eine andre Gelegenheit.


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